Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.015: Fritz Schwab

Der Soldat Fritz (Friedrich) Schwab stammte aus der bayerischen Gemeinde Langweid am Lech und diente als Ersatz-Reservist und Pionier in der 1. Reserve-Kompanie des 1. bayerischen Pionier-Bataillons. Am 15.12.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Écurie in der Nähe von Arras.

Man begrub Fritz Schwab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab. Zunächst war er in Thélus beigesetzt worden. Bei der Zusammenlegung von Friedhöfen nach dem Krieg wurde er auf den Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy umgebettet.

Todesanzeige für Fritz Schwab, aufgegeben von seiner Mutter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.014: Dr. Karl Ludwig Kiefer

Der Soldat Dr. Karl Ludwig Kiefer stammte aus Speyer im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Er arbeitete als Reallehrer für Mathematik und Physik an der Königlichen Rupprecht-Kreisrealschule in München. Heute heißt diese Schule Rupprecht-Gymnasium. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberleutnant der Reserve im 2. bayerischen Pionier-Bataillon. Am 22.08.1914 wurde er bei einem Gefecht bei Maixe schwer verwundet und verstarb bei Serres am 26.08.1914 an seinen Wunden.

Man begrub Dr. Karl Ludwig Kiefer auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

Todesanzeige für Dr. Karl Ludwig Kiefer, aufgegeben von seinen Kollegen

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.013: Johann Janker

Der Soldat Johann Janker stammte aus dem bayerischen Dorf Reisbach. Er diente im Ersten Weltkrieg als Pionier im 2. bayerischen Korps-Brückentrain. Am 31.07.1916 verstarb er im Alter von 38 Jahrne bei Arras, nachdem er zuvor schwer verwundet worden war.

Man begrub Johann Janker auf dem Soldatenfriedhof Carvin in Block 2, Grab 117.

Sterbebild von Johann Janker
Rückseite des Sterbebildes von Johann Janker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.012: Georg Schäffler

Der Soldat Georg Schäffler stammte aus Weng, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Amerang. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann bzw. Landsturmmann in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Ende August 1915 wurde er leicht verwundet. Am 28.12.1915 verstarb er er im Alter von 40 Jahren bei einer Sanitätskompanie bei Drei Ähren (französisch: Trois-Épis), nachdem er bei den Stellungskämpfen im Abschnitt Urbeis – Eichenrain in den  Vogesen schwer verwundet worden war.

Über den Zeitraum des Todes und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Die vierzehntägige Ruhezeit wurde zur Wiederinstandsetzung der Bekleidung und Ausrüstung und zur Ausbildung verwendet. Letztere erfolgte zunächst in kleinen Verbänden, später auch im Bataillon auf der Sigolsheimer Höhe, dem Letzenberg und in den Fecht-Auen bei Ingersheim. Fleißig benützt wurde die schöne Badeanstalt in Colmar. Auch für die Hebung der Stimmung und für Zerstreuung war Sorge getragen durch die vorzüglichen Aufführungen des Wandertheaters der Kraftfahrertruppe der A. A. Gaede und durch Besuch eines Kinos in Ingersheim. Vor der Ablösung fanden noch stimmungsvolle Weihnachtsfeiern statt.

Nach Beendigung der Ruhezeit löste das Regiment die 187er ab und übernahm damit den früheren Abschnitt vom Landwehr-Infanterie-Regiment 2: Schratzmännele – Barrenkopf – Kleinkopf – Eichwald – Katzenstein – Stoßweier ausschließlich. Zunächst war die 3. Kompanie Regiments-Reserve, am 31. Dezember rückte auch sie in Stellung, sodass nunmehr das ganze Regiment vorne eingesetzt war.

