Das Dorf Beaumont

Das Dorf Beaumont liegt nördlich von Verdun und wurde im Jahr 324, also am Ende der Römerzeit gegründet. Damals hatte es den Namen „Super Fluvium Orna“ (über dem Fluss Ornel). Das Dorf wurde dann Bellusmons, Blemont, Byaumontund schließlich Beaumont genannt.

Zu Beginn des Mittelalters hatte die Äbtissin von Juvigny-sur-Laison das Lehnsrecht über Beaumont. Die Bewohner zahlten ihr den Zehnten. Im August 1252 wurde Beaumont vom Grafen von Bar und der Äbtissin von Juvigny aus der Lehnsherrschaft entlassen.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Gegend in den Jahren 1635 und 1636 von Ungarn, Polen und Schweden verwüstet, die die Dörfer niederbrannten und die Einwohner ermordeten. Die Bevölkerung von Beaumont fand in der Burg von Ornes  Zuflucht, aber dort brach die Pest aus und forderte 430 Todesopfer, darunter 22 aus Beaumont.

Um 1700 wurde Beaumont von Monseigneur de Bethume, dem Bischof von Verdun, zur Pfarrstelle ernannt.

Die erste, auf dem Friedhof errichtete Kirche, wird 1786 -1787 durch eine Kirche ersetzt, die am heutigen Standort des Kriegerdenkmals für den Ersten Weltkrieg in der Dorfmitte erbaut wurde. Anschließend erlebte das Dorf zwei Invasionen, eine preußische Invasion im Jahr 1815 und eine deutsche Invasion 1870, bei der am 24.08.1870 ein Regiment weißer Kürassiere ins Dorf einmarschierte.

Beaumont liegt 15 Kilometer nordöstlich von Verdun und erstreckt sich über eine Fläche von 787 ha. Im Jahr 1911 zählt das Dorf 186 Einwohner.

Das Dorf Beaumont wurde im September 1914 evakuiert, die Bevölkerung flüchtet in den Süden Frankreichs. Von Mitte August bis Mitte Oktober lag Beaumont zwischen zwei Linien: Das 6 – 7 Kilometer große Niemandsland reicht von Louvemont bis in die bewaldete Gegend nördlich des Dorfes.

Anfang Oktober 1914 wird der Kirchturm von deutscher Artillerie zerstört.

Mitte Oktober besetzen die französischen Truppen eine Linie, die von der nördlichen Spitze des Caures-Walds über den Ville-Wald zum Weiler Soumazannes reicht. Das gesamte Gemeindegebiet befand sich in französischer Hand und blieb es bis Februar 1916.

Diese verhältnismäßige Ruhe wurde am 21.02.1916 gestört. Der Caures-Wald konnte trotz energischen Widerstands eines Jägerregiments nicht von den Franzosen gehalten werden. Oberst Driant wollte den Rückzug nach Beaumont antreten und zwar vermutlich über die Straße nach Flabas, die nach Gobi auf dem Gebiet von Beaumont führt. Als die Kolonnen den Wald von Champneuville verlassen, befinden sie sich im Kreuzfeuer der deutschen Maschinengewehre. In der Nachhut wird der Oberst tödlich getroffen, aber Teile der Züge können Beaumont  erreichen und verstärken die dortige Garnison.

Am frühen Morgen des entscheidenden 24.02.1916 ist der Himmel grau und der Boden schneebedeckt. In der eisigen Kälte beginnt der Kampf um Beaumont. Im Dorf bieten Truppenteile  zweier französischer Regimenter wiederholten Angriffe die Stirn. So wie die Truppen der 18. deutschen Einheit in das Dorf eindringen, werden sie von den Maschinengewehren durch die Fenster der eigens dafür eingerichteten Keller niedergemäht.

Wie dicht aufeinander folgende Wellen rücken die deutschen Verbände mit einer solchen Geschwindigkeit vor, dass es scheint, als würden sie von den französischen Maschinengewehre förmlich angezogen. Die Deutschen erleiden ausgesprochen schwere Verluste. Jetzt beginnen die Deutschen mit der systematischen Bombardierung des Dorfes. Als sie ihre Sturmangriffe wieder beginnen, stößt ihr Vordringen immer noch auf Widerstand. Aber der Kampf ist zu ungleich. Einigen Truppenteilen gelingt es, sich nach Louvemont abzusetzen, und am Nachmittag des 24.02.1916 fällt Beaumont.

