Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.424: Ignaz Rottenwallner

Der Soldat Ignaz Rottenwallner stammte aus dem Dorf Weiher im bayerischen Landkreis Landshut und war der Sohn eines Müllers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 23. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 wurde er bei Lunéville verwundet und gefangen genommen. Am 06.10.1915 verstarb er im Alter von 22 Jahren bei Ajaccio auf der farnzösischen Mittelmeerinsel in Kriegsgefangenschaft.

Man begrub Ignaz Rottenwallner auf dem Soldatenfriedhof Bastia auf der französischen Insel Korsika in Block 8, Reihe 5, Grab 58.

Sterbebild von Ignaz Rottenwallner
Rückseite des Sterbebildes von Ignaz Rottenwallner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.423: Markus Samhuber

Der Soldat Markus Samhuber stammte aus Gassau, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Vilsbiburg, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 7. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 05.09.1914 fiel er während der Schlacht vor Nancy – Epinal Lothringen im Alter von 31 Jahren bei Maixe Einville. Er wurde gerichtlich für tot erklärt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Markus Samhuber berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Gefecht bei Maixe

(aber auch bei „Crévic“ oder „bei Höhe 316“ oder auch „bei Einville“ genannt) 4. und 5.9.1914

Bereitstellung: Reserve-Infanterie-Regiment 1 rechts, Reserve-Infanterie-Regiment 2 links zwischen Valhey und Einville. Demnächst sollte das Reserve-Infanterie-Regiment 2 die Höhe 316 nordwestlich Maixe nehmen und hatte am 5. früh in dem westlich davon gelegenen Wald von Crévic eingegraben zu sein. Vom Feinde, namentlich über dessen schwere Artillerie im Festungsvorgelände, war nichts bekannt. Nach der Tiefe des Angriffsraumes, der vorgerückten Tagesstunde und der Schwäche der Artillerie (eine Batterie) für die Brigade, sowie der Unklarheit über feindliche Gruppierung und Stärke eine gewaltige Aufgabe! Im Anschlusse rechts der Brigade stand 6. bayerische Infanterie-Division vom III. Armee-Korps; links und zwar südlich des Sânon-Kanals sollte die 2. Reserve.Infanterie-Brigade vorgehen.

Das Betreten der Ortschaften Maixe (nördliches Ufer) und Crévic (südliches Ufer des Kanals) – beide also an der Trennungslinie der Brigaden – die von der schweren Artillerie des Armeekorps in Brand geschossen werden sollten, war ausdrücklich verboten worden.

Eine bisherige Sicherungs-Abteilung der 6. bayerischen Infanterie-Division in Einville teilte noch mit, dass die französische Artillerie hervorragend eingeschossen sei, was sich unmittelbar darauf, bei einer Beschießung des erkundenden Brigade- und Regimentsstabes bestätigte. Das Regiment mit zwei zugeteilten Kompanien 19, preußisches Pionier-Regiment entsandte nur zwei Kompanien (5. und 8.), durch den dichten, unwegsamen Wald, alles übrige in drei Linien II., III., I. Bataillon ging gegen 5 Uhr nachmittags südlich des Waldes von Einville vor. Der Westrand des Waldes durfte zunächst nur von Patrouillen überschritten werden. Das Vorgehen dorthin vollzog sich fast ohne Störung durch den Feind, erst im Südwestteil des Waldes gab es kleinere Zusammenstöße. Auf dem Angriffsfelde verrieten deutsche Tote, dass hier früher schon heftig gekämpft worden war.

Um das Herankommen der links zurückbefindlichen 2. Reserve-Infanterie-Brigade abzuwarten, musste die Fortsetzung des Angriffes  von der 1. Reserve-Brigade auf 9 Uhr abends verschoben werden.

III. Bataillon und 6. und 7. Kompanie hatten zu dieser Zeit unter Major Staudacher die Höhe 316 wegzunehmen und weiter aufzuklären. 5. und 8. Kompanie steckten noch im Walde – Mondschein begünstigte die Bewegung.

Regimentsstab, I. Bataillon mit Maschinengewehr-Kompanie und Pioniere – Reserve – und demnächst die Sanitätswagen mit Regimentsarzt folgten bis in den Grund des l‘ Etangbaches, wo ein Steg geschlagen wurde. Der Besitz der Höhe wurde bald gemeldet. Allmählich wurde aber erkannt, dass der Feind noch in Schützengräben auf dem eigentlich plateauartigen Höhenkamm lag. Von hier aus und namentlich aus der linken Flanke – Richtung Maixe, das selbst heftig von der Artillerie des Armeekorps beschossen wurde, ohne zu brennen – lag während der ganzen langen Nacht stoßweises feindliches Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer (rafales) auf unseren Linien und Reserven. Das Feuer wurde aber vorerst absichtlich nicht beantwortet, um unsere Stärke und Gruppierung nicht zu verraten. Das Eingraben in vorderster Linie war bei dem harten Boden und dem wenigen Schanzzeug nur in geringem Umfange möglich. Die Artillerie war in Unterkunft gegangen. Zum Schutz gegen feindliche Überraschung aus der linken Flanke, Richtung Maixe, wurde die 4. Kompanie (Storch) gegen Süden, 2. (Hofferberth) zur Verlängerung links des III. Bataillons eingesetzt. Später wurden zwei Maschinengewehr-Züge ins III. Bataillon, ein Zug in die 4. Kompanie eingeschoben, mit dem Auftrag, sobald nach dem Aufblitzen der Schüsse die feindliche Stellung festgestellt war, durch energisches Feuer den Feind nieder zu halten.

Die Fortsetzung des nächtlichen Angriffes bis zum Walde von Crévic unterblieb zunächst auf Befehl der Brigade wegen des Zurückbleibens der 2. Reserve-Brigade, der ungeklärten Verhältnisse vor der Front, sowie bei Maixe, und wohl auch wegen der Unklarheit beim Reserve-Infanterie-Regiment 1.

Die Nacht über erlitt das Regiment ziemliche Verluste durch empfindliches Flankenfeuer.

Das Angriffsziel – Wald von Crévic – konnte bis zur befohlenen Zeit nur noch gewonnen werden, wenn der Angriff spätestens bei Tagesanbruch mit starker Staffelung links und kräftiger Artillerieunterstützung die ausdrücklich in der Nacht zweimal vom Regiment über die Brigade erbeten wurde, erfolgte.

Die Brigade stimmte dem zu und so stürmte das Regiment mit den Maschinengewehrzügen sowie den nächsten Teilen des Reserve-Infanterie-Regiments 1 nach heftigem Feuerschlag um 4.50 Uhr vormittags, die stark besetzten feindlichen Gräben der Höhe 316.

Die Franzosen, etwa gleich stark, flohen namentlich in den Wald von Crévic, bedrängt von unseren Kompanien 9. (Gaul) und 11. (Pfannstiel) erreichen diesen Wald gegen 7 Uhr vormittags, während 10. (Hartlmaier) mit Maschinengewehr-Zug (Kleemann) und 12. (Dentler) feindliches Feuer aus Richtung nordöstlich Crévic erwiderten. 6. (Molenar) und 7. (Haselmayr) befanden sich im III. Bataillon verteilt eingeschoben.

Am linken Flügel beim I. Bataillon (Dittelberger) stürmten 2. und 4. Kompanie den Rand eines Weinberges, von dem aus das III. Bataillon empfindlich flankiert gewesen war. 3. (Dittmar) wurde links gestaffelt nachgezogen; 1. (Rost) mit dem linken Flankenschutz des Regiments beauftragt.

Die zwei preußischen Pionierkompanien blieben Reserve.

