Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.520: Mathias Oberhuber

Der Soldat Mathias Oberhuber stammte aus dem bayerischen Ort Radlkofen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 12. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 22.03.1916 fiel er im Alter von 29 Jahren durch einen Granattreffer bei einem Sturmangriff während der Schlacht um Verdun im Wald von Malancourt bei der Erstürmung des Termitenhügels.

Über den Todestag und die Todesumstände von Mathias Oberhuber berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Während der Nacht zum 22.03. lag besonders auf dem Negerdorf und den rückwärtigen Linien schweres Artilleriefeuer, das sich gegen Morgen auch auf die Waldränder richtete. Die Verbände konnten unter diesen Umständen zu dem für den Nachmittag befohlenen Angriff auf die ostwärts des Waldes gelegene Höhe 280 nur unter den größten Schwierigkeiten neu gruppiert und angesetzt werden. In der Nacht 21./22.03. erfolgt die Ablösung des II./3. bayerisches Infanterie-Regiment durch III./3. bayerisches Infanterie-Regiment. Früh 1 Uhr begann die Übernahme der Stellungen und Posten im Stützpunkt vor dem östlichen Waldrand. Die Postenlinie von II./3. bayerisches Infanterie-Regiment beschrieb einen Halbkreis hart ostwärts des Waldrandes. Dieser Raum wurde mit Teilen der 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment und 10./3. bayerisches Infanterie-Regiment belegt, während 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment nördlich und 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment südlich davon am Waldrand bereitstanden und die der Angriffsgruppe zur Verfügung gestellte 4./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Unterstützung links rückwärts gestaffelt wurde. Eine Meldung des Führers der 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment von 9.30 Uhr vormittags gab Veranlassung, dass man nach weiteren Erkundungen gegen Mittag beim Bataillonsstab erkannte, dass die übernommene vordere Linie nicht die äußerste  (östlichen) Teile des Stützpunktes einschloss, sondern dass hier noch Franzosen steckten. Daraufhin vefahl der Bataillonsführer den äußeren Halbkreis sofort zu besetzen, oder, wenn dies nicht ohne weiteres möglich wäre, alle Vorbereitungen für die Inbesitznahme der vom Feinde besetzten Teile zu treffen.  Die abgesandten Patrouillen erhielten sämtlich aus nächster Nähe Infanterie- und Handgranatenfeuer. Dem Regiment wurde durch die Läuferkette gemeldet, in ein paar äußeren Teilen des Stützpunktes seien noch Franzosennester, die sich heftig zur Wehr setzten. Zur Vorbereitung der Wegnahme erbat das Bataillon Minenwerferfeuer auf einige näher beteichnete Punkte. Die Meldung und der Antrag wurden vom Regimentskommandeur weitergegeben. Er bekam den Bescheid, dass Minenwerferfeuer nicht dorthin gelenkt werden könne, was etwa 3 Uhr nachmittags an das Bataillon weitergegeben werden konnte. Nach den Meldungen, die der Regimentskommandeur am 21.03. vom Kommandeur II./3. bayerisches Infanterie-Regiment mündlich erhalten hatte, konnte er diesen „Schützennestern“ keine allzu erhebliche Bedeutung beimessen. Er gab daher Befehl, die Nester durch Stoßtrupps zu räumen. Die Durchführung erwies sich aber als unmöglich, zumal auch heftiges Artilleriefeuer auf dem Waldsaum lag. Zum Angriff waren rechts von der Gruppe des II./3. bayerisches Infanterie-Regiment, zwischen dieser und der rechten Flügeldeckung (1./3. bayerisches Infanterie-Regiment und Sch. Sch. Tr. 41) I. und III.6. bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment 13 eingeschoben worden. Diese bildeten eine eigene Gruppe unter Befehl des Kommandeurs 13. bayerisches Infanterie-Regiment. Hinter der Untergruppe III./3. bayerisches Infanterie-Regiment, der auch 4./3. bayerisches Infanterie-Regiment unterstellt war, sollte 2. und 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Staffel folgen. Das II./3. bayerisches Infanterie-Regiment befand sich als Brigadereserve in der früher ersten französischen Linie nahe am Mittelgesäumten. Die telefonischen Verbindungen kamen trotz der eifrigsten, unerschrockensten Tätigkeit der Fernsprechtrupps nur hie und da auf ganz kurze Zeit zustande, auch die Läuferketten arbeiteten in dem schweren Trommelfeuer nur unter den allergrößten Schwierigkeiten und hatten schwere Verluste. Mittags 12 Uhr hatte die links sich anschließende 11. Reserve-Division ihren Angriff auf die nordwestlich unserer Sturmausgangsstellung vom 20.03. noch in Feindeshand befindlichen starken Befestigungsgruppen auf den Höhen zwischen Malancourt und dem Wald von Malancourt angesetzt. Das Gelingen dieser Angriffe konnte erst die Grundlage schaffen für das Vorgehen dieser Division gegen Haucourt und Termitenhügel, dem sich dann der Angriff des linken Flügels der 11. Reserve-Division gegen die Höhen östlich des Waldes von Avocourt und des Waldes von Malancourt anschließen konnte. Unser Angriff sollte daher erst um 5.10 Uhr nachmittags losbrechen, 10 Minuten nach dem Wiederantreten der 11. Reserve-Division.

Als nun diese Zeit herannahte und die Säuberung des vor dem Waldsaum gelegenen Stützpunktes durch Stoßtrupps nicht gelungen war, ordnete der Regimentskommandeur an, dass sich zugleich mit dem Antreten zum Sturm Handgranatentrupps auf die Franzosennester zu stürzen und dass das in zweiter Linie folgende Halbbataillon (2. und 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment) sie sich etwa noch zur Wehr setzenden Widerstandsnester zu überwältigen habe. Die schwierigste, unter den gegebenen Verhältnissenen geradezu unausführbare Aufgabe fiel aber der 9. Kompanie zu. Sie sollte aus einem einspringenden Teil der Stellung zwischen einem starken Befestigungssystem, das der rechte Flügel der 11. Reserve-Division hätte wegnehmen sollen, das aber noch von den Franzosen besetzt war, und dem von den Franzosen wieder besetzten Stützpunkt vor II./3. bayerisches Infanterie-Regiment hindurch Grabenstücke an dem von der Höhe 280 gegen den Wald herunter abfallenden Hang stürmen, die das Angriffsfeld des 3. bayerischen Infanterie-Regiments und des bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 13 von links her flankierten. Schon die Erkundung, ob die Wegnahme des links von ihr liegenden Verteidigungssystems durch die anschließende 11. Reserve-Division gelungen sei. kostete der Kompanie zwei tüchtige Offiziere.

