Die Männer des Ersten Weltkrieges – Sonderbeitrag Frankfurter Volkszeitung 5: Joseph Ballweg

Der Soldat Joseph Ballweg stammte aus Dörlesberg, einem SOrtsteil der Stadt Wertheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 16. Kompanie des 130. Reserve-Infanterie-Regiment. Am 07.04.1915 fiel er während der Kämpfe auf den Maashöhen zwischen Vaux les Palmeix und Lamorville in Lothringen, wenige Kilometer westlich Verdun in Frankreich. Er wurde bei einem Gefecht in der Nähe der Ortschaften Marchéville-en-Woëvre und Maizeray getötet.

Man begrub Joseph Ballweg auf dem Soldatenfriedhof Maizeray in Block 5, Grab 41.

In seiner Heimatstadt Wertheim gedenkt man Joseph Ballweg noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/doerlesberg_stadt_wertheim_wk1_wk2_bw.html

Todesanzeige für Joseph Ballweg in der Frankfurter Volkszeitung vom 21.04.1915

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Sonderbeitrag Frankfurter Volkszeitung 4: Georg Drexel

Der Soldat Georg Drexel (Verlustlisten: Drexsel) stammte aus Frankfurt am Main im heutigen Bundesland Hessen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kriegsfreiwilliger und Musketier in der 4. Kompanie des 87. Infanterie-Regiment. Am 14.04.1915 fiel er bei den Kämpfe bei Roye (Somme) im Alter von 19 Jahren in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Georg Drexel ist unbekannt. Vermutlich wurde er an seinem Sterbeort auf dem Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles anonym in einem Massengrab beigesetzt.

Todesanzeige des Katholischen Kaufmännischen Vereins für Georg Drexel in der Frankfurter Volkszeitung vom 27.04.1915

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.801: Michael Lorenz

Der Reservist Michael Lorenz stammte aus der Stadt Nabburg in Bayern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des 8. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 22.02.1915 verstarb er im Alter von 26 Jahren in Lille, nachdem er zuvor leicht verwundet worden war. Es könnte sein, dass er an Tetanus gestorben ist. Diese Erkrankung war ein Fluch im Ersten Weltkrieg, denn ohne Impfschutz, den es damals noch nicht gab, starben sehr viele Soldaten daran, selbst wenn sie nur leicht verwundet worden waren einen elenden Tod.

Man begrub Michael Lorenz auf dem Soldatenfriedhof Viéville-sous-les-Côtes in Block 1, Grab 132.

Sterbebild von Michael Lorenz
Rückseite des Sterbebildes von Michael Lorenz

SONDERBEITRAG: Die Suchanzeige der Mutter von Heino Schwoon

Beim Ankauf eines Konvoluts norddeutscher Todesanzeigen des Ersten Weltkriegs erwarb ich auch die nachfolgend abgebildete und recherchierte Anzeige der Mutter des Leutnants und Kompanieführers Heino Schwoon (laut Regimentsgeschichte war er Zugführer in der 4. Kompanie).

Der Soldat Heino (Heinrich) Schwoon wurde am 04.10.1887 in Oldenburg im heutigen Bundesland Niedersachsen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant und Kompanieführer der 8. Kompanie des 84. Reserve-Infanterie-Regiment. Am 04.08.1916 fiel er, galt jedoch bis Mitte 1917 als vermisst. Er wurde während der Schlacht an der Somme bei den Ortschaften Martinpuich-Pozières getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Heino Schwoon berichtet die Regimentsgeschichte des 84. Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die 11. Kompanie brachte den Kompanien des II. Bataillons Essen und Munition in dieser Nacht nach vorn.

Die Nacht vom 03. zum 04.08.1916 ging zu Ende. Wohl manch einer vom II. Bataillon mag dem kommenden Tag mit Unbehagen entgegengesehen haben. Kommt Tommy endlich heute? Hoffentlich. Denn noch einmal den ganzen Tag wehrlos bei dem heißen Wetter liegen, das ist ja nicht mehr zu ertragen. Das strahlende Morgenrot sollte manchem Kameraden zum letzten Mal leuchten:

Morgenrot, Morgenrot,

leuchtest mir zum frühen Tod!

Schon fing der Eisenhammer wieder an loszuschlagen. Granaten, Schrapnells, Minen, Gewehrgranaten schlugen in kürzester Zeit wieder in Trümmer, was eifrige Hände im Dunkel der Nacht gearbeitet hatten. Gegen Mittag war die ganze Stellung des Regiments ein wüstes Trichterfeld – Verbindung innerhalb der Kompanie, Züge, ja, teilweise zwischen den Gruppen, war nicht vorhanden. Jedweder Verkehr nach hinten und von den Stäben nach vorn war unmöglich.

Das Regiment hatte inzwischen die Ablösung des II. Bataillons durch das III. Bataillon befohlen.

Gleichzeitig sollte am Abend das I. Bataillon wieder nach vorn rücken: 1. Kompanie in der Belowstellung, 2. Kompanie in der Riegelstellung, 3. und 4. Kompanie in der Zwischenstellung.

Auch diese beiden Bataillone dachten mit Schrecken an die kommenden Tage, gingen doch manche ihrer Leute – es waren allerdings nicht mehr viele – zum dritten Mal in jene Hölle! Aber was hilft das alles: Befehl ist Befehl. Und dass trotz allem die Stimmung, wenn auch ernst, so doch ungebrochen war, wird am besten durch das tapfere Verhalten des Unteroffizier Mattfeld und Musketier Hubert und Suhr von der 11. Kompanie bewiesen. Als diese mittags hörten, dass ihre Kompanie am Abend die 8. Kompanie vorn ablösen sollte, da erboten sich diese drei unerschrockenen Männer freiwillig, gleich in den ersten Nachmittagsstunden nach vorn zur 8. Kompanie zu gehen, um deren Stellung zu übernehmen. Und was unmöglich schien, sie brachten es fertig, gelangten heil nach vorn. Nachdem sie sich vorn die Löcher, die den Graben darstellten, angesehen hatten, hasteten und jagten sie wieder durch das Artilleriefeuer zurück zu ihrer Kompanie, wo sie zur Freude ihrer Kameraden, wenn auch erschöpft, so doch heil und unversehrt wieder anlangten.

Als sich der Abend über diesen 04.08. herniedergesenkt hatte, traten die Kompanien des III. Bataillons zur Ablösung an. Wegen des immer noch starken Artilleriefeuers marschierten die einzelnen Züge mit 100 Schritt Abstand nach vorn.

Vorn beim II. Bataillon aber atmeten die Leute auf: „Ablösung!“ Weißt du noch, Kamerad, was uns dies Wort bedeutete, wenn wir Großkampftag hinter uns hatten? Nun bloß noch Stunden, dann noch einmal durchs Feuer durch. Und dann, wenn wir dann in den grauenden Morgen hineinmarschierten, der Sonne entgegen, waren wir da nicht andere Menschen geworden? Herrgott! Wir waren nicht feige, wir waren niemals mutlos! Aber wenn wir so tagelang dort vorn gelegen hatten, ausgehungert, halb verdurstet, wenn wir das Wimmern und Stöhnen unserer verwundeten Kameraden den ganzen Tag über mit anhören mussten, wenn wir den gefallenen Freund, mit dem wir noch vor wenigen Minuten sprachen, über den Rand unseres Granatlochs behutsam hinüberschoben, weil wir es einfach nicht über uns bringen konnten, dauernd in sein gebrochenes Auge zu sehen, wenn uns dann manchmal – sprechen wir ruhig im Frontdeutsch – die Scheoße bis oben ran stand – nun, wir waren eben auch nur Menschen!

So mochten wohl auch vorn die Leute vom II. Bataillon denken, als die Dunkelheit hereingebrochen war. Gott, an die Schießerei hatte man sich langsam ja gewöhnt. Laß Tommy ruhig auch mit Minen schießen, wie er es macht. Hat er die letzten drei Tage nicht angegriffen, dann kann er auch noch warten bis morgen. Warum sollen es schließlich die anderen besser haben als wir. „Marsch! Es ist schon ½ 11 Uhr! Die können nun auch bald kommen, uns abzulösen!“ – „Junge, Junge, wenn ich erst heute Nacht hinten bin, aber dann – schlafen, schlafen und nochmals schlafen!“

Manch einer der Kameraden vom II. Bataillon sollte nicht zu warten brauchen, bis er hinten war, um schlafen zu können. Er sollte nur zu bald zum Schlaf sich hinlegen, allerdings für immer!

Kurz nach 10.30 Uhr abends stieß der Engländer gegen die Front des II. Bataillons in 8 Sturmwellen vor. Die Reste der 5., 6. und 7. Kompanie, von denen über die Hälfte tot, verwundet oder verschüttet ist, setzen sich tapfer zur Wehr. Infanterie- und Maschinengewehrfeuer mäht in die dichten Reihen der Angreifer. Kein Befehl ist nötig, kann auch nicht durchgegeben werden, hier 2 Mann, dort 3, hier 5, dort einer allein – sie sind alle deutsche Soldaten, die beim Angriff des Feindes allein wissen, was sie zu tun haben: schießen, schießen und nochmals schießen. Da braust ein Hurra durch das Tosen der Schlacht: der Angriff stockt, zuviel sind beim Engländer gefallen, er weicht.

Kennst du noch das Gefühl, Kamerad, das uns beseelte, wenn der Feind zurückwich, jenes Gefühl des Stolzes, des Sieges, der Überlegenheit über den Feind, jenes Gefühl, das schier die Brust vor Freude sprengen wollte?! Lass ihn noch einmal kommen, den Feind! Dann soll er uns abermals kennen lernen!

Keine Viertelstunde war vergangen, als der Engländer zum zweiten Angriff vorbrach. Inzwischen war im Abschnitt der 5. Kompanie – ein leuchtendes Zeichen bester, treuester Frontkameradschaft . die zu ihrer Ablösung bestimmte 12. Kompanie eingetroffen.

Gemeinsam nahmen die Kompanien wieder die Abwehr auf. Die in Sappe 3 am linken Flügel – wo am 29.07. Hauptmann Schlettwein fiel – eingedrungenen Engländer wurden im kurz darauf einsetzenden Gegenstoß wieder hinausgeworfen. Kann sich die 5. Kompanie des Feindes erwehren, so gelingt es diesem, trotz aller Anstrengungen der 6. und 7. Kompanie in deren Graben einzudringen.

Der Kampf verebbt. So schnell wie möglich eilen die anderen Kompanien des III. Bataillons nach vorn, um ihren Kameraden vorn zu helfen in ihrer Bedrängnis. Sie gehen querbeet durch das Gelände in Richtung auf die ungefähre Lage der Stellung der abzulösenden Kompanien los, um ja keine Zeit zu versäumen.

Die 9. Kompanie, die sich an der großen Straße entlangtastet, erkennt schon rechts die Baumstümpfe des Weges Courcelette-Pozieres. Jetzt muss sie ja dicht am Graben der 8. Kompanie sein. Eben hat sie den Pozieres-Riegel überschritten, da schlägt ihr auf einmal ein verheerendes Gewehr- und Maschinengewehr-Feuer entgegen aus der Stellung der 8. Kompanie. Kein Zweifel! Die Stellung der 8. Kompanie ist vom Feind besetzt. „Stellung!“ schreit Oberleutnant Engel seiner Kompanie zu. Die bringen sofort ihre Gewehre vor, legen Handgranaten bereit. Und es war höchste Zeit. Denn schon drängt Tommy wieder beiderseits der Straße vor, um seinen Erfolg zu erweitern und womöglich durchzubrechen. An der heldenmutigen 9. Kompanie aber zerschellt sein Angriff!

In der Mitte des Regimentsabschnittes liegt die 6. Kompanie. Sie soll durch die 10. Kompanie abgelöst werden. Auch diese Kompanie hastet querbeet nach vorn. Mit keuchendem Atem kommt die Kompanie vorn an. Tak – tak – tak – tak – tak —-jagt Maschinengewehr-Feuer, krachen Handgranaten ihr entgegen. Auch hier sitzt Tommy in der deutschen Stellung. „Drauf!“ schreit Leutnant Lassen, der Kompanieführer, und stürmt seinen ihm ohne Bedenken folgenden Leuten voran. Vergeblich. Die susgepumpten Leute kommen nicht so schnell im Trichtergelände vorwärts. Inzwischen aber speien die englischen Maschinengewehre und Handgranaten Tod und Verderben zwischen die Reihen der stürmenden 10. Kompanie und halten grausige Ernte. Leutnant Lassen fällt, mit ihm viele brave Musketiere. Von der Kompanie selbst bleiben nur noch Trümmer übrig..“

Die Lage des Grabes von Heino Schwoon ist unbekannt.

Suchanzeige der Mutter von Heino Schwoon

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Sonderbeitrag Frankfurter Volkszeitung 3: Georg Reuter

Der Soldat Georg Reuter stammte aus Marxheim, ehute ein Stadtteil der hessischen Stadt Hofheim im Taunus. Er war Vorstandmitglied Katholischer Arbeiterverein Marxheim im Taunus. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 3. Kompanie des 42. Brigade-Ersatz-Bataillon. Nach schwerer Verwundung verstarb er am 17.04.1915 im Festungs-Lazarett Blandinenstift in Metz.

Die Lage des Grabes von Georg Reuter ist nicht zu ermitteln.

Seine Heimatstadt Hofheim im Taunus gedenkt Georg Reuter noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/hofheim_taunus-marxheim_frdh_wk1u2_hess.htm

Todesanzeige für Georg Reuter in der Frankfurter Volkszeitung vom 26.04.1915

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.799: Joseph Steffens

Der Pionier Joseph Steffens stammte aus Luxem bei Mayen im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Ersten Weltkrieg diente er im II. Pionier-Bataillon Nr. 8. Er gilt seit dem 09.04.1916 als vermisst. Er wurde 30 Jahre alt und fiel während der Schlacht um Verdun.

Sterbebild von Joseph Steffens
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Steffens

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.797: Josef Grünauer

Der Ersatz-Reservist Josef Grünauer stammte aus Altenham, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Schneiders. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 11. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Anfang und Mitte 1915 wurde er leicht verwundet, verblieb jedoch bei der Truppe. Anfang 1916 erwischte es ihn erneut: Er wurde leicht verwundet. Am 07.08.1916 fiel er dann im Alter von 25 Jahren.

Die Lages des Grabes von Josef Grünauer ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurde, auf dem auch seine Regimentskameraden der 11. Kompanie begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Otto Leitl, gefallen am 04.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Gefreiter Franz Gründler, gefallen am 02.08.1916 bei Vaux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Ersatz-Reservist August Kolb, gefallen am 01.08.1916 bei Fort Vaux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Georg Schabel, gefallen am 04.08.1916 bei Fort Vaux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Lorenz Hinkofer, gefallen am 07.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Grünauer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Grünauer

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.796: Josef Altmannsperger

Der Soldat  Josef Altmannsperger stammte aus Stockland, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Egglham, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 10. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren bei der Schlacht um Verdun während der Kämpfe um die Wabengräben im Thiaumond-Wald und um die Thiaumont-Ferme durch Kopfschuss. Er fiel gleich beim ersten Sturm auf die Wabengräben.

Über den Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06.1916 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, sio erhielten sie ein vernichtendes MG-Feuer vom Rücken westlich des Thiaumont-Waldes und der Thiaumont-Ferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabengrabenstellung selbst. Auch die zweite und dritte Welle folgte unmittelbar. Auch sie geriet in das MG-Feuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorstürmenden Truppen vor dem unversehrten feindlichen Hindernis liegen Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einige Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen, die triumphierend ein erbeutetes Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Auch der Angriff, der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie-Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus.“

Ein sinnloser Tod.

Man begrub Josef Altmannsperger auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Sterbebild von Josef Altmannsperger
Rückseite des Sterbebildes von Josef Altmannsperger

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.795: Johann Frauenlob

Der Soldat Johann Frauenlob stammte aus Brunnthal, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rechtmehring, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütlerssohn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 25. bayerischen Infanterie-Regiments. Seit den Kämpfen bei der Schlacht um Verdun im August 1916 wird er nach Angaben des Sterbebildes vermisst. Er wurde 31 Jahre alt.

Ich vermute jedoch, dass die Angabe des Zeitpunktes seines Todes falsch ist. In den Verlustlisten wird er mit Regimentskameraden aufgeführt, die alle – soweit recherchierbar – im September gefallen sind, bei den Kämpfen um Fleury. Johann Frauenlob fiel vermutlich etwa um den 03.09.1916 herum. Er dürfte auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville anonym in einem Massengrab beigesetzt worden sein, wenn seine Gebeine geborgen wurden. Dort ruhen auch seine Regimentskameraden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Leutnant Karl Fürgang, gefallen am 03.09.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Johann Schäffler, gefallen am 03.09.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Leutnant Luitpold Wallner, gefallen am 03.09.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Albrecht Stadelmann, gefallen am 03.09.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Johann Frauenlob
Rückseite des Sterbebildes von Johann Frauenlob

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.793: Philipp Lechner

Der Soldat Philipp Lechner wurde am 23.07.1889 in Gattern geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bernau. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments als Reservist. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 10.04.1917 fiel er nach 32 Monaten Kriegsdienst während der Stellungskrieges bei Sait-Mihiel bei Verdun durch Verschüttung zwischen Menonville und Chauvoncourt, nachdem er rund ein Jahr vorher bereits einmal leicht verwundet worden war..

Sterbebild von Philipp Lechner
Rückseite des Sterbebildes von Philipp Lechner