Der Soldat Otto Stern stammte aus Bodenmais in Bayern, war der Sohn eines Kaufmanns und Bräugehilfe von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 27.03.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen in Wald von Avocourt durch einen Bauchschuss.
Der Soldat Martin Gröbner stammte aus Gröben (Schreibfehler auf Sterbebild), heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Petting, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 4. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.05.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Arras.
Die Lage des Grabes von Martin Gröbner ist unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Max Hinträger, geboren am 06.06.1892 in Adelshofen, gefallen am 21.05.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Konrad Brinz, gefallen am 21.05.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Jakob Amann, gefallen am 22.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Georg Schwarzbauer, gefallen am 22.05.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Josef Vordermayer (Verlustliste: Vordermeyer) stammte aus Ribing (Schreibfehler auf Sterbebild), einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kirchanschöring, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 9. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 20.08.1914 fiel er im Alter von 30 Jahren währen der Schlacht bei Saarburg (französisch Sarrebourg) ⇒ Schlacht um Lothringen.
Über seinen Sterbebtag berichtet die Regiementsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„20.08.1914 In der Nacht wurde die 1. Reserve-Brigade auf der Straße Mittersheim – Finstingen gesammelt. I. Bataillon bildete die Vorhut, das Regiment befand sich am Anfang des Gros. In der Bambachschneuse vormarschierend, überschritt die Spitze um 5.00 Uhr vormittags die Eisenbahnlinie. Bei Annäherung an das Schleusenwirtshaus am Saarkohlenkanal an der Straße St. Johann von Bassel – Bisping erhielt die Spitze starkes Feuer. Trotz Einsatzes der 2., 3. und 4. Kompanie nordöstlich und südlich der Straße um 6.00 Uhr vormittags konnte der Kanal nicht überschritten werden. Die auf 30 Meter am Feind liegenden Kompanien litten unter dem Feuer der feindlichen Baumschützen und der Besatzungen der Häuser, da nur geringe Deckung vorhanden war. Auch der Einsatz der 1. Kompanie am rechten Flügel und der M.G.-Kompanie südlich der Straße brachte keinen Erfolg. Schon nach 6.00 Uhr vormittags wurde das ganze Regiment eingesetzt: III. Bataillon nordöstlich des I. Bataillons mit dem Befehl, auf einer der nächsten nordöstlich gelegenen Schleusen überzugehen und den Feind von Norden her anzugreifen, II. Bataillon wurde hinter dem linken Flügel bereitgestellt. 1. Artillerie-Zug nahm das Schleusenwirtshaus unter Feuer.
Um 8.00 Uhr vormittags lag starkes Feuer auf der Bambachschneuse, 2. Pionier-Sprengwagen gingen in die Luft und verursachten eine Panik unter dem Gefechtstross. Um 9.00 Uhr vormittags verstummte das Feuer. Vom Reserve-Infanterie-Regiment 2, das als Brigadereserve hinter dem linken Flügel des Regiments stand, wurden noch 4 M.G. eingesetzt. Die Verluste in der Front forderten Auffrischung, so dass um 10.45 Uhr vormittags nur mehr 5. Kompanie und 1/2 6. Kompanie als Reserven des Regiments vorhanden waren. So drohte schon der Kampf zum Stehen zu kommen, als es dem III. Bataillon gelang, durch Fällen von Bäumen und Herstellung eines Laufsteges in heftigstem feindlichen Infanteriefeuer den Übergang über den Kanal nordöstlich des Schleusenwirtshauses zu erzwingen und nun mit Teilen der 1. und 4. Kompanie und des Reserve-Infanterie-Regiments 12 um 1.00 Uhr nachmittags von Norden her den feindlichen Flügel aufzurollen und das Schleusenwirtshaus zu stürmen. Daraufhin wurde sofort die 5. Kompanie zur Verfolgung angesetzt, der sich Teile des III./Reserve-Infanterie-Regiment 1 und Reserve-Infanterie-Regiment 12 anschlossen. Die übrigen Bataillone wurden gesammelt und konnten wegen der starken Verluste sich noch nicht an der Verfolgung beteiligen. Die Verfolgungskolonne konnte mit dem Feind nicht mehr Fühlung gewinnen. Artillerie war nicht zur Stelle, so dass dem zurückflutenden Gegner nur mehr geringe Verluste beigebracht werden konnten. Um 4.00 Uhr nachmittags war das Regiment am Westrand des Waldes versammelt, 1 Zug nach Bisping vorgeschoben, um den Ort in Besitz zu nehmen. Bei Einbruch der Dunkelheit bezog das Regiment bei Bisping Biwak, I. Bataillon sicherte in Linie Disselingen – Freiburg – Rodt.“
Offiziell ist für Josef Vordermayer keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bisping beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Leutnant Friedrich Medicus, gefallen am 20.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bisping in Grab 10;
Landwehrmann Johann Walcher, gefallen am 20.08.1914 bei St. Johann von Bassel, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bisping in einem Massengrab;
Reservist Johann Hogger, gefallen am 20.08.1914 bei St. Johann von Bassel, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bisping in einem Massengrab.
