Sonderbeitrag: Walter Ziemssen

Der Soldat Walter Ziemssen wurde am 04.12.1875 in Graudenz (seit 1945 polnisch: Grudziądz) geboren und lebte in Bad Honnef im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Kompanieführer in der 9. Kompanie des 112. Infanterie-Regiments. Am 09.08.1914 fiel er im Alter von 38 Jahren bei Rixheim.

Man begrub Walter Ziemssen auf dem Soldatenfriedhof Illfurth in Block 7, Grab 52.

In seiner Heimatstadt Bad Honnef gedenkt man Walter Ziemssen noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/bad_honnef_wk1_nrw.htm, ebenso in Stralsund (St. Marien) im heutigen Bundesland  Mecklenburg-Vorpommern: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/stralsund_st_marien_wk1_ziemssen_mvp.htm

Das Grab von Walter Ziemssen auf dem Soldatenfriedhof Illfurth

Sonderbeitrag: Major Ludwig Schaake

Der Soldat Ludwig Schaake stammte aus Cosel in Schlesien (seit 1945 polnisch: Koźle) Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Major im Stab des III. Bataillons des 112. Infanterie-Regiments. Am 09.08.1914 fiel er nahe Mülhausen (französisch: Mulhouse) bei Rixheim.

Man begrub Ludwig Schaake auf dem Soldatenfriedhof Illfurth in Block 7, Grab 16.

Das Grab von Major Ludwig Schaake auf dem Soldatenfriedhof Illfurth

Sonderbeitrag: Das Grab des ersten gefallenen deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg

Albert Mayer

Der Soldat Albert Otto Walter Mayer wurde am 24.04.1892 in Magdeburg geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant im 5. Jäger-Regiment zu Pferd. Er fiel als Patrouillenführer und erster deutscher Soldat am 02.08.1914 bei Delle im Raum Belfort.

 

 

 

Über den Todestag und die Todesumstände von Albert Mayer berichtet der damalige Gefreite Heinze in der Regimentsgeschichte des 5. Jäger-Regiments zu Pferd:

„Ich war im Jahre 1914 Gefreiter bei der 3. Eskadron des Jäger‑Regiments zu Pferde Nr. 5. Am 1. August 1914, nachmittags 4³⁰, rückte unsere Eskadron aus Mühlhausen nach der Grenze. In Wahlbach wurde eine Offizierspatrouille gebildet, bestehend aus Leutnant Mayer, mir als Gefreiten, ferner den Jägern Peters, Hillbrint, Platt, Martin und Grigo. Ob noch mehrere Reiter bei dieser Patrouille waren, ist mir unbekannt. Von Wahlbach ritt die Patrouille nach Bisel, wo wir in einer Wirtschaft, ich glaube im „Schwanen“, Quartier nahmen. Die Pferde wurden im Stall abgesattelt und die Mannschaften blieben im Stall bei ihnen. Leutnant Mayer richtete sich in der Wirtschaft ein Nachtlager ein. Am Westausgang des Dorfes wurde ein Doppelposten aufgestellt.
Am 2. August 1914, vormittags 10 Uhr, erhielten wir Befehl, über die Grenze zu reiten, um Erkundungen über feindliche Truppenansammlungen u.s.w. einzuholen. Der Befehl, über die Grenze zu gehen, wurde, soviel ich weiß, von einem Radfahrer überbracht. Leutnant Mayer gab sofort Befehl zum Satteln und wir ritten am Südlings vorbei über die Grenze 3 km westlich Mr. Gepst und kamen auf Courtelevant, wo wir im Trabe durchritten, ohne feindliche Posten zu bemerken und ohne beschossen zu werden. Wir ritten weiter nach Faverois, wo wir am Eingang des Dorfes französische Soldaten sahen. Wir machten einen Umweg und kamen am anderen Dorfrande wieder auf die Hauptstraße nach Joncherey. Kurz darauf wurden wir von hinten beschossen, jedoch wurde niemand von uns verletzt. Als wir ungefähr den halben Weg nach Faverois zurückgelegt hatten, bemerkten wir, daß uns französische Soldaten folgten und herankamen. Etwa 10 m vor uns stand ein französischer Radfahrer, der sofort nach Faverois zurückritt. Wir ritten nach Joncherey weiter. Rechts der Chaussee war eine mit Gestrüpp bewachsene Böschung und dahinter ein kleiner Hügel. Als wir die ersten Häuser erreichten, sahen wir im Gebüsch rechts der Chaussee einen französischen Doppelposten stehen. Die beiden Soldaten standen etwa bis zur Brust im Gebüsch und hielten Gewehr bei Fuß. Der Posten sah uns zunächst nicht und wir ritten nur etwa 10 m rechts von der Chaussee und mit leichtem Trabe an ihm vorüber. Leutnant Mayer gab uns Zeichen zum Aufmarsch und Angriffsstellung. Wir ritten in zwei Linien und zwar Leutnant Mayer, ich, Peters, Lirbrink und Platt in erster Linie, die übrigen Jäger in der zweiten Linie.