Vor dem linken Flügel wurde um diese Zeit eine feindliche Marschkolonne – 1 – 1 ½ Regimenter mit Artillerie – im Rückmarsch von Petite Maixe – Crévic  auf Sommerviller erkannt. Schwächere feindliche Infanterie bei Petite-Maixe und beim Friedhof Crévic lag noch immer im Feuer gegen Höhe 316. Offenbar wollten diese Truppen, die die schweren Beschießungen von Maixe und Crévic ausgehalten hatten, nun nach Nancy zurückmarschieren. Der überraschende Stoß des Regiments war geglückt und alles wartete gespannt auf unser Artilleriefeuer, und auf die Einwirkung der 2. Reserve-Infanterie-Brigade links, sowie der 6. bayerischen Infanterie-Division rechts. Die 3. Kompanie nahm die nächsten Teile der feindlichen Marschkolonne bei Petite-Maixe unter Feuer.

Die Franzosen stellten nun den Rückmarsch ein. Ihre Infanterie entwickelte gedeckt, verstärkt zunächst beim Friedhof nördlich des Kanals; zwei ihrer Batterien gingen in Stellung zwischen Sommerviller und Crévic, eine Batterie weiter östlich. Zugleich brach ein heftiges Artilleriefeuer aus südlicher Richtung los, das die Höhe 316 und die Hänge dahinter planmäßig und heftig überstreute. Während die Mitte und der linke Flügel stark durch Infanterie- und Artilleriefeuer litten, wurden 9. und 11. am Walde von Crévic empfindlich gefasst.

Die Franzosen flankierten ungehindert auf beiden Seiten; ihre Artillerie, namentlich schwere Artillerie der Festung Nancy, gab verheerendes Feuer ab.

Das brave Regiment, den glänzenden Sieg in Händen, kann ihn nicht halten, da die eigene Artillerieunterstützung ausblieb und die Nachbarbrigaden rechts und links zur Entlastung nicht fühlbar wurden. Trotz dieser bitteren Erkenntnis begann die unhaltbare Front nur langsam und zögernd abzubröckeln, die Teile, wo immer nur möglich, wieder Feuerhalte machend.

Major Staudacher (Major Karl Staudacher, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), der die Front in der Hoffnung an das Eingreifen unserer Artillerie zu halten versuchte, fiel mit dem Ordonanzoffizier Leutnant Hochenleitner (Leutnant Rudolf Hochenleitner, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab) durch Granatschuss. Dem unerschrockenen Verhalten des Hauptmanns Dittelberger, der mehrmals verwundet, trotzdem die Führung in dieser entscheidenden Zeit beibehielt, gelang es am linken Flügel, die Rückbewegung planmäßig zu leiten. Er mit Leutnant Hanfstingl folgten als die letzten. Am rechten Flügel wirkten Hauptmann Hafelmayr und Oberleutnant Gaul an verschiedenen Punkten ebenso. In höchster Aufopferung schleppten die Mannschaften ihre Verwundeten, Führer und Kameraden mit zurück.

Die Maschinengewehr-Züge, die den Angriff vorbereitet und mitgemacht hatten, wobei sich Oberleutnant Kleemann gegen den rechten französischen Flügel besondere Verdienste erwarb und trotz Brustverwundung aushielt, litten beim Zurückgehen sehr stark. Die Bedienung eines Gewehres fiel vollständig aus. Infanterist Ganslmeier des Regiments mit Infanterist Gnotzer 2./Reserve-Infanterie-Regiment 1 brachten das Gewehr zurück. Die Franzosen wagenten nicht auf die Höhe 316 zu folgen. Nur ungeheures Artilleriefeuer streute hinter die Höhe und zugleich setzte wieder starkes Infanterieflankenfeuer aus Richtung Maixe ein. Eine kombinierte Kompanie aus den gestrigen Marschverlusten der Brigade erwies sich ungeeignet für Verwednung hiegegen. Von der eben erst aus dem Walde von Einville eintreffenden 8. Kompanie (Weißmann) wurde ein Zug gegen den flankierenden Feind entsandt. Der Führer Leutnant der Reserve a. D. Pfister, Amtsgerichtsrat aus Passau (52jähriger Kriegsfreiwilliger) (Leutnant Bernhard Pfister, geboren am 31.03.1862 in Klingenberg, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), fiel und der Zug glitt wieder hinter die schützende Geländewelle.

