Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.600: Karl Steinle

Der Soldat Karl Steinle stammte aus Thannhausen in Schwaben (Bayern) und war Forstassistent der Regierung von Schwaben und Neuburg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Offiziersstellvertreter in der 5. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Vermutlich wurde er am 21.10.1914 schwer verwundet. Am 03.11.1914 verstarb er im Feldlazarett Buxières-sous-les-Côtes an seiner schwere Verwundung.

Man begrub Karl Steinle auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 4, Grab 247.

Seine Heimatgemeinde Thannhausen gedenkt Karl Steinle noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2008/thannhausen_frdh_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Karl Steinle
Rückseite des Sterbebildes von Karl Steinle

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.599: Friedrich Wilhelm Daum

Der Soldat Friedrich Wilhelm Daum wurde am 09.03.1897 in Obersteinbach in Bayern geboren. Er war Gymnasiast im Alten Gymnasium in Nürnberg (8. Klasse) (heute: Melanchthon-Gymnasium). Er verließ in Kriegsbegeisterung das Gymasium ohne Abitur, wie es viele Schüler zu Beginn des Ersten Weltkrieges taten. Sie befürchteten, dass der Krieg so schnell beendet sei, dass sie, sollten sie erst das Abitur ablegen, nicht mehr als Held aus diesem Krieg hervorgehen können. Er kämpfte als Infanterist und Kriegsfreiwilliger in der 11. Kompanie des 19. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.11.1914, drei Monate nach Kriegsbeginn, fiel er im Alter von 17 Jahren im Wald von Aprémont bei Buxerulles östlich von Saint-Mihiel.

Über den Todeszeitraum von Friedrich Wilhelm Damm berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Bereits am 25. Oktober hatte er im festen Vertrauen auf seine Truppe dem Kommandeur der 9. Infanterie-Brigade und dem General der Pioniere der Armeeabteilung Strantz seine Ansicht über einen Angriff ohne lange Vorbereitungen entwickelt. Seine Absicht am 27. Oktober, eine günstige Gelegenheit auszunützen, wurde nur durch die Einwände des Kommandeures der Pioniere vereitelt. Vergeblich wartete das Regiment auf Durchführung des von der Division beabsichtigten großen Angriffes – immer war der Wind für Abbrennen des Waldes ungünstig – da kam am 3. November nachmittags von der 9. Infanterie-Brigade die Mitteilung, dass die rechts anschließenden Jäger ein unbesetztes Grabenstück genommen hätten und die Anfrage, ob das 19. Regiment nicht ebenfalls in der Lage wäre, seine nördliche Stellung weiter vorzuschieben. Bereitwillig sagte das Regiment zu, obwohl Oberst Drausnick sich wohl bewusst war, dass seine Truppen nicht auf unbesetzte Schützengräben stoßen würden. Die Angriffsvorbereitungen trafen das Regiment in einer ungünstigen Lage. Das II. Bataillon war in der Bereitschaft abgelöst und im Marsch auf Buxerulles; die beiden anderen Bataillone waren zu einer Art Bereitstellungsübung in vorderer Linie. Trotzdem wurden die Vorbereitungen rasch getroffen. Um 3.30 Uhr nachmittags stand die Angriffstruppe bereit. Hinter der linken Flügelkompanie 3. Kompanie stand 10. Kompanie. Auf 3 Kompanien verteilt 1./3. bayerisches Pionier-Bataillon, 9. und 12. Kompanie standen bereit an die Stelle der 3. und 10. Kompanie zu rücken, sobald diese vorgestürmt waren. Anschließend an 3. Kompanie standen in vorderer Linie 2., 4., 1. Kompanie, 11. Kompanie und zwei Kompanien Pionier-Bataillon 27 in der Mulde hinter der Stellung bereit. 4.40 Uhr nachmittags gab der Regimentskommandeur, selbst in vorderer Linie befindlich, den befehl zum Angriff.

Aus den Sappenköpfen springen die ersten Leute der 3. Kompanie vor. Ein Maschinengewehr feuert auf den nur 40 Meter entfernten feindlichen Graben, andere Tapfere folgen. Nun sind sie am feindlichen Graben. Krachend fallen die Reisigdächer auf die Besatzung. Zwei Offiziere, 50 Mann werden gefangen, was sich nicht ergibt, wird niedergemacht; vorwärts stürmen 3. und 10. Kompanie und Pioniere.

Nun befiehlt der Regimentskommandeur auch die 2. Kompanie vor. Diese schwenkt rechts und vorwärts gehts über 5 – 6 feindliche Gräben. Südlich der Mulde sieht man die fliehenden Franzosen die Höhe hinaufeilen; nun zeigt auch der in vorderer Linie eingebaute Geschützzug seine Wirkung. 4. und 1. Kompanie schließen sich ebenfalls rechts einschwenkend dem Angriff an.

Da entschließt sich der Regimentskommandeur auch die Höhe südlich der Mulde zu nehmen und setzt 11. und die beiden Pionier-Kompanie 27 zum Angriff am rechten Flügel an. Unter großen Verlusten erreicht der Angriff die Höhe.

Um 6.00 Uhr abends trifft das herangeholte II. Bataillon ein und stellt sich für einen möglichen feindlichen Gegenstoß mit 6. und 7. hinter dem rechten, mit 5. und 8. Kompanie und Bataillonsstab hinter dem linken Flügel bereit. Ein Eingreifen war jedoch nicht nötig, da der Feind sich vollkommen ruhig verhielt.

Um 500 Meter war der linke Flügel des Regiments vorwärts gekommen. Während bisher die Linie mit Front Ost-Südost verlief, stand jetzt das Regiment mit Frint nach Süden auf einer Höhenlinie, die den gegenüberliegenden Rücken beherrschte, auf dem die feindlichen Verbindungen zum Erdwerk liefen

So war durch den selbständig und verantwortungsfreudig gefassten Entschluss des Regimentskommandeurs ein glänzender Erfolg erreicht worden, der vor allem der Division viel kostbare Munition für schwere Artillerie und Minenwerfer sparte.

Die Verluste des Regiments am 3. und 4. November betrugen an Toten: 5 Offiziers-Stellvertreter (Kühn, Hartmann, Bergdolt, Grimmler, Weichert), 72 Unteroffiziere und Mannschaften. An Verwundeten: 2 Offiziers-Stellvertreter (Habersang, Wolfrun) etwa 100 Unteroffiziere und Mannschaften.“

Man begrub Friedrich Wilhelm Daum auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab.

Der Vater von Friedrich Wilhelm Daum, Heinrich Daum, war königlicher Pfarrer.

Todesanzeige von Friedrich Wilhelm Daum
Foto von Friedrich Wilhelm Daum

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.598: Johann Müller

Der Soldat Johann Müller stammte aus Schierlhof, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Oberschneiding, und war der Sohn eines Hofbesitzers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Kanonier in der 1. Batterie des 24. bayerischen Fußartillerie-Bataillons. Am 10.07.1917 fiel er im Alter von 31 Jahren nach drei Jahre Kriegsdienst bei Bethincourt in der Nähe von Verdun in Frankreich.

Man begrub Johann Müller auf dem Soldatenfriedhof Romagne-sous-Montfaucon in Grab 1090.

Sterbebild von Johann Müller
Rückseite des Sterbebildes von Johann Müller

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.597: Josef Schießl

Der Soldat Josef Schießl diente im Zweiten Weltkrieg als Stabsgefreiter in einer Pionier-Abteilung der Wehrmacht. Am 11.07.1944 verstarb er im Alter von 30 Jahren in einem Lazarett in Temesvar (rumänisch: Timișoara) in Rumänien, nachdem er nach schwerer Verwundung operiert worden war.

Die Lage des Graves von Josef Schießl ist unbekannt.

Sterbebild von Josef Schießl
Rückseite des Sterbebildes von Josef Schießl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.594: Karl Hafenmair

Der Soldat Karl Hafenmair wurde am 08.11.1883 in Huttenwang geboren und lebte als Landwirt in Aitrang. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 9. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.05.1916 verstarb er während eines Erholungsurlaubs im Alter von 32 Jahren in seinem Heimatort Aitrang.

Karl Hafenmair dürfte in seinem Heimatort Hafenmair begraben worden sein. Vielleicht existiert das Grab noch heute.

Seine Heimatgemeinde Aitrang gedenkt Karl Hafenmair noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/aitrang_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Karl Hafenmair
Rückseite des Sterbebildes von Karl Hafenmair

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.593: Otto Altschäffl

Der Soldat Otto Altschäffl wurde am 20.09.1896 in Brettbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mengkofen, und lebte zuletzt in Entau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Straßkirchen. Er war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmrekrut  in der 7. Kompanie des 13. bayerischen Infanterie-Regiments. Altschäffl wurde bei den Stellungekämpfen in französisch Flandern in der Nähe von Marquillies gefangen genommen. Am 16.10.1916 verstarb er in einem Lazarett in englischer Gefangenschaft.

Die Engländer begruben Otto Altschäffl auf dem britischen Soldatenfriedhof Etaples in Block 13, Reihe D, Grab 1.

In Pfelling gedenkt man Otto Altschäffl noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/pfelling_stadt-bogen_lk-straubing-bogen_wk1_wk2.html

Sterbebild von Otto Altschäffl
Rückseite des Sterbebildes von Otto Altschäffl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.592: Richard Böhm

Der Soldat Richard Böhm wurde am 10.12.1894 in Lauscha im heutigen Thüringen geboren. Er war angehender Lehrer (Lehramtskandidat). Im Ersten Weltkrieg diente er als Musketier in der 7. Kompanie des 252. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.02.1915 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Winterschlacht in Masuren (Schlacht bei Lyck) bei Wolkuez.

Die Lage des Grabes von Richard Böhm ist – wie oft bei Gefallenen der Ostfront – unbekannt.

Sterbebild von Richard Böhm
Rückseite des Sterbebildes von Richard Böhm

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.591: Werner Koch

Werner Koch war der Bruder von Charlotte Koch und Justus Koch, deren Schicksal ich gestern und vorgestern vorstellt habe. Er wurde am 31.10.1894 in Ottenstein geboren. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig und diente als Kriegsfreiwilliger in der 5. Kompanie des 166. Infanterie-Regiment. Am 31.10.1914 fiel er wie sein Bruder Justus im Alter von 24 Jahren bei Lihons an der Somme.

Die Lage des Grabes von Werner Koch ist unbekannt. Für keinen seiner gefallenen Kameraden seines Regimentes konnte ich eine Grablage ermitteln. Wenn seine Gebeine irgendwann geborgen wurden, waren sie wahrscheinlich nicht mehr zu identifizieren. Es könnte daher anonym auf dem rund 4 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab beigesetzt worden sein.

Seine Heimatgemeinde Braunschweig Völkenrode gedenkt Werner Koch noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/braunschweig-voelkenrode_wk1_wk2_ns.html

Sterbebild von Charlotte, Justus und Werner Koch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.590: Justus Koch

Justus Koch war der Bruder von Charlotte Koch, deren Schicksal ich gestern vorstellt. Er wurde am 28.09.1890 in Ottenstein geboren. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig und diente als Kriegsfreiwilliger in der 5. Kompanie des 166. Infanterie-Regiment. Am 31.10.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Lihons an der Somme.

Die Lage des Grabes von Justus Koch ist unbekannt. Für keinen seiner gefallenen Kameraden seines Regimentes konnte ich eine Grablage ermitteln. Wenn seine Gebeine irgendwann geborgen wurden, waren sie wahrscheinlich nicht mehr zu identifizieren. Es könnte daher anonym auf dem rund 4 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab beigesetzt worden sein.

Seine Heimatgemeinde Braunschweig Völkenrode gedenkt Werner Koch noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/braunschweig-voelkenrode_wk1_wk2_ns.html

Sterbebild von Charlotte, Justus und Werner Koch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.589: Charlotte Koch

Charlotte Koch stammte aus Braunschweig und wurde am 07.12.1891 geboren. Nachdem zwei ihrer Brüder 1914 gefallen waren, über deren Schicksal ich morgen und übermorgen berichte, diente sie als freiwillige Munitions-Arbeiter in der Munitionsfabrik Pulvermühle Cramer und Buchholz in Höhlenort Rübeland im Harz (Sachsen-Anhalt). Sie hatte sich im Rahmen des Hindenburg-Programms freiwillig gemeldet.

Bei einer schweren Explosion am 10.01.1918, bei der neun Personen schwer verletzt, 30 bis 40 leicht verletzt und 14 getötet wurden, war sie einer der Getöteten. Auch die Malerin Käthe Evers wurde getötet.

Die Explosion war so heftig, dass der amtliche Bericht feststellt:

„Von den tödlich verunglückten Personen haben bislang nur einzelne Teile gefunden werden können. Ob sich mit Sicherheit feststellen läßt, wem diese Teile gehören, muß bezweifelt werden, da sie stark verstümmelt und außerdem stark angeschwärzt sind. Die sämtlichen tödlich verunglückten Personen werden im Trockenraume selbst oder unmittelbar davor beschäftigt gewesen sein.“

– Bericht des Kreisdirektors aus Blankenburg an das Herzogliche Staatsministerium in Braunschweig vom 12. Januar 1918

„Von den Leichen konnten nur vier beerdigt werden, die übrigen – so drückt sich der Arbeiter aus – waren in Atome aufgelöst und nicht aufzufinden.“

– Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstages. Band 312, Verlag der Buchdruckerei der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung, 1918, S. 5019.

Sterbebild von Charlotte, Justus und Werner Koch