Mit gefällter Lanze ritten wir in langem Galopp auf den französischen Posten zu. Die Franzosen bemerkten uns erst, als wir nur noch einige Schritte entfernt waren. Sie schienen vollständig erschrocken und überrascht zu sein und wollten noch im letzten Augenblick die uns gegenüberliegende Böschung hinauflaufen. In diesem Augenblick hatten wir sie erreicht und Leutnant Mayer hieb dem einen mit seinem Pallasch über den Kopf, während ich dem anderen meine Lanze niederschoß. Hierbei verlor ich meine Lanze, da der Mann umfiel und die Lanze mit sich riß. Ob die Lanze ihn in den Kleidern oder in der Brust getroffen hatte, konnte ich später beim Herüberreiten nicht mehr feststellen, da er regungslos auf dem Boden lag. Ob er tot war, kann ich nicht sagen. Dieser erste Zusammenstoß war an dem Feldwege, der parallel mit der Chaussee oberhalb der Böschung läuft. Hieb und Stich gegen die beiden Franzosen erfolgten nach links, so daß dieselben nach links die Chaussee hinunterfielen.

Ob die beiden Franzosen hinter uns wieder aufgestanden sind und hinter uns her geschossen haben, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall wurde von hinten auf uns geschossen.

Wir ritten nun weiter und kurz nach diesem Vorfall erblickten wir am Ende des Feldweges eine französische Feldwache in Stärke von etwa 15 Mann, die in geschlossener Gruppe zusammenstanden und uns erst sahen, als wir auf etwa 40 Meter herankamen. Ich rief dem Leutnant Mayer zu: „Jetzt sind wir dicht bei ihnen!“ Leutnant Mayer rief zurück: „Halt nicht, nur durch!“ Er sah sich nach uns um und ritt in schnellem Galopp voran. Im Galopp riefen wir „Hurra“. Es ist anzunehmen, daß die Franzosen ebenso erschrocken waren, es seien eigene Reiter, bis sie uns erkannten. Sie schossen dann aus fester Überzeugung, daß sie den Meinen nach allen Seiten hin herum und gleichzeitig auf uns geschossen. Erst als wir die Gruppe hinter uns hatten, eröffneten sie vom Chausseegraben aus, wohin sie geflüchtet waren, das Feuer. Beim Durchbruch durch die Feldwache machten wir von unserer Waffe keinen Gebrauch, da wir bestrebt waren, durchzukommen und die Franzosen gleich in den Chausseegraben flüchteten. Ich hatte, da ich meine Lanze verloren hatte, den Degen genommen, auch Leutnant Mayer hatte noch seinen Pallasch in der Hand. Mit Bestimmtheit kann ich sagen, daß wir von unserer Schußwaffe keinen Gebrauch machten.

Nachdem wir etwa 50 Meter weiter geschlossen rechts und links der Chaussee zugeritten waren und von der Feldwache aus starkes Feuer erhielten, stürzte Leutnant Mayer vom Pferd. Ich wendete mich um und sah, wie er eine Handbewegung zum Weiterreiten machte. Ich war nun allein vorne. Das Pferd von Leutnant Mayer sprengte uns nach. Vor uns lag die Ortschaft Joncherey, wo der Dorfeingang mit Barrikaden gesperrt war. Hinter den Barrikaden sah ich deutlich die Franzosen hin- und herlaufen. Ich rief den Leuten zu: „alles rechts raus!“, um den nächsten Waldrand, der etwa 200 Meter entfernt war, zu erreichen. Wir bogen nun alle rechts ab, während das Pferd von Leutnant Mayer auf der Hauptstraße blieb und nach Joncherey lief. Wir ritten ausgezeichnet dem Walde entgegen und bekamen ununterbrochen lebhaftes Feuer auf der Schußfahrt her. Die vor dem Walde gelegene Wiese war sehr sumpfig, und die Pferde kamen nur sehr langsam vorwärts. Ich sah noch Pferde und Platt vom Pferde fallen. Wir ritten bis an den Waldrand. Das Feuer war nun schwächer geworden, und wir gelangten glücklich in den Wald. Ich ritt noch etwa 100 Meter weiter und hielt dann an. Das Feuer war nun ganz eingestellt. Von anderen Jägern habe ich nichts mehr gesehen. Wir ritten nun etwa 200 Meter im Walde und kamen auf einen schmalen, von einem querlaufenden Bach durchflossenen Weg. Wir ritten diesen Weg entlang und kamen auf eine Chaussee, die von Joncherey nach Belfort führt. Wir ritten diese Chaussee entlang und kamen bald auf die Höhe, von der man Belfort sehen konnte. Ich rief: „Da ist Belfort!“, und wir ritten weiter. Hierauf ritt die Eskadron in Bisel ein.

Leutnant Mayer war an der Schläfe und am Oberschenkel getroffen worden; er war der erste deutsche Offizier, der im Weltkriege fiel. Er wurde auf dem Dorffriedhof in Joncherey von den französischen Soldaten mit militärischen Ehren beigesetzt. Der katholische Ortsgeistliche vollzog die religiöse Handlung. Sein Grab pflegte jahrelang der Geistliche. Die Franzosen ehrten Leutnant Mayer als einen ehrlichen deutschen Kämpfer. Jetzt ruht er auf dem Soldatenfriedhof in Altkirch, wohin ihn die Franzosen nach dem Kriege gebracht haben. Erst später benutzte Frankreich auch den Todesritt des Leutnants Mayer zur Stimmungsmache gegen Deutschland. Der französische Soldat, den Mayer mit seinem Pallasch getroffen hatte, wurde tot, von drei Schüssen durchbohrt, aufgefunden. Es war dies der Korporal Peugeot, der erste im Weltkriege gefallene Franzose. Frankreich behauptete, Peugeot wäre von Mayer mit drei Schüssen niedergestreckt worden, ehe er selbst fiel. Dieser Behauptung ist die Aussage Heinsings gegenüber. Nach kavalleristischer Erfahrung ist es auch ganz ausgeschlossen, daß ein Reiter im langen Galopp einen Menschen mit der Revolverladung treffen kann. Wahrscheinlich ist Peugeot in der Verwirrung durch eigene Schüsse der Franzosen getroffen worden.“

Albert Mayer

Sterbeort und erste Grablage von Albert Mayer:

Französische Soldaten begrub Walter Mayer zunächst mit allen Ehren in Jonchéry, man bettet ihn aber später nach dem Krieg auf den Soldatenfriedhof Illfurth in Block 4, Grab 181 um.

Das Grab von Albert Mayer auf dem Soldatenfriedhof Illfurth

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.727: Ludwig Baierl

Der Landwirt Ludwig Baierl wurde am 18.07.1883 in Aholming in Bayern geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 6. Kompanie des  11. bayerischen Landwehr-Reserve-Infanterie-Regiment. Am 16.02.1917 geriet er während der Stellungskämpfe im Oberelsass in französische Gefangenschaft. Am 20.02.1919 starb er im Alter von 35 Jahren im Lazarett Belfort (französische Gefangenschaft) nach 12 tägiger Grippe Erkrankung.

Man begrub Ludwig Baierl auf dem Soldatenfriedhof Illfurthin Block 4, Grab 185.

Sterbebild von Ludwig Baierl
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Baierl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 1.235: Franz Frey

Der Wehrmann Franz Frey stammte aus Ismaning. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 6. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 21.03.1918 verstarb er nach einem Unfall aufgrund eines Splitters im Herzen in einem Lazarett.

Man begrub Franz Frey auf dem Soldatenfriedhof Illfurth in Block 7, Grab 3.

Seine Heimatgemeinde Ismaning gedenkt Franz Frey noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/ismaning_wk1u2_bay.htm

Franz Frey
Sterbebild von Franz Frey
Sterbebild von Franz Frey
Sterbebild von Franz Frey

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 732: Johann Schauer

Der Bauerssohn Johann Schauer stammte aus Untersoilach, heute Teil der bayerischen Gemeinde Frasdorf. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 10.05.1918 verstarb er im Alter von 26 Jahren in Mülhausen in einem Feldlazarett nach 10 wöchigem Leiden an einer schweren Verwundung. Er war mit dem Eisernen Kreuz und dem Verdienstkreuz ausgezeichnet worden. 35 Monate hatte er Kriegsdienst geleistet.

Man begrub Johann Schauer auf dem Soldatenfriedhof Illfurth in Block 7, Grab 33.

Seine Heimatgemeinde Frasdorf gedenkt Johann Schauer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/frasdorf_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Schauer
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schauer

 

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 254: Franz Berkmiller

Franz Berkmiller (auf dem Sterbebild falsch geschrieben als „Berkmüller“) wurde am 21.10.1892 in Görisried geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments als Ersatz-Reservist. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 24.11.1917 fiel er im Alter von 25 Jahren bei Mülhausen (Elsass).

Die sterblichen Überreste von Franz Berkmiller wurden auf dem Soldatenfriedhof IllfurthBlock 2, Grab 22 begraben.

Seine Heimatgemeinde gedenkt noch heute seiner auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/goerisried_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Franz Berkmüller
Rückseite des Sterbebildes von Franz Berkmüller

 

Der theoretische Weg von Franz Berkmiller von seiner Heimatstadt über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 250: Joseph Müller | Der erste deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges

Joseph Müller wurde am 06.05.1877 geboren, war Platzmeister von Beruf und lebte in Kempten. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Soldat in der 2. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 17.01.1918 verstarb er im Lazarett in Mühlhausen (französisch: Mulhouse). Er wurde 40 Jahre alt.

Joseph Müller wurde auf dem Soldatenfriedhof Illfurth, Block 3, Grab 17 begraben.

Auf diesem eher kleinen Soldatenfriedhof liegt auch der erste gefallene deutsche Soldat des Ersten Weltkriegs begraben: Albert Otto Walter Mayer. Der Leutnant stammte aus Magdeburg, diente beim  Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5  und fiel am 02.08.1914 bei Delle, Raum Belfort. Er ruht in Block 4, Grab 181.

Seine Heimatgemeinde Kempten gedenkt noch heute Joseph Müller auf einem Denkmal:
http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten_kath_frdh_wk1_bay.htm

 

Der theoretische Weg von Joseph Müller von seinem Heimatort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: