Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.563: Rupert Baumgartner

Der Ersatz-Reservist Rupert Baumgartner stammte aus Stoißberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Anger, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren bei Arras in der Nähe von Roclincourt und St. Laurent.

Über seinen Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Mit fünffacher Überlegenheit griffen die Franzosen am 09.05.1915 das 1. bayerische Reserve-Korps an. Die rechtsstehnde 5. Reserve-Division verlor viel Gelände, die 1. Reserve-Division schlug den Angriff ab.

Im Abschnitt des Reserve-Infanterie-Regiment 2 war der Verlauf folgender: Kräfteverteilung: III. (Hauptmann Mayr) rechts, I. (ohne 2.) (Dittelberger) links, II. (Schnitzlein) und 2. Kompanie in Ruhe Bailleul.

Die starke nächtliche Beschießung aus allen Kalibern und aus Minenwerfern schwoll mit Tagesanbruch zu noch nie dagewesener Keftigkeit gegen die Stellung und namentlich gegen das Rückengelände an. Jetzt wurde es ernst! Regiments-Stab, II. und 2. (Spatz) jagten gegen 10 Uhr vormittags durch das fürchterliche Feuetr vor. Alles gelangte rasch zur Regimentsbefehlstelle im Eisenbahneinschnitt. Nur die 2. Kompanie erlitt Verzögerung. Hauptmann Weißmann hatte trotz Krankheit die Führung seiner Kompanie (8.) wieder übernommen. Um 10.00 Uhr setzte ein rasendes Trommelfeuer ein; dazu sprengte der Feind um 10.35 Uhr vor C, wo die Gräben kaum 40 Meter voneinander getrennt waren, einen Stollen, um die Besatzung in die Luft zu sprengen. erfolglos! Zur Antwort, dass wir noch frisch beim Zeug waren, und um den feindlichen nächsten Stollen zu sprengen, wurde, als um 10.50 Uhr der Angriff loszubrechen schien, unser Stollen 6 bei C gesprengt.

Der Keller von Maison-Blanche (Befehlstelle II) mit Reserve (11.) hielt auch heute alle Kaliber aus. Im Übrigen war die Stellung in Trümmern, aber drinnen lebte noch der Wille der unerschütterlichen Zweier – Alte und Nachersatz – trotz erheblicher Verluste. Die Beobachter hielten heldenhaft aus. In höchster Spannung und voll Kampfmut lauerte Alles. Endlich musste die höllische Kanonade, die der Infanterist so wehrlos erdulden musste, enden. Nun gab es Vergeltung für die langen Qualen und Drangsale! Dazu das herrliche Vertrauen zwischen Führer und Mann, und die Zusammenarbeit der Kompanien untereinander und schließlich das unbedingte Vertrauen auf die mit so viel Verständnis und Arbeit selbst erbaute, liebgewonnene, in jedem Winkel bekannte Stellung.

All dies waren moralische Elemente, die im späteren Stellungskrieg, wo man in fremden, ungewohnten, mangelhaften Stellungen oder Trichterstellungen kämpfte nicht mehr ähnlich vorhanden.

Gegen 10 Uhr verlegte der Feind das Feuer auf die Hindernisse, diese verheerend, – der letzte, kurze Akt vor dem Sturm – und dann punkt 11 Uhr Sperrfeuer hinter unsere vorderste Linie. Gleichzeitig stürzten überall aus den nahen Gräben endlose dichte Linien hintereinander und stark massierte Kolonnen mit Sturmleitern hervor. Ein ganz neuer verblüffender Anblick: Der Feind nicht in roten Hosen, sondern feldblaue Gestalten. „Engländer“ schallte der Ruf! Und doch es waren Franzosen, unsere alten Bekannten, die zum erhofften Sieg die neueste Felduniform angezogen hatten. Jetzt war der heißersehnte Augenblick der Abrechnung da! Schrille Signalpfeifen gelten durch das ohrenzerreißende Artilleriefeuer in die Deckungslöcher und im Nu spie die ganze Front unter den von der 12. Kompanie (Koller) kommenden Hurrahrufen, das den Feind stutzig machte, ein höllisches Infanterie-, Handgranaten- und unheimliches Maschinengewehrfeuer. Die Artillerie (die schwere unter Major Döderlein) jagte aus allen Feuerschlünden heraus, was sie nur konnte und legte eine undurchschreitbare, Tod und Vernichtung speiende Sperre zwischen französische Sturmtruppe und Reserven. Die ständigen Artilleriebeobachter Leutnant der Reserve Baerlein und Winkler und der Fußartilleriebeobachter hatten vorzüglich gearbeitet. Nirgends Kleinmut!

Kaum 20 Minuten lang dauerte der infanteristische Vernichtungsakt. Etwa 2.000 Franzosen lagen vor der Regimentsfront, tot und verwundet. Allenthalben waren auch Gefangene gemacht worden. Laute Siegesfreude und stiller Gottesdank waren überall. Eine wohltuende Entspannung der Nerven trat ein. Sobald die französische Artillerie die Niederlage erkannt hatte, krachten auch schon wieder mit erneuter Kraft die Granaten in unseren vorderen Grabentrümmern wie vor dem Sturme.

Nun schwirrten Gerüchte, da und dort sei der Feind doch eingedrungen. Das war wohl wahrscheinlich, denn wo das feindliche Trommelfeuer am wirksamsten gewesen war, mussten Lücken entstanden sein. Aber die Eindringlinge saßen abgeschnitten in der Falle, es musste nur geschickt Jagd auf sie gemacht werden.

Tatsächlich war es am rechten Flügel von C den Franzosen gelungen, in etwa 50 Meter Breite einzudringen, wobei der Zugführer Unteroffizier Bachmeier (9.) und seine wenigen, noch nicht verschütteten Getreuen fielen. Zunächst wurde dort rasch abgeriegelt. An der sofort eingeleiteten Jagd beteiligten sich die vom Regimente rasch vorgesandten Reserven. 7. (Nießen) für 2., die stecken geblieben war, und 8., diese gegen C. über die zerschossenen Verbindungsgräben ging es im heftigen Artilleriefeuer flott vorwärts. Der Zug Landthaler (8.) säuberte mit Offiziersstellvertreter Riehle im Handgranatenkampf das Franzosennest bei C gründlich.

Nießen (7.) wurde gegen den anerkann schwachen Punkt bei A1, gegen die langen Sappen 2 und 3, die vor einiger Zeit vom Nachbarn nur ungern mitübernommen werden mussten, vorgeschickt. Telefonist Karlsberger diente als Wegweiser. In Sappe 2 saßen in einem tiefen Stollen beträchtliche Kräfte unter einem Capitän, die die Sappenbesatzung gefangen hielten. Der vorbildliche Kompanieführer, Leutnant der Reserve Then (10.), war beim Sturm auf dem Weg zur Sappe 2 gefallen. Offiziersstellvertreter Baier, vom Infanterist Lang verständigt, verhinderte das Vordringen aus der Sappe in die Stellung. Bei Sappe 2 riegelte Vizefeldwebel Paster ab. Als sich Rießen vorgearbeitet hatte, säuberte er die Sappen in so trefflicher Weise mit Leutnant der Reserve Reyscher, dass ihm später für diese Tat der Max-Josef-Orden zuerkannt wurde. Offiziersstellvertreter Wimmers (8.) erhielt die goldene Tapferkeitsmedaille; desgleichen Unteroffizier der Landwehr Kölbl 82.).

Ein Teil der Franzosen, darunter der Capitän, suchte in die französischen Stellungen zu entkommen, wurden aber niedergeschossen, der Rest wurde gefangen.

Etwa um 2.00 Uhr nachmittags, als die ersten Gefangenen bei dem Regimentsstab im Bahneinschnitt eingetroffen waren, zertrümmerte eine Granate die Befehlsstelle, wo der Kommandeur und ein Teil des Stabes mit den gefangenen beschäftigt war. Unterstab und Gefangene hatten bedeutende Verluste. Drei ausgezeichnete französische Regimenter: Nr. 70, 48 und 88 hatten gegen unser Regiment gestürmt.

Die Ärzte leisteten auf den weit vorgeschobenen Verbandsplätzen in gewohnter Weise Vorzügliches.

Nachmittags 5.00 Uhr versuchten die Franzosen noch einmal den vom Regiment erwarteten Angriff. Dieser blieb aber schon im ersten Ansatze stecken. Schon von Mittag an war der Nachschub von allem Nötigen vom Regimente eingeleitet worden und durch die Reserve vorgeschafft. Der in Bailleul belassene energische und umsichtige Oberleutnant der Reserve Kleemann hatte hierbei das Äußerste geleistet, ebenso Gefreiter Ganslmayer im Eisenbahneinschnitte. In Bailleul fielen alle Pferde der MG Kompanie der Beschießung zum Opfer.

Eine vorzügliche Stimmung beseelte das ganze Regiment. Niemand wollte abgelöst werden. Alles setzte seine Ehre darin, nicht zu ruhen, sondern mit der eingeschobenen Kompanie die Stellung in Stand zu setzen, die Toten zu beerdigen und morgen erneut dem Feinde die Stirne zu bieten.

Im ganzen mögen etwa 200 Gefangene gemacht worden sein. Der Kampfverlauf zeigte, dass der Sieg am 09.05.1915 unbestreitbar das ausschließliche Verdienst der Front – Infanterie und Artillerie mit zugeteilten Formationen – war.

Der Geist und die Nerven unserer Leute und Führer hatten ohne fremde Hilfe standgehalten und triumphiert. – Das damalige allseitige höchste Lob aller Stellen ist auch eine besondere Anerkennung der Reservetruppen überhaupt.

In offiziellen Darstellungen kann gar nicht genug anerkannt werden, dass diese Truppe Gleiches wie die beste aktive leistete.

Verluste: Tot: Leutnant der Reserve (Rudolf) Then und Leutnant (Rudolf) Sondinger sowie 118 Mann, verwundet: Offiziersstellvertreter Dörflinger und 166 Mann.

Einer der gefallenen Männer war Rupert Baumgartner.

Man begrub Rupert Baumgartner auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab, zusammen mit seinen gefallenen Regimentskameraden.

Sterbebild von Rupert Baumgartner
Rückseite des Sterbebildes von Rupert Baumgartner

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.562: Michael Seiwald

Der Soldat Michael Seiwald stammte aus Unterberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Anger, und war Landwirt von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 29.07.1918 fiel er im Alter von 32 Jahren bei einem Angriff in Frankreich. Zunächst war er als vermisst gemeldet worden.

Man begrub Michael Seiwald auf dem Soldatenfriedhof Laon-„Champ de Manoeuvre“ in Block 3, Grab 917.

Sterbebild von Michael Seiwald
Rückseite des Sterbebildes von Michael Seiwald

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.561: Matthias Ertl

Matthias Ertl stammte aus Högl, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Anger, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 verstarb er im Alter von 21 Jahren im Vereinslazarett Karlsruhe.

Matthias Ertl wurde auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe in Block D, Reihe 5, Grab 4 begraben.

Sterbebild von Matthias Ertl
Rückseite des Sterbebildes von Matthias Ertl

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.560: Josef Hocheder

Der Wehrmann Josef Hocheder stammte aus Wolfertsau, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Anger. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment. Am 13.03.1915 fiel er im Alter von 36 Jahren bei Sommepy.

Man begrub Josef Hocheder auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab.

Sterbebild von Josef Hocheder
Rückseite des Sterbebildes von Josef Hocheder

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.559: Christian Egger

Der Soldat Christian Egger stammte aus Stockham, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Anger, und war Wasserbaupartieführer, also ein Vorarbeiter im Wasserbau. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Regiments. Am 26.10.1914 fiel er im Alter von 29 Jahren bei Arras.

Offiziell ist für Christian Egger keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde. Dort ruhen seine Regimentskameraden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Wehrmann Josef Behr, gefallen am 25.10.1914 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Johann Ellemerer, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Josef Brandstetter, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Wehrmann Simon Blösl, gefallen am 23.10.1914 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Christian Egger
Rückseite des Sterbebildes von Christian Egger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 960: Andreas Seiwald

Der Kleinbauer Andreas Seiwald stammte aus Unterberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Anger. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 24.08.1916 fiel er im Alter von 34 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Maurepas.

Offiziell ist keine Grablage für Andreas Seiwald bekannt. Er gilt als vermisst und wurde für tot erklärt. Es könnte jedoch sein, dass seine sterblichen Überreste gefunden aber nicht mehr identifizierbar waren. Dann könnte er auf dem Soldatenfriedhof Rancourt anonym in einem Massengrab beigesetzt worden ist. Gefallene seiner Kompanie, die im selben Zeitraum wie Andreas Seiwald fielen, wurden dort beigesetzt:

  • Leutnant Ernst Gronauer, gefallen am 24.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Buberger, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Michael Rommel, gefallen am 24.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Ludwig Hochleitner, gefallen am 18.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;

 

Sterbebild von Andreas Seiwald
Rückseite des Sterbebildes von Andreas Seiwald

Der theoretische Weg von Andreas Seiwald von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 536: Andreas Hocheder

Der Forstarbeiter Andreas Hocheder stammte aus Jechling, heute ein Ortsteil der Gemeinde Anger. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments als Wehrmann. Am 03.10.1914 fiel er im Alter von 30 Jahren bei  Arras während eines Patrouillengangs.

Man begrub Andreas Hocheder auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy  in einem Massengrab.

Sterbebild von Andreas Hocheder
Rückseite des Sterbebildes von Andreas Hocheder

 

Der theoretische Weg von Andreas Hocheder von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: