Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.396: Johann Wolfgruber

Der Soldat Johann Wolfgruber stammte aus der bayerischen Stadt Traunstein und war Schneidergehilfe. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 3. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.08.1914 fiel er während der Gefechte im Münstertal bei Weier im Tal (französisch: Wihr-au-Val) im Alter von 27 Jahren durch schwere Verwundung.

Über den Verwundungs- und Todeszeitraum von Johann Wolfgruber berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Vom Feinde war bekannt, dass er Münster stark besetzt habe, dass Alpenjäger-Bataillione im Vormarsch aus dem Rheintal bei Gebweiler über Lautenbach nach Bönlesgrab (8 km südwestlich Sulzbach) gemeldet seien. Mit ihrem Auftreten bei Sulzbach im Münstertal in der linken Flanke und im Rücken der Kolonne Hüber war also zu rechnen.

Der Vormarsch dieser Kolonne wurde am 18.08. ohne Störung durch den Feind durchgeführt. Die Truppen bezogen Unterkunft zwischen Weier im Tal und Zimmerbach. Eine Reiter-Patouillie war zur Aufklärung in das Sulzbach-Tal entsandt worden.

Am 19.08. 6 Uhr morgens stellte sich Kolonne Hübner bereit:

Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mitI. Bataillon auf Höhe nordwestlich Weier im Tal (Kapellenhöhe); III. Bataillon in Weier im Tal;
III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 in der Mulde zwischen Weier im Tal und Walbach;

1 Batterie 9 cm auf der Kapellenhöhe mit Schussrichtung gegen Münster (diese Stellung bot nur Raum für eine Batterie);
1 Batterie 9 cm nordwestlich Walbach mit Schussrichtung gegen Sulzbach;
6./FußartillerieRegiment 13 – s. F. H. – dich östlich Weiler im Tal mit Schussrichtung gegen Münster;
1/2 II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde der Kolonne Hübner zur Verfügung gestellt und über Türkheim herangezogen.

General Eichhorn traf etwa 8 Uhr vormittags in Weier im Tal ein und bestimmte die Zeit zum Vorgehen auf Münster auf 4 Uhr nachmittags. Darauf begab sich der Grigade-Kommandeur im Kraftwagen nach Giragoutte, um das Zusammenwirken mit der Kolonne Kehl zu regeln.

Um 10.15 Uhr vormittags rückten 4 feindliche Kompanien entfaltet von Münster gegen Günsbach vor. Oberstleutnant Hübner machte der Kolonne Kehl hiervon durch Kraftwagen Mitteilung und ersuchte um Mitwirkung. Der Feind wurde nordöstlich von Günsbach von unserem Artilleriefeuer gefasst, geriet in Unordnung und wurde am weiteren Vorgehen aufgehalten.

Um 10 Uhr vormittags kam der Befehl der Brigade, die im Münstertale gegenüberstehende 5. französische Division durch Angriff am Abrücken nach Norden zu hindern. Oberstleutnant Hübner gab hierauf den Befehl zum Angriff gegen Münster. Der Angriff sollte vom Landwehr-Infanterie-Regiment 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 zur Verfügung des Oberstleutnant Hübner an den Talhängen über Günsbach folgen unter Beobachtung gegen Sulzbach.

Der Angriff ging zügig vorwärts. Die feindliche Infanterie zog sich über Günsbach nach der Höhe nordwestlich dieses Ortes zurück, nahm hier Stellung und ging beim Herankommen unserer vordersten Schützen weiter gegen Münster zurück. Günsbach und Höhe nordwestlich davon wurden vom Landwehr-Infanterie-Regiment 121 genommen. Der linke Flügel des Regiments mit dem Maschinengewehr drang bis zur Hagmühle östlich Münster vor und stamd im Feuer auf 800 Meter mit dem Feinde am Ostrande von Münster.