Pünktlich mit den übrigen Sturmtruppen tritt die Kompanie an, muss sich aber naturgemäß zunächst gegen die beiden Flankierungen wenden, von denen allmälich die linke durch den Angriff der 11. Reserve-Division einigermaßen niedergehalten wird. Dagegen kommt die 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment nicht am Stützpunkt vorbei und greift daher die dortigen Widerstandsnester an. Die übrigen Kompanien von III./3. bayerisches Infanterie-Regiment dringen – wie befohlen – unter Niederhaltung dieser Franzosennester teils durch, teils rechts vom Stützpunkt vorbei auf dem unteren Hang der Höhe 280 vorwärts. Da verstärkt sich gegen 5.30 Uhr der Widerstand des Feindes hinter ihnen. Es erscheinen mehrere neue Maschinengewehre im Stützpunkt und feuern ihnen in den Rücken. Ferner bekommen sie von den von Westen nach Osten auf die Höhe hinauf laufenden Schützengräben, längs dessen die 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment im Verein mit dem rechten Flügel des 10. Reserve-Infanterie-Regiments (der 11. Reserve-Division) hätte vordringen sollen, Flankenfeuer. Das frontale, vor allem aber das von rechts und rechts rückwärts – also von der Gegend des Hermont – her fegende Artilleriefeuer erreichte unbeschreibliche Heftigkeit. Trotzdem stürmten schwache, führerlose, gelichtete Häuflein bis auf die Höhe, Teile von 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment sogar darüber hinaus in einen feindlichen Graben an der Straße Haucourt – Esnes vor, ohne seitens der zermürbten feindlichen Besatzung, die sich zum Teil ergab, mehr nennenswerten infanteristischen Widerstand zu finden; aber sie fanden auch keinen Anschluss, weder nach rechts noch nach links. Auch von hinten kam nichts mehr nach, da man noch um den Stützpunkt rang. Trotzdem hielten sich diese tapferen Gruppen unter Aufbietung fast unmenschlicher Willenskraft und unter schweren Verlusten in der Hölle, des von allen Seiten her tobendenen Artillerie- und Maschinengewehr-Feuers noch eine zeitlang und gingen erst bei einbrechender Dämmerung, ein kleines tapferes Häuflein der 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment sogar erst am nächsten Morgen, allmählich wieder auf den Waldsaum zurück. Das Bataillon gab Befehl, die Linie am Waldsaum wieder zu besetzen. Die Führer boten alles auf, in der Dunkelheit und in dem fürchterlichen Trommelfeuer, die Truppe einigermaßen zu ordnen. Das zwischen 7 und 8 Uhr abends am Waldsaum mit Teilen eintreffende II./3. bayerisches Infanterie-Regiment gibt den nötigen Rückhalt. Die völlige Erschöpfung der durch schwere Verluste geschwächten und vollkommen durcheinander geratenen Truppe, die Dunkelheit, das flankierende feindliche Trommelfeuer und das Fehlen jeder frischen Reserve verbot ein erneutes Ansetzen des Sturmnes, zumal man erfuhr, dass bei dem rechts anschließenden 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment die Lage die Gleiche war. Die Verbände wurden im heftigsten Artilleriefeuer, so gut es eben ging, geordnet und die feindliche Besatzung im Stützpunkt  nun endgültig überwältigt. Dierbei wurden ein französischer Stabsoffizier, mehrere andere Offiziere und über 200 Mann als Gefangene eingebracht. Jetzt fand sich auch des Rätsels Lösung. Die Gefangenenaussagen ergaben, dass die Franzosen (vom 105. Linien-Infanterie-Regiment) den Stützpunkt erst in der Nacht zum 22.03., also während der Ablösung des II.3. bayerisches Infanterie-Regiment durch III.3. bayerisches Infanterie-Regiment , in seinen damals von uns nicht besetzten östlichen Teilen von Bethincourt her mit einem halben Bataillon wieder besetzt hatten. Die Meldungen, die der Regimentskommandeur am 21.03. mittags von dem Führer des II.3. bayerisches Infanterie-Regiment persönlich entgegengenommen hatte, fanden also damit ihre volle Bestätigung.

Eine teuflische Verkettung ungünstiger Umstände haben an diesem Tage das Regiment um den schon beinahe errungenen Siegespreis gebracht; aber besiegt war es nicht und fühlte es sich auch nicht, wenn auch die Nervenkraft von manchem tapferen Soldaten unter den fürchterlichen Eindrücken des konzentrisch gegen das vorspringende Waldstück zusammengefasstn und insbesondere den Ostrand der Länge nach bestreichenden feindlichen Artilleriefeuers zu erlahmen drohte. Als Ganzes aber hielt das Regiment durchaus die Fahne hoch, ein angreifender Feind wäre zweifellos an dem Eckpfeiler des Waldes von Avocourt zerschellt. Er fand aber nicht die Kraft zum Gegenangriff, nur seine Feuerschlünde tobten weiter, zerfetzten den Wald, zerschlugen die festen Unterstände und verwandelten im Verein mit den mehrmals niederbrasselten heftigen Regengüssen das Grabengewirr in ein Schlammlabyrinth, in dem Tote und Verwundete buchstäblich versanken. Der Tag hatte dem schon von den beiden vorhergehenden Tagen zusammengeschmolzenen Regiment 405 Mann gekostet, davon 55 tot. Gegen Morgen des 23.03. löste ein Halbbataillon der in der Nach vorgezogenen Divisionsreserve II.713. bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment die Stützpunktbesatzung am Ostrand des Waldes ab. 2. und 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment  wurden als Brigadereserve in die frühere vordere französische Linie nahe des Mittelgeräumtes gezogen. 4.3. bayerisches Infanterie-Regiment  wird als Regimentsreserve hart nördlich an das Negerdorf beordert. Die rechte Flügelgruppe bleibt an der alten Stelle. II. und III.3. bayerisches Infanterie-Regiment  halten den Waldsaum südlich des Stützpunktes, Front nach der Höhe 280 besetzt. Der 8.10 Uhr morgens ankommende Brigadebefehl von 6.30 Uhr morgens befiehlt Festhalten und Ausbau der eingenommenen Stellungen“

