Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.793: Martin Höcker

Der Soldat Martin Höcker stammte aus Berg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Dorfen, und war der Sohn eines Landwirts (Edelthalhamer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienst-Kreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 15.04.1918 fiel er nach 40 Monate Kriegsdienst im Alter von 23 Jahren bei  Zelobes und Robecq in Nordfrankreich. Den auf dem Sterbeort angegebenen Ort „Cormel Malo“ konnte ich nicht identifizieren. Ich gehe davon aus, dass es sich um einen Hörfehler handelt. Mangels Fremdsprachenkenntnissen wurde ausländische Orte so aufgeschrieben, wie man sie hörte. Meist finde ich bei französischen Orten heraus, um welchen Ort es sich dann handelt. In diesem Fall ist es mir nicht gelungen.

Die Lage des Grabes von Martin Höcker ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einm Massengrab auf dem rund 8 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Laventie begraben wurde, wo man die deutschen  Gefallenen der Region begrub.

Sterbebild von Martin Höcker
Rückseite des Sterbebildes von Martin Höcker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.774: Franz Aschenbrenner

Der Soldat Franz Aschenbrenner stammte aus Dobl, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Vilshofen, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schütze in einer Maschinengewehr-Kompanie. Am 22.07.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren nach 19 Monaten Kriegsdienst während der dritten Flandernschlacht Belgien.

Man begrub Franz Aschenbrenner auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block L, Grab 2.947.

Sterbebild von Franz Aschenbrenner
Rückseite des Sterbebildes von Franz Aschenbrenner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.747: Michael Aigner

Der Soldat Michael Aigner stammte aus Geroling, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Tettenweis, Er war Besitzer des Schnitzergutes von Geroling. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der Maschinengewehr-Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 07.03.1915 fiel er während der Winterschlacht in der Champagne im Alter von 33 Jahren bei Souain-Perthes-lès-Hurlus an der Marne durch einen Granattreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände von Michael Aigner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am Morgen des 07.03. setzte schwerstes Artilleriefeuer gegen unseren Kampfgraben am Südrande des Fingerwaldes, die Laufgräben und die Reservestellung am Steilhang ein. I. Bataillon war Kampfbataillon, 9. Kompanie schloss sich ihm links in der vom Landwehr-Infanterie-Regiment 116 übernommenen Stellung an. Auf die Meldung, dass der Feind 7.30 Uhr morgens seine vordersten Gräben stark besetzte, wurde unsere Artillerie ersucht, ihr Vernichtungsfeuer auf diese Gräben zu legen. 9.50 Uhr vormittags sprang die feindliche Infanterie aus ihren Gräben vor, wurde aber durch unser Infanteriefeuer in sie zurückgetrieben. Eine Viertelstunde später missglückte ihr Sturmanlauf in der gleichen Weise. Hierauf zog der Feind seine Sturmtruppen aus seinen vordersten Gräben zurück und richtete von neuem ein Zerstörungsfruer von furchtbarer Wirkung auf unseren vordersten Kampfgraben. Um 11 Uhr vormittags wurde von dem Beobachtungsstand der Batterie Oster, die nördlich des Finger stand, gemeldet, der Feind verlasse zu Hunderten seinen Graben und dringe in die Westspitze des Fingerwaldes ein.

Die Regimentsreserve im Bayernlager, Bataillonsstab III, 10. und 12. Kompanie, wurden hierauf alarmiert, nach der Fingerstellung in Marsch gesetzt und dem Kommandeur des I. Bataillons zur Verfügung gestellt. Dieser wurde beauftragt, den in den Fingerwald vorgedrungenen Feind wieder hinauszuwerfen; ½ Reserve-Pionier-Kompanie 55 sollte hierbei mitwirken. Auf Antrag des Regimentskommandeures wurde die Brigade-Reserve – 11. Kompanie – von Somme-Py nach der Fingerstellung gesandt, die Divisionsreserve II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und I./Landwehr-Infanterie-Regiment 1 in das Bayernlager gezogen.

Ein starkes Artilleriefeuer lag auf dem Bayernlager und dem Gelände zwischen ihm und der Stellung. Alle Fernsprechverbindungen mit der Stellung und der Artillerie waren zerstört, Meldeverbindungen durch Posten wurden gelegt.

Nachdem die 2.30 Uhr nachmittags im Bayernlager eingetroffenen Bataillone der Divisions-Reserve sich verpflegt hatten, marschiere der Regimentskommandeur mit ihnen und dem Rest der Pionier-Kompanie 55 gegen den Fingerwald vor. Es gelang mit der Marschkolonne den Granateinschlägen derart auszuweichen, dass die Truppe ohne Verluste ihr Ziel erreichte. II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 nebst Pionieren unter Führung von Hauptmann Klein – Oberstleutnant Reck hatte eine besondere Verwednung in der Division – wurde in die Reservestellung am Steilhang vorgeführt, während I./Landwehr-Infanterie-Reguiment 1 in dem Waldgelände zwischen Straße Tahure – Souain und dem Steilhang bereitgestellt wurde.

Inzwischen war der in den Südgraben bei der Fingerspitze eingebrochene Feind entlang der beiden Verbindungsgräben gegen den neuen Kampfgraben vorgedrungen, durch zwei an der Einmündung des rechten Verbindungsgrabens aufgestellte Maschinengewehre aber abgewiesen worden. Unteroffizier Johann Windisch der Maschinengewehr-Kompanie hatte selbsttätig diese beiden Gewehre an dieser für die Abwehr wichtigen Stelle gerade noch im entscheidenden Augenblick eingesetzt. Der in der Stärke von 2 – 300 Mann bereits auf 15 Meter an den Kampfgraben herangekommene Feind wurde durch das Maschinengewehrfeuer aufgerieben. Während der rechte Teil des am Südrande des Fingerwaldes gelegenen, alten Kampfgrabens in die Hand des Feindes gefallen war, war es dem linken Flügel des I. Bataillons unter der entschlossenen Führung des mit dem Unterstützungszug der 3. Kompanie entwickelt quer durch den Wald vorgeeilten Oberleutnant Grosselfinger gelungen, dem Feinde hier das Vordringen in dem Graben und das Vorbrechen aus seiner Stellung am Birkenwäldchen zu verwehren. Wirksam wurde er dabei durch die links von ihm in Stellung befindliche 9. Kompanie unter Oberleutnant Voigt unterstützt.

In der Erkenntnis, dass nur rasches Handeln zum Ziel führen könne, hatte Major Kehl alsbald nach dem Eindringen des Feindes in den Wald der 2/3 1. Kompanie, deren eines Drittel den Westgraben besetzt hielt, befohlen, den längs des linken Verbindungsgrabens vorgegangenen Feind zu vertreiben. Die kompanie kam beim Vorgehen im feindlichen Feuer zum Teil zu weit links und in die Stellung der 9. Kompanie hinein. Mit einem Teil unter ihrem mutigen Kompanieführer Oberleutnant Emminger, konnte sie mitwirken, um den Feind bei der Einmündung des linken Verbindungsgrabens in den neuen Kampfgraben daran zu hindern, in diesen einzudringen. Oberleutnant Emminger wurde hierbei verwundet, bald darauf auch Leutnant Fräßdorf, der entschlossen die Führung der Kompanie in die Hand genommen hatte.

