Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.009: Theodor Bischoff

Der Soldat Theodor Bischoff war Beamter (Angestellter) der Depositen-Abteilung der Deutschen Bank in Berlin. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter der Reserve in der 2. Kompanie des 64. preußischen Infanterie-Regiment. Am 20. September fiel er im Alter von 23 Jahren bei den Kämpfen an der Aisne in der Nähe der Folemprise-Ferm und  der Rouge Maison bei den beiden französischen Ortschaften Soupir und Ostel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Theodor Bischoff berichtet die Regimentsgeschichte des 64. preußischen Infanterie-Regiments:

„Der Angriff am 20.09.1914

Im Morgengrauen des 20. September wies das I. Bataillon einen englischen Vorstoß ab.

Der Angriff der 6. Division sollte an diesem Tage fortgesetzt werden, er kam aber nicht einheitlich in Gang. In der Nacht hatte der Regimentskommandeur erfahren, dass links vom Regiment mit Hellwerden wieder vorgegangen werden sollte. Wann rechts die 24er antreten würden, war nicht bekannt. Oberst Jancke befahl deshalb, das I. Bataillon mit der 6. Kompanie sollten zum Angriff antreten, sobald das Regiment 24 vorginge. Das III. Bataillon erhielt Befehl, den Angriff des I. Bataillons aus dem vor der Front des III. Bataillons liegenden Walde heraus zu unterstützen.

Major von Decken führte darauf schon im Morgengrauen sein Bataillon in den Wald, dessen Nordteil als unbesetzt festgestellt war. Er glaubte mit Recht, dass er so bei fortschreitendem Angriff gegen die Flanke des auf der Höhe vor dem I. Bataillon haltenden Gegners wirken  könne. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur unmittelbaren Unterstützung zur Verfügung gestellt. Die 10., 11. und 12. Kompanie wurden im Ostrand des Waldes bereitgestellt, um vorzubrechen, sobald das I. Bataillon angriffe. Nach Süden waren im Wald zum Schutz der Flanke Sicherungen soweit vorgeschoben, wie es die Lage des eigenen Artilleriefeuers erlaubte. Ein dem Bataillon zugeführter Maschinengewehr-Zug unter Leutnant Meißenburg wurde eingesetzt, um feindliche Maschinengewehre, die gegen die linke Flanke des Bataillons wirkten, zu bekämpfen.

Das I. Bataillon hatte zunächst nicht angreifen können, weil die 24er nicht antraten. Erst um 10.30 Uhr konnte Hauptmann von Werder den Angriffsbefehl geben. Die 6. Kompanie rechts, das I. Bataillon links daneben verließen gegen Mittag ihre Gräben, um noch einmal den schweren Angriff über die kahle Fläche zu wagen. Er war befohlen, also gab es für den deutschen Sturmsoldaten von 1914 kein Zaudern.

Wieder kam die 6. Kompanie in dem günstigeren Gelände bei Rouge Maison, wenn auch unter erheblichen Verlusten, gut vorwärts. Auch der rechte Flügel des I. Bataillons gewann zunächst Boden, während die am linken Flügel vorgehende 2. Kompanie in kurzer Zeit durch Maschinengewehr- und Infanteriefeuer und durch starkes Artilleriefeuer aus der linken Flanke (von La Cour de Soupir her) zusammengeschossen wurde. Die Reste der braven Kompanie mussten den schützenden Graben wieder aufsuchen. (Anmerkung: Hier fiel Theodor Bischoff wahrscheinlich).

Auf Vorschlag des Hauptmanns Osterroht sandte Hauptmann von Werder Teile der 1. Kompanie zur 6., um dort den erfolgversprechenden Angriff fortzusetzen. Aber auch hier stellte es sich bald heraus, dass der Angriff der schwachen Teile des Regiments allein unmöglich war. Längst hatten die 24er das Vorgehen wieder einstellen müssen, auch die 11. Brigade links vom Regiment war nicht vorwärtsgekommen. So musste auch Hauptmann Osterroht auf weiteres Vorgehen verzichten.

