Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.102: Jean Bayer

Der Soldat Jean Bayer wurde am 25.10.1881 in Grünstadt geboren, heute eine Stadt im Bundesland Rheinland-Pfalz, und war Bäckermeister von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 1. Kompanie des 5. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 31.03.1917 fiel er im Alter von 35 Jahren bei St. Laurent durch einen Granattreffer.

Man begrub Jean Bayer auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Todesanzeige von Jean Bayer
Jean Bayer als junger Mann
Jean Bayer (links) mit seinem Bruder Georg
Jean Bayer mit seinem Bruder Valentin
Der letzte Brief von Jean Bayer an seine Frau und seine Kinder – am nächsten Tag fiel er durch eine Granate
Rückseite seines letzten Briefes

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.101: Franz Köpf

Der Soldat Franz Köpf wurde am 15.01.1892 in Ostern geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Halblech. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 5. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Saint-Mihiel während der Kämpfe vor Verdun.

Man begrub Franz Köpf auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 3, Grab 314.

Sterbebild von Franz Köpf
Rückseite des Sterbebildes von Franz Köpf

Sonderbeitrag: Major Heinrich Hörnis

Der Soldat Heinrich Hörnis wurde am 03.06.1866 in der bayerischen Landeshauptstadt München geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Major und Bataillonskommandeur des II. Bataillons des 21. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 07.10.1914 fiel er im Alter von 48 Jahren südlich Verdun bei Apremont-la-Forêt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Heinrich Hörnis berichtet die Regimentsgeschichte des 21. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 7. Oktober 6 Uhr morgens erneuert sich das Ringen um das Erdwerk. Einigen todesmutigen Männern gelingt es, sich durch die Drahtwirrnis durchzuwinden, die Wallböschung zu erreichen, die Brustwehr zu erklimmen. Ihr Beispiel winkt anderen entschlossenen Kameraden; auch sie kommen hinauf. Aber nun vereinigt sich auf die dünnen Gruppen von allen Seiten ein mörderisches Gewehr- und Maschinengewehrfeuer, und bald decken die Leichen der Tapferen den schwer errungenen Boden. Die wenigen Überlebendenden gleiten die Böschung wieder hinab. Immer und immer wieder suchen die Männer des II. Bataillons den Wall zu gewinnen. Der Bataillonskommandeur Major Hörnis, allen voran; auf der Wallkrone ereilt ihn ein tödliches Geschoss. Einer der Besten des Regiments, gleich hochstehend als Mensch, als Führer, als Soldat und Kamerad, hat sich, ein leuchtendes Vorbild für sein Bataillon, geopfert. Sein Freund, Hauptmann Kohlmann, der vielbewährte Chef der 7. Kompanie, ist ihm in den Tod gefolgt. Alle Kompanieführer werden hinweggerafft. An der Spitze der 5. fällt Leutnant der Reserve Wösch, an der Spitze der 6. wird Leutnant Gustav März zu Tod getroffen, an der Spitze der 8. Oberleutnant der Reserve Kreuzer verwundet.

Es heißt, dass Bataillone der 10. Infanterie-Brigade von Westen her den Franzosen in Flanke und Rücken fallen; aber leider vermögen sie nur ein hinhaltendes Waldgefecht zu führen und kommen nicht vorwärts. 9 Uhr vormittags geht das III. Bataillon mit Teilen des I. im Anschluss an das rechts von ihm befindliche II./7 zum Angriff über. Mit „Sprung auf, marschmarsch“ erreichen die 9., 10. und 12. Kompanie die Straße. Weiter geht’s nicht mehr; das verheerende Geschützfeuer zwingt sogar schließlich die 21er wie die 7er, wieder den Schutz der corvée des Prêtres aufzusuchen. Oberleutnant der Reserve Kündinger, der Führer der 3. Kompanie, ist verwundet worden.

Um die Mittagsstunde zeigt sich die Unmöglichkeit, in rein frontalem Angriff, ohne irgendwelche fühlbare Entlastung von der Flanke her, das Erdwerk wegzunehmen; es entsteht ein zähflüssiges Feuergefecht, das gegen Abend allmählich abflaut. Die zurückhaltende 11. und Teile der Maschinengewehr-Kompanie kommen nicht mehr zum Eingreifen. Der Sturm ist gescheitert.“

Man begrub Heinrich Hörnis auf dem Soldatenfriedhof Saint-Mihiel in einem Massengrab.

Major Heinrich Hörnis

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.099: Georg Schießl

Der Soldat Georg Schießl stammte aus Stachesried und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 6. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 30.05.1916 verstarb er im Alter von 22 Jahren in einem Feldlazarett in Folge einer schweren Verwundung während der Kämpfe um das Fort Douaumont. Er wurde eines der zahlreichen Opfer der sinnlosen und blutigen Schlacht um Verdun.

Man begrub Georg Schießl auf dem Soldatenfriedhof Romagne-sous-les-Cotes in Block 4, Grab 130.

Morgen stelle ich das Schicksal seines Bruders, Anton Schießle, vor.

Sterbebild von Georg Schießl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Schießl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.098: Johann Schmelter

Der Soldat Johann Schmelter diente als Kanonier im Ersten Weltkrieg. Am 28.12.1918 verstarb er im Alter von 31 Jahren in einem Lazarett in Münster (Westf.) an einer im Krieg zugezogenen Krankheit. Er hatte vier Jahre Kriegsdienst geleistet.

Die Lage des Grabes von Johann Schmelter ist unbekannt.

Sterbebild von Johann Schmelter
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schmelter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.097: Dionys Schröger

Der Soldat Dionys Schröger stammte aus Weixerau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeidne Eching. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er im 21. bayerischen Infanterie-Regiment. Ende 1917 wurde er schwer verwundet und verstarb am 26.03.1918 im Alter von 23 Jahren im Kriegslazarett Charleroy.

Man begrub Dionys Schröger auf dem Soldatenfriedhof Vladslo in Block 10, Grab 1962.

Sterbebild von Anton Füßl und Dionys Schröger
Rückseite des Sterbebildes von Anton Füßl und Dionys Schröger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.096: Anton Füßl

Der Soldat Anton Füßl (Verlustliste: „Füssel„) stammte aus Weixerau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eching. Er diente im Ersten Weltkrieg in der 11. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments als Gefreiter der Reserve. Am 09.10.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Stellungskämpfe bei Lihons an der Somme.

Anton Füßl war der Bruder von Dianys Schröger, dessen Schicksal ich morgen vorstelle.

Offiziell ist für Anton Füßl keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die am gleichen Ort und im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Oberleutnant Ludwig Stich, gefallen am 25.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Leutnant Rudolf Georg Weigand, gefallen am 02.10.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Leutnant Ludwig Karl Hellquist, gefallen am 25.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Wenger, gefallen am 24.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Füßl und Dionys Schröger
Rückseite des Sterbebildes von Anton Füßl und Dionys Schröger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.095: Gerhard Nederkorn

Der Soldat Gerhard Nederkorn wurde am 01.10.1885 in Rheinberg in Nordrhein-Westfalen geboren. Am 29.06.1915 wurde er als Ersatz-Reservist in  das 57. Landwehr-Infanterie-Regiment eingezogen und der 11. Kompanie zugewiesen. Am 03.07.1915 fiel er im Alter von 29 Jahren während der Kämpfe am Sty und Stochod in der heutigen Ukraine. Er wurde bei Kolonie Nowy-Emilin und Kolonie Stary-Emilin getötet.

Über den Todestag von Gerhard Nederkorn berichtet die Regimentsgeschichte des 57. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Es treffen 500 Unteroffiziere und Mannschaften als Ersatz ein. Der Angriff soll am 03.07.1916 fortgesetzt werden. Das Endziel ist die Gewinnung der Stochod-Bahn und Chaussee-Brücken; den Hauptangriff führt die Gruppe Hoefer mit denselben Truppen wie am Tage zuvor. Den entscheidenden Angriff führt Major Cramer mit I. und III./Landwehr 57, M.G. und Minenwerfer. Das II./Landwehr 57 hat den Gegner südwestlich Kolonie Stary-Emilin in dem Raume zwischen dem rechten Flügel der Stoßgruppe Cramer und dem Stochod energisch anzugreifen. II./272 steht zur Verfügung im Nordteil Kolonie Stary-Emilin. Brigade Biß stellt noch III./Landwehr 39 zur Verfügung. Das Wirkungsschießen beginnt 11 Uhr vormittags, der Sturm wird auf 2 Uhr nachmittags angesetzt. Das Heranarbeiten der Infanterie verzögert sich infolge der großen Schwierigkeiten, welche die Befehlsübermittlung macht; deshalb sind die Truppen bei Beginn des Trommelfeuers noch nicht auf Sturmentfernung heran. I. und III./Landwehr 57 gehen im heftigsten Feuer vor; da geht plötzlich 3 Uhr nachmittags das links anschließende Landwehr 39, das den Angriff mitmacht, zurück, so dass auch III./Landwehr 57 den linken Flügel zurückbiegen muss, da die Verbindung abgerissen ist. Eine Kompanie von III./Landwehr 39 wird in die Lücke geschoben, und III./Landwehr 57 kann sein Vorgehen fortsetzen. I. und III./Landwehr 57 werden in schwere Nahkämpfe verwickelt. In dem unübersichtlichen Waldgelände haben die Russen in sehr geschickter Weise Gruppenbefestigungen hergestellt mit zahlreichen Maschinengewehren, die vielfach in Hochständen auf Bäumen stehen. Sie leisten überall sehr hartnäckigen Widerstand und gehen vielfach zu Gegenstößen über. Eine weitere Kompanie von III./Landwehr 39 wird I./Landwehr 57 zur Verfügung gestellt. Die Schwierigkeiten werden noch dadurch vermehrt, dass der als Richtlinie gegebene Weg auf großen Strecken nicht existiert, ebenso ist das Gut Rudnitzkajo restlos vom Boden verschwunden, erst nach langem Suchen findet man den Obstgarten. Hier starke Befestigungen; I. Landwehr 57 trifft hier 5.30 Uhr nachmittags ein. II./Landwehr 57, welches die Stroßgruppe Cramer rechts begleitete, tritt fast zur gleichen Zeit aus den Gräben. Es hat im Walde schwere Nahkämpfe zu bestehen, dadurch wird sein rechter Flügel in südöstlicher Richtung abgezogen. Durch die entstandene Lücke dringt eine russische Abteilung von 80 Mann mit einem Maschinengewehr in Kolonie Stary-Emilin ein und setzt sich in den westlichen Häusern fest. Vor einer zum Schließen der Lücke vorgeschickten Kompanie des II./272 laufen die Russen zurück, werden aber in der Flanke gefasst und gefangen genommen. II./Landwehr 57 bleibt in den Einzelkämpfen Sieger und erreicht gegen 7 Uhr nachmittags die Chaussee.

Unmittelbar nachher begann unsere Artillerie die Chaussee- und Eisenbahn-Stochod-Brücken unter Feuer zu nehmen, um den Sturm der von Swidniki vorgehenden Brigade Jachmann vorzubereiten. Durch dieses Artillerie-Feuer kam II./Landwehr 57 in große Gefahr. Das Bataillon hatte zwar dem Regiment über das Erreichen der CVhaussee Meldung gemacht, sie war aber dort noch nicht eingegangen. Um nun das Bataillon vor großen Verlusten zu bewahren, ließ Leutnant Gerhardt, der das Bataillon seit der Verwundung des Hauptmann von Heuß führte, nach Süden ausweichen. Die Russen hatten sich infolge unseres Vorstoßes zurückgezogen. Die gegen die Brücken vorgehende Brigade Jachmann konnte daher mühelos die Brücke überschreiten.

Verluste: tot: Offiziersstellvertreter Früh, 106 Mann; verwundet: 5 Offiziere einschließlich Offiziersstellvertreter: die Leutnants Kempe, Behnisch und Neuhaus und die Offiziersstellvertreter Herbster und Kralle und 239 Mann, vermisst: 50 Mann. Wir nahmen 102 Mann gefangen und erbeuteten ein Maschinengewehr.“

Die Lage des Grabes von Gerhard Nederkorn und ob sein Grab noch existiert, ist unbekannt.

Sterbebild von Gerhard Nederkorn
Rückseite des Sterbebildes von Gerhard Nederkorn

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.094: Josef Mayr

Der Soldat Josef Mayr stammte aus Rehling in Oberbayern und wurde am 03.03.1881 geboren und war Landwirt von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landwehrmann in der 9. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.10.1914 fiel er im Alter von 33 Jahren während der Kämpfe im Bois Brûlé bei Saint-Mihiel. Die Angabe „Puseeruller“ kann ich nur insofern zuordnen, dass es wahscheinlich der Versuch war, das französische „Bois Brûlé“ nach dem Gehör aufzuschreiben.

Man begrub Josef Mayr auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 3, Grab 383.

Sterbebild von Josef Mayr
Rückseite des Sterbebildes von Josef Mayr

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.093: Joseph Groß

Der Soldat Joseph Groß stammte aus Zwinger, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Michaelsneukirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 7. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments als Unteroffizier. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 29.04.1916 wurde er während der Schlacht um Verdun schwer verwundet. Am 01.05.1916 verstarb er im Alter von 24 Jahren an seiner Verwundung.

Man begrub Joseph Groß auf dem Soldatenfriedhof Romagne-sous-Montfaucon in Grab 509.

Seine Heimatgemeinde Michaelsneukirchen gedenkt Joseph Groß noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2012/michelsneukirchen_lk-cham_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Joseph Groß
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Groß