Nach Eintreffen der Regiments-Reserve  setzte Major Kehl diese in der Weise zum Angriff an, dass 10. Kompanie entlang des rechten Verbindungsgrabens vorgehen und die Fingerspitze wieder nehmen, 12. Kompanie nebst einem Pioniertrupp unter Leutnant Grieshaber mit der 1. Kompanie zusammenwirken sollte, um den linken Verbindungsgraben wieder in die Hand zu bekommen. Die 10. Kompanie konnte über den neuen Kampfgraben nicht vordringen; die 12. Kompanie geriet bei der Entwicklung aus ihm heraus im Hindernis in Unordnung und kam auf dem Waldhange in schweres Artilleriefeuer. Im Infanteriefuer mit „Marsch Marsch“ wurde vorgestürzt und der untere Teil des linken Verbindungsgrabens zum Südgraben erreicht. Im Graben entstand ein Feuerkampf auf nächster Entfernung. Leutnant Grieshaber trieb den Feind mit seinem Pionier-Handgranatentrupp eine Strecke weit zurück. Als dieser tapfere Führer gefallen war und die Handgranaten ausgingen, schloss man sich mit einer Sandsackbarrikade gegen den Feind ab. Unteroffizier Michael Knopf der 12. Kompanie übernahm hier die Führung. Er feuerte durch glänzendes Beispiel von Tapferkeit seine Umgebung zum Standhalten an und Verteidigte allen Anstürmen zum Trotz diese wichtige Sperre, stieß sodann mit seinen Leuten dem weichenden Feinde nach und verleidete ihm das Wiederkommen.

Der Regimentskommandeur traf 5 Uhr nachmittags mit dem II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 am Steilhang ein. Er setzte zum Gegenangriff eine rechte Angriffsgruppe unter Major Benz mit 10., 11. und 8. Kompanie und 1 Pionier-Zug unter Leutnant Gogl ein und eine linke Angriffsgruppe unter Hauptmann Klein mu 2/3 5., 7., 12. Kompanie und 1 Pionier-Zug unter Leutnant Mühl. Umfassend sollte entlang der beiden Verbindungsgräben gegen den in den Wald eingedrungenen Feind zusammengewirkt werden, die rechte Flügelgruppe sollte mit ihrem rechten Flügel hierzu am westlichen Waldrande vorgehen. Zur Unterstützung dieses Angriffs wurde Artilleriefeuer gegen die Fingerspitze und auf die feindliche Stellung südlich des Fingerwaldes angefordert.

In der Abenddämmerung brachen von der rechten Gruppe die 8. und 11. Kompanie vor. Der Sturmanlauf der 11. Kompanie wurde von dem feindlichen Infanteriefeuer, das vom rechten Verbindungsgraben her kam, gefasst. Der tapfere Kompanieführer, Hauptmann Ulrich, wurde schwer verwundet. Bald darauf fand Leutnant Kerler den Heldentod. Der linke Flügel der Kompanie warf sich in den vom Feinde besetzten rechten Verbindungsgraben. Beim Sprung in den Graben fiel der seinen Leuten voranstürmende Leutnant Schuckmann. Seine letzten Worte waren: „Da haben wir unseren Erfolg!“ Von den Leuten der 11. Kompanie wurde der Feind in dem Graben allmählich zurückgedrängt. Die 8. Kompanie war der 11. rechts gestaffelt gefolgt. Als der Sturmanlauf der Kompanie nach der Verwundung ihres Führers, Hauptmann Wirth, zusammenzubrechen drohte, riss Leutnant Emrich mit seinem Unterstützungszug die vorderste Linie mit sich fort und blieb im Vorgehen, obwohl er verwundet wurde. In der Dunkelheit kam er zu weit nach links und gelangte in den rechten Verbindungsgraben. Hier kämpfte Leutnant Prähuber der 5. Kompanie, der sich aus freien Stücken mit wagemutigen Leuten von der Besatzung des zweiten Kampfgrabens dem Angriff angeschlossen hatte, mit Teilen der 11. Kompanie zusammen. Leutnant Gogl war mit einem Teil der Pioniere zu ihm gestoßen. Die beiden Offiziere trieben den Feind zurück, wobei Leutnant Gogl schwer verwundet wurde. Nach Eintreffen des Leutnant Emrich wurde das Vordringen in dem Verbindungsgraben über seine Gabelung hinaus fortgesetzt. Leutnant Emrich drang in der rechten, Leutnant Prähuber in der linken Abzweigung vor, bis Leutnant Emreich durch Blutverlust geschwächt zusammenbrach und Leutnant Prähuber ebenfalls verwundet wurde. Die Mannschaften gingen nun führerlos in den neuen Kampfgraben zurück.

Beim Vorgehen der linken Angriffsgruppe, 7. und 2/3 5. Kompanie, war die letztere abgerissen und gelangte mit einem Teile an den rechten Flügel. Die 7. Kompanie unterstützte die entlang des linken Verbindungsgrabens vorgehende 12. Kompanie bei ihrem Vordringen gegen den Südgraben. Dieser wurde nahezu erreicht.“

Man begrub Michael Aigner auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Tettenweis gedenkt Michael Aigner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tettenweis_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Aigner
Rückseite des Sterbebildes von Michael Aigner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.717: Jacob Kohlmann

Der Soldat Jacob Kohlmann wurde am 01.05.1887 in Remagen im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz geboren. Er war königlicher Regierungsbauführer. Im Ersten Weltkrieg diente er als Offizierstellvertreter in der Maschinengewehr-Kompanie des 258. Reserve-Infanterie-Regiment.. Am 29.09.1915 fiel er im Alter von 28 Jahren in Russland, eventuell bei Grendsen.

Die Lage des Grabes von Jacob Kohlmann ist unbekannt. Es dürfte nicht mehr existieren.

Sterbebild von Jacob Kohlmann
Rückseite des Sterbebildes von Jacob Kohlmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.642: Franz Xaver Stamberger

Der Soldat Franz Xaver Stamberger stammte aus Krems, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, Inwohnerssohn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 28.04.1918 fiel er nach 23 Monaten Kriegsdienst im Alter von 22 Jahren bei Beaucourt-en-Santerre an der Westfront.

Offiziell ist für Franz Xaver Stamberger keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine geborgen wurden, diese anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, wo man auch andere Soldaten beisetzte, die im gleichen Zeitraum in Beaucourt-en-Santerre fielen, u. a.

  • Gefreiter Konrad Betz, gefallen am 26.05.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 1, Grab 903;
  • Landsturmmann Michael Lappas, gefallen am 26.05.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 1, Grab 235;
  • Gefreiter Konrad Betz, gefallen am 26.05.1918 bei Amiens, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 1, Grab 903;
  • Gefreiter Adam Müller, gefallen am 09.05.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 3.010;
  • Unteroffizier Wolfgang von Hagens, geboren am 04.04.1918 in Düsseldorf, gefallen am 26.05.1918 bei Beaucourt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 4, Grab 2.042.

 

Sterbebild von Franz Xaver Stamberger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Stamberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.636: Friedrich Steinmassl

Der Soldat Friedrich Steinmassl (Verlustlisten: „Steinmaßl„) wurde am 14.02.1897 geboren und stammte aus der bayerischen Gemeinde Petting und war der Sohn eines Postboten. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 26.05.1918 verstarb er im Alter von 21 Jahren nach schwerer Verwundung bei den Kämpfen zwischen Argonnen und Maas in einem Feldlazarett.

Die Lage des Grabes von Friedrich Steinmassl ist unbekannt. Mangels Datenmaterial und Literatur kann ich keine seriöse Vermutung zur Grablage abgebeben.

Seine Heimatgemeinde Petting gedenkt Friedrich Steinmassl noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/petting_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Friedrich Steinmassl
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Steinmassl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.550: Anton Eisenreich

Der Soldat Anton Eisenreich wurde am 05.06.1896 in Halmbrunn geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schütze in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 23.12.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Verfolgungskämpfe in der Ostwalachei bei Filipesti und Făurei (Rumänien) durch einen Artillerie-Volltreffer.

Zum Zeitpunkt des Todes von Anton Eisenreich war sein Bruder Joseph bereits im Krieg gefallen. Joseph Eisenreich diente in der 9. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, dem Regiment, dem auch Adolf Hitler angehörte (Ersatz-Reservist Joseph Eisenreich, geboren am 29.01.1885, verwundet am 07.10.1915 bei Douvrin, gestorben am 14.10.1915 im Alter von 30 Jahren, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bauvin, Block 3, Grab 198).

Man begrub Anton Eisenreich auf dem Soldatenfriedhof Braila in Block 5.

