Der Soldat Franz Xaver Buchner wurde am 18.11.1883 geboren und stammte aus Welchenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Niederwinkling, und war der Besitzer einer Brauerei und von Realitätenbesitzer. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 10. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 13.02.1917 wurde er während der Stellungskämpfe im Artois bei Givenchy-en-Gohelle schwer verwundet. Am 18.02.1917 verstarb er in einem Feldlazarett in Hénin-Liétard.
Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Xaver Buchner berichtet die Regimentsgeschichte des 11. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Während an den ersten beiden Tagen nur geringe Gefechtstätigkeit herrschte, setzte plötzlich am 13.02. morgens auf der ganzen Vimy-Höhe heftiges Artillerie- und Minenfeuer ein; um 5.15 Uhr vormittags griff der Feind die beiden rechten Kompanien des Abschnittes Döberitz in drei starken Wellen an; es gelang ihm an verschiedenen Stellen, in die vordere Stellung einzudringen, nach längerem verlustreichen Kampf wurde er jedoch wieder vertrieben.“
Man begrub Franz Xaver Buchner auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 1, Grab 124.
Bei Gregor Henkel liegt ein besonderes Schicksal vor. Er wurde am 17.01.1886 in Aufmberg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Seeg. Im Ersten Weltkrieg war er Zivil-Gefangener in Südfrankreich. Am 01.01.1915 ertrank er im Alter von 28 Jahren in Südfrankreich im Meer. Versuchte er zu flüchten? Offensichtlich wurde er zu Kriegsbeginn als Zivilist eines feindlichen Staates interniert.
Der Verbleib des Leichnams von Gregor Henkel war nicht zu ermitteln.
Der Soldat Johann Merle wurde am 12.01.1880 in Trauchgau geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeidne Halblech. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 11. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 16.11.1916 fiel er im Alter von 36 Jahren in Rumänien während der Gebirgskämpfe am Törzburgerpass – genauer gesagt bei den Kämpfen nördlich Campulung.
Die Lage des Grabes von Johann Merle ist unbekannt. Es existiert sicher nicht mehr.
Der Soldat Michael Bauer wurde am 13.05.1884 in Burglengenfeld geboren. Er kehrte als Kriegsinvalider in die Heimat zurück und starb am 13.01.1919 im Alter von 34 Jahren. Zuvor hatte er rund 14 Wochen an einerf schweren Krankheit gelitten, die er sich im Kriegseinsatz durch Verschüttung zugezogen hatte.
Man begrub Michael Bauer vermutlich in seinem Heimatort. Sein Grab könnte heute noch existieren.
Der Soldat Joseph Reisach wurde am 12.03.1887 in Rettenbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Peiting, und war der Sohn eines Gastwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Fahrer bei einer Reserve-Bäckerei-Kolonne. Am 16.09.1917 verstarb er im Alter von 30 Jahren im Garnisons-Lazarett Kempten an einer Krankheit.
Joseph Reisach dürfte auf einem lokalen Friedhof in Kempften begraben worden sein und sein Grab dürfte heute noch existieren.
Der Soldat Heinrich Dern stammte aus Langsdorf, einem Stadtteil der hessischen Stadt Lich. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 1. Kompanie des 87. Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit der Hessische Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am 21.08.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun. Er wurde während der Kämpfe im Chapitre-Wald – der Souville-Schlucht – und Bergwald getötet.
Die Lage des Grabes von Heinrich Dern ist unbekannt.
Der Soldat Martin Spiegel stammte aus Groß Schacksdorf im heutigen Bundesland Brandenburg und wurde am 28.03.1877 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Hauptmann und Kompanieführer in der 1. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 24.08.1914 (Regimentsgeschichte 23.08.1914) fiel er im Alter von 37 Jahren während der Schlacht bei Mons bei Tertre in Belgien.
Über den Todestag und die Todesumstände von Martin Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:
„Am 23. traten wir früh an und erreichten gegen Mittag Baudour. Marschordnung F. (Vortrupp), II, Maschinengewehr-Kompanie, I./F. U. 54, I. Hier meldeten Kavallerie-Patrouillen, dass sie bei Tetre Feuer erhalten hätten und nicht weiter kämen. Das Regiment schloss auf und holte die Feldküchen heran. Zum Schutz von zwei Geschützen, die südlich Boudur auffuhren, wurde Leutnant von Münch (Egon) mit seinem Zug 10./12. nach Bahnhof Tertre vorgeschickt. Um 12 Uhr mittags erhielt das F. Bataillon den Befehl, das Dorf Tertre zu säubern, bekam aber beim Überschreiten des Bahndammes so starkes Feuer, dass der Major Prager erst ein Geschütz vom I./Fels-Artillerie 54 vorholen ließ. Nach wenigen Schüssen verstummte das feindliche Feuer, und so konnte Zug Münch den Vormarsch fortsetzen; das Bataillon folgte. Die vordersten Häuser waren frei vom Feind, von den Gehöften ser südlichen Dorfstraße schlug aber lebhaftes Feuer entgegen. Unterstützt vom Maschinengewehr-Zug Brapow ging das Bataillon zum Angriff vor. Das feindliche Feuer ließ erkennen, dass es sich um einen energischen Widerstand handelte. Major Prager und Leutnant Brapow fielen als die ersten Offiziere des Regiments.
