Nachfolgenden Fall habe ich heute aktualisiert und ergänzt:
Karl Nadler stammte aus Alkofen, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Vilshofen, und lebte in Bucha, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schwarzach. Er war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er zunächst im 11. bayerischen Infanterie-Regiment, anschließend in der 11. Kompanie des 18. bayerischen Infanterie-Regiments als Infanterist. Ende 1914 wurde er leicht verwundet, ebenso Mitte 1915. Seit dem 02.03.1916 gilt er im Alter von 23 Jahren als bei Arras vermisst.
Offiziell ist keine Grablage für Karl Nadler bekannt. Ich vermute jedoch, dass seine sterblichen Überreste anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Meurchin beigesetzt wurden. Dort wurden seine Kameraden aus der 11. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiments begraben, die in diesen Tagen fielen:
Infanterist Michael Albasöder, gefallen am 03.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Meurchin in Block 2, Grab 312;
Leutnant der Reserve Friedrich Klink, gefallen am 03.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Meurchin in Block 2, Grab 288;
Leutnant der Reserve Michael Kohl, gefallen am 02.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Meurchin in Block 2, Grab 100;
Unteroffizier Konrad Zahner, gefallen am 03.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Meurchin in Block 2, Grab 317;
Infanterist Christof Rief, gefallen am 22.02.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Meurchin in Block 2, Grab 121.
Der theoretische Weg von Karl Nadler von seinem Geburtsort über seinen letzten Wohnort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:
Adam Anzeneder stammte aus Ecking (Schreibfehler auf Sterbebild), einem Ortsteil von Triftern in Bayern, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 7. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments als Gefreiter. Am 25.09.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der Gefechte seines Regimentes bei Vermandovillers und Chaulnes bei Chaulnes.
Über den Todestag und die Todesumstände von Ludwig Anzeneder berichtet die Regimentsgeschichte des 16. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Der Regimentskommandeuer war nach 4 Uhr früh zum Brigadeführer nach Vermandovillers befohlen worden, um Befehle für den Tag zu holen. Dem Kommandeur des I./16. Infanterie-Regiment wurde für die Zeit die Führung über die beiden Bataillone übertragen mit dem Auftrag, zunächst Chaulnes vom Feinde zu säubern. Das schon teilweise im Ort liegende II. Bataillon machte sich an die Arbeit, das I./16. Infanterie-Regiment ging westlich um Chaules herum, das II./16. Infanterie-Regiment sollte mit der Masse am Ortsrand vorgehen. Bei Rückkehr des Regimentskommandeurs war das Gefecht in vollem Gange. Wie es neim Ortskampf meist geht, erfolgen da und dort Rückschläge; es entstanden die eigenartigsten Lagen, teils auch falsche Bilder vom Stande des Kampfes, die ihren Ursprung in dem Mangel an Übersicht und den vom augenblicklichen Eindruck diktierten Meldungen hatte.
9 Uhr vormittags war das preußische Landwehr-Infanterie-Regiment 35 von Pressoir her am Ausgange des Wäldchens südlich dieser Ortschaft eingetroffen. Es wurde gebeten, am Ostrand von Chaulnes einzuschwenken. Die Schützenlinien dieses Regiments erhielt vom Ostrand von Chaulnes her Feuer. Auch dort lag der Gegner in Schützengräben. Rasch entschlossen stürmten die 5. und 6. Kompanie durch das am Ausgang gegen Vermandovillers gelegene Wäldchen vor und vernichteten mit dem Bajonett diese Kampfgruppe. Auch die 3. Kompanie war im Schlosspark Chaulnes in zähe Einzelkämpfe verwickelt worden. Eingreifen der eigenen Artillerie brachte sie zu Ende. Gegen Mittag war Chaulnes genommen und das Regiment ging an die Ausführung seiner zweiten Aufgabe, die am Morgen gelautet hatte: „Nach Wegnahme Lihons stellt sich das Regiment zur Verfügung des Divisionskommandeurs östlich Rosières bereit!“ Bis dahin war allerdings noch ein weiter Weg.