Seine Heimatgemeinde Eichendorf gedenkt Anton Eisenreich noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-indersbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Anton Eisenreich
Rückseite des Sterbebildes von Anton Eisenreich

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.470: Josef Maier

Der Soldat Josef Maier stammte aus Diepoldsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obing, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.02.1917 verstarb er im Alter von 22 Jahren in englischer Gefangenschaft, in die er während der Stellungskämpfe im Artois bei Souchez (bei Arras) an der Lorettohöhe in diese geraten war.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Josef Maier berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“

Man begrub Josef Maier auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 5, Grab 705.

Sterbebild von Josef Maier
Rückseite des Sterbebildes von Josef Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.458: Johann Baptist Stettner

Der Soldat Johann Baptist Stettner stammte aus Stetten Pfarrei Buchbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 16.07.1918 fiel er im Alter von 25 Jahren während der Stellungskämpfe zwischen Aisne und Marne in Nordfrankreich durch einen Granatvolltreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.07. kam die Division in die erste Linie. Das Regiment sollte dabei aus der Linie Reuilly – Sauvigny in südlicher Richtung vorrücken und den Südrand des Waldes von Condé gewonnen. III./17. in vorderster Linie stieß am südlichen Waldrand bei Janvier- und Les Etangs-Ferme auf den Feind, der sich hier mit Maschinengewehren und Tanks hinter breiten Astverhauen eingenistet hatte. Da der Widerstand des durch Artillerie kräftig unterstützten Feindes ohne ausgiebige Vorbereitung nicht zu überwinden war, konnte das Bataillon nicht weiter vordringen; es wies einen unter dem Feuerschutz der Tanks ausgeführeten Gegenangriff des Feindes ab und machte dabei einige Gefangene. I./17. kam rechts vom III. Bataillon in die vordere Linie. Kampfführung und Übersicht über die Truppe waren durch den Wald erheblich erschwert. Bei I./17. fiel hier bei einem Erkundungsgang der vielfach bewährte Feldwebelleutnant Greif, der erst am Morgen aus Urlaub eingetroffen war und die 1. Kompanie übernommen hatte. Mit Greif, der dem Regiment seit drei Jahren angehört hatte, verlor das Regiment wieder einen der immer weniger werdenden alten Kompanieführer; er sollte die von ihm sehnlichst erwartete Beförderung zum Leutnant der Landwehr, die wegen Tapferkeit vor dem Feinde wenige Tage später erfolgte, nicht mehr erleben. Die Feuertätigkeit des Feindes steigerte sich in den folgenden Tagen immer mehr.“

Man begrub Johann Baptist Stettner auf dem Soldatenfriedhof Belleau in Block 1, Grab 537.

Sterbebild von Johann Baptist Stettner
Rückseite des Sterbebildes von Johann Baptist Stettner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.445: Karl Lamecker

Der Soldat Karl Lamecker stammte aus München und diente als Gefreiter in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.03.1918 fiel er während der Großenschlacht in Frankreich bei der Durchbruchsschlacht bei Saint-QuentinLa Fére im Alter von 27 Jahren bei Itancourt.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am Frühlingsanfang, 21.03., beginnt um 4 Uhr morgens schlagartig die allgewaltige Artillerievorbereitung. Diese Stunden werden für jeden, der sie miterlebt hat, unvergessen bleiben. Die Erde zitterte und stöhnte unter dem Geheul der Geschütze und Minenwerfer, die hier in endloser Folge vom kleinsten bis zum größten Kaliber neben- und hintereinander standen. Es war ein Höllenlärm, der in unveränderter Stärke fünf Stunden anhielt. Da viel Gas geschossen wurde und das Regiment ganz nahe an der englischen Stellung in den vordersten Gräben zum Angriff bereitgestellt war, hatten die Kompanien bald viel unter Gas zu leiden. Die artilleristische Gegenwirkung war anfangs ziemlich lebhaft, verstummte aber nach etwa einer Stunde vollkommen, ein Zeichen, dass die englischen Batterien gut zugedeckt wurden. In der Begeisterung über das herrliche Schauspiel standen die Leute auf der Berme außerhalb des Grabens und als mitten in dem Schlachtenlärm, der dem einer allgewaltigen Schliede glich, in der das Glück des Deutschen Reiches geschmiedet wurde, das Telegramm eintraf, dass seine Majestät der Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Kampffront eingetroffen seien und die Leitung der Schlacht übernommen hätten, steigerte sich die Siegeshoffnung zur Siegesgewissheit.

In dieser Stimmung verließ das Regiment 9.15 Uhr vormittags die deutschen Gräben bei Itancourt und ging in frischem Tempo unter dem Schutze der Artilleriefeuerwalze zügig vor. Es waren in vorderster Linie rechts das I. Bataillon (Rüßlein), links das III. Bataillon (Schobert). Das II. Bataillon (Lauenstein) folgte dicht auf im zweiten Treffen.

Es war ein ungeheurer Nebel, der durch Gas und Rauch und Staub so dicht war, dass man keine 10 Meter weit sehen konnte. Es kamen daher einzelne Truppenteile aus ihrem Angriffsstreifen heraus und verirrten sich. Die dadurch übergangenen englischen Stellungen fügten durch ihr Maschinengewehr-Feuer erhebliche Verluste zu. Die Hauptorientierung bildete die Schussrichtung der Artilleriegeschosse, deren Pfeifen die Richtung gab. Das Regiment kam an Urvillers, einem stark ausgebauten englischen Feldwerk gut vorbei und machte einige hundert Gefangene. Um die Gefechtsstärke nicht zu schwächen, durften den Gefangene keine Begleiter mitgegeben werden. Das hat sich bitter gerächt, die Kerle haben Gewehre und Maschinengewehre vom Schlachtfelde aufgehoben und dem Angreifer damit in den Rücken geschossen. Das ist unbedingt nachgewiesen; auf diese Art fiel z. B. Leutnant Fleischmann (Leutnant Rudolf Fleischmann, aus Gelkendorf – Bordesholm, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Origny-Ste.-Benoite, Block 13, Grab 97) und wahrscheinlich auch der überaus beliebte und tapfere Vize-Feldwebel Huber der 1. Kompanie (Vizefeldwebel Martin Huber, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in einem Massengrab) . Kurz nach Urvillers wurde in einem Fasse ein englischer Artillerieoffizier ausgehoben, der mit außerordentlicher Schneid mit dem fernsprecher das Feuer seiner Batterie leitete. In trotziger und entschlossener Weise verweigerte er jegliche Angaben. Trotzdem war seine Batterie nach einigen Minuten die Beute des Regiments.

Gegen 11 Uhr vormittags ging der Nebel plötzlich weg – die Feuerwalze war weitergerollt, die Maschinengewehre in dem schweren, zerschossenen Boden stecken geblieben. Aber die leichten und schweren Maschinengewehre und die prächtigen Begleitbatterien, voran die Batterie des Hauptmanns Löll, waren da. Sie nützten in dem harten Kampf um die Maschinengewehr-Nester bei Essigny und in der „Lambay-Kaserne“ außerordentlich viel. Es muss hier unbedingt betont werden, dass sich die Engländer äußerst schneidig gehalten haben, an diesem und den kommenden Tagen. Die Leute haben sich bis zum letzten Mann gewehrt und auch auf zwei Schritte noch geschossen. Um so ruhmreicher ist es für das regiment, diesen zähen Widerstand durch noch größere Energie und Schnei gebrochen zu haben. Am 21. wurde noch bis in die tiefe Nacht hinein in zähem Angriff gekämpft. Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum all die Heldentaten mit Namensnennung aufzuführen, die in diesen Tagen vorn Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften vollbracht wurden.“

Man begrub Karl Lamecker auf dem Soldatenfriedhof in St.-Quentin in einem Massengrab.

In München – Haidhausen, der Heimatgemeinde von Karl Lamecker, gedenkt man ihm noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-stjohannbaptist_wk1_bay.htm

Sterbebild von Karl Lamecker
Rückseite des Sterbebildes von Karl Lamecker