Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.971: Markus Brem

Der Soldat Markus Brem wurde am 15.10.1893 in Bergweis geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Osterhofen, und war der Sohn eines Landwirts- und Bürgermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 1. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 06.06.1917 veratarb er während eines Heimaturlaubs Im Alter von 24 Jahren nach vier Jahren Kriegsdienst an den Folgen der Kriegsstrapazen.

Die Lage des Grabes von Markus Brem ist unbekannt. Er wurde wahrscheinlich an seinem Heimatort begraben. Sein Grab könnte noch existieren.

Sterbebild von Markus Brem
Rückseite des Sterbebildes von Markus Brem

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.970: Wolfgang Klingseisen

Der Soldat Wolfgang Klingseisen stammte aus Hinterhaibühl, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Arrach, und war der Sohn eines Schneiders. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Mitte Februar1915 fiel er im Alter von 21 Jahren am Reichsackerkopf bei Münster in den Vogesen. Er wurde während der Schlacht bei Münster getötet.

Reichsackerkopf

 

Reichsackerkopf

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Wolfgang Klingseisen berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 14.03.1915 vormittags wurden durch unsere Minenwerfer mehrere Barrikaden und Unterstände im Sättle zerstört und 5.45 Uhr abends konnte I./R 18 melden „Die zerstörten Teile der Barrikade sind durch eigene Patrouillen besetzt“. Eben freut man sich über diesen schönen Erfolg, als die Schreckensnachricht eintraf, dass drei Volltreffer unseres den Reichackerkopf beschießenden 21 Zentimeter-Mörsers in die nördlich der Kuppe eingesetzte 1./R. 19 (Leutnant Lindner) gegangen seien und 11 Mann getötet und 9 Mann verwundet hätten. Die trotz dieses furchtbaren Unglücks von der Kompanie Lindner bewiesenen Haltung wurde von der Division durch besonders anerkennenden Tagesbefehl gewürdigt.

In der Nacht vom 15./16. wurde die inzwischen von den Patrouillen I./R 18 wieder geräumte Barrikade im Sättle von zwei Offizieren 10/75 mit einem Halbzug neuerdings besetzt und alles hoffte, dass nun auch bald die ganze Höhenlinie rechts und links des Sättle wieder in unserem Besitz und es möglich sein werde, dem noch um die Kuppe des Reichackerkopf sitzenden Gegner die Zufuhr abzuschneiden, als 1.15 Uhr nachmittags Hauptmann Eggers meldete: „Die in die zerstörte Barrigkade vorgenommene Abteilung wurde 12.45 Uhr mittags von drei Seiten überfallen und erlitt sehr starke Verluste und musste zurück. Der Führer 10./75, Leutnant Warnken und Leutnant Buhr, sind gefallen und etwa 100 Mann tot und verwundet. Das war ein neuer schwerer Schlag in der seit 6. ds. an sich so schwierigen Lage und es gehörten gute Nerven dazu, den Mut nicht ganz zu verlieren. Da nun an einen neuen Erfolg an der Südseite in den nächsten Tagen nicht zu denken war, wurde von der Division der Schwerpunkt des Angriffs mehr auf die Nordseite des Reichackerkopfs verlegt, allwo jetzt I. und II./Reserve-Jäger 23 und I./R. 22 den Feind fest im Atem hielten und ihm, wenn auch langsam, doch immer näher zu Leibe rückten. Die Erfolge waren so, dass die Division schon für 19.03. den allgemeinen Angriff auf Reichackerkopf beabsichtigte. In Folge der bei der Befehlsbekanntgabe am 18.03. 1 Uhr nachmittags in Willa Hartmann von Oberstleutnant Jaud geäußerten Bedenken wurde aber der Angriff endgültig auf 20.03. nachmittags verschoben und in der Hauptsache von der Division befohlen, dass die 16. Reserve-Jäger-Brigade von Generalmajor Jehlin von Norden mit den Hauptkräften gegen den Klänglessattel, mit Nebenkräften gegen die Kuppe des Reichackerkopfes, die 15. Reserve-Jäger-Brigade Generalmajor Freiherr von pechmann gleichzeitig von Ost und Süd mit den Hauptkräften gegen diese Kuppe, Nebenkräften gegen Klänglessattel und Sattelköpfle vorgehe. Der Angriff war durch leichte und schwere Batterien durch Minen und insbesondere durch je ein Geschütz der Batterien von Grauvolegl und Diem aus dem Westrand des Mönchbergwaldes und vom Alpenjägerweg durch direktes Feuer auf den Klangsattel zu unterstützen. Die Durchführung des Befehls auf der Ost- und Südfront wurde von der Brigade dem Kommandeur Reserve-Infanterie-Regiment 19 übertragen, welcher unter Zuteilung zahlreicher Pioniere der Reserve-Pionier-Kompanie 8 als Sturmtruppen 2. und 3./R. 19 und Maschinengewehrzug Reim gegen den Reichackerkopf, III./75, gegen den Klangsattel und II./R. 19 gegen das Sattelköpfle ansetzte. Der Plan war, 1 Uhr mittags sich am rechten Flügel mit je einem Zug als Sturmkolonne ohne Schutz auf die durchschnittlich nur 20 Meter entfernten feindlichen Gräben am Reichackerkopf zu stürzen und nach erreichtem Erfolg Hand in Hand mit den von Norden kommenden 22ern und 23ern die ganze Linie aufzurollen.