Sterbebild von Josef VordermayerRückseite des Sterbebildes von Josef Vordermayer
Der Soldat Josef Hausler stammte aus Enzelhausen, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rudelzhausen, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 16.10.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren während der Schlacht an der Somme. Eine Schrapnell-Kugel durchschlug seinen rechten Oberschenkel. Vermutlich verblutete er an dieser schweren Verwundung.
Joasef Hausler wurde zunächst auf einem Soldatenfriedhof in Flaurelaux begraben. Später bettete man ihn auf den Soldatenfriedhof Sissonne um in Block 11, Grab 591.
Sterbebild von Josef HauslerRückseite des Sterbebildes von Josef Hausler
Der theoretische Weg von Josef Hausler von seinem Geburtsort zu seinem Sterbeort und Grab:
Der Soldat August Haimerl stammte aus der bayerischen Gemeinde Wolnzach und war der Sohn eines Metzgermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 19. bayerischen Infanterie-Regiments als Gefreiter. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 09.08.1918 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Rosières-en-Santerre durch einen Maschinengewehr-Schuss.
Man begrub August Haimerl auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 1426.
Sterbebild von August HaimerlRückseite des Sterbebildes von August Haimerl
Der theoretische Weg von August Haimerl von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:
Der Soldat Josef Reicheneder wurde am 14.02.1893 in Ehrenberg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pfaffenhofen an der Ilm. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 27. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Verdienst-Orden ausgezeichnet. Er fiel laut Angaben französischer Behörden am 26.07.1918 im Alter von 25 Jahren bei Fleury la Riviere an der Marne (lt. Franzosen).
Man begrub Josef Reicheneder auf dem Soldatenfriedhof Marfaux in einem Massengrab.
Sterbebild von Josef ReichenederRückseite des Sterbebildes von Josef Reicheneder
Der Soldat Josef Pfanzelt wurde am 08.02.1895 in Forach als Sohn eines Landwirts geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Fraunberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 11. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 20.03.1916 verstarb er im Alter von 21 Jahren in einem Feldlazarett, nachdem er am 10.03.1916 während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen im Wald von Avocourt schwer verwundet worden war.
Der Landsturmmann Johann Schwarzhuber stammte aus Buch, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolnzach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Batterie des 22. bayerischen Fuß-Artillerie-Bataillons als Kanonier. Am 18.07.1917 verstarb er im Alter von 42 Jahren in der Siegfriedstellung bei Serre an Herzlähmung.
Man begrub Johann Schwarzhuber auf dem Soldatenfriedhof Origny-Ste.-Benoîte in Block 1, Grab 269.
Sterbebild von Johann SchwarzhuberRückseite des Sterbebildes von Johann Schwarzhuber
Der Soldat Georg Braun stammte aus Traich, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rudelzhausen, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 04.08.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren bei Fleury während einer Patrouille bei den furchtbaren und sinnlosen Kämpfe in der Schlacht um Verdun.
Über den Todestag von Georg Braun schreibt die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:
„In den ersten Augusttagen und Nächten war es bei Fleury zu erbitterten Handgranaten- und Infanteriekämpfen gekommen, in deren Verlauf es den Franzosen gelungen war, in den Ort oder besser gesagt in dessen Trümmerstätte einzudringen. Nervosität und Unruhe stiegen aufs höchste.
Unsere Bataillone wurden alarmiert – das II. Bataillon musste am 3./4. August in die Kämpfe eingreifen – den tapferen Kompanien gelang es, nach schwerem Ringen sich schließlich am östlichen Ortsrand gestzusetzen. Schwere Opfer hatte es wieder gekostet. Über 100 Mann blieben tot oder verwundet am Platz, viele wurden vermisst.
An der Spitze ihrer Kompanien (5. und 8.) starben, kaum zwanzigjährig, die Leutnante Günther-Kühne (Leutnant Roderich Günther-Kühne, gefallen am 04.08.1916, begrabe auf dem Soldatenfriedhof Azannes II, Block 6, Grab 203) und Schadenfroh (Leutnant der Reserve Wolfgang Schadenfroh, aus Aschenau, geboren am 25.02.1896, gefallen am 04.08.1916 bei Thiaumont, begraben in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville) den Heldentod. Auch Offiziers-Stellvertreter Rammelmeier (MG-Kompanie) war gefallen.
Man begrub Georg Braun auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.
Sterbebild von Georg BraunRückseite des Sterbebildes von Georg Braun
Der theoretische Weg von Georg Braun von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:
Mein 1. Beitrag in der Serie „Die Männer des Ersten Weltkrieges“ befasste sich mit Hugo Bielenberg, einem 62 Jahre alten Mann, der bereits im Deutsch-Französischen Krieg gekämpft hatte und sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges im hohen Alter noch einmal freiwillig meldete und in den Vogesen fiel. Heute habe ich diesen Beitrag erneut ergänzt, denn ich konnte die Todesanzeige seiner Frau für Hugo Bielenberg ersteigern.