2. Großherzoglich hessische Infanterie-Regiment Nr. 116

In den vergangenen Tagen habe ich begonnen, Informationen zum 2. Großherzoglich hessische Infanterie-Regiment Nr. 116 einzustellen. Da es feste Seiten sind, findet man die Informationen im Menü oben.

Ich hoffe, die Informationen nach und nach ergänzen zu können.

Hintergrund für meine Beschäftigung mit diesem Regiment ist, dass das Regiment in Gießen beheimatet war, der Stadt, die nur 5 Kilometer von meinem Heimatort Fernwald entfernt ist und in der ich einen großen Teil meines Lebens verbracht habe.

Grundlage meiner Informationen sind die Bücher

  • Geschichte des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich hessischen) Nr. 116 für Unteroffiziere und Mannschaften, herausgegeben von Generalleutnant a. D. Klingelhöffer, Berlin 1913, 3. Auflage,
  • Erinnerungsblätter deutscher Regimenter – Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich hessischen) Nr. 116, Prof.Albert Hiß, Verlag Gerhard Stalling 1924.

Exkursion zum Lingekopf

Am 26.07.2012 habe ich auf der Rückfahrt von einer Reise in die Vogesen einen Abstecher zum Lingekopf gemacht. Es war mein erster Besuch dort und ich wusste nicht genau, was mich dort erwartete, da ich den Besuch nicht geplant hatte und dieser somit auch nicht vorbereitet war. Natürlich kannte ich aus der Literatur und dem Internet den Ort, jedoch nur von einigen Bildern. Umso erstaunter war ich, was ich vorfand. Der Lingekopf ist ein gut erhaltener Schauplatz der Kämpfe in den Vogesen im Ersten Weltkrieg. Er ist ein Ort, an dem Mann andeutungsweise erahnen kann, welche Leiden die Soldaten Deutschlands und Frankreichs im Ersten Weltkrieg erleiden mussten. Und wieder kam für mich die Frage auf, die mich seit vielen Jahren bewegt: WOZU? Millionen Menschen auf beiden Seiten töteten und wurden getötet, ohne sich zu kennen, um das jeweils andere Land zu erobern und zu besiegen. Heute, fast 100 Jahre später spielt es Gott sei Dank zwischen Frankreich und Deutschland keine Rolle mehr, welcher Nation man angehört. Man kann jederzeit das andere Land besuchen, ohne Pass und Formalitäten und Grenzkontrollen, man kann frei und jederzeit ins andere Land umziehen oder dort Arbeit annehmen. Viele Freundschaften sind zwischen den Ländern entstanden, sowohl auf staatlicher Ebene, als auch auf sehr persönlicher Ebene. Mit der deutsch-französischen Brigade fand sogar eine Teilfusion der Militärs beider Länder statt. Diese Entwicklung ist toll! Denn einen solchen Krieg wie am Lingekopf brauchen und wollen wir nicht mehr!

Der Anfang meines Abstechers: Eine Hinweistafel auf den Lingekopf
Ein französischer Bunker
Der deutsche Soldatenfriedhof Hohrod
Unzählige Kreuze bedecken den Friedhof. Rund 2.500 Soldaten ruhen hier. Rund 500 konnten nicht mehr identifiziert werden.
Selbstverständlich fielen auch deutsche Soldaten jüdischen Glaubens am Lingekopf. Rund 15 Jahre später waren die Leistungen dieser Soldaten vergessen.
Hier ruht Saly Thannhäuser, ein Landsturmmann, gefallen am 01.08.1915.
Gedenkplatte am Eingang

 

 

 

Inschrift: Wanderer, verweile in Andacht und künde zuhause, wie wir als Männer gefallen in Treue zur Heimat.
Inschrift: Wir liegen in Reih und Glied, wir standen zusammen im Leben, drum gleiches Kreuz und gleicher Schmuck ward uns aufs Grab gegeben. Nun ruhen wir aus vom heißen (unleserlich) und harren getrost der Ewigkeit.

 

 

 

Das Museum auf dem Lingekopf – leider bei unserem Besuch geschlossen.
Blick vom Parkplatz auf den Lingekopf

 

 

Gedenktafeln am Museum
Ein Geschütz als Ausstellungsstück – nicht nur für Kinder ein interessantes Objekt
Drahtverhau
Übersichtstafel über den Lingekopf

Hier wurde am 20.07.1975 der französische Schütze Remy Renaud im Erdreich gefunden, der seit 1915 vermisst wurde.
Hier wurden am 02.07.1970 zwei unbekannte französische Soldaten im Erdreich entdeckt.
Das unerlaubte Ausgraben auf dem Lingekopf ist strengstens verboten!
Fundorte anderer vermisster französischer Soldaten (weißes Kreuz)

Hier wurde am 05.10.1979 der deutsche Soldat Hugo Schorg im Erdreich gefunden, der seit 1915 vermisst wurde.

Noch heute ist am Lingekopf gefährliche Munition zu finden, weshalb man die Wege nicht verlassen sollte!
Hier wurde am 04.05.2010 ein unbekannter deutscher Soldat gefunden, der hier seit 1915 im Erdreich ruhte.
Hier wurden am 11.07.1989 vier unbekannte deutsche Soldaten im Erdreich gefunden.
Kaum zu glauben, dass vor dieser wunderschönen Kulisse so furchtbare Kämpfe stattfanden!

Französisches Denkmal

 

 

 

 

 

 

Französischer Soldatenfriedhof in der Stadt Verdun

Direkt in der Stadt Verdun befindet sich ein französischer Militärfriedhof, auf dem ein kleiner Teil der gefallenen französischen Soldaten begraben liegt, die während der Schlacht um Verdun gefallen sind.