Nun waren wir wirklich „im Kriege“. Die Gefechte um Löwen hatten zwar auch Verluste gebracht und uns gezeigt, dass es galt, das Leben einzusetzen, um einen Erfolg zu erringen. Andererseits hatten uns die Erfolge, die das uns anerzogene frische Draufgehen brachten, ein falsches Bild geben. Zuletzt hatten wir vollwärtige Truppen vor uns, und beim ersten Zischen der Schrappnells und dem Rollen der Maschinengewehre kam uns der Ernst der Lage erst voll vor die Augen. Die schweren Verluste, die der Tag uns bringen sollte, zeigten aber, dass die Angriffsfreudigkeit dadurch in keiner Weise gelitten hatte.
Das I. Bataillon hatte inzwischen den Befehl bekommen, den Wald nordwestlich Tertre, aus dem geschossen worden war, zu säubern. Es entwickelte sich rechts von F./12, fand den Weg frei, und ging nun in süpdlicher Richtung weiter vor, um sich in Besitz des Kanalüberganges, zwei Kilometer westlich St. Ghislain zu setzen, wie das Regiment befohlen hatte. Zwar hatte F./12 den Feind aus den Häusern von Tertre vertrieben, kam aber nur schwer vorwärts, da ihm ein wütendes Feuer aus der Häusergruppe am Übergang von St. Ghislain und vom ganzen Kanalufer entgegen schlug. Der Regimentskommandeur, Oberst von Reuter, forderte nun Artillerie-Unterstützung an, die aber nicht so schnell einsetzen konnte, wie es wünschenswert erschien. Um den Angriff vorzutragen, wurde II./12 hinter dem Bahndamm südlich der Straße Baudour . Tertre entfaltet und trat von dort zum Angriff an. Kaum war der Bahndamm überschritten, als ein überwältigendes Schrappnellfeuer von den Kohlenhalden bei St. Ghislain auf das Bataillon niederhagelte. Trotz schwerer Verluste ging es vor. Der Feind hatte seine Stellung am Kanal äußerst geschickt gewählt, so dass für uns von einem Punktschießen keine Rede sein konnte, da man absolut nichts sah. I. und F. hatten im Laufe des Nachmittags den Weg, der zwischen dem Dorfe Tertre und dem Kanal von Nordosten nach Südwesten läuft, erreicht, II./12 links daneben dieselbe Höhe. Die eigene Artillerie konnte wegen der Unübersichtlichkeit des Geländes nur schwer in Wirksamkeit treten. Mit den Erfahrungen der späteren Kriegszeit wäre es damals wohl ein leichtes gewesen, den in einer einzigen schnurgeraden Stellung am Kanal liegenden Feind in kürzester Zeit völlig zuzudecken. Die Brigade hatte befohlen, die Brücken von St. Ghislain noch am Abend zu nehmen. Die Bataillone kamen auch bis auf etwa 200 Meter an die südliche Stellung heran, blieben dann aber liegen und gruben sich ein, da der Oberst von Reuter erkannt hatte, dass ein Angriff ohne Artillerievorbereitung aussichtslos sei.
Das Regiment hatte seine Feuertaufe erhalten, und zwar gleich gründlich. Von den Offizieren waren gefallen:
1 Bataillons-Kommandeur: Major Prager (F.),
1 Bataillons-Adjutant: Oberleutnant von Haugwitz (II.),
3 Kompanie-Führer: Hauptmann Spiegel (1.), Oberleutnant Drees genannt Goerdt (4.), Hauptmann von Stöcki (9.),
6 Zugführer: Leutnante Grapow, Thiele, Leo, Gräfer, Fähnrich Tettenborn, Offiziers-Stellvertreter Riese.“.
Man begrub Martin Spiegel auf dem Soldatenfriedhof Hautrage in Block IV, Reihe A, Grab 287.
Der Soldat Kurt Spiegel wurde am 29.09.1891 geboren und lebte in Neurupin im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 29.07.1917 (Regimentsgeschichte: 21.07.1917 – wahrscheinlich richtig!) wurde er im Alter von 25 Jahren während der Durchbruchskämpfe an der Straße Jezierna (ukrainisch: Oserna) – Tarnopol bei Tarnopol in Galizien, der heutigen Ukraine, getötet.
