Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.817: Stephanus Nußmann

Der Soldat Stephanus Nußmann wurde am 16.11.1880 geboren und stammte aus Sommersbach, heute ein Stadtteil der Stadt Isny im Allgäu im heutigen Bundesland Baden Württemberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 7. Kompanie des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 04.11.1914 fiel er im Alter von 33 Jahren bei Markirch (französisch: Sainte-Marie-aux-Mines) am  Zuckerhut, Petite Chaume, Tete de Violu.

Über den Todestag und die Todesumstände von Stephanus Nußmann berichtet die Regimentsgeschichte des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 01.11. kam wieder Leben in den eintönigen Kasernen- und Wachtdienst herein. Das II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde alarmiert und abends 7 Uhr auf Bahnhof Wanne in Mülhausen verladen und nach St. Kreuz bei Markirchen transportiert. Von dort aus wurde es am 02.11. nach Markirch beordert. Auch hier lag die deutsche Truppe in schwerem Gebirgskampf mit den an Zahl überlegenen Feinden. Mehrere Kuppen waren nach schwerem Ringen verloren gegangen. So warf das Armeeoberkommando seinbe ganze Armeereserve an die bedrohte Stelle. Sie war dem späteren Kommandeur des Regiments, Generalmajor z. D. von Dinkelacker, der zu diesem Zwecke abkommandiert worden war, unterstellt. Er hatte den Auftrag, im Verbande der Brigade Ferling die westlich und südwestlich Markirch in die Hände des Gegners gefallenen Höhen wieder zu nehmen.

Alsbald erstieg das Bataillon unter gewaltiger Anstrengung den Zuckerhut, um von Punkt 753,8 gegen Punkt 851,2 anzugreifen. 5., 6. und 7./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurden in vorderster Linie eingesetzt, 8./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 in Reserve gehalten. Kaum aber waren die Kompanien vorgegangen, als sie vom Gegner entdeckt und unter heftigstes und schwerstes Artilleriefeuer genommen wurden. Dabei traten empfindliche Verluste ein. Unter anderem wird der schneidig vorgehende Führer der 6. Kompanie, Oberleutnant Dietrich, durch Brustschuss schwer verwundet. Das Artilleriefeuer wird schließlich so stark, dass der Sturm ins Stocken gerät und das Bataillon hinter den Kamm des Zuckerhuts zurückgezogen werden musste. Auch ein zweiter und dritter Versuch scheiterten. Doch kamen die braven Wehrleute des II. Bataillons auch nicht vorwärts, so wichen sie auch nicht und bissen sich am Nord- und Nordwestabhang des Zuckerhutes fest. Was die bayerische Landwehr und die 81er nicht halten konnten, brachte schwäbische Zähigkeit fertig. Den ganzen 3. und 4.11. hielten sie die Stellung.

Am 04.11.1914 abends wurden 5. und 6. Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 123 in das Waldstück gegen Punkt 808,9 vorgezogen und für die nächsten Tage dem IV./99 unterstellt. Auch ein am 05.11. gegen den Bernhardstein unternommener Angriff scheiterte. Es blieb nichts anderes übrig, als die Stellung so wie sie war zu halten und zu verstärken.

Offiziell ist für Stephanus Nußmann keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen werden konnten, diese anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

 

 

Sterbebild von Stephanus Nußmann
Rückseite des Sterbebildes von Stephanus Nußmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.816: Georg Pollner

Der Soldat Georg Pollner wurde am 27.01.1885 in Lichtenburg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Vilsbiburg, und war Servitial (Klosterkandidat) im Franziskanerkloster Amberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 5. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 25.08.1916 fiel er im Alter von 31 Jahren bei den Kämpfen an der Somme vor Arras.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Pollner berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Der 24.08. war wieder ein Großkampftag, den das II. Bataillon ehrenvoll bestand. Ununterbrochen hagelte es das Vernichtungsfeuer, vermischt mit Gasgranaten, auf die vordere und Le-Forest-Stellung; zahllose Flieger leiteten das Feuer unter Abwurf von Bomben und Maschinengewehr-Beschießung. Von 6 Uhr abends ab war das rückwärtige Gelände wieder so mit Sperrfeuer zugedeckt, dass es durch eine graue, rauchende Wand von vorne abgeschlossen war. Kein Zweifel: ein ernster Angriff stand bevor. Erst gegen Mitternacht konnte man sich nach vielen widersprüchlichen Meldungen ein Bild über die abgelaufenen Ereignisse machen:

Nach dem rasenden Trommelfeuer war gegen 6.30 Uhr nachmittags der Feind nörlich und in dem Vom Reserve-Infanterie-Regiment 7 besetzten Maurepas eingebrochen, im Anschluss hieran auch in der vorderen Linie des II. Bataillons, auf dem in dem deckungslosen Gelände die ganze Wucht des Vernichtungsfeuers gelegen war. Heldenmütig wehrten die spärlichen Reste der 8. Kompanie den Angriff ab, ebenso weiter rückwärts der Zug der 5. Kompanie in Stärke von nur 20 Mann hinter rasch aufgeworfenen Barrikaden. Der Bataillonskommandeur, Major Horn, war gefallen. Die Bataillonsbefehlsstelle verteidigte der stellvertretende Bataillons-Adjutant, Leutnant der Reserve Stiefenhofer, gegen die feindliche Überzahl, getreulich unterstützt von den wenigen Leuten des Unterstabes und eines Fliegerabwehr-Maschinengewehrs.

Keinem Franzosen war es gelungen, bis zur II. Stellung, die bis 9.30 Uhr abends unter Feuer lag, vorzudringen; nur ein französischer Alpenjäger vom 62. Bataillon war allein auf die Stellung zugelaufen, froh, sich ergeben zu können. Nach Aussage eines weiteren Gefangenen dieses Bataillons war der Feind nicht über unsere I. Stellung vorgekommen; nur kleinere Abteilungen, die den Anschluss verloren hatten, mochten sich zwischen I. und II. Stellung befinden.

Um Klarheit zu schaffen, bekam das mittlerweile dem Regiment wieder unterstellte und in die III. – R1-Stellung vorgezogene III. Bataillon – ohne die 12. Kompanie, die in der R1 Stellung zur Verfügung des Reserve-Infanterie-Regiment 7 zu bleiben hatte – 2.30 Uhr vormittags den befehl zum Gegenstoß, der unter der persönlichen Führung des Hauptmannes Schäffer vor sich ging. Das zerwühlte Gelände, die ausnehmend dunkle Nacht, das ununterbrochene Sperrfeuer erschwerten die Bewegungen im höchsten Grade. Die geringe Ortskenntnis der beigegebenen Führer gestattete nur ein langsames Vorwärtskommen, wenn das mit 10. und 11. Kompanie in erster Linie, der 9. Kompanie in zweiter vormarschierende Bataillon nicht auseinander reißen sollte. Mit dem Erreichen der unter Trommelfeuer liegenden II. Stellung – gegen 5.30 Uhr vormittags – war die 11. Kompanie durch mehrere Volltreffer zersprengt worden. Die ersten Anzeichen der Morgendämmerung und das Artilleriefeuer auf die zum Vorbrechen bereit liegende 9. und 10. Kompanie veranlassten Hauptmann Schäffer zum sofortigen Handeln; er hätte ohne Scheu vor der Verantwortung den befohlenen Vorstoß mangels verfügbarer Kräfte und der nötigen Zeit aufgeben können. Statt dessen setzte er sich selbst an die Spitze der zur Hand befindlichen 10. Kompanie, sich des Wagnisses bewusst, mit unzureichenden Kräften seinen Auftrag auszuführen, ohne der Mitwirkung der beiden anderen Kompanien sicher zu sein. Zudem wurde der Ansatz zum Vorgehen der 10. Kompanie vom Feinde bemerkt, der sofort das Vorfeld beleuchtete, worauf schlagartig Sperrfeuer einsetzte. Mit dem Befehl an den nebenan liegenden Kompanieführer, Leutnant der Reserve Matthiesen: „Aus dem Granatfeuer heraus! Vorwärts auf dem Hang hinauf! Auf keinen Fall zurück!“ sprang die Kompanie auf und erreichte im feindlichen infanterie- und Maschinengewehr-Abwehrfeuer die Höhe, wo sie mit dem an Zahl überlegenen Gegner ins Feuergefecht trat. Der 9. und 11. Kompanie war es unter ständigem Geschoss- und Granathagel gelungen, den Angriff mitzumachen; keiner der Melder des Bataillonsstabes zum Heranholen der beiden Kompanien erreichte sein Ziel.

