Der Soldat Josef Gumminger wurde am 08.11.1893 geboren und stammte aus Vorderfreundorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Grainet, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Mitte 1915 wurde er leicht verwundet. Er erkrankte schwer und starb am 24.09.1916 im Alter von 24 Jahren im Josefshospital Bremerhafen.
Offiziell ist keine Grablage für Josef Gumminger vermerkt. Ich gehe jedoch davon aus, dass Josef Gumminger auf einem Zivilfriedhof in Bremerhafen im militärischen Bereich begraben wurde und dass sein Grab noch heute existiert.
Der Soldat Josef Bauer stammte aus Niedermünchsdorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Osterhofen, und war der Sohn eines Hirten. Im Ersten Weltkrieg diente er in einem Infanterie-Regiment. Am 00.05.1917 fiel er nach 2 ½ Jahren Kriegsdienst im Alter von 22 Jahren bei Berry-au-Bac (Champagne). Man begrub Josef Bauer zunächst in Juvincourt.
Die Gebeine wurden später umgebettet. Vermutlich wurden sie auf den Soldatenfriedhof Asfeld gebracht, wo man sie, da man sie nicht mehr zuordnen konnte, anonym in einem Massengrab beisetzte.
Sterbebild von Josef BauerRückseite des Sterbebildes von Josef Bauer
Der Soldat Karl Achatz stammte aus Pillersberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Haibach, und war der Sohn eines Tagelöhners (Söldners). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 11.05.1918 fiel er bei Bapaume durch Granatschussverletzung.
Man begrub Karl Achatz auf dem Soldatenfriedhof Villers-au-Flos in Block 2, Grab 646.
Sterbebild von Karl AchatzRückseite des Sterbebildes von Karl Achatz
Der französische Soldat Léon Joseph Raynaud wurde am 26.11.1890 im 5. Arrondissement von Lyon geboren. war Corporal im 52. französischen Infanterie-Regiment. Er geriet Mitte 1916 im Ersten Weltkrieg in deutsche Kriegsgefangenschaft. Er wurde im in das Kriegsgefangenenlager Sandgrub in Schnaitsee interniert. Am 15.11.1918 verstarb er im Alter von 27 Jahren im Krankenhaus Wasserburg am Inn, also vier Tage nach Inkrafttreten des Waffenstillstandsvertrages von Compiègne, und 11. Tage vor seinem 28. Geburtstag.
Sterbebild von Léon RaynaudRückseite des Sterbebildes von Léon Raynaud
Der Soldat Dr. Kurt Lautenschlager stammte aus der bayerischen Stadt Wörth an der Donau und war Augenarzt in Essen an der Ruhr. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberarzt der Reserve im Stab des 4. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 14.12.1914 starb er im Alter von 33 Jahren auf einem Truppenverbandplatz bei Savonnières-en-Woëvre im Wald von Apremont-la-Forêt, unweit von Verdun, wo 1 ½ Jahre später eine der furchtbarsten Schlachten des Krieges stattfand
Dr. Kurt Lautenschlager hinterließ eine Ehefrau und zwei Kinder.
Man begrub Dr. Kurt Lautenschlager auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab.
Der Soldat Johann Wolfseder wurde am 01.06.1896 geboren und stammte aus Pfaffenham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schnaitsee, und war der Sohn eines Landwirts (Ponthalerbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Seit dem 27.10.1916 galt er seit der Grenzkämpfe am Bulkangebirge in der Walachei in Rumänien als vermisst, bis sich später herausstellte, dass er Anfang Februar 1917 im Alter von 20 Jahren in Sipote in russischer Gefangenschaft gestorben war.
Über die Umstände seiner Gefangennahme berichtet die Regimentsgeschichte:
Am 26.10. abends erhielt das Bataillon Weisung, die Straße Targu Jiu – Francesti zu sperren. 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment erreicht dementsprechend am 27.10. 2 Uhr morgens die Gegend nördlich Rasovita, das übrige Bataillon kommt 7 Uhr morgens dort an. Als nun zur Besetzung von Rasovita geschritten wurde, wurde 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment sofort aus südöstlicher Richtung scharf angegriffen, während 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment den Westrand noch erreichte, dann spricht sich aber auch von Westen und Süden her ein Angriff stark überlegener Kräfte aus. 10./3. bayerisches Infanterie-Regiment besetzte gerade noch den Südrand. Die Maschinengewehr-Kompanie wird aufgeteilt. Endlich muss auch 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment mit zwei Zügen am rechten Flügel der 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment mit einem Zug zwischen 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment und 10./3. bayerisches Infanterie-Regiment eingeschoben werden. Von drei Seiten her eingekreist und mit starkem Artilleriefeuer belegt, setzt sich das Bataillon kräftig zur Wehr. Wiederholt werden Stürme des Feindes abgeschlagen. Erst etwa 3 Uhr nachmittags gelingt es dem Feinde, im Handgemenge in die Mitte der Westfront von Rasovita einzudringen. Dadurch werden starke Teile des Bataillons abgeschnürt, während der Rest persönlich vom Bataillonsadjutanten, Leutnant der Reserve Kardel, geführt, sich auf Lelesti an Nebentruppen (I./22. bayerisches Infanterie-Regiment) heranzieht und am 28.10. morgens bei Schela vom Bataillonskommandeur wieder geordnet wird.“
Bei diesem Gefecht wurde Johann Wolfseder gefangen genommen.
Die Lage des Grabes von Johann Wolfseder ist unbekannt.
Sterbebild von Johann WolfsederRückseite des Sterbebildes von Johann Wolfseder
Der Soldat Johann Irlbacher stammte aus Berg, einer Filialegemeinde von St. Leonhard, und war der Sohn eines Landwirts (Schoberbauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 15.07.1918 fiel er im Alter von 18 Jahren während der Angriffsschlacht an der Marne und in der Champagne bei Reims in Frankreich.
Johann Irlbacher wurde auf dem Soldatenfriedhof Berru in Block 3, Grab 145 begraben.
Sterbebild von Johann IrlbacherRückseite des Sterbebildes von Johann Irlbacher
Der Soldat Willibald Empl stammte aus Mitterroidham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Palling, und war der Sohn eines Schmids. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 12. Kompanie des 24. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 10.02.1916 fiel er während der Stellungskämpfe im Artois im Alter von 21 Jahren bei einem Sturmangriff
Man begrub Willibald Empl auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 6, Grab19.
Sterbebild von Willibald EmplRückseite des Sterbebildes von Willibald Empl
Der Soldat Johann Georg Seiler wurde am 24.10.1882 geboren und stammte aus der bayerischen Gemeinde Palling und war Gastwirt und landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 12.05.1915 fiel er nach den Angaben des Sterbebildes im Alter von 32 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras durch schwere Verwundung. Laut den amtlichen Verlustlisten galt er zunächst als vermisst. Dann wurde 1917 gemeldet, er sei zunächst in Gefangenschaft geraten und dort am 19.05.1915 gestorben.
Die Lage des Grabes von Johann Georg Seiler ist unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitruam fielen, u. a.
Gefreiter Joseph Seibold, gefallen am 07.05.1915 bei Souchez, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab;
Infanterist Georg Bachmeier, gefallen am 09.05.1915 bei Fromelles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab;
Oberjäger Otto Birk, gefallen am 07.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab;
Wehrmann Josef Wiedemann, gefallen am 07.05.1915 bei Neuville, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab.
Sterbebild von Georg SeilerRückseite des Sterbebildes von Georg Seiler
Der Soldat Josef Ortmaier stammte aus Polling, einer Gemeinde in Bayern, und war Gymnasiast 8. Klasse im erzbischöflichen Knabenseminar in Freising. Sein Vater war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Zuletzt wurde er bei der Durchbruchsschlacht an der Putna und am Sereth in Rumänien eingesetzt. Seit der dem Angriff auf Marasesti am19.08.1917 wird er vermisst. Er wurde nur 20 Jahre alt.
Über den Tag des Verschwindens von Josef Ortmaier und seinen wahrscheinlichen Sterbetag berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Der Angriff auf Marasesti
Am 18.8. begannen die Vorbereitungen zum Angriff für den 19.8., dieser sollte zunächst in nordostwärtiger Richtung die feindlichen Stellungen nördlich der Bahnlinie Maracesti – Panciu wegnehmen. Im weiteren Verlauf sollte dann in Höhe von Maracesti mit vorgenommener linken Schulter, mit 26. Infanterie-Regiment als Drehpunkt, gegen Maracesti und nördlich davon im Osten eingeschwenkt werden.
Das Regiment stellte sich hierzu am 19.8. zwischen 3 und 4 Uhr morgens zum Angriff bereit, und zwar: II./26 beiderseits der Bahnlinie Focsani – Maracesti, Angriffsziel Bahnhof Maracesti, anschließend I. Bataillon mit 300 Meter Frontbreite, Angriffsziel das Höhengelände westlich der Straße Bisighesti – Marasesti, ½ II./26 Regiments-Reserve 300 Meter nördlich Tisita. Rest des III. Bataillons musste an 28. Infanterie-Regiment abgegeben werden, das links vom Regiment vorgehen sollte. Von 7 – 9 Uhr vormittags Vorbereitung des Angriffs durch unsere Artillerie und Minenwerfer. Auf Antrag des Regiments-Kommandeurs wurde noch eine Mörserbatterie auf die stark befestigten Bahnhofsanlagen von Marasesti gelegt.
Um 9 Uhr vormittags treten die ersten Wellen des Regiments zum Angriff an, sie erhalten heftiges Feuer der scheinbar unerschütterten feindlichen Infanterie und Artillerie, bleiben jedoch trotz erheblicher Verluste im zügigen Vorgehen. Das II. Bataillon nimmt gegen 9.50 Uhr vormittags den südlichen Teil der Bahnhofsanlage in Besitz, macht 100 Gefangene, kommt aber infolge heftiger feindlicher Gegenwirkung, hauptsächlich in der Flanke aus Marasesti heraus, nicht mehr weiter vor. Das I. Bataillon erreichte die Mulde nördlich Punkt 85 (Karte 1:100.000). Der Angriff kommt hier unter der unverminderten feindlichen Feuerwirkung zum Stehen. Die Regiments-Reserve war mittlerweile im heftigen feindlichen ArtillerieFeuer in die Ausgangsstellung des I. Bataillons nachgerückt. Gegen 12.30 Uhr nachmittags wirft sich das I. Bataillon, flankierend unterstützt durch II. Bataillon, erneut auf den Feind und nimmt ihm 150 Gefangene ab.
Besonders zeichnete sich hier durch außerordentliche persönliche Tapferkeit der Vizefeldwebel der Reserve und Offiziers-Aspirant Norbert Weinhuber aus, der als Führer eines leichten Maschinengewehr-Trupps in schwerstem feindlichen Feuer, das zahlreiche Verluste in seiner Nähe hervorrief, allein aus der Deckung nahe gegen die besetzte feindliche Stellung vorsprang und zunächst mit dem Infanterie-Gewehr, dann mit einem auf seine Veranlassung vorgebrachten schweren Maschinengewehr so wirksam auf den Gegner schoss, dass von diesem die stark besetzte Stellung fluchtartig verlassen und hierdurch das weitere Vorgehen des I. Bataillons ohne Verluste ermöglicht wurde.
Inzwischen trifft den linken Flügel der Division und insbesondere die anschließende 115. Division ein starker feindlicher Gegenstoß, unterstützt von flankierender feindlicher Artillerie. Der eigene Angriff kommt dadurch zum Stehen. Die erreichten Linien werden gehalten. Die stark gelichteten Verbände können ohne ausgiebige Verstärkung und besonders ohne überlegene Artillerie zunächst nicht mehr weiter Boden gewinnen.
Zum erstenmale seit langer Zeit waren hier die Rumänen wieder auf den Plan getreten. Sie waren inzwischen in monatelanger Ruhepause jenseits des Sereth in französische Schule genommen worden. Doch war es nur ein kurzes Aufflackern ihrer Gefechtstätigkeit, ihr Gefechtswert stand nach wie vor weit hinter dem des deutschen Soldaten. Ihre Moral war ebenfalls in der langen Schonzeit nicht gehoben worden, wie wir im Folgenden sehen werden.
So ist auch der 19. August als überaus schwerer Kampftag ein hervorstechender Markstein in der Geschichte der Division und des Regiments. Hatte es doch unter überaus ungünstigen Verhältnissen, erschöpft und geschwächt durch Verluste und Krankheiten – die unerträgliche Hitze des August hatte u. a. zahlreiche Darmerkrankungen hervorgerufen – seinen Mann vollauf gestellt.
Unter den 217 blutigen Verlusten des 19.8. hatte das Regiment den Tod von vier Offizieren zu betrauern. Es waren dies der hochbegabte, vielversprechende Oberleutnant der Reserve Gschwendtner, die vorbildlich tapgeren Leutnante Hell, Rager und Kühn. Außerdem hatte das Regiment viele tapfere Und Mannschaften auf dem Kampffeld verloren.“
Die Lage des Grabes von Josef Ortmaier ist unbekannt. Es könnte jedoch sein, dass er auf dem Soldatenfriedhof Tifesti-Frunzoaia anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch sein Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.
Infanterist Peter Hell, gefallen am 19.08.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Tifesti-Frunzoaia in Parzelle D, Grab 49;
Leutnant Josef Rager, gefallen am 19.08.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Tifesti-Frunzoaia.
Sterbebild von Josef OrtmaierRückseite des Sterbebildes von Josef Ortmaier