Der Soldat Max Maier stammte aus Simbach (bei Landau), und war der Sohn eines Bahnarbeiters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Fahrer in der 3. leichten Munitions-Kolonne des 21. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments. Am 24.03.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 21 Jahren in der Nähe von Ivoiry bei Montfaucon-d’Argonne durch einen Rückenschuss.
Man begrub Max Maier auf dem Soldatenfriedhof Brieulles-sur-Meuse in einem Massengrab.
Häufig berichte ich hier von deutschen Soldaten, die im Wald von Ailly, östlich Saint-Mihiel und südlich Verdun fielen. Mir liegt diese Region der ehemaligen Schlachtfelder besonders am Herzen. Heute stelle ich das Schicksal einen französischen Soldaten vor, der auf der anderen Seite der Front kämpfte und sein junges Leben verlor:
Antonin Dessevre Labry wurde 1888 in Jambles geboren. Er war Krankenträger im 10. französischen Infanterieregiment. Er wurde im April 1915 mit dem Croix de Guerre ausgezeichnet. Am 07.07.1915 wurde er von deutschen Truppen an den Vorposten des Waldes von Ailly (Maas) getötet:
Man begrub ihn zuerst auf dem Friedhof von Marbotte (Maas) auf der Nécropole nationale de Marbotte. Später wurde sein Leichnam nach dem Krieg seiner Familie übergeben. Er ist auf dem Friedhof von Jambles begraben und im Denkmal für die Toten der Gemeinde eingetragen. Posthum wurde ihm die Militärmedaille verliehen.
Der Ersatz-Reservist Josef Neumeier stammte aus Steinbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Mainburg, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.06.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 28 Jahren durch Kopfschuss.
Man begrub Josef Neumeier zunächst in Doaumont. Später wurde er auf den Soldatenfriedhof Azannes II. in Block 2, Grab 886 umgebettet.
Sterbebild von Josef NeumeierRückseite des Sterbebildes von Josef Neumeier
Der Soldat Josef Hechl wurde am 27.07.1894 in Kasten geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Falkenberg, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 31.03.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 22 Jahren durch einen Kopfschuss.
Über den Tag des Todes von Josef Hechl schreibt die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:
„In der Nacht 30./31.03.1916 löst I./3. bayerisches Infanterie-Regiment die rechte Hälfte des Bataillonsabschnittes östlich des Mittelgeräumtes ab, wo vermischte Teile von I. und III./13. bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment und von Infanterie-Regiment 193 standen. Am Morgen des 31. übernimmt wieder der Kommandeur des 22. bayerischen Infanterie-Brigade den Dienst als Abschnittskommandeur unter Ablösung des Kommandeurs der 192. Infanterie-Brigade. Zu gleicher Zeit übernimmt der Kommandeur 3. bayerisches Infanterie-Regiments wieder den Unterabschnitt Ost unter Ablösung des Kommandeurs Infanterie-Regiments 193. Dieser hatte seine Befehlsstelle in der Sturmausgangsbefehlsstelle 3. bayerisches Infanterie-Regiments (in Sappe 22) genommen. Von I./3. bayerisches Infanterie-Regiment wurde sofort darangegangen, Klarheit über die Lage in der vordersten Linie zu gewinnen und die Verbindung der einzelnen Kampfgruppen wieder herzustellen. Den linken Unterabschnitt des Ostabschnittes am Ostrand des Waldes hatte vorerst noch II./25. bayerisches Infanterie-Regiment inn. II./3. bayerisches Infanterie-Regiment rückte gegen Abend in die Stellung. Es wird Unterabschnittsreserve. Die in der vorderen Linie eingesetzten M.G. werden erst am folgenden Tag durch Teile der MG-Formationen 3. bayerisches Infanterie-Regiments und 25. bayerisches Infanterie-Regiments abgelöst. In Romagne trafen für das Regiment 10 Offiziere und 500 Mann Ersatz ein, die sofort eingeteilt wurden. III./3. bayerisches Infanterie-Regiment blieb vorerst noch in Ruhe im Bois Emont. Die geringe Entfernung der beiderseitigen Linien im Walde und die wohl auch beim Feinde ungeklärten Verhältnisse brachten zunächst eine Erleichterung der feindlichen Artilleriewirkung auf die vorderen Teile des Abschnites.
Es wurde allmählich klargestellt, dass starke Gegner bis über das Südende des Mittelgeräumtes, also 2 – 300 Meter in den akum mehr erkennbaren Südrand des Waldes eingedrungen war. Die deutsche Linie machte südöstlich des Negerdorfes eine scharfe Biegung nach Norden. Gegen den Waldrand waren hier Posten vorgeschoben, die an mehreren Stellen in naher Fühlung mit dem Feinde standen. Am Mittelgeräumt klaffte zum Nebenabschnitt eine Lücke von über 200 Meter. Die nach Übernahme des Abschnittes ausgegebenen Befehle der Brigade setzten die Aufgaben für die nächsten Tage fest. Es handelte sich darum, ein weiteres Ausbreiten des Feindes im Walde zu verhindern und ein Herausquetschen der feindlichen Eindringlinge am Südende des Mittelgeräumtes durch Heransappieren gegen ihre Flanken vorzubereiten. Dies war nun im Ostabschnitt durch die Anwesenheit von Gegnern im Südosteck des Waldes sehr erschwert. Der Franzose deckte hier auch seine Postierung durch ein fast ununterbrochen abgegebenes bald langsames, bald überfallartiges Artilleriefeuer, eine Art von Feuerglocke. Hinter dieser nahmen unsere Patrouillen bei Nacht schanzenden Gegner wahr, dessen Arbeit sie durch Handgranatenangriffe und Gewehrfeuer soviel als möglich störten. Endlich konnte nun wieder an Aufräumung und Freimachung der Laufgräben gedacht und konnten die toten Kameraden beerdigt werden.“
Der Gefreite Gallus Loibl wurde am 30.10.1891 in Oberhaindlfing geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolfersdorf, und war der Sohn eines Zimmermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 10. Kompanie (Regimentsgeschichte: 12. Kompanie) des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.04.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Kämpfe um Höhe 304 im Wald von Malancourt vor Verdun nach 20 Monaten Kriegsdienst.
„In der Nacht vom 24.04./25.04.1916 rückte auch III./3. bayerisches Infanterie-Regiment diesmal als Unterabschnittsreserve wieder in die Stellung; II./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment und 2/3 der MG Kompanie bleiben noch in den Quartieren als Korpsreserve. Die Beschießung und Feuerüberfälle waren andauernd sehr heftig, so brachte dem Regiment z. B. der 25.04. 29 Mann Verluste. Trotz dieser schwierigen Verhältnisse gelang es dem I./3. bayerisches Infanterie-Regiment eine schwach ausgebaute Stellung etwa 400 Meter vor dem Stützpunkt am Ostrand des Waldes von Avocourt vorzuschieben. Wenn sich nun auch das Wetter allmählich besserte, so hatten der lange Einsatz (seit Anfang März), die geschilderten Umstände in den Stellungen, die schweren Beschießungen und neuerdings auch typhusähnliche Erkrankungen den Kampfwert der Truppe stark herbgedrückt. Die Ersatztransporte mussten oft unmittelbar vor dem Wiederabrücken in die Stellung oder in dieser selbst eingegliedert werden und brachten daher nicht die nötige Auffrischung.“
Man begrub Gallus Loibl auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab.
Der Bruder von Gallus Loibl, Anton Loibl, diente im 1. bayerischen Infanterie-Regiment in der 11. Kompanie, fiel am 19.10.1915 und wurde auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 6, Grab 293 begraben.
Sterbebild von Gallus LoiblRückseite des Sterbebildes von Gallus Loibl
Der Soldat Franz Xaver Hannecker stammte aus Aufhausen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 21. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 15.02.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Saint-Mihiel vor Verdun durch Kopfschuss.
Franz Xaver Hannecker wurde zunächst in Savonierres begraben, später jedoch auf den Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 4, Grab 178 umgebettet.
Sterbebild von Franz Xaver HanneckerRückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Hannecker
Der theoretische Weg von Franz Xaver Hannecker von seinem Geburtsort zu seinem Sterbeort und Grab:
Der Mechaniker Michael Eitenbihler wurde am 04.03.1891 in Altenstadt geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in einer technischen Abteilung als Monteur. Am 16.02.1917 fiel er im Alter von 25 Jahren bei Saint-Mihiel, vor Verdun.
Man begrub Michael Eitenbihler auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 4, Grab 209.
Der Soldat Max Reischl stammte aus Schmidham, Heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Traunstein, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 8. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 20.02.1915 fiel er im Alter von 22 Jahren auf einer Höhe bei Combres (Schreibfehler auf Sterbebild).
Offiziell ist für Max Reischl keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn sein Leichnam geborgen wurde, er auf dem Soldatenfriedhof Troyon anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Unteroffizier Alois Kreidler, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Leutnant Joseph Pfistermeister, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Leutnant Johann Keßler, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Vizefeldwebel Hugo Bergmann, gefallen am 18.02.1915 bei Combres, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Infanterist Georg Mayr, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab.
Sterbebild von Max ReischlRückseite des Sterbebildes von Max Reischl
Heute und morgen stelle ich mal wieder ein Brüderpaar vor:
Der Soldat Josef Mitterreiter stammte aus Spiegelsberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 4. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.05.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren in der Nähe des Forts Douaumont.
Man begrub Josef Mitterreiter auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.
Der Soldat Sebastian Butz stammte aus Sondermoning, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Nußdorf, und war Pflegesohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der Maschinengewehr-Kompanie des 30. bayerischen Infanterie-Regiments als Unteroffizier. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 20.03.1918 fiel er nach 44 Monaten Kriegsdienst im Alter von 26 Jahren bei der Höhe 310 am Vaux-Kreuz bei den Stellungskämpfen vor Verdun.
Die Regimentsgeschichte des 30. bayerischen Infanterie-Regiments schreibt über den Todestag von Sebastian Butz:
„20.03.1918 Feuerkraft der feindlichen Artillerie gering. Ab 11 Uhr vormittags eigenes Gasschießen „Frühlingslüfte“ auf feindliche Stellung, Bereitschaftslager in der Hermitageschlucht und Hassouleschlucht und Anmarschwege. 2 Uhr nachmittags Zerstörungsfeuerüberfall gegen feindliche Gräben, der nach 2 Minuten schwaches Sperrfeuer auslöst. 7.05 Uhr nachmittags wurde von II./30 und I./32. unter Leitung des Oberleutnants Unna, Kommandeur 32. bayerisches Infanterie-Regiment, das Unternehmen „Sonnenaufgang“, zu dessen Vorbereitung die beiden Bataillone seit 26. Februar zurückgezogen und nur auf 5 Tage als Bereitschaftsbataillone für Erkundung eingesetzt waren, durchgeführt. Die Sturmabteilungen, verstärkt durch Pioniere der Division und Flammenwerfertrupps des Garde-Reservepionier-Regiments 2, unterstützt durch Artillerie und Minenwerfer der eigenen und Nachbardivision drangen um 7.05 Uhr nachmittags überraschend in 1.100 Meter Breite 600 Meter tief in die französische Stellung ein. Sie überrannten die erste feindliche Postenlinie, den feindlichen K1 und K2-Graben und drangen bis in die Bruleschlucht vor, wo der dort liegende Bataillonskommandeur mit seinem ganzen Stabe überwältigt und gefangen genommen wurd. Der Feind erlitt, wo er sich zur Abwehr stellte, hohe blutige Verluste. Der Erfolg der Stürmer waren: 10 Offiziere und 299 Mann, die gefangen eingebracht worden sind; erbeutet wurden zwei leichte und zwei schwere MG der französischen Regimenter 92 und 418. Die 26. und 153. französische Infanterie-Division wurden damit erneut festgestellt. Die eigenen Verluste waren: 8 Mann tot, 3 Mann vermisst, 2 Offiziere, 52 Mann verwundet. Wetter trübe und regnerisch.“
Einer der Gefallenen war Sebastian Butz.
Man begrub Sebastian Butz auf dem Soldatenfriedhof Mangiennes in Block 6, Grab 108.
Sterbebild von Sebastian ButzRückseite des Sterbebildes von Sebastian Butz