Offiziell ist für Mathias Oberhuber keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass seine sterblichen Überreste, sofern nach dem Granattreffer noch Überreste vorhanden waren, diese anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye beigesetzt wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Ersatz-Reservist Joseph Hohenleitner, gefallen gefallen 21.03.1916  im Wald von Malancourt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab;
  • Gefreiter Michael Hiller, gefallen 21.03.1916 im Wald von Malancourt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab;
  • Infanterist Ludwig Viehbeck, gefallen 12.03.1916 bei Montfoucon, begraben auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab;
  • Infanterist Peter Eberhardt, gefallen 12.03.1916 bei Montfoucon, begraben auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Mathias Oberhuber
Rückseite des Sterbebildes von Mathias Oberhuber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.513: Simon Ostermaier

Simon Ostermaier – eigentlich Ostermeier – stammte aus dem bayerischen Ort Sillertshausen und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Jäger-Bataillons. Am 15.12.1914 fiel er im Alter von 31 Jahren während der Dezemberschlacht im französischen Flandern bei Warneton.

Man begrub Simon Ostermaier auf dem Soldatenfriedhof Langemark in einem Massengrab.

Sterbebild von Simon Ostermaier
Rückseite des Sterbebildes von Simon Ostermaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.511: Johann Schmid

Der Soldat Johann Schmid stammte aus der bayerischen Stadt Olching und war der Sohn eines Fabrikarbeiters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.05.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Thelus durch einen Minentreffer.

Man begrub Johann Schmid auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Olching gedenkt noch heute Johann Schmid auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/olching_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Schmid
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schmid

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.509: Jakob Müller

Der Soldat Jakob Müller stammte aus Bertoldsheim, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rennertshofen, und war Zimmermann von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 19. bayerischen Pionier-Kompanie. Am 23.03.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 38 Jahren bei Malancourt vermutlich bei den Kämpfen rund um die Höhe 304.

Man begrub Jakob Müller auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in ienem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Rennertshofen gedenkt Jakob Müller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/rennertshofen-bertoldsheim_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Jakob Müller
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Müller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.507: Gregor Seidenschwarz

Der Soldat Gregor Seidenschwarz wurde am 08.05.1880 in Buch geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolnzach. Er war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 12.12.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren in der Nähe von Beaurains bei Arras.

Man begrub Gregor Seidenschwarz auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Gregor Seidenschwarz
Rückseite des Sterbebildes von Gregor Seidenschwarz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.506: Franz Xaver Burger

Der Soldat Franz Xaver Burger stammte aus der bayerischen Stadt Wolfratshausen und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der Landsturm-Hilfsdienst-Kompanie der 8. bayerischen Reserve-Division als Armierungssoldat. Am 22.07.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Münster im Elsass.