Bald nach Mittag traf die Mitteilung der Brogade ein 2 Alpenjäger-Bataillone befänden sich im Marsche von Rufach im Rheintal über Ofenbach gegen Sulzbach. Gleichzeitig wurde der Kolonne Hübner noch das zweite Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zur Verfügung nachgeschickt. Oberstleutnant Hübner beauftragte III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wie bisher mit der Beobachtung gegen Sulzbach und lies das zuerst eintreffende Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 dem rechten Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiment 121 nördlich Weier im Tal folgen.

Nun traf noch die Mitteilung von der Brigade ein, feindliche Truppen gingen auch von Rufach im Rheintal gegen Colmar vor, dazu der Befehl, die Kolonne Hübner sollte 1. Bataillon über Winzenheim (4 Kilometer südwestlich Colmar) in Marsch setzen, das mit dem letzten Verfügungs-Bataillon der Brigade (II./Landwehr-Infanterie-Regiment 121) diesem Feinde entgegentreten sollte. Ohne auf die Durchführung des ersten Auftrags, Angriff gegen Münster, zu verzichten, hätte dieser Befehl nicht ausgeführt werden können. Oberstleutnant Hübner gab daher das Bataillon nicht ab. Die Kampflage, wie sie sich jetzt bei Weier im Tal gestaltete, ließ dies nicht zu.

Die offen aufgefahrene, mit rauchstarkem Pulver feuernde Batterie auf der Kapellenhöhe wurde von feindlicher Artillerie aus Stellung westlich Münster unter Feuer genommen. Gleichzeitig hörte man starkes Infanteriefeuer nördlich der Batterie. Ihre Dedeckungskompanie wurde von an Zahl weit überlegenen Alpenjägern angegriffen. Oberstleutnant Hübner setzte 1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zum Gegenangriff ein. Dem rücksichtslosen Angriff dieser Kompanien im Verein mit Teilen vom I./121 gelang es, die Alpenjäger zurückzuwerfen. Unter den Toten des Feindes wurden die Nummern der Alpenjäger-Bataillione 30 und 33 festgestellt. Die 9-cm Batterie auf der Kapellenhöhe hatte sich aber durch diesen in ihrer nächsten Nähe stattfindenden Infanteriekampf veranlasst gesehen, ihre Stellung zu räumen und zwar unter Zurücklassung von zwei Geschützen, die später von Leutnant Meyer des Landwehr-Infanterie-Regiments 2 geborgen wurden. Die Zivilfuhrleute mit ihren Munitions-Leiterwagen waren gleich bei Beginn des Artilleriekampfes verschwunden.

Aus Richtung Kolonne Kehl glaubte man um Mittag Artilleriefeuer gehört zu haben. Von ihrer Einwirkung auf den Kampf bei Weier im Tal und Münster war aber nichts zu bemerken.

Da für den Angriff auf Münster die Unterstützung von Feldartillerie fehlte, mit der Kolonne Kehl anscheinend nicht zu rechnen war und daher die rechte Flanke der Kolonne Hübner von den Berghöhen her ungeschützt schien, sie sich außerdem in der linken Flanke und im Rücken von Sulzbach her bedroht fühlte, entschloss sich ihr Führer, den Angriff gegen Münster als aussichtslos aufzugeben und unter dem Eindruck des erfolgreichen Gegenstoßes des 1/2 II./123 in die alten Stellungen bei Ingersheim-Türkheim zurückzugehen. Die Brigade billigte diesen Entschluss.

Unter dem Schutze des auf Höhe nordöstlich Weier im Tal in Stellung gebrachten III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 vollzog sich der Rückmarsch glatt und ohne dass der Feind nachgedrängt hätte. Gerade hatte die Nachhut-Kompanie Walbach (3 km östlich Sulzbach) 5 Uhr nachmittags verlassen, als die Meldung von der in das Sulzbach.Tal entsandten Reiter-Patrouille eintraf, dass um diese Zeit eine Alpenjäger-Kolonne mit einer Abteilung Gebirgsartillerie von Ofenbach her mit Anfang bei Sulzbach eingetroffen sei. Die Kolonne Hübner hatte sich gerade noch rechtzeitig einer sehr gefährlichen Flankenbedrohung enzogen.

Bei Ankunft in Türkheim erhielt Oberstleutnant Hübner Mitteilung von der Kolonne Kehl, dass diese um Mittag westlich Giragoutte in überraschendes Artillerie- und Infanteriefeuer gekommen und von Alpenjäger gezwungen worden sei, über Zell auf Ingersheim zurückzugehen.

Die Kolonne Kehl war mit I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 seit 18.08. morgens bei Giragoutte gestanden. Ihre anderen Truppen (1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und 1 überplanmäßig 9 cm-Batterie) trafen im Laufe des 18, die Batterie erst am 19. vormittags ein.

Auf die Aufforderung des Oberstleutnant Hübner vom 19. vormittags, sogleich zur Unterstützung von dessen Kolonne auf Hohrodberg anzutreten, vollendete die Kolonne Kehl zunächst das begonnene Abkochen und wollte 12 Uhr mittags auf dem zwischen dem Kleinen und Großen Hohnack führenden Wege über Weirer Kreuz den Vormarsch ins Gebirge antreteb: 3. Kompanie – Hauptmann Diem – mit Infanterie-Spitze voraus; das Gros folgte auf 300 Meter. Die Infanterie-Spitze hatte gerade das unmittelbar westlich des Großen Hohnack befindliche Weirer Kreuz erreicht, hatte also erst einen Marsch von etwa 1 km zurückgelegt, als die Vortrupp-Kompanie von allen Seiten, insbesondere von den hochragenden Tannenbäumen, mit Infanterie- und Maschinengewehrfeuer überschütztet wurde. Die Kompanie entwickelte sofort. 1. Kompanie – Hauptmann Eibner – wurde in Marsch-Marsch zu ihrer Unterstützung eingesetzt, 2. Kompanie – Oberleutnant Fürst – erhielt Befehl, westlich (rechts) am Hang vorzugehen, 4. Kompanie – Hauptmann Hörhammer – sollte links den Berg ersteigen und den Feind umfassen. In dem bergigen, waldigen, unübersichtlichen Gelände war die Landwehr, sie seit der Mobilmachung noch keinen Augenblick Zeit zum Üben gefunden hatte, die Befehle ihrer Führer – ausnahmslos des Beurlaubtenstandes – nicht verstand, der Überraschung durch die berggewohnte Truppe der Alpenjäger nicht gewachsen. Die Marschkolonne war augenscheinlich in einen Hinterhalt geraten. Die Entwicklung hatte nicht nur durch Infanterie-, sondern auch durch Artilleriefeuer vom Breitenberg her sehr zu leiden. Es ist ein Zeichen des vortrefflichen Geistes, der den Wehrleuten, besonders aber auch ihren Führern, innewohnte und ihrer gediegenen Friedensausbildung, dass in dem von allen Seiten niederprasselnden Feuer, ohne dass ein Feind zu sehen und zu fassen war, ein geordneter Widerstand überhaupt zustande kam. Glänzende Leitsungen von Tapferkeit traten in Erscheinung. Hervorzuheben ist das tapfere Verhalten des Wehrmanns Benz der 1. Kompanie, der selbständig, als er die Verbindung mit der 4. Kompanie herzustellen hatte, zur Erkundung des Feindes vorging. Er fand die durch das feindliche Feuer vernichtete und zersprengte 4. Kompanie nicht mehr, stellte aber fest, dass der linke Flügel der 3. Kompanie durch feindliche Umfassung stark bedroht war und meldete dies dem Hauptmann Diem, sodass dieser rechtzeitig Maßnahmen zur Deckung seiner gefährdeten Flanke anordnen konnte.