Der gefallene Pfister wurde vom Regimentsstab während des Gefechtes an Ort und Stelle begraben und ihm ein stilles Gebet geweiht.

Zur Aufnahme des Regiments wurden nun 1. und 8. Kompanie, sowie die beiden Pionierkompanien an den Westrand des Waldes von Einville befohlen. Die 5. Kompanie (Korp-Müller) war im Anmarsch aus dem Walde von Einville, konnte aber nicht mehr eingesetzt werden.

Das Regiment war in musterhafter Haltung und Ordnung zurückgegangen und wurde rasch gesammelt. Nachdem das Bataillon Wucher vom Reserve-Infanterie-Regiment 12 die Aufnahmestellung übernommen hatte, wurde das ganze Regiment zur Saline von Einville zurückgenommen. Der dortige Offiziers-Apell, sowie Mannschafts-Rapport, wies erschütternde Lücken auf:

241 Tote, darunter Major Staudacher, Hauptmann Storch (Hauptmann Gustav Storch, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), Oberleutnant der Reserve Hofferberth (Oberleutnant Wilhelm Hofferberth, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab) und Dittmar (Oberleutnant Hugo Dittmar, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), die Leutnants Hochenleitner (Leutnant Rudolf Hochenleitner, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), Schmidmayer (Leutnant Josef Schmidmayer, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), die Leutnante der Reserve Dentler (Leutnant der Reserve Florentin Dentler, geboren am 03.08.1880 in Probershau, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), Kellermann (Leutnant Franz Kellermann, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), Leutnant der Reserve a. D. Pfister, Offiziers-Stellvertreter Reder (Offizierstellvertreter Hellmuth Reder, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab), Bächstein (Vizefeldwebel Karl Bächstein, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab).

365 Verwundete, darunter Hauptmann Dittelberger, Hartlmaier, Oberleutnant Benzino, Pfannstiel, Oberleutnant der Reserve Helfer, Kleemann, Leutnant der Reserve Eisenschmid, Kaindl, und Brey, Vize-Feldwebel Offiziers-Stellvertreter Hilz, Diedrich, Reichold, Eigl.

Das Gefecht ist eine Ruhmestat des Regiments. Ganz allein auf sich angewiesen und trotz höchster Verluste haben Führer und Mannschaften Glänzendes und Vorbildliches geleistet.“

Die Lage des Grabes von Markus Samhuber ist offiziell unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er wie seine Kameraden (s. o.) auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller beigesetzt wurde – anonym in einem Massengrab.

Sterbebild von Markus Samhuber
Rückseite des Sterbebildes von Markus Samhuber

Sonderbeitrag: Johanna Gabriel, Krankenschwester

Johanna Gabriel war eine Krankenschwester und stammte aus Chemnitz im heutigen Bundesland Sachsen. Sie starb am 30.10.1916 während der Schlacht um Verdun in Stenay an einer Krankheit.

Man begrub Johanna Gabriel auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab (siehe unten).

Die Inschrift für Johanna Gabriel am Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye
Die Namensplatte mit der Inschrift für Johanna Gabriel am Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye
In diesem Massengrab wurde Johanna Gabriel begraben.

Sonderbeitrag: Luitpold Schaller

Während meines aktuellen Aufenthalts in Verdun stieß ich auf das Grab von Luitpold Schaller.

Der Soldat Luitpold Schaller wurde am 12.03.1893 in Konradsreuth, Oberfr. geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kanonier in der 3. Batterie des 3. bayerischen Fußartillerie-Regiments. Am 03.05.1915 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Varvinay südlich Verdun. Man begrub ihn zunächst in der Nähe seines Sterbeortes in einem liebevoll gestalteten Grab (siehe unten nahe Valbois). Später bettete man ihn um.