Der östliche Eingang zum Friedhof
Der westliche Eingang zum Friedhof
Im Vorhof des Friedhofs stehen französische Geschütze aus der Schlacht um Verdun

Teilansicht des Friedhofs – Gräber, soweit das Auge reicht
Gedenkstätte, auch für Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft

Blick über den Friedhof auf die Innenstadt von Verdun mit der Kathedrale
Ein französisches Ofer des Krieges von vielen
Die Gräber muslimischer Gefallener, die auf französischer Seite kämpften

Die Besatzung eines amerikanischer Flugzeugs, welches im 2. Weltkrieg bei Verdun abstürzte

Postkarte eines Soldaten vom Douaumont

Vor wenigen Tagen konnte ich eine interessante Postkarte in Besitz nehmen. Sie stammt von einem Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, der bei Verdun am Douaumont gekämpft hatte. Auf der Vorderseite (siehe unten) ist der Soldat in Uniform in einer Schlucht dargestellt. Auf der Rückseite hat der Herr eine Nachricht an eine Emma geschrieben. Leider sind meine Lesefähigkeiten bei Sütterlin stark beschränkt. Ich werde jedoch meinen Vater nächste Woche bitten, mir diesen Text vorzulesen. Ich hoffe, dass sich daraus neue Erkenntnisse über den Soldaten ergeben.

Ornes – 1916 zerstörtes Dorf

Ornes liegt 16 Kilometer nördlich von Verdun und war ein wichtiges Marktdorf mit ca. 1.000 Einwohnern. Es liegt an der Quelle des Flusses Ornes, der ihm auch seinen Namen gegeben hat.

“Orna in Wapria” wird 1015 im Kartular  von Saint-Vanne erwähnt.

Ornes, Hauptort des damaligen “pagus Orninsis”, war bereits zur Zeit der Merowinger ein bedeutender Ort. Anschließend wird Ornes ein Baronat und die erste der vier Pairswürden des Bistums von Verdun (Ornes, Murault, Creue und Watronville).

Die Urkunde zur Befreiung des Ortes vom Gesetz von Beaumont, die 1252 vom Kapitel von Madeleine de Verdun einerseits und Jacques, dem Herrn von Ornes und Pair des Bistums andererseits ausgestellt wurde, beweist, dass die Seigneurie zu diesem Zeitpunkt noch zwischen diesen beiden geteilt war. Später verfügte das Kapitel an diesem Ort nur noch über ein Territorialeinkommen, das 1790 auf 1.376  Pfund geschätzt wurde.

In Ornes gab es einen Feudalsitz, den die Grundherren oft eingesetzt haben, um die Bischöfe von Verdun einzuschüchtern. Das “Haus Ornes”, das später in das Haus von “Nertancourt” überging, hatte ein Wappen aus Silber mit fünf roten Ringen, die als liegendes Kreuz angeordnet sind.

Um das Jahr 1563 war der Grundherr von Ornes gleichzeitig ein eifriger Verfechter des Protestantismus in dieser Gemeinde. Der Bischof Psaulme musste seinen Lehnsmann mit Waffengewalt zwingen, einen Pfarrer des neuen Glaubens zu entlassen, der in der Kapelle des Schlosses den Gottesdienst abhielt.

Die Umgebung von Ornes war 1587 Schauplatz eines blutigen Kampfes zwischen den kalvinistischen Truppen der Garnison von Jametz unter dem Befehl von Schelandre und den Truppen des Herzogs von Lothringen. Die letztgenannten wurden geschlagen; 25 Männer wurden getötet und 30 gefangen genommen.

Im Februar 1653 wurde das Schloss von Ornes von lothringischen Truppen eingenommen, was zu “Ruin und Verzweiflung der Einwohner dieses Ortes und der umliegenden Dörfer führte, die sich mit Hab und Gut in das Schloss geflüchtet hatten”.

Wirtschaftszweige des Dorfes waren 3 Mühlen, eine Baumwollweberei mit etwa 30 Arbeitern, Destillerien, Korbwaren, Obsthandel, zwei große Märkte am 30.08. und 15.09.

Die Pfarrkirche des Dorfes war seit dem Jahr 1046 von Saint Maur abhängig.

(Auszug aus: Geographie du department de la Meuse –  H. Lemoine 1909)

Ab Anfang 1916 machten die Bewohner des Ortes ihre ersten Erfahrungen mit den Brutalitäten des modernen Krieges. Ihr Eigentum wurde zerstört und sie zur Abwanderung gezwungen. In der Hoffnung, irgendwann nach Hause zurückzukehren, entschlossen sie sich schweren Herzens, ihre Heimat zu verlassen. Sie waren diesem Land stark verbunden, und auch wenn es nicht sehr fruchtbar war und lange Jahre harter Arbeit erforderte, waren sie doch hier verwurzelt.

Die Perspektive, das frühere Glück einmal wieder zu finden, gab ihnen in ihrem schwierigen Flüchtlingsschicksal einen wichtigen Halt.

Aber leider sah die Realität im Jahr 1918 anders aus. Die Schäden durch die Kämpfe waren zu bedeutend und die Explosionsgefahr zu groß, um an einen Wiederaufbau zu denken. Diese triste Mondlandschaft würde kein Dorfleben mehr kennen. Die ehemaligen Bewohner versuchten ihrer Bestürzung dadurch abzuhelfen, dass sie mit juristischen Mitteln für die Anerkennung und das Überleben ihres Dorfes zu kämpfen. Sie versuchten Abgeordnete, Parlamentarier und Minister für ihre Sache zu gewinnen und wendeten sich sogar an Raymond Poincare, den aus der Meuse stammenden damaligen französischen Präsidenten. Folgende Maßnahmen wurden ergriffen:

Ab 1919 wurde jedem zerstörten Dorf per Gesetz eine Gemeindekommission und ein Präsident mit den Befugnissen und Rechten eines Bürgermeisters zuerkannt.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurde eine Kapelle und ein Kriegerdenkmal gebaut. Auf dem Kriegerdenkmal sind, wie in allen französischen Gemeinden, die Namen der für Frankreich im Krieg Gefallenen und der von der Regierung per Erlass vorgesehene Text vermerkt.

Dreimal am Tag erinnert das Angelusläuten daran, dass an diesem Ort, zwischen dessen Steinen heute der Wald wächst, einmal ein Dorf gestanden hat.

Die Kommandozentrale des Oberst Driant (Verdun)

21-22 Februar 1916

Die Parole lautete, bis zum Ende durchzuhalten. Dies wurde befolgt.Der Der Abgeordnete von Nancy, Oberst Driant aus Saint-Cyr, möchte mit seinem Grad an die Front und er bekommt im Norden von Verdun eine Halb- Brigade bestehend aus zwei Jagdbataillonen zugeteilt : die 56. und 59. B.C.P. Driant, der sowohl Offizier als auch Politiker war und der immer frei heraus sprach, hielt sich nicht zurück, um seine Beobachtungen und Kritik bezüglich der Organisation des Bereichs von Verdun anzubringen. Dies konnte die fortschreitende Zerstörung der Bauwerke der Festung nicht aufhalten, auch wenn die Zwischenstellungen gerade erst angeordnet waren.

Aufgrund seiner mit liebevoller Einfachheit und nicht ohne Strenge ausgeführten Befehlsgewalt konnte er nur seinen Bereich organisieren und den Sturm, den er mit grausamer Klarheit kommen sah, abwarten.

Driant hatte seiner Halbbrigade am 20. Januar den großen Angriff als Tagesordnung angekündigt. Anbei der Text, in dem die wesentlichen Merkmale des Kampfes ohnegleichen, der folgen sollte, vorgezeichnet sind.

Tagesordnung- 20 Januar 1916

“Es ist Zeit, dass die Begnadeten und die Jäger der beiden Bataillone sich für den Kampf vorbereiten, und dass jeder über seine eigene Rolle nachdenkt. Wir müssen uns bis ins kleinste Detail in diesen zerstörenden Kampf, der nun ansteht, investieren und keiner darf aufgrund von fehlenden Anweisungen tatenlos bleiben.

Oft werden wir nicht miteinander in Verbindung stehen, oft werden einige unserer Männer auf sich selbst gestellt sein. Der erste Gedanke aller Jäger muss sein, dem Feind mit allen Mitteln zu widerstehen und ihn aufzuhalten. In den Schlachten der letzten siebzehn Monate habt ihr den Händen des Feindes nur die Verletzten überlassen. Jäger geben nicht auf.”

Am 21. Februar steht er früh auf, schaut in den blauen Himmel und die strahlende Sonne. Er streift seinen Ehering ab und übergibt ihn seinem Sekretär: “Falls ich getötet werde, übergeben Sie diesen Frau Driant”.

Er reitet zu Pferde zum Bois des Caures, gefolgt von seinem Stallknecht.

Um 6 Uhr 45 erreicht er das Schlachtfeld, wo eine Reservekompanie unter Anleitung der Leutnants Leroy und Simon einen Graben ausbauen. Er läßt die Arbeiten unterbrechen und sendet die Truppe an die Kampfstellen. Während er mit den beiden Offizieren spricht, fällt die erste Granate; die Tragödie nimmt ihren Lauf. Das Gebiet des Bois des Caures (Caures: im lokalen Dialekt Haselnuß) ist feucht und schlecht für das Ausgraben der schnell überfluteten Schützengräben geeignet. Die 56. und 59. B.C.P. errichten hier eine Fallenanlage, deren tragische Schwäche in den Schanzkörben lag. In dieser Lage überfiel ihn der Schock am 21. Februar 1916. Die Stellungen des Bois des Caures und des Bois d’Haumont, die vom 165. Regiment gehalten wurden, befanden sich auf gerader Angriffslinie der Deutschen. Die Bombardierung walzt die ohnehin schwachen Verschanzungen vor den 150, 210 und 305 nieder: Driant hatte selbst am Vortag geschrieben: “sie könnten schon diese Nacht, aber auch erst in einigen Tagen angreifen.”

Anfang der Schlacht von Verdun

Im Februar 1916 war der Bereich des Bois des Caures seit November 1915 durch die Gruppe der Jäger des Oberst Driant besetzt. In der Gruppe sind die 56. B.C.P. (Hauptmann Vincent) und die 59. B.C.P. (Major Renouard) enthalten. Die beiden sich an der Front abwechselnden Bataillone haben seit mehreren Wochen unter dem Druck von Driant, der den bevorstehenden Angriff spürt, ihre Positionen verstärkt und die Verteidigung eingerichtet.

Am 21. Februar 1916 um 7 Uhr morgens fällt die erste Granate auf den Wald und Driant, der weiß, dass die Stunde der Opfer geschlagen hat, bleibt bei seinen Jägern und verlässt diese nicht mehr. Die Bombeneinschläge werden so häufig, dass das gesamte Gebiet vermint ist. Ab 10 Uhr ist der Wald nicht mehr zugänglich, ein echtes Chaos. Um 17 Uhr lassen die Bombardierungen plötzlich nach, dann wird wieder geschossen, ein schneller Angriff, sogar ein Kampf von Mann zu Mann. Trotz der wahrhaft heldenhaften Einsätze werden einige Schützengräben erobert.

Am Abend beherrscht der Feind die ersten Linien. Die Jäger des Kompanie Robin starten jedoch in der eiskalten Nacht einen Gegenangriff, erobern ihre Gräben zurück und verbreiten Panik unter den Deutschen, die überzeugt sind, die Jäger außer Gefecht versetzt zu haben.

Geben Mitternacht durchläuft Oberst Driant das gesamte Gebiet, bis zum Ende der Schützengräben und ermuntert seine Männer.

