Sonderbeitrag: Carl Witkop

Der Soldat Carl Witkop (Verlustliste & Regimentsgeschichte: Karl Moritz Wittkop) stammte aus der hessischen Stadt Braunfels und lebte in der Nachbarstadt Weilburg an der Lahn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel (Verlustliste: Unteroffizier) in der 11. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 27.09.1914 fiel er in Frankreich an der Somme. Er wurde bei Fresnoy getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Carl Witkop berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Der nächste Mittag (27. Sept.) brachte wieder einen Angriffsbefehl. Es sollte sofort gegen Fresnoy angetreten werden. Der Angriff sollte das weiter rechts vorgehende XXI. A.K. entlasten. Aber er war bei dem Mangel an jeglicher Vorbereitung zur Aussichtslosigkeit verurteilt. Gleich der Anfang zeigte dies: Der linke Flügel des II. Batls. konnte infolge rasenden Feuers aus der linken Flanke, wo der Gegner noch bei Waucourt lag, nicht aus dem Graben herauskommen. So sprang gegen 3 Uhr nachm. nur das III. Batl. zusammen mit dem II./117 aus der Deckung und stürmte gegen die Route nationale Roye—Péronne vor. Trotz heftigen Feuers erreichten sie die Straße. Aber diese lag unter so starkem Artilleriefeuer, daß man sie nicht überschreiten konnte. Zwar gelang dem III. Batl. und einer Abteilung des II. die Wegnahme der Ferme de l’Abbaye, aber weiter war nicht vorzukommen, da die linke Flanke vollständig offen lag. Die Bataillone blieben also vor der Straße liegen. Auch die Truppen des XXI. A.K. gingen rechts nicht weiter vor, schickten vielmehr die Meldung, daß der beabsichtigte Zweck ihres Scheinangriffs erreicht sei. Deswegen wurden bei Einbruch der Dunkelheit die vor der Straße liegenden Kompagnien wieder in die Ausgangsstellung zurückgenommen. Leib- und 3. Komp. wurden wegen der Länge des Abschnitts zwischen dem II. und III. Batl. eingeschoben. Der Feind blieb während der Nacht jenseits der großen Straße, so daß die Krankenträger der Bataillone und der Sanitätskompagnie das Vorgelände nach Verwundeten absuchen konnten. An Offizieren wurden in diesen Kämpfen vor Gruny Lt. Bertermann, Clar, Schäfer und Spangenberg verwundet.

Die zwei folgenden Tage brachten keine Veränderung der Lage. Nächtliche Patrouillen meldeten eifriges Schanzen des Gegners am Bahndamm Roye—Chaulnes. Starker Gefechtslärm links ließ auf schwere Kämpfe der Regimenter 115 und 118 und der 21. I.D. schließen. Am 29. lag das III. Batl. rechts, das I. links in der Stellung vor Gruny, das II. als Reserve in Sept Fours. Da eröffnete gegen Mittag unsere Artillerie ein heftiges Feuer auf den Bahndamm und das Dorf Fresnoy. Die Infanterie horchte auf. Sie war für solche Dinge feinhörig geworden. So kam der Angriffsbefehl am 30. nicht unerwartet. Um 2 Uhr nachm. hieß es: Fresnoy ist anzugreifen, bis 4 Uhr nachm. soll der Bahndamm überschritten sein. Das Regiment gab hierzu folgenden Befehl: „In vorderer Linie geht das I. Batl. (links) und das II./117 (rechts) vor; Trenungslinie beider Bataillone ist der Weg Crémery—Fresnoy. Das III. Batl. folgt hinter der Mitte, das II. bleibt mit zwei Bataillonen des I.R. 117 als Divisionsreserve in Thilloy.“

