Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.750: Franz Xaver Eichstetter

Der Soldat Franz Xaver Eichstetter wurde am 30.06.1896 in der bayerischen Gemeinde Gangkofen geboren und war der Sohn eines Zimmermanns. Er warbeitete als landwirtschaftlicher Arbeiter. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 7. Kompanie des  20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.10.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Lesbœufs in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Xaver Eichstetter berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Der 24. Oktober begann ruhig. Erst am Nachmittag kam Artilleriefeuer, das immer stärker wurde und schließlich gegen 17 Uhr zu einem förmlichen Orkan anschwoll. Kurz nach 17 Uhr versuchte der gegner wieder einen Angriff. Auch diesmal brach er im prasselnden Abwehrfeuer des Regiments zusammen. Die Verluste waren erfreulicherweise nicht beträchlich, denn die Leute waren sehr richtig dem feindlichen Trommelfeuer nach vorwärts ausgewichen. In der Nacht zum 25. endlich erfolgte die ersehnte Ablösung des II. Bataillons in der Südfront durch das 12. Infanterie-Regiment.“

Die Lage des Grabes von Franz Xaver Eichstetter ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Ersatz-reservist Thomas Kopfmüller, gefallen am 28.10.1916 bei Lesbœufs , begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Franz Xaver Eichstetter
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Eichstetter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.741: Xaver Bachmeier

Der Soldat Xaver Bachmeier wurde am 17.12.1891 in Reicheneibach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, als Sohn eines Tagelöhners (Söldnerssohn) geboren, und lebte in Schaufl. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 5. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, in dem auch der spätere Diktator und Massenmörder Adolf Hitler diente. Am 11.10.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Barque, einem Ortsteil der französischen Gemeinde Ligny-Thilloy. Vier Tage zuvor war Adolf Hilter an gleicher Stelle verwundet worden.

Über den Todestag und die Todesumstände von Xaver Bachmeier berichtet die Regimentsgeschichte des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„So kam der 11. Oktober heran. Nach einer ruhigen Nacht begann um 9.30 Uhr vormittag heftiges feindliches Artilleriefeuer, zum Teil mit schwersten Kalibern, vor allem auf Luisenhofriegel, Le Barque und Hintergelände. Es flaute vorübergehend ab und steigerte sich wieder zu größter Heftigkeit. Besonders lästig waren die feindlichen Flieger, die durch Hupen und Hornsignale allerhand Zeichen gaben und tief fliegend unsere Gräben mit Maschinengewehren beschossen. Das Artilleriefeuer war begleitet von Minenwerfern und zwei unheimlichen flankierenden Grabengeschützen, unter denen besonders die 7. Kompanie zu leiden hatte. Da Angriffsabsichten vermutet wurden, so mussten die völlig erschöpften Kompanien, die vor noch nicht 24 Stunden zurückgenommen worden waren, wieder nach vorne befohlen werden: „5. Kompanie schiebt in die vordere Linie ein, 4. Kompanie bezieht die bisherigen Unterstände der 5. Kompanie (hinter Spatnyriegel), Infanterie-Pionier-Kompanie ist an Stelle der 4. Kompanie in den Luisenhofriegel zu verschieben. 8. Kompanie besetzt den Le Barque-Riegel mit drei Maschinengewehren.“ In Ausführung dieses Befehls kamen 4. und 5. Kompanie in schweres Feuer und wurden größtenteils versprengt. Von 4.30 Uhr – 4.45 Uhr war ein besonders starker Feuerüberfall, der sich zum Trommelfeuer steigerte und auf vorderer Linie, Luisenhofriegel und Le Barque lag. Um 5 Uhr nachmittag begann das feindliche Feuer anzuflauen, die Stellung, vor allem der östliche Teil des Spatnyriegels und die Verbindungswege hatten schwer gelitten.