Man begrub Franz Xaver Burger auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Franz Xaver Burger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Burger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.503: Ludwig Ernst

Der Soldat Ludwig Ernst wurde am 28.07.1885 in Linden in Bayern als Sohn eines Brunnenmachers geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments als Landsturmmann und Infanterist. Er wurde mit dem bayerischen Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 23.03.1918 fiel er im Alter von 33 Jahren an der Westfront während der letztenm Kämpfe rund um Arras bei Saint-Léger durch einen Granattreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ludwig Ernst berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Dritter Angriffstag, 23.03.1918

Als daher am nächsten Morgen nach 4 Uhr der Befehl eintraf, dass das 10. Infanterie-Regiment nach kräftiger Artilleriefeuervorbereitung den Park und den Ort Saint-Léger wegzunehmen habe, da wurden wir beim Regiment mit der Bitte vorstellig, es müsste doch Saint-Léger sofort besetzt und das Artilleriefeuer gegen den Engländer am Bahndamm verlegt werden. Obwohl das Regiment nach eingehender Schilderung der Lage mit dem Hinweis, dass sich bereits Patrouillen vom III./10. in der Ortschaft befänden, sofort alle Schritte unternahm, um das geplante Artilleriefeuer zu verhindern, kam doch der uns unverständliche Befehl: „Der Park und Ort Saint-Léger sind zu räumen; das bereits befohlene Artilleriefeuer kann nicht mehr rückgängig gemacht werden!“ Und so mussten wir von 6.40 Uhr bis 7.10 Uhr vormittags zusehen, wie die eigene Artillerie auf den vom Feind geräumten Ort und den Park stärkstes Wirkungsfeuer abgab, wo doch dieses Feuer so notwendig gegen den Bahndamm, wo sich die Engländer einnisteten, hätte gelenkt werden sollen. Nachdem das II. und I./10. sich nach Einstellung des Feuers überzeugen konnten, dass Park und Ort vom Feinde frei waren, sammelte das Regiment befehlsgemäß an dem Wegekreuz 1.200 Meter nördlich des Bahnhofes von Saint-Léger und hatte sich dort zur Verfügung der Brigade zu halten.

Inzwischen wurde das 6. und 13. Infanterie-Regiment in das 1. Treffen vorgezogen und ihnen der Angriff auf den Bahndamm Saint-Léger – Boyelles befohlen. Die Regimenter kamen aber wegen starken, flankierenden Maschinengewehrfeuers nur schwer vorwärts; allmählich wurde aber der Angriff gut vorgetragen, bis auch der frontale Widerstand Halt gebot. Eigene Artillerieunterstützung fehlte fast vollkommen, die heute morgen verschwendete Munition wäre hier sehr erwünscht gewesen. Obwohl ½ II./10. und 2. Maschinengewehr-Kompanie auch noch dem 13. Infanterie-Regiment zur Verfügung gestellt wurden, kam der Angriff doch nicht mehr vorwärts, da die artilleristische Gegenwehr und das flankierende Maschinengewehrfeuer vom Bahndamm Saint-Léger – Boyelles und aus der Judas-ferme die entgegen der Mitteilung der Brigade noch nicht genommen war, sich zu sehr verstärkte und eigene Artillerieunterstützung mangelte.

Das 10. Regiment lag auf der Höhe nördlich Saint-Léger, dicht gedrängt in schmalen Gräben ohne Unterstände, stundenlang dem feindlichen Artilleriefeuer ausgesetzt, das aber wunderbarerweise keine Opfer forderte. Von hier aus konnten wir dem Angriff der beiden Regimenter zusehen, konnten die Schneid unserer wackeren Kameraden bewundern, die trotz schwerstem feindlichen feuer immer wieder vorgingen, aber leider ihr Ziel nicht erreichen konnten. Es war unter diesen schweren Kämpfen Abend geworden. Das 10. Infanterie-Regiment musste nun aus seiner bisherigen Bereitstellung heraus und zum Schutze der linken Flanke längs des Weges Saint-Léger – Boiry-Bequerelles Aufstellung nehmen. Diese Bewegung wurde sofort eingeleitet, fand aber dann einige Verzögerung durch einen sehr starken, englischen Artilleriefeuerüberfall. Die Aufstellung des Regiments während der Nacht war: Nördlich I./10., daran anschließend nach links bis zur Mühle Saint-Léger III./10., von dort bis Saint-Léger II./10. Die Maschinengewehr-Kompanie und die 9./10. wurden zur Besetzung der Tiefenzone ausgeschieden. Im Allgemeinen verlief die Nacht ruhig. Durch ständige Patrouillen, bei denen sich besonders Offiziersstellvertreter Raucheisen der 11./10. durch seine klaren, eingehenden Meldungen auszeichnete, wurde die Fühlung mit dem Feind aufrecht erhalten. Die Meldungen besagten, dass der Bahndamm und die Judas-Ferme von Engländern noch besetzt waren.“

Man begrub Ludwig Ernst auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Ludwig Ernst
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Ernst

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.501: Ernst Küspert

Der Soldat Ernst Küspert wurde am 12.08.1882 in Poppenlauer geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Maßbach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant und Kompanieführer  in der 10. Kompanie des 19. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.09.1914 fiel er im Bois d’Ailly in der Nähe von Saint-Mihiel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ernst Küspert berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 26. September steht das Regiment in der am 25. eingenommenen Stellung, und zwar mit dem I. Bataillon im Anschluss an das 11. regiment beiderseits des Sträßchens, das von der Straße Apremont – Saint-Mihiel nach Ailly führt mit Sicherung an der Maas; das III. Bataillon im Bois d‘ Ailly, von der großen Schneise bis zur Ferme Denexiéres; das II. Bataillon an der großen Straße bei Punkt 362.

1. und 8. Kompanie, die am Abend des 25. September als Brigadereserve nach Woinville gezogen worden waren, wurden dem 7. Infanterie-Regiment zu einem Feuervorstoß gegen das Bois Brûlé zur Verfügung gestellt. Der Feind hatte ohne ernstlich daran verhindert worden zu sein, von Süden her stärkere Kräfte allmählich in den Wald vorgeschoben und stand dem 7. Infanterie-Regiment im Bois Brûlé und beiderseits der Louviérestraße auf nächste Entfernung gegenüber, vor dem Abschnitt des 19. Infanterie-Regiments hielt er den Nordteil des Bois Mullot besetzt.

Da das Regiment einen Abschnitt von zirka 4 Kilometer zu decken und einen feindlichen Durchbruch unter allen Umständen zu verhindern hatte, war eine Dreiteilung nicht mehr möglich, die Ablösung der vordersten Sicherungsglieder musste von den Bataillonen bzw. Kompanien selbst durchgeführt werden.“

Dabei wurde Ernst Küspert getötet.

Man begrub Ernst Küspert auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Poppenlauer gedenkt Ernst Küspert noch heute auf einem Dernkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/poppenlauer_gde-massbach_lk-bad-kissingen_1866_70-71_wk1_wk2_bay.html

Todesanzeige für Ernst Küspert

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.498: Max Schleicher

Der Soldat Max Schleicher wurde am 04.08.1896 in Merlach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Seßlach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 467. Infanterie-Regiment.. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 26.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren in der Kaiserschlucht hinter dem Dorf Hamelincourt südlich von Arras.

Man begrub ihn zunächst bei dem Dorf Hamelincourt – Moyenneville auf einem Feldfriedhof. Dieser Friedhof wurde nach dem krieg aufgelöst und die Gefallenen auf zentralen Sammelfriedhöfen umgebettet. Gebeine aus Gräbern, die nicht mehr zuordbar waren, wurden anonym in einem Massengrab beigesetzt. Es könnte sein, dass die Gebeinde von Max Schleicher auf den Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast überführt wurden. Dort bettete man viele Soldaten aus Hamelincourt um.

 

Sterbebild von Max Schleicher
Rückseite des Sterbebildes von Max Schleicher

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.496: Karl Bock

Der Soldat Karl Bock wurde am 01.10.1880 in der bayerischen Gemeinde Wieseth geboren. Er war in Nürnberg Volksschullehrer. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberleutnant der Reserve und Kompanieführer der 10. Kompanie des  21. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 10.10.1914 fiel er im Alter von 34 Jahren im Bois Brûlé bei Saint-Mihiel. Er hinterliß eine Ehefrau und einen kleinen Sohn.

Man begrub Karl Bock auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab.

Noch heute gedenkt man in seiner Heimatstadt Nürnberg Karl Bock in einem Gedenkbuch: http://www.denkmalprojekt.org/2009/gb_nuernberg_wk1_b2.htm

Todesanzeige von Karl Bock