Um 18 Uhr desselben Tages wird der Kampf in der Nähe von Joli-Coer im Wald geräuschlos mit Bajonett und Messer fortgesetzt. Im Westen können die Reste einer französischen Kompanie den Feind nur mit Schwierigkeiten davon abhalten, aus dem Kamm von Anglemont hervorzubrechen. Plötzlich verlässt eine große Gruppe deutscher Soldaten unter Hurra-Rufen den Ort Beaumont auf der Mühlenstraße und erreicht die Nationalstraße. Damit ist der französische Rückzug abgeschnitten.

Der französische Major versammelt die 60 Mann starken Reste einer Kompanie um sich, lässt von einem noch unverletzten Claironbläser zum Angriff blasen und wirft sich an der Spitze dieser Handvoll tapferen Männer auf dem Weg nach Anglemont dem Feind entgegen.

Entgegen allen Erwartungen werden die Deutschen gestoppt. Überrascht stellen diese das Feuer ein und weichen zurück. Da sie den hohen Erschöpfungszustand der Franzosen nicht kennen, versuchen die Deutschen nicht einmal, den Vorstoß zu wiederholen. Damit bleibt der Rückzugsweg der Franzosen offen.

Die Überlebenden des 2. Bataillons des 60. Infanterieregiments kehren jedoch erst auf Befehl vom 25.02.1916 um 2 Uhr morgens über die Wiesen von Vaux, die Schlucht von Vacherauville und den Grillot-Wald zur Cote du Poivre zurück.

Der französische Angriff wird im Sektor Beaumont vom 32. Armeekorps durchgeführt, das vier Infanteriedivisionen umfasst.

Zwischen dem 20. und 26.08.1916 wird das Dorf, welches von den Deutschen in eine Festung verwandelt worden war, ununterbrochen bombardiert. Am 26.08.1916 erfolgte ein Angriff des 154. und 155. Infanterieregiments, aber das Dorf wird weiter von den Deutschen gehalten.

Auch bei einer letzten französischen Offensive am 2. September 1916 kann das Gebiet von Beaumont nicht zurückgewonnen werden.

Beaumont wird erst in den ersten Novembertagen 1918, also kurz vor Kriegsende, von der amerikanischen Armee besetzt.

Nach dem Krieg wird Beaumont zur roten Zone erklärt, das heißt, dass der Wiederaufbaudes Dorfes und die Bewirtschaftung des Geländes untersagt wurde.

1920 wurde vom Präfekten eine Gemeindekommission einberufen.

1925 wurde zum Andenken an die für Frankreich gefallenen Bewohner von Beaumont ein Denkmal errichtet. Anschließend wurde zum Andenken an die Vorfahren und die auf dem Schlachtfeld gefallenen Landeskinder der Friedhof eingeebnet, die Friedhofsmauer erhöht und ein Denkmal mit dem Text der ehrenvollen Erwähnung der Armee und den Namen der Gefallenen errichtet.

1932 – 1933 wurde die Kapelle gebaut.

1932 wurde beschlossen, jedes Jahr am letzten Sonntag im September, dem Patronatsfest (Saint Maurice) ein Treffen der ehemaligen Einwohner und ihren Familien im Dorf zu veranstalten, um die Toten zu ehren und etwas Heimatluft zu schnuppern. Diese Tradition wird auch heute noch gepflegt.

Reste eines Kellers
Der ehemalige Brunnen des Dorfes
Das Denkmal auf dem Gemeindefriedhof
Gedenktafel an einen gefallenen Franzosen
Merkwürdiges Gewölbe auf dem Friedhof der Gemeinde

Übersicht über den Friedhof
Überrest der Kämpfe

Das Dorf Louvemont

Das Dorf Louvemont liegt in der Nähe von Verdun und gehört zu den zerstörten Dörfern.

Die Anfänge des Dorfs Louvemont liegt offenbar in gallischer Zeit. Die Gemeinde liegt an der „Fontaine de Louvemont“ in 321 Meter Höhe und besitzt eine Fläche von 825 Hektar. Erstmals erwähnt wurde das Dorf 1041 in einer Urkunde von Kaiser Heinrich III zugunsten der Abtei Saint-Airy von Verdun.

Zwei wichtige Ereignisse haben die Geschichte des Dorfes geprägt: Seine Befreiung im Jahre 1265 durch Robert von Mailand, Bischof von Verdun, und seine Zerstörung im Ersten Weltkrieg. Das zerstörte Dorf wurde gemäß den Anweisungen des französischen Staates wegen der Gefahren durch nicht explodierte Granaten und Kampfgasen nicht wieder aufgebaut.

Das Dorf hatte rund 180 Einwohner und lebte ursprünglich vor allem von Ackerbau und Viehzucht, wie in allen ländlichen Gegenden Frankreichs. Dieses Idylle wurde nach 1870 durch die Ankunft von Arbeitern und Festungsbauer verändert. Sie haben an der Erbauung des Festungsgürtels Verdun mitgewirkt, zu ihren Ehren wurden Feste abgehalten.

Die Schlacht um Verdun, die am 21.02.1916 am Waldstück Bois des Caures begann, setzte sich dann Richtung Osten fort und erreichte Louvemont, das am 23. und 24.02.1916 von deutschen Truppen eingenommen wurde. Das Dorf war am 12.02.1916 geräumt worden, die letzten Einwohner hatten das Dorf offenbar wenige Tage vor dem deutschen Angriff verlassen. Die Beschaffenheit des Geländes, auf dem die Häuser standen, bieten eine Erklärung für den relative guten Erhaltungszustand mancher Ruinen, deren Fundamente und Mauerreste für die Besucher gut sichtbar sind. Die Kämpfe in diesem Gebiet waren hart: Die Wirkung der deutschen Artillerie lassen sich an der Erdschicht ermessen, die am Ort der Kämpfe aufgeschüttet wurde. So liegt z. B. neben der Kapelle die ursprüngliche Bodenhöhe 1 Meter unter der heutigen Bodenhöhe.

Nach dem Krieg beschloss der französische Staat im Bemühen um die Pflicht zur Erinnerung, das Gemeindegebiet jedes der zerstörten Dörfer zu erhalten. Es wurde ein Gemeindeausschuss gegründet. Dieser verwaltet das offene Gelände der Gemeinde, während für das übrige Gebiet das Nationale Forstamt zuständig ist. Louvemont besitzt seit 1916 keine Einwohner mehr. Der französische Staat hatte 1919 die Wiederherstellung des Dorfes aus Sicherheitsgründen untersagt. Tatsächlich entdecken Förster sogar heute noch Munition jeden Kalibers sowie Gasgranaten.

Jedes Jahr am ersten Sonntag im August wird eine Erinnerungsfeier abgehalten. Die Pfarrgemeinde stand unter dem Schutz des Heiligen Petrus in Ketten. Seit damals trägt der Ort den Namen Louvemont-Cote-du-Poivre, wegen der strategischen Rolle dieses Berghangs während des Krieges.

Auf dem offenen Gelände wurde eine Schutzkapelle (1932) und ein Kriegerdenkmal errichtet. Solche Denkmäler entstanden nach dem Ersten Weltkrieg in allen Gemeinden Frankreichs, zum Gedenken an die Opfer unter den Soldaten und Zivilisten, die durch Kriegshandlungen getötet wurden.

Die neue Kapelle des Dorfes Louvemont

Standort eines Hauses
Deutlich sichtbar sind die Schuttberge der ehemaligen Häuser.
Auf dem Gelände von Louvemont werden Ausgrabungen und Sicherungsarbeiten vorgenommen. Das Betreten der Arbeitsstellen ist selbstverständlich verboten.

Der Keller eines Hauses
Der Kellereingang eines Hauses
Das Kriegerdenkmal von Louvemont

Betonierter Unterstand PC 120 bei Verdun

Der Unterstand FT2 oder „PC 120“ liegt bei Verdun hinter der Anhöhe Froideterre, zum Weinberghang „Ravin des Vignes“ hin, und war ursprünglich als Infanterie-Verbindungselement zwischen Froideterre und Thiaumont gedacht. Er war 1911 errichtet worden und bestand aus einem kleinen Bau und zwei gewölbten Stahlbetonbunkern, der, solange er im Zentrum der Schlacht zum Liegen kam, eine der wenigen Schutzmöglichkeiten darstellte. Deshalb war er besonders im Sommer 1916 eines der Nervenzentren dieses in der französischen Verteidigung die entscheidende Rolle spielenden Sektors der Anhöhe Froideterre. Da er für mehrere Aufgaben benutzt wurde, waren hier verschiedene Befehlsstände gleichzeitig untergebracht. Eine der Revierstuben stand außerdem als Sanitätsstelle den Verwundeten zur Verfügung.