Ein feindlicher Angriff war nicht erfolgt, doch musste aus dem Verhalten der englischen Artillerie geschlossen werden, dass für den nächsten Tag einer bevorstand. Was hatte das Regiment dem drohenden Sturm entgegenzustellen! Einige hundert Gewehre und 18 Maschinengewehre, verteilt auf einen Raum von 1.000 Meter Breite und 1.500 Meter Tiefe. So stand das Schicksal der Schlacht auf einigen Häuflein von Kriegern, die in der furchtbaren Wüste des Schlachtfeldes verstreut lagen. Der Stoß englischer Divisionen traf auf Männer, die seit Tagen ohne richtigen Schlaf, geschwächt von Durchfall, die körperlich und seelisch überanstrengt, zermürbt, erledigt waren. Menschenmögliches war geleistet worden, Unmögliches wurde verlangt. Kein Kompanieführer konnte mehr die Verantwortung für die Verteidigung der Stellung übernehmen. Jede Meldung der vorderen Linie besagte dies aufs neue, in militärisch sachlicher Kürze oder in bitteren Worten, wie die überreizten Nerven der Offiziere sei eingaben. Der verantwortliche Kommandeur der vorderen Linie, Major Leeb, gab den allgemeinen Eindruck der Lage wieder in einer Meldung um 5.30 Uhr nachmittags: „Ich beantrage, dass für die Nacht rechtzeitig frische Verstärkung herangezogen werden, da sonst der Stellung unvermeidlich.“

Und dabei keine Aussicht auf unmittelbare Ablösung, kein Einschieben frischer Kräfte in unsere Linien, die wenigstens einen kleinen moralischen Halt gegeben hätten. Jede Botte um Ablösung oder wenigstens Unterstützung wurde von den höheren Kommandobehörden schweren Herzens, aus Gründen eiserner Notwendigkeit abgelehnt. Zwar standen schon frische Regimenter hinter uns; sie durften um keine Stunde früher eingesetzt werden, als es dem Ablösungsplan der gewaltigen Schlacht entsprach. Denn jeder zu frühe Einsatz konnte bei dem Mangel an Ablösungsdivisionen verhängnisvoll werden. Niemals im ganzen Verlauf des langen Krieges ist unserem Regiment der Verzweiflungskampf unseres Heeres gegen die Übermacht einer Welt schonungsloser vor Augen gerückt worden als an der Somme. So verbluteten vorne die Reste einst stolzer Regimenter und ihr Hilferuf verhallte ungehört. Es war Niebelungennot und Niebelungengröße.

Schweren Herzens entschloss sich der Regimentskommandeur die wenigen Reserven, die ihm noch geblieben waren, aus Bapaume wieder nach vorne zu holen. Kurz vor Mitternacht erging der Befehl an den Führer der 3. Kompanie, sich mit den Resten der 1. und 3. Kompanie auf der Regiments-Befehlsstelle zu melden. Es kamen an ein Gefreiter und 7 Mann. Alles andere war krank und gefechtsunfähig. Der Gefreite war der Gefreite Windisch der 1. Kompanie, die Namen der sieben wackeren Männer sind in den Akten des Regiments nicht aufgezeichnet. Dass diese 8 Mann vorne in dieser Hölle wirklich ankamen, das war Heldentum der Pflichterfüllung, das verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden.

An dieser Stelle sei auch eines anderen ergreifenden Zeichens stillen und selbstverständlichen Heldentums gedacht, dessen Träger zwar nicht im Verbande, wohl aber im Abschnitt des Regiments kämpften. Am 12. Oktober um 10 Uhr nachts, nachdem der Angriff abgeschlagen und das Regiment schon in Ablösung begriffen war, kam ein Mann mit nachstehender Meldung, die mit ungelenken Zügen auf einem dem Notizbuch entrissenen Blatt stand: „Soeben erhalte ich die Meldung, dass sämtliche drei Gewehre, welche rechts von mir standen, mit der vollen Bedienung, soweit sie noch vorhanden war, sowie unser Truppenführer, Vizefeldwebel Greif, verschüttet sind. Vorhanden sind noch von den in Stellung gegangenen fünf Gewehren mit einer Kopfzahl von 32 Mann: 2 Gewehre, 1 Gefreiter und 8 Mann. Wir befinden uns bereits seit 6 Tagen in Stellung, wissen aber heute noch nicht, zu welcher Formation wir gehören. Bitte gehorsamst um Bescheid, welche Maßnahmen ich treffen soll. Maschinengewehr-Trupp beim Generalkommando IV. Armeekorps in Harrincourt. Gefreiter Stirius.“ Wie viele vergessene Helden mögen auf dem Schlachtfeld der Somme ihre Pflichttreue mit dem Tode besiegelt haben.“