Punkt 1 Uhr nachmittags wurde befehlsgemäß das Artilleriefeuer zurückverlegt, die in der Mulde südöstlich Quelle eingebauten schweren Minenwerfer schwiegen. Die Mannschaften, jeder einzelne außer mit Handgranaten und Gewehr auch mit einem Schutzschild versehen, sprangen aus ihren Gräben und angespannt warteten der Kommandant Reserve-Infanterie-Regiment 19 mit Major Veith (I./R. 19) bei ihrer von der Kuppe nur etwa 200 Meter südöstlich entfernten Gefechtsstelle auf das das Gelingen des Angriffs verkündende Signal „Achtung!“ Statt dessen hörte man andauerndes Feuer aus feindlichen Maschinengewehren und 1.30 Uhr nachmittags traf von allen drei Sturmkompanien die niederschmetternde Nachricht ein: „Heftiges Flankenfeuer aus Maschinengewehr; wir kommen nicht weiter vorwärts“. Das war eine verzweifelungsvolle Lage, zumal auch der Einsatz der am Alpenjägerweg stehenden Reserven 1. und 4./R. 19 und 4./R. 23 unter den gegebenen Verhältnissen nur zu neuen Opfern, aber zu keinem Erfolg führen konnte. Da, noch unentschieden was zu tun, etwa 2 Uhr nachmittags erblickte Gefreiter Heinrich Lutz (3.) plötzlich einige aus dem nahen feindlichen Graben herausragende Hände. Diese als Zeichen der Bitte um Pardon auffassend schrie Lutz laut „Hurra, die ergeben sich“ und gleichzeitig aufspringend nahm alles rechts und links von Lutz begeistert sein Hurra auf und wenige Minuten später war der Reichackerkopf genommen und daran anschließend Klangsattel und die ganze Gruppe westlich davon. Dieser Augenblick gehörte für alle Teilnehmer mit zu den Höhepunkten des Feldzugerlebens und als von allen Seiten truppenweise die verwegenen, dunkelgebräunten Alüenjägergestalten – mehrere Offiziere und 250 Mann – gesondert von unseren braven Leuten den Hang heruntergebracht wurden, da konnte sich kein Anwesender einer spontanen Regung von Glück und Dankbarkeit erwehren. Leider erlitt diese frohe Stimmung aber schon gegen 4 Uhr nachmittags einen gewaltigen Dämpfer; denn in die sich beim eifrigen Sammeln und Einbringen feindlicher Waffen und Ausrüstungsstücke allzu frei und unvorsichtig auf der Kuppe Bewegenden schlug plötzlich feindliches Artilleriefeuer und brachte etwa 20 eben noch so Lebensfrohen Tod oder schwere Verwundung, unter ihnen auch den tapferen Zugführern Leutnant Fürst (2./R. 19) und Offiziersstellvertreter Lukaseder (Reserve-Infanterie-Regiment 23). Ein Volltreffer ging auch in die Minenwerferstellung des Offiziersstellvertreters Schlederer und riss dessen drei Minenwerfer und 50 kleine Minen in die Luft, wunderbarerweise ohne Schaden für die Bedienung.

