Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.577: Bernard Warnke

Der Soldat Bernard Warnke wurde am 01.07.1891 geboren und stammte aus Einen, einem Ortsteil der Gemeinde Goldenstadt in heutigen Bundesland Niedersachsen. Im Ersten Weltkrieg diente er Als Musketier in der 3. Kompanie des 91. Infanterie-Regiments. Am 09.09.1916 verstarb er im Alter von 25 Jahren, nachdem er durch einen Oberschenkelschuss bei den Gefechten von Aleksandrowka – Sieniawka schwer verwundet worden war, im Feldlazarett Serkizow in Wolhynien.

Man begrub Bernard Warnke bei Adamowka. Ob sein Grab noch heute existiert, ist unbekannt, jedoch eher unwahrscheinlich.

Sterbebild von Bernard Warnke
Rückseite des Sterbebildes von Bernard Warnke

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.576: Karl Ringlstetter

Der Soldat Karl Ringlstetter stammte aus der bayerischen Gemeinde Attenhofen und war der Sohn eines Hofbesitzers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie (Verlustliste: 3. Kompanie) des 11. bayerischen Infanterie-Regiments als Reservist. Am 05.05.1915 fiel er während eines Angriffs im Wald von Ailly im Alter von 24 Jahren durch Kopfschuss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Ringstetter berichtet die Regimentsgeschichte des 11. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Ein eigener schwerer Angriff am 05.05. brachte die gesamte im April verlorengegangenen Linien wieder restlos in den Besitz des III. bayerischen Armee-Korps. Überraschend, nach kurzem Artillerievorbereitungsfeuer, stürmte das Regiment Carl, beiderseits eingerahmt von je einem Regiment der neu aufgesetzten 80. Infanterie-Brigade gegen die französischen Gräben an; in kurzer Zeit waren alle ehemaligen deutschen Linien wiedergewonnen und darüber hinaus noch die frühere vorderste Stellung der Franzosen besetzt. Mit einem Schlag war die Ruhe im Wald von Ailly hergestellt. Leider fiel gleich zu Beginn des Sturms der tapfere Kommandeur des Bataillons 11. Regiment, Major Georg Vogl.“

Offiziell ist für Karl Ringlstetter keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Troyon beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitabschnitt fielen, u. a.

  • Gefreiter Sebastian Roithmeier, gefallen am 05.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 13, Grab 134,
  • Leutnant Josef Mandl, gefallen am 05.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 12, Grab 20,
  • Reservist Jakob Schrögmeier, gefallen am 06.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 12, Grab 87.

 

Sterbebild von Karl Ringlstetter
Rückseite des Sterbebildes von Karl Ringlstetter

Die Opfer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.575: Familie Graf

Ein grausames Schicksal steckt hinter dem Sterbebild der Familie Graf. Am 28.12.1944 kam die komplatte Familie bei einem Bombenangriff ums Leben, die Eltern, vier Kinder, ein Schwiegersohn und ein Neffe. Dem Text des Sterbebildes kann man entnehmen, dass die Mutter angesichts der grauenvollen Monate am Ende des Zweiten Weltkrieges den Wunsch geäußert hatte, gemeinsam mit der Familie zu sterben. Fast hat es den Anschein, als habe die Mutter ihren Tod geahnt.

Es starben:

  • Josef Graf, Bäckermeister von Regensburg, geboren am 25.09.1885, [Vater], 59 Jahre alt,
  • Annie Graf, geborene Stigler, geboren am 05.05.1885 [Mutter], 59 Jahre alt,
  • Annie Schindler, geborene Graf, geboren am 13.07.1920 [Tochter], 24 Jahre alt,
  • Feldwebel Xaver Schindler, geboren am 01.02.1920 [Schwiegersohn], 24 Jahre alt,
  • Marianne Graf, geboren am 06.10.1922 [Tochter], 22 Jahre alt,
  • Josefine Graf, geboren am 25.11.1927 [Tochter], 17 Jahre alt,
  • Klothilde Graf, geboren am 17.04.1932 [Tochter], 12 Jahre alt,
  • Josef Schübler, geboren am 11.01.1929 [Neffe], 15 Jahre alt.