Man begrub Luitpold Schaller letztlich auf dem Soldatenfriedhof Saint-Mihiel in Block 4, Grab 585.

In seiner Heimatgemeinde Konradsreuth gedenkt man Luitpold Schaller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/konradsreuth_lk-hof_oberfranken_1866-1870_wk1_bay.html

Das ursprüngliche Grab von Luitpold Schaller
Das heutige Grab von Luitpold Schaller auf dem Soldatenfrriedhof Saint-Mihiel
Die Inschrift auf Luitpold Schaller Grabkreuz
Der bayerische Löwe neben dem Ursprungsgrab von Luitpold Schaller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.403: Martin Starflinger

Der Soldat Martin Starflinger stammte aus Waitzgraming (Schreibfehler auf Sterbebild), einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Unterneukirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Schlacht vor Nancy-Epinal bei Baccarat in Frankreich.

Die Lages des Grabes von Martin Starflinger ist offiziell unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden von der 12. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Infanterist Franz Xaver Grünwald, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in Block 4, Grab 44;
  • Infanterist Matthias Blumenstingl, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Andreas Würfl, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Gefreiter Otto Wageneder, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.
Sterbebild von Martin Starflinger
Rückseite des Sterbebildes von Martin Starflinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.402: Adolf Wuhrer

Der Soldat Adolf Wuhrer wurde am 26.05.1892 in Kottern geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kempten. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 5. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Bazien während der Kämpfe vor Arzailles – Luneville.

Offiziell ist für Adolf Wuhrer keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Leutnant Alfred Krafft, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Leutnant Johann Donderer, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Gefreiter Rudolf Winkler, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Infanterist Ernst Becker, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Adolf Wuhrer
Rückseite des Sterbebildes von Adolf Wuhrer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.401: Ludwig Wochinger

Der Soldat Ludwig Wochinger stammte aus Woching, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Pfarrkirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er während der Gefechte in Lothringen in der Nähe von Blâmont im Alter von 24 Jahren.

Offiziell ist die Lage des Grabes von Ludwig Wochinger unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf dem Soldatenfriedhof Reillon anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Peter Büchlmeier, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Schmidwenzl, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in Block 3, Grab 157.

Seine Heimatgemeinde Pfarrkirchen gedenkt noch heute Ludwig Wochinger auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/pfarrkirchen_kriegergedaechtniskapelle_wk1_bay.htm

 

Sterbebild von Ludwig Wochinger
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Wochinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.400: Martin Thalmaier

Der Soldat Martin Thalmaier stammte aus Embach, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Dorfen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 9. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 23.08.1914 wurde er während der Schlacht vor Nancy – Epinal bei Sainte-Pôle schwer verwundet. Am 25.08.1914 verstarb er an seiner Verwundung im Alter von 24 Jahren im Feldlazarett Blâmont.

Über den Tag und die Umstände der schweren Verwundung von Martin Thalmaier berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„23.08.1914 Verfolgung wird fortgesetzt über Barbas – Ancerviller. 2.10 Uhr nachmittags Angriff auf Sainte-Pôle (4 km westlich des am 12./13.08. besetzten Neuviller). I. Bataillon vorderer Linie, II. und III. Bataillon links gestaffelt. 6 Uhr abends sind nach schwerem Kampf die Höhen südwestlich Sainte-Pôle erstürmt. Regiment biwakiert in Gefechtsbereitschaft. 7.15 Uhr abends treffen Teile des XIV. Armeekorps in Höhe des Regiments ein.“

Martin Thalmaier wurde dabei tödlich verwundet.