Noch am gleichen Tag wurde folgender Divisions-Tagesbefehl ausgegeben:

„Nach vierzehntägigem schweren Ringen ist uns heute der Erfolg beschieden gewesen, der Reichackerkopf ist unser, wir geben ihn nicht mehr her. Dies zu sichern ist jetzt unsere Aufgabe, an deren Erfüllung alles zusammenarbeiten muss.

Ich spreche allen meinen Truppen und ihren Führern, die heute unserer jungen Division ein neues Lorbeerreis errungen, meinen Dank und meine volle Anerkennung aus.

In mustergültigem Zusammenarbeiten haben die tapferen Pioniere meiner braven todesmutigen Infanterie den Weg gebahnt, während die Artillerie ihr ein nieversagender Aufmerksamkeit die Artillerie des Feindes vom Leibe gehalten und dem Feind den letzten Rest gegeben hat.

Ich bin stolz auf meine Division.

Freiherr v. Stein.“

Die Lage des Reichsackerkopfes:

Die Lage des Grabes von Wolfgang Klingseisen ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Ernst Rappel, gefallen am 15.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 7, Grab 51;
  • Infanterist Josef Stemmer, gefallen am 19.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 154;
  • Infanterist Michael Eichele, gefallen am 07.03.1915 am Reichsackerkopf, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Fridolin Volk, gefallen am 19.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 133.

 

Sterbebild von Wolfgang Klingseisen
Rückseite des Sterbebildes von Wolfgang Klingseisen

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.969: Joseph Jungbeck

Der Soldat Joseph Jungbeck stammte aus Buchetbühl, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Lam, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiment Infanterist. Am 06.04.1915 verstarb er im Alter von 23 Jahren an einer Verwundung durch einen Granatsplitter, die er während der Kämpfe im Wald von Ailly und Apremont-la-Forêt, wenige Kilometer entfernt von Saint-Mihiel und Verdun entfernt, im Frühjahr erlitten hatte.

Man begrub Joseph Jungbeck auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 1, Grab 244.

Seine Heimatgemeinde Lam gedenkt Joseph Jungbeck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/lam_gedenkkapelle_bay.htm

Sterbebild von Joseph Jungbeck
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Jungbeck

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.968: Alois Kroner

Der Soldat Alois Kroner stammte aus der bayerischen Gemeinde Arrach und war der Sohn eines Kleinbauern (Häusler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 15.06.1915 fiel er im Alter von 29 Jahren während der Stellungskämpfe vor Arras, genauer gesagt bei der Schlacht bei La Bassée und Arras.

Man begrub Alois Kroner auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 1233.

Sterbebild von Alois Kroner
Rückseite des Sterbebildes von Alois Kroner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.967: Josef Spieleder

Der Soldat Josef Spieleder stammte aus Gergweis, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und wohnte als Hausbesitzer in Sandbach. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 2. Kompanie des 11. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 22.06.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren nach 11 Monaten Kriegsdienst im bei Ban-de-Sapt im Elsass.

Offiziell ist für Josef Spieleder keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Senones begraben hat, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Johann Schlenk, gefallen am 23.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Landwehrmann August Lutz, gefallen am 23.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Richard Rabl, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Reservist Tobias Flammensbeck, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Spieleder
Rückseite des Sterbebildes von Josef Spieleder

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.966: Xaver Amberger

Der Soldat Xaver Amberger stammte aus Weigelsberg, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Viechtach, lebte im Ortsteil Schönau und war der Sohn eines Kleinbauern (Häusler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier und Infanterist. Am 05.11.1917 starb er im Alter von 20 Jahren in einem Feldlazarett bei Verdun an den Folgen einer schweren Verwundung durch einen Granatsplitter.

Man begrub Xaver Amberger auf dem Soldatenfriedhof Lissey in Grab 808.

Seine Heimatgemeinde Schönau gedenkt Xaver Amberger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/schoenau_bay.htm

Sterbebild von Xaver Amberger
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Amberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.965: Anton Scheitzach

Der Soldat Anton Scheitzach stammte aus Asbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regimentss. Am 13.06.1916 fiel er als 3. Mitglied seiner Familie im Alter von 26 Jahren während der Schlacht um Verdun bei der Erstürmung der Wabengräben im Thiaumont-Wald.

Über den Sterbezeitraum von Anton Scheitzach und die Sterbeumstände schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06. 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, so erhielten sie ein vernichtendes Maschinengewehr-Feuer vom Rücken westlich des Thiaumontwaldes und der Thiaumontferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabenstellung selbst Auch die zweite und dritte Welle folgten unmittelbar. Auch sie geriet in das Maschinengewehr-Feuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorgestürmten Truppen vor dem unversehrten feindlichen Hindernis liegen. Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einige Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen, die triumphierend ein erbeutetes feindliches Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Auch der Angriff der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie.Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus. Die nächsten Tage brachten ununterbrochene Teilkämpfe um den Besitz von Maschinengewehr-Nestern. Am 23. endlich erfolgte durch das 10. Infanterie-Regiment und das Alpenkorps der Angriff auf das Zwischenwerk Thiaumont und Fleury.

13.06. bis zur Nacht vom 18./19.06. in Stellung, hierbei am 17.06. glatte Abweisung eines französischen Gegenangriffs.“

Die Lage des Grabes von Anton Scheitzach ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Josef Wieser, gefallen am 13.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Sebastian Hefele, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Störzer, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Fischer, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Scheitzach
Rückseite des Sterbebildes von Anton Scheitzach

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.964: Florian Böck

Der Soldat Florian Böck wurde am 15.05.1896 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen (OT Mosed) geboren, lebte in der bayerischen Gemeinde Mittergars und war der Sohn eines Gütlers (Mooseder). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des  18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Kämpfe um die Gebirgsausgänge in die westliche Moldau in Rumänien.

Über den Todeszeitruam und die Todesumstände von Florian Böck berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„In drei Tagen, am 20., 21. und 22. August, fanden so 13 großeangelegte Angriffe statt. Alle Anstrenung war und blieb vergebens. I./18. hatte sich des härtesten Ansturms zu erwehren. Doch brachen die feindlichen Anstürme im Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer immer zusammen, während die Artillerie sich darauf beschränken musste, durch weiter vorwärts liegendes Sperrfeuer die Annäherung von Reserven zu verhindern. Bei Höhe 491 hatte am 20. August eine rumänische Kompanie infolge sehr dünner Besetzung und der steilen Schlucht, vorübergehend Glück. In 12 Wellen versuchte es nachmittags der Feind bei 692; soweit es den Rumänen gelang, an unsere, durch kein Hindernis geschützte Linie heranzukommen, wurden sie mit Handgranaten erledigt und auch dieser Angriff brach verlustreich zusammen. Die Nacht verlief unruhig, der Feind war unternehmend und hatte sich bei I./18 auf Handgranatenwurfweite herangearbeitet. Aus Tirgul wurde regster Zugsverkehr vernommen. Kolonnen waren im Anmarsch. Für den 21. August standen schwere Kämpfe bevor. Tatsächlich gewann der Feind bei 692 in schmaler Front etwas Boden. Kurze Zeit hat es den Anschein, als ob es den Rumänen gelänge, das I./18. vom linken Flügel her aufzurollen. Da wurde Vizefeldwebel Guggenheimer, der inzwischen zur 2./18 versetzt worden war, mit dem Reservezug dieser Kompanie den Rumänen entgegengeworfen. In schneidigem Gegenstoß wirft er die Rumänen zurück, erbeutet zwei leichte Maschinengewehre und trägt die eigene Stellung ein Stück weiter vor. Guggenheimer wurde zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse eingegeben. Leider hat er die Verleihung, wie das so oft ging, nicht mehr erlebt.

Mitten in diesen schwersten Kämpfen wurden unvermittelt Truppen im Brigandenabschnitt freigemacht und zurückgezogen; hatte doch die Armee Mackensen bis auf weiteres die Offensive eingestellt und waren in der ehemaligen Sovejastellung weiter im Süden unserer Front starke rumänische Angriffe erneut erfolgt. Die Reservedivisionen und herausgezogenen Verbände mussten nach dem italienischen Kriegsschauplatz geworfen werden. Am Isonzo waren neue Operationen im Gange und Truppen benötigt.

Ein ernster Kampf des  Rumänen erfolgte jedoch bei uns nicht mehr, wenn auch gegenseitige Feuerüberfälle an der Tagesordnung waren.

Damit war unser Gegenangriff im Oioztal gegen die westliche Moldau beendigt. Herausgefordert durch die russische Offensive, die Mitte Juli losbrach, haben wir im kurzen Siegeszug entscheidende Fortschritte erzielt. Wir waren an einer Stelle eingesetzt, wo die Entscheidung auch Gewinn versprechen musste und deshalb ist die Bedeutung des Vorstoßes eine um so größere. Was die Truppen während dieser Kämpfe geleistet, beweisen die Erfolge. Die Entbehrungen, außer den Anstrengungen und Gefahren des Gefechts, waren keine geringen. Weder ein haus, noch ein Dach, boten Schutz weder bei Tag noch bei Nacht. Immer befand sich die Truppe im Freien. Der Sternenhimmel, der den in ständiger Kampfbereitschaft liegenden Kompanien in den zwei, an Entbehrungen und Strapazen so reichen Wochen, leuchtete, war derselbe, der uns mit der Heimat verband und der auch über der Heimat sich wölbte. Sie galt es zu schützen.

Als die Vorbereitungen zum Sturm auf den Ungureana einsetzten, hoffte man schon im Stillen, bald wieder in der Ebene, in der westlichen Moldau zu sein. Man hätte gar zu gerne die Anstrenungungen des Gebirgskrieges mit der Abwechslung des Bewegungskrieges getauscht. So konnte das Regiment den Sieg nicht weiter vortragen. Erneut hatte es sich aber glänzend bewährt und kann mit Stolz auf diesen seinen Ehrentitel und die Augustwochen 1917 zurückblicken, denn die Erfolge waren einem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner abgerungen. Nur durch aufopferungsfreudiges Zusammenarbeiten aller Teile des Regiments war der Gewinn seit der Wegnahme des Ungureana bis zum D. Cosna gewährleistet gewesen. An den Erfolgen haben Mannschaften wie Offiziere gleichen Anteil. Die Schneid und Ausdauer der eigenen Truppen war hervorragend. Die überraschend schnelle Durchführung des ersten Angriffs, das vorbereitete Budapest-Unternehmen, hatte erwiesen, wie wertvoll die planmäßige Vorbereitung eines Angriffs gegen stark befestigte Stellungen mit Vorübungen der Sturmtrupps am Modellwerk ist. Den Angehörigen der Sturmtrupps musste deshalb wiederholt Dank und Anerkennung gezollt werden. Die beim ersten Angriff mit dem Sturmreifschießen der Einbruchsstelle und zum neueren Sperrfeuer beauftragten leichten Minenwerfer des Regiments hatten ihre Aufgaben glänzend gelöst, bei der Abwehr der Angriffe vor Höhe 652 hat sich der leichte Minenwerfer-Zug des Leutnants der Reserve Dreisch hervorragend ausgezeichnet. Rücksichtsloser Einsatz seiner Person bei schwieriger Gefechtslage brachte ausschlaggebende Wirkung für das Gelingen der Abwehr. Die glänzende Haltung der Werfermannschaften war der vollsten Anerkennung wert.

Nicht minder bewährt haben sich die allzeit hilfsbereiten Krankenträger der Kompanien und die Ärzte der Bataillone. Besonders hervorgehoben zu werden verdient hier neben bereits genannten Krankenträgern nochmals der Bataillonsarzt II./18, landsturmpflichtiger Oberarzt Dr. Dankwart-Ackermann (Universitätsprofessor in Würzburg). Unter Hinansetzung seiner Person hat dieser Lebensretter seinen Ehrgeiz daraingesetzt, mit dem Verbandplatz möglichst nahe der kämpfenden Truppe zu sein und seiner persönlichen Hilfeleistung in vorgeschobener, ja vorderster Linie ist es zu danken, wenn rasche Hilfe gebracht werden konnte. Für den Rücktransport sämtlicher Verwundeter bei der seinerzeitigen Zurücknahme der Linie hat er sich persönlich verbürgt und für die Durchführung Gewähr gegeben. Er hat mit seinem Verhalten ein leuchtendes Vorbild von Verantwortung gezeigt und sich selbst, von Haus aus äußerst beliebt, ein dankbares Gedenken gesichert. Auch der tüchtige Assistenzarzt Dr. Dregkwitz (I./18) ist hier zu erwähnen, der am 12. August an seinem Verbandplatz beim Trassenknie verwundet worden ist.

Die nächste Aufgabe war, die erreichte Linie zur Dauerstellung auszubauen. Hindernisse wurden gezogen, Maschinengewehr-Stände errichtet, Postenstände gebaut. Die leichten Minenwerfer des Regiments wurden am 21. August eingesetzt. Seit dem 10. August verfügte die Brigade, da mangels Tragtiere ein Nachschub von Munition unmöglich war, deren Verwendung am Hang des Matiusca beim Vorrücken der Talsperre gegen Grozesti. Der Minenwerfer-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Trumpp, war zu den verschiedensten Sonder- und Erkundungsaufträgen des Regiments und der Brigade verwendet worden.

Auch der Feind schanzte eifrig und legte Drahthindernisse. Zwar erneuerte er noch mehrmals seine Angriffsversuche, wartete mit starkem Störungs- und Flankenfeuer auf, zu einem großen Angiff kam es indessen in den letzten Augusttagen nicht mehr. Er schien ermüdet zu sein. Schwere Verluste hatten die aufreibenden Kämpfe – mehr die Abwehr der Angriffe als das Stürmen selbst – gekostet. Treffliche Unteroffiziere und Mannschaften waren außer Hauptmann Ehrlicher gefallen. Die 8. Kompanie verlor noch am gleichen Tag Vizefeldwebel Joseph Kraus. Die Kompanien waren samt und sonders stark geschwächt und zu kleinen Häuflein zusammengeschmolzen. Die Bataillone zählten etwas mehr als 200 Gewehre.“.

Die Lage des Grabes von Florian Böck ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Taufkirchen gedenkt Florian Böck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/taufkirchen2_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Florian Böck
Rückseite des Sterbebildes von Florian Böck