Nur die Tochter Hilde überlebte.

Am 28.12.1944, dem Tag der unschuldigen Kinder, fand der schwerste Luftangriff auf Regensburg statt. Die Familie Graf lebte in den Kumpfmühler Straße, wo ein Volltreffer das Haus zerstörte.

Sterbebild der Familie Graf

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.574: Johann Lukas

Der Soldat Johann Lukas wurde am 09.12.1915 in Manholding, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Chieming, geboren. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Feldwebel in einem Panzerjäger-Regiment der Wehrmacht. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet. Am 12.12.1944 fiel er nach 7 Jahren Kriegsdienst im Alter von 29 Jahren bei Mitschdorf im Elsass.

Man begrub Johann Lukas auf dem Soldatenfriedhof Niederbronn-les-Bains in Block 23, Reihe 14, Grab 418.

Sterbebild von Johann Lukas
Rückseite des Sterbebildes von Johann Lukas

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.573: Alois Schmidhuber

Der Soldat Alois Schmidhuber stammte aus Simmel in Siboling, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kienberg. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Gefreiter in einer Baukompanie der Wehrmacht. Am 04.04.1943 fiel er im Alter von 37 Jahren bei Przemyśl in Polen an der Ostfront.

Man begrub Alois Schmidhuber auf einem Soldatenfriedhof bei Przemyśl.

Sterbebild von Alois Schmidhuber
Rückseite des Sterbebildes von Alois Schmidhuber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.572: Rupert Zauner

Der Soldat Rupert Zauner stammte aus See, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wallersdorf, und war ein der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 7. Kompanie des 19. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 16.05.1918 fiel er im Alter von 25 Jahren in Frankreich an der Somme durch einen Brustschuss.

Man begrub Rupert Zauner auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 4, Grab 653.

siehe Bruder Joseph Zauner

Sterbebild von Rupert Zauner
Rückseite des Sterbebildes von Rupert Zauner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.571: Franz Mayr

Der Soldat Franz Mayr wurde am 27.10.1886 in Arfling, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, als Sohn eines Landwirts (Lorisohn) geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 6. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 10.11.1916 verstarb er, nachdem er während der Stellungskämpfe im Artois bei Givenchy-en-Gohelle schwer verwundet worden war, im Alter von 30 Jahren im Marienhospital Essen.

Über die Umstände seiner Verwundung und seiner letzten Lebenstage berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Der lehmige Boden hatte zwar ermöglicht, die Gräben tief einzuschneiden und auch minierte Unterstände anzulegen; aber durch die ständige Minenbeschießung war die Standfestigkeit des Bodens sehr gelockert worden, er bröckelte ständig ab und bildete mit dem bei nassem Wetter in den Gräben nicht versickernde Wasser eine zähe, breiige Masse, in der man namentlich in den Regentagen Anfangs November bis über die Knie versank. Schon die Bodenverhältnisse allein erforderten angestrengte Arbeit, um die Stellung verteidigungsfähig zu erhalten; erst als im Januar eine längere Frostperiode eintrat, besserte sich die Stellung in dieser Richtung. Zahlreiche Sprengtrichter von zum Teil beträchtlicher Tiefe und hoch sich über das Umgelände erhebenden Rändern (Idatrichter!), die sich auf dem Höhenrücken zwischen den im Regimentsabschnitt auf nächste Entfernung einander gegenüberliegenden beiderseitigen Stellungen befanden, mahnten im Verein mit den Wahrnehmungen unserer Mineure über die unterirdische Weiterarbeit des Feindes an die dauernde Gefahr, durch eine Sprengung verschüttet zu werden.  Während der ganzen Besetzungsdauer währte der beiderseitige Minenkampf an, in dem man sich gegenseitig durch Quetschminen die vorgetriebenen Minengänge einzudrücken suchte. Eine größere Sprengung nahm der Feind am 27.11. am linken Flügel von D3 vor, wobei er durch Auswerfen eines 40 – 60 Meter breiten und 15 Meter tiefen Trichters unsere Stellung auf eine große Strecke verschüttete und uns einen Verlust von 20 Toten – darunter Leutnant Katzenstein, Kompanieführer der 7. Kompanie -, 25 Verwundeten und einem Vermissten zufügte. Der unmittelbar an die Sprengung in 300 Meter Breite anschließende feindliche Angriff wurde abgewiesen. Auch Erkrankungen durch die manchmal erst geraume Zeit nach der Sprengung in die minierten Unterstände eingedrungenen Gase kamen vor. Die den Stellungen zunächst liegenden Trichterränder wurden beiderseits durch Gräben mit den Stellungen verbunden und mit Beobachtungsposten und Maschinengewehren besetzt und bildeten häufig das Ziel für nächtliche Patrouillenunternehmungen.“

Man begrub Franz Mayr auf dem militärischen Teil des Friedhofs Essen-Altenessen-Nordfriedhof in Block 11, Grab 17.

Sterbebild von Franz Mayr
Rückseite des Sterbebildes von Franz Mayr

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.570: Josef Nützl

Der Soldat Josef Nützl wurde am 04.04.1897 Eschlbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schönberg, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er im 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Man zeichnete Josef Nützl mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse aus. Er geriet in französische Kriegsgefangenschaft und erkrankte an Typhus. Am 16.02.1919 verstarb er im Alter von 22 Jahren in einem Lazarett in Saint-Dizier (Département Haute-Marne) an dieser schweren Krankheit.

Die Lage des Grabes von Josef Nützl ist unbekannt, ich weiß jedoch, dass viele Soldatengräber dieser Region nach dem Krieg auf dem Soldatenfriedhof Connantre zusammengelegt wurden – beispielsweise wurde auch mein Großonkel Johann Steil dorthin überführt und in einem Massengrab beigesetzt – zunächst anonym.

Sterbebild von Josef Mützl
Rückseite des Sterbebildes von Josef Mützl

Sonderbeitrag: „ir gedenken den Opfern des Faschismus

Wir gedenken den folgenden Opfern des deutschen Faschismus:

18.02.1933 Hans Kestler, am 28.05.1900 in Sossenheim geboren, einem Ortsteil von Frankfurt am Main, von der SA erschossen;

19.02.1937 Klaus Vassilliere bei der Verteidigung des demokratischen Spanien gefallen;

19.02.1942 Wilhelm Göntgens, Dortmund, hingerichtet;

19.02.1945 Karl Wiese und Max Borck hingerichtet;

20.02.1945 Werner Etter, Hamburg, hingerichtet;

21.02.1944 Willy Tietze, Berlin, hingerichtet;

21.02.1945 Wilhelm Ebert, Bielefeld, im KZ Mauthausen umgekommen;

22.02.1940 Albert Willimsky, katholischer Geistlicher, in Sachsenhausen umgekommen;

22.02.1940 Max Eckert, München, im KZ Mauthausen ermordet;

22.02.1943 Hans und Sophie Scholl und Christop Probst hingerichtet;

22.02.1943 Dagobert Lubinski, Düsseldorf, im KZ Auschwitz umgebracht;

22.02.1944 Pfarrer Dr. Alfons Maria Wachsmann hingerichtet.

Wir gedenken…den Opfern des deutschen Faschismus

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.569: Sebastian Mayr

Der Soldat Sebastian Mayr wurde am 19.12.1891 in Altenham geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war Landwirt (Huber-Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 5. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 09.04.1917 fiel er im Alter von 35 Jahren während der Stellungskämpfe im Oberelsass. Sein Bataillon wurde vom 03.04.1918 an der 26. württembergischen Landwehr-Division zugeteilt und marschierte nach Ungersheim, Feldkirch und Bunzenheim beordert. Seit dieser Zeit gilt Sebastian Mayr als vermisst. Sein Sterbeort und seine Grablage war nicht zu recherchieren.

Es könnte gut sein, dass Sebastian Mayr auf dem rund 13 Kilometer entfernt von seinem letzten Aufenthaltsort gelegenen Soldatenfriedhof Cernay als unbekannter Soldat begraben wurde.

Sterbebild von Sebastian Mayr
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Mayr