Die 9 cm-Batterie wurde in dem Sattel zwischen Kleinem und Großen Hohnack eingesetzt, um die feindliche Artillerie zu bekämpfen. Deren Stellung war auf dem mit niederem Waldbestand bedeckten Breitberg gegen die Sonne nicht zu erkennen, während die deutsche Batterie, die offen und frei auffahren musste und durch den qualmenden Rauch ihres Feuers der feindlichen Artillerie ein selten günstiges Ziel bot, von dieser wirksam gefasst werden konnte. Ein Geschütz wurde sogleich kampfunfähig gemacht.

Major Kehl setzte 1/2 II. Bataillon mit 2 Maschinengewehren am Südrande des Waldes am Kleinen Hohnack ein. Da das eigene Artilleriefeuer gegen das feindliche nicht aufkommen konnte und immer mehr Teile des I. Bataillons aus dem Walde des Großen Hohnack zurückgingen, beschloss er abzubauen. Er wollte hierzu eine Aufnahmestellung am Kleinen Hohnack und nordöstlich davon besziehen. Selbsttätig kam ihm hierbei der Unteroffizier Lorenz Würstl der 4. Kompanie entgegen. Dieser hatte als Furier in einem Hause nordöstlich des Kleinen Hohnack die Mahlzeit zubereiten lassen. Eine Granate schlug in das Haus ein und machte das Essen unbrauchbar. Da griff Unteroffizier Würstl in den Kampf ein. Er sammelte mit Hilfe des Kochs und einiger Wehrleute im heftigsten feindlichen Feuer die Versprengten hinter einer Steinmauer und stellte dem Bataillons-Kommandeur einen Zug von 82 Mann für die Aufnahme zur Verfügung. Unter dem Schutze dieser Aufnahmestaffel und des 1/2 II. Bataillons sammelte Major Kehl das I. Bataillon bei Rochette (500 Meter nordöstlich des Kleinen Hohnack), zog die Batterie ebendorthin und trat, ohne vom Feind gedrängt zu werden, um 4 Uhr nachmittags über Zell den Rückmarsch zunächst bis Ammerschweier und auf Befehl der Brigade nach Ingersheim an.

Dem Vizefeldwebel Xaver Fais der 6. Kompanie ist es zu verdanken, dass der Patronenwagen der 5. Kompanie dem Feinde nicht in die Hände fiel. Der Wagen war in dem weichen Boden festgefahren und stand unbeweglich noch da, als die Truppe schon im Abzug begriffen war. Vizefeldwebel Fais holte im feindlichen Feuer Leute herbei, machte ihn nach langen Bemühungen, immerfort vom Feinde beschossen, wieder fahrbar und vermochte ihn durch Tatkraft zu retten.

Um die Bergung der Verwundeten machten sich der Bataillons-Arzt, Oberarzt Dr. Glatz, und der Assistenz-Arzt Dr. Kletterer des I. Bataillons sehr verdient. Sie walteten mutig ihres Amtes bei Rochette auch nach Abzug der Truppen und gingen erst mit Einbruch der Dunkelheit zurück. Oberarzt Dr. Glatz wurde für diese tapfere Tat mit dem bayerischen Militär-Sanitätsorden ausgezeichnet.

Die Verluste der Landwehr in den Gefechten bei Weier im Tal und am Großen Hohnack waren nicht gering. Besonders 1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 und die Bedeckungs-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 hatten starke Verluste an Führern und Mannschaften. I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte 14 % Gefechts-Verluste. Der tapfere Führer der 4. Kompanie, Hauptmann Hörhammer, war gefallen. Wir fanden das ihm vom Feinde bereitete Grab bei unserem späteren Vormarsche am Weirer Kreuz. Von der 2. Kompanie fiel Offiziers-Stellvertreter, Vizefeldwebel Fritz, Oberleutnant Thielemann der 4. Kompanie fiel schwer verwundet in die Hände des Feindes und starb in der Kriegsgefangenschaft. Er wurde auf dem Friedhofe von Münster bestattet (Anmerkung PS: Oberleutnant der Reserve Wilhelm Thielemann aus Brühlheim in Sachsen-Coburg-Gotha, gestorben am 30.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Münster, Block 4, Grab 35).

In ihrem ersten Gefechte hat die Landwehr in dem schwierigen Gebirgsgelände ihr Möglichstes geleistet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Die württembergische Landwehr ist ihren in vorbildlicher Tapferkeit zum Sturm vorangehenden Führern in dem hin und herwogenden Nahkampf gegen die beste französische Truppe mutig gefolgt und hat diese geworfen. Auch die bayerische Landwehr hat in der Hölle am Großen Hohnack ihren Halt nicht verloren. Die jämmerlich ausgestattete überplanmäßigen Festungsbatterien mit ihren veralteten Geschützen bildeten im Gebirgskampfe nicht nur keine Unterstützung, sondern ein wesentliches Hindernis für die Truppe. In ihrer Kampfkraft, der Befehlsübermittlung, der Bewegungsfähigkeit war die landwehr dadurch außerordentlich behindert, dass ihr Maschinengewehre, Nachrichtengerät und besonders auch Feldküchen fehlten. Diese Mängel sollten sich ebenfalls in den späteren Kämpfen noch nachteilig fühlbar machen.

Trotz aller Opfer und Mühen aber war dieser Kampfestag nicht vergebens. Ihre Aufgabe, die im Münstertal stehenden feindlichen Truppen durch Angriff zu fesseln, haben beide Kolonnen erfüllt.

Es soll hier noch des tapferen, klugen, umsichtigen, tatkräftigen Kommandeurs des württembergischen Landwehr-Infanterie-Regiments 121, Oberstleutnant Bechtinger (Anmerkung PS: Oberstleutnant Arthur Bechtinger aus Ludwigsburg, gefallen am 04.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 252) gedacht werden, der sich in der Führung seines Regiments am 19.08.1914 hervorragend bewährt und am 04.09.1914, als er mit seinem Regiment dem am Großen Hörnleskopf kämpfenden bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 durch Angriff auf den Mönchberg bei Münster die linke Flanke decken wollte, den Heldentod gefunden hat. Die bayerische Landwehr des 2. Regiments wird diesem Helden ein dankbares, treues Gedenken bewahren.“

Offiziell ist für Johann Wolfgruber keine Grablage bekannt. ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Johann Kraut, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 540;
  • Wehrmann Sebastian Brunnhuber, gefallen am 19.08.1914 am Hohnack, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;
  • Gefreiter Johann Kraut, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 540;
  • Offiziersstellvertreter Matthäus Fritz, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 123.

 

Über Johann Wolfgrubers Regimentskameraden Andreas Stockenreiter, der am gleichen Tag im gleichen Gefecht fiel, habe ich am 19.11.2020 berichtet.

Seine Heimatstadt Traunstein gedenkt Johann Wolfgruber noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/traunstein_1u2wk_bay.htm

Sterbebild von Johann Wolfgruber
Rückseite des Sterbebildes von Johann Wolfgruber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.387: Georg Weindl

Der Soldat Georg Weindl wurde am 04.02.1897 geboren und stammte aus Raßhof, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Waakirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 15.03.1917 fiel er im Wald von Apremont und Ailly im Alter von 20 Jahren nach 7 Monaten Kriegsdienst durch schwere Verwundung.

Man begrub Georg Weindl auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 12, Grab 93.

Sterbebild von Georg Weindl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Weindl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.365: Valentin Scheibl

Der Soldat Valentin Scheibl wurde am 30.05.1891 in Übl geboren und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 6. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.03.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Neuve Chapelle und Biez durch schwere Verwundung.

Offiziell ist für Valentin Scheibl keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Benno Bauer, gefallen am 12.03.1915 bei Neuve-Chapelle, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab;
  • Infanterist Franz Xaver Neubauer, gefallen am 12.03.1915 bei Neuve-Chapelle, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab;
  • Feldwebelleutnant Johann Schaller, gefallen am 12.03.1915 bei Neuve-Chapelle, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab;
  • Offiziersstellvertreter Joseph Däntl, gefallen am 12.03.1915 bei Neuve-Chapelle, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Valentin Scheibl
Rückseite des Sterbebildes von Valentin Scheibl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.312: Franz Wimmer

Der Soldat Franz Wimmer wurde am 09.08.1896 in Anzenberg geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Perach. Seit Vater war Kleinbauer (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 11. bayerischen Armierungs-Bataillons. Am 10.06.1917 verstarb er im Alter von 20 Jahren im Lazarett Charlottenburg nach einer schweren Verwundung.

Man begrub Franz Wimmer auf dem Friedhof Columbiadamm (Neuer Garnisonfriedhof) in Berlin-Neukölln, Feld K2, Reihe 2, Grab 9.

Sterbebild von Franz Wimmer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Wimmer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.304: Johann Fruth

Der Soldat Johann Fruth wurde am 23.09.1897 in Schwand als Sohn eines Landwirts geboren, heute ein Ortsteil der Gemeinde Freudenberg in der Oberpfalz. Er besuchte die 7. Klasse des Gymnasiums in Amberg, als er sich wahrscheinlich freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Er wurde Unteroffizier und wurde am 02.04.1917 an der Westfornt – vermutlich Frankreich – schwer verwundet. Am 03.04.1917 verstarb er im Alter von 19 Jahren an seiner schweren Verwundung.

Seine Heimatgemeinde Pursruck – Freudenberg gedenkt Johann Fruth noch heute auf einem Denkma: http://www.denkmalprojekt.org/2013/pursruck_gem-freudenberg_lk-amberg-sulzbach_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Johann Fruth
Rückseite des Sterbebildes von Johann Fruth

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.294: Josef Haderer

Der Soldat Josef Haderer stammte aus der bayerischen Gemeinde Gangkofen und war der Sohn eines Getreidehändlers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 24. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 22.03.1918 wurde er während der Durchbruchsschlacht bei Saint-Quentin – La Fère in der Nähe von Jussy durch einen Granatsplitter schwer verwundet. Am 02.05.1918 verstarb er nach 39 Monaten Kriegsdienst im Alter von 24 Jahren im Reservelazarett Trier an den Folgen der schweren Verwundung.

Über die Umstände seiner schweren Verwundung schreibt die Regimentsgeschichte des 24. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Das Regiment blieb im Laufe des Nachmittags des 21.03.1918 in der erreichten Linie: Straße Essigny – Beney-Südostrand Essigny liegen. In der Nacht vom 21./22.03.1918 wurde die 10. preußische Infanterie-Division eingeschoben. Am frühen Morgen des 22.03. lösten Teile der 10. Infanterie-Division das 24. Infanterie-Regiment ab. Es stand nunmehr als Regiment 2. Linie hinter dem 1. und 2. Infanterie-Regiment.

Der durch die Kämpfe schwer erschütterte Gegner hatte sich offenbar schon bald nach Eintritt der Dunkelheit am 21.03. hinter den Crozatkanal zurückgezogen, so dass die deutschen Truppen am Vormittage des 22.03. den Vormarsch ohne Widerstand aufnehmen konnten.

Das 24. Infanterie-Regiment überschritt am 22.03., immer noch in 2. Linie, um 1 Uhr mittags im Regimentsverband die Fayferme. Um 1.30 Uhr wurde der Bahndamm Lizerolles erreicht. Das I. Bataillon traf erst einige Stunden später ein.

Um 6 Uhr abends erhielt das Regiment den Befehl, den Übergang über den Kanal westlich Jussy zu erzwingen, nachdem zuerst das 2. bayerische Infanterie-Regiment dazu ausersehen gewesen war. Das Unternehmen sollte um 9 Uhr abends bach Artillerievorbereitung durchgeführt werden. Um die befohlene Zeit waren jedoch die Vorbereitungen für den Angriff noch nicht beendet. Das Regiment entschloss sich daher, den Übergang an einem späteren Zeitpunkt zu versuchen. Unter dem Schutze überhöhend schießender Maschinengewehre, dem Feuer der Begleitbatterie und der Minenwerfer des Regiments gelang es den Pionieren, zwei Schnellbrücken über den sehr tiefen und mit Wasser gefüllten Kanal zu schlagen.“

Die Lage des Grabes von Josef Haderer ist nicht beim Volksbund registriert. Ich bin mir jedoch recht sicher, dass er auf dem militärischen Teil eines Friedhofs in Trier begraben wurde und dass sein Grab noch heute existiert.

Sterbebild von Josef Haderer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Haderer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.293: Ludwig Gross

Der Soldat Ludwig Gross wurde am 11.08.1884 in Tüßling in Niederbayern geboren und arbeitete als Schlossermeister in Neumarkt an der Rott – heute Neumarkt-Sankt Veit. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 15.08.1916 wurde er bei Clery-sur-Somme schwer verwundet und starb am 22.08.1916 im Alter von 32 Jahren in einem Kriegslazarett im Westen an dieser Verwundung.

Über den Todestag von Ludwig Gross schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment:

„Am 15.08.1916 früh morgens ist die Ablösung vollzogen. Von Mittag an schweres Einzelfeuer, abends lebhafter.“

Man begrub Ludwig Gross auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in Block 12, Grab 340.

Seine Heimatgemeinde Neumarkt Sankt Veit gedenkt Ludwig Gross noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/neumarkt_st_veit_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Gross
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Gross

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.282: Jakob Gras

Der Soldat Jakob Gras wurde am 11.11.1887 in Bad Salzig geboren, heute ein Ortsteil der Stadt Boppard im heutigen Bundeland Rheinland-Pfalz. Er war Lehrer seit 1907 in Gehlweiler bei Gemünden im Hunsrück. 1916 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und diente als Leutnant im 60. Infanterie-Regiment. Am 11.08.1918  wurde er bei einem Tankangriff schwer verwundet und verstarb an dieser Verwundung am 14.08.1918 im Alter von 30 Jahren während der Schlacht um Roye und Lassigny bei Damery und Goyencourt an der Somme.

Über die Umstände der Verwundung von Jakob Gras berichtet die Regimentsgeschichte de s60. Infanterie-Regiments:

„Im Regimentsabschnitt verliefen die Nacht und der Vormittag des 11. August ruhig. Um 12:30 Uhr mittags aber griff der Feind unter Einsatz von 5 Tanks überraschend die Stellung des II. Bataillons an. Die Tanks waren von kleiner Bauart und mit Revolverkanonen und Maschinengewehren armiert. Zuerst kam ein Tank allein gegen die Mitte der rechten Flügelkompanie (5.) angefahren. Der ungewohnte Anblick wirkte auf einen Teil der Leute derart verblüffend, dass sie in das Dorf davonliefen. Die Mehrzahl jedoch, angefeuert durch das Beispiel ihres tapferen und kaltblütigen Führers, Feldwebelleutnants Drevers, eröffnete ein lebhaftes Feuer auf diesen und einen alsbald folgenden zweiten Tank. Leider fehlte es an der für Tankbekämpfung eingeführetn Schwere-Maschinengewehr-Munition, so dass das Feuer erfolglos blieb, wenn es auch gelang, die hinter den Tanks folgende englische Infanterie in Schach zu halten. Die 5. Kompanie erlitt jedoch erhabliche Verluste, sobald die Tanks nahe herngekommen waren und flankierend feuerten. Feldwebelleutnant Drevers nahm daher seine Kompanie bis an den Westrand des Dorfes zurück.

Ein kurz darauf gegen den südlichen Teil des westlichen Dorfrandes vorbrechender dritter Tank wandte sich, gefolgt von starker Infanterie, gegen die 6. Kompanie, die sich auf den Bataillonsgefechtsstand zurückzog. Von dort aus nahm der Maschinengewehr-Zug des Vizefeldwebels Schennecke von der 2. Maschinengewehr-Kompanie  den Tank unter Feuer und zwang ihn zum Abbiegen. Dieser Tank wurde später am Westrande des Dorfes verlassen vorgefunden; er hatte durch die Schwere-Maschinengewehr-Kompanie-Treffer seine Bewegungsfähigkeit eingebüßt. Auch einer der beiden ersten Tanks wurde in einem Graben liegend erbeutet.

Zwei weitere Tanks versuchten südlich der Straße Andechy – Damery – Roye in einem Abstand von etwa 500 Metern hinter den vorderen vorzustoßen. Sie wurden vom Bataillonsgefechtsstand aus in aller Ruhe bereits auf 1.200 – 1.500 Meter mit Maschinengewehren beschossen. Trotzdem diese Tanks von großem Typ und mit Kanonen bestückt waren, wirkte das Feuer der Maschinengewehre und einer vorgezogenen Tankabwehrbatterie so durchschlagend, dass überhaupt nur einer der beiden Kampfwagen dazu kam, einige Artillerieschüsse abzugeben; dann aber wendeten beide um und verschwanden.

Inzwischen hatte der Kampftaktische Kommandant sein Bataillon, verstärkt durch die 9. und 10. Kompanie, zum Gegenstoß angesetzt. In flottem Draufgehen wurden die Engländer wieder aus den Gräben der 5. und 6. Kompanie herausgeworfen. Darüber hinaus gelang es ein Vorfeld von 500 Meter Tiefe frei zu machen, zu dessen Sicherung Unteroffiziersposten vor der Hauptwiderstandslinie belassen wurden.

Aus den erbeuteten beiden Tanks konnten 3 Hotchkiß- und ein Lewis-Maschinengewehr von der Truppe in Gebrauch genommen werden, für die sich genügend Munition in den Wagen vorfand.

Die Verluste an diesem Tage betrugen 11 Tote und 35 Verwundete, darunter an Offizieren 3 tot und 3 verwundet.“

Jakob Gras wurde am 16.08.1918 zunächst auf einem Friedhof in Rekouvillers begraben. Später bettete man ihn auf den Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles in Block 2, Grab 143 um.

Seine Heimatgemeinde Gehlweiler gedenkt Jakob Gras noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/gehlweiler_rhein-hunsrueck-kreis_wk1_wk2_rp.html

Sterbebild von Jakob Gras
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Gras

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.280: Georg Esterl

Der Soldat Georg Esterl stammte aus Schlüpfing und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 9. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.06.1915 verstarb er im Alter von 25 Jahren nach schwerer Verwundung während der Stellungskämpfe im Artois und 5 Monaten Leiden in Belgien.

Man begrub Georg Esterl auf dem Soldatenfriedhof Vladslo in Block 7, Grab 530.

Sterbebild von Georg Esterl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Esterl

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.235: Theobald Schrems

Der Soldat Theobald Schrems wurde am 26.06.1921 in der bayerischen Stadt Mitterteich geboren. Er war Flugzeugmechaniker von Beruf. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in einem Infanterie-Regiment. Am 30.06.1942 verstarb er nach schwerer Verwundung bei Sevastopol im Alter von 21  Jahren in einem Feldlazarett der Sanitäts-Kompanie 2/132 am Hauptverbandplatz Kosch Degermen bei Batschtschissarai (Bachtschyssaraj) auf der Krim, in der heutigen Ukraine.

Man begrub Theobald Schrems auf einem Friedhof bei Datschnoje in der Ukraine (Krim).

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Mitterteich Theobald Schrems auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2019/mitterteich-denkmal_lk-tirschenreuth_wk2_bay.html und http://www.denkmalprojekt.org/2014/mitterteich_lk-tirschenreuth_wk2_bay.html

Sterbebild von Theobald Schrems
Rückseite des Sterbebildes von Theobald Schrems