Zu diesem Unterstand, der nur 400 Meter vom Unterstand PC 119 entfernt liegt, flüchteten sich die abgehetzten und verletzten Verbindungsmänner, die sich erschöpft von ihrem Irrlauf durch das Niemandsland von Einschlagloch zu Einschlagloch, an Leichen und Geschütztrümmern vorbei und in ständiger Angst sich zu verirren, noch bis hierher hatten retten können. Viele kamen nicht an, wurden von einem MG-Kugel getroffen, von Granatsplittern zerrissen oder im gegnerischen Sperrfeuer nieder gestreckt. Sobald sie ihre Nachricht übermittelt hatten, kehrten die Läufer nach einer kurzen Rast und einer kleinen Stärkung an der noch unbeschädigten Wasserzisterne zu ihrer Stellung zurück. Dieses Wassersammelbecken war ein unschätzbarer Versorgungspunkt, obwohl das Wasser „kreidig und übelriechend“ war und oft mit blau-weiß-roten Chlortabletten „verdunisiert“ werden musste (nach der Stadt Verdun benanntes, damals erfundenes Chlorverfahren).

Von hier aus wurden auch Informationen ins Hinterland gegeben – durch optische Signale, soweit das Wetter, der Rauch, der aufgewirbelte Staub und die Explosionen dies zuließen, oder per Telefonleitung – falls diese gerade funktionierte, denn die auf der Erde verlegten Leitungen waren trotz unermüdlichen Einsatzes der Fernmeldetruppen ständig unterbrochen. In besonderen Notsituationen wurden von Stellungen mit Taubenschlag Brieftauben abgeschickt, doch selbst diese erreichten in der mit Rauch und Gasen verpesteten Luft nicht immer ihr Ziel. Die letzte und gefährlichste Möglichkeit zur Übermittlung von exakten Nachrichten war dann der durch die Linien geschickte Läufer. Für einfache Informationen, d. h. zur Anforderung von Artilleriebeistand oder zum Einsatz oder Abzug von Sperrposten genügten Leuchtraketen.

Deutsche Artilleriestellung in der Nähe des Thiaumont

Sehr deutlich sind die Geschützpositionen und die Granattrichter zu erkennen

Bis weit in den Wald reichen die ehemaligen Stellungen. Teilweise sind sie heute zugewuchert.

Volltreffer
Trotz eines Volltreffers noch gut erhalten

Das Schicksal des Leutnants Hermann Schmandt

Leutnant Hermann Schmandt diente in der 8. Kompanie des Ersatz-Infanterie-Regiments Nr. 28. Er fiel am 20.09.1917 während der Flandern-Schlacht. Hierzu berichtete der Sanitäts-Unteroffizier Hermann Schaffhauser:

„Der englische Angriff hat in der Frühe begonnen. Ich bin als Sanitätsunteroffizier bei dem Kompanieführer Leutnant der Reserve Schmandt. Unser Häuflein wird immer kleiner, wir haben fast keine Munition mehr und ziehen die Patronen mit den Fingern aus dem Gurt des zerschossenen MG. Doch das hilft nicht viel. In dichten Wellen kommen die Engländer mit gefälltem Bajonetten auf uns zu. Sie treiben uns paar Leute wie gefährliche Bestien in ein Grabenstück und setzen uns die Bajonette auf die Brust. Ich deute auf mein rotes Kreuz. Ein englisches Kommando – die Gewehre werden weggerissen, wir sind Gefangene. Unser treuer und mutiger Kompanieführer Leutnant Schmandt aber wird von zwei Engländern an den Grabenrand gestellt und als Gefangener, waffen- und wehrlos durch Bajonettstiche in die Brust ermordet. Diese feige Tat werde ich den Engländern nicht vergessen.“

Hermann Schmandt liegt heute in einem Massengrab auf dem Kriegsgräberfriedhof Langemark.

