Der österreichische Soldat Valentin Leitner stammte vom Girbengut in Hucking, heute ein Ortsteil der österreichischen Gemeinde Tarsdorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er im 2. Landwehr-Infanterie-Regiment. Am 19.10.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Risarkowice in Galizien.
Wie meist bei Österreichischen Kriegsopfern konnte ich für Valentin Leitner keine Grablage ermitteln.
Sterbebild von Valentin LeitnerRückseite des Sterbebildes von Valentin Leitner
Bei Recherchen für einen Gefallenen des Ersten Weltkrieges stieß ich gestern auf das Schicksal des folgenden Künstlers:
Der Soldat August Stramm wurde am 29.07.1874 in Münster im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen geboren. Er war ein Dichter und Dramatiker des deutschen Expressionismus und arbeitete als Postinspektor.
Der Dichter August Stramm
Seine militärische Dienstpflicht hatte er als Einjähriger abgeleistet und sich zum Reserveoffizier qualifiziert. 1913 wurde er zum Hauptmann befördert. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er Kompanieführer des 110. Landwehr-Infanterie-Regiments an der Westfront, u. a. bei Chaulnes (Somme). Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Nach kurzer Zeit wurde er zur 9. Kompanie des 272. Reserve-Infanterie-Regiments und an die Ostfront versetzt, wo er an der Durchbruchsschlacht bei Gorlice teilnahm und des Feldzug in Galizien mitmachte. Er kämpfte in 70 Schlachten und Gefechten mit.
Am 01.09.1915 fiel er im Alter von 41 Jahren bei Horodec östlich Kobryn, heute Belarus. Er wurde bei einem Sturmangriff auf starke russische Linien in den Rokitnosümpfen (auch Prypjatsümpfe genannt) getötet. Er hatte mit seiner Truppe eine schwere Aufgabe zu bewältigen, als sie fast vollständig aufgerieben und vernichtet wurde. Er war der einzig Überlebende, als ihn ein Kopfschuss traf.
Die Regimentsgeschichte des 272. Reserve-Infanterie-Regiments berichtet über den Sterbetag und die Sterbeumstände von August Stramm:
„Nach weiteren erfolgreichen, zum Teil recht schweren Kämpfen am Dnjepr-Bug-Kanal wie bei Horodec am 01. September wurde der Vormarsch auf der Straße Kursuny – Drohiczyn fortgesetzt und westlich Drohiczyn der Feind in starker Stellung am 03. September angegriffen, leider ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen.
In den Kämpfen bei Horodec fielen Hauptmann Stramm und Leutnant Axt sowie eine Unzahl tapferer Unteroffiziere und Mannschaften. Abermals hatten todesmutige Offiziere und Mannschaften ihr Leben zur Ehre des Regiments und des Vaterlandes hergegeben.“
Man begrub August Stramm zunächst auf einem Feldfriedhof bei Horodec. Später bettete man ihn auf den Südwestkirchhof Stahnsdorf um. Sein Grab existiert heute noch. Auch sein Sohn wurde dort begraben.
Als Beispiel hier ein Gedicht von August Stramm, welches mir besonders zusagt:
Siede Meine Schwäche hält sich mühsam An den eigenen Händen Mit meinen Kräften Spielen deine Knöchel Fangeball! In deinem Schreiten knistert Hin Mein Denken Und Dir im Auggrund Stirbt Mein letztes Will! Dein Hauch zerweht mich Schreivoll in Verlangen Kühl Kränzt dein Tändeln In das Haar Sich Lächelnd Meine Qual!
August Stramm
Die gefallenen Offiziere des 272. Reserve-Infanterie-RegimentsDas erste Grab von August Stramm auf einem FeldfriedhofDer Dichter August Stramm als HauptmannDer Dichter und Hauptmann August Stramm 1915August StrammHauptmann August Stramm bei der RasurAugust Stramm in getarnter Stellung
Der Soldat Anton Steinmannstammte aus Großwaging, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Diersbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. österreichischen Infanterie-Divisions-Sanitäts-Abteilung. Am 23.06.1915 verstarb er im Alter von 23 Jahren im Feldmarodenhaus in Libiaz in Galizien. Dort wurde er auch begraben. Sein Grab existiert vermutlich heute nicht mehr.
Sterbebild von Anton SteinmannRückseite des Sterbebildes von Anton Steinmann
Der Soldat Peter Seiwald stammte aus Seethal, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Saaldorf-Surheim, und war der Sohn eines Fischers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern 3. Klasse und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 13.08.1917 fiel er im Alter von 25 Jahren nach 27 Monaten Kriegsdienst während der Stellungskämpfe nordöstlich Czernowitz in der heutigen Ukraine durch einen Brustschuss.
Die Lages des Grabes von Peter Seiwald ist unbekannt.
Sterbebild von Peter SeiwaldRückseite des Sterbebildes von Peter Seiwald
Der Musketier Sebastian Harrecker stammte aus Emertsham, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Wagnermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Kompanie des 5. preußischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 08.10.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Stellungskämpfe an der Narajowka, zwischen Narajowka und Zlota Lipa und an der Ceniowka.
Die Grablage für Sebastian Harrecker ist unbekannt, wie meist bei den Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf den östlichen Schlachtfeldern. Vermutlich existiert sein Grab nicht mehr.
Sterbebild von Sebastian HarreckerRückseite des Sterbebildes von Sebastian Harrecker
Der Gefreite der Reserve Karl Fischer stammte aus Mardorf, heute ein Ortsteil der hessischen Stadt Homberg (Efze). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 167. Infanterie-Regiments. Am 03.07.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren in Galizien bei Nowy Tok nach 23 Monaten Kriegsdienst während der Kämpfe am oberen Styr-Stochod.
Wie meist Gefallenen in Galizien ist auch für Karl Fischer keine Grablage mehr bekannt.
Sterbebild von Karl FischerRückseite des Sterbebildes von Karl Fischer
Der Ersatz-Reservist Heinrich Martin Emmerich wurde am 10.12.1884 in Mardorf geboren, heute ein Ortsteil der hessischen Stadt Homberg (Efze). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 224. Reserve-Infanterie-Regiments (falsche Angabe auf Sterbebild). Am 06.06.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren bei Kalusz (Schreibfehler auf Sterbebild) in Galizien, der heutigen Ukraine.
Die Grablage für Heinrich Martin Emmerich ist, wie oft bei Gefallenen an der Ostfront, nicht bekannt.
Sterbebild von Heinrich Martin EmmerichRückseite des Sterbebildes von Heinrich Martin Emmerich
Wilhelm Neumeister wurde am 05.12.1893 in Twistringen in Niedersachsen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 9. Kompanie des 148. Infanterie-Regiments. Am 03.09.1915 fiel er bei Friedrichstadt (Lettland, lettisch: Jaunjelgava) während der Stellungskämpfe an der Aa (Lettland, lettisch: Lielupe), Ekau (Lettland, lettisch: Iecava) und Düna bei einem Sturmangriff auf russische Stellungen.
Wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Ostfornt ist heute für Wilhelm Neumeister keine Grablage mehr bekannt.
Sterbebild von Wilhelm NeumeisterRückseite des Sterbebildes von Wilhelm Neumeister
Johann Bonauer stammte aus der bayerischen Gemeinde Emmerting und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 4. Großherzöglich-hessischen Infanterie-Regiment Nr. 118 (56. Infanterie-Division) Am 27.05.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren bei Jaroslau (polnisch: Jarosław) in Galizien (heute: Polen) während Gefechten mit Russen durch einen Granatsplitter, der ihm in den Kopf drang.
Sterbebild von Johann BonauerRückseite des Sterbebildes von Johann Bonauer
Felix Wacker wurde am 06.05.1896 in Nordweil geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 185. preußischen Infanterie-Regiments und verstarb im Alter von 20 Jahren in einem Lazarett in Gorau (Galizien). Bereits Ende 1916 war er bei Gefechten leicht verwundet worden.
Sterbebild von Felix WackerRückseite des Sterbebildes von Felix Wacker