Der Ersatz-Reservist Hans Leinmüller wurde am 16.05.1892 in Leinzell in Baden Württemberg geboren und war der Bruder des gestern vorgestellten Josef Leinmüller. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 14. Kompanie des 99. Landwehr-Infanterie-Regiment und fiel am 29.08.1916 im Alter von 24 Jahren während der Stellungskämpfe an der Beresina im heutigen Weißrussland.
Die Lage des Grabes von Hans Leinmüller ist ebenso unbekannt wie die Lage des Grabes seines Bruders.
Sterbebild der Brüder LeinmüllerRückseite des Sterbebildes der Brüder Leinmüller
Der Dragoner Josef (Verlustlisten: Franz) Leinmüller wurde am 25.12.1892 in Leinzell in Baden Württemberg geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Landwehr-Eskadron des 26. Dragoner-Regiments. Am 28.12.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren.
Wo Josef Leinmüller fiel und wo er begraben wurde, war für mich nicht in Erfahrung zu bringen.
Morgen stelle ich Hans Leinweber, seinen Bruder vor.
Sterbebild der Brüder LeinmüllerRückseite des Sterbebildes der Brüder Leinmüller
Der Landsturmmann Josef Finkenzeller stammte aus Gaden, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Geisenfeld, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 10. Kompanie des 20. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 11.06.1917 fiel er im Alter von 25 Jahren in Frankreich bei Oppy.
Man begrub Josef Finkenzeller auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Bemerkenswert: Er trägt am linken Oberarm ein schwarzes Trauertuch. Er trauerte zum Zeitpunkt bereits um zwei gefallene Brüder (Suchen Sie nach „Finkenzeller“ auf meiner Seite). Wir furchtbar muss der Schmerz der Eltern und der ganzen Familie nach der Todesmeldung von Josef Finkenzeller gewesen sein!
Der jüngste deutsche Soldat, der im Ersten Weltkrieg fiel, war der Kriegsfreiwillige Paul Mauk. Er wurde am 19.07.1900 in Waldkirch geboren. Er meldete sich mit seinen Brüdern freiwillig und diente in der 4. Kompanie des 113. badischen Infanterie-Regiments. Am 07.06.1915 fiel er mit 14 Jahren bei Hulluch. Die Regimentsgeschichte des 113. badischen Infanterie-Regimentes bericht:
„30.05. – 11.06.1915 Das Regiment verbleibt daselbst und löst sich ab. Die teilweise vollkommen zerstörte Stellung, angefüllt mit hunderten Leichen, wird in mühevoller Arbeit notdürftig hergerichtet. Täglich treten empfindliche Verluste ein. So fiel am 07.06. in vorderer Stellung der jüngste Frontkämpfer des Regiments und einer der jüngsten in der ganzen Armee, der Kriegsfreiwillige Paul Mauk 4./113 im Alter von noch nicht 15 Jahren. In heller Begeisterung war er gleich seinen beiden älteren, ebenfalls bei der 4./113 im Felde stehenden Brüdern hinausgezogen und fand nun mit vielen anderen tapferen Fünfern auf dem Soldatenfriedhof zu Lens sein Grab.“
Paul war am 09.05.1915 bei einem französischen Großangriff verwundet worden, schlich sich aber heimlich aus dem Feldlazarett, wo er behandelt wurde, und kehrte zu seiner Kompanie zurück. Am 06.06.1915 wurde er durch eine Granate schwer am Kopf verwundet und verstarb an seiner Wunde am nächsten Tag.
Man begrub Paul Mauk auf dem Soldatenfriedhof auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in Block 11, Grab 268.
Am 20.09.2020 stellte ich das Schicksal des Soldaten Thomas Fellner vor. Heute kommt sein Bruder drann:
Josef Fellner war der Sohn eines Oberaufsehers und Landwirts und stammte aus Machendorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kirchdorf am Inn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 4. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 23.10.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Lesboeufs in Frankreich.
Offiziell ist keine Grablage bekannt. Nach meinen Recherchen könnte es jedoch sein, dass Josef Fellner anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurde. Seine am selben Tag gefallenen Kameraden aus der 4. Kompanie wurden dort begraben:
Infanterist Josef Gerl, gefallen am 23.10.1916 bei Lesboeufs, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
Infanterist Theodor Müller, gefallen am 24.10.1916 bei Lesboeufs, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
Infanterist Franz Helmschrott, gefallen am 26.10.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
Infanterist Josef Knöpfle, gefallen am 25.10.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in Block 3, Grab 765.
Sterbebild von Josef FellnerRückseite des Sterbebildes von Josef Fellner
Josef Gmelch stammte aus Unterpindhart, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Geisenfeld, und war der Sohn eines Landwirts, ebenso wie sein Bruder Georg, den ich gestern vorgestellt habe. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Sergant in der 10. Kompanie des 4. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.08.1918 fiel er im Alter von 25 Jahren in Plieunes, südöstlich Amiens (Frankreich).
Eine Grablage ist für Josef Gmelch nicht bekannt.
Sterbebild von Georg und Josef GmelchRückseite des Sterbebildes von Georg und Josef Gmelch
Georg Gmelch stammte aus Unterpindhart, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Geisenfeld, und war der Sohn eines Landwirts, ebenso wie sein Bruder Josef, den ich morgen vorstelle. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 21. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 01.10.1916 fiel er im Alter von 23 Jahren in Frankreich – vermutlich bei den Kämpfen an der Somme.
Eine Grablage ist für Georg Gmelch nicht bekannt.
Sterbebild von Georg und Josef GmelchRückseite des Sterbebildes von Georg und Josef Gmelch
Der Bauerssohn Martin Stangl stammte aus Radling, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schorndorf. Gestern stellte ich seinen Bruder Jakob vor. Martin Stangl diente in der 1. Batterie des 7. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments als Kanonier. Am 10.06.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren im Bois des Fosses vor Verdun in Frankreich. Die Regimentsgeschichte des 7. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments schreibt über diesen Tag und Martin Stangls Tod:
„Am 10. Juni nachmittags durchschlug ein Volltreffer einen Unterstand bei der 1. Batterie. Eine ganze Geschützbedienung war verschüttet. Trotz des schweren Feuers machten sich die Kameraden daran, allen voran Unteroffizier Kiener und Kanonier Weber, die unter den Trümmern Begrabenen zu bergen. Nach angestrengter, fieberhafter Tätigkeit gelang es, den Geschützführer, den Kriegsfreiwilligen Unteroffizier Schönberger, unverwundet ans Licht zu ziehen. Aber die Gefreiten Wilhelm Holler und Friedrich Ries, die Kanoniere Martin Stangl und Max Biertler waren tot, der Kanonier Bachmaier schwer verwundet.„
Man begrub Martin Stangl auf dem Soldatenfriedhof Ville-devant-Chaumont in Block 1, Grab 170.
Sterbebild von Martin StanglRückseite des Sterbebildes von Martin Stangl
Florian Prast war Österreicher und fiel im Alter von 28 Jahren im Juni 1915 in Galizien. Gestern stellte ich seinen Bruder Alois vor. Wie fast immer bei Österreichern war nichts Näheres über den Verbleib seiner sterblichen Überreste in Erfahrung zu bringen. Wie grausam muss es für die Eltern gewesen sein, zwei Söhne im selben Monat und auf dem selben Schlachtfeld zu verlieren.
Sterbebild von Alois und Florian PrastRückseite des Sterbebildes von Alois und Florian Prast
Bei dem heutigen Soldaten bin ich etwas ratlos, da ich so gut wie keine bzw. widersprüchliche Informationen zu seinem Schicksal finde:
Der Bauerssohn Josef Steffel stammte aus Großgrundertshausen in Niederbayern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 10. Infanterie-Regiments als Gefreiter. Laut Sterbebild fiel er am 03.09.1914 im Alter von 22 Jahren bei Nancy.
Es ergeben sich aber folgende Fragen, die ich (noch) nicht klären kann:
Wieso steht unter dem Foto auf dem Sterbebild „Erhard Steffel“?
Wieso ist für Josef Steffel kein Grab bekannt, obwohl er in einer Region fiel, in dem die meisten Gräber erhalten sind?
Ich vermute, dass Josef Steffel, sofern seine Gebeine heute noch in einem ordentlichen Grab liegen, sich in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller befinden, wo seine Kameraden aus der 12. Kompanie beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen.
Erhard Steffel, vermutlich der Brunder von Josef Steffel, fiel Ende 1917. Auch seine Grablage ist unbekannt.
Sterbebild von Josef SteffelRückseite des Sterbebildes von Josef Steffel