Auch wenn die Jäger die am Vortag verlorenen Schützengräben zurückerobert haben, sind Sie am 22. Februar morgens dem Schußfeuer des Feindes ausgesetzt. Ab 7 Uhr morgens wird die Bombardierung, die genau so heftig wie die des Vortages ausfällt, wieder aufgenommen. Mittags wird der Beschuss eingestellt. Die überlebenden Jäger springen an Ihre Kampfesposten. Der Oberst befindet sich in ihrer Mitte, nimmt ein Gewehr und eröffnet das Feuer. Der Bois des Caures dient nicht mehr als Schutz. Die Feindesmassen umringen ihn. Drei Kompanien der ersten Linie sterben an ihren Gewehren, von zwei Regimentern überwältigt. Die Kompanie Seguin schlägt sich aufs beste. Solange noch Granaten da sind, werden diese eingesetzt, dann wird mit Steinen und Kolben geworfen. Um 13 Uhr erfolgt ein erneuter Angriff. Immer mit dem Gewehr in der Hand, ist Oberst Driant auf der Höhe seines Befehlspostens, inmitten seiner Verbindungsmänner. Er ist äußerst gut gelaunt. Als Eliteschütze kündigt er das Ergebnis der Schüsse und die Fehlerquote an. Die Kompanie SIMON startet einen Gegenangriff und macht einige Gefangene.

Um 16 Uhr bleiben nur noch ca. 80 Männer um Oberst Driant, Major Renouard und Hauptmann Vincent. Plötzlich kommen die Granaten von hinten. Der Bois des Caures wird umgedreht. Das ist das Ende. Um noch an anderen Stellen kämpfen zu können und nicht gefangen genommen zu werden, beschließt Driant, sich aus dem Wald zurückzuziehen. Drei Gruppen schließen sich zusammen. Die Truppe des Oberst enthält die Verbindungsleute und die Telegrafisten. Jeder bemüht sich, die Granatlöcher zu überspringen, obwohl eine deutsche 77er ohne Unterlass schießt. Der Oberst geht ruhig weiter, als letzter, seinen Stock in der Hand. Gerade verbindet er einen verletzten Jäger notdürftig in einem Granatloch und geht dann alleine weiter, als mehrere Schüsse ihn treffen: “Hilfe! Mein Gott” schreit er. Der Abgeordnete von Nancy schlägt auf diesem Stück Boden Lothringens vor dem Feind hin. Von den 1200 Jägern Driants, welche die Divisionen des 18. Korps der deutschen Armee niedergemetzelt haben, überleben nur ca. 100. Der Kronprinz rechnete mit einem Widerstand von wenigen Stunden. Durch diesen unerwarteten, zweitätigen Waffenstillstand konnte der Nachschub aufrücken. Verdun fiel nicht. Diese Gedenkplatte wurde von den Bewohnern von Saint-Cyr der Beförderung “Leutnant-Oberst Driant” zum Anlass des 20. Jahrestages Ihrer Taufe und dem 70. Todestag ihres Paten gespendet.

Die Schlachten am rechten Flussufer

1874-1914 – Verdun, die Grenzfestung

Durch den Anschluss von Elsass-Lothringen (1871) gelangte Verdun zu den ersten Grenzposten und wurde schnell zum Hauptort des an den Ostgrenzen auf Initiative des Generals Séré de Rivières entwickelten Verteidigungsprogramms. Die die Stadt umgebenden Anhöhen sowie die solide Zitadelle erhalten eine doppelte Befestigungsmauer, die zwischen 1874 und 1914 fortlaufend umgeändert und durch Betonpanzer und Panzertürme verstärkt wird. Der Grundaufbau enthält in einem Umkreis von 45 Kilometern 39 Festungen und Bauwerke. In Abständen befinden sich kleinere Elemente (Kampfunterstände, Waffenlager und Hallen, Schanzen, Artilleriestände…), die Hilfe leisten. Dieser unüberwindbare Schutzschild, der bei der Mobilisierung von 66 000 Männern besetzt war und auf einem militärisch abgesperrten Umfeld von 185 km mit sehr engen Wegen erbaut war, besaß Kasernen, Waffenlager, Manövergebiete, einen lenkbaren Park und ein Flugfeld. Der Platz von Verdun, Drehpunkt der französischen Verteidigung im Jahre 1914, besitzt 1915 fast keinerlei Verteidigungsmittel mehr. Die Deutschen wollten durch die Offensive “Urteil” einen brutalen, schnellen und entscheidenden Sieg erringen.

1916 – vor Verdun, ein zehnmonatige Schlacht

300 Tage und 300 Nächte lang findet auf der kleinen befestigten Fläche der Oberen Maas die größte Schlacht der Geschichte statt, in der so viele Menschenleben und Kriegsmaterial wie nie zuvor eingesetzt werden und somit einen wesentlichen Wendepunkt des Großen Krieges ausmachen. In dieser immer wieder durch einen Regen von 60 Millionen Granaten in Beschuss genommenen Hölle, die 300 000 Tote und Vermisste aufnahm und 450 000 Verletzte erschlug, überlebte und starb der Soldat von Verdun. Die Franzosen und Deutschen, alleine oder in kleinen Einzelgruppen, verlassen in den mit Leichen übersäten Granatlöchern, schlecht versorgt, Opfer der Kälte, des Durstes, des Drecks, besaßen als alleinige Begleiter die Angst und Verzweiflung und kannten nur einen Befehl: Angriff oder Widerstand.

Vom 21. Februar an wurden die französischen Stellungen durch den Granatregen des « Trommelfeuers” niedergemäht. Ein im Bois des Caures niedergemähter 36-stündiger Widerstand kann dem Angriff nicht standhalten. Am 25. Februar wird die Festung von Douaumont eingenommen. Nun wird die Lage schwierig und der wahrscheinliche Fall von Verdun greift der Auswanderung der letzten Zivilisten vor. Am 26. wird General Pétain dazu ernannt, vor Ort eine entscheidende Schlacht durchzuführen: er stellt die Männer neu auf, bestückt die Festungen mit neuen Waffen und versorgt die Front auf dem Heiligen Weg mit Männern und Material. Die durch die verzweifelten Opfer der Einheiten erschöpfte Offensive wird erstickt. Im März erweitert Falkenhay, deutscher Chefmajor, seine Angriffsfront am linken Flussufer: vor Avocourt, auf des Hängen des Mort-Homme und am Abhang 304 wird heftig gekämpft. Am anderen Ende der Kette, auf den Gebieten von Vaux und la Caillette, in deren hart umkämpften Schluchten den Namen “Todesschluchten” annehmen, erschöpft sich die Front, gibt aber nicht auf.

Im Mai werden der Abhang 304 und die Verteidigungslinien des Mort-Homme und von Cumières eingenommen, aber jeder verlorene oder gewonnene Meter ist zum Preis eines schrecklichen Leidensweges. Die Festung von Vaux, die am 9. März erreicht und am 7. Juni eingenommen wird, ist der Auslöser des Todesschlages, der schnell vor der französisch-britischen Offensive an der Somme ausgetragen wurde.

Am 23. Juni stürmen 50 000 Deutsche zur Eroberung der letzten Anhöhen vor Verdun, besetzten die Ebene von Thiaumont und das in Ruinen liegende Dorf Fleury, stolpern jedoch über das Bauwerk Froideterre.

Am 11. und 12. Juli erliegt der letzte Angriff der Deutschen der Somme- Offensive dem Aufbau der Festung von Souville, weniger als 4 km von Verdun entfernt, wodurch die Unmöglichkeit des deutschen Sieges bestätigt wird.

Nachdem die deutsche Offensive angehalten wurde, wechselt die Initiative. Fleury wird am 17. August zurückerobert und während des Herbstes halten die Bemühungen der Rückgewinnung die Gefahr vor Verdun fern. Am 24. Oktober wird die Festung von Douaumont zurückerobert, am 2. November die von Vaux. Im Dezember fällt der wesentliche Teil des seit 8 Monate umkämpften Gebietes an Frankreich zurück. Dennoch sind weitere 2 Jahre und die Unterstützung der amerikanischen Truppen im Jahr 1918 nötig, im die Front im Bois des Caures zurückzudrängen.

Von Argonne bis Sain-Mihiel, vier Jahre “unter Verdun”

Ab August 1914 entwickelt sich der Krieg an den äußersten Grenzen der Maas, umschließt und isoliert dann die Festung von Verdun. Nach dem schrecklichen Gemenge von Vaubécourt-la-Vaux-Marie am 10. September wird die Front durch den Rückzug auf das Grenzgebirge von Argonne verlegt. Vom 20. bis 25. führen die heftigen Kämpfe an der Oberen Maas zur Gründung einer Schlucht um Saint-Mihiel, wodurch die Maas und die Verbindungswege 20 Kilometer vor Verdun abgebrochen werden. Der Widerstand der Festung von Troyon verbietet jedoch ein Einschließen. Vier Jahre lang, sind die “Spitzen” und Hügel um Verdun Schauplatz schrecklicher Kämpfe. Die im Boden von Eparges und Vauquois verewigten riesigen Krater zeugen von den Minenkriegen, deren Explosionen Männer und Gräben verschütteten. Erst im Herbst 1918 können amerikanische Offensiven diesen Schraubstock lösen, wobei 120 000 “Sammies” für die Rückeroberung der Spitze von Saint-Mihiel und die Beherrschung des Gebietes der Maas-Argonne geopfert wurden.

Die aufeinanderfolgenden Gräber von Driant

Gemäß dem Protokoll vom 23. März 1916, berichtet der Jäger Paul Coisne des 56. B.C.P., der im Lager von Kassel interniert und Zeuge der letzten Momente des Oberstleutnants Driant war, seine letzten Worte seien gewesen: Oh, là, là, mein Gott !”

Durch einen Schweizer Vermittler sendet die Gräfin Schrotter von Wiesbaden am 16. März 1916 ein Trauerschreiben an Frau Driant. Genau schreibt sie: “Mein Sohn, Leutnant der Artillerie, der gegen Ihren Gatten gekämpft hat, bat mich, Ihnen zu schreiben und Ihnen zu versichern, dass Herr Driant mit Achtung und Fürsorge bestattet wurde und dass seine Feindeskameraden ihm ein ehrenreiches Grab gegraben haben(…) Wir werden uns um dieses Grab kümmern, dass Sie dann in Friedenstagen besuchen können(…)”.

Maurice Barrès, der diesen Brief am 9. April 1916 in der Zeitschrift Echo de Paris zitiert, schreibt: “Hier ist der deutsche Brief, der das Leben eines großen Franzosen beschließt”.

Die Erinnerung an Oberstleutnant Driant wird im Museum der Jäger, dem Tombeau des Braves, welches dem historischen Dienst der Wehrmacht in Vincennes angeschlossen ist, hoch geehrt.

Die Geschichte der aufeinander folgenden Gräber von Driant ist kompliziert. Nach seinem Tod wurde er von den Deutschen auf dem Schlachtfeld beerdigt. Erst am 9. August 1919 wurde er exhumiert, identifiziert und erneut am gleichen Ort begraben. Eine erneute Ausgrabung fand am 9. Oktober 1922 statt, um den Körper in das Monument des Bois des Caures zu überliefern. Dies fand am 21. Oktober, am Vortag der Eröffnung, statt.

Quelle: Gemeinderat der Maas

Das Denkmal für Oberst Driant und seine Kameraden

Ehrenbekundungen aus der neueren Zeit – die Kämpfer sind nicht vergessen

Preiswert übernachten in Frankreich

Viele geschichtsträchtige Orte, insbesondere zum 1. Weltkrieg, liegen in Frankreich. Da ich sehr häufig Exkursionen dorthin unternehme, stand ich bislang vor dem großen Problem, kurzfristig eine möglichst preiswerte Unterkunft zu finden. Anfangs löste ich das Problem, indem ich auf einem nächstgelegenen Campingplatz zeltete. Nachteilig war dabei jedoch, dass es im Zelt relativ unbequem ist, das Aufladen des Akkus von der Kamera umständlich war und so nur Exkursionen in den warmen Monaten möglich waren. Anfang des Jahres stieß ich dann auf die Hotel-Kette Formule1. Hier kann man besonders günstig übernachten. So kostet eine Übernachtung in Verdun im dortigen Formul1-Hotel 32 Euro pro Zimmer. Wenn man 30 Tage im voraus bucht, kostet ein Zimmer sogar nur 30,30 Euro. In dem können maximal 3 Personen übernachten, wobei die Zahl der Gäste keinen Einfluss auf den Preis hat!

Dafür, dass man eine günstige Übernachtung hat, muss man folgende Nachteile in Kauf nehmen:

  • die Hotels sind eher spartanisch ausgestattet
  • WC und Dusche sind auf dem Gang (automatische Reinigung)
  • Frühstück nur gegen Aufpreis (rund 4 Euro)
  • Minimalservice
  • gratis W-Lan

Ich habe mit diesen Hotels beste Erfahrungen gemacht: Freundliches und hilfsbereites Personal, großzügige und kostenlose Parkplätze, verkehrsgünstige Lage der Hotels, kurzfristige Verfügbarkeit. Und bei einem solchen Preis nehme ich ein paar “Unbequemlichkeiten” gerne in Kauf.

Die Hotel-Kette hat weltweit Niederlassungen.

Die hintere Zimmerhälfte am Fenster mit Ecktisch, Stuhl und Fernseher, sowie einer Waschecke

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Doppelbett unten und Etagenbett

 

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Zu Formule1

Das Dorf Beaumont

Das Dorf Beaumont liegt nördlich von Verdun und wurde im Jahr 324, also am Ende der Römerzeit gegründet. Damals hatte es den Namen “Super Fluvium Orna” (über dem Fluss Ornel). Das Dorf wurde dann Bellusmons, Blemont, Byaumontund schließlich Beaumont genannt.

Zu Beginn des Mittelalters hatte die Äbtissin von Juvigny-sur-Laison das Lehnsrecht über Beaumont. Die Bewohner zahlten ihr den Zehnten. Im August 1252 wurde Beaumont vom Grafen von Bar und der Äbtissin von Juvigny aus der Lehnsherrschaft entlassen.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Gegend in den Jahren 1635 und 1636 von Ungarn, Polen und Schweden verwüstet, die die Dörfer niederbrannten und die Einwohner ermordeten. Die Bevölkerung von Beaumont fand in der Burg von Ornes  Zuflucht, aber dort brach die Pest aus und forderte 430 Todesopfer, darunter 22 aus Beaumont.

Um 1700 wurde Beaumont von Monseigneur de Bethume, dem Bischof von Verdun, zur Pfarrstelle ernannt.

Die erste, auf dem Friedhof errichtete Kirche, wird 1786 -1787 durch eine Kirche ersetzt, die am heutigen Standort des Kriegerdenkmals für den Ersten Weltkrieg in der Dorfmitte erbaut wurde. Anschließend erlebte das Dorf zwei Invasionen, eine preußische Invasion im Jahr 1815 und eine deutsche Invasion 1870, bei der am 24.08.1870 ein Regiment weißer Kürassiere ins Dorf einmarschierte.

Beaumont liegt 15 Kilometer nordöstlich von Verdun und erstreckt sich über eine Fläche von 787 ha. Im Jahr 1911 zählt das Dorf 186 Einwohner.

Das Dorf Beaumont wurde im September 1914 evakuiert, die Bevölkerung flüchtet in den Süden Frankreichs. Von Mitte August bis Mitte Oktober lag Beaumont zwischen zwei Linien: Das 6 – 7 Kilometer große Niemandsland reicht von Louvemont bis in die bewaldete Gegend nördlich des Dorfes.

Anfang Oktober 1914 wird der Kirchturm von deutscher Artillerie zerstört.

Mitte Oktober besetzen die französischen Truppen eine Linie, die von der nördlichen Spitze des Caures-Walds über den Ville-Wald zum Weiler Soumazannes reicht. Das gesamte Gemeindegebiet befand sich in französischer Hand und blieb es bis Februar 1916.

Diese verhältnismäßige Ruhe wurde am 21.02.1916 gestört. Der Caures-Wald konnte trotz energischen Widerstands eines Jägerregiments nicht von den Franzosen gehalten werden. Oberst Driant wollte den Rückzug nach Beaumont antreten und zwar vermutlich über die Straße nach Flabas, die nach Gobi auf dem Gebiet von Beaumont führt. Als die Kolonnen den Wald von Champneuville verlassen, befinden sie sich im Kreuzfeuer der deutschen Maschinengewehre. In der Nachhut wird der Oberst tödlich getroffen, aber Teile der Züge können Beaumont  erreichen und verstärken die dortige Garnison.

Am frühen Morgen des entscheidenden 24.02.1916 ist der Himmel grau und der Boden schneebedeckt. In der eisigen Kälte beginnt der Kampf um Beaumont. Im Dorf bieten Truppenteile  zweier französischer Regimenter wiederholten Angriffe die Stirn. So wie die Truppen der 18. deutschen Einheit in das Dorf eindringen, werden sie von den Maschinengewehren durch die Fenster der eigens dafür eingerichteten Keller niedergemäht.

Wie dicht aufeinander folgende Wellen rücken die deutschen Verbände mit einer solchen Geschwindigkeit vor, dass es scheint, als würden sie von den französischen Maschinengewehre förmlich angezogen. Die Deutschen erleiden ausgesprochen schwere Verluste. Jetzt beginnen die Deutschen mit der systematischen Bombardierung des Dorfes. Als sie ihre Sturmangriffe wieder beginnen, stößt ihr Vordringen immer noch auf Widerstand. Aber der Kampf ist zu ungleich. Einigen Truppenteilen gelingt es, sich nach Louvemont abzusetzen, und am Nachmittag des 24.02.1916 fällt Beaumont.

Um 18 Uhr desselben Tages wird der Kampf in der Nähe von Joli-Coer im Wald geräuschlos mit Bajonett und Messer fortgesetzt. Im Westen können die Reste einer französischen Kompanie den Feind nur mit Schwierigkeiten davon abhalten, aus dem Kamm von Anglemont hervorzubrechen. Plötzlich verlässt eine große Gruppe deutscher Soldaten unter Hurra-Rufen den Ort Beaumont auf der Mühlenstraße und erreicht die Nationalstraße. Damit ist der französische Rückzug abgeschnitten.

Der französische Major versammelt die 60 Mann starken Reste einer Kompanie um sich, lässt von einem noch unverletzten Claironbläser zum Angriff blasen und wirft sich an der Spitze dieser Handvoll tapferen Männer auf dem Weg nach Anglemont dem Feind entgegen.

Entgegen allen Erwartungen werden die Deutschen gestoppt. Überrascht stellen diese das Feuer ein und weichen zurück. Da sie den hohen Erschöpfungszustand der Franzosen nicht kennen, versuchen die Deutschen nicht einmal, den Vorstoß zu wiederholen. Damit bleibt der Rückzugsweg der Franzosen offen.

Die Überlebenden des 2. Bataillons des 60. Infanterieregiments kehren jedoch erst auf Befehl vom 25.02.1916 um 2 Uhr morgens über die Wiesen von Vaux, die Schlucht von Vacherauville und den Grillot-Wald zur Cote du Poivre zurück.

Der französische Angriff wird im Sektor Beaumont vom 32. Armeekorps durchgeführt, das vier Infanteriedivisionen umfasst.

Zwischen dem 20. und 26.08.1916 wird das Dorf, welches von den Deutschen in eine Festung verwandelt worden war, ununterbrochen bombardiert. Am 26.08.1916 erfolgte ein Angriff des 154. und 155. Infanterieregiments, aber das Dorf wird weiter von den Deutschen gehalten.

Auch bei einer letzten französischen Offensive am 2. September 1916 kann das Gebiet von Beaumont nicht zurückgewonnen werden.

Beaumont wird erst in den ersten Novembertagen 1918, also kurz vor Kriegsende, von der amerikanischen Armee besetzt.

Nach dem Krieg wird Beaumont zur roten Zone erklärt, das heißt, dass der Wiederaufbaudes Dorfes und die Bewirtschaftung des Geländes untersagt wurde.

1920 wurde vom Präfekten eine Gemeindekommission einberufen.

1925 wurde zum Andenken an die für Frankreich gefallenen Bewohner von Beaumont ein Denkmal errichtet. Anschließend wurde zum Andenken an die Vorfahren und die auf dem Schlachtfeld gefallenen Landeskinder der Friedhof eingeebnet, die Friedhofsmauer erhöht und ein Denkmal mit dem Text der ehrenvollen Erwähnung der Armee und den Namen der Gefallenen errichtet.

1932 – 1933 wurde die Kapelle gebaut.

1932 wurde beschlossen, jedes Jahr am letzten Sonntag im September, dem Patronatsfest (Saint Maurice) ein Treffen der ehemaligen Einwohner und ihren Familien im Dorf zu veranstalten, um die Toten zu ehren und etwas Heimatluft zu schnuppern. Diese Tradition wird auch heute noch gepflegt.

Reste eines Kellers
Der ehemalige Brunnen des Dorfes
Das Denkmal auf dem Gemeindefriedhof
Gedenktafel an einen gefallenen Franzosen
Merkwürdiges Gewölbe auf dem Friedhof der Gemeinde

Übersicht über den Friedhof
Überrest der Kämpfe

Das Dorf Louvemont

Das Dorf Louvemont liegt in der Nähe von Verdun und gehört zu den zerstörten Dörfern.

Die Anfänge des Dorfs Louvemont liegt offenbar in gallischer Zeit. Die Gemeinde liegt an der “Fontaine de Louvemont” in 321 Meter Höhe und besitzt eine Fläche von 825 Hektar. Erstmals erwähnt wurde das Dorf 1041 in einer Urkunde von Kaiser Heinrich III zugunsten der Abtei Saint-Airy von Verdun.

Zwei wichtige Ereignisse haben die Geschichte des Dorfes geprägt: Seine Befreiung im Jahre 1265 durch Robert von Mailand, Bischof von Verdun, und seine Zerstörung im Ersten Weltkrieg. Das zerstörte Dorf wurde gemäß den Anweisungen des französischen Staates wegen der Gefahren durch nicht explodierte Granaten und Kampfgasen nicht wieder aufgebaut.

Das Dorf hatte rund 180 Einwohner und lebte ursprünglich vor allem von Ackerbau und Viehzucht, wie in allen ländlichen Gegenden Frankreichs. Dieses Idylle wurde nach 1870 durch die Ankunft von Arbeitern und Festungsbauer verändert. Sie haben an der Erbauung des Festungsgürtels Verdun mitgewirkt, zu ihren Ehren wurden Feste abgehalten.

Die Schlacht um Verdun, die am 21.02.1916 am Waldstück Bois des Caures begann, setzte sich dann Richtung Osten fort und erreichte Louvemont, das am 23. und 24.02.1916 von deutschen Truppen eingenommen wurde. Das Dorf war am 12.02.1916 geräumt worden, die letzten Einwohner hatten das Dorf offenbar wenige Tage vor dem deutschen Angriff verlassen. Die Beschaffenheit des Geländes, auf dem die Häuser standen, bieten eine Erklärung für den relative guten Erhaltungszustand mancher Ruinen, deren Fundamente und Mauerreste für die Besucher gut sichtbar sind. Die Kämpfe in diesem Gebiet waren hart: Die Wirkung der deutschen Artillerie lassen sich an der Erdschicht ermessen, die am Ort der Kämpfe aufgeschüttet wurde. So liegt z. B. neben der Kapelle die ursprüngliche Bodenhöhe 1 Meter unter der heutigen Bodenhöhe.

Nach dem Krieg beschloss der französische Staat im Bemühen um die Pflicht zur Erinnerung, das Gemeindegebiet jedes der zerstörten Dörfer zu erhalten. Es wurde ein Gemeindeausschuss gegründet. Dieser verwaltet das offene Gelände der Gemeinde, während für das übrige Gebiet das Nationale Forstamt zuständig ist. Louvemont besitzt seit 1916 keine Einwohner mehr. Der französische Staat hatte 1919 die Wiederherstellung des Dorfes aus Sicherheitsgründen untersagt. Tatsächlich entdecken Förster sogar heute noch Munition jeden Kalibers sowie Gasgranaten.

Jedes Jahr am ersten Sonntag im August wird eine Erinnerungsfeier abgehalten. Die Pfarrgemeinde stand unter dem Schutz des Heiligen Petrus in Ketten. Seit damals trägt der Ort den Namen Louvemont-Cote-du-Poivre, wegen der strategischen Rolle dieses Berghangs während des Krieges.

Auf dem offenen Gelände wurde eine Schutzkapelle (1932) und ein Kriegerdenkmal errichtet. Solche Denkmäler entstanden nach dem Ersten Weltkrieg in allen Gemeinden Frankreichs, zum Gedenken an die Opfer unter den Soldaten und Zivilisten, die durch Kriegshandlungen getötet wurden.

Die neue Kapelle des Dorfes Louvemont

Standort eines Hauses
Deutlich sichtbar sind die Schuttberge der ehemaligen Häuser.
Auf dem Gelände von Louvemont werden Ausgrabungen und Sicherungsarbeiten vorgenommen. Das Betreten der Arbeitsstellen ist selbstverständlich verboten.

Der Keller eines Hauses
Der Kellereingang eines Hauses
Das Kriegerdenkmal von Louvemont

Betonierter Unterstand PC 120 bei Verdun

Der Unterstand FT2 oder “PC 120” liegt bei Verdun hinter der Anhöhe Froideterre, zum Weinberghang “Ravin des Vignes” hin, und war ursprünglich als Infanterie-Verbindungselement zwischen Froideterre und Thiaumont gedacht. Er war 1911 errichtet worden und bestand aus einem kleinen Bau und zwei gewölbten Stahlbetonbunkern, der, solange er im Zentrum der Schlacht zum Liegen kam, eine der wenigen Schutzmöglichkeiten darstellte. Deshalb war er besonders im Sommer 1916 eines der Nervenzentren dieses in der französischen Verteidigung die entscheidende Rolle spielenden Sektors der Anhöhe Froideterre. Da er für mehrere Aufgaben benutzt wurde, waren hier verschiedene Befehlsstände gleichzeitig untergebracht. Eine der Revierstuben stand außerdem als Sanitätsstelle den Verwundeten zur Verfügung.

Zu diesem Unterstand, der nur 400 Meter vom Unterstand PC 119 entfernt liegt, flüchteten sich die abgehetzten und verletzten Verbindungsmänner, die sich erschöpft von ihrem Irrlauf durch das Niemandsland von Einschlagloch zu Einschlagloch, an Leichen und Geschütztrümmern vorbei und in ständiger Angst sich zu verirren, noch bis hierher hatten retten können. Viele kamen nicht an, wurden von einem MG-Kugel getroffen, von Granatsplittern zerrissen oder im gegnerischen Sperrfeuer nieder gestreckt. Sobald sie ihre Nachricht übermittelt hatten, kehrten die Läufer nach einer kurzen Rast und einer kleinen Stärkung an der noch unbeschädigten Wasserzisterne zu ihrer Stellung zurück. Dieses Wassersammelbecken war ein unschätzbarer Versorgungspunkt, obwohl das Wasser “kreidig und übelriechend” war und oft mit blau-weiß-roten Chlortabletten “verdunisiert” werden musste (nach der Stadt Verdun benanntes, damals erfundenes Chlorverfahren).

Von hier aus wurden auch Informationen ins Hinterland gegeben – durch optische Signale, soweit das Wetter, der Rauch, der aufgewirbelte Staub und die Explosionen dies zuließen, oder per Telefonleitung – falls diese gerade funktionierte, denn die auf der Erde verlegten Leitungen waren trotz unermüdlichen Einsatzes der Fernmeldetruppen ständig unterbrochen. In besonderen Notsituationen wurden von Stellungen mit Taubenschlag Brieftauben abgeschickt, doch selbst diese erreichten in der mit Rauch und Gasen verpesteten Luft nicht immer ihr Ziel. Die letzte und gefährlichste Möglichkeit zur Übermittlung von exakten Nachrichten war dann der durch die Linien geschickte Läufer. Für einfache Informationen, d. h. zur Anforderung von Artilleriebeistand oder zum Einsatz oder Abzug von Sperrposten genügten Leuchtraketen.