Die Stellung lag am Barrenkopf dicht an den französischen Gräben, während in der südlichen Fortsetzung der Unterschied ein bis zwei Kilometer betrug. Die neu übernommenen Stellungen ließen sehr viel zu wünschen übrig, namentlich bezüglich der Unterstände, während die in der alten Stellung zum großen Teil wohnlich, mit kleinen Öfen versehen waren. Man musste also auch hier wieder von vorne anfangen, und es gelang auch, in verhältnismäßig kurzer Zeit auch hier menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen. Der Gesundheitszustand, der natürlich während der Zeit des Bewegungskrieges günstiger war als in den nervenfressenden Zeiten der Champagne und der Juni-, Juli und August-Kämpfe, besserte sich mit dem Ausbau der Unterkünfte und insbesondere durch die geregeltere Verpflegung ganz wesentlich. Jeder Mann hatte seinen Strohsack mit Kopfkissen in der Stellung und zwei wollene Decken bei sich. Kochkessel waren an geschützten Stellen eingebaut, Tragtiere brachten in Kochkisten die warme Verpflegung nach vorne, ja sogar Seilbahnen waren wie z. B. am hohen Eichenrain, zu diesem Zwecke eingerichtet.

Mit den geschilderten Kämpfen in der zweiten Schlacht bei Münster war die Großkampftätigkeit des Landwehr-Infanterie-Regiment 1 beendigt. Die folgenden Jahre füllen aufreibender Arbeitsdienst im Ausbau der Stellung, durch den eine Musteranlage geschaffen wurde, ständiges Feilen an der kriegsmäßigen Ausbildung in den sogenannten Ruhetagen und eine äußerst rege Patrouillentätigkeit aus, die an die Leistungsfähigkeit der Truppe die höchsten Anforderungen stellte, viele Opfer kostete, aber auch Beispiele von Tapferkeit und Umsicht lieferte, die in der Erinnerung festgehalten werden müssen.“

Man begrub Georg Schäffler auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 12.

Sterbebild von Georg Schäffler
Rückseite des Sterbebildes von Georg Schäffler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.011: Rudolf Hauber

Der Soldat Rudolf Hauber wurde am 06.01.1882 in der bayerischen Gemeinde Pfronten geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 12. Kompanie des 3. Reserve-Infanterie-Regiments. Ende Oktober / Anfang November wurde er bei bei den Stellungskämpfen in Wirballen im heutigen Litauen oder bei der Schlacht bei Göritten (russisch: Puschkino) in der Nähe von Königsberg, heute russisches Staatsgebiet, schwer verwundet. Am 05.11.1914 verstarb er in einem Lazarett in Halle an der Saale im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Die Lage des Grabes von Rudolf Hauber ist unbekannt. Er wurde vermutlich auf einem Friedhof in Halle an der Saale im militärischen Bereich begraben und sein Grab könnte heute noch existieren.

Seine Heimatgemeinde Pfronten gedenkz Rudolf Habuer noch heute auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/pfronten-berg_wk1u2_bay.htm http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/pfronten-kappel_wk1u2_bay.htm 

Sterbebild von Rudolf Hauber
Rückseite des Sterbebildes von Rudolf Hauber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.010: Ludwig Ruchti

Der Soldat Ludwig Ruchti wurde am 16.05.1886 in Hiemenhofen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruderatshofen, und war Kaufmann von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in einer Maschinengewehr-Kompanie. Zu welchem Regiment er gehörte, konnte ich nicht ermitteln. Am 19.09.1917 verstarb er im Alter von 31 Jahren im Garnisons-Lazarett Kempten an einer Krankheit.

Die Lage des Grabes von Ludwig Ruchti ist nicht registriert. Vermutlich wurde er auf einem örtlichen Friedhof in Kempten im militärischen Bereich beigesetzt. Sein Grab könnte heute noch existieren.

Auf der Gedenkstätte der Stadt Allgäu gedenkt man Ludwig Ruchtig noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten_kath_frdh_wk1_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Ruchti
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Ruchti

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.009: Theodor Bischoff

Der Soldat Theodor Bischoff war Beamter (Angestellter) der Depositen-Abteilung der Deutschen Bank in Berlin. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter der Reserve in der 2. Kompanie des 64. preußischen Infanterie-Regiment. Am 20. September fiel er im Alter von 23 Jahren bei den Kämpfen an der Aisne in der Nähe der Folemprise-Ferm und  der Rouge Maison bei den beiden französischen Ortschaften Soupir und Ostel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Theodor Bischoff berichtet die Regimentsgeschichte des 64. preußischen Infanterie-Regiments:

„Der Angriff am 20.09.1914

Im Morgengrauen des 20. September wies das I. Bataillon einen englischen Vorstoß ab.

Der Angriff der 6. Division sollte an diesem Tage fortgesetzt werden, er kam aber nicht einheitlich in Gang. In der Nacht hatte der Regimentskommandeur erfahren, dass links vom Regiment mit Hellwerden wieder vorgegangen werden sollte. Wann rechts die 24er antreten würden, war nicht bekannt. Oberst Jancke befahl deshalb, das I. Bataillon mit der 6. Kompanie sollten zum Angriff antreten, sobald das Regiment 24 vorginge. Das III. Bataillon erhielt Befehl, den Angriff des I. Bataillons aus dem vor der Front des III. Bataillons liegenden Walde heraus zu unterstützen.

Major von Decken führte darauf schon im Morgengrauen sein Bataillon in den Wald, dessen Nordteil als unbesetzt festgestellt war. Er glaubte mit Recht, dass er so bei fortschreitendem Angriff gegen die Flanke des auf der Höhe vor dem I. Bataillon haltenden Gegners wirken  könne. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur unmittelbaren Unterstützung zur Verfügung gestellt. Die 10., 11. und 12. Kompanie wurden im Ostrand des Waldes bereitgestellt, um vorzubrechen, sobald das I. Bataillon angriffe. Nach Süden waren im Wald zum Schutz der Flanke Sicherungen soweit vorgeschoben, wie es die Lage des eigenen Artilleriefeuers erlaubte. Ein dem Bataillon zugeführter Maschinengewehr-Zug unter Leutnant Meißenburg wurde eingesetzt, um feindliche Maschinengewehre, die gegen die linke Flanke des Bataillons wirkten, zu bekämpfen.

Das I. Bataillon hatte zunächst nicht angreifen können, weil die 24er nicht antraten. Erst um 10.30 Uhr konnte Hauptmann von Werder den Angriffsbefehl geben. Die 6. Kompanie rechts, das I. Bataillon links daneben verließen gegen Mittag ihre Gräben, um noch einmal den schweren Angriff über die kahle Fläche zu wagen. Er war befohlen, also gab es für den deutschen Sturmsoldaten von 1914 kein Zaudern.

Wieder kam die 6. Kompanie in dem günstigeren Gelände bei Rouge Maison, wenn auch unter erheblichen Verlusten, gut vorwärts. Auch der rechte Flügel des I. Bataillons gewann zunächst Boden, während die am linken Flügel vorgehende 2. Kompanie in kurzer Zeit durch Maschinengewehr- und Infanteriefeuer und durch starkes Artilleriefeuer aus der linken Flanke (von La Cour de Soupir her) zusammengeschossen wurde. Die Reste der braven Kompanie mussten den schützenden Graben wieder aufsuchen. (Anmerkung: Hier fiel Theodor Bischoff wahrscheinlich).

Auf Vorschlag des Hauptmanns Osterroht sandte Hauptmann von Werder Teile der 1. Kompanie zur 6., um dort den erfolgversprechenden Angriff fortzusetzen. Aber auch hier stellte es sich bald heraus, dass der Angriff der schwachen Teile des Regiments allein unmöglich war. Längst hatten die 24er das Vorgehen wieder einstellen müssen, auch die 11. Brigade links vom Regiment war nicht vorwärtsgekommen. So musste auch Hauptmann Osterroht auf weiteres Vorgehen verzichten.

Major von Decken hatte inzwischen auf die Nachricht, dass das I. Bataillon angriffe, den kühnen Entschluss gefasst, durch den Wald weiter nach Süden vorzudringen. Glückte es, den Südrand des Waldes zu erreichen, so stand das Bataillon tief in der Flanke des Feindes vor dem I. Bataillon. Er befahl zunächst gegen 12 Uhr mittags der 11. Kompanie, gegen den Südrand des Waldes vorzugehen, um die feindliche Stellung im Walde zu erkunden.

Sobald die Kompanie angetreten war, schlug ihr im dichten Gestrüpp auf nächste Entfernung starkes Feuer entgegen. Sofort ließ Hauptmann Friedrichs Seitengewehr aufpflanzen und ging mit seinen tapferen Musketieren den Engländern mit dem Bajonett zu Leib. Schrittweise wich der Feind. Jetzt setzte Major von der Decken die 12. und 10. Kompanie rechts und links von der 11. ein, Leutnant Weißenburg brachte seine Maschinengewehre in Stellung und im wundervollen Angriffsschwung stürmten die Angermünder trotz schwerer Verluste unaufhaltsam vorwärts, bis sie den Südrand des Waldes erreichten. Hier am Waldrand gelang es dem Bataillon noch, einen englischen Schützengraben zu nehmen, obwohl die deutsche Artillerie, die den Kampf nicht beobachten konnten, zu kurz schoss. Dann aber war ein weiteres Vorwärtskommen unmöglich. Von drei Seiten traf feindliches Feuer das vereinzelte, so weit  durchgebrochene Bataillon. Es musste nach allen Seiten Front machen und sich eingraben.

Schwer waren die Verluste. Der schwerste aber war der Heldentod des ritterlichen, tapferen Führers, des Majors von der Decken. Mitten im tollsten Feuer aufrecht stehend – so erzählte am Abend sein treuer Adjutant, Leutnant Droysen – traf ihn ein Geschütz in den Arm. „Droysen, ich habe eins weg,“ sagte er lachend. Kurz darauf warf ihn ein Schuss in die Häfte halb zu Boden. „Droysen, jetzt habe ich Nummer 2!“ Die Führung seiner Musketiere gab er nicht ab, bis ein Kopfschuss dem Heldenleben ein Ende machte. Ein vorbildlicher Soldat, gleich hervorragend als Führer wie in der Sorge für seine Untergebene, hatte hier den schönsten Tod gefunden. Ihm sei an dieser Stelle ein besonderes Denkmal gesetzt. Major Averich von der Decken, geboren am 12.10.1868 in Bromberg, gefallen am 20.09.1914 bei Folemprise bei Ostel, begraben vermutlich auf dem Soldatenfriedhof Soupir in einem Massengrab)

Der blutige Tag ging langsam zur Neige. Hauptmann von Schenckendorff klammerte sich mit den Resten des III. Bataillons an den schwer erkämpften Boden. Der Regimentskommandeur sandte ihm die 7. Kompanie unter Hauptmann Jacobs zu Hilfe, die sich tapfer am Kampf beteiligte. Mehr zu schicken war unmöglich. So stellte Oberst Kancke dem Hauptmann von Schenckendorff anheim, das Bataillon in die alte Stellung zurückzunehmen, wenn es sich nicht mehr halten könne. Die Munition wurde knapp, Wasser für die Maschinengewehre fehlte, das feindliche Feuer forderte immer mehr Verluste. Da entschloss sich Hauptmann von Schenckendorff schweren Herzens zum Rückzug. Vom Feinde unverfolgt, unter Mitführung fast aller Verwundeten und mit 20 Gefangenen kehrte das heldenmutige Häuflein am Abend in den Nordteil des Waldes zurück. Nur noch wenig über 200 Gewehre zählten die drei Kompanien, beim Maschinengewehr-Zug waren nur noch fünf Mann gefechtsfähig. Die Fahne des Bataillons, getragen von dem Serganten Menndorf, war durch einen Infanterieschuss beschädigt worden.

Auch am rechten Flügel des Regiments musste am Abend Hauptmann Osterroht seine erfolgreiche Kompanie in die alte Stellung nördlich Rouge Maison zurücknehmen, nachdem die Verwundeten und die Gefallenen, darunter der vortreffliche Feldwebel Kasimir und der Fahnenjunker Tille, zurückgeschafft waren. Der rechte Flügel des I. Bataillons war schon vorher in die Ausgangsstellung zurückgegangen.

Die 5. und 8. Kompanie hatte der Regimentskommandeur während des Angriffs auf den „Hungerberg“ vorgezogen, wo sie die gefährdete linke Flanke gegen das Tal von Ostel schützen.

So endete der schwere, blutige Tag. Er entriss dem Regiment viele seiner Besten; er begrub die letzten Hoffnungen auf den baldigen endgültigen Sieg. Wenn es damals den Mitkämpfern auch nicht so klar geworden ist, der 20. September bezeichnete den Beginn des Stellungskampfes. Ein neuer Abschnitt des Krieges begann. Noch einmal hatte das zusammengeschmolzene Regiment im schneidigen Angriff sein Bestes gegeben. Es hatte nichts geholfen.

Die Verluste am 20. September betrugen:

Tot: Mahor von der Decken

Leutnant der Reserve Meynow, 10. Kompanie. (Leutnant Wilhelm Meynow, gefallen am 20.09.1914 bei Folembrise, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 238)

Leutnant Meißenburg, Maschinengewehr-Kompanie (Leutnant Werner Meissenburg, gefallen am 20.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 235)

Leutnant Rack, Führer der 2. Kompanie (Leutnant Erwin Rack, gefallen am 20.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 241)

49 Mann.

Verwundet: 5 Offiziere (darunter Leutnant Praetorius, 10. Kompanie, der nach wenigen Tagen seiner schweren Wunde erlag), 214 Mann.

Vermisst: 38 Mann des III. Bataillons, die wohl durchweg im Waldgefecht tot oder verwundet liegen geblieben sind.

Allein das III. Bataillon verlor 6 Offiziere, 174 Mann, den Rest trugen vor allem 2. und 6. Kompanie.

Dem schweren Tage folgte eine ruhige Nacht. Die 6. Kompanie wurde durch die 5. abgelöst.

Am Abend des 20. traf der erste Ersatztransport aus der Heimat ein, zwei Offiziere, fünf Offizier-Stellvertreter und Fähnriche, 350 Mann. Eine willkommene Verstärkung nach allen Verlusten der letzten Tage.“

Theodor Bischoff wird auch in der Ehrenliste der Deutschan Bank geführt: http://www.denkmalprojekt.org/2019/verlustliste_deutsche-bank-1914_wk1.html

Offiziell ist für Theodor Bischoff keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Soupir begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen (siehe  rote Anmerkungen in der Regimentsgeschichte oben).

 

Todesanzeige für Theodor Bischoff und seine Mutter Lina Bischoff, geborene Güllich

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.008: Walter Hagen

Der Soldat Walter Hagen wurde in Gersbach geboren, heute ein Ortsteil der Stadt Schopfheim in Baden-Württemberg. Er war Kandidat der Theologie in Börstetten.  Im Ersten Weltkrieg diente er als Kriegsfreiwilliger in der 2. Kompanie des 113. Infanterie-Regiments. Am 28.10.1914 (Volksbund: 27.10.1914 fiel er bei während der Schlacht von La Bassée in der Nähe von Ouchy lez La Bassée

Lageplan des Sterbeortes von Walter Hagen

Man begrub Walter Hagen auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines anonym in einem Massengrab.

Walter Hagen wird im Ehrenverzeichnis seines Regiments aufgeführt: http://www.denkmalprojekt.org/2012/5_badisch_infanterie-rgt_nr113_h.html

 

Todesanzeige für Walter Hagen

Sonderbeitrag: Georg Maier

Der Soldat Georg Maier wurde am 18.06.1882 in Englbrechting, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wurmsham, und war von Beruf Zimmermann. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 5. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1914 fiel er im Alter voin 32 Jahren bei Sankt. Kreuz im Lebertal (französisch: Sainte-Croix-aux-Mines).

Die Lage des Grabes von Georg Maier ist unbekannt.

In seiner Heimatgemeinde Wurmsham gedenkt man Georg Maier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/wurmsham_lk-landshut_wk1_wk2_by.html

Das Sterbebild vonGeorg Maier
Rückseite des Sterbebildes von Georg Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.007: Hermann Koch

Der Soldat Hermann Koch stammte aus der bayerischen Stadt Augsburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant und Regimentsadjutant im Regimentsstab des 15. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 21.09.1914 fiel er während der Schlacht westlich Noyon bei Lassigny an der Oise in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Hermann Koch berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Infanterie-Regiments:

„21.09. Dies ist der Ehrentag des Regiments im Bewegungskrieg. Durch sein zähes Aushalten am äußersten rechten Flügel des deutschen Heeres hat es dem überlegenen Ansturm des Feindes gegenüber eine Aufgabe von großer Tragweite restlos erfüllt.

Am frühen Morgen wurde III./15, das allein noch dem 15. Infanterie-Regiment unterstand, alarmiert und nach Lassigny vorgezogen, da Infanterie-Regiment 163 meldete, der Gegner wolle die Ortschaft von allen Seiten angreifen.

9. Kompanie nahm wieder am Südausgang Bereitstellung, 12. Kompanie am Ausgang nach Plemot (mittags im Hohlweg am Nordostrand), 11. Kompanie bei der Kirche, 10. Kompanie am Nordrand. Zwei Züge des I./15, die sich in der Nacht auf dem Marsch nach Thiescourt verirrt hatten, wurden am Ostrand bereitgestellt. Ein Angriff erfolgte zunächst nicht, doch setzte starkes Artilleriefeuer, das sich ständig steigerte, auf den Ortsrand ein. Vom Kirchtum aus konnte der Regimentsadjutant beobachten, dass feindliche Kräfte von Plessis vorrückten und sich in großer Masse nach Norden vorschoben. Gegen 11 Uhr vormittags setzte ein starker feindlicher Angriff auf den Südwestrand des Dorfes ein. Das erschöpfte Infanterie-Regiment 163 war demselben offenbar nicht mehr gewachsen und machte Anstalten zum Verlassen seiner Stellung. Da griff der Kommandeur des 15. Infanterie-Regiments persönlich ein. Sein Befehl „der Ortsrand ist unter allen Umständen wieder zu gewinnen und zu halten“ wurde zunächst von der 9. Kompanie, die nicht aus ihrer Stellung gewichen war, und von der ihr zu Hilfe gesandten 11. Kompanie pünktlich ausgeführt. Der feindliche Angriff war in Kurzem abgeschlagen. Unterdessen hatte der auf dem Kirchturm beobachtende Regimentsadjutant (Oberleutnant Koch) durch einen Artillerietreffer den Tod gefunden.

Kaum war um die Mittagszeit wieder etwas Ruhe eingetreten, da richteten sich sehr starke Angriffe der Turkos gegen den West- und Nordwestrand des Dorfes. Auch hier waren die zermürbten Überbleibsel des Infanterie-Regiments 163 vor dem überwältigenden Artilleriefeuer im Weichen begriffen. Indes wurde durch das entschlossene Eingreifen der wenigen Kräfte des 15. Infanterie-Regiments die Gefahr der Erdrückung ein zweites Mal abgewandt. „Herzerhebend war der Anblick, mit welcher Kampfbegierde die Leute vorgingen. Angefeuert durch einige markante Worte des Regimentskommandeurs freuten sie sich endlich dem Feinde die bayerische Kraft zeigen zu können“ (aus dem Kriegstagebuch von III./18).

Zu der im heftigsten Artilleriefeuer vorgehenden Infanterie gesellten sich an den entscheidenden Stellen gerade noch rechtzeitig die Maschinengewehre des 15. Infanterie-Regiments. In einem mörderischen Feuer aus allen Rohren der schwachen Besatzung brach der feindliche Anlauf, der unter dem Schutz seiner Artillerie auf allernächste Entfernung herangekommen war, unmittelbar vor den deutschen Schützennestern zusammen. Am Abend war das Regiment in unbestrittenem Besitz von Lassigny und konnte sich des Erfolges freuen, mit einem einzigen Bataillon den Angriff einer ganzen marokkanischen Brigade abgeschlagen zu haben.“

Man begrub Hermann Koch auf dem Soldatenfriedhof Lassigny in einem Massengrab.

Todesanzeige für Hermann Koch