Der Soldat Johann Nachreiner stammte aus Oberwalchen, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Traunreut, und war der Sohn eines Kleinbauern (Zenz-Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Seit dem 03.10.1914 gilt er als vermisst. Ich vermute jedoch aufgrund der Datenlage, dass er am 24.09.1914 fiel. Zuletzt war er nach meinen Recherchen bei Lihons eingesetzt, rund 4 Kilometer von seinem Grab entfernt. Er wurde 22 Jahre alt.
Man begrub Johann Nachreiner auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.
Der Soldat Leonhard Hungerhuber stammte aus Maierstetten, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Landwirts (Sammersohn). Er selbst war Dienstknecht. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.09.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren während eines Vorhutgefechts bei Lihons an der Somme.
Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Hungerhuber berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:
„24.09.1914 5.30 Uhr vormittags bei Brie über die Somme. Villers-Carbonnel wird vom III. Bataillon genommen; weiter über Estrées nach Soyecourt. Das Regiment geht um 4 Uhr nachmittags beiderseits der Straße Vermandovillers – Lihons zum Angriff vor. Bis 7 Uhr abends ist der Angriff noch nicht ganz bis Lihons herangetragen. Die Nacht wird in den erkämpften Stellungen verbracht.“
Die Lage des Grabes von Leonhard Hungerhuber ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, der nur 9 Kilometer von seinem Sterbeort entfernt ist, und auf dem auch seine Kameraden der 12. Kompanie beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Unteroffizier Joseph Dankesreiter, gefallen am 25.09.1914 bei Vermandovillers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Unteroffizier Hermann Heinrich Mankel, gefallen am 27.09.1914 bei Vermandovillers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Unteroffizier Hans Bullemer, gefallen am 27.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.
Der Soldat Martin Bächler stammte aus der bayerischen Gemeinde Reischach und war Schreinermeister. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 9. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regimenta. Am 25.08.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren bei Mamez an der Somme.
Man begrub Martin Bächler auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.
Sterbebild von Martin BächlerRückseite des Sterbebildes von Martin Bächler
Alois Münch stammte aus Schildorn, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Bad Griesbach im Rottal, lebte in Unterstattenbach, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 2. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.08.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren während des Gefechts bei Ménil-sur-Belvitte in den Vogesen.
Über den Todestag und die Todesumstände von Alois Münich berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:
“ 27.08.1914 Der Gegner hat uns nun auf ein Gefechtsfeld gezogen, das in der Nähe seiner Sperrfestungslinie gelegen, von ihm wie ein Artillerieschießplatz vorbereitet ist. Die Folge dieses uns ungünstigen Umstandes sollte schon am Morgen zbsere Maschinengewehr-Kompanie zu fühlen bekommen. Sie wurde von einem feindlichen Feuerüberfall gepackt, verlor fast die Hälfte ihrer Mannschaften und Pferde und ihren braven Führer, Hauptmann Wegelin, der zu Tode verwundet war. Am Nachmittag dieses Tages erging erneuter Angriffsbefehl zum Vorgehen in südwestlicher Richtung, linker Flügel allgemeine Richtung gegen Angelemont. Das Regiment geht in prächtiger Haltung und in ausgezeichneter Ordnung vor. Die Verluste sind erträglich, leider fällt auch unser braver junger Leutnant Wetter. Am Abend sind die Gefechtsziele erreicht, I. Bataillon ist in Bois de la Conche eingedrungen, in dem sich noch Waldgefechte abspielen. Die Nacht lässt es rätlich erscheinen, die in den Wald gedrungenen Teile des Regiments an dessen Nordrand zurückzunehmen und geschlossen dort zu biwaktieren mit Anschluss rechts an das Infanterie-Leib-Regiment, links an das 16. Infanterie-Regiment.“
Die Lage des Grabes von Alois Münich ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass sein Leichnam, wenn er bis heute geborgen wurde, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Hauptmann Cäsar Wegelin, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
Hauptmann Felix Bedall, geboren am 21.04.1877 in München, gefallen am 28.08.1914 bei Château de Villers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
Leutnant Friedrich Vetter, gefallen am 28.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.
Sterbebild von Alois MünchRückseite des Sterbebildes von Alois Münch
Der Soldat Vinzenz Rauh wurde am 16.09.1897 in Ellmeney geboren, einem Weiler des Ortsteils Hofs, der Stadt Leutkirchen im Allgäu im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Sein Vater war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 5. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Seit dem 04.10.1917 wird er als in der Dritten Flandernschlacht vermisst gemeldet. Er wurde 23 Jahre alt.
Ich konnte keinerlei Unterlagen und Hinweise finden, die auf die Grablage von Vinzenz Rauh hindeuten könnten. Ich vermute, er wurde anonym in einem Massengrab auf einem der zahllosen Friedhöfe in Flandern begraben.
Der Soldat Alois Gmeindl stammte aus Ed, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schnaitsee, und war der Sohn eines Ziegeleibesitzers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 14.04.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren im Stellungskampf vor Mametz – Montauban-de-Picardie bei Mametz in Folge einer Verwundung durch einen Granatsplitter.
Man begrub Alois Gmeindl auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.
Sterbebild von Alois GmeindlRückseite des Sterbebildes von Alois Gmeindl
Der Soldat Franz Xaver Roß wurde am 18.12.1889 in Thann, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Aschau am Inn, geboren und lebte in Litzelkirchen. Sein Vater war Fuhrmann (Karrer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ende Juli 1918 geriet er während der Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims und zwischen Marne und Vesle in französische Kriegsgefangenschaft. Am 27.01.1919 verstarb er im Alter von 29 Jahren in Montcornet, Amb. 12/16, nach sechs Monaten Kriegsgefangenschaft.
Man begrub Franz Xaver Roß auf dem Soldatenfriedhof Mennevret in Block 2, Grab 189.
Der Soldat Andreas Kracher wurde am 20.03.1888 in Oberwindach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Windach, und lebte in Unterfinning. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 5. Kompanie des 8. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 18.02.1915 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Combres-sous-les-Côtes in Frankreich.
Die Lage des Grabes von Andreas Kracher ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Troyon beigesetzt wurde, auf dem auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Christian Meyer, gefallen am 18.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Leutnant Alois Weigand, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Infanterist Joseph Altschäffl, gefallen am 11.02.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Gefreiter Joseph Schmid, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
Leutnant Harry Cadenbach, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab.
Der Soldat Georg Henle stammte aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Degenfähnrich und Offiziersstellvertreter in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 25.09.1914 fiel er beim ersten Angriff auf Lihons während eines Nachtgefechts.
Über den Todestag von Georg Henle berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:
„24.09.1914 5.30 Uhr vormittags bei Brie über die Somme. Villers Carbonnel wird vom III. Bataillon genommen; weiter über Ertrées nach Soyecourt. Das Regiment geht um 4 Uhr nachmittags beiderseits der Straße Vermandovillers – Lihons zum Angriff vor. Bis 7 Uhr abends ist der Angriff noch nicht ganz bis Lihons herangetragen. Die Nacht wird in den erkämpften Stellungen verbracht.
25.09.1914 Auch in den ersten Nachmittagsstunden gelingt es nicht, Lihons zu nehmen. Um 5.40 Uhr erhält das Regiment Befehl, zum Sturm. Nach Artilleriebeschießung gehen I. und III. Bataillon und II./16. Infanterie-Regiment zum Sturm vor; sie erreichen nur mit Teilen den Ortsrand und müssen etwa Meter von Lihons entfernt in Stellung gehen. II. Bataillon dringt bis zum Feldweg Lihons – Herbévillers vor. Die Verluste sind sehr beträchtlich.“
Die Lage des Grabes von Georg Henle ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, der nur rund 3 Kilometer von seinem Sterbeort entfernt ist und auf dem auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die am gleichen Tag fielen, u. a.
Unteroffizier August Leinauer, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Infanterist Alois Popp, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Infanterist Markus Bergmeier, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Infanterist Johann Stadler, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.
Sein Bruder, Walter Henle, Oberleutnant der Reserve und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, der auf der nachfolgenden Todesanzeige noch als Trauernder aufgeführt wurde, fiel am rund fünf Wochen später am 03.11.1914 in Belgien und wurde auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block D, Grab 47 begraben.
Der Soldat Leander Otto Schuhbaum wurde am 18.02.1895 in der bayerischen Gemeinde Bayerbach bei Ergoldsbach als Sohn eines Bäckermeisters geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 1. Kompanie des bayerischen Pionier-Regiments. Er fiel am 29.07.1916 im Alter von 21 Jahren nach zwei Monaten Kriegsdienst bei Ligny-Tilloy in Folge eines Lungenschusses durch eine Granate.
Über den Todeszeitraum von Leander Otto Schuhbaum berichtet die Regimentsgeschichte des bayerischen Pionier-Regiments:
„27. – 28.07.1916 Einsatz wie gestern. Lebhaftes Granat- und Schrapnellfeuer
28./29., 29./30. und 30./31.07 Schwere Arbeit in dem vorerwähnten Abschnitt. Aushub beziehungsweise Vertiefung des Grabens, Anlage eines Hindernisses in starkem feindlichen Feuer, das zeitweise jedes Arbeiten unmöglich macht.“.
Man begrub Leander Otto Schuhbaum auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Leander Otto SchuhbaumRückseite des Sterbebildes von Leander Otto Schuhbaum