Ergänzung: Das Grab Hugo Bielenbergs

Hugo Bielenberg in einem Schützengraben am Hartmannsweilerkopf

Während meiner letzten Exkursion habe ich das Grab von Vizefeldwebel Hugo Bielenberg besucht. Er fiel am 21.12.1915 als Vizefeldwebel und Kriegsfreiwilliger in der 1. Kompanie des Großherzöglich Mecklenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 14 bei den Kämpfen am Hartmannsweilerkopf. Er wurde 63 Jahre alt und wohnte zuletzt in Kopenhagen. Begraben liegt er auf der dem Soldatenfriedhof in Guebwiller (Frankreich), Block 5 Grab 1. In einem Buch zur Geschichte seines Regimentes im 1. Weltkrieg war ich auf seinen Namen und sein Foto gestoßen. Aufgrund seines hohen Alters war ich neugierig geworden. Was macht ein Mann in so einem Alter noch als aktiver Soldat im Krieg? Wieso verließ er Kopenhagen, um im Ersten Weltkrieg für sein Vaterland zu kämpfen? Trotz einiger Recherche konnte ich bislang nicht viel hierzu in Erfahrung bringen.

Seine Schule, die Herderschule Rendsburg, gedenkt noch heute Hugo Bielenberg auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/rendsburg_(herderschule)_wk1_wk2_sh.html

Sein Grab (siehe Foto) liegt jedenfalls sehr schön. Es befindet sich am Kopf des Friedhofs, der wiederum an einem Waldrand von Guebwiller befindet. Auf dem Friedhof befinden sich sowohl Gräber gefallener Deutscher, wie auch gefallener Franzosen, wodurch wenigstens im Tode eine Verbindung geschaffen wurde. Die Anlage ist sehr schön gestaltet.

 

 

 

Das Grab von Hugo Bielenberg

Die Männer des Ersten Weltkriegs: Vizefeldwebel und Kriegsfreiwilliger Hugo Bielenberg (63 Jahre)

Bei meiner morgen beginnenden Exkursion zum Hartmannsweilerkopf werde ich auch das Grab von Hugo Bielenberg besuchen. Er fiel am 21.12.1915 als Vizefeldwebel und Kriegsfreiwilliger in der 1. Kompanie des Großherzöglich Mecklenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 14 bei den Kämpfen am Hartmannsweilerkopf. Er wurde 63 Jahre alt. Begraben liegt er auf der Kriegsgräberstätte in Guebwiller (Frankreich), Block 5 Grab 1.

Der Bericht meines Besuchs ist hier zu lesen.

Munitionsdepot unterhalb des Thiaumont

Wegweiser zum ehemaligen Depot an der Straße
Eingang zum Depot

leider war das Gebäude aufgrund des starken Regens überschwemmt

Deutlich sichtbar sind die Einschlagslöcher der Granaten und Mienen

Infanterie-Zwischenwerk der Franzosen

Lüftungskanäle

 

Die ehemaligen Toiletten
Befestigter Schützengraben oberhalb des Gefechtsstands MF 2
Stahlschutzschild
Die deutlich sichtbaren Dellen im Stahl stammen von aufprasselnden Kugeln der Deutschen

Ersatz-Infanterie-Regiment Nr. 28

Regimentskommandeur : Oberstleutnant Heinrich Krebs (1916  – 1918), gestorben 1921

Das Regiment wurde ursprünglich gebildet aus

Bataillon 55 (Karlsruhe) Regimenter 109 und 110, Kommandeur Major von Schönbeck

Bataillon 56 (Rastatt) Regimenter 111 und 40, Kommandeur Major von Holstein

Bataillon 57 (Freiburg) Regimenter 113 und 114, Major von Trott zu Solz

Eintritt in den Krieg: 16.08.914

Einsätze

1914 Oberelsass, Lothringen, Vogesen
04.10.1914 – Ende 1914 Priesterwald (Brigade 55)
01.01.1915 – 29.01.1916 Villers-sous-Preny
1915 Kuhkopf

Der Artikel ist noch unvollendet!

