Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.787: Anton Wimmer

Der Soldat Anton Wimmer wurde am 28.02.1896 in Landshut geboren. Am 19.04.1917 verstarb er nach schwerer Verwundung im Alter von 20 Jahren in einem Feldlazarett bei Sissonne nach schwerer Verwundung.

Man begrub Anton Wimmer auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 7, Grab 93.

Sterbebild von Anton Wimmer
Rückseite des Sterbebildes von Anton Wimmer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.785: Michael Jungwirth

Der Soldat Michael Jungwirth stammte aus Lenzingerberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Hutthurm, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.06.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen um die Wabengräben im Thiaumontwald und um die Thiaumont-Ferme. Hier wurde er während des ersten Sturms auf die Wabengräben getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06.1916 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, so erhielten sie ein vernichtendes Maschinengewehr-Feuer vom Rücken westlich des Thiaumontwaldes und der Thiaumont-Ferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabengräbenstellung selbst. Auch die zweite und dritte Welle folgten unmittelbar. Auch sie geriet in das Maschinenegewehr-Feuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorgestürmten Truppen vor dem unversehrtn feindlichen Hindernis liegen. Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einigen Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen,d ei triumphierend ein erbeutetes feindliches Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Auch der Angriff der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie.Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus. Die nächsten Tage brachten ununterbrochene Teilkämpfe um den Besitz von Maschinengewehr-Nestern.“.

Offiziell ist für Michael Jungwirth keine Grablage bekannt. Ich bin mir jdeoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier Fritz Hauber, gefallen am 08.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Gefreiter Norbert Fischer, gefallen am 01.06.1916 im Fosse-Wald, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Gefreiter Anton Adam, gefallen am 08.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Heinrich Steinhuber, gefallen am 05.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Michael Jungwirth
Rückseitd es Sterbebildes von Michael Jungwirth

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.784: Franz Kaltenecker

Der Soldat Franz Kaltenecker wurde am 07.09.1893 in Prag geboren und lebte in Lenzingerberg, beides Ortsteile der bayerischen Gemeinde Hutthurm, und war der Sohn eines Landwirts (Gütlers). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde am 11.08.1914 bei der Schlacht bei Badonviller am rechten Bein schwer verwundet und starb am 13.08.1914 im Alter von 21 Jahren im Fledlazarett Blâmont.

Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Kaltenecker berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Für den 10.08. ordnete daher das Generalkommando den Vormarsch aller bereits ausgeladenen Truppen über Blâmont und Cirey auf Badonviller – Râon l‘ Etape an. Demgemäß setzte die in vorderster Linie befindliche verstärkte 3 bayerische Infanterie-Brigade am 10.08. in den zwei Kolonnen den Vormarsch fort. Die bisherige Brigadereserve, I./3. bayerisches Infanterie-Regiment, wurde der rechten Kolonne (Oberst von Reck) unterstellt und von dieser als Vorhutbataillon bestimmt. Es stieß südlich Nonhigny auf feindlichen Widerstand, brach ihn rasch und erreichte Montreux. Die Gefechte des 10.08. bei Montreux einerseits und Parux und Bréménil andererseits waren die Feuertaufe des Regiments. Sie kosteten ihm 8 Tote und 38 Verwundete. Gegen den ebenfalls besetzten Bois des Haies westlich Montreux wurde das Gros entwickelt. Der Gegner nahm hier den Angriff nicht an, sondern ging auf Badonviller zurück. I./3. bayerisches Infanterie-Regiment stellte die Vorposten der Kolonne von Reck in Linie Neuviller (ausschließlich) – Wald nordwestlich Les Carrieres und wies dort bei der Battant-Mühle am 11.08. einen feindlichen Teilangriff zurück. Vorhut der linken Kolonne (Oberst Zehlin) war III./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment. Es trieb am 10.08. den Gegner über Parux und Bréménil auf Badonviller zurück und erreichte Linie Battant-Mühle-Höhe südlich Les Carrieres. Dort schloss das bayerische Infanterie-Leibregiment an. In der Nacht zum 12.08. rückten I./3. und III./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Brigadereserve nach Harbouey, das 1. bayerisches Infanterie-Regiment und II./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment hielten neben dem bayerischen Infanterie-Leibregiment die vordere Linie. Am 12.08. früh morgens wirft sich plötzlich das bayerische Infanterie-Leibregiment auf den Feind, erobert in blutigem Ringen das Städtchen Badonviller und wirft den bedeutend überlegenen Gegner auf Peronne zurück.“

Die Lage des Grabes von Franz Keltenecker ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er, wie seine Regimentskameraden, die am gleichen Tag fielen, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Reillon begraben wurde, u. a.

  • Gefreiter Joseph Wimmer, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Kaspar Matthias Schmidt, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Härtinger, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Reservist Johann Betz, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Franz Kaltenecker
Rückseite des Sterbebildes von Franz Kaltenecker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.783: Max Haas

Der Soldat Max Haas stammte aus Sittenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruderting, und war Steinhauer von Beruf. 1Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 1. bayerischen Feldpionier-Kompanie. Am 10.02.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren bei den Kämpfen vor Arras.

Man begrub Max Haas auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 5, Grab 214.

Sterbebild von Max Haas
Rückseite des Sterbebildes von Max Haas

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.782: Fritz Trammer

Der Soldat Fritz (eigentlich Friedrich) Trammer war Student der Theologie. Er war Mitglied im Studentengesangverein Erlangen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve und Offiziersstellvertreter in der 6. Kompanie des 21. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.11.1914 verstarb er nach schwerer Verwundung bei den Kämpfen rund um Wytschaete im Lazarett Blanche de Castille (bei Lille)

Man begrub Fritz Trammer auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab.

Todesanzeige von Fritz Trammer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.781: Fritz Rogge

Der Soldat Fritz Rogge (eigentlich Friedrich) stammte aus Wendemark bei Werben (Elbe) im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Einjährig-Freiwilliger in einem Feldartillerie-Regiment. Am 29.03.1917 fiel er im Alter von 19 Jahren in den Ardennen.

Man begrub Fritz Rogge auf dem Soldatenfriedhof Monthois in Block 5, Grab 695.

Todesanzeige für Fritz Rogge

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.777: Joseph Danzer

Der Soldat Joseph Danzer stammte aus Neppersdorf, eine Ortsteil der bayerischen Gemeinde Neukirchen vorm Wald, und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als landsturmmann in der 2. Kompanie des 5. bayerischen Armierungsbataillons. Am 03.09.1916 wurde er im Alter von 32 Jahren in Nordfrankreich durch eine Fliegerbombe getötet.

Man begrub Joseph Danzer auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 28, Grab 1.013.

Sterbebild von Joseph Danzer
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Danzer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.776: Karl Mühlbauer

Der Soldat Karl Mühlbauer stammte aus der bayerischen Gemeinde Arnschwang. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 12. Kompanie des  22. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 01.06.1917 wurde er schwer verwundet und verstarb am 25.06.1917 im Alter von 23 Jahren in einem Feldlazarett in Frankreich.

Man begrub Karl Mühlbauer auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 6, Grab 235.

Sterbebild von Karl Mühlbauer
Rückseite des Sterbebildes von Karl Mühlbauer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.773: Max Riesinger

Der Soldat Max Riesinger stammte aus Ötzing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tiefenbach, und war der Sohn eines grundbesitzlosen Tagelöhners (Inwohner). Im Ersten Weltkrieg diente er als Jäger der Reserve in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 05.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Schlacht von Nancy – Epinal bei Vitrimont (Regimentsgeschichte Frescati, einem Ortsteil der französischen Gemeinde Deuxville) während eines nächtlichen Sturmangriffs.

Man begrub Max Riesinger auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

Sterbebild von Max Riesinger
Rückseite des Sterbebildes von Max Riesinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.765: Georg Sigl

Der Soldat Georg Sigl wurde am 05.07.1890 in der bayerischen Gemeinde Aicha als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Tambour in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 05.09.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren bei dem Gefecht bei Maixe.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Georg Sigl berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Gefecht bei Maixe
(oder auch bei „Crévic“ oder „bei Höhe 316“ oder auch bei „Einville“ genannt)

4. und 5.9.1915

Der rechte Flügel des deutschen Heeres war durch Belgien in Richtung Paris siegreich im Vormarsch. Es lag nahe, dass die Franzosen zur Verstärkung ihres angeschlagenen linken Heeresflügels Kräfte aus Lothringen dorthin zogen. Dies zu verhindern, wurde Angriff auf Lothringen befohlen. Das Ersatzkorps, III. bayerisches Armee-Korps und I. bayerisches Reserve-Korps, verstärkt durch verschiedene Belagerungsformationen, hatten den Angriff auf Nancy mit seinen Befestigungsgruppen durchzuführen. Zur Vorbereitung dazu sollte zunächst im Vorgelände der Festung Raum für die schwere Artillerie gewonnen werden. 2 Uhr nachmittags Vormarsch der 1. Reserve-Brigade vom Biwak über Henaménil, Bauzemont auf Einville. Beträchtliche Marschverluste infolge der Gluthitze. Bereitstellung: Reserve-Infanterie-Regiment 1 rechts, Reserve-Infanterie-Regiment 2 links zwischen Balhey und Einville. Demnächst sollte das Reserve-Infanterie-Regiment 2 die Höhe 316 nordwestlich Maixe nehmen und hatte am 05.09. früh in dem westlich davon gelegenen Wald von Crévic eingegraben zu sein. Vom Feinde, namentlich über dessen schwere Artillerie im Festungsvorgelände, war nichts bekannt. Nach der Tiefe des Angriffsraumes, der vorgerückten Tagesstunde und der Schwäche der Artillerie (eine Batterie) für die Brigade, sowie der Unklarheit über feindliche Gruppierung und Stärke eine gewaltige Aufgabe! Im Anschlusse rechts der Brigade stand 6. bayerische Infanterie-Division vom III. Armee-Korps; links und zwar südlich des Sânon-Kanals sollte die 2. Reserve-Infanterie-Brigade vorgehen.

Das Betreten der Ortschaften Maixe (nördliches Ufer) und Crévic (südliches Ufer des Kanals) – beide also an der Trennungslinie der Brigaden – die von der schweren Artillerie des Armeekorps in Brand geschossen werden sollten, war ausdrücklich verboten worden.

Eine bisherige Sicherungs-Abteilung der 6. bayerischen Infanterie-Division in Einville teilte noch mit, dass die französische Artillerie hervorragend eingeschossen sei, was sich unmittelbar darauf bei einer Beschießung des erkundenden Brigade- und Regimentsstabes bestätigte. Das Regiment mit zwei zugeteilten Kompanien 19. preußisches Pionier-Regiment entsandte nur zwei Kompanien (5. und 8.), durch den dichten, unwegsamen Wald, alles übrige in drei Linien II., III., I. Bataillon ging gegen 5 Uhr nachmittags südlich des Waldes von Einville vor, Der Westrand des Waldes durfte zunächst nur von Patrouillen überschritten werden. Das Vorgehen dorthin vollzog sich fast ohne Störung durch den Feind, erst im Südwestteil des Waldes gab es kleinere Zusammenstöße. Auf dem Angriffsfelde verrieten deutsche Tote, dass hier früher schon heftig gekämpft worden war.

Um das Herankommen der links zurückbefindlichen 2. Reserve-Infanterie-Brigade abzuwarten, musste die Fortsetzung des Angriffs vor der 1. Reserve-Brigade auf 9 Uhr abends verschoben werden.

III. Bataillon und 6. und 7. Kompanie hatten zu dieser Zeit unter Major Staudacher die Höhe 316 wegzunehmen und weiter aufzuklären. 5. und 8. Kompanie steckten noch im Walde. – Mondschein gebünstigte die Bewegung.

Regimentsstab, I. Bataillon mit Maschinengewehr-Kompanie und Pioniere – Reserve – und demnächst der Sanitätswagen mit Regimentsarzt folgten bis in den Grund des l‘ Etangbaches, wo ein Steg geschlagen wurde. Der Besitz der Höhe wurde bald gemeldet. Allmählich wurde aber erkannt, dass der Feind noch in Schützengräben auf dem eigentlichen plateauartigen Höhenkamme lag. Von hier aus und namentlich aus der linken Flanke – Richtung Maixe, das selbst heftig von der Artillerie des Armeekorps beschossen wurde, ohne zu brennen – lag während der ganzen langen Nacht stoßweise feindliches Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer (rafales) auf unseren Linien und Reserven. Das Feuer wurde aber vorerst absichtlich nicht beantwortet, um unsere Stärke und Gruppierung nicht zu verraten. Das Eingraben in vorderster Linie war bei dem harten Boden und dem wenigen Schanzzeug nur in geringem Umfange möglich. Die Artillerie war in Unterkunft gegangen. Zum Schutz gegen feindliche Überraschung aus der linken Flanke, Richtung Maixe, wurde die 4. Kompanie (Storch) gegen Süden, 2. (Hofferberth) zur Verlängerung links des III. Bataillons eingesetzt. Später wurden zwei Maschinengewehr-Züge ins III. Bataillon, ein Zug in die 4. Kompanie eingeschoben, mit dem Auftrag, sobald nach dem Aufblitzen der Schüsse die feindliche Stellung festgestellt war, durch energisches Feuer den Feind nieder zu halten.

Die Fortsetzung des nächtlichen Angriffes bis zum Walde von Crévic unterblieb zunächst auf Befehl der Brigade wegen des Zurückbleibens der 2. Reserve-Brigade, der ungeklärten Verhältnisse vor der Front, sowie bei Maixe, und wohl auch wegen der Unklarheit beim Reserve-Infanterie-Regiment 1.

Das Angriffsziel – Wald von Crévic – konnte bis zur befohlenen Zeit nur noch gewonnen werden, wenn der Angriff spätestens bei Tagesanbruch mit starker Staffelung links und kräftiger Artillerieunterstützung, die ausdrücklich in der Nacht zweimal vom Regiment über die Brigade erbeten wurde, erfolgte.

Die Brigade stimmte dem zu und so stürmte das Regiment mit den Maschinengewehrzügen sowie den nächsten Teilen des Reserve-Infanterie-Regiments 1 nach heftigem Feuerschlag um 4.50 Uhr vormittags die stark besetzten feindlichen Gräben der Höhe 316..

Die Franzosen, etwa gleich stark, flohen namentlich in den Wald von Crévic, bedrängt von unseren Kompanien. 9. (Gaul) und 11. (Pfannenstiel) erreichen diesen Wald gegen 7 Uhr vormittags, während 10. (Hartlmaier) mit Maschinengewehr-Zug (Kleemann) und 12. (Dentler) feindliches Feuer aus Richtung nordöstlich Crévic erwiderten. 6. Molenar) und 7. (Hafelmayr) befanden sich im III. Bataillon verteilt eingeschoben.

Am linken Flügel beim I. Bataillon (Dittelberger) stürmten 2. und 4. Kompanie den Rand eines Weinberges, von dem aus das III. Bataillon empfindlich flankiert gewesen war. 3. (Dittmar) wurde links gestaffelt nachgezogen; 1. Bataillon (Rost) mit dem linken Flankenschutz des Regiments beauftragt.

Die zwei preußischen Pionierkompanien blieben Reserve.

Vor dem linken Flügel wurde um diese Zeit eine feindliche Marschkolonne – 1 – 1 ½ Regimenter mit Artillerie – im Rückmarsch von Petite Maixe – Crévic auf Sommerviller erkannt. Schwächere feindliche Infanterie bei Petite-Maixe und beim Friedhof Crévic lag noch immer im Feuer gegen Höhe 316. Offenbar wollten diese Truppen, die die schweren Beschießungen von Maixe und Crévic ausgehalten hatten, nun nach Nancy zurückmarschieren. Der überraschende Stoß des Regiments war geglückt und alles wartete gespannt auf unser Artilleriefeuer, und auf die Einwirkung der 2. Reserve-Infanterie-Brigade links, sowie der 6. bayerischen Infanterie-Division rechts. Die 3. Kompanie nahm die nächsten Teile der feindlichen Marschkolonne bei Petite-Maixe unter Feuer.

Die Franzosen stellten nun den Rückmarsch ein. Ihre Infanterie entwickelte gedeckt, verstärkte zunächst beim Friedhof nördlich des Kanals; zwei ihrer Batterien weiter östlich. Zugleich brach ein heftiges Artilleriefeuer aus südlicher Richtung los, das die Höhe 316 und die Hänge dahinter planmäßig und heftig überstreute. Während die Mitte und der linke Flügel stark durch Infanterie- und Artilleriefeuer litten, wurden 9. und 11. am Walde von Crévic emflindlich gefasst.

Die Franzosen flankierten ungehindert auf beiden Seiten; ihre Artillerie, namentlich schwere Artillerie der Festung Nancy, gab verheerendes Feuer ab.

Das brave Regiment, den glänzenden Sieg in Händen, kann ihn nicht halten, da die eigene Artillerieunterstützung ausblieb und die Nachbarbrigaden rechts und links zur Entlastung nicht fühlbar wurden. Trotz dieser bitteren Erkenntnis begann die unhaltbare Front nur langsam und zögernd abzubröckeln, die Teile, wo immer nur möglich, wieder Feuerhalte machend.

Major Staudacher, der die Front in der Hoffnung an das Eingreifen unserer Artillerie zu halten versuchte, fiel mit dem Ordonanzoffizier Leutnant Hochleitner durch Granatschuss. Dem unerschrockenen Verhalten des Hauptmann Dittelberger, der mehrmals verwundet, trotzdem die Führung in dieser entscheidenden Zeit beibehielt, gelang es am linken Flügel, die Rückbewegung planmäßig zu leiten. Er mit Leutnant Hanfstingel folgten als die letzten. Am rechten Flügel wirkten Hauptmann Hafelmayr und Oberleutnant Gaul an verschiedenen Punkten ebenso. In höchster Aufopferung schleppten die Mannschaften ihre Verwundeten, Führer und Kameraden mit zurück.

Maschinengewehrzüge, die den Angriff wirksam vorbereitet und mitgemacht hatten, wobei sich Oberleutnant Kleemann gegen den rechten französischen Flügel besondere Verdienste erwarb und trotz Brustverwundung aushielt, litten beim Zurückgehen besonders stark. Die Bedienung eines Gewehrs fiel vollständig aus. Infanterist Ganslmeier des Regiments mit Infanterist Gnotzer 2./Reserve-Infanterie-Regiment 1 brachten das Gewehr zurück. Die Franzosen wagten nicht auf die Höhe 316 zu folgen. Nur ungeheures Artilleriefeuer streute hinter die Höhe und zugleich setzte wieder starkes Infanterieflankenfeuer aus der Richtung Maixe ein. Eine kombinierte Kompanie aus den gestrigen Marschverlusten der Brigade erwies sich ungeeignet für Verwendung hiegegen. Von der eben erst aus dem Walde von Einville eintreffenden 8. Kompanie (Weißmann) wurde ein Zug gegen den flankierenden Feind entsandt. Der Führer, Leutnant der Reserve a. D. Pfister, Amtsgerichtsrat aus Passau (52 jähriger Kriegsfreiwilliger) (Leutnant Bernhard Pfister, geboren am 31.03.1862 in Klingenberg, gefallen am 05.09.1915 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerberviller in einem Massengrab, Denkmal auf Arber ⇒ http://www.denkmalprojekt.org/2013/bayerisch-eisenstein_gr-arbersee_lk-regen_bay.htm), fiel und der Zug glitt wieder hinter die schützende Geländewelle.

Der gefallene Pfister wurde vom Regimentsstab während des Gefechtes an Ort und Stelle begraben und ihm ein stilles Gebet geweiht,

Zur Aufnahme des Regiments wurden nun 1. und 8. Kompanie, sowie die beiden Pionierkompanien an den Westrand des Waldes von Einville befohlen. Die 5. Kompanie (Korb-Müller) war im Anmarsch aus dem Walde von Einville, konnte aber nicht mehr eingesetzt werden.

Das Regiment war in musterhafter Haltung und Ordnung zurückgegangen und wurde rasch gesammelt. Nachdem das Bataillon Wucher vom Reserve-Infanterie-Regiment 12 die Aufnahmestellung übernommen hatte, wurde das ganze Regiment zur Saline von Einville zurückgenommen. Der dortige Offiziersappell, sowie Manschafts-Rapport, wies erschütternde Lücken auf:

241 Tote, darunter Major Staudacher, Hauptmann Storch, Oberleutnant der Reserve Hofferberth und Dittmar, die Leutnante Hochenleitner, Schmidmayer, die Leutnante der Reserve Dentler, Kellermann, Leutnant der Reserve a. D. Pfister, Offiziersstellvertreter Reder, Bächstein.

365 Verwundete, darunter Hauptmann Dittelberger, Hartlmaier, Oberleutnant Benzino, Pfannstiel, Oberleutnante der Reserve Helfer, Kleemann, Leutnante der Reserve Eisenschmid, Kaindl und Brey. Vizefeldwebel Offiziersstellvertreter Hilz, Diedrich, Reichold, Eigl.

Das Gefecht ist eine Rumestat des Regiments. Ganz allein auf sich angewiesen und trotz höchster Verluste haben Führer und Mannschaften Glänzendes und Vorbildliches geleistet“.

Die Lage des Grabes von Georg Sigl ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass Georg Sigl, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller, wo man auch seine Kameraden der 12. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Leutnant der Reserve Florentin Dentler, gefallen am 05.09.1914 bei der Höhe 316, 2 Kilometer nordwestlich Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Infanterist Josef Kinateder, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Infanterist Andreas Kölbl, gefallen am 05.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Infanterist Heinrich Grünberger, gefallen am 05.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Georg Sigl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Sigl