Man begrub Xaver Bachmeier (Volksbund: Bachmaier) auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Xaver Bachmeier
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Bachmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.724: Johann Winkler

Der Soldat Johann Winkler stammte aus Angerbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, und war Tagelöhner (Söldner). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 8. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 23.12.1916 fiel er im Alter von 32 Jahren während der Weihnachtsschlacht von Râmnicul Sărat während der Wegnahme der Vorstellung und dem Herangehen an die Hauptstellung des Feindes bei Petrișoru in Rumänien.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Winkler berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 23.12. hielt das Regiment befehlsgemäß die erreichte Linie. Die Führung zog noch Kräfte heran, gruppierte die Artillerie teilweise um und verstärkte sie, die Bataillone vorderer Linie lagen zeitweise unter heftigem feindlichen Feuer.

Am 23.12. abends erhielt das Regiment den Angriffsbefehl für den 24.12. Hiernach lag die Entscheidung und der Schwerpunkt des Kampfes bei der 12. bayerischen Infanterie-Division. Ihrem Führer, dem verdienstvollen Generalleutnant von Huller, wurde unter Unterstellung von Teilen der 89. Division die Durchführung der Entscheidung übertragen. Und wiederum am linken Flügel der Gruppe Huller wurde am Schlüsselpunkt der Stellung der Kdr. des 26. Infanterie-Regiments mit der Führung des Entscheidungsstoßes beauftragt. Zu diesem Zwecke wurden zur Gruppe Bogendoerfer zusammengefasst: Das 26. Infanterie-Regiment, I./27, das preußische Infanterie-Regiment 375 und eine Abteilung Pioniere. Auftrag für die Gruppe war, den entscheidenden Angriff gegen Höhe 417 und ostwärts davon zu führen.“.

Die Lage des Grabes von Johann Winkler ist, wie meist bei Gefallenen der Ostfront im Ersten Weltkrieg, unbekannt. Es dürfte nicht mehr existieren.

Sterbebild von Johann Winkler
Rückseite des Sterbebildes von Johann Winkler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.565: Mathias Limmer

Der Soldat Mathias Limmer stammte aus Hölsbrunn, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen. Im Ersten Weltkrieg diente als Gefreiter in einem Reserve-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 15.08.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren durch ein Artilleriegeschoss.

Die Lages des Grabes von Mathias Limmer ist unbekannt.

Sterbebild von Mathias Limmer
Rückseite des Sterbebildes von Mathias Limmer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.546: Jakob Plötz

Der Soldat Jakob Plötz stammte aus Unterbachham, eine Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, und war Tagelöhner, wohnhaft in Sturzenreit in Niederbayern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landwehrmann in der 9. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 05.06.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren bei Fampoux und St.-Laurent (Arras) durch einen Granatschuss in den  Schützengraben.

Offiziell ist für Jakob Plötz keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er, wenn noch sterbliche Überreste geborgen werden konnten, diese anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurden, der nur wenige Kilometer entfernt von seinem Sterbeort liegt.

Sterbebild von Jakob Plötz

Rückseite des Sterbebildes von Jakob Plötz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.526: Josef Erlmeier

Der Soldat Josef Erlmeier stammtes aus Racksdorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, und von Beruf Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in einem Landwehr-Infanterie-Regiment. Am 10.02.1917 verstarb er im Alter von 41 Jahren im Infanterie-Lazarett Landshut.

Josef Erlmeier dürfte auf dem öftlichen Friedhof in Landshut im militärischen Teil begraben worden sein. Das Grab existiert wahrscheinlich noch heute.

Sterbebild von Josef Erlmeier
Rückseite des Sterbebildes von Josef Erlmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.294: Josef Haderer

Der Soldat Josef Haderer stammte aus der bayerischen Gemeinde Gangkofen und war der Sohn eines Getreidehändlers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 24. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 22.03.1918 wurde er während der Durchbruchsschlacht bei Saint-Quentin – La Fère in der Nähe von Jussy durch einen Granatsplitter schwer verwundet. Am 02.05.1918 verstarb er nach 39 Monaten Kriegsdienst im Alter von 24 Jahren im Reservelazarett Trier an den Folgen der schweren Verwundung.

Über die Umstände seiner schweren Verwundung schreibt die Regimentsgeschichte des 24. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Das Regiment blieb im Laufe des Nachmittags des 21.03.1918 in der erreichten Linie: Straße Essigny – Beney-Südostrand Essigny liegen. In der Nacht vom 21./22.03.1918 wurde die 10. preußische Infanterie-Division eingeschoben. Am frühen Morgen des 22.03. lösten Teile der 10. Infanterie-Division das 24. Infanterie-Regiment ab. Es stand nunmehr als Regiment 2. Linie hinter dem 1. und 2. Infanterie-Regiment.

Der durch die Kämpfe schwer erschütterte Gegner hatte sich offenbar schon bald nach Eintritt der Dunkelheit am 21.03. hinter den Crozatkanal zurückgezogen, so dass die deutschen Truppen am Vormittage des 22.03. den Vormarsch ohne Widerstand aufnehmen konnten.

Das 24. Infanterie-Regiment überschritt am 22.03., immer noch in 2. Linie, um 1 Uhr mittags im Regimentsverband die Fayferme. Um 1.30 Uhr wurde der Bahndamm Lizerolles erreicht. Das I. Bataillon traf erst einige Stunden später ein.

Um 6 Uhr abends erhielt das Regiment den Befehl, den Übergang über den Kanal westlich Jussy zu erzwingen, nachdem zuerst das 2. bayerische Infanterie-Regiment dazu ausersehen gewesen war. Das Unternehmen sollte um 9 Uhr abends bach Artillerievorbereitung durchgeführt werden. Um die befohlene Zeit waren jedoch die Vorbereitungen für den Angriff noch nicht beendet. Das Regiment entschloss sich daher, den Übergang an einem späteren Zeitpunkt zu versuchen. Unter dem Schutze überhöhend schießender Maschinengewehre, dem Feuer der Begleitbatterie und der Minenwerfer des Regiments gelang es den Pionieren, zwei Schnellbrücken über den sehr tiefen und mit Wasser gefüllten Kanal zu schlagen.“

Die Lage des Grabes von Josef Haderer ist nicht beim Volksbund registriert. Ich bin mir jedoch recht sicher, dass er auf dem militärischen Teil eines Friedhofs in Trier begraben wurde und dass sein Grab noch heute existiert.

Sterbebild von Josef Haderer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Haderer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.278: Alois Buchner

Der Soldat Alois Buchner wurde am 01.08.1885  in Georgenschwimmbach geboren und war in Unterbachbaum, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehmann in der 5. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments (falsche Angabe auf Sterbebild). Am 02.10.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren bei Fresnes-les-Montauban.

Über den Todestag und die Todesumstände von Alois Buchner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Gefecht von Fresnes (02.10.1914)

Am 02.10. sollte das I. bayerische Reserve-Korps über Arras, das IV. und XI. Armee-Korps südlich davon und über Bapaume den bisher festgestellten feindlichen linken Heeresflügel schlagen. Vormarsch des Reservekorps bei etwas nebeligem Wetter in zwei Kolonnen: 5. Reserve-Division rechts über Izel auf Bailleul Sir Berthoult, 1. Reserve-Division links um 8 Uhr vormittags von Brebiéres über Gavrelle nach Arras; Reserve-Infanterie-Regiment 1 und I./Reserve-Infanterie-Regiment 2 (nun Hauptmann a. D. Röder) in der Vorhut unter General von Kneußl.

II. (Hafelmayr) und III. (Major d. R. Foerst) und Maschinengewehr-Kompanie am Anfang des Gros, dieses unter General von Graf. In Fresnes hielt das Gros, auch der Divisions- und Korpsstab hielten dort. Vor der Front kein Feind festgestellt. Plötzlich um 11.45 Uhr vormittags Divisionsbefehl: “ An die Gewehre! Feindliche Infanterie in unserer rechten Flanke aus Neuvireuil kommend, schon ganz nahe heran.“ Der Divisionskommandeur wies persönlich den Regimentskommandeur auf die nahen französischen Schützen ein. So eine Überraschung war gerade recht für das kampflustige Regiment. Im Nu und bewundernswert exakt war das Bataillon Foerst (III.) im starken Feuer französischer Jäger entwickelt, Bataillon Hafelmayr (II.) folgte zunächst als Staffel rechts. Alsbald verlängert die 8. das III. Bataillon, 5. und 7. traten demnächst gegen eine neue feindliche Bataillonsgruppe am feindlichen linken Flügel bei den fünf hohen Bäumen in ein verlustreiches Gefecht.

6. (Molenar) mit Maschinengewehr-Kompanie blieb bei Mauville-Ferme, wohin der Regimentsstab sogleich vorausgeeilt war. Die Ferme bot vorzüglichen Überblick, lag aber andauernd im feindlichen Artilleriefeuer.

2. Reserve-Brigade bei Fresnes blieb Reserve der Division. Die Vorhut Kneußl hatte zwischen Gavrelle und Fresnes ebenfalls nach der Flanke gegen Linie Neuvireuil – Oppy entwickelt und stand bald in schwerem Gefecht.

Die Artillerieabteilung Reuß stand zunächst gedeckt bereit zwischen Mauville-Ferme und Fresnes.

Trotz schärfster Beobachtung konnte von der 5. Reserve-Division, die ihrerseits so günstig gegen die Flanke unseres Gegners angesetzt war, nichts bemerkt werden; auch die Division war ohne Nachricht von ihr. Das Regiment entsandte Berittene zur Verbindung und Aufklärung auf Izel.

Da das Regiment durch das präzise Feuer der französischen Jäger sichtlich litt, wurde die Batterie Seuffert der Abteilung Reuß zur Unterstützung des Angriffs auf den Feind bei Mauville-Ferme in Stellung gebracht. Nach peinlich genauen Weisungen durch den Infanterie-Regiments-Kommandeur – nach den Erfahrungen von Mittersheim und Gondrexon – schoss sich die Batterie ohne Gabelbildung, nur von rückwärts her auf das Jägerbataillon bei den fünf Bäumen nach den Korrekturen des Regimentskommandeurs ein. Ein paar Schnellfeuerlagen hatten bald den durchschlagenden Erfolg, dass das französische Jägerbataillon total vernichtet war, worauf 5. und 7. Kompanie stürmen und der Lage gemäß mit III. Bataillon bis zum Eintreffen der 5. Reserve-Division in hinhaltendem Gefecht gegen das zäh verteidigte Neuvireuil bleiben konnte. Sie wurden von französischer gut versteckter Artillerie stark beschossen. Die Unterstützung unserer Infanterie, die schon die behelfsmäßigen Flaggen (um ein Beschießen durch eigene Artilleriehintanzuhalten) zeigte, durch Artilleriefeuer erschien zwecklos, weil die beiden Feuerlinien schon nahe aneinander waren.

Unterdessen war das Wetter sichtiger und eine feindliche Kavalleriemasse (Regiment oder Brigade) beim Wäldchen westlich Izel bemerkbar geworden. Batterie Seuffert wurde vom Regimentskommandeur nun darauf eingewiesen und jagte sie im Schnellfeuer unter Verlusten in tolle Flucht.

Nun erst war ein heftiger Kampf der 5. Reserve-Division bei Izel erkennbar. Eine gut gedeckte französische Artilleriegruppe war nach längerem Bemühen zwischen Izel und Wäldchen vom Regimentsstab festgestellt worden. Sie wurde nun von der herbeigeholten ganzen Abteilung Reuß, wiederum nach genauesten Weisungen des Regimentskommandeurs, im Rücken mit Feuer überfallen. Augenblicklich trat eine furchtbare Wirkung ein, die französische Artillerie raste geschützweise über eine Mühle zwischen Izel und Neuvireuil nach Westen zurück, wurde aber restlos von unserer Artillerie und der nächsten Infanterie zusammengeschossen. Die Geschütze blieben liegen.

Für die 5. Reserve-Division war damit, ohne dass sie wohl den Grund ahnte eine gefährliche Kampftruppe erledigt und Entlastung für die eingetreten. Nun tauchte aber aus der Richtung Neuvireuil zur Unterstützung der Gruppe Izel französische Infanterie etwa ein bis zwei Regimenter auf. Der Regimentskommandeur, ständig mit dem Artillerieführer und dem  Artilleriebeobachter beisammen, befahl das nun verstärkte Feuer der französischen Artillerie auf Mauville-Ferme, dem unter Anderen auch der Führer der 6. Kompanie Leutnant der Reserve Molenar zum Opfer gefallen war, nicht zu beantworten, sondern in Lauerstellung die neu angetretene französische Infanterie im freien Gelände entwickeln zu lassen.

Als gegen 2 Uhr nachmittags mindestens ein französisches Infanterie-Regiment entwickelt und durch Geländewellen gegen unsere Infanterie gedeckt im Flankenmarsch vor uns sich ahnungslos dem Raume näherte, wo eben erst ihre Nachbarartillerie vernichtet worden war, befahl der Regimentskommandeur den von ihm in allen Einzelheiten vorbereiteten Feuerüberfall der Artillerie. Die Wirkung dieses Flankenfeuers war unbeschreiblich. Mit einem Schlage, wie elektrisiert, rissen die Rothosen mit fliegenden Rockschößen unaufhaltsam aus, in nördlicher Richtung gegen Bois-Bernard und teilweise gegen die Mühle, von unserem geschmeidigen Artilleriefeuer mit einem Geschosshagel überschüttet. Damit war dem Regiment und der Abteilung Reuß ein seltener, glänzender Erfolg beschieden worden, dessen Früchte nun die 5. Reserve-Division, der der Weg rein gefegt worden war, mühelos ernten konnte. Die Wirkung trat etwa im 5 Uhr nachmittags in Erscheinung. Der Flügel dieser Division (Brigade Hurt) kam ohne Kampf über die Mühle gegen Neuvireuil vor. Damit war auch das I. Reserve-Korps der Sieg des Tages erstritten. Die Absicht der Franzosen (XX Aremee-Korps, unser Gegner von Crevic), das südlich bei Monchy stehende IV. Armee-Korps, den gestrigen deutschen rechten Heeresflügel mit drei Kolonnen, rechte über Bailleul, mittlere – scheinbar stärkste – über Neuvireuil und linke über Izel in der Flanke zu fassen, war durch den Vormarsch des Reserve-Korps, die siegreichen Kämpfe der 1. Reserve-Brigade, sowie das Vordringen der 5. Reserve-Division glänzend vereitelt worden. Noch machten die Franzosen, die nun ihrerseits von der 5. Reserve-Division immer wirksamer in der Flanke getroffen waren und die Gefahr erkannten, den verzweifelten Versuch, mit ihrer zusammengefassten Artillerie den linken Flügel der 5. Reserve-Division am Weiterschreiten zu hindern. Es gelang aber nur einen vorübergehenden Aufenthalt zu verursachen, namentlich auch, weil der nördliche Flügel dieser Division siegreich vordrang.

Während diese Entscheidung im Großen vorbereitet war, war den Bataillonen des Regiments eine der schwersten und verlustreichsten Aufgaben zugefallen: Den Feind in der Front bei und zu beiden Seiten von Neuvireuil, selbst deckungslos, hinzuhalten, bis die unerwartet lange aufgehaltene 5. Reserve_Division flankierend die Entscheidung bringen konnte.

Das der Vorhut zugeteilte I. Bataillon, dessen Kommandeur, Hauptmann Röder, um 1.45 Uhr nachmittags gefallen war, hatte selbsttätig mit dem III. Bataillon zusammengearbeitet, dessen Kommandeur, Major Foerst, schwer verwundet worden war. Neben diesen focht das II. Bataillon (ohne die 6. Kompanie, die mit der Maschinengewehr-Kompanie Regimentsreserve war). In zähem Ringen hatten sie sich gegen den ausgezeichnet eingerichteten Ferind herangearbeitet. Trotz schwerster Verluste hielten die Kompanien mit ihrem zahlreichen neuen Nachersatz rühmlichst aus. Beim Herankommen der 5. Reserve-Division setzte der Regimentskommandeur die Maschinengewehr-Kompanie beim I. Bataillon zur Vorbereitung des Sturmes erfolgreich ein. Ein Bataillon und eine Maschinengewehr-Kompanie der 2. Reserve-Brigade, die vorübergehend zur Verfügung standen, kamen nicht zum Einsatz. Im Garten der Mauville-Ferme beerdigte der Regimentskommandeur noch während des Gefechtes den Leutnant Molenar und einige Unteroffiziere.

Unter Führung des Generals von Kneußl hatte das 1. Reserve-Infanterie-Regiment links von uns schwere, aber siegreiche Kämpfe. Trotz aller Versuche, auf verschiedenen Wegen war die Verbindung des Regiments mit dem Brigadekommandeur nicht erreicht worden.

Gegen 5 Uhr nachmittags befahl die Division der zurückgehaltenen 2. Reserve-Infanterie-Brigade über Neuvireuil nach Oppy vorzugehen. Das 2. Reserve-Infanterie-Regiment sollte den Angriff beuf Neuvireuil mitmachen, dann aber dort sammeln. Ein Teil der Sanitätskompanie (1 Reserve-Sanitäts-Kompanie) leistete um diese Zeit im Zurückbringen der Verwundeten des Regiments über freies Feld zur Mauville-Ferme Herausragendes. Der Angriff der 2. Brigade kam erst nach Eintritt der Dunkelheit zur Ausführung. Das Regiment sammelte um 7.15 Uhr abends an der Straße Fresnes – Neuvireuil. 1., 6. und 7. Kompanie räumten das Gefechtsfeld auf, auf dem der Feind eine überraschend große Zahl an Toten hatte liegen lassen.

Verluste: 6 Offiziere tot (Hauptmann a. D. Röder, Leutnant der Reserve Molenar, Offiziersstellvertreter Schuster, Piechler, Gierisch, Reichhold), 11 verwundet (Major der Reserve Foerst, Leutnant der Reserve Manneberg, Gombart, Geßner, Poetzsch, Offiziersstellvertreter Vogel, Götz, Hebauer, Lange, Barnertzoi, Arnold), 167 Unteroffiziere und Mannschaften tot, 345 verwundet.

Man begrub Alois Buchner auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Alois Buchner
Rückseite des Sterbebildes von Alois Buchner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 1.091: Emeran Wimmer

Der Kanonier Emeram (Emmeran) Wimmer stammte aus Obertrennbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Batterie des 4. bayerischen Fuß-Artillerie-Regiments. Am 14.06.1918 fiel er im Alter von 30 Jahren durch eine Schlagaderverletzung.

Man begrub Emeran Wimmer auf dem Soldatenfriedhof Vignemont in Block 3, Grab 326.

Sterbebild von Emeran Wimmer
Rückseite des Sterbebildes von Emeran Wimmer

Der theoretische Weg von Emeran Wimmer von seinem Geburtsort zu seinem Grab:

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 783: Johann Kleeberger

Der Bauerssohn Johann Kleeberger wurde am 26.06.1919 in Stockach geboren, zugehörig zur Pfarrei Kollbach. Beide Orte gehören heute zum bayerischen Markt Gangkofen.  Im Zweiten Weltkrieg diente er als Schütze in einem Infanterie-Regiment. Am 21.06.1940 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Frolois während des Blitzkrieges gegen Frankreich.

Man begrub Johann Kleeberger auf dem Soldatenfriedhof Andilly in Block 8, Reihe 3, Grab 172.

Seine Heimatgemeinde Stockach gedenkt noch heute Johann Kleeberger auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/gangkofen-kollbach_bay.htm

Sterbebild von Johann Kleeberger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Kleeberger

Der theoretische Weg von Johann Kleeberger von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: