Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.965: Anton Scheitzach

Der Soldat Anton Scheitzach stammte aus Asbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regimentss. Am 13.06.1916 fiel er als 3. Mitglied seiner Familie im Alter von 26 Jahren während der Schlacht um Verdun bei der Erstürmung der Wabengräben im Thiaumont-Wald.

Über den Sterbezeitraum von Anton Scheitzach und die Sterbeumstände schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06. 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, so erhielten sie ein vernichtendes Maschinengewehr-Feuer vom Rücken westlich des Thiaumontwaldes und der Thiaumontferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabenstellung selbst Auch die zweite und dritte Welle folgten unmittelbar. Auch sie geriet in das Maschinengewehr-Feuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorgestürmten Truppen vor dem unversehrten feindlichen Hindernis liegen. Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einige Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen, die triumphierend ein erbeutetes feindliches Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Auch der Angriff der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie.Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus. Die nächsten Tage brachten ununterbrochene Teilkämpfe um den Besitz von Maschinengewehr-Nestern. Am 23. endlich erfolgte durch das 10. Infanterie-Regiment und das Alpenkorps der Angriff auf das Zwischenwerk Thiaumont und Fleury.

13.06. bis zur Nacht vom 18./19.06. in Stellung, hierbei am 17.06. glatte Abweisung eines französischen Gegenangriffs.“

Die Lage des Grabes von Anton Scheitzach ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Josef Wieser, gefallen am 13.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Sebastian Hefele, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Störzer, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Fischer, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Scheitzach
Rückseite des Sterbebildes von Anton Scheitzach

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.964: Florian Böck

Der Soldat Florian Böck wurde am 15.05.1896 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen (OT Mosed) geboren, lebte in der bayerischen Gemeinde Mittergars und war der Sohn eines Gütlers (Mooseder). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des  18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Kämpfe um die Gebirgsausgänge in die westliche Moldau in Rumänien.

Über den Todeszeitruam und die Todesumstände von Florian Böck berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„In drei Tagen, am 20., 21. und 22. August, fanden so 13 großeangelegte Angriffe statt. Alle Anstrenung war und blieb vergebens. I./18. hatte sich des härtesten Ansturms zu erwehren. Doch brachen die feindlichen Anstürme im Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer immer zusammen, während die Artillerie sich darauf beschränken musste, durch weiter vorwärts liegendes Sperrfeuer die Annäherung von Reserven zu verhindern. Bei Höhe 491 hatte am 20. August eine rumänische Kompanie infolge sehr dünner Besetzung und der steilen Schlucht, vorübergehend Glück. In 12 Wellen versuchte es nachmittags der Feind bei 692; soweit es den Rumänen gelang, an unsere, durch kein Hindernis geschützte Linie heranzukommen, wurden sie mit Handgranaten erledigt und auch dieser Angriff brach verlustreich zusammen. Die Nacht verlief unruhig, der Feind war unternehmend und hatte sich bei I./18 auf Handgranatenwurfweite herangearbeitet. Aus Tirgul wurde regster Zugsverkehr vernommen. Kolonnen waren im Anmarsch. Für den 21. August standen schwere Kämpfe bevor. Tatsächlich gewann der Feind bei 692 in schmaler Front etwas Boden. Kurze Zeit hat es den Anschein, als ob es den Rumänen gelänge, das I./18. vom linken Flügel her aufzurollen. Da wurde Vizefeldwebel Guggenheimer, der inzwischen zur 2./18 versetzt worden war, mit dem Reservezug dieser Kompanie den Rumänen entgegengeworfen. In schneidigem Gegenstoß wirft er die Rumänen zurück, erbeutet zwei leichte Maschinengewehre und trägt die eigene Stellung ein Stück weiter vor. Guggenheimer wurde zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse eingegeben. Leider hat er die Verleihung, wie das so oft ging, nicht mehr erlebt.

Mitten in diesen schwersten Kämpfen wurden unvermittelt Truppen im Brigandenabschnitt freigemacht und zurückgezogen; hatte doch die Armee Mackensen bis auf weiteres die Offensive eingestellt und waren in der ehemaligen Sovejastellung weiter im Süden unserer Front starke rumänische Angriffe erneut erfolgt. Die Reservedivisionen und herausgezogenen Verbände mussten nach dem italienischen Kriegsschauplatz geworfen werden. Am Isonzo waren neue Operationen im Gange und Truppen benötigt.

Ein ernster Kampf des  Rumänen erfolgte jedoch bei uns nicht mehr, wenn auch gegenseitige Feuerüberfälle an der Tagesordnung waren.

Damit war unser Gegenangriff im Oioztal gegen die westliche Moldau beendigt. Herausgefordert durch die russische Offensive, die Mitte Juli losbrach, haben wir im kurzen Siegeszug entscheidende Fortschritte erzielt. Wir waren an einer Stelle eingesetzt, wo die Entscheidung auch Gewinn versprechen musste und deshalb ist die Bedeutung des Vorstoßes eine um so größere. Was die Truppen während dieser Kämpfe geleistet, beweisen die Erfolge. Die Entbehrungen, außer den Anstrengungen und Gefahren des Gefechts, waren keine geringen. Weder ein haus, noch ein Dach, boten Schutz weder bei Tag noch bei Nacht. Immer befand sich die Truppe im Freien. Der Sternenhimmel, der den in ständiger Kampfbereitschaft liegenden Kompanien in den zwei, an Entbehrungen und Strapazen so reichen Wochen, leuchtete, war derselbe, der uns mit der Heimat verband und der auch über der Heimat sich wölbte. Sie galt es zu schützen.

Als die Vorbereitungen zum Sturm auf den Ungureana einsetzten, hoffte man schon im Stillen, bald wieder in der Ebene, in der westlichen Moldau zu sein. Man hätte gar zu gerne die Anstrenungungen des Gebirgskrieges mit der Abwechslung des Bewegungskrieges getauscht. So konnte das Regiment den Sieg nicht weiter vortragen. Erneut hatte es sich aber glänzend bewährt und kann mit Stolz auf diesen seinen Ehrentitel und die Augustwochen 1917 zurückblicken, denn die Erfolge waren einem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner abgerungen. Nur durch aufopferungsfreudiges Zusammenarbeiten aller Teile des Regiments war der Gewinn seit der Wegnahme des Ungureana bis zum D. Cosna gewährleistet gewesen. An den Erfolgen haben Mannschaften wie Offiziere gleichen Anteil. Die Schneid und Ausdauer der eigenen Truppen war hervorragend. Die überraschend schnelle Durchführung des ersten Angriffs, das vorbereitete Budapest-Unternehmen, hatte erwiesen, wie wertvoll die planmäßige Vorbereitung eines Angriffs gegen stark befestigte Stellungen mit Vorübungen der Sturmtrupps am Modellwerk ist. Den Angehörigen der Sturmtrupps musste deshalb wiederholt Dank und Anerkennung gezollt werden. Die beim ersten Angriff mit dem Sturmreifschießen der Einbruchsstelle und zum neueren Sperrfeuer beauftragten leichten Minenwerfer des Regiments hatten ihre Aufgaben glänzend gelöst, bei der Abwehr der Angriffe vor Höhe 652 hat sich der leichte Minenwerfer-Zug des Leutnants der Reserve Dreisch hervorragend ausgezeichnet. Rücksichtsloser Einsatz seiner Person bei schwieriger Gefechtslage brachte ausschlaggebende Wirkung für das Gelingen der Abwehr. Die glänzende Haltung der Werfermannschaften war der vollsten Anerkennung wert.

Nicht minder bewährt haben sich die allzeit hilfsbereiten Krankenträger der Kompanien und die Ärzte der Bataillone. Besonders hervorgehoben zu werden verdient hier neben bereits genannten Krankenträgern nochmals der Bataillonsarzt II./18, landsturmpflichtiger Oberarzt Dr. Dankwart-Ackermann (Universitätsprofessor in Würzburg). Unter Hinansetzung seiner Person hat dieser Lebensretter seinen Ehrgeiz daraingesetzt, mit dem Verbandplatz möglichst nahe der kämpfenden Truppe zu sein und seiner persönlichen Hilfeleistung in vorgeschobener, ja vorderster Linie ist es zu danken, wenn rasche Hilfe gebracht werden konnte. Für den Rücktransport sämtlicher Verwundeter bei der seinerzeitigen Zurücknahme der Linie hat er sich persönlich verbürgt und für die Durchführung Gewähr gegeben. Er hat mit seinem Verhalten ein leuchtendes Vorbild von Verantwortung gezeigt und sich selbst, von Haus aus äußerst beliebt, ein dankbares Gedenken gesichert. Auch der tüchtige Assistenzarzt Dr. Dregkwitz (I./18) ist hier zu erwähnen, der am 12. August an seinem Verbandplatz beim Trassenknie verwundet worden ist.