Major von Decken hatte inzwischen auf die Nachricht, dass das I. Bataillon angriffe, den kühnen Entschluss gefasst, durch den Wald weiter nach Süden vorzudringen. Glückte es, den Südrand des Waldes zu erreichen, so stand das Bataillon tief in der Flanke des Feindes vor dem I. Bataillon. Er befahl zunächst gegen 12 Uhr mittags der 11. Kompanie, gegen den Südrand des Waldes vorzugehen, um die feindliche Stellung im Walde zu erkunden.

Sobald die Kompanie angetreten war, schlug ihr im dichten Gestrüpp auf nächste Entfernung starkes Feuer entgegen. Sofort ließ Hauptmann Friedrichs Seitengewehr aufpflanzen und ging mit seinen tapferen Musketieren den Engländern mit dem Bajonett zu Leib. Schrittweise wich der Feind. Jetzt setzte Major von der Decken die 12. und 10. Kompanie rechts und links von der 11. ein, Leutnant Weißenburg brachte seine Maschinengewehre in Stellung und im wundervollen Angriffsschwung stürmten die Angermünder trotz schwerer Verluste unaufhaltsam vorwärts, bis sie den Südrand des Waldes erreichten. Hier am Waldrand gelang es dem Bataillon noch, einen englischen Schützengraben zu nehmen, obwohl die deutsche Artillerie, die den Kampf nicht beobachten konnten, zu kurz schoss. Dann aber war ein weiteres Vorwärtskommen unmöglich. Von drei Seiten traf feindliches Feuer das vereinzelte, so weit  durchgebrochene Bataillon. Es musste nach allen Seiten Front machen und sich eingraben.

Schwer waren die Verluste. Der schwerste aber war der Heldentod des ritterlichen, tapferen Führers, des Majors von der Decken. Mitten im tollsten Feuer aufrecht stehend – so erzählte am Abend sein treuer Adjutant, Leutnant Droysen – traf ihn ein Geschütz in den Arm. „Droysen, ich habe eins weg,“ sagte er lachend. Kurz darauf warf ihn ein Schuss in die Häfte halb zu Boden. „Droysen, jetzt habe ich Nummer 2!“ Die Führung seiner Musketiere gab er nicht ab, bis ein Kopfschuss dem Heldenleben ein Ende machte. Ein vorbildlicher Soldat, gleich hervorragend als Führer wie in der Sorge für seine Untergebene, hatte hier den schönsten Tod gefunden. Ihm sei an dieser Stelle ein besonderes Denkmal gesetzt. Major Averich von der Decken, geboren am 12.10.1868 in Bromberg, gefallen am 20.09.1914 bei Folemprise bei Ostel, begraben vermutlich auf dem Soldatenfriedhof Soupir in einem Massengrab)

Der blutige Tag ging langsam zur Neige. Hauptmann von Schenckendorff klammerte sich mit den Resten des III. Bataillons an den schwer erkämpften Boden. Der Regimentskommandeur sandte ihm die 7. Kompanie unter Hauptmann Jacobs zu Hilfe, die sich tapfer am Kampf beteiligte. Mehr zu schicken war unmöglich. So stellte Oberst Kancke dem Hauptmann von Schenckendorff anheim, das Bataillon in die alte Stellung zurückzunehmen, wenn es sich nicht mehr halten könne. Die Munition wurde knapp, Wasser für die Maschinengewehre fehlte, das feindliche Feuer forderte immer mehr Verluste. Da entschloss sich Hauptmann von Schenckendorff schweren Herzens zum Rückzug. Vom Feinde unverfolgt, unter Mitführung fast aller Verwundeten und mit 20 Gefangenen kehrte das heldenmutige Häuflein am Abend in den Nordteil des Waldes zurück. Nur noch wenig über 200 Gewehre zählten die drei Kompanien, beim Maschinengewehr-Zug waren nur noch fünf Mann gefechtsfähig. Die Fahne des Bataillons, getragen von dem Serganten Menndorf, war durch einen Infanterieschuss beschädigt worden.

Auch am rechten Flügel des Regiments musste am Abend Hauptmann Osterroht seine erfolgreiche Kompanie in die alte Stellung nördlich Rouge Maison zurücknehmen, nachdem die Verwundeten und die Gefallenen, darunter der vortreffliche Feldwebel Kasimir und der Fahnenjunker Tille, zurückgeschafft waren. Der rechte Flügel des I. Bataillons war schon vorher in die Ausgangsstellung zurückgegangen.

Die 5. und 8. Kompanie hatte der Regimentskommandeur während des Angriffs auf den „Hungerberg“ vorgezogen, wo sie die gefährdete linke Flanke gegen das Tal von Ostel schützen.

So endete der schwere, blutige Tag. Er entriss dem Regiment viele seiner Besten; er begrub die letzten Hoffnungen auf den baldigen endgültigen Sieg. Wenn es damals den Mitkämpfern auch nicht so klar geworden ist, der 20. September bezeichnete den Beginn des Stellungskampfes. Ein neuer Abschnitt des Krieges begann. Noch einmal hatte das zusammengeschmolzene Regiment im schneidigen Angriff sein Bestes gegeben. Es hatte nichts geholfen.

Die Verluste am 20. September betrugen:

Tot: Mahor von der Decken

Leutnant der Reserve Meynow, 10. Kompanie. (Leutnant Wilhelm Meynow, gefallen am 20.09.1914 bei Folembrise, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 238)

Leutnant Meißenburg, Maschinengewehr-Kompanie (Leutnant Werner Meissenburg, gefallen am 20.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 235)

Leutnant Rack, Führer der 2. Kompanie (Leutnant Erwin Rack, gefallen am 20.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 241)

49 Mann.

Verwundet: 5 Offiziere (darunter Leutnant Praetorius, 10. Kompanie, der nach wenigen Tagen seiner schweren Wunde erlag), 214 Mann.

Vermisst: 38 Mann des III. Bataillons, die wohl durchweg im Waldgefecht tot oder verwundet liegen geblieben sind.

Allein das III. Bataillon verlor 6 Offiziere, 174 Mann, den Rest trugen vor allem 2. und 6. Kompanie.

Dem schweren Tage folgte eine ruhige Nacht. Die 6. Kompanie wurde durch die 5. abgelöst.

Am Abend des 20. traf der erste Ersatztransport aus der Heimat ein, zwei Offiziere, fünf Offizier-Stellvertreter und Fähnriche, 350 Mann. Eine willkommene Verstärkung nach allen Verlusten der letzten Tage.“

Theodor Bischoff wird auch in der Ehrenliste der Deutschan Bank geführt: http://www.denkmalprojekt.org/2019/verlustliste_deutsche-bank-1914_wk1.html

Offiziell ist für Theodor Bischoff keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Soupir begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen (siehe  rote Anmerkungen in der Regimentsgeschichte oben).

 

Todesanzeige für Theodor Bischoff und seine Mutter Lina Bischoff, geborene Güllich

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.008: Walter Hagen

Der Soldat Walter Hagen wurde in Gersbach geboren, heute ein Ortsteil der Stadt Schopfheim in Baden-Württemberg. Er war Kandidat der Theologie in Börstetten.  Im Ersten Weltkrieg diente er als Kriegsfreiwilliger in der 2. Kompanie des 113. Infanterie-Regiments. Am 28.10.1914 (Volksbund: 27.10.1914 fiel er bei während der Schlacht von La Bassée in der Nähe von Ouchy lez La Bassée

Lageplan des Sterbeortes von Walter Hagen

Man begrub Walter Hagen auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines anonym in einem Massengrab.

Walter Hagen wird im Ehrenverzeichnis seines Regiments aufgeführt: http://www.denkmalprojekt.org/2012/5_badisch_infanterie-rgt_nr113_h.html

 

Todesanzeige für Walter Hagen

Sonderbeitrag: Georg Maier

Der Soldat Georg Maier wurde am 18.06.1882 in Englbrechting, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wurmsham, und war von Beruf Zimmermann. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 5. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1914 fiel er im Alter voin 32 Jahren bei Sankt. Kreuz im Lebertal (französisch: Sainte-Croix-aux-Mines).