Inzwischen kämpfte die 10. Kompanie einen ebenso schweren wie ehrenvollen Kampf. Sie hatte den Stoß mit aller Energie geführt; viele der Tapferen blieben, darunter der Kompanieführer; der Rest fiel einem späteren feindlichen Gegenstoß zum Opfer.

Zweifellos hatte Hauptmann Schäffer durch seine verantwortungsfreudige kühne Tat, die mit dem Militär-Max-Joseph-Orden belohnt wurde, erreicht, dass der Franzose es nicht wagte, aus der von ihm in der Nacht vorher genommenen Stellung am 25.08. seinen Angriff gegen La Forest weiter fortzusetzen. Dadurch war es dem II. Bataillon des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 ermöglicht, in der Nacht vom 25./26. unbehelligt vom Feinde und ohne Kampf.

Im Laufe des 25. machte sich der Einsatz von Gardetruppen fühlbar, die in glänzender Verfassung das Schlachtfeld betraten, auf dem unser Regiment, zerschossen und zermürbt, 13 Tage und Nächte schon lag, mit starken Verlusten und Kompaniestärken zuletzt von durchschnittlich 40 Gewehren; es hatte unter den schwersten Verhältnissen seine letzte Kraft hergegeben.

In den Vormittagsstunden rückte die 9. und 10. Kompanie des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 zur Verstärkung unseres I. Bataillons in die Le Forest-Stellung, deren Halten laut Brigadebefehl die Hauptaufgabe des Tages war und die außerdem noch mit der 11. Kompanie besetzt blieb, während 9. und 12. im rechten Rebenabschnitt lagen. Hier bestand Anschluss mit Reserve-Infanterie-Regiment 7, nach links nur Augenverbindung mit dem vorwärts gestaffelten Nebenabschnitt der 1. Garde-Division. Mit Ausnahme der 3. Kompanie konnte I./Reserve-Infanterie-Regiment 12 gegen Abend in die R-1-Stellung abrücken, wo auch die Reste von II./R. 12 lagen.

Durch die Ereignisse der Nacht vorher, den Einsatz der Garde, der sich am hellen Tag vollzog, und die Ablösung wurde die Vermischung der Verbände unvermeidlich. Rechnet man hiezu noch die nächtlichen Verpflegungs- und Munitionstrupps, die sich mit den taktischen Verbänden auf dem Vor- und Rückmarsch kreuzten, die feindliche Feuerwirkung, so ist es verständlich, dass die II. Stellung nicht so lückenlos besetzt war, die Kompanien in sich nicht so geordnet und geschlossen, wie es die ständige Gefechtsbereitschaft bei der Nähe des Feindes erfordert hätte. Doch dieser war zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Im Laufe des 25. wurde dem Regiment das II. Bataillon der Elisabether unterstellt und tagsüber in der R1-Stellung, 8. Kompanie in Rancourt, untergebracht. Es erhielt gegen 9 Uhr abends den Befehl, mit drei Kompanien eine neue Linie rechter Flügel an Straße Le Forest – Maurepas, linker am Hohlweg südöstlich Maurepas etwa 600 Meter vor der II. Stellung anzulegen, die 8. Kompanie eine Riegelstellung im Anschluss an den rechten Flügel des links vorwärts liegenden 4. Garde-Regiments zu Fuß. Es wurde Mitternacht, als die Elisabether hiezu anrückten. Der unermüdliche Führer des III. Bataillons, Hauptmann Schäffer, stellte sich persönlich für das zweckmäßige Vorführen und die Einweisung der Garde an Ort und Stelle zur Verfügung, die gegen 4 Uhr vormittags kampflos den befohlenen Abschnitt erreichte und sich eingrub. Während nach links mit dem 4. Garde-Regiments zu Fuß Verbindung bestand, fehlte sie nach rechts mit dem Königin Augusta Garde-Regiment Nr. 4, das anschließen sollte, aber etwa 200 Meter rückwärts blieb.“.

 

179.

Man begrub Georg Pollner auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in Block 6, Grab 124.

Noch heute gedenken die Franziskaner ihrem ehemaligen Mitbruder Georg Pollner: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-st_gabriel_franziskaner.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2019/kloster-kreuzberg_stadt-bischofsheim-a-d-rhoen_lk-rhoen-grabfeld_wk1_wk2_bay.html

 

Rückseite des Sterbebildes von Georg Pollner

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Julius Menges

Der Soldat Julius Menges stammte aus der hessischen Ortschaft Großen-Linden, einem Ortsteil der Stadt Linden, und war Zigarrenfabrikant. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve (Verlustliste: Vizefeldwebel) in der 1. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne im Alter von 24 Jahren bei Maurupt-le-Montois an der Marne.

Die Lage des Grabes von Julius Menges ist unbekannt.

Todesanzeige für Julius Menges im Gießener Anzeiger vom 30.09.1914
Nachruf auf Julius Menges im Gießener Anzeiger vom 01.10.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Ludwig Schmidt

Der Soldat Ludwig Schmidt stammte aus hessischen Stadt Allendorf (Lumda). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 5. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 fiel er im Alter von 31 Jahren bei Cernay-en-Dormois an der Marne.

Die Lage des Grabes von Ludwig Schmidt ist unbekannt, man begrub Ludwig Schmidt jedoch wahrscheinlich, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, wahrscheinlich auf dem Soldatenfriedhof Séchault in einem Massengrab.

In Allendorf an der Lumda gedenkt man Ludwig Schmidt noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige für Ludwig Schmidt im Gießener Anzeiger vom 29.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Fritz Schomber

Der Soldat Fritz Schomber stammte aus Mittelhessen und war von Beruf Bäcker. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der Leib-Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 08.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne im Alter von 19 Jahren bei Alliancilles.

Die Lage des Grabes von Fritz ist unbekannt.

Todesanzeige für Fritz Schomber im Gießener Anzeiger
Nachruf des Bäckerverin „Frühauf“ auf Fritz Schomber im Gießener Anzeiger vom 21.09.1914

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.815: Johann Brambs

Der Soldat Johann Brambs stammte aus Giersdorf, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Vilsbiburg, und war Tagelöhner (Söldner). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger und Landsturmmann in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jägerbataillons. Am 4./5.09.1914 wurde er schwer verwundet und verstarb am 24.09.1914 im Alter von 31 jahren in Lunéville in französischer Kriegsgefangenschaft.

„Nächtlicher Vorstoß über Frascati – Aux-quatre-vents – Vitrimont
4. bis 5. Septemberg 1914

Das Bataillon marschierte 7 Uhr nachmittags von Rappe zum befohlenen Angriff ab. Es hatte den Auftrag, links gestaffelt der linken Sturmkolonne der Brigade – Reserve-Infanterie-Regiment 13 mit 1 Reserve und 4. Feldpionier-Kompanie – zum Schutze der linken Flanke derselben zu folgen. Um 8.30 Uhr abends war das Bataillon auf das Reserve-Infanterie-Regiment 13 beim Schlösschen Friscati aufgeschlossen. Vorerst sollte das Bataillon bis Aux-quatre-vents diesem Regiment folgen und dann westlich Vitrimont vorbei von Norden nach Süden vorstoßen, den Feind nördlich und bei Vitrimont werfen und dann südlich Vitrimont mit Front nach Südwesten Schützengräben für zwei Kompanien ausheben gegen allenfalligen Angriff aus Foret de Vitrimont. Die 1. Jäger-Kompanie verbleibt mit der Maschinengewehr-Kompanie des Bataillons als Sicherheitsbesatzung in dem westlichen Teil der südlichen Friscatistellung.

9.30 Uhr nachmittags tritt die linke Sturmkolonne der Brigade in Anwesenheit des Brigadestabes an. Das Reserve-Jäger-Bataillon 1 folgt links gestaffelt am Südhang der Höhe 347. Etwa 10 Uhr nachmittags traf das Bataillon bei dem Straßenkreuz 1 Kilometer südlich Deuxville auf feindliche Schützengräben und erhielt aus diesen Feuer. zugleich kam das Bataillon auch in heftiges Feuer scgwerer Artillerie. Glücklicherweise schlugen die Geschosse jedoch meist unmittelbar hinter dem Bataillon ein. 2. und 4. Kompanie werden in vorderer Linie entwickelt, 3. Kompanie links gestaffelt, die Gewehre entladen und Seitengewehre aufgepflanzt. Der Feind räumt die Stellung, bevor das Bataillon zum Sturm überging. Das Bataillon ging nun bis Aux-quatre-vents vor. Bei Aux-quatre-wents erhält das Bataillon vom Brigadekommanderur persönlich den Befehl zum Vorgehen zunächst in westlicher, dann in südlicher Richtung und Wegnahme der westlich Vitrimont gelegenen feindlichen Schützengräben. Daraufhin geht das Bataillon zum Sturm gegen die feindlichen Schützengräben im Wegedreieck zwischen Vitrimont und Ferme de Léomont vor. Unter schweren Verlusten erstürmte die 3. Kompanie, rechts und links von der 4. und 2. Kompanie eingerahmt, die von etwa zwei französischen Kompanien besetzten Gräben. Auch das nördliche, an Vitrimont anstoßende Stück der Straße nach Dombasle wird im Laufschritt gewonnen und trotz des von allen Seiten losbrechenden Feuers die dort eingenisteten Franzosen geworfen. Aus dem Gehöft am Fuße des Léomontberges erhielt das Bataillon nun starkes flankierendes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer. Ein Jägerzug wurde dorthin zum Sturm angesetzt. Er erobert das Gehöft und steckt es in Brand. Die Besatzung wurde größtenteils niedergemacht. Außerdem wurden drei Maschinengewehre erbeutet und 30 gefangene Franzosen eingebracht. Da Vitrimont vom Feinde frei gemeldet war, wurden die Gefangenen unter Bedeckung über Vitrimont nach Lunéville in Marsch gesetzt.

Auftragsgemäß ging nun das Bataillon etwa 3 Uhr vormittags nach Süden, westlich an Vitrimont vorbei und birschte sich, um Deckung gegen das immer noch über das Feld fegende Infanteriefeuer zu finden, in den Straßengraben vor. Eben ist das Bataillon im Begriffe, in einem Obstgarten am Nordwestrand von Vitrimont zu sammeln, wohin auch die Verwundeten gebracht wurden, da wird es aus dem Ort, in den der Feind von Süden her eingedrungen sein musste, plötzlich mit rasendem Feuer überfallen. Von allen Seiten beschossen, angesichts des Vorgehens feindlicher Abteilungen aus Richtung Anthelupt und mangels jeder Verbindung mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 13 war das Bataillon zum eiligen Rückzug auf Aux-quatre-vents gezwungen, sodass die Verwundeten leider nur zum Teil geborgen werden konnten und die drei Beute-Maschinengewehre zerschlagen werden mussten. Schon hatte das Bataillon die Gegend von Aux-quatre-vents erreicht, da wurde es von den zwei dem Reserve-Infanterie-Regiment 13 zugeteilten Pionierkompanien, die es für Feind ansah, mit der blanken Waffe im Sturm angegriffen. Major Düwell ließ sofort seine Jäger hinlegen, trat allein den anstürmenden Pionieren entgegen und brachte sie durch Zuruf zum Stehen. Das Bataillon, das nunmehr aus knapp zwei Kompanien bestand, konnte daraufhin ungestört auf die Höhe bei Schlösschen Friscati abrücken, wo in den Morgenstunden noch zahlreiche Versprengt eintrafen.

Jäger und Landwehrmann Stießberger Martin, der 4. Kompanie zeichnete sich im nächtlichen Vorgehen auf Vitrimont (4. zum 5.9.) aus. Als beim Überschreiten eines Grabens die Kompanie Rückenfeuer erhielt, kehrte Stießberger aus eigenem Antrieb mit einigen Jägern sofort um, suchte nach den Schützen und entdeckte in dem durchschrittenen Graben 15 – 20 Turkos, die niedergemacht wurden. Die Kompanie wurde dann von rückwärts nicht mehr belästigt. Hierfür und da er außerdem am 15.05.1915 freiwillig einen schwer verwundeten Pionier mit noch anderen Kameraden von der Straße nach Carency zurückbrachte und ihn dadurch vor dem sicheren Tode errettete, wurde Stießberger mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

Verluste am 04. und 05.09.:

Oberleutnant und Bataillonsadjutant Brendel am 04.09. leicht verwundet, kehrt am 05.09. wieder zum Bataillon zurück. Leutnant der Reserve Gschwendtner verwundet, ferner Oberjäger und Jäger tit 10, verwundet 73, vermisst 5.“

Man begrub Johann Brambs auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Vilsbiburg gedenkt Johann Brambs noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/vilsbiburg-seyboldsdorf_wk1u2_bay.htm 

Sterbebild von Johann Brambs
Rückseite des Sterbebildes von Johann Brambs

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Otto Hoeth

Der Soldat Otto Hoeth (Verlustliste: Hoet) stammte aus Psarskie bei Posen im heutigen Polen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offizierstellvertreter in der 11. Kompanie des 87. Infanterie-Regiments. Am 06.09.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der Schlacht an der Marne bei Pargny-sur-Saulx an der Marne.

Die Lage des Grabes von Otto Hoeth ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Otto Hoeth im Gießener Anzeiger vom 29.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Ludwig Hauß

Der Soldat Ludwig Hauß stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann bzw. Musketier in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Servon. Marolles.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ludwig Hauß berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

„„17. und 18.9.14. Das Regiment bleibt in seiner Stellung beiderseits der Straße eingegraben mit dem Befehl, die Höhe 800 m südlich la Mare-aux-Boefs unbedingt zu halten, falls die weiter vorne eingesetzte 50. R.Brig. zurückgedrängt werden sollte. Das Regiment erhält wieder eine Anzahl E.K. II..“

Man begrub Ludwig Hauß auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt in Block 2, Grab 355.

Die Todesanzeige für Ludwig Hauß im Gießener Anzeiger vom 28.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Gustav Fehrer

Der Soldat Dr. jur. rer. pol Gustav Fehrer stammte aus der hessischen Stadt Darmstadt und war von Beruf Gerichtsassessor. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 2. Kompanie des 115. Leibgarde Infanterie-Regiments. Am 28.08.1914 fiel er bei Raucourt-et-Flaba in den Ardennen.

Man begrub Gustav Fehrer auf dem Soldatenfriedhof Noyers-Pont-Maugis in Block A, Grab 76.

Die Todesanzeige für Gustav Fehrer im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.814: Josef Vogl

Der Soldat Josef Vogl wurde am 09.01.1878 geboren, lebte in Röhrmoss, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kirchanschöring, und war Tagelöhner in der Kuranstalt Bad Adelholzen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Anfang April 1917 wurde er schwer verwundet und verstarb am 12.04.1917 im Alter von 39 Jahren in der Nähe von Bailleul bei Arras.

Man begrub Josef Vogl auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 655.

Sterbebild von Josef Vogl
Rückseite des Sterbebildes von Josef Vogl