Die nächste Aufgabe war, die erreichte Linie zur Dauerstellung auszubauen. Hindernisse wurden gezogen, Maschinengewehr-Stände errichtet, Postenstände gebaut. Die leichten Minenwerfer des Regiments wurden am 21. August eingesetzt. Seit dem 10. August verfügte die Brigade, da mangels Tragtiere ein Nachschub von Munition unmöglich war, deren Verwendung am Hang des Matiusca beim Vorrücken der Talsperre gegen Grozesti. Der Minenwerfer-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Trumpp, war zu den verschiedensten Sonder- und Erkundungsaufträgen des Regiments und der Brigade verwendet worden.

Auch der Feind schanzte eifrig und legte Drahthindernisse. Zwar erneuerte er noch mehrmals seine Angriffsversuche, wartete mit starkem Störungs- und Flankenfeuer auf, zu einem großen Angiff kam es indessen in den letzten Augusttagen nicht mehr. Er schien ermüdet zu sein. Schwere Verluste hatten die aufreibenden Kämpfe – mehr die Abwehr der Angriffe als das Stürmen selbst – gekostet. Treffliche Unteroffiziere und Mannschaften waren außer Hauptmann Ehrlicher gefallen. Die 8. Kompanie verlor noch am gleichen Tag Vizefeldwebel Joseph Kraus. Die Kompanien waren samt und sonders stark geschwächt und zu kleinen Häuflein zusammengeschmolzen. Die Bataillone zählten etwas mehr als 200 Gewehre.“.

Die Lage des Grabes von Florian Böck ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Taufkirchen gedenkt Florian Böck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/taufkirchen2_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Florian Böck
Rückseite des Sterbebildes von Florian Böck

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.963: Sebastian Woller

Der Soldat Sebastian Woller stammte aus Wiesmühl an der Alz, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, und war Bierbrauer von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 31 Jahren bei Cléry-sur-Somme.

Über den Todestag und die Todesumstände von Sebastian Woller berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Während der Nacht wurde bekannt, dass die Postenlinie überrannt und die braune Linie in die Hände der Franzosen gefallen war. Von der 1. und 3. Kompanie kamen nur mehr einige Leute zurück. Um 11 Uhr nachts wurden 9. und 12. Kompanie in die Mulde lstlich Cléry und 10. und 11. Kompanie an den Ostrand von Cléry vorgezogen. Ein Versuch, die braune Linie in der Nacht durch Gegenstoß wiederzugewinnen, zu dem 6. und 4. Kompanie, verstärkt durch 9. KLompanie, fertiggestellt waren, misslang infolge der Dunkelheit und der schwierigen Orientierung, da der größte Teil der Führer und Mannschaften die Lage der braunen Linie nicht kannten. Bis 4 Uhr vormittags dauerte der Infanteriekampf, dann flaute das Feuer langsam ab. Um 5 Uhr vormittags lag starkes Artilleriefeuer auf der ganzen Stellung. Von Mitternacht ab wurde ununterbrochen die Verbindung mit dem nördlich stehenden Reserve-Infanterie-Regiment 2 gesucht. Bei Dämmerung wurde die 12. Kompanie in die Lücke eingeschoben. Aber auch dadurch war der Anschluss noch nicht völlig hergestellt. Am Vormittag des 13. zunächst Sperrfeuer, dann ab 11 Uhr vormittags schweres Feuer auf dem Westrand von Cléry. Am Nachmittag verstärkte sich das Feuer gegen die ganze Stellung, geleitet durch tieffliegende feindliche Infanterieflieger. Trotzdem kein Angriff erfolgte, war der Tag für die Infanterie infolge der andauernden Beschießung mit schweren Kalibern sehr aufreibend und forderte große Verluste. In der Nacht wurde 5. und 8. Kompanie durch 10. und 11. abgelöst, 4. Kompanie wurde aus dem Riegel nach Cléry zurückgezogen. Durch Missverständnis aber blieb 9. Kompanie noch bis zum 14. im Riegel stehen.“

Offiziell ist für Sebastian Woller keine Grablage bekannt, ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt beigesetzt wurde, wo man auch seiner Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Leutnant Ludwig Muggenthaler, gefallen am 03.09.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Georg Purzeller, gefallen am 01.09.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Franz Dorfhuber, gefallen am 14.08.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Alois Stephan, gefallen am 13.09.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Sebastian Woller
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Woller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.962: Franz Irgmeier

Der Soldat Franz Irgmeier stammte aus Maisenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, und war der Sohn eines Landwirts (Kieferbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Maschinengewehr-Abteilung und 1. Kompanie des Wasserburger Landsturms. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern und mit der Dienstauszeichnung ausgezeichnet. Am 26.10.1918 verstarb er im Alter von 43 Jahren nach 50 Monaten Kriegsdienst im Feldlazarett Colmar.