Man begrub Martin Thalmaier auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

Sterbebild von Martin Thalmaier
Rückseite des Sterbebildes von Martin Thalmaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.399: Georg Stocker

Der Soldat Georg Stocker stammte aus Sonnering, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Höslwang, und war der Sohn eines Brunnenmachers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 20.08.1914 fiel er während der Schlacht in Lothringen im Alter von 24 Jahren bei Saarburg (französisch: Sarrebourg) in Lothringen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Stocker berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„

„20.08.1914 3.30 Uhr morgens Regiment rückt in den Wald östlich Görlingen (wie am vorhergegangenen Tage). Ab 6 Uhr vormittags Angriff des I. bayerischen Reserve-Korps rechts und des XIV. Armee-Korps links. Der Befehl zum eigenen Angriff wird sehnlichst erwartet.

8 Uhr vormittags Regiment wird in Richtung Wasserreservoir bei Rieding Nord vorgezogen. Ab 9.30 Uhr vormittags Bereitstellung des Regiments am Nordostabhang des Tinkelberges, I. und II. Bataillon in vorderer Linie, III. Bataillon hinter der Mitte. Front gegen Saarburg. Angriffsziel Rebenberg südöstlich Saarburg. Feindlicher Flieger kreist über der Bereitstellung, bald darauf schlagen die ersten Granaten im Regiment ein.

11 Uhr vormittags wird zum Angriff angetreten. Mit Überschreiten der Höhe setzt starkes feindliches Artilleriefeuer ein, doch unaufhaltsam wie auf dem Exerzierplatz eilt das Regiment entfaltet in den Grund.

11.15 Uhr vormittags wird der Bahnhof Rieding genommen und werden die ersten Gefangenen gemacht.

12 Uhr mittags ist Klein-Eich erstürmt. Feindliche Maschinengewehre im Siechhaus, in kaserne und Friedhof Saarburg verursachen schwere Verluste.

1.30 Uhr nachmittags ist die Straße Siechhaus – Bühl erreicht. Als Munitionsmangel eintritt, fährt der Führer des Patronenwagens der 5. Kompanie, Landwehrmann Deininger, im Galopp bis in die vorderste Linie, wofür er das Eiserne Kreuz erhielt.

2.30 Uhr nachmittags wird die Maschinengewehrkompanie eingesetzt, in kurzem sind die feindlichen Maschinengewehre zum Schweigen gebracht. Eigene schwere Artillerie bereitet durch ihr Feuer auf Kaserne, Friedhof und Rebenberg den weiteren Angriff vor.

5.15 Uhr nachmittags Antreten zum Sturm auf den Rebenberg, der 5.45 Uhr nachmittags in unserem Besitz ist. Der Feind erschüttert durch die Wucht des Angriffs, zieht sich in wilder Flucht in südwestlicher Richtung zurück. Eine weitere Verfolgung über den Rebenberg hinaus war verboten.

Bald nach 6 Uhr abends setzte heftiges Artilleriefeuer auf den Rebenberg ein. 7 Uhr abends kurzer, aber heftiger Häuserkampf des Infanterie-Leib-Regiments in Saarburg, in den auch Teile des Regiments eingreifen.

8 Uhr abends nach kurzem, starken Artilleriefeuer französischer Gegenstoß der 11 Uhr nachts abgewiesen ist.

Getreu seiner Tradition hat das Regiment mit unvergleichlicher Tapferkeit gekämpft und einen herrlichen Sieg errungen“

Am gleichen Tag und bei den gleichen Kämpfen fiel Florian Huber, ein Regimentskamerad von Georg Stocker, den ich bereits am 10.12.2024 vorgestellt habe.

Man begrub Georg Stocker auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle in einem Massengrab.

Sterbebild von Georg Stocker
Rückseite des Sterbebildes von Georg Stocker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.398: Johann Walcher

Der Soldat Johann Walcher stammte aus Oberstetten, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Teisendorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 9. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments als Landwehrmann. Am 20.08.1914 fiel er im Alter von 31 Jahren bei Sankt Johann von Bassel (französisch: Saint-Jean-de-Bassel) in Lothringen.

