Sonderbeitrag: Philipp Conrad

Der Soldat Philipp Conrad stammte aus der hessischen Ortschaft Climbach, einem Ortsteil der Stadt Allendorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist und Wehrmann in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 24.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren an der Marne bei Servon-Melzicourt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Philipp Conrad berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

24.09.14. Morgens Befehl zum Erneuern des Angriffs. R.I.R. 116 auch in vorderster Linie. 12° soll ohne Rücksicht auf die Nachbarn angetreten werden. Sofort setzt heftiges feindliches Artilleriefeuer ein, I. gewinnt Gelände, II. nicht. Abends Befehl, nach Absuchen des Gefechtsfeldes in die alte Stellung zurückzugehen. Verluste: 8 Offiziere und Offizierstellvertreter. Gefallen Offz.Stellv. Ringen; verwundet Oblt. d. R. Oehl, Oblt. d. L. Sprengel, Lt. d. R. Stimmel, Schemenski, Offz.Stellv. Handwerk, Schürmann, Anton. Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften: 30 tot, 104 verwundet. Die Gefechtsstärke des Regiments beträgt noch 15 Offiziere, 1094 Unteroffiziere und Mannschaften. Ausgerückt war das Regiment mit 71 Offizieren, 2852 Unteroffizieren und Mannschaften.

Die Lage des Grabes von Philipp Conrad ist unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt beigesetzt wurde, der in seiner Sterberegion angelegt wurde.

In seinem Heimatort Climbach gedenkt man Philipp Conrad noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/climbach_stadt-allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige des Gesangverein Liederkranz Climbach für Severin Leyerer und Philipp Conrad

Sonderbeitrag: Otto Fischer

Der Soldat Otto Fischer stammte aus der hessischen Stadt Lorsch. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier und Fahnenjunker in der 6. Kompanie des 116. infanterie-Regiments. Am 06.10.1914 verstarb er nach schwere Verwundung am 10.09.1914 bei Maurupt-le-Montois an der Marne im Festungslazarett Koblenz.

Über den Tag der schweren Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Am Abend des 9. Sept. kam der Befehl für ein Unternehmen, das in der Geschichte der Division beispiellos dasteht. Ein Unternehmen, das sich von den vielen Grauenhaften jener Schreckenstage am tiefsten im Gedächtnis festgesetzt hat, an das sich jeder, der daran teilgenommen, nur mit Schauern erinnern kann. Das vom Feinde stark besetzte Maurup sollte in der kommenden Nacht überrumpelt und gesäubert werden. Alles war auf den Schutz der Dunkelheit, auf größte Stille und Schnelligkeit berechnet. So waren auch die Vorbereitungen: Das Gepäck wurde zurückgelassen, nur Sturmgepäck mit Eisernen Portionen wurde mitgenommen. Die Schlösser wurden aus den Gewehren genommen und zum Schutz getragen, die Seitengewehre wurden aufgepflanzt. Kein Schuß sollte den ruhenden Gegner zu früh wecken, am Schießen sollte man den Feind, an Hieb und Stoß den Freund erkennen. Weiße Armbinden wurden ausgegeben; sie sollten beim Vorgehen den Nebenmann zeigen und Handgemenge vermeiden helfen. Um 3 Uhr vorm. waren alle Vorbereitungen zu Ende. In lautloser Stille hatte das I.R. 115 seine Linien in Breite von 1 km aufgestellt. Das I.R. 116 und ein Bataillon 117 folgte gestaffelt und hatte den Flankenschutz zu übernehmen. Um 4 Uhr vorm. setzten sich die sieben Bataillone leise in Bewegung. Kein Kommando ertönte. In guter Ordnung schritten die Kompagnien über die Felder. Da fällt vorn ein Schuß. Ein französischer Posten ist aufmerksam geworden. Die Antwort ist ein tausendstimmiges Hurra! So jähe ist die Stille der Nacht selten gestört worden. Die feindlichen Posten und Feldwachen werden überrannt, alles stürmt ins Dorf. Dort entsteht ein fürchterliches Handgemenge, gespenstisch erleuchtet von einzelnen brennenden Häusern. A. Brendel schildert das als ein Dorftagungswunder. Schrecken sind die Verluste, die die Regimenter erlitten haben, nicht mehr Zeit zum Fliehen, jetzt ist nur Mehr. Von Hof zu Hof, von den hell erleuchteten Längsstraßen der Häuser, stürmt das Dorf, die Kompagnien der drei Regimenter kämpfen sich fort, von einem Hof zum anderen in heftigem Kampfe mit dem Feinde. Ein wildes Handgemenge, das sich in der Straße fortsetzt, von Schreien und Kommandorufen begleitet, von Bajonettstößen und Kolbenschlägen. Um 5 Uhr ist das Dorf in Flammen, die letzten französischen Truppen fliehen. Um 5 Uhr ist das Dorf in deutscher Hand. Häuser, Höfe und Gärten, Schrei, Fliehen und Verfolgen im alten Straßen, Hieb und Stoß, Kolbenschläge und Bajonettstiche, dazwischen das Schreien und Stöhnen der Schwerverwundeten, alles im flackernden Feuerschein der brennenden Scheunen und Höfe: Ein schrecklicheres Bild hat das Auge im Kriege nie gesehen.

In blinder Wut stießen die Truppen durch bis zur Südwestecke des Dorfes. Hier konnten sich Teile des I. und II. Batls. wieder zusammenfinden. Sie wurden als Reserve und linke Flankensicherung zurückgenommen in die Lehmgruben nördlich von Maurupt. Das übrige, hauptsächlich Leute des III. Batls., versuchte zunächst, eine feindliche Batterie wegzunehmen, die südöstlich von Maurupt stand und tags zuvor durch ihr Feuer sehr lästig geworden war. Aber sie war bereits verschwunden. Darum schwankten sie rechts ab und gingen vermischt mit 115 und 117 weiter vor. In einer Lehmgrube südwestlich von Maurupt sammelten sie sich, um bei Hellwerden gegen Monton vorzugehen. Der Gegner flutete in Richtung Cheminin und erlitt hierbei starke Verluste durch das Maschinengewehrfeuer. Nachmittags des 21.9. gelang es, bereits im Begriffsteile einzurücken. Zur Verlängerung dieser Stellung nach Osten wurde noch das I. Btl. in den Birkengehölz südlich Monton lang. Hier etwa 100 Mann unseres Regiments, die unter den Befehl des Hptm. Haak von J.R. 117 traten. Aber auf das Grabenstich kam nach kurzer Zeit starkes Artilleriefeuer, das mit großer Genauigkeit gezielt war. Besonders ungemütlich waren die schweren Kaliber, die ununterbrochen dicht vor und hinter dem Graben einschlugen. Es waren Stunden harter Geduldsprobe und starker Anforderungen an die Nerven, die noch zitterten unter dem Eindruck der Greuel der Nacht. Gegen Abend traf der Befehl ein, daß das Regiment sich in der alten Stellung bei den Ziegeleien sammeln sollte. So wurden dann im Schutze der Dunkelheit die Höhen südlich von Maurupt geräumt. Sie waren die am weitesten nach Süden gelegene Stellung, die das Regiment im Verlaufe dieses Krieges inne hatte.

Der vierte und schwerste Tag der heißen Kämpfe an der Marne war zu Ende. Wieder war es gelungen, den Gegner trotz Übermacht und zäher Gegenwehr zu werfen. Eine glänzende Waffentat war vollbracht, der Weg an die Marne war erzwungen, der Feind in die Flucht, die Aussicht für weiteres Vordringen war nicht geringer als bisher. Die Gefechtsstärke der Kompagnien war freilich sehr gering geworden. 8 Offiziere, 531 Unteroffiziere und Mannschaften hatte das Regiment in den drei Tagen wieder verloren. Major von Alten, um dessen Person sich die heftige Fehde der französischen und deutschen Presse drehte, erhielt am 9. einen Kopfschuß und begab sich am folgenden Tage zur ärztlichen Behandlung nach Sermaize. Dort wurden ihm tags darauf durch einen Volltreffer beide Beine zerschmettert. Er geriet nach dem Rückzug ebenso wie Lt. Haagner den Franzosen in die Hände und starb. Die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen kann von jedem Mitkämpfer bezeugt werden. Außerdem fanden ihr Grab an der Marne: Oberlt. Firmenich, Lt. Gösler, Keller, Nicolaus und Menge. Als Helden sind sie gefallen, zusammen mit einer großen Zahl wackerer Unteroffiziere und Mannschaften. Verwundet wurden Maj. Foller, Lt. Wolf, Bläs und Licht. An den Folgen seiner schweren Verwundung starb der Fahnenj. Klief. Besonders groß war die Zahl der Vermißten, 154 Mann. Eine Folge des unerwartet einsetzenden eiligen Rückzugs von der Marne, der es unmöglich machte, das Schlachtfeld genauer abzuschuchen und die vielen Schwerverwundeten bei dem Mangel an Fahrzeugen rechtzeitig von den Verbandplätzen abzufahren. Unter ihnen befand sich Lt. Theis, der Adjutant des I. Batls.“

Man begrub Otto Fischer auf einem Friedhof in Lorsch.

Die Todesanzeige für Otto Fischer im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.945: Josef Mangold

Der Soldat Josef Mangold stammte aus Grub, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 6. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.06.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras bei Roclincourt durch einen Granatsplitter.

Man begrub Josef Mangold auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Josef Mangold noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Mangold
Rückseite des Sterbebildes von Josef Mangold

Sonderbeitrag: Georg Harnisch

Der Soldat Georg Harnisch stammte aus der Ortschaft Watzenborn, einem Ortsteil der hessischen Stadt Pohlheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 5. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 22.09.1914 wurde er bei Reims nahe Merlet schwer verwundet. 17 Tage später, am 09.10.1914, verstarb er im Alter von 28 Jahren im Krankenhaus Eitorf an der Sieg an seiner Verwundung.

Über den Tag und die Umstände der schweren Verwundung von Georg Harnisch berichtet die Regimentsgeschichte des 116. infanterie-Regiments:

„22. September bis 3. November 1914.

Gleich am nächsten Morgen wurde wieder weitermarschiert. Das war das Bild jener ganzen Zeit: Marsch, Gefecht, Marsch, Gefecht. So ging es nun fast volle fünf Wochen. Anstrengung und Witterung schlugen bis dahin geringe Wunden. Nur der Kampf brachte die Verluste. Aber der um so größere. Kein Wunder. War es doch seit dem 22. Aug. ein Schlagen mit einem hartnäckigen Gegner, der alles daran setzte, dem Spiel eine Wendung zu seinen Gunsten zu geben. Nun ging es also weiter, unbestimmtem Ziel und ungewissem Schicksal entgegen. Der Weg führte nordwestwärts. „

Man begrub Friedhof Watzenborn nach Überführung seines Leichnams in die Heimat auf dem Friedhof von Watzenborn. Ob sein Grab heute noch existiert, werde ich in den nächsten Tagen feststellen, wenn ich den Friedhof aufsuche.

Die Todesanzeige für Georg Harnisch im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Eduard Heyer

Der Soldat Eduard Heyer stammte aus Krofdorf, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offizierstellvertreter bzw. Vizefeldwebel in der 12. Kompanie des 81. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 26.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne bei Bois de Ville in Frankreich.

Man begrub Eduard Heyer auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt in Block 4, Grab 334.

Die Todesanzeige für Eduard Heyer im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Otto Müller

Der Soldat Otto Müller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger in der 4. Kompanie des 11. Jäger-Bataillons. Am 17.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne im Alter von 21 Jahren in der Region zwischen PontavertGuignicourt und Berry-au-Bac an der Aisne.
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Über den Todestag und die Todesumstände von Otto Müller berichtet die Regimentsgeschichte des 11. Jäger-Bataillons:

„Der heraufdämmernde Tag brachte aber keinen erneuten Angriff des Feindes. Nur das Infanteriefeuer flackerte stärker auf und am Nachmittag auch das der französischen Feldgeschütze. Nach Einbruch der Dunkelheit griff der Feind Berry-au-Bac an und drängte das Regiment Augusta aus dem Ort heraus. Da die linke Flanke des Bataillons nunmehr stark gefährdet war, wurde die linke Flügelkompagnie bis zur Straße Guignicourt—Pontavert zurückgebogen und durch 3. Kompagnie, sowie 2 Züge der Maschinengewehrkompagnie verstärkt. Heftiges Granatfeuer lag auf den Stellungen, und der Tag war für das Bataillon verlustreich, obgleich es nicht eigentlich gekämpft hatte. Oberleutnant v. Scheffer, Leutnant d. R. v. Sachs und 25 Oberjäger und Jäger wurden verwundet, 2 Oberjäger und 5 Jäger fielen. Erst gegen Morgen konnten die Feldküchen vorgezogen werden und Essen ausgegeben.“

Die Lage des Grabes von Otto Müller ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Otto Müller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Ludwig Küspert

Der Soldat Ludwig Küspert (Verlustliste: Küßpert) stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist und Musketier (Volksbund: Landwehrmann) in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.10.1914 starb er nach schwerer Verwundung am 24.09.1914 bei Servon in einem Lazarett in der rheinland-pfälzischen Stadt Trier im Alter von 28 Jahren.

Über den Tag der schweren Verwundung von Ludwig Küspert berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

„24.09.1914 Morgens Befehl zum Erneuern des Angriffs. R.I.R. 116 auch in vorderster Linie. 12:00 Uhr soll ohne Rücksicht auf die Nachbarn angetreten werden. Sofort setzt heftiges feindliches Artilleriefeuer ein, I. gewinnt Gelände, II. nicht. Abends Befehl, nach Absuchen des Gefechtsfeldes in die alte Stellung zurückzugehen. Verluste: 8 Offiziere und Offizierstellvertreter. Gefallen Offz.Stellv. Ringen; verwundet Oblt. d. R. Ockel, Oblt. d. L. Sprengel, Lt. d. R. Stimmel, Schemenski, Offz.Stellv. Handwerk, Schürmann, Anton. Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften: 30 tot, 104 verwundet. Die Gefechtsstärke des Regiments beträgt noch 15 Offiziere, 1094 Unteroffiziere und Mannschaften. Ausgerückt war das Regiment mit 71 Offizieren, 2852 Unteroffizierenund Mannschaften.“

Die Region, in der Ludwig Küspert schwer verwundet wurde:

Man begrub Ludwig Küspert auf dem Hauptfriedhof Trier Ruwerer Straße in Block G I, Grab 57.

Die Todesanzeige für Ludwig Küspert im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Philipp Amend

Der Soldat Philipp Amend wurde am 18.12.1880 in der hessischen Ortschaft Treis an der Lumda geboren, einem Stadtteil von Staufenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren an der Marne in Frankreich bei Cerney-en-Dormois.

Über den Todestag und die Todesumstände von Philipp Amend berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 15.9. 1° vorm. wird das Regiment alarmiert. Abmarsch 2° vorm. in Reihenfolge III., II., I. über Fontaine–Rouvroy nach der Straßengabel 1,5 km südwestl. Cernay-en-Dormois, wo selbst Aufstellung genommen wird. Das Regiment steht der 15. R.D. zur Verfügung. Von 7° vorm. ab liegt die Straße und das Gelände westlich davon unter heftigem Artilleriefeuer. II. und I. nehmen 11³⁰ vorm. Aufstellung nördlich der bewaldeten Höhe, westlich Höhe 155 (la Justice), etwa 1,8 km südwestl. Cernay. III. bleibt an der Straßengabel. 3° nachm. wird bei einem Erkundungsgang der Regiments-Führer, Oberstlt. Krause, schwer verwundet, der stellvertr. Regts.Adj. Lt. Vogt, fällt. Major Müller übernimmt die Führung des Regiments. Um 4° nachm. wird er von einer Abteilung Res.-Feld.Art. 15 dringend um Hilfe gebeten, weil deren rechte Flanke von vorgehender französischer Infanterie bedroht wird. Sofort wird die gerade eben von Bertrix eingetroffene 6. Komp. zum Schutze der Artillerie eingesetzt, der Rest des Bataillons nachgezogen. Die 5. Komp. verlängert die bald im Gefecht stehende 6. Komp. nach rechts, 7. und 8. Komp. bleiben mit zweiter Linie hinter den Flügeln. Die Stärke des Gegners von ein bis zwei Bataillonen veranlaßt auch den Einsatz von 7. und 8. Komp. I. wird herangezogen und verlängert mit 2. und 3. Komp. die Schützenlinie mit dem Befehl, die 191 (später Cherneux) nordwestlich vorgelagerte Höhe, die später Kellerhöhe genannt wurde, zu nehmen. I. wird hierbei von II. unterstützt. Bald darauf treten 1. und 3. Komp. in 191 ein, die anderen nehmen am Angriff teil. Von der genommenen Stellung wird starkes feindliches Artilleriefeuer eröffnet. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erfolgt starker Angriff des französischen Gegners, der 191 nimmt. Nach Rückzug der deutschen Artilleriefeuer, aus der Etangschlucht förderndes und verlustbringendes Infanterieflankenfeuer. Trotzdem geht es ruhig vorwärts, auf 191 zu. Gegen Abend suchen von Maßiges aus starke französische Kräfte den rechten Flügel zu umfassen, das flankierende Feuer der Artillerie wird stärker, Unterstützungen für die geschwächten Bataillone treffen nicht ein. Das zur Verfügung der Brigade stehende III. kann nicht rechtzeitig erreicht werden, weil es offenbar dem Regiment zu melden – seinen Standort verlassen hat. I. und II. sehen sich daher unter dem starken Druck des Gegners gezwungen, in die Gräben am Abhang von Punkt 199 zurückzugehen. II. wird nordl. der Höhe in der Nacht gesammelt und bezieht den Westhang der Etangschlucht, I. hält und bleibt in den Gräben auf 199. Während des Tages fallen von Offizieren: Lt. Vogt, Lt. Winkler, Lt. Bär, Off.-Stellv. Hofmann, Off.-Stellv. Thorn. Verwundet werden Spth. Laubis, Lt. Meyer, sämtlich II. Von Unteroffizieren und Mannschaften des I. und II. fielen, vermittelt 56, (nachab alle gefallen, die später nach Erstürmung von Höhe 191 festgestellt wurde), verwundet 180. II. meldet 2 Tote und 12 Verwundete. Am Abend des 15.9. greift das II. außer dem Führer, Major Müller, und dem 3. Komp. um Abiturienten an. Nachdem Lt. Rühl über Offiziere mehr. Die Kompagnien werden von Rießfeldwebeln geführt. Am 16.9. 10 vorm. wird I. auf Höhe 199 abgelöst, II. verbleibt in seiner Stellung. I. wird rechts des II. rückwärts gestaffelt, im Grunde nördlich der Chaußion-Ferme aufgestellt. 7³⁰ nachm. rückt das Regiment auf Befehl der 15. R.D. nach Höhe 155 (la Justice), um die 22. Inf.-Brig. des VI. A.K. abzulösen. III. bezieht die Stellung westlich Punkt 150 an der Straße Cernay–Bille-sur–Tourbe (Brietterie), I. die Stellung an der Ostsee der bewaldeten Kuppe, westlich der Höhe 155, II. verbleibt in Reserve am Nordhang der bewaldeten Kuppe (Sargdebel) westlich 155 (Kreuzhügel). Am 18. 9. übernimmt Lt. Schäfer die Führung des II., während R. 17 unterstellt und löst ein Batl. dieses Regiments westlich Höhe 199 ab. Am 20. 9. 7³⁰ nachm. trifft die Meldung ein, daß feindliche Schützen gegen den rechten Flügel des II. vorgehen. Die in Reserve liegende 5. Komp. wird in die Stellung geschickt; vorgetriebene Kundschafter stellen jedoch fest, daß das Vorgelände vom Feinde frei ist. Trotzdem entwickelt sich gegen 12° nachts ein lebhaftes Feuergefecht, ein Angriff erfolgt jedoch nicht. Die dauernden Schwierigkeiten in der Verpflegung und die andauernd naße Witterung rufen zahlreiche Darmerleiden bei den Mannschaften hervor; die Stimmung leidet dadurch, das Aussehen der Leute wird schlechter, sich zusehends.“

Man begrub Philipp Amend auf dem Soldatenfriiedhof Servon-Melzicourt in einem Massengrab.

Die Todesanzeige für Philipp Amend im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.942: Jakob Klein

Der Soldat Jakob Klein wurde am 25.07.1890 in Vorderkehr, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub, geboren und war Zimmermann. Im Ersten Weltkrieg diente er als Krankenträger in der 1. bayerischen Sanitäts-Kompanie. Am 14.06.1916 verstarb er während der Schlacht um Verdun im Alter von 25 Jahren in Ville-devant-Chaumont (hör- und Schreibfehler auf dem Sterbebild).

Man begrub Jakob Klein auf dem Soldatenfriedhof Ville-devant-Chaumont in Block 1, Grab 54.

Sterbebild von Jakob Klein
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Klein

Sonderbeitrag: Sammy Rothenberger

Der jüdische Soldat Semmy Rothenberger wurde am 24.07.1883 in der hessischen Universitätsstadt Gießen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde am 24.09.1914 bei Servon schwer verwundet. Am 26.09.1914 verstarb er im Alter von 31 Jahren im Kriegslazarett 1 des XVIII. Armee-Korps in Sedan.

Man begrub Semmy Rothenberger auf dem jüdischen Teil des Neuen Friedhofs in Gießen.

Die Todesanzeige für Sammy Rothenberger im Gießener Anzeiger