Das I. Bataillon hatte Demilune, einer Heckengruppe westlich Chaulnes, Front gegen Lihons genommen und befand sich im Feuergefecht gegen einen im Gelände unsichtbaren Feind. Es erwartete das Eingreifen des II. Bataillons, das mit der 5. und 8. Kompanie an der Straße Chaulnes – Lihons vorgehen sollte. Die 6. und 7. Kompanie waren an den Südrand von Chaulnes vorgedrungen, wurden dort durch zwei Kompanien des preußischen Landwehr-Infanterie-Regiment 35 ersetzt und am Südrand des Dreieck-Wäldchen nordwestlich Chaulnes als Reserve bereitgestellt.
Als der Angriff beginnen sollte, erhielt das I. Bataillon außerordentlich heftiges Schrapnell- und Granatfeuer, das es zu Boden zwang. Es kam von der Artillerie des südlich der Eisenbahn bei Hallu kämpfenden XXI. Armee-Korps. Sie hatte wahrscheinlich die vorgehenden Schützen für aus Chaulnes zurückgehende Franzosen gehalten. Der Angriff kam im Feuer des ausgezeichnet gedeckten Gegners nicht recht vorwärts. Es schien sogar nachmittags 2 Uhr, als würde er einen Gegenangriff unternehmen. Wie die Lage tatsächlich war, ist heute noch nicht geklärt. Jedenfalls steht fest, dass der Kommandeur des I./16. Infanterie-Regiment eine feindliche Schützenlinie am rechten Flügel seines Bataillons sah, und dass das II. Bataillon wegen vermuteter Bedrohung seines rechten Flügels an die Straße Chaulnes – Vermandovillers zurückging. Dem II. Bataillon wurde sofort wieder durch den Regimentskommandeur das Wiedergewinnen einer Stellung westlich des Dreieck-Waldes befohlen und das gelang auch; es gewann sogar noch 300 Meter mehr Raum als vorher. Der Gegner griff nicht an, beschränkte sich auf heftige Feuertätigkeit aus Lihons heraus; vielleicht hatte er nur stärkere Patrouillen vorgeschickt, die zur Täuschung Anlass gaben, vielleicht aus irgend einem Grunde den Angriff wieder aufgegeben, niemand weiß es. Beim I. Bataillon war durch die eben dargestellte Lage der Eindruck völligem Alleinseins geweckt worden und es hatte naturgemäß trachten müssen, wieder Anschluss und größere Sicherheit zu gewinnen. Der Bataillonskommandeur nahm es durch Chaulnes in die Gegend südlich Brassoir zurück und fand dort die nötige Verbindung wieder. Es war 4.45 Uhr nachmittags geworden; das Bataillon wurde sofort an den Nordausgang von Chaulnes vorgeführt und dann links neben dem II./16. Infanterie-Regiment eingesetzt, mit dem rechten Flügel an der Straße nach Lihons, mit dem linken Flügel etwa 500 Meter südlich davon.
Für den Abend war noch ein Angriff gegen Lihons geplant. Der 6.15 Uhr abends beim Regiment eingetroffene Brigadebefehl setzte hierzu das 2. Infanterie-Regiment gegen den Nordrand von Lihons an, das II./16. Infanterie-Regiment und das I./16. Infanterie-Regiment gegen den Ost- und Südrand. Sofort nach Beendigung des einleitenden Artilleriefeuers, 6.20 Uhr bis 6.45 Uhr abends, musste gestürmt werden. Zeit zu Angriffsvorbereitungen war nicht mehr. Das II. Bataillon trat 6.45 Uhr abends aus seiner bisherigen Gliederung mit Richtung auf ein brennendes Gehöft von Lihons an. Es traf Meldung ein, dass das 2. Infanterie-Regiment schon eingedrungen sei und auf Hilfe warte. Heftiger Gefechtslärm und Hurrarufe schallten aus dem Nordteil des Ortes herüber. 80 bis 100 Meter waren die Schützen des II. Bataillons an den Ortsrand herangekommen, als sie von einem rasenden Infanterie- und Maschinengewehrfeuer überschüttet wurden; es war nicht mehr daran zu denken, vorzudringen, nur hinlegen und vollständiges Decken in den spärlichen Bodenfalten konnten vor Vernichtung retten.
Beim I. Bataillon war der Befehl zum Angriff erst 7 Uhr abends eingetroffen. Zum Sturm kam es also zu spät, die Kompanien entwickelten sich trotzdem und drangen aus dem Park des Schlosses von Chaulnes bei schon einbrechender Dunkelheit gegen Lihons vor. Im Heckengelände südlich des Dreieck-Waldes erhielt sie Feuer. Das Gefecht nördlich und südlich war erloschen. Das Bataillon blieb daher an dem erreichten Platze und suchte zunächst Verbindung und Aufklärung.
Das II. Bataillon wurde bei Nacht aus dem nächsten Feuerbereich an den Westrand des Dreieck-Waldes zurückgenommen. Es hatte so schwer gelitten, dass die Reste in zwei Kompanien zusammengefasst werden musste.
Am 25.09. hatte das III. Bataillon einen nicht weniger aufreibenden Tag zu bestehen gehabt. Früh 5 Uhr hatte es sich von Vermandovillers nach Westen bis in die Nähe eines kleinen Wäldchens ungefähr 1 Kilometer nördlich der Ferme Lihu verschoben, um von dort aus, am Westrand von Lihons vorbeigehend, im Verbande des 2. Infanterie-Regiments anzugreifen. Noch während des Marsches erhielt es aus naher Entfernung heftiges Infanteriefeuer und musste sich so gut als es ging, aus der geschlossenen Marschform teils im Kriechen, teils einzeln oder in Gruppen springend, entwickeln. Dies geschah zwischen 6 und 6.30 Uhr vormittags. Von da an war das II./16. Infanterie-Regiment in stehendem Feuergefecht an seinen Platz gebunden, während am „Sternwald“ (nordwestlich Vermandovillers) und vor Lihu der Kampf hin und her wogte.
Seine Verluste waren schwer; zwölf Stunden lang hatte es von drei Seiten feindliches Feuer ertragen müssen, ohne selbst die Möglichkeit gehabt zu haben, den Gegner wirksam zu fassen.“.
Begraben wurde Ludiwg Anzeneder auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.
Gerade weile ich für ein paar Tage im Kloster Engelthal in Altenstadt (Hessen). Einer meiner Spaziergänge führte mich zum Friedhof der Gemeinde. Davor befinden sich drei Denkmäler für die Soldaten der drei letzten Kriege. Heute habe ich mir das Denkmal für die Kämpfer und Gefallenen des Krieges von 1870/71 gegen Frankreich vorgenommen, um es hier vorzustellen.
Der Krieg von 1870/71 war der letzte Krieg, den Deutschland gewonnen hat. Er wurde mit Frankreich ausgefochten und führte letztlich zu Gründung des zweiten deutschen Reiches unter Kaiser Wilhelm I. Die Umstände der Reichsgründung sorgten allerdings dafür, dass der Friede eher brüchig war, was Frankreich betraf. Frankreich zu demütigen war ein Ziel des Sieges. So wurde das neue Kaiserreich der Deutschen nicht in Frankfurt ausgerufen, wie es vielleicht naheliegend gewesen wäre, sondern im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles. Dies war eigentlich der Platz, an dem die französischen Herrscher gekrönt wurden – ein besonders „heiliger“ Ort der französischen Nation – die Handlung also folglich eine besondere Demütigung.
Am Krieg nahmen aus Altenstadt (Hessen) teil:
W. Kaiser
M. Klarmann
J.A.Schüssler
J. H. Eberhardt
S. Kassel
P. Völzing
H. Weber
K. Rahn
F. Münch
K. Stahl
E. Büttner
J. Müller
F. Corvinus
H. Henrich
W. Thöt
J. W. Wagner
K. Altenburg
J. Lemp
J. Kress
Fh. Kress
H. Bökel
K. Karl
G. H. Emmerich
K. W. Finkernagel
In diesem Krieg fielen:
Leutnant W. Kullmann
K. Holzapfel
M. Fuld
Verwundet wurden:
A. Enders
Ch. Jung
P. Volk
Ph. Repp
E. Hofmann
Th. Münch
Das Denkmal für die Soldaten von 1870/71 in Altenstadt (Hessen)Das Denkmal für die Soldaten von 1870/71 in Altenstadt (Hessen)Das Denkmal für die Soldaten von 1870/71 in Altenstadt (Hessen)Das Denkmal für die Soldaten von 1870/71 in Altenstadt (Hessen)Die Altenstädter Soldaten von 1870/71Die Altenstädter Soldaten von 1870/71Die Widmungsinschrift des Denkmals von Altenstadt
Die Altenstädter gefallenen und verwundeten Soldaten von 1870/71
Der Wehrmann Martin Kronberger wurde am aus Loipfing, einem Ortsteil der Gemeinde Oberbergkirchen. Er war von Beruf Zimmermann. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist der Landwehr in der 4. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments und wurde mit dem Eisernes Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Nach 45 Monate im Krieg fiel er am 28.04.1918 während der Stellungskämpfe des Regiments bei Avricourt im Alter von 33 Jahren in der Nähe von Leintrey.