Gegen 3 Uhr nachm. traten die beiden vorderen Bataillone an; unser I. Batl. hatte die 3. und 4. Komp. vorn, dahinter die 2., die Leibkompagnie in dritter Linie. Wieder überschüttete die feindliche Artillerie die vorgehenden Schützenwellen an der großen Straße, besonders in der Nähe der Ferme, mit einem Hagel von Geschossen, die von Roye her prasselnd durch die hohen Baumriesen fegten und sie wie Streichhölzer knickten. Aber diesmal gelang es, die Straße zu überschreiten. Auch das vom Bahndamm her einsetzende Infanteriefeuer konnte, so höllisch es durch die Lüfte pfiff, die Kompagnien in ihrem Anlauf nicht aufhalten. In schnellen Sprüngen arbeiteten sich die vorderen Wellen an den Gegner heran und stürmten den Bahndamm. Es war 4 Uhr nachm. Aber jenseits des Bahndamms wollte es nicht mehr vorwärts gehen. Der Dorfrand von Fresnoy war wie eine Festung ausgebaut und stark besetzt und die Gefechtsstärke unserer Kompagnien so gering. Alles mußte auf freiem Felde liegenbleiben und auf Unterstützung warten. Inzwischen war das II. Batl. mit dem III./117 von Thilloy nach Crémery vorgerückt, während sich das III. Batl. aus seiner Stellung bei Gruny auf das brennende Fresnoy vorarbeitete, um dem I. Hilfe zu bringen. Gleichzeitig eilte auch das I./117 seinem II. Batl. zu Hilfe. Die Nacht war bereits heraingebrochen, als diese beiden Bataillone in der vorderen Linie einschwärmten. Auch sie hatten sich erst durch starkes Artilleriefeuer und vom Bahndamm ab durch den Kugelregen durcharbeiten müssen. Nach nochmaliger starker Artillerievorbereitung wurde um 11.30 nachm. zum Sturm angetreten. Die brennenden Häuser wiesen den Angreifern den Weg. Gleichzeitig mit den vier Bataillonen der Regimenter 116 und 117 lief von Nordosten aus der Richtung von Liancourt her ein Bataillon des I.R. 70 gegen das Dorf an. Der Sturm glückte glänzend. Überall wurden die feindlichen Stellungen unter gellendem Kriegsgeschrei im Bajonettangriff genommen, wobei es an vielen Stellen zu verzweifeltem Nahkampf kam. Sofort stießen die Kompagnien durch die gespenstisch erleuchteten Straßen dem fliehenden Gegner nach bis zum Westrand des Dorfes. Hier machten sie halt. Es war um Mitternacht. Eiligst wurden die völlig vermischten Verbände, so gut es ging, geordnet. Dann wurden den einzelnen Bataillonen ihre Verteidigungsabschnitte zugewiesen. Und dann Spaten raus! Das I. Batl., rechts an I.R. 117 angelehnt, hob einen Graben zwischen den Wegen Fresnoy—Parvillers und Fresnoy—Damery aus; das III. baute links anschließend seine Verteidigungsstellung bis zu dem Wege Fresnoy—Goyencourt. Zur größeren Sicherheit wurde die M.G.K. an den Ostrand von Fresnoy vorgezogen. Da die 12. Komp. am linken Flügel des Regiments bis zum Morgen keinen Anschluß nach der Flanke fand, drohte an diesem Punkte eine Zeitlang die Gefahr eines Rückschlags. Aber der Vorstoß, den der Gegner beim Morgengrauen aus Damery heraus machte, war mit zu schwachen Kräften angesetzt und konnte daher leicht zurückgewiesen werden.“

Die Lage des Grabes von Carl Witkop ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Carl Witkop im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Wilhelm Feller

Der Soldat Wilhelm Feller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 112. Infanterie-Regiments. Am 21.08.1914 (Regimentsgeschichte und Volksbund: 20.08.1914) fiel er während der Kämpfe in Lothringen nahe der Ortschaft Saarburg (französisch: Sarrebourg).

Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Feller berichtet die Regimentsgeschichte des 112. Infanterie-Regiments:

„20. August: Allgemeine Lage: Der Feind war der ausweichenden 6. Armee nur langsam und zögernd gefolgt. Um Klarheit zuschaffen, ob ein feindlicher Hauptangriff durch Lothringen bevorsteht, entschließt sich der Führer der 6. Armee mit 6. und links anschließender 7. Armee zum Angriff überzugehen. 9:15 vorm. entwickelt sich das Regiment zum Angriff. RechterFlügel geht auf Kapelle südlich Saarburg, linker Flügel auf Kirchturm Bühl. Es sind eingesetzt: rechts III., links II., I. folgt hinterder Mitte. Beim Ueberschreiten des Bahndammes ostwärts Saarburg erhalten die Kompagnien Infanteriefeuer aus Richtung Riedinger Bahnhof. Der Angriff geht zunächst durch den Wustholz Wald durch und dann gegen Bühl. 1:45 ist der Ort Bühl, den der Feind heftig verteidigte, genommen und 100 Gefangene gemacht. Mit neugeordneten Verbänden steht das Regiment 3:00 nachm. am Westrand Bühl, die Reserve am Nordausgang des Ortes. Gegen 5:30 nachm. geht der Angriff auf die Höhen südlich Saarburg weiter. Der rechte Flügel des Regiments an der Straße Bühl, Saarburg erhält heftiges Infanteriefeuer aus den Kasernen und Friedhof Saarburg. 2 Kompagnien des Reserve-Bataillons werden am rechten Flügel eingesetzt, der Angriff geht langsam weiter. UmSaarburg wird vom I. Bahr. A.K. noch hart gekämpft. Endlich ist Saarburg genommen, die feindliche Infanterie geht hinter die Höhen südlich Saarburg zurück. Das Regiment erhält 6:40 nachm. den Befehl sich hinter der Höhe dicht südlich Saarburg zu sammeln. Während des Sammelns erfolgt ein feindlicher Gegenangriff vom Mückenhof und dem Rhein-Marne-Kanal her, der unter schwerenVerlusten für den Feind abgewiesen wird. Die Nacht verbringt das Regiment auf dem Sammelplatz. Auf der ganzen Linie zwischen Metz und den Vogesen waren die Franzosen geworfen. Die 6. und 7. Armee setzen am folgenden Tagdie Verfolgung fort.“

Man begrub Wilhelm Feller auf dem Soldatenfriedhof Plaine-de-Walsch in Grab 39.

Die Todesanzeige für Wilhelm Feller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Willi Fink

Der Soldat Willi Fink stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Granadier in der 9. Kompanie des 2. Garde-Reserve-Regiments. Am 17.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Willi Fink auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 2, Grab 1.319.

Todesanzeige für Willi Fink im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Friedrich Happel

Der Soldat Friedrich Happel wurde am 18.11.1893 in Hausen geboren, einem Ortsteil der hessischen Stadt Pohlheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier und Schreiber im Generalkommando des XVII. Armee-Korps, wobei er eigentlich in der 2. Kompanie des 132. Armierungs-Bataillon diente, vermutlich jedoch auf Krankheitsgründen in das Generalkommando abgeordnet wurde. Am 04.08.1916 verstarb er im Alter von 22 Jahren im Reserve-Lazarett II. in Erfurt, Abteilung Gutenbergschule, an einer Krankheit.

Man überführte Friedrich Happel in die Heimat. Dort wurde er in seiner Heimatstadt in seinem Heimatort begraben. Bei meinem Besuch am 05.06.2026 stellte ich fest, dass sein Grab nicht mehr existiert.

Todesanzeige für Friedrich Happel im Gießener Anzeiger
Todesanzeige des Turnverein Hausen und Gesangsverein Hausen für Friedrich Happel im Gießener Anzeiger
Auf diesem Denkmal gedenkt man Friedrich Happel noch heute in Pohlheim-Hausen
Auf dieser Gedenkplatte am Denkmal in Pohlheim-Hausen ist Friedrich Happels Name verzeichnet
Der Name und der Todestag von Friedrich Happel auf dem Denkmal in Pohlheim-Hausen

Sonderbeitrag: Albert Krombach

Der Soldat Albert Krombach stammte aus Launsbach, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Füsilier in der 10. Kompanie des Garde-Füsilier-Regiments. Am 16.10.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren in der heutigen Ukraine am Narajowka durch ein Artillerie-Geschoss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Albert Krombach berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-Füsilier-Regiments:

Punkt 6 Uhr vorm. des 16. Okt. setzte das feindliche Artilleriefeuer in noch stärkerem Maße wie tags zuvor ein und steigerte sich bald zu bisher noch nicht gekannter Heftigkeit. Verschiedenfach bis zu unserem Drahtverhau vorfühlende russische Patrouillen wurden vertrieben oder abgeschossen. Hindernisse und Gräben waren vollständig zerstört. Um 1 Uhr hörte das Artilleriefeuer auf, eine unheimliche Stille herrschte; 1.45 Uhr setzte es plötzlich von neuem wie rasend wieder ein. Um 2 Uhr brach es wie mit einem Schlage ab und es erfolgte ein Massenangriff der russischen Infanterie, der restlos durch das wieder vorzüglich einsetzende Sperrfeuer der Artillerie und Minenwerfer, sowie durch die Graben= besatzung und M.G. abgewiesen wurde. Bei der 10. Komp. eingedrungenen Feind warf ein schneidig ausgeführter Gegenstoß des Hand= granatentrupps und der Komp. wieder hinaus. Um 3 Uhr begann plötzlich wieder stärkstes Artilleriefeuer, das sich um 3.30 Uhr zu außer= ordentlichem Trommelfeuer steigerte. Als die Artillerie ihr Feuer nach hinten verlegte, stürmte die russische Infanterie abermals in Massen vor, besonders gegen die 5. Komp., wo sie den Durchbruch erzwingen wollte. Sechsmal rannten die Russen mit größter Heftigkeit gegen die Stellung des Regiments an, dreimal drangen sie bei der 12. Komp. ein, um nach kurzer Zeit von der Besatzung unter Führung des Lt. d. Res. Bergmann jedesmal wieder hinausgeworfen zu werden. Alle wütenden Angriffe scheiterten teils vorm, teils im Graben. Als der Feind nach dem letzten vergeblichen Ansturm durch das Feuer aller Waffen abgewiesen in seine Ausgangsstellung zurückflutete, sprang Vizefeldwebel Dietrich 5. Komp. mit seinem Zuge, dem sich die 10. Komp. sofort anschloss, vor, folgte den fliehenden Russen und stürmte mit Handgranaten den feindlichen Graben; bald darauf starb er, von einem russischen M.G.=Geschoß getroffen, den Heldentod; Ehre dem Andenken dieses Helden der Narajowka! Sofort schloss sich das ganze II. Batl. an und drang in die russischen Gräben ein. Die 5. Komp. unter ihrem tapferen Führer Lt. d. Res. Warnick und zwei Züge der 6. Komp. stießen über die Gräben hinaus bis zur Höhe 310, der 3. Zug der 6. Komp. rollte den vor der 7. liegenden russischen Graben, ihn aus der rechten Flanke fassend, nach dem Folw. Piakowa zu auf. In diesem Augenblick griff feindliche Infanterie die 7. Komp. an, wurde aber niedergemacht oder gefangen genommen. Die Kompagnie ging dann mit dem 3. Zuge der 6. Komp. über Piakowa bis zum Südwestrande des Swistelniki=Waldes vor, alle russischen Gräben auf dem Wege dorthin mit Handgranaten säubernd. Hierdurch in den Rücken der westlich Piakowa liegenden feindlichen Linie gelangt, wurden die hier befindlichen Russen in großer Zahl dem noch in seiner Stellung befindlichen Gren.= Regt. 9 in die Arme getrieben. Auch dieses Regiment drang nun bis Piakowa vor, besetzte aber später, um nicht dem Flankenfeuer von der noch in Feindeshand befindlichen Höhe 345 ausgesetzt zu sein, seine alte Stellung wieder, weshalb G.F.R. den linken Flügel seiner neu ge= wonnenen Linie zurückbiegen musste. Folw. Piakowa und Höhe 310 gerieten wieder in die Hand der Russen. Von 3.50 nachm. ab flaute das feindliche Artilleriefeuer allmählich ab und verstummte schließlich ganz. Mit Eintritt der Dunkelheit trat Ruhe ein. Während der Nacht wurde eine neue Linie unter Benutzung alter russischer Gräben ausgehoben, die alte wiederhergestellt. Das Reserve=Batl. (I.) besetzte, als die neue Stellung eingenommen war, die alte Linie mit zwei Kompagnien und gab zwei dem L.I.R. im Jägerwalde für 24 Stunden ab.

Die Beute des Regiments betrug an diesem Tage 21 Offiziere, 927 Mann gefangen, 10 M.G., 3 Minenwerfer; allein vor der Stellung der 9. Komp. lagen am Abend über 300 tote Russen.

Die Lage des Grabes von Albert Krombach ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Albert Krombach im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Adolf Herbst

Der Soldat Adolf Herbst stammte aus der hessischen Stadt Gernsheim und war Student der Rechtswissenschaften (stud. jur.). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 2. Batterie des 241. Feldartillerie-Regiments. Am 30.07.1916 fiel er in der heutigen Ukraine am Stochod.

Die Lage des Grabes von Adolf Herbst ist unbekannt.

Die Todesanteige der Burschenschaft Germania für Adolf Herbst im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Heinrich Laval

Der Soldat Heinrich Laval stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Sanitäts-Unteroffizier in der 1. Kompanie des 223. Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der Hessische Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am 03.08.1916 verstarb er nach schwerer Verwundung im Alter von 30 Jahren.

Im Juli 1916 war das Reserve-Infanterie-Regiment 223 (RIR 223) als Teil der 48. Reserve-Division an der Ostfront im heutigen Westen der Ukraine (damals Galizien) eingesetzt.

Das Regiment stand mitten im Abwehrkampf gegen die massive russische Brussilow-Offensive.

Die Frontlage im Juli 1916
Nachdem das Regiment im Jahr 1915 an den verlustreichen Kämpfen in den Karpaten und der nachfolgenden Gorlice-Tarnów-Offensive teilgenommen hatte, wechselte es ab Spätsommer 1915 in den Stellungskrieg in Ostgalizien.

Einsatzraum: Das Regiment hielt Stellungen im Bereich der Flüsse Strypa und Sereth (westlich von Ternopil).

Der Rückzug: Unter dem enormen Druck der russischen Verbände im Zuge der Brussilow-Offensive mussten die deutschen Einheiten im Laufe des Sommers 1916 ihre vordersten Linien aufgeben. Das RIR 223 war im Juli in schwere, wechselvolle Abwehr- und Rückzugskämpfe verwickelt.

Die Auffanglinie: Die Division zog sich kämpfend nach Westen auf die Verteidigungslinien an der Zlota-Lipa (Goldene Lipa) und der Bystrzyca zurück, um dort die Front mühsam zu stabilisieren.

Das Regiment verblieb nach diesen schweren Sommerkämpfen noch bis zum Frühjahr 1917 an der Ostfront (unterstellt der k.u.k. 3. bzw. 2. Armee), bevor es im Mai 1917 an die Westfront nach Verdun verlegt wurde.

Die Lage des Grabes von Heinrich Laval ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Heinrich Laval im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Karl Rühl

Der Soldat Karl Rühl stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen und war Finanzaspirant. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersaspirant in der Maschinengewehr-Kompanie des 88. Infanterie-Regiments. Früher kämpfte er als Kriegsfreiwilliger im 222. Infanterie-Regiment. Am 31.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Longueval Alter von 23 Jahren.

Die Lage des Grabes von Karl Rühl ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Karl Rühl im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Ernst von Pentz

Der Soldat Ernst von Pentz wurde am 07.12.1877 in der hessischen Stadt Fulda geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Bataillonsführer in der Leib-Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Am 16.09.1916 (Volksbund: 17.09.1916) fiel er während der Abwehr feindlicher Angriffe nahe der Ortschaft Moislains.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ernst von Pentz berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

Der zweite Tag an der Somme war ein ziemlich getreues Abbild seines Vorgängers. Über 20 englische und französische Divisionen griffen an diesem Tage auf 45 km breiter Front die deutschen Linien an. Während der Vormittag verhältnismäßig ruhig verlief, steigerte sich das feindliche Feuer, wiederum geleitet von zahlreichen Fliegern, am Nachmittag bald zum Trommelfeuer. Auch Gasgranaten fielen auf das rückwärtige Gelände. Um 4 Uhr nachm. entwickelte sich der erste feindliche Angriff aus Bouvancées heraus nach Norden gegen die Stellungen südlich von Rancourt. Er brach wie am Vortage unter dem flankierenden Feuer unserer Bataillone bald zusammen. Zwei weitere Angriffe um 5 Uhr und 6 Uhr nachm. erstickten zum Teil schon in dem Sperrfeuer unserer Artillerie. Ununterbrochenes Trommelfeuer auf die Stellung des Regiments dauerte aber dann bis 8 Uhr nachm. Der Gegner mit aller Kraft noch einmal in mehreren Wellen gegen unsere Kompagnien vor. Doch auch diesmal blieb ihm der Erfolg versagt: Unter dem rasenden Sperrfeuer der Artillerie, dem unermüdlichen Knattern der Gewehre und dem durchschlagenden Schießen der Maschinengewehre konnte keine anlaufende Welle bleiben liegen, die Trümmer fluteten in wildem Durcheinander in die Ausgangstellung und ins Dorf zurück. Auch die Angriffe gegen unsere Schwesterregimenter weiter links, wo man farbige Franzosen anlaufen sah, hatten dasselbe Schicksal. Ein Tagesbefehl der Gruppe Schenk, die durch eine Brieftaubenmeldung des III. Batls. unverzüglich über den Verlauf des Tages unterrichtet worden war, sprach den westfälischen, württembergischen, hessischen und nassauischen Truppen der vier unterstellten Divisionen, insbesondere aber dem Regiment 116 das höchste Lob für die bei der Abwehr bewiesene Heldenhaftigkeit aus. Leider war auch diesmal der Erfolg mit einem Verlust von 135 Mann erkauft.

Die vorn liegenden Kompagnien bedurften dringend der Ablösung. Deshalb wurde das I. Batl., das wenige Stunden zuvor seine Kompagnien gewechselt hatte, das I./80 erlebte und rückte in den Kanal, die Straße Moislains–Bouvancées bildete also von jetzt ab die Grenze zwischen der 21. und 25. I.D. Das III. Batl. wurde durch das II. abgelöst und bezog mit zwei Kompagnien die Alainestellung; die beiden anderen wurden in der Kanalstellung eingesetzt. Die nächsten vier Tage brachten keine Wiederholung der Infanterieangriffe, so dass man an die allenötigeste Ausarbeitung der Stellung denken konnte. Zwar gingen in den Abendstunden mehrmals rote Leuchtkugeln hoch, und die Kompagnien wurden bereitgestellt, aber es handelte sich dabei nur um schwächere Vorstöße gegen die Nachbarabschnitte, während im Regimentsabschnitt selbst nur wenige Leuchtkugeln hochgeschossen wurden. Auch die Fliegertätigkeit ließ bei dem trüben Wetter beträchtlich nach. Nur die feindliche Artillerie zeigte die alte Lebhaftigkeit und überschüttete in äußerst heftigen Feuerüberfällen die vordere Linie und die Allainzstellung, aber auch den Kanal und die südlich von ihm gelegene Artilleriemulde mit einem Hagel von Geschossen aller Kaliber. Hier fand der tapfere Führer der I. Batls., Hptm. v. Pentz, den Heldentod. Der letzte Hauptmann des Regiments, der seit Beginn des Krieges trotz mehrfacher Verwundung an allen Gefechten teilgenommen, wie ein Vater geliebt von seinem Bataillon, das er seit zwei Jahren führte, fiel er zusammen mit seinem tüchtigen Ordonnanzoffizier, Lt. d. R. Bazlen, bei der Sorge um die Unterbringung seiner Kompagnien im Kanal. Eine größere Schreckenskunde ist selten durch das Regiment gegangen. Hptm. Müller übernahm die Führung des verwaisten Bataillons. Auch Oberlt. d. R. Keicher, der Führer der 5. Komp., zählte zu den Opfern dieser Tage. Lt. d. R. Rabenau wurde verwundet. Für den durch Granatsplitter verwundeten Regimentskommandeur, Oberstlt. Hasße, übernahm Major v. Westernhagen vom I.R. 115 die Führung des Regiments.

Man begrub Ernst von Pentz auf dem Soldatenfriedhof Cambrai in Block 5, Grab 336.

Die Todesanzeige für Ernst von Pentz im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Willi Pausch

Der Soldat Willi Pausch stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 9. Kompanie des 224. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.10.1916 verstarb er in einem Feldlazarett, nachdem er zuvor während der Stellungskämpfe an der Bystrzyca schwer verwundet worden war.

Die Lage des Grabes von Willi Pausch ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Willi Pausch im Gießener Anzeiger