Man begrub Franz Irgmeier auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 721.

Sterbebild von Franz Irgmeier
Rückseite des Sterbebildes von Franz Irgmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.961: Xaver Huber

Der Soldat Xaver Huber stammte aus Forst, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Moosthenning, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie  des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren in Lothringen durch Granatverwundung.

Man begrub Xaver Huber auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle in einem Massengrab.

Sterbebild von Xaver Huber
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Huber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.960: Johann Köppl

Der Soldat Johann Köppl stammte aus Hangersöd, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rimbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 7. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.02.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Stellungskämpfe an der Somme bei Herbecourt durch einen Granatschuss.

Man begrub Johann Köppl auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Gangkofen gedenkt Johann Köppl noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/gangkofen-reicheneibach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Köppl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Köppl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.959: Franz Xaver Reiseck

Der Soldat Franz Xaver Reiseck stammte aus Thannenmais und war wohnhaft in Unterkenading, beides Ortsteile der bayerischen Gemeinde Reisbach. Er war der Sohn eines Gastwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 8. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 29.11.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der Stellungskämpfe im Artois bei Arras.

Man begrub Franz Xaver Reiseck auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Reisbach gedenkt Franz Xaver Reiseck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/failnbach-reisbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Franz Xaver Reiseck
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Reiseck

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.958: Ludwig Maier

Der Soldat Ludwig Maier stammte aus Rattenbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rimbach, und war der Sohn eines Krämers. Er selbst war Chauffeur in der Schweiz. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 4. Kompanie des 3. bayerischen Landsturm-Infanterie-Regiments (Verlustlisten: Landsturm-Infanterie-Bataillon Augsburg III). Am 22.05.1915 ertrank er im Alter von 29 Jahren bei der Rettung eines Kameraden in der Orne in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Ludwig Maier ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Rattenbach gedenkt Ludwig Maier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/rimbach-rattenbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Maier
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.957: Josef Wittmann

Der Soldat Josef Wittmann wurde am 28.08.1890 in Donaualtheim geboren, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Dillingen an der Donau, und war von Beruf Schmied. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 17.08.1916 (Regimentsgeschichte: 16.08.1916) fiel er im Alter von 25 Jahren während der Schlacht an der Somme in Frankreich. Er wurde bei der Ortschaft Maurepas getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Wittmann berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08. lag starkes Feuer auch zwischen der I. und II. Stellung: der Le Forest-Grund war nicht mehr zu sehen, alles Grau in Grau.

Um 5 Uhr nachmittags schossen schwere und schwerste Kaliber den ganzen Abschnitt. Eine Steigerung dieses höllischen Lärms hielt man nicht mehr möglich und doch war es so, als von 6 Uhr ab Trommelfeuer auf die I. und Le Forest-Stellung losgelassen wurde; dazu brausten Flugzeuggeschwader in 300 – 400 Metern Höhe heran. Man fühlte sich erlöst, als ½ Stunde nach der langen ungewöhnlich schweren Beschießung der Feind in mehreren Wellen auf das I. Bataillon losging, unterstützt durch tief herunter stoßende Flieger, die mit Maschinengewehr und Handgranaten die Verteidiger bearbeiteten; der Führer der 2. Kompanie, Oberleutnant der Reserve Richter, wurde hierdurch verwundet. Während vor dem rechten Flügel und der Mitte des I. Bataillons der Franzose – 27. Infanterie-Division – vor Erreichen der Stellung abgewiesen wurde, hatte die 2. Kompanie den Hauptstoß auszuhalten und sich der feindlichen Übermacht in erbittertem Nahkampf, Mann gegen Mann, zu erwehren. Nach zweistündigem harten Ringen war der Franzose mit blutigem Kopf nach Hause geschickt. Der Erfolg gegen die Überzahl – trotz Unterstützung aus der Luft – war neben der kaltblütigen Haltung der Leute dem mustergültigen Zusammenarbeit der Handgranatentrupps zu verdanken, wiewohl der Feind mit seinen weiter tragenden Eierhandgranaten anfänglich im Vorteil war. Zu den einzelnen Kampfabschnitten hatte unser Sperrfeuer immer verlässig und wirkungsvoll eingesetzt, ebenso die flankierende Tätigkeit der Maschinengewehre.

Man hatte kaum Zeit gehabt, das Ergebnis des Tages zu werten, als 9.15 Uhr abends nochmals Trommelfeuer einsetzte, diesmal besonders auf Maurepas. In die Befehlsstelle des III. Bataillons, in der sich auch Unterstützungen aufhielten, schlugen Volltreffer ein; ihnen fielen zum Opfer: der Bataillons-Kommandeur Major Schulze, Leutnant der Reserve und Adjutant Brendel, die Kompanieführer Oberleutnant der Reserve Gerdeisen 10., Leutnant der Reserve Schreyer 11 und Leutnant Goßmann 12., O. St. Alt 11., Vizefeldwebel Forster der Maschinengewehr-Kompanie, der Artilleriebeobachter, fünf Unteroffiziere und 25 Mann.

10.30 Uhr abends brach der Franzose nochmals gegen das I. Bataillon vor. Durch das gutsitzende Sperr- und Maschinengewehrfeuer, sodann im Handgranatenkampf, an dem sich auch der zur Verstärkung der 2. Kompanie schneidig und geschickt im Sperrfeuer vorgeeilte Zug des Leutnants der Reserve Fritz der 5. Kompanie wacker beteiligte, war auch diesmal am Abschluss des schweren Kampftages der Erfolg auf unserer Seite. Es hatte auch nichts geholfen, dass die französische Artillerie hinter ihre eigene Infanterie Sperrfeuer legte, um sie dadurch vorzutreiben.

In dieser Nacht noch sollte durch eine Kompanie des 2. Garde-Regiments zu Fuß die stark gelichtete 2. Kompanie abgelöst werden; sie traf aber nicht ein, sodass hierfür unsere 8. Kompanie einspringen musste. Die 2. Kompanie, die die Hauptlast des Tages getragen hatte, rückte gegen 2 Uhr vormittags nach Viller-Faucon in Unterkunft.

5.30 Uhr vormittags des 17.08.1916 traf die 4. Kompanie 2. Garde-Regiment z. F. zur Ablösung ein. Die 8. Kompanie wurde herausgezogen und zur Verstärkung mit einem Zug der 4. mit ½ der 3. Kompanie zugeteilt, während der Rest Bataillons-Reserve wurde. Nebel begünstigte diese Verschiebung.

Der Vormittag war ruhig; der Franzose erholte sich offenbar von seinem Misserfolg tags zuvor. Von Mittag ab Streufeuer auf dem ganzen Abschnitt und die gewohnte Fliegertätigkeit. Erst gegen Abend Einzelfeuer schwerer Kaliber auf Maurepas und die Hohlweg-Stellung.“

Offiziell ist für Josef Wittmann keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er unter falschen Vornamen auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab begraben wurde, wo man auch seine Kollegen der 11. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Landwehrmann Johann Schwarzkugler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Hans Deffner, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 62-74;
  • Gefreiter Johann (vermutlich richtig „Josef“) Wittmann, geboren am 29.08.1890 in Donaualtheim, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Johann Spengler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60.

 

Sterbebild von Josef Wittmann
Rückseite des Sterbebildes von Josef Wittmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.955: Leonhard Holzhammer

Der Soldat Leonhard Holzhammer wurde am 02.05.1895 geboren und stammte aus Mörmoosen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 01.06.1918 wurde er während der Verfolgungskämpfe zwischen Oise, Aisne und über die Vesle bis zur Marne im Alter von 23 Jahren nach 31 Monaten Kriegsdienst getötet. Er erhielt bei der Erstürmung des Courmontwaldes westlich von Reims einen Unterleibschuss, durch den er fiel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Holzhammer berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Die Erstürmung des Courmontwaldes 01.06.1918

In den Morgenstunden des 01.06. tritt das Regiment befehlsgemäß zum Angriff an. Die vorderen Wellen werden aber alsbald vom völlig unerschütterten Feind durch heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu Boden gezwungen. Der Regimentskommandeur stellt daher zunächst das weitere Vorgehen ein und befiehlt Eingraben in den erreichten Linien. Aus dieser Stellung wird mit Tagesanbruch die eingehende Erkundung des Vorgeländes weiter fortgesetzt. Es ergibt sich, dass das rechte Anschluss-Regiment, 27. Infanterie-Regiment, erst den Höhenrücken ostwärts Romigny erreicht hat, dass ferner die linke Anschlussdivision, 232. Reserve-Division, noch nicht vorgekommen ist. Das Regiment erhält aus ostwärtiger Richtung, insbesondere vom Höhenrücken nördlich Cambrecy her, heftiges Flankenfeuer.

Das feindliche Artilleriefeuer, unterstützt durch feindliche Erkundungsflugzeuge, liegt im Laufe des Vormittags des 01.06. mit sich steigernder Heftigkeit auf dem vom Regiment erreichten, fast deckungslosen Gelände. Die Verluste sind erheblich, insbesondere beim linken Flügelbataillon. Die Lage für das Regiment ist wenig beneidenswert und erfordert seitens der Führung besondere Aufmerksamkeit.

Gegen 12 Uhr mittag trifft Divisions-Befehl ein, wonach der Angriff nach ½ stündiger Artillerie-Vorbereitung fortzusetzen ist. Die hierzu erforderlichen Befehle sind eben ausgegeben. Da setzt gegen 2 Uhr nachmittags ein das bisherige weit übersteigendes, heftiges Trommelfeuer der feindlichen Artillerie auf unsere Stellung, auf Ville en Tardenois, wo sich der Divisions- und Brigade-Stab inzwischen eingefunden hat, sowie auf das Rückengelände ein. Die hiedurch verursachten schweren Verluste scheinen eine Fortsetzung des Angriffs vorerst nicht mehr zu ermöglichen.

Eine Lage schlägt in der Regiments-Befehlsstelle ein, verwundet den Regiments-Kommandeur und den Führer des Reserve-Bataillons, Hauptmann von Kuepach, tötet mehrere Leute des Stabes. Die Lage steht auf des Messers Schneide.

Da eilt der Regiments-Kommandeur, noch blutüberströmt und nur mit Notverband versehen, in die vordere Linie, ihm schließt sich der 1. Generalstabsoffizier der Division, Hauptmann Pflaumer, an. Das persönliche, unerschreckene Beispiel des hochverehrten Führers wirkt beruhigend und belebend. Zudem beobachtet der Regiments-Kommandeur nunmehr, dass das durch Feuer wenig belästigte 27, Infanterie-Regiment eben zum Angriff ansetzt. Mit raschem Entschluss gibt er jetzt den Angriffsbefehl. I/26. hat sich im Anschluss an das 27. Infanterie-Regiment vorzuarbeiten, links davon geht III./26 anstelle des durch besonders schwere Verluste stark geschwächten II./26. vor. II./26. folgte als Regiments-Reserve hinter dem linken Flügel des Regiments. Die Begleitbatterie ist infolge starker Verluste an Mann und Pferd nicht mehr verwendungsfähig.

Und schon geht das Regiment, vorgerissen durch das hervorragende persönliche Beispiel seines Kommandeurs, in unaufhaltsamem Angriff gegen die sich zäh verteidigenden Senegalneger vor und gewinnt zunächst mit den westlichen Teilen des Regiments den Courmontwald. Bald ist der Feind geworfen und in unerbittlichem Nachstoß im Kampf gegen zahlreiche versteckte Maschinengewehr-Nester und Baumschützen der Südrand des Waldes erreicht.

Hier ordnet der Regiments-Kommandeur persönlich die im Waldkampf stark durcheinander gekommenen Verbände. I./26 steht mit Front nach Süden und Südosten, anschließend daran übernimmt II. Bataillon ostwärts der Straße Ville-en-Tardenois – Boujacourt die Sicherung gegen die vom Feind noch stark besetzte Höhe nördlich Boujacourt. III. Bataillon wird als Regimentsreserve zunächst hinter dem I./26 bereitgestellt. Der Courmontwald wird von feindlicher Artillerie dauernd unter heftigem Artillerie-Feuer gehalten.

Ein blutiger Kampftag geht zur Neige. Das Regiment hat die schwierigen Kampfverhältnisse des westlichen Kriegsschauplatzes gleich beim ersten Einsatz in vollstem Umfange zu kosten bekommen. Die Verluste sind erheblich, namentlich auch die Ausfälle an Führern. Aber es zeigt sich, dass die Ausbildungszeit im Osten nicht vergeblich war. Führer und Mann haben sich den schweren Anforderungen voll gewachsen gezeigt.“

 

Sterbebild von Leonhard Holzhammer
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Holzhammer