Über den Todestag und die Todesumstände von Kurt Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:
„Am 21.07. ging es früh um 5.30 Uhr weiter. Der Feind hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka – Höhe 363 an der Chaussee nach Tarnopol besetzt. Das I. Bataillon entwickelte sich mit linkem Flügel auf der Chaussee, rechts daneben das Füssilier-Bataillon II./12 folgte hinter der Mitte. Das Füssilier-Bataillon kam flott vor, ohne erheblichen Widerstand zu finden und hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka bereits um 7 Uhr vormittags erreicht. Das I. Bataillon war bei Höhe 363 auf eine stärkere Stellung des Feindes gestoßen. Beim Angriff hatte besonders die 1. Kompanie nicht unerhebliche Verluste. Die 2. Kompanie ging hinter dem im weiteren Vormarsch verbleibenden Füssilier-Bataillon rechts umfassend gegen den Feind vor und nachdem unsere Artillerie wirksam gefeuert hatte, wurde die Höhe 8.45 Uhr vormittags genommen. Während F. und II. sich an die Chaussee heranzogen, ging das I. Bataillon mit der 1. Kompanie rechts, der 2. Kompanie links der Straße weiter vor, kam aber in ein außerordentlich starkes Maschinengewehr-Feuer. Gleich darauf griff der Russe in sieben Wellen mit vier Panzer-Autos auf der Straße an. Die 4. Kompanie wurde zur Verstärkung der 1. Kompanie eingesetzt, während die 3. Kompanie nach rechts herausgeschoben wurde, um die Flanke zu sichern. Der feindliche Angriff brach im wohlgezielten Feuer der Grenadiere zusammen.
Auf Befehl der Division sollte das Regiment von der Straße nach rechts abbiegen und auf Dolzanka vorgehen, aber der feindliche Widerstand war nicht so schnell zu brechen, obgleich unser Artillerie-Feuer gut lag. Das II. Bataillon wurde rechts vom I. eingesetzt und ging mit 5. und 6. Kompanie in vorderer Linie vor, dahinter 7. hinter 6., 8. hinter 5. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur Verfügung gestellt, das nun auch seine 3. Kompanie einsetzen konnte.
Um 1 Uhr trat der Russe nochmals zum Gegenstoß an, aber die 4. Kompanie warf sich ihm mit Hurra entgegen und schlug ihn zurück. Inzwischen hatte auch die rechts von uns kämpfende 22. Infanterie-Division Gelände gewonnen, und nun verließ der Feind fluchtartig seine Stellungen unter schweren Verlusten. Im flotten Draufgehen wurde Dolzanka erreicht. Das I. Bataillon besetzte die Höhen 316 und 313 jenseits des Dorfes, rechts anschließend das II. Bataillon die Höhen 368 und 363. Das Füssilier-Bataillon hinter dem II.
4.15 Uhr nachmittags wurde weiteres Vorgehen in derselben Gliederung befohlen, linker Flügel des I. Bataillons gegen Janowka. Nachdem die Bewegung angetreten war, kam aber ein neuer Divisionsbefehl, nach dem das Regiment Hand auf die Eisenbahn bei Seredniki legen sollte. Das II. Bataillon zog sich daher etwas nach rechts, das Füssilier-Bataillon wurde wieder rechts neben dem II. eingesetzt, und I. folgte hinter der Mitte. Ohne auf den Feind zu stoßen, wurde die Bahn 11.15 Uhr nachts erreicht. Die 10. Kompanie besetzte die Höhe 362 gegenüber Seredniki, 12., 11. und 9. Kompanie in zweiter Linie. Verbindung mit 22. Infanterie-Division wurde hergestellt. Links neben dem Füssilier-Bataillon besetzte das II. Bataillon mit 8., 7. und 5. Kompanie die Höhen bis zur Kuppe 351, 6. Kompanie hinter der Mitte. Anschluss an Leib-Regiment. Das I. Bataillon blieb südlich Poczapince.“
Die Lage des Grabes von Kurt Spiegel ist unbekannt.
Der Soldat Johann Baptist Heinle wurde am 22.10.1888 in Heuglosen bei Kimratshofen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Altusried, und war landwirtschaftlicher Arbeiter auf dem Hof einer Eltern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 3. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, einem Regiment, in dem zeitgleich auch der spätere Dikator Adolf Hitler Kriegsdienst leistete. Am 03.01.1915 (Volksbund und Regimentsgeschichte: 04.01.1915) fiel er im Alter von 26 Jahren bei der belgischen Stadt Mesen in Flandern durch Kopfschuss.
Man begrub Johann Baptist Heinle auf dem Soldatenfriedhof Langemark in einem Massengrab.
Der Soldat Johann Wagatha wurde am 15.10.1876 in der bayerischen Gemeinde Weyarn geboren und war Anwesensbesitzer und Maurer von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann und Armierungssoldat im Pferdelazarett Nr. 15, Abteilung 18. Am 15.07.1918 verstarb er im Alter von 41 Jahren im Feldlazarett 14 in Nordfrankreich an einer Lungenentzündung.
Man begrub Johann Wagatha auf dem Soldatenfriedhof Beaucamps-Ligny in Block 9, Grab 198.