Die Lage des Grabes von Georg Maier ist unbekannt.

In seiner Heimatgemeinde Wurmsham gedenkt man Georg Maier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/wurmsham_lk-landshut_wk1_wk2_by.html

Das Sterbebild vonGeorg Maier
Rückseite des Sterbebildes von Georg Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.007: Hermann Koch

Der Soldat Hermann Koch stammte aus der bayerischen Stadt Augsburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant und Regimentsadjutant im Regimentsstab des 15. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 21.09.1914 fiel er während der Schlacht westlich Noyon bei Lassigny an der Oise in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Hermann Koch berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Infanterie-Regiments:

„21.09. Dies ist der Ehrentag des Regiments im Bewegungskrieg. Durch sein zähes Aushalten am äußersten rechten Flügel des deutschen Heeres hat es dem überlegenen Ansturm des Feindes gegenüber eine Aufgabe von großer Tragweite restlos erfüllt.

Am frühen Morgen wurde III./15, das allein noch dem 15. Infanterie-Regiment unterstand, alarmiert und nach Lassigny vorgezogen, da Infanterie-Regiment 163 meldete, der Gegner wolle die Ortschaft von allen Seiten angreifen.

9. Kompanie nahm wieder am Südausgang Bereitstellung, 12. Kompanie am Ausgang nach Plemot (mittags im Hohlweg am Nordostrand), 11. Kompanie bei der Kirche, 10. Kompanie am Nordrand. Zwei Züge des I./15, die sich in der Nacht auf dem Marsch nach Thiescourt verirrt hatten, wurden am Ostrand bereitgestellt. Ein Angriff erfolgte zunächst nicht, doch setzte starkes Artilleriefeuer, das sich ständig steigerte, auf den Ortsrand ein. Vom Kirchtum aus konnte der Regimentsadjutant beobachten, dass feindliche Kräfte von Plessis vorrückten und sich in großer Masse nach Norden vorschoben. Gegen 11 Uhr vormittags setzte ein starker feindlicher Angriff auf den Südwestrand des Dorfes ein. Das erschöpfte Infanterie-Regiment 163 war demselben offenbar nicht mehr gewachsen und machte Anstalten zum Verlassen seiner Stellung. Da griff der Kommandeur des 15. Infanterie-Regiments persönlich ein. Sein Befehl „der Ortsrand ist unter allen Umständen wieder zu gewinnen und zu halten“ wurde zunächst von der 9. Kompanie, die nicht aus ihrer Stellung gewichen war, und von der ihr zu Hilfe gesandten 11. Kompanie pünktlich ausgeführt. Der feindliche Angriff war in Kurzem abgeschlagen. Unterdessen hatte der auf dem Kirchturm beobachtende Regimentsadjutant (Oberleutnant Koch) durch einen Artillerietreffer den Tod gefunden.

Kaum war um die Mittagszeit wieder etwas Ruhe eingetreten, da richteten sich sehr starke Angriffe der Turkos gegen den West- und Nordwestrand des Dorfes. Auch hier waren die zermürbten Überbleibsel des Infanterie-Regiments 163 vor dem überwältigenden Artilleriefeuer im Weichen begriffen. Indes wurde durch das entschlossene Eingreifen der wenigen Kräfte des 15. Infanterie-Regiments die Gefahr der Erdrückung ein zweites Mal abgewandt. „Herzerhebend war der Anblick, mit welcher Kampfbegierde die Leute vorgingen. Angefeuert durch einige markante Worte des Regimentskommandeurs freuten sie sich endlich dem Feinde die bayerische Kraft zeigen zu können“ (aus dem Kriegstagebuch von III./18).

Zu der im heftigsten Artilleriefeuer vorgehenden Infanterie gesellten sich an den entscheidenden Stellen gerade noch rechtzeitig die Maschinengewehre des 15. Infanterie-Regiments. In einem mörderischen Feuer aus allen Rohren der schwachen Besatzung brach der feindliche Anlauf, der unter dem Schutz seiner Artillerie auf allernächste Entfernung herangekommen war, unmittelbar vor den deutschen Schützennestern zusammen. Am Abend war das Regiment in unbestrittenem Besitz von Lassigny und konnte sich des Erfolges freuen, mit einem einzigen Bataillon den Angriff einer ganzen marokkanischen Brigade abgeschlagen zu haben.“

Man begrub Hermann Koch auf dem Soldatenfriedhof Lassigny in einem Massengrab.

Todesanzeige für Hermann Koch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.006: Gustav Struller

Der Soldat Gustav Struller stammte aus Weißenburg in Bayern und war geprüfter Lehramtskandidat. Er hatte in Erlangen studiert und war Mitglied der studentischen Verbindung Corps Bavaria Erlangen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.11.1914 verstarb er nach schwerer Verwundung in einem Lazarett bei Vimy.

Über den Zeitraum seiner schweren Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 04.11. abends war das Wetter regnerisch und dunkel; aber im Laufe der Nacht wurde es immer heller, und als 11.40 Uhr nachmittags das Regiment zum Sturm antrat, erleuchtete der Mond das Gelände fast taghell.

Die Sturmbataillone durchschritten in raschem Anlauf das Vorgelände. Das II. Bataillon überrannte die feindlichen Gräben und drang darüber hinaus vor. Heftiges Flankenfeuer von links zwang es, seinen linken Flügel entlang der Straße zurückzubiegen.

Das III. Bataillon gelangte bis an das feindliche Hindernis, geriet aber in mörderisches Feuer. Nur Teilen gelang es, an das II. Bataillon rechts anschließend in den feindlichen Graben einzudringen.

Das I. Bataillon besetzte die Sturmstellung, sobald diese von den Sturmbataillonen verlassen war, und begann sofort mit dem Weiterbau der aus Graben 8 vorführenden Sappe als Verbindungsweg.

Am 05.11. 3.15 Uhr vormittags lief auf der Regimentsbefehlstelle Meldung vom III. Bataillon ein, es habe wegen großer Verluste wieder zurückgehen müssen.

Versuche des Regiments am 05. vormittags und in der Nacht vom 905./06. November, den errungenen Erfolg zu erweitern, waren vergeblich.

Verluste am 4. und 5. November:

gefallen 3 Offiziere 55 Mann

verwundet 3 Offiziere 159 Mann

vermisst 1 Offizier 27 Mann.“

Man begrub Gustav Struller auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Todesanzeige für Gustav Struller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.005: Fritz Fuchs

Der Soldat Fritz (Friedrich) Fuchs stammte aus der bayerischen Gemeinde Gochsheim und war Lehrer. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier der Reserve in der 6. Kompanie des 5. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 04.10.1914 fiel er bei den Kämpfen bei Mametz (Beaumont, Fonquevillers) in Nordfrankreich.

Offiziell ist für Fritz Fuchs keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Reservist Johann Herold, gefallen am 13.10.1914 bei Mametz, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Heinrich Pfaff, gefallen am 01.10.1914 bei Mametz, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Johann Höhn, gefallen am 23.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Philipp Ortloff, gefallen am 03.10.1914 bei Mametz, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Reservist Kaspar Nathan, gefallen am 03.10.1914 bei Mametz, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

Seine Heimatgemeinde Gochsheim gedenkt Fritz Fuchs noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/gochsheim_lk-schweinfurt_wk1_wk2_bay.html

Todesanzeige für Fritz Fuchs

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.004: Fritz Morgenstern

Der Soldat Fritz Morgenstern wurde am 12.05.1871 stammte aus Straszyn bei Posen, seine Familie lebte in Neupatriken in Ostpreußen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Major in einem Pionier-Bataillon. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse sowie anderen Orden ausgezeichnet. Am 13.06.1917 kam er im Alter von 46 Jahren durch schwere innere Verletzungen bei einem Autounfall ums Leben.

Die Lage des Grabes von Fritz Morgenstern ist unbekannt. Vielleicht wurde er in seinem Heimatort begraben. Vielleicht existiert sein Grab noch heute.

Todesanzeige von Fritz Morgenstern

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.003: Hans Butz

Der Soldat Hans (Johann) Butz stammte aus Untersteinbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pfreimd. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 6. bayerischen Infanterie-Regiments. Die Angabe auf der Todesanzeige, er sei Gefreiter im 19. bayerischen Infanterie-Regiment gewesen, ist nachweislich falsch. Am 11.10.1914 fiel er bei Saint-Mihiel rund 20 Kilometer entfernt von Verdun.

Man begrub Hans Butz auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Pfreimd gedenkt Hans Butz noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2008/pfreimd_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Hans Butz war Mitglied der studentischen Verbindung Rhenania Erlangen, die diese Anzeige aufgab:

Todesanzeige für Hans Butz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.002: Ferdinand Ermeler

Dies ist einfach eine Anzeige für einen Soldaten, der als Rittmeister außer Dienst Ferdinand Ermeler, der am 28.05.1917 an einem lang ertragenen Leiden verstarb. Sein Bruder, Erich Ermeler, Rittmeister der Landwehr-Kavallerie I, der selbst aktiver Soldat war und im Krieg diente, gab diese Anzeige auf. Beide stammten aus Berlin.

Man begrub Ferdinand Ermeler auf dem evangelischen Petri-Friedhof in der Friedensstraße 81. Hier wurden auch seine Vorfahren begraben, u. a. Wilhelm Ferdinand Ermeler, ein Berliner Industrieller und Geheimer Kommerzienrat.

Todesanzeige für Ferdinand Ermeler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.001: Paul Gaßner

Der Soldat Paul Gaßner wurde am 14.01.1894 in Haberskirch geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Friedberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 07.05.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Sondernach im Münstertal durch Granatschuss.

Über die Tage rund um den Tod von Paul Gaßner berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Aus dem nun bis 16.05. währenden Aufenthalte im Abschnitt MetzeralSondernach, welcher wiederum durch den Ausbau der weit ausgedehnten über Berg und Tal, durch Gestein und dichten Wald ziehenden Stellungen eine Unsumme von Arbeit in sich schloss und unseren Patrouillen reiche Gelegenheit zu Betätigung bot, prägten sich dem Regiment folgende Tage besonders ins Gedechtnis: der 03.05. 10 Uhr abends, als mit Musik, Glockengeläute und Geschützfeuer und dreimaligem Hurra aller von der 6. bayerischen Landwehr-Division und 8. bayerischen Reserve-Division in Stellung und Ruhe befindlichen Truppen der große deutsche Sieg im Osten gefeiert wurde, der 04.05. vormittags, als im weichenden Nebel vor dem im Wurmsa Tal stehenden Posten 7./R. 19 plötzlich eine 9 Maultiere starke feindliche Verpflegungskolonne auftauchte und kräftig beschossen wurde; dann aber schon nach wenigen Stunden und auch während der nächsten drei Tage schwere Granaten nach Steinabruck hereinfuhren und den größten Teil der dortigen Fabrik zerstörten, dann vor allem der 07.05., als die Franzosen schon ab 7 Uhr vormittags Höhe 830 und von 2 Uhr nachmittags ab auch Höhe 955,3 und die Stellungen oberhalb Pfliegle stundenlang mit schwerem Kaliber belegten, die sich 6 Uhr daran anschließenden Infanterie-Angriffe, aber dort durch 4./R. 18 im Verein mit den Jägern 14 und der 3./R. 19, hier durch 5./R. 19 restlos unter starken Feindesverlusten abgewiesen wurden.“

Man begrub Paul Gaßner auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Paul Gaßner
Rückseite des Sterbebildes von Paul Gaßner