Über die Todesumstände und den Todestag von Johann Walcher berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„

20.08.1914 In der Nacht wurde die 1. Reserve-Brigade auf der Straße Mittersheim – Finstingen gesammelt. I. Bataillon bildete die Vorhut, das Regiment befand sich am Anfang des Gros. In der Bambachschneuse vormarschierend, überschritt die Spitze um 5.00 Uhr vormittags die Eisenbahnlinie. Bei Annäherung an das Schleusenwirtshaus am Saarkohlenkanal an der Straße St. Johann von Bassel – Bisping erhielt die Spitze starkes Feuer. Trotz Einsatzes der 2., 3. und 4. Kompanie nordöstlich und südlich der Straße um 6.00 Uhr vormittags konnte der Kanal nicht überschritten werden. Die auf 30 Meter am Feind liegenden Kompanien litten unter dem Feuer der feindlichen Baumschützen und der Besatzungen der Häuser, da nur geringe Deckung vorhanden war. Auch der Einsatz der 1. Kompanie am rechten Flügel und der M.G.-Kompanie südlich der Straße brachte keinen Erfolg. Schon nach 6.00 Uhr vormittags wurde das ganze Regiment eingesetzt: III. Bataillon nordöstlich des I. Bataillons mit dem Befehl, auf einer der nächsten nordöstlich gelegenen Schleusen überzugehen und den Feind von Norden her anzugreifen, II. Bataillon wurde hinter dem linken Flügel bereitgestellt. 1. Artillerie-Zug nahm das Schleusenwirtshaus unter Feuer.

Um 8.00 Uhr vormittags lag starkes Feuer auf der Bambachschneuse, 2. Pionier-Sprengwagen gingen in die Luft und verursachten eine Panik unter dem Gefechtstross. Um 9.00 Uhr vormittags verstummte das Feuer. Vom Reserve-Infanterie-Regiment 2, das als Brigadereserve hinter dem linken Flügel des Regiments stand, wurden noch 4 M.G. eingesetzt. Die Verluste in der Front forderten Auffrischung, so dass um 10.45 Uhr vormittags nur mehr 5. Kompanie und 1/2 6. Kompanie als Reserven des Regiments vorhanden waren. So drohte schon der Kampf zum Stehen zu kommen, als es dem III. Bataillon gelang, durch Fällen von Bäumen und Herstellung eines Laufsteges in heftigstem feindlichen Infanteriefeuer den Übergang über den Kanal nordöstlich des Schleusenwirtshauses zu erzwingen und nun mit Teilen der 1. und 4. Kompanie und des Reserve-Infanterie-Regiments 12 um 1.00 Uhr nachmittags von Norden her den feindlichen Flügel aufzurollen und das Schleusenwirtshaus zu stürmen. Daraufhin wurde sofort die 5. Kompanie zur Verfolgung angesetzt, der sich Teile des III./Reserve-Infanterie-Regiment 1 und Reserve-Infanterie-Regiment 12 anschlossen. Die übrigen Bataillone wurden gesammelt und konnten wegen der starken Verluste sich noch nicht an der Verfolgung beteiligen. Die Verfolgungskolonne konnte mit dem Feind nicht mehr Fühlung gewinnen. Artillerie war nicht zur Stelle, so dass dem zurückflutenden Gegner nur mehr geringe Verluste beigebracht werden konnten. Um 4.00 Uhr nachmittags war das Regiment am Westrand des Waldes versammelt, 1 Zug nach Bisping vorgeschoben, um den Ort in Besitz zu nehmen. Bei Einbruch der Dunkelheit bezog das Regiment bei Bisping Biwak, I. Bataillon sicherte in Linie Disselingen – Freiburg – Rodt.

Seine Regimentskameraden Josef Vordermayer und Johann Hauthaler fielen am gleichen Tagen bei den gleichen Kämpfen.

Man begrub Johann Walcher auf dem Soldatenfriedhof Bisping in einem Massengrab.

Sterbebild von Johann Walcher
Rückseite des Sterbebildes von Johann Walcher