Der Krieg am 27.11.1914 – Zeitungslektüre nach 106 Jahren – Teil 2: Der Mapf mit den Serben

In der München-Augsburger Abendzeitung vom 27.11.1914 findet man auf der 2. Seite folgende kleine Notiz:

„Der Kampf mit den Serben

Wien, 26. November. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich unterm 26. November gemeldet: In den Kämpfen an der Kolubara ist seit gestern ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Das Zentrum der feindlichen Front und die starke Stellung bei Lazarevatsch [Lazarevac] wurde von den durch ihren Elan rühmlich bekannten Regimentern Nr. 11, 73 und 102 erstürmt. Hierbei wurden acht Offiziere und 1.200 Mann gefangen und drei Geschütze, vier Munitionswagen und drei Maschinengewehre erbeutet. Auch südlich des Ortes Ljig gelang es, die östlich des gleichnamigen Flusses gelegenen Höhen zu nehmen und dabei 300 Gefangene zu machen. Die von Valjewo südwärts vorgerückten Kolonnen stehen vor Kosjerioi.“

Die Zeitungsmeldung

Die Zeitungsmeldung bezieht sich auf die Schlacht an der Kolubara, die vom 16.11.1914 bis zum 15.12.1914 stattfand. Die Schlacht endete, bei aller Euphorie der Zeitung, mit dem Sieg der Serben. Insgesamt 28.000 Menschen wurden getötet, 120.000 wurden verwundet und rund 77.000 Österreicher wurden gefangengenommen.

Die Lage der Orte, auf die sich der Artikel bezieht:

SONDERBEITRAG: Paul Mauk – der jüngste gefallene deutsche Soldat des Ersten Weltkrieges

Paul Mauk

Der jüngste deutsche Soldat, der im Ersten Weltkrieg fiel, war der Kriegsfreiwillige Paul Mauk. Er wurde am 19.07.1900 in Waldkirch geboren. Er meldete sich mit seinen Brüdern freiwillig und diente in der 4. Kompanie des 113. badischen Infanterie-Regiments. Am 07.06.1915 fiel er mit 14 Jahren bei Hulluch. Die Regimentsgeschichte des 113. badischen Infanterie-Regimentes bericht:

„30.05. –  11.06.1915 Das Regiment verbleibt daselbst und löst sich ab. Die teilweise vollkommen zerstörte Stellung, angefüllt mit hunderten Leichen, wird in mühevoller Arbeit notdürftig hergerichtet. Täglich treten empfindliche Verluste ein. So fiel am 07.06. in vorderer Stellung der jüngste Frontkämpfer des Regiments und einer der jüngsten in der ganzen Armee, der Kriegsfreiwillige Paul Mauk 4./113 im Alter von noch nicht 15 Jahren. In heller Begeisterung war er gleich seinen beiden älteren, ebenfalls bei der 4./113 im Felde stehenden Brüdern hinausgezogen und fand nun mit vielen anderen tapferen Fünfern auf dem Soldatenfriedhof zu Lens sein Grab.“

Paul war am 09.05.1915 bei einem französischen Großangriff verwundet worden, schlich sich aber heimlich aus dem Feldlazarett, wo er behandelt wurde, und kehrte zu seiner Kompanie zurück. Am 06.06.1915 wurde er durch eine Granate schwer am Kopf verwundet und verstarb an seiner Wunde am nächsten Tag.

Man begrub Paul Mauk auf dem Soldatenfriedhof auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in Block 11, Grab 268.

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 1.017: Hans Heißenhuber

Der Bauerssohn Hans Heißenhuber stammte aus Hacklöd, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pilsting. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, der Osteinsatz-Medaille und dem Verwundeten-Abzeichen ausgezeichnet. Am 04.10.1942 fiel er im Alter von 29 Jahren im Kaukasus. Er wurde zunächst auf dem Soldatenfriedhof Kljutschewaja begraben.

Sterbebild von Hans Heißenhuber
Rückseite des Sterbebildes von Hans Heißenhuber

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 1.016: Fritz Kreiner

Fritz Kreiner wurde am 12.01.1922 in Landau an der Isar in Bayern geboren. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Oberschütze und Kradfahrer in einer Gebirgsschützen-Abteilung. Am 09.07.1942 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Bilohoriwka in der Ukraine (russisch: Belogorowka).

Fritz Kreiner konnte im Rahmen der Umbettungsarbeiten des Volksbundes nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Charkow war somit leider nicht möglich.

Sterbebild von Fritz Kreiner
Rückseite des Sterbebildes von Fritz Kreiner

Der theoretische Weg von Fritz Kreiner von seinem Geburtsort zu seinem Sterbeort und vermutlichen Grab:

Der Krieg am 27.11.1914 – Zeitungslektüre nach 106 Jahren – Teil 1: Der Untergang des englischen Linienschiffes „Bulwark“

Die  München-Augsburger Abendzeitung vom 72.11.1914 machte mit zwei großen Schlagzeilen auf:

„Gewaltige Verluste der Russen – Untergang des englischen Linienschiffes Bulwark“

Im darauf folgenden Text folgen dann jedoch nur zwei kleine Abschnitte zu diesem Vorgang, der in sich auch noch redundant ist. Ich finde, das war eine magere Information angesichts einer solch schreienden Schlagzeile.

In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit dem Untergang des britischen Schiffes „Bulwark„.

Die Bulwark

Nun aber zu den Fakten. Zunächst das Transskript der beiden Abschnitte:

„Die englische Flotte hat abermals einen Verlust zu verzeichnen. Diesmal ist es in den Themsemündungen bei Sheerness, wo ein Linienschiff, der „Bulwark“ gesunken ist, und zwar durch eine Explusion, deren geheimnisvolle Natur selbst die englische Admiralität nicht ganz verbergen kann. Sie sagt, es sei eine „innere“ gewesen, allein, wenn man daran nicht glaubt, so ist es die englische Regierung selbst, deren grundsätzliche Verlogenheit ihre Glaubwürdigkeit so herabgemindert hat. Es wird wenig Leute geben, die nicht zum mindesten an eine Mine als Ursache dieses neuen Schiffsverlustes denken. Wie dem auch sein mag, der Untergang dieses „Bollwerkes“ wird die englische Eigenliebe aufs neue heftig treffen und die längst vorhandene Nervosität der Engländer über die Lage zur See noch steigern.“

und

„Wieder ein englisches Linienschiff untergegangen
London, 27. November. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses teilte Marineminister Churchill mit, dass das Linienschiff „Bulwark“ am 25. morgens in Sheerness in die Luft geflogen ist. Zwischen 700 und 800 Mann sind umgekommen, nur 12 Mann wurden gerettet. Die anwesenden Admirale berichten, sie seien überzeugt, dass die Ursache eine innere Explosion des Magazins war und keine Erschütterung des Wassers erfolgte. Das Schiff sank in drei Minuten und war verschwunden, als sich die dichten Rauchwolken verzogen hatten. Die Explosion war so stark, dass die Gebäude von Sheerness bis auf die Fundamente erzitterten und wurde meilenweit vernommen.

Der „Bulwark“ stammt aus dem Jahre 1899, hatte 15.250 Tonnen Deplazement, 18 – 19 Seemeilen Geschwindigkeit, vier 30,5 und 12 15 Zentimeter-Geschütze und 750 Mann Besatzung.“

Der Ort des Geschehens:

Nach über 100 Jahren kann man mit der ausreichenden Distanz folgendes festhalten:

  1. Die Explosion war das zweitschwerste Explosionsunglück der britischen Geschichte bis heute.
  2. Die Explosion wurde wahrscheinlich durch überhitzte Kordit-Treibladungen ausgelöst, die sich zu nahe am Kesselraum befanden. Darüber hinaus wurde Munition falsch gelagert.

 

Obere Hälfte der München-Augsburger Zeitung vom 27.11.1914
Untere Hälfte der München-Augsburger Zeitung vom 27.11.1914
Der obere Teil des Artikels, der sich auf die Bulwark bezieht
Der untere Teil des Artikels, der sich auf die Bulwark bezieht

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 1.015: Georg Hendlmeier

Der Schütze Georg Hendlmeier wurde am 16.01.1922 in Aufhausen als Sohn eines Landwirts geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf. Am 07.07.1942 fiel er im Alter von 20 Jahren im Osten, 1 Kilometer nördlich Kabala, 19 Kilometer nördlich Bolchow. Zunächst wurde er in Spilewa begraben.

Sein endgültiges Grab fand Georg Hendlmeier auf dem Soldatenfriedhof Kursk – Besedino in Block 5, Reihe 14, Grab 782.

Seine Heimatgemeinde Aufhausen gedenkt noch heute Georg Hendlmeier auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/aufhausen_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Georg Hendlmeier
Rückseite des Sterbebildes von Georg Hendlmeier

Der theoretische Weg von Georg Hendlmeier von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

SONDERBEITRAG: Das Grab von Karl Heinz Kratz

Bei einem Spaziergang auf dem Friedhof von Lich (Mittelhessen) stieß ich auf das Grab von Karl Heinz (Heinrich) Kratz. Dieser wurde am 29.06.1914 in Frankfurt am Main geboren. Er war Leutnant der Reserve. Am 22.07.1941 fiel er 27 Jahren zwei Kilometer westlich Pidossy.

Man begrub Karl Heinz Kratz auf einem Friedhof bei Adamowka, nordöstlich von Winniza in der Ukraine.

Grab von Karl Heint Kratz

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 1.014: Matthias Schiffler

Der Obergefreite Matthias Schiffler wurde am 12.02.1911 in Eberhardsreuth in Bayern geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in einem Infanterie-Regiment. Am 08.09.1944 fiel er im Alter von 30 Jahren bei Colobino in Russland (Volksbund Solobino)

Man begrub Matthias Schiffler auf dem Soldatenfriedhof Slobino / Toropez in Russland.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Matthias Schiffler auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/schoenberg_lk-freyung-grafenau_wk1_wk2.html

Sterbebild von Matthias Schiffler
Rückseite des Sterbebildes von Matthias Schiffler

SONDERBEITRAG: Ernst-Heinz Löhr

Bei einem Spaziergang auf dem Friedhof von Lich (Mittelhessen) stieß ich auf das Grab von Ernst-Heinz Löhr. Dieser wurde am 04.12.1921 in Frankfurt am Main geboren. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Oberleutnant und Staffelkapitän in der 1. Staffel des Jagdgeschwader 3 „Udet“ und wurde mehrfach ausgezeichnet. Sein Flugzeug war eine Messerschmitt Bf 109G-6. Am 22.02.1944 fiel er im Luftkampf im Alter von 22 Jahren, als sein Flugzeug bei Hollands Diep, 6 km nordwestlich von Willemstad abstürzte.

Man begrub Ernst-Heinz Löhr auf dem Soldatenfriedhof  Ysselseyn im Block BS, Reihe 3, Grab 66.

Ein Foto seines Grabes findet man hier.

Grabstätte von Ernst-Heinz Löhr

Der Krieg am 27.11.1914 – Zeitungslektüre nach 106 Jahren : Projektvorstellung | Kleinprojekt |

Eher zufällig gelangte ich vor wenigen Tagen in den Besitz der ersten beiden Seiten der Ausgabe der München-Augsburger Abendzeitung vom 27.11.1914. Da ich momentan keine Sterbebilder für Recherchen vorliegen habe und bereits tägliche Beiträge bis Ende Juni 2025 erstellt und für die Veröffentlichung eingestellt habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen, diese sorgfältig zu lesen und die Ereignisse genauer zu recherchieren und analysieren. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Interessant ist es für mich, den Fokus mal auf nur einen Tag zu legen. Was hat die Menschen damals bewegt. Was waren die Hintergründe? Was wurde aus den Beteiligten? Wie sind unsere Erkenntnisse auf diese Ereignisse heute?

Seite 1 der München – Augsburger Abendzeitung vom 27.11.1914
Seite 2 der München – Augsburger Abendzeitung vom 27.11.1914