Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.498: Max Schleicher

Der Soldat Max Schleicher wurde am 04.08.1896 in Merlach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Seßlach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 467. Infanterie-Regiment.. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 26.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren in der Kaiserschlucht hinter dem Dorf Hamelincourt südlich von Arras.

Man begrub ihn zunächst bei dem Dorf Hamelincourt – Moyenneville auf einem Feldfriedhof. Dieser Friedhof wurde nach dem krieg aufgelöst und die Gefallenen auf zentralen Sammelfriedhöfen umgebettet. Gebeine aus Gräbern, die nicht mehr zuordbar waren, wurden anonym in einem Massengrab beigesetzt. Es könnte sein, dass die Gebeinde von Max Schleicher auf den Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast überführt wurden. Dort bettete man viele Soldaten aus Hamelincourt um.

 

Sterbebild von Max Schleicher
Rückseite des Sterbebildes von Max Schleicher

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.485: Xaver Bauer

Der Soldat Xaver Bauer (eigentlich Franz Xaver Bauer) stammte aus Traunstein und war Steinmetz von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militärverdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 17.10.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 24 Jahren bei Sailly-Saillisel in Frankreich.

Man begrub Xaver Bauer auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Traunstein Xaver Bauer auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/traunstein_1u2wk_bay.htm

Sterbebild von Xaver Bauer
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Bauer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.479: Michael Heinzlmair

Der Soldat Michael Heinzlmair wurde am 26.09.1896 in Eutenhofen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Pfaffenhofen an der Ilm. Sein Vater war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier und Minenwerfer im 10. bayerischen Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 18.10.1918 verstarb er im Alter von 22 Jahren in einem Feldlazarett, nachdem er zuvor während der Kämpfe vor und in der Hermannstellung schwer verwundet worden war.

Die Lage des Grabes von Michael Heinzlmair ist unbekannt.

Sterbebild von Michael Heinzlmair
Rückseite des Sterbebildes von Michael Heinzlmair

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.471: Ludwig Schmid

Der Soldat Ludwig Schmid stammte aus Emertsham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Zimmermanns. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 17. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 13.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Martinpuich in der Nähe von Arras im Alter von 33 Jahren.

Über den Todeszeitraum von Ludwig Schmid berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Schon die dritte Woche befand sich das Regiment ohne Ablösung in Stellung. Die Besatzung der vorderen Gräben hatte am meisten zu leiden. Größtenteils nur in Granattrichtern liegend, war sie Nässe und Kälte schutzlos preisgegeben. Das andauernde Artilleriefeuer schuf empfindliche Verluste und schmolz die Gefechtsstärke zusehends zusammen. Die Verpflegung der vorderen Linie war nur kalt möglich und erfolgte während der Nacht durch besonders ausgeschiedene Trägertrupps. Des öfteren kam es vor, dass sie durch das Artilleriefeuer zersprengt, nur mit Teilen vorne anlangten. Naturgemäß musste unter diesen Verhältnissen die Stimmung und Widerstandsfähigkeit der Truppe leiden. Der Wunsch nach Ablösung wurde immer dringender…

In dichten Schützenlinien, gefolgt von geschlossenen Reserven, ging die englische Infanterie zum Sturm vor. Gleichzeitig legte sich das feindliche Geschützfeuer auf die rückwärtigen Stellungen und die Zufahrtsstraßen und bildete einen eisernen Wall, der jegliche Verbindung mit den rückwärtigen Abteilungen unmöglich machte.

Eine Überraschung gelang dem Feind mit dem Einsatz seiner neuesten Kriegsmaschine, den Tanks. In lichten Zwischenräumen krochen hinter den ersten Wellen diese gepanzerten Ungetüme heran, unaufhaltsam, über Trichter und Gräben hinweg, als gäbe es kein Hindernis. Mit Maschinengewehren und Revolverkanonen bewaffnet, hatten sie ihrer Infanterie den Weg zu ebnen, wo sich noch Widerstand zeigte.

In dichten Geschwadern begleiteten die feindlichen Flieger den Angriff, indem sie bis auf 100 Meter heruntergingen und Grabenbesatzungen und Geschützbedienung unter Maschinengewehr-Feuer nahmen.

Es waren nicht viele, die das Trommelfeuer auf die vorderen Gräben überlebt hatten, aber sie wehrten sich mit dem Mut der Verzeweiflung. Mit bewundernswerter Zähigkeit hielten sich Teile des Regiments bis zum späten Nachmittag am Südrand von Martinpuich und im Rößler-Riegel und verhinderten hier ein Vorwärtsschreiten des feindlichen Angriffs.“

Die Lage des Grabes von Ludwig Schmid ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass seine sterblichen Überreste, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurden, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Leutnant Karl Bachmann, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Leutnant Gustav Maurer, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Leutnant Xaver Neuberger, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Leutnant Ludwig Deffner, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Ludwig Schmid
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Schmid

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.468: Ludwig Metz

Der Soldat Ludwig Metz wurde am 24.01.1880 in Hochstraß geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offiziersstellvertreter in der 10. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 03.02.1917 fiel er bei Souchez während der Stellungskämpfe im Artois im Alter von 37  Jahren bei Arras an der Lorettohöhe.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Ludwig Metz berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“

Man begrub Ludwig Metz auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 1, Grab 204.

Sterbebild von Ludwig Metz
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Metz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.466: Lorenz Kronseder

Der Soldast Lorenz Kronseder wurde am 18.10.1890 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen geboren und war der Sohn eines Bahnarbeiters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kanonier und Fahrer in der 4. Batterie des 9. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 04.04.1918 wurde er bei Moreuil an der Somme schwer verwundet und verstarb am 05.04.1918 nach 44 Monaten Kriegseinsatz im Alter von 27 Jahren im Feldlazarett in Rosières-en-Santerre.

Über den Tag der tödlichen Verwundung von Lorenz Kronseder schreibt die Regimentsgeschichte des 9. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments:

„Während des 3. April verstärkte sich sein Artillerie-Streufeuer zusehends und in der Nacht zum 4. April steigerte es sich zu ganz ungewöhnlicher Heftigkeit auch auf die Anmarschstraßen bis tief ins Hintergelände, auf die Ortschaften Mézières, Villers und auf das Gelände zwischen diesen Ortschaften und der Avre. Dadurch erlitten die Truppen bei den Bewegungen für die Bereitsstellung am Morgen des 4. schon Einbußen. Der endgültige Angriffsbefehl kam leider auch erst sehr spät in der Nacht zum Regiment. – Hatte während der letzten beiden Tage die Sonne geschienen, so bewölkte sich der Himmel in dieser Nacht wieder vollends, um seine Schleusen kräftig zu öffnen. Hatte also das Wetter die letzten Tage dem Feind die Beobachtung erleichtert, so erschwerte es nun den Angriff. Schließlich war auch noch der größte Teil der vorgestern genommenen feindlichen Stellung in dieser Nacht vom Feinde wieder in seine Hand gebracht worden.

Am Morgen des 4. war die Lage also keineswegs günstig, Trotzdem und obwohl die Truppen unter Strapazen und misslichen Eindrücken bereits gelitten hatten, auch Mann und Pferd seit Tagen dürftig verpflegt waren, wies das Regiment, wie die ganze 2. bayerische Infanterie-Division einen hohen Grad von Angriffslust und einen vollkommene Siegeszuversicht auf. Es war gewohnt, Starkes zu ertragen.

Der Regiments-Stab war früh von Mezieres aufgebrochen und hatte um 5 Uhr morgens seinen Befehlstand in einem Wäldchen 2,5 Kilometer westlich Mezieres aufgeschlagen. Die zwar zahlreich vorhandene Artillerie war leider ohne ausreichende Munition. Die Munitionsmenge konnte nicht einmal mit den ausgegebenen Feuervorbereitungsbefehlen in Einklang gebracht werden, geschweige denn von einer genügenden Vorratsmenge für die Begleitung des fortschreitenden Angriffes. Die Kommandeure sowie die Batterieführer konnten nur für wenigstens beste Einteilung Sorge tragen. Schließlich stand die Feuervorbereitung an Wichtigkeitr im Vordergrund, um das Ingangbringen des Angriffs überhaupt zu ermöglichen. Um große Reichweiten zu haben, wurden die Batterien in der Nacht hart an den Osthang des Avretales gebracht.

Das verstärkte III. Armee-Korps sollte am 4.4. morgens den gegenüberstehenden Feind mit der 2. bayerischen Infanterie-Division am rechten Flügel (rechts anschließend die 54 Infanterie-Division) und mit einer sächsischen Reservedivision am linken Flügel angreifen und ihn aus seinen teilweise ausgebauten Stellungen werfen. Angriffsziel der 2. bayerischen Infanterie-Division war der Senecat-Wald und die Höhe nördlich Rouvrel.  Gelang es in nordwestlicher Richtung den Noye-Abschnitt bei Dommartin in die Hand zu bekommen, so hatte dies unter allen Umständen zu geschehen. Rechts der 2. bayerischen Infanterie-Division hatte die 54. Infanterie-Division den auf den Westhängen der Höhe 111 südlich Thennes noch stehenden Feind anzugreifen, ihn in die Avre zu werfen und mit linkem Flügel westlich  der Avre über Moreuil, Morisel und Castel-Hailles vorzugehen, sobal der rechte Flügel der 2. bayerischen Infanterie-Division entsprechend vorgeschritten war. Links der 2. bayerischen Infanterie-Division griff die 53. Reserve-Division in Richtung Rouvrel – Mon Idee an. Die Artillerie-Vorbereitung fand in der Zeit von 6 Uhr bis 8.10 Uhr vormittags statt. Zu dieser Zeit begann der Angriff. Die Artillerie-Vorbereitung bei der 2. bayerischen Infanterie-Division gliederte sich in die Bekämpfung der feindlichen Artilleriegruppen Rouvrel und Morisel, der feindlichen Infanteriestellungen und in einen Feuerüberfall sämtlicher Batterien von 7 Uhr 30 bis 7 Uhr 45 auf die feindlichen Batterien. Daneben hatte die Artillerie die rechte Flanke zu schützen, bis der Angriff der 54. Infanterie-Division zur Geltung kam; ferner den Schutz der linken Flanke als wichtige Aufgabe zu betrachten, falls die linke Nachbardivision nicht auf gleicher Höhe blieb. Diese großen Aufgaben konnten mit der vorhandenen Munitionsmenge keinesfalls ganz geleistet werden. So z. B. hatte eine leichte Feldhaubitze Batterie für sämtliche Aufgaben von 6 Uhr bis 8 Uhr 10 vormittags 68 Schuss zur Verfügung! Noch um 5 Uhr morgens waren Änderungen der gegebenen Befehle für den Angriff und wichtige Einzelheiten für die artilleristische Arbeit (Munitionsaufwand, Wetterberichte und deergleichen) gekommen. Der wieder stark einsetzende Regen behinderte die Befehlsausgabe bei Nacht und Nebel im Freien stark. Die Beobachtungsmöglichkeit war lange Zeit nach Sonnenaufgang noch durch starken Nebel über dem Avretal fast ganz ausgeschaltet und da die Infanterie ihre für eine Bereitstellung günstigere Stellung an den Hängen westlich Moreuil verloren hatte, musste sie sich in der Avre-Niederung, teilweise sogar noch auf dem östlichen Ufer zum Angriff bereitstellen. Die vom Gegner erlannten Bereitstellungen wurden von ihm kräftigst unter Feuer genommen. Im übrigen war das feindliche Artilleriefeuer während unseres Vorbereitungsschießens aber schwächer als während der Nacht.

Als dann die Zeit kam, Punkt 8 Uhr 10, wurde der Angriff von der Infanterie mit großer Schneid vorgetragen. Rechts griff das 20. Infanterie-Regiment an, links, wo der taktische Schwerpunkt lag, das 15. Infanterie-Regiment; das 12. Infanterie-Regiment folgte in zweiter Linie. Die Höhe westlich Morisel war bald erstiegen, eine unserer Infanterie gefährliche Hinterhangstellung des Gegners konnte den Angriff nicht zum Stehen bringen, die Straße Morisel – Ailly war bald überschritten. Vor dem Wäldchen östlich der Anchin-Ferme (Wäldchen U) schien der Angriff zu stocken, jedoch die Hatte sich bald gesammelt und nahm dem sich stark wehrenden Gegner den Stützpunkt weg.  (10 Uhr 02 vormittags) Anschließend wurde das nächste kleine Waldstück (Wäldchen B) genommen und um 12 Uhr 10 mittags war auch die Anchin-Ferme in deutschem Besitz. Darüber hinaus blieb der Angriff im linken Teil des Divisionsabschnittes noch etwa 600 Meter in Fluss, kam aber dann zum Stehen. Weiter rechts konnte das 20. Infanterie-Regiment im Verein mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 90 der 54. Infanterie-Division noch gegen Abend das Waldstück westlich Castel, den Senecat-Wald, nehmen. Im übrigen gelang es den rechten Nachbartruppen, Castel und die Höhe nordwestlich davon zu nehmen. Ungünstig sah es bei der linken Nachbardivision aus. Mit der Wegnahme von Mailly war der Angriff dort ins Stocken gekommen und er konnte nicht mehr weiter vorgetragen werden. Anschluss nach rechts zum 15. Infanterie-Regiment fehlte infolgedessen. Dadurch hatte das eigene linke Flügelregiment schon bald unter schwerem Flankenfeuer aus feindlichen Maschinengewehehren von der Höhen südlich und nördlich Rouvrel herab zu leiden gehabt. Unbekümmert um das Maschinengewehr-Feuer, das da aus der Flanke den Stürmenden entgegenschlug und unbekümmert um die sehr starken Verluste griff das 15. Infanterie-Regiment mit bewunderungswürdiger Tapferkeit an. Ihm tat es bald das 12. Infanterie-Regiment, das sich frühzeitig in die vorderen Linien eingeschoben hatte, gleich. Viele brave, tapfere Bayern mussten hier ihr Leben lassen. Von 10 Uhr ab lebte auch die feindliche Artillerietätigkeit auf. Die Gegenwirkung der feindlichen, tief gestaffelten Batterien machte sich gleichfalls in einem sehr starken Flankenfeuer geltend. Jeglicher Übergang über die Avre lag bald unter vernichtendem Feuer; den feindlichen Beobachtern in der Gegend Rouvrel, wo die durch das Zurückhängen der linken Nachbardivision hervorgerufene Lücke klaffte, mussten sich die Ziele in offenster Weise darbieten.

Das 9. Feldartillerie-Regiment hatte sich nach der vorbereitenden Feuertätigkeit zum Stellungswechsel gerichtet. Der Regiments-Stab erkundete schon kurz nach Beginn des Angriffs zuerst bei der Genonville-Ferme, dann auf den Höhen westlich Morisel, zuletzt bei den Wäldchen A und B Stellung und verschaffte sich im Benehmen mit der Infanteriebrigade Klarheit über die Lage. Der Ordonanz-Offizier des Stabes, Oberleutnant der Reserve Datterer, wurde bald verwundet.

Das Überschreiten der Avre durch die Batterien hing angesichts der Eigenart des Geländes wesentlich vom Tempo des Angriffsfortschrittes ab. Das Nachteilige war in Rechnung zu stellen, dass ein Angriff, der zwar vorwärts kam, aber sein Tagesziel nicht reslos erreichte, eine zweckmäßige Artillerie-Aufstellung, besonders der Feldartillerie ausschloss, denn östlich der Avre standen dann die Batterien schon reichlich weit ab, westlich der Avre aber, auf den dortigen Höhen, kamen sie so nahe an die vorderste Linie, dass eine wirkungsvolle Unterstützung der Infanterie ausgeschlossen war. In der sumpfigen Avre-Niederung fanden sich keine Feuerstellungen. Selbst bei vollstem Gelingen des Angriffs musste eine Zeitspanne überwunden werden, während welcher für die Feldartillerie ungünstigste Verhältnisse gegeben waren. Dazu kam, dass der Avre-Übergang sehr viel zeitraubender sein musste, als ein gewöhnlicher Stellungswechsel, zumal nicht damit gerechnet werden konnte, dass die feindliche Artillerie in ihrer Masse ausgeschaltet worden war.

Als erste erhielt, nachdem der Angriff flott vorwärts ging, die III. Abteilung um 8 Uhr 10 vormittags den Befehl, zum Stellungswechsel; diese beorderte ihrerseits sofort die 7. Batterie über Moreuil, die 8. und 9. Batterie und die unterstellte 8./27. über La Neuville vor, da der in nächster Nähe liegende Übergang bei der Genonville-Ferme unpassierbar geworden war. Um 10 Uhr begab sich der Abetilungsstab, dieser über Genonville-Ferme, auf die Höhe 86 westlich Morisel. In der Nähe davon begegnete er dem sich auf Erkundung befindenden Regimentskommandeur, der ein Instellunggehen auf jener Höhe als ausgeschlossen bezeichnen musste. Kämpfte die Infanterie doch zu selben Zeit noch um die Anchin-Ferme; die letzten Wellen der Infanterie sah man gerade noch über die Höhe 86 vorgehen. Der Abteilungstab richtete dann seine Befehlstelle südöstlich der Höhe ein, die zunächst ankommende 9. Batterie wurde in der Mulde gegenüber der Genonville-Ferme, demnächst die 8. Batterie in der Mulde südlich Höhe 86 in Stellung gebracht. Inzwischen war das Wetter aufgeklärt und stärkstes Artillerie-Feuer lag auf allen Geländeteilen. Von der 7. Batterie und 8./27 fehlte der Abteilung jede Spur. Die 8./27 fand sich erst am späten Abend auf dem Westufer ein, nachdem sie beim Avre-Übergang bei La Neuville schwere Verluste erlitten hatte und eine große Anzahl Pferde von ihrer Kolonne hatte heranziehen müssen, um die Batterie wieder bewegungsfähig zu machen. Ihr Batterieführer war gefallen. Die 7. Batterie konnte den Übergang über Moreuil nicht ausführen und unterstellte sich zunächst der II. Abteilung. Über ihre Tätigkeit berichtet das Kriegstagebuch der 7. Batterie von F. A. Reindl:

„Um 9 Uhr morgens musste unsere Batterie Stellungswechsel vornehmen und sollte, über Mezieres – Villers vorgehen, auf den Höhen westlich Morisel in Stellung gehen, je nach Lage des Gefechtes. In Morisel tobten noch erbitterte Straßenkämpfe, die Batterie wurde deshalb in offener Formation westlich Villers aux Erables bereit gestellt. Die 10 Kilometer lange Strecke wurde auf den schlechten Straßen im Trab zurückgelegt. Kurz darauf gingen wir in Stellung in Höhe der Straße Moreuil – Villers aux Erables. Die Batterie wurde der Artillerie-Untergruppe von Weckbecker unterstellt und eröffnete das Feuer auf den Senecatwald. Um 4 Uhr nachmittags machte die Untergruppe von Weckbecker Stellungswechsel nach vorwärts über Moreuil; die Batterie schied aus diesem Verbande aus und suchte Verbindung mit Untergruppe Wolf, der sie ursprünglich unterstellt war, aufzunehmen. Um 5 Uhr abends wurde Stellungswechsel befohlen, in Mezieres menagiert und auf der Straße Mezieres – La Neuville – Braches am Bahndamm entlang in die neue Stellung gezogen an den nordöstlichen Ausläufern der Höhe 86 westlich der Avre. Ankunft am 5. April morgens um 7 Uhr. Das Vorwärtskommen wurde so verzögert – der Marsch war 24 Kilometer lang und sauerte 14 Stunden – durch endlose Kolonnen und durch der Frot zustrebende Infanterie- und Artillerie-Verbände. Speziell der einzige, noch dazu unter Artilleriefeuer liegende Avre-Übergang bei Braches – La Neuville war von Truppen so verstopft, dass die Batterie dort allein 6 Stunden warten musste.“

Die II. Abteilung sollte etwa 10 Uhr vormittags ebenfalls den Uferwechsel vornehmen, blieb aber, da zu dieser Zeit das B-Wäldchen noch nicht genommen war, noch auf dem Ostufer, um die dringend notwendige Unterstützung der Infanterie nicht durch zeitraubende Bewegungen aufzuheben. Der Abteilungs-Kommandeur brachte seine Batterien aus der eingeleiteten Bewegung heraus beiderseits der Straße Villers aux Erables – Moreuil, östlich des großen Waldes wieder in Stellung und feuerte dann zunächst auf Mon Idee und C-Wald. Die der Abteilung unterstellten 5. und 6./24 hatten sich bereits verschossen und da auf Munitions-Ergänzung nicht zu rechnen war, wurden sie von der Teilnahme am weitern Vormarsch, zu dem sich  der Abteilungs-Kommandeur um 4 Uhr nachmittags entschloss, ausgenommen. Als die Abteilung bereits in Marsch war, erhielt ihr Kommandeur vom Regimentskommandeur am A-Wäldchen den Befeh, auf dem östlichen Ufer zu bleiben, da die ungeklärte Lage, das Flankenfeuer von links und die Unwahrscheinlichkeit einer baldigen Fortsetzung des Angriffes eine bessere Wirkung der Abteilung vom Ostufer gegenwärtigen ließ. Die Abteilung kehrte daher um, musste aber auf Befeh der Division doch auf das Westufer.  Um 6 Uhr 45 nachmittags trat sie daher erneut den Vormarsch an, diesmal über La Neuville (vorher über Moreuil); aber auch hier waren die Schwierigkeiten so groß, dass die Abteilung erst gegen 7 Uhr vormittags des 5. April mit erschöpften Mannschaften und Pferden am Bereitstellungsplatz (Straßengabel 1.200 Meter südlich Morisel) eintraf.

Die Begleitbatterien hatten nicht die ihnen zugedachte Verwendung bei ihren Infanterieregimentern finden können. Die gleichen Gründe, die dem Tage ihr Gepräge gaben, das Zurückbleiben der linken Nachbardivision gaben den Infanterie-Regimentern keine Möglichkeit, ihre Begleitbatterien als solche einzusetzen. Lange Zeit standen die 1. Batterie und eine Begleitbatterie der 54. Infanterie-Division im stärksten Feuer im Hohlweg südlich Morisel, wo sie Deckung vor den allseits überwältigend einschlagenden Granaten suchten. Sie standen noch dazu mit gegeneinandergekehrter Fahrtrichtung, sodass kaum noch ein Einzelreiter durchkommen konnte. Am Abend schieden die Batterien der I. Abteilung aus dem Befehl der Infanterieregimenter; sie wurden am nächsten Morgen der II. Abteilung taktisch unterstellt.

Trotz aller Schwierigkeiten hatte die 2. bayerische Infanterie-Division im allgemeinen ihr Angriffsziel in hartem Ringen erreicht. Dass der Angriff so verlustreich wurde und keine alsbaldige Fortsetzung folgen konnte, lag sowohl daran, dass sich die artilleristische Kampfkraft mangels Munition und ausreichender Vorbereitung auch nicht annähernd in ihrer Stärke zeigen konnte, wie ferner auch an der misslichen Lage, in welche die Truppen westlich der Avre bei ihrer nordwestlichen Stoßrichtung infolge des geringeren Vorwärtsschreitens der linken  Nachbardivision gekommen war. Vermehrt zur Geltung kamen diese Momente bei der vollkommenen Bereitschaft des Gegners und seiner artilleristischen, wie fliegerischen Stärke.

Aus dem Tagebuch der 7. Batterie von A. F. Reindl entnehmen wir noch über den Tag:

„Über jedes Lob erhaben arbeiteten die Mannschaften des A. B. O. die trotz stärksten feindlichen Maschinengewehr- und Artilleriefeuers die Artillerie-Kommandeure über die Lage unserer mit glänzendem Schwung vorwärts stürmenden Infanterie informierten. U. O. Riedisser der 9./9 fiel um 8 Uhr 30 vormittags samt seinem Pferd bei der Befehlstelle des 20. Infanterie-Regiments in Moreuil durch Granatvolltreffer. Wie glänzend der französische Nachrichtendienst funktionierte, möge folgende Episode beleuchten: Zirka um 8 Uhr erhielt der A. B. O. folgenden von den Funkern des 20. Infanterie-Regiments aufgefangenen Funkspruch: Bon object pour artillerie une batterie sur la route de Mooreuil a l‘ est (gutes Ziel für Artillerie, eine Batterie auf der Straße von Moreuil nach Osten). Eine Infanterie-Begleit-Batterie unseres Regiments war tatsächlich zu dieser Zeit diesen Weg gefahren und bald darauf lag dieser Weg unter schwerstem Feuer.“

Die Lage des Grabes von Lorenz Kronseder ist offiziell unbekannt. Es könnte jedoch sein, dass man ihn anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Montdidier beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Fahrer Max Oberländer, gefallen am 04.04.1918 bei Mezieres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Montdidier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Lorenz Kronseder
Rückseite des Sterbebildes von Lorenz Kronseder

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.465: Anton Bichlmeier

Der Soldat Anton Bichlmeier stammte aus Weichselgarten, einem Stadtteil von Nürnberg, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er Unteroffizier in einer Nachrichtenabteilung des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 2. Klasse, Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 28.03.1918 wurde er während der großen Schlacht in Frankreich bei Lassigny schwer verwundet. Am 05.05.1918 verstarb er im Alter von 26 Jahren im Festungslazarett Diedenhofen.

Man begrub Anton Bichlmeier auf dem Soldatenfriedhof Thionville in Block F, Grab 1.451.

Sterbebild von Anton Bichlmeier
Rückseite des Sterbebildes von Anton Bichlmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.460: Georg Hettenkofer

Der Soldat Georg Hettenkofer stammte aus Velden an der Vils und war Korbmacher. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 4. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 01.06.1918 verstarb er nach schwerer Verwundung während der Erstürmung des Courmontwaldes an der Aisne im Alter von 38 Jahren in einem Feldlazarett.

Über den Todestag und die Todesumständer berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„In den Morgenstunden des 01.06. tritt das Regiment befehlsgemäß zum Angriff an. Die vorderen Wellen werden aber alsbald vom völlig unerschütterten Feind durch heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu Boden gezwungen. Der Regiments-Kommandeur stellt daher zunächst das weitere Vorgehen ein und befiehlt Eingraben in den erreichten Linien. Aus dieser Stellung wird mit Tageanbruch die eingehende Erkundung des Vorgeländes weiter fortgesetzt. Es ergibt sich, dass das rechte Anschluss-Regiment, 27. Infanterie-Regiment, erst den Höhenrücken ostwärts Romigny erreicht hat, dass ferner die linke Anschlussdivision, 232. Reserve-Division, noch nicht vorgekommen ist. Das Regiment erhält aus ostwärtiger Richtung, insbesondere vom Höhenrücken nördlich Cambrecy her, heftiges Flankenfeuer.

Das feindliche Artilleriefeuer, unterstützt durch feindliche Erkundungsflugzeuge, liegt im Laufe des Vormittags des 01.06. mit sich steigernder Heftigkeit auf dem vom Regiment erreichten, fast deckungslosen Gelände. Die Verluste sind erheblich, insbesondere beim linken Flügelbataillon. Die Lage für das Regiment ist wenig beneidenswert und erfordert seitens der Führung besondere Aufmerksamkeit.

Gegen 12 Uhr mittag trifft Divisions-Befehl ein, wonach der Angriff nach 1/2 stündiger Artillerie-Vorbereitung fortzusetzen ist. Die hierzu erforderlichen Befehle sind eben ausgegeben. Da setzt gegen 2 Uhr nachmittag ein das bisherige weit übersteigendes, heftiges Trommelfeuer der feindlichen Artillerie auf unsere Stellung, auf Ville en Tardenois, wo sich der Divisions- und Brigade-Stab inzwischen eingefunden hat, sowie auf das Rückengelände ein. Die hierduch verursachten schweren Verluste scheinen eine Fortsetzung des Angriffs vorerst nicht mehr zu ermöglichen.

Eine Lage schlägt in der Regiments-Befehlsstelle ein, verwundet den Regiments-Kommandeur und den Führer des Reserve-Bataillons, Hauptmann von Kuepach, tötet mehrere Leute des Stabes. Die Lage steht auf des Messers Schneide. Da eilt der Regiments-Kommandeur, noch blutüberströmt und nur mit Notverband versehen in die vordere Linie, ihm schließt sich der 1. Generalstabsoffizier der Division, Hauptmann Pflaumer, an. Das persönliche, unerschrockene Beispiel des hochverehrten Führers wirkt beruhigend und belebend- Zudem beobachtet der Regiments-Kommandeur nunmehr, dass das durch Feuer wenig belästigte 27. Infanterie-Regiment eben zum Angriff ansetzte. Mit raschem Entschluss gibt er jetzt den Angriffsbefehl. I./26 hat sich im Anschluss an das 27. Infanterie-Regiment vorzuarbeiten, links davon geht III./26 anstelle des durch besonders schwere Verluste stark geschwächten II./26 vor. II./26 folgt als Regiments-Reserve hinter dem linken Flügel des Regiments. Die Begleitbatterie ist infolge starker Verluste an Mann und Pferd nicht mehr verwendungsfähig.

Und schon geht das Regiment, vorgerissen durch das hervorragende persönliche Beispiel seines Kommandeurs, in unaufhaltsamem Angriff gegen die sich zäh verteidigenden Senegalneger vor und gewinnt zunächst mit den westlichen Teilen des Regiments den Courmontwald. Bald ist der Feind geworfen und in unerbitterlichem Nachstoß im Kampf gegen zahlreiche versteckte Maschinengewehr-Nester und Baumschützen der Südrand des Waldes erreicht.

Hier ordnet der Regiments-Kommandeur persönlich die im Waldkampf stark durcheinander gekommenen Verbände. I./26 steht mit Front nach Süden und Südosten, anschließend daran übernimmt II. Bataillon ostwärts der Straße Ville en Tardenois – Boujacourt die Sicherung gegen die vom Feind noch stark besetzte Höhe nördlich Boujacourt. III. Bataillon wird als Regiments-Reserve zunächst hinter dem I./26 bereitgestellt. Der Courmontwald wird von feindlicher Artillerie dauernd unter heftigem Artillerie-Feuer gehalten.

Ein blutiger Kampftag geht zur Neige. Das Regiment hat die schwierigen Kampfverhältnisse des westlichen Kriegsschauplatzes gleich beim ersten Einsatz in vollstem Umfange zu kosten bekommen. Die Verluste sind erheblich, namentlich auch die Ausfälle an Führern. Aber es zeigt sich, dass die Ausbildungszeit im Osten nicht vergeblich war. Führer und Mann haben sich den schweren Anforderungen voll gewachsen gezeigt.“

Man begrub Georg Hettenkofer auf dem Soldatenfriedhof Loivre in Block 2, Grab 412.

Sterbebild von Georg Hettenkofer
Rückseite des Sterbebildes von Georg Hettenkofer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.458: Johann Baptist Stettner

Der Soldat Johann Baptist Stettner stammte aus Stetten Pfarrei Buchbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 16.07.1918 fiel er im Alter von 25 Jahren während der Stellungskämpfe zwischen Aisne und Marne in Nordfrankreich durch einen Granatvolltreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.07. kam die Division in die erste Linie. Das Regiment sollte dabei aus der Linie Reuilly – Sauvigny in südlicher Richtung vorrücken und den Südrand des Waldes von Condé gewonnen. III./17. in vorderster Linie stieß am südlichen Waldrand bei Janvier- und Les Etangs-Ferme auf den Feind, der sich hier mit Maschinengewehren und Tanks hinter breiten Astverhauen eingenistet hatte. Da der Widerstand des durch Artillerie kräftig unterstützten Feindes ohne ausgiebige Vorbereitung nicht zu überwinden war, konnte das Bataillon nicht weiter vordringen; es wies einen unter dem Feuerschutz der Tanks ausgeführeten Gegenangriff des Feindes ab und machte dabei einige Gefangene. I./17. kam rechts vom III. Bataillon in die vordere Linie. Kampfführung und Übersicht über die Truppe waren durch den Wald erheblich erschwert. Bei I./17. fiel hier bei einem Erkundungsgang der vielfach bewährte Feldwebelleutnant Greif, der erst am Morgen aus Urlaub eingetroffen war und die 1. Kompanie übernommen hatte. Mit Greif, der dem Regiment seit drei Jahren angehört hatte, verlor das Regiment wieder einen der immer weniger werdenden alten Kompanieführer; er sollte die von ihm sehnlichst erwartete Beförderung zum Leutnant der Landwehr, die wegen Tapferkeit vor dem Feinde wenige Tage später erfolgte, nicht mehr erleben. Die Feuertätigkeit des Feindes steigerte sich in den folgenden Tagen immer mehr.“

Man begrub Johann Baptist Stettner auf dem Soldatenfriedhof Belleau in Block 1, Grab 537.

Sterbebild von Johann Baptist Stettner
Rückseite des Sterbebildes von Johann Baptist Stettner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.456: Georg Seitz

Der Soldat Georg Seitz wurde am 03.03.1898 in Dietenhausen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Odelzhausen, und war der Sohn eines Gutsbesitzers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 18.10.1918 wurde er im Alter von 20 Jahren während der Kämpfe vor und in der Hermannstellung beim Gefecht bei Aisonville-et-Bernoville durch einen Infanterieschuss schwer verwundet, geriet laut Regimentsgeschichte in französische Kriegsgefangenschaft und verstarb auf dem Transport nach Staint-Quentin. Sein Tod traf seine Eltern 10 Tage, nachdem seinen Bruder Martin gefallen war.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Seitz berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„18.10. Am 18. Oktober nach 1 Uhr morgens wurde vom Regiment der Befehl für die Zurücknahme des rechten Flügels der Division gegeben. Diese Maßnahme wurde wegen der Lage beim rechten Nachbar notwendig, nachdem der Gegner am 17. abends noch in den Besitz von Bernoville gesetzt hatte. Ein für 18. morgens angesetzter Gegenangriff der 18. Infanterie-Division unterblieb.

Die neue Linie verlief vom Nordrand von Aisonville, wo sie zurückgebogen wurde, über den Westrand von Aisonville südlich weiter mit Front gegen Bernoville zur rechten Regimentsgrenze, diese entlang bis zum linken Flügel der rechten Kompanie in der Hauptwiderstandslinie und dann in dem bisherigen Teil der Hauptwiderstandslinie weiter. Der rechte Teil der neuen Hauptwiderstandslinie wurde somit Hinterhangstellung.

In den neuen Teil der Hauptwiderstandslinie wurde sofort eine Kompanie des B.B. (9./10.) vorgeschoben, die sich flüchtig eingrub und Postierungen und leichte Maschiengewehre in die bisherige Hauptwiderstandslinie und das Vorfeld vorschob. Die 3. Kompanie sollte als Nahtkompanie zum B.B. kommen. Es wurde schon Tag, bevor die Verschiebung vollkommen durchgeführt werden konnte. Auch den Anschluss mit dem rechten Nachbarn (Infanterie-Regiment 31) herzustellen, gelang nicht mehr.

Um 6 Uhr morgens setzte auf der ganzen Front französisches Trommelfeuer ein. Unmittelbar darauf griffen die Franzosen mit mehreren Kompanien im Regimentsabschnitt an. Der Angriff wurde durch das mit Leuchtzeichen angeforderte Sperrfeuer der Artillerie und durch Maschinengewehr-Feuer vor der Hauptwiderstandslinie abgewiesen. Besonders bewährte sich dabei wieder die schweren Maschinengewehre. Der Zug Immer der 1. Maschinengewehr-Kompanie meldete u. a. „Um 6 Uhr morgens griffen die Franzosen an. Sie kommen in Reihe rechts zu uns, ein feines Ziel!“

Um 7.30 Uhr vormittags flaute das feindliche Artilleriefeuer ab.

Die 12. Kompanie war während des feindlichen Feuers zum Kampftaktischen Kommandanten vorgezogen worden. Die 11. war auf den Platz der 12. gerückt und hatte die Sicherung nach rechts übernommen; die 3. war noch nicht an ihrem Platze an der Naht eingetroffen.

Der Kampftaktischekommandanten-Zug war am Morgen auf drei Geschütze verstärkt worden.

Allmählich machte sich rechts stärkerer feindlicher Druck bemerkbar. Den Franzosen war es nämlich bei dem Frühangriff gelungen, von Bernoville aus Aisonville zu nehmen. Der Kampftaktische Kommandant ließ Maschinengewehr- und Minenwerfer-Feuer auf den Südrand von Aisonville abgeben, sobald er dessen Besetzung durch die Franzosen erkannt hatte.

Rechts bei der 18. Infanterie-Division war die Lage um 10 Uhr folgende: An das R.B. des Regiments schloss mit einer kleinen Lücke I./31. mit Front gegen Südostrand von Bernoville an, an I./31. die 5./10., die von dem östlich Aisonville in einer Mulde zum Schutz der rechten Flanke der Division bereitgestellten II./10. zum Ausfüllen einer Lücke vorgeschoben war, die zwischen I./31. und dem rechts davon eingesetzten III./31. entstanden war. III./31. hatte Front gegen Aisonville; an III./31. schloss Infanterie-Regiment 85, an dieses Infanterie-Regiment 86 an.

In der Nähe der 11./10., die auch an der Naht sicherte, stand ein beim Nachbarregiment (Infanterie-Regiment 31) eingesetzter Tankabwehrzug, zwei 9 cm Geschütze der 7./sächsisches-Feldartillerie-Regiment 28, der von jeglicher Verbindung abgeschnitten, noch vorne geblieben war. An diese Geschütze hatten sich einzelne französische Sturmtrupps aus Aisonville und Bernoville heraus auf fast 200 m herangearbeitet und sie mit ihren Maschinengewehren beschossen. Den Sachsen war es gelungen, das eine Geschütz rechtzeitig aus der Deckung herauszuziehen und das Feuer gegen die feindlichen Maschinengewehre aufzunehmen, so dass diese sofort verstummten. Diesen Augenblick wollte die Bedienung des anderen Geschützes benützen, um es feuerbereit zu machen. Aber die sechs Mann konnten das Geschütz aus seiner Deckung, einem tiefen Loche, nicht herausbringen. Zudem nahmen die Franzosen jetzt wieder ihr Maschinengewehr-Feuer auf. Das eine Geschütz begann sofort wieder zu feuern, während der Zugführer gleichzeitig den Führer der benachbarten Kompanie (11./10.), Oberleutnant der Reserve Truckenbrod, dringend um Unterstützung anging.

Dieser Entsandte einen Zug, dessen Führung freiwillig Leutnant Bengl der 11. Kompanie übernahm. Der junge Offizier führte unter geschickter Ausnützung des Geländes den Zug in eine kleine Mulde an die beiden Geschütze heran, ließ sofort ein leichtes Maschinengewehr auf die Franzosen feuern und zog mit den anderen Leuten das Geschütz aus der Deckung heraus; dieses nahm sofort das Feuer auf. Sodann trug er mit seinen wackeren Leuten persönlich Munition heran.

Das Feuer der beiden Geschütze hatte zur Folge, dass die Franzosen sich eiligst an die Ortsränder zurückzogen. Dort sammelten sie und wollten von neuem in Sturmtrupps wieder vorbrechen. Aber unter dem direkten Schuss der beiden Geschütze erlitten sie, wo sie sich zeigten, solche Verluste, dass sie ihre Angriffsabsichten völlig aufgaben. So hatte Leutnant Bengl, der sich schon am 20.08.1918 beim Gegenstoß der 5./10. unter Leutnant Lanz ausgezeichnet hatte, durch sein entschlossenes, schneidiges Eingreifen eine schwere Gefahr von dem rechten Flügel der Division abzuwenden verstanden. Er war von zwei braven, unerschrockenen Unteroffizieren der 11./10. besonders bei seinem Beginnen unterstützt worden, dem Vizefeldwebel der Landwehr Walter und Sergant der Landwehr Behringer.

Gegen Mittag gelang es, die beiden Geschütze unbeschädigt zurückzubringen.

Um 11.15 Uhr vormittags erging vom Regiment folgender Regimentsbefehl:

„II./10. sichert den Regimentsabschnitt gegen den Südausgang von Aisonville in seiner jetzigen Stellung; hierzu sind auch die Nahtkompanien und die Regimentsreserve zu verwenden. Führung über die gesamte Sicherung: Major Heinzmann.

I./10. hält seine Stellung so lange als möglich. Wird durch ein weiteres zurückgehen des rechten Nachbars die Stellung unhaltbar, so schließt sich I./10. dem Zurückgehen an und bezieht erneut Stellung an der Straße Aisonville – Tremont-Ferme.

Als rückwärtige Sicherung rückt III./13. in die Mulde nordwestlich Badencourt“.

Dieser Befehl traf nach 12 Uhr mittags bei den Bataillonen ein. Der Gegner hatte vor dem Regimentsabschnitt keinen Angriff mehr unternommen. Aber bei den rechts anschließenden Divisionen drängte der Franzose teilweise auch mit Einsatz von Tanks derartig nach, dass die Lage immer unhaltbarer wurde.

Nach 1 Uhr nachmittags gab das Regiment den inzwischen eingetroffenen Divisionsbefehl zur Rückzug in die Hermann II Stellung weiter. Die 6. Infanterie-Division sollte sich dem um 3 Uhr nachmittags von Bernoville aus beginnenden Abzug der 18. Infanterie-Division vom rechten Flügel aus anschließen. Dem 10. Infanterie-Regiment wurde zum Zurückgehen über die Oise die Brücke zwischen Grand-Berly und Badencourt zugeweisen; die Straße Grand-Berly – Lesquielles durfte vom 10. Infanterie-Regiment nicht benützt werden.

Mit dem Abbauen, das in kleineren Trupps, möglichst der Sicht des Feindes entzogen, unter Ausnützung der Mulden vor sich gehen sollte, hatte III./10. zu beginnen, diesem I./10. zu folgen. II./10. hatte den Rückzug zu decken. Geräte und Munition waren nach Tunlichkeit zurückzuschaffen. Für den Fall eines feindlichen Angriffs während des Zurückgehens waren von den Bataillonen zur Deckung des Abzuges Nachhuten mit schweren Maschinengewehren auszuscheiden, die von Abschnitt zu Abschnitt ausweichen sollten.

III./13. wurde von der Division in eine Aufnahmestellung östlich des Oise-Cambre-Kanals von der Nordgrenze der Division bis zur Straße Grand-Berly – Lesquilles befohlen. Die zurückgehenden Teile des Regiments sollten durch die Kanalbesatzung durchgezogen werden und in den Waldstücken der Mulde südlich Tupigny sammeln, und zwar III./10. im nordöstlichsten Waldstück an der Abschnittsgrenze, II./10. in dem südlichsten Waldstück, I./10. im mittleren Waldstück.

Der Regimentsstab verblieb zunächst in Grand-Berly und ging dann an die Straße Tupigny – Lesquilles zurück.

Der Rückzugsbefehl erreichte K. B. (I/10.) um 2.10 Uhr nachmittags. Um 2.15 Uhr erhielt er der Kampftaktische Kommandant die Mitteilung vom rechten Nachbar Kampftaktischen Kommandant (I./31), dass er mit dem Rückzug begonnen hätte.

Der Kampftaktische Kommandant gab so schnell wie möglich seinen Kompanien und Minenwerfern den Befehl zum sofortigen Rückzug, bestimmte 2./10. (die linke Flügelkompanie) und die 1. Maschinengewehr-Kompanie als Nachhut und entließ die 12./10. zu ihrem Bataillon. Erst gegen  4 Uhr nachmittags verließ er mit Teilen der 9./10. seine Befehlsstelle.

Wie sich später herausstellte, hatten die beiden rechten Kompanien des K.B., 9. und 1. Kompanie, den Befehl zum Rückzug nicht mehr rechtzeitig genug erhalten und waren zum größten Teile von den infolge des Abzugs der rechten Nachbardivision scharf nachdrängenden Franzosen von rechts her abgeschnitten und gefangen genommen worden.

Beim III./10. konnte sich der Rückzug ohne besondere Schwierigkeiten vollziehen, während das II./10. infolge des äußerst starken Nachdrängens der Franzosen hinter der 18. Infanterie-Division seinen Auftrag, den Abzug des Regiments zu decken, nicht mehr ganz durchführen konnte.

Die 5. Kompanie (Lanz), verstärkt durch den schweren Maschinengewehr-Zug Keitsch, welche um 11 Uhr vormittags bereits weiter vorgeschoben war, um gegen Aisonville abzuriegeln, blieb auf eigene Faust noch länger in der Stellung und hielt den von da vordringenden Gegner durch ihr Feuer auf. Zwei verlassene Tankgeschütze, die unmittelbar vor ihrer Linie standen, sollten kurz nach 3 Uhr von ihrer Bespannung abgeholt werden. Da aber die Geschütze tief eingegraben waren, zogen sie einige Freiwillige der Kompanien (darunter Unteroffizier Kaiser) trotz feindlichen Maschinengewehr-Feuers heraus und protzten sie auf.

Zwischen 5 Uhr und 6 Uhr nachmittags überschritten die Bataillone des Regiments die Oise, zwischen 6 Uhr und 7 Uhr trafen sie an den befohlenen Sammelplätzen südlich Tupigny ein.

Obwohl der Rückzug am Tage angesichts des Gegners über zum Teil sehr schwieriges Gelände hatte ausgeführt werden müssen, hatte das Regiment bei dieser Bewegung so gut wie keine blutigen Verluste erlitten. Das kam davon her, weil die französische Artillerie sich offenbar schon bei dem Trommelfeuer am Morgen verschossen und noch keine frische Munition hatte heranschaffen können. Die französische Infanterie unterließ es, durch Maschinengewehr- und Gewehrfeuer den Rückzug zu stören.

Nach dem um 3.45 nachmittags ausgegebenen Brigadebefehl hielt die Division bis auf weiteres die Kanalstellung (Oise-Cambre-Kanal), rechter Flügel die bisherige Divisionsgrenze südlich Tupigny, linker Flügel am Nordausgang von Proix. R. 1 mit linkem Flügel etwa 50 Meter südlich der Straße Le Grand-Berly – Lesquilles: 10. Infanterie-Regiment, R. II: 6. Infanterie-Regiment, R. III.: 13. Infanterie-Regiment.

Vom 10. Infanterie-Regiment wurde das II. Bataillon R.B. und löste das III./13. in der Kanalstellung ab, die entscheidend zu halten war. II./10. wurde B.B. in der Gegend der Waldstücke südlich Tupigny, I./10. R.B. in dem Grund südwestlich Moulin Iron (nordwestlich Iron). Regimentsstab in Moulin Iron; Brigadestab in Ferme Wollines östlich Dorengt.

Die schweren Maschinengewehre wurden teils zur Bestreichung der Kanal- und Oise-Niederung, teils auf den Höhen zwischen der Niederung und der Artillerieschutzstellung (diese verlief Westrand Boué – Waldrand Les Quilles – Couvron Ferme – Jonqueuse-Ferme), die Minenwerfer und Tankgewehre teilweise zur Bestreichung der Brücken, hauptsächlich rückwärts auf den Höhen eingebaut.

Die Zerstörung der Brücken über die Oise und den Kanal vor der Front der Division durch die Pioniere wurde nach Übergang der Nachhuten angeordnet; die Laufstege sollten von der Infanterie besetigt werden.

Die Franzosen trafen mit ihren Vortruppen noch im Laufe der Nacht (11.30 Uhr abends) vor dem Oise-Sambre-Kanal ein. Die Nacht verlief ohne besondere Ereignisse.

Die Kampfzone wurde von der feindlichen Artillerie etwas abgestreut, dagegen wurde die Ortschaft Iron sehr stark beschossen, sodass die dort untergebrachte Gefechtsbagagen weiter rückwärts in die Gegend nordöstlich Neuville verschoben werden musste.“

Man begrub Georg Seitz auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in Block 9, Grab 370.

Sterbebild von Georg Seitz
Rückseite des Sterbebildes von Georg Seitz