Das Grab von Martin Kronberger befindet sich auf dem Soldatenfriedhof Avricourt, Grab 178 .
Der Infanterist Ludwig Scheubeck war ein Bauerssohn aus Siedling, einem Ortsteil der Gemeinde Traitsching. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment (auf dem Sterbebild falsch als 23. bayerisches Infanterie-Regiment angegeben). Am 02.02.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren durch einen Granatbeschuss in den Vogesen.
Begraben wurde Ludwig Scheubeck auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach, Block 7, Grab 208.
Sterbebild von Ludwig ScheubeckRückseite des Sterbebildes von Ludwig Scheubeck
Der Landsturmmann Matthias (Volksbund: „Mathias“) Dieplinger war Knecht in Stalling, Palling. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 6. Kompanie des 26. bayerisches Infanterie-Regiment. Am 10.09.1916 fiel er im Alter von 29 Jahren durch Minenbeschuss in den Vogesen.
Matthias Dieplinger wurde auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach im Block 7, Grab 86 begraben.
Sterbebild von Matthias DieplingerRückseite des Sterbebildes von Matthias Dieplinger
Der theoretische Weg von Matthias Pallinger von seinem Geburtsort zu seinem Grab:
Der Infanterist Ludwig Seemüller stammte aus Hauserdörfl und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 18. Infanterie-Regiments. Am 07.05.1915 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Metzeral im Münstertal in den Vogesen.
Ludwig Seemüller wurde auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab beigesetzt.
Sterbebild von Ludwig SeemüllerRückseite des Sterbebildes von Ludwig Seemüller
Der theoretische Weg von Ludwig Seemüller von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:
Der Wehrmann Georg Knidlberger stammte aus Haubing, einem Ortsteil der Gemeinde Mettenheim in Bayern, und war der Sohn eines Mühlenbesitzers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie de 2. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 22.08.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren in den Vogesen durch Minenbeschuss.
Georg Kndidlberger liegt auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach im Block 2, Grab 196 begraben.
Sterbebild von Georg KnidlbergerRückseite des Sterbebildes von Georg Knidlberger
Ludwig Beck war der Sohn eines Landwirtes in Stocka. Auf dem Sterbebild ist zwar „Stockau“ angegeben, jedoch gehe ich davon aus, dass es sich um einen Druck- oder Übermittlungsfehler handelt. Die Druckerei, die das Sterbebild druckte, hatte ihren Sitz in Ergoldsbach. Stocka ist ein Ortsteil von Ergoldsbach).
Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in einer Gebirgsjägerdivision und nahm an den Feldzügen gegen Frankreich und Jugoslawien teil. Am 22.11.1941 wird er bei einem Gefecht mit einem russischen Spähtrupp bei Dubronsky durch einen Brustschuss getötet. Er wurde 23 Jahre alt und war zwei Jahre im Kriegsdienst gewesen.
Beim Volksbund existiert kein Eintrag über den Verbleib der sterblichen Überreste von Ludwig Beck.
Max Siedersberger war ein Bauer in Penk, als er als Soldat einberufen wurde. Er diente in der 10. Kompanie des 17. Reserve-Infanterie-Regiments, als er am 25.07.1918 im Einsatz schwer verwundet wurde. Er kam in ein Feldlazarett, wo er am 08.09.1918 mit 39 Jahren verstarb. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof Cambrai im Block 1, Grab 475 begraben. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse.