Der Gefreite Otto Pfleger stammte aus München und war Angestellter bei der Allgemeinen Versicherungs-Bank Stuttgart. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 16.07.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei einem Sturmangriff währen der Verfolgungskämpfe an der galizisch-polnischen Grenze bei Maslomecz und Modryn.
Die Lage des Grabes von Otto Pfleger ist unbekannt.
Sterbebild von Otto PflegerRückseite des Sterbebildes von Otto Pfleger
Der Soldat Joseph Kreiling stammte aus Frankfurt am Main, Ortsteil Ginheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Füsilier in der 12. Kompanie des 9. Grenadier-Regiment. Am 09.04.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Stellungskämpfe nördlich Przasnysz in Polen an der Ostfront.
Die Lage des Grabes von Joseph Kreiling ist unbekannt. Wahrscheinlich existiert es nicht mehr.
Der Soldat Paul Einicke wurde am 04.03.1886 in Lennep geboren, heute ein Stadtteil von Remscheid in Nordrhein-Westfalen, und arbeitete als Gerichts-Assessor beim Magistrat in Breslau. Er kämpfte als Jäger in der 3. Kompanie des 6. Reserve-Jäger-Bataillons. Am 09.04.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen um Höhe 304 im Alter von 30 Jahren.
Die Lage des Grabes von Paul Einicke ist unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a. Josef Nickel, geboren am 08.03.1895, gefallen am 09.04.1916 an Toter Mann, begraben auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab.
Die nachfolgende Todesanzeige wurde vom Verein Deutscher Studenten Bonn aufgegeben.
Todesanzeige für Paul Einicke von seiner Frau MariaTodesanzeige für Paul Einicke vom Verein Deutscher Studenten Bonn
Der Soldat Kurt Thimm stammte aus Ottlotschin (seit 1945 polnisch: Otłoczyn) im ehemaligen Landkreis Thorn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Landwehr als Kompanieführer in der 5. Kompanie des 93. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 26.09.1915 fiel er während der Herbstschlacht bei La Bassée und Arras (25.09. – 13.10.1915) bei Loos-en-Gohelle.
Über den Todestag und die Todesumstände von Kurt Thimm berichtet die Regimentsgeschichte des 93. Infanterie-Regiments:
„Nachdem die Bataillone kurze Zeit geruht hatten, traten sie gegen 2 Uhr vormittags zu dem befohlenen Angriff an. II./93 in der Reihenfolge 7, 5, 6, 8, mit 100 Metern Abstand von Zug zu Zug, marschierte zunächst auf der Chaussee nach La Bassée vor, bis der Anfang den Fußpunkt der Höhe 70 erreicht hatte. Dort angekommen, entwickelte sich das Bataillon zu beiden Seiten der tief eingeschnittenen Straße, 7 und 5/93 in vorderer, 6 und 8/93 in zweiter Linie. 5/93 hatte Anschluss an das I. Bataillon zu nehmen. Rechts war Anschluss an das Infanterie-Regiment 153. Das I. Bataillon, auf dem aus Cite St. Laurent auf Loos führenden Wege vormarschierend, erreichte 2.30 Uhr vormittags den Schnittpunkt mit der Eisenbahn und entwickelte sich von hier mit der 2. und 4. Kompanie in vorderer, der 1. und 3. Kompanie in zweiter Linie. 2/93 hatte Anschluss an das II. Bataillon zu nehmen, 4/93 längs des Weges vorzugehen. 4.30 Uhr vormittags treten die Bataillone, nachdem überall die Anschlüsse hergestellt sind, zum Angriff an. Nachdem die von Teilen der Regimenter 26, 27, 22 und 178 besetzte vorderste Linie überschritten ist, schlägt den Bataillonen heftiges Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer entgegen. Sprungweise gehen die vorderen Kompanien jetzt weiter vor, die hinteren Kompanien folgen zugweise mit großen Zwischenräumen. Die Verluste mehren sich ständig. Etwa 150 Meter nach Überschreiten der vorderen Linie kommt der Angriff zum Stehen, trotzdem die Bataillone die Kompanien der zweiten Linie auch restlos eingesetzt haben. Ein weiteres Vorwärtskommen ist ohne gründliche Artillerievorbereitung vollkommen unmöglich, die Bataillone sind gezwungen, sich einzugraben. Allmählich fängt es an zu dämmern, aber dichter Nebel begünstigt zunächst noch das Halten der gewonnenen Linie. Sowie sich jedoch dieser verzogen hat, setzt auf das Gelände hinter dem rechten Flügel des Regiments und die Höhe 70 überwältigendes Artilleriefeuer ein und die Engländer, die Verstärkungen erhalten haben, gehen auf der ganzen Linie zum Angriff vor. Hier wurde der Kommandeur des II. Bataillons, Hauptmann Ribbentropp, schwer verwundet, während sein Adjutant, Leutnant der Landwehr König, fiel. Im Allgemeinen wird der Angriff abgeschlagen, nur auf dem linken Flügel gelingt es einer Sturmabteilung, in unsere Linie einzubrechen. Die 11. und 12. Kompanie waren inzwischen vom Regiment zur Unterstützung des Angriffs vorgezogen worden, und zwar folgte die 11. Kompanie und ein Zug der 12. dem II., zwei Züge der 12. Kompanie dem I. Bataillon. Diese beiden Züge unter Leutnant der Landwehr Krause waren gerade rechtzeitig eingetroffen, um den beim I. Bataillon eingedrungenen Feind durch forschen Gegenangriff wieder zurückzuwerfen. Bis 2 Uhr nachmittags erfährt die Lage keine Veränderung, der Feind wagt keinen zweiten Angriff. Da versuchen Teile des Regiments 153 nördlich von Höhe 70 zum Angriff vorzugehen, dem sich der rechte Flügel des Regiments anschließt. In dem mörderischen feindlichen Abwehrfeuer wird die Bewegung jedoch bald zum Stillstand gebracht, die vollkommen durcheinandergeratenen Verbände werden in die Ausgangsstellungen zurückgenommen und soweit wie möglich neu geordnet. Die gesamte Linie des Regiments wird in zwei Abschnitte eingeteilt: den rechten Teil übernimmt Hauptmann von Thümen (II und Teile des III/93), den linken Rittmeister der Reserve Hoffmann (I und Teile des III/93). Im Abschnitt Hauptmann von Thümen hatte die Infanterie-Pionier-Kompanie im Anschluss an Infanterie-Regiment 153 die Höhe 70 besetzt, die allmählich zu einem beherrschenden Stützpunkt ausgebaut wurde. Daran anschließend lag eine Kompanie des Infanterie-Regiments 106, dann Kompanie Steinberg, Kitzinger, Courtois und Vizefeldwebel Meister. Der Abschnitt Hoffmann schloss mit der Kompanie Krause hieran an, es folgte die 1. und 2. Kompanie unter Leutnant der Reserve Gebser, 11/27, 4/93 unter Leutnant der Reserve Sannemann und 3/93 unter Oberleutnant von Monteton, der tagsüber mit etwa 30 Mann seiner Kompanie dicht vor der feindlichen Stellung gelegen hatte und erst mit Einbruch der Dunkelheit in die Höhe der anderen Kompanien zurückgehen konnte. An seine Kompanie, die mit dem linken Flügel an dem Wege St. Eduard-Loos lag, schloss das Infanterie-Regiment 27 an. Die Nacht verlief ruhig, auf beiden Seiten entwickelte sich eifrige Schanztätigkeit.“
Die Lage des Grabes von Kurt Thimm ist unbekannt.
Todesanzeige der Commerz- und Disconto-Bank für Kurt Thimm
Der Musketier Joseph Enzinger stammte aus Freilassing in Bayern und war der Sohn eines Schreinermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 166. Infanterie-Regiments. Am 10.03.1915 fiel er im Alter von nur 17 Jahren bei Ogrodniki, 6 Kk östlich Seiny im heutigen Polen.
Die Lage des Grabes ist heute unbekannt, wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Polen.
Der Unteroffizier Joseph Keseling wurde am 13.11.1893 in Duderstadt in Niedersachsen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 7. Kompanie des 229. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 10.08.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren in Nordpolen während der Schlacht bei Ostrow. Die Lage des Grabes ist heute unbekannt. Es existiert wahrscheinlich nicht mehr.
Sterbebild von Joseph KeselingRückseite des Sterbebildes von Joseph Keseling
Als erste Todesanzeige in der Königsberger Hartungschen Zeitung erschien die nachfolgende Anzeige für Hans Wander. Hans Wander stammte aus Fünfhuben (seit 1945 polnisch: Niedziałki) im ehemaligen Kreis Rastenburg in Ostpreußen.
Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant in der 4. Kompanie Kompanie des 148. Infanterie-Regiments. Am 26.08.1914 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Oschekau (seit 1945 polnisch: Osiekowo) Groß Gardienen.
Offiziell ist für Hans Wander keine Grablage bekannt. ich gehe jedoch davon aus, dass er auf dem Soldatenfriedhof in Oschekau begraben wurde.
Todesanzeige für Hans Wander in der Königsberger Hartungschen Zeitung vom 04.09.1914
Der Soldat Alois Schacherbauer stammte aus Ranshofen, einem Ortsteil der österreichischen Stadt Braunau am Inn, aus der der deutsche Diktator Adolf Hitler stammte. Im Ersten Weltkrieg kämpfte der Österreicher im 59. kaiserlich und königlichen Infanterie-Regiment als Infanterist. Am 17.11.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren bei Krakau während eines Sturmangriffs.
Die Grablage von Alois Schacherbauer konnte ich nicht ermitteln.
Sterbebild von Alois SchacherbauerRückseite des Sterbebildes von Alois Schacherbauer
Bei einem Spaziergang über den Gießener Alten Friedhof stieß ich auf das Grab bzw. den Gedenkstein für Georg Heinrich Schirmer. Er wurde am 21.03.1896 in Gießen im heutigen Bundesland Hessen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kriegsfreiwilliger im Stab der I. Abteilung des 56. Reserve-Feldartillerie-Regiments. Am 15.06.1915 fiel er im Alter von 19 Jahren in Polen an der Ostfront bei Suwalki.
Die Lage des Grabes von Georg Heinrich Schirmer ist unbekannt.
Grabstein / Gedenkstein für Georg Heinrich Schirmer auf dem Alten Friedhof in Gießen
Heute und hier einmal wieder ein Beitrag aus meiner laufenden Arbeit als Kostprobe. Es ist eine Todesanzeige der Berliner Volkszeitung vom 01. Mai 1915, die Erich und Otto Wabrowski für ihren gefallenen Freund, Arnold Weikart, aufgegeben hatten:
Der Soldat Arnold Weikart stammte aus der Reichshauptstadt Berlin. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 6. Kompanie des 44. Infanterie-Regiments. Am 01.04.1915 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Stellungskämpfe zwischen Orzyc und Szkwa in Polen.
Die Lage des Grabes von Arnold Weikart ist unbekannt. Wahrscheinlich existiert es nicht mehr.
Todesanzeige für Arnold Weikart in der Berliner Volkszeitung vom 01.05.1915