Abri-caverne quatre Cheminèes / Vier Schornsteine

Bei dem Abri Caverne des Quatre Chemineès handelt es sich um einen unterirdischen Schutzbunker, der sich auf der Anhöhe Froideterre befindet. Etwa 10 Monate rückte er während der Schlacht um Verdun in den Mittelpunkt des Geschehens. Der Schutzbunker war für die französischen Ablösetruppen ein wichtiges Bauwerk auf dem Weg vom Weinberghang (Ravin de Vigines) zum Hochplateau Thiaumont oder nach Fleury.

Der Schutzbunker war 1890 zur Unterbringung von 200 Reservisten angelegt worden. Er besteht aus einem unter den Fels geschlagenen Stollen, der als Befehlsstabsquartier und Sanitätsstelle genutzt wurde und etwa 8 Meter lang war.

Ein junger Leutnant berichtet aus dem Jahr 1916, als die Kämpfe um den Schutzbunker einen Höhepunkt erreicht hatten: „Wir haben dort sieben Tage zugebracht, ohne zu schlafen, Tag und Nacht ununterbrochenes Kanonenfeuer. Die Erdabdeckungen wurden ständig aufgerissen, aufgewühlt und aufgeworfen, änderten stündlich seine Form.“

In dem Befestigungsbunker hielten sich ständig Sterbende und Verletzte auf, die man nicht abtransportieren konnte, erschöpfte Meldegänger, abgekämpfte Soldaten und übermüdete Befehlshaber auf. Die Sicherheit der Menschen hing davon ab, ob die kämpfenden Kameraden die wenige hundert Meter entfernte Frontlinie hielten.

Die schlimmsten Tage des Bunkers waren der 22. und 23.06.1916. Die deutschen Truppen wollten noch vor dem Einsetzen der Offensive an der Somme den Verteidigungsgürtel Froideterre sprengen. Hierzu setzen sie eine bis dahin nie erlebte Masse an Soldaten und Kriegsmaterial ein. Ab dem 20.06.1916 wurde die Befestigung Froideterre unablässig bombardiert und die Festungsanlage Thiaumont zerstört. Am Abend des 22.06.1916 gingen alleine 100.000 Giftgasgranaten auf das Schlachtfeld nieder und legten die französische Verteidigung lahm. Für die Menschen im Schutzbunker Abri Caverne des Quatre Chemineès brachten die Gasgranaten den sicheren Tod. Die im Bunker liegenden Schwerverletzten wurden alle vergiftet, die meisten unter ihnen, die keine geeigneten Gasmasken hatten, erlitten schreckliche Todesqualen. Schneeweiße, von unerträglichen Krämpfen refurchte Gesichter, in die Brust gekrallte Finger.

Am 23.06.1916 erfolgte der deutsche Angriff mit 50.000 Mann auf breiter Front mit Rauchbomben und Flammenwerfern. Die französischen Verteidigungsanlagen wurden überrannt. Um 9:30 Uhr erreichten sie die Befestigung Froideterre, besetzten das Dach und beschossen die Eingänge. In die Luftschächte warfen sie Granaten, sodass im Inneren Panik ausbrach. Zwar drohte die französische Front zu brechen, jedoch wichen die deutschen Truppen erschöpft während eines Gegenangriffs der Franzosen zurück.

Die Anlage ist gut ausgeschildert und kann, soweit nicht eingestürzt, besichtigt werden. Sie ist gut erhalten.

(Stand: Frühjahr 2010)

Hinweisschild auf den Schutzbunker an der Straße
Nach fast 100 Jahren sind die Granateinschläge und Granattrichter noch deutschlich sichtbar
Im Hintergrund sind die Belüftungsschächte zu sehen

Ein Eingang in die Stollen des Befestigungsbunker
Ein zerstörter Vorbau des Befestigungsbunkers
Denkmal für Pierre Cazalis de Fondouce, gefallen am 8. August 1916

Zwar ist der Zutritt zur Befestigungsanlage verboten, jedoch sind alle Türen offen und der Zugang frei

Der Befestigungsstollen von innen
Der Eingangsbereich von innen betrachtet
Ein Kamin des Schutzbunkers
Der Bunker ist innen mit einer Klinkerwand ausgegleidet. Dahinter befindet sich ein Hohlraum zum Felsen.
Nach fast 100 Jahren zerfällt die gemauerte Wand langsam.
Blick von oben in einen Belüftungsschacht
Der Kopf eines Belüftungsschachts

Blick über den Wald