Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.630: Peter Höpfl

Der Soldat Peter Höpfl stammte aus Unterboxberg, vermutlich ein Teil des heutigen Boxberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Prackenbach, und war Dienstknecht. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.06.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht um Verdun während der Kämpfe auf Kalte Erde und bei Fleury. Seine Kompanie war damals im Fossewald südöstlich Beaumont und in den Wabengräben eingesetzt.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 25. Juni 7 Uhr vormittags hatte sich das feindliche Trommelfeuer zu einem wütenden Feuerwirbel gesteigert – da beobachtete Simmeth durch Rauch und Qualm hindurch eine breite französische Schützenlinie in seinem Rücken herankommen – kurz entschlossen warf er sich, untertützt durch den Gefreiten Joseph Binder (aus Tholbat bei Ingolstadt) und den Gefreiten Ludwig Schwaiger der 11. Kompanie, seiner Kampfgruppe vorauseilend, auf den Feind. Es gelang ihnen überraschend den Franzosen in die Flanke zu kommen und nach erbittertem Nahkampf, in dem sich auch besonders der Unteroffizier Friedrich Walther der 11. Kompanie auszeichnete, 200 Franzosen mit mehreren Offizieren gefangen zu nehmen. Zahlreiche Angehörige des Reserve-Infanterie-Regiments 92 wurden so wieder aus der Gefangenschaft befreit. Als die gefangenen Franzosen die unterlegene Zahl der Unseren gewahr wurden, machten sie – dem Beispiel eines ihrer Offiziere folgend, Fluchtversuche, welche jedoch durch unsere namentlich erwähnten wackeren Helden mit dem Bajonett vereitelt wurden.

Indes hatte Major Schaaf Teile des I. Bataillons und des Reserve-Infanterie-Regiments 92 kehrt machen lassen und ließ im Anschluss an die südwestlich des Thiaumontwerkes liegende 9. Kompanie den Hang nördlich des Weges, der nach der kalten Erde führt, mit Front nach Nordwesten besetzt.

Eine am rechten Flügel des I. Bataillons vorhandene gefährliche Lücke schloss er durch Herausnehmen von Kräften aus der Nordfront und durch Verlängerung des zurückgebogenen rechten Flügels des I. Bataillons.

An den Regimentskommandeur ging Meldung ab, dass unsere Stellung restlos gehalten wurde.

Am 25. Juni früh war es auch einer französischen Kompanie im Schutze der Dämmerung gelungen bis zum Thiaumontwerke vorzustoßen. Oberst Mieg konnte zunächst nicht unterscheiden, ob es zurückgehende eigene Leute oder Franzosen waren. Dann aber ein rascher Entschluss – Offiziere und Mannschaften, Ordonanzen und Fernsprecher griffen zum Gewehr und Handgranate, der stellvertretende Regimentsadjutant Leutnant Lienhard raffte alle in den benachbarten Erdnischen kauernden Leute zusammen. Ein kräftiges Hurrah – ein schneidiges Vorstürmen – die an Zahl überlegenen Franzosen streckten die Waffen. Aber noch gab der Feind seine Durchbruchsversuche nicht auf. Neuerdings setzte französisches Trommelfeuer ein – von der Brasschlucht drohte ein feindlicher Vorstoß – die Signalpatronen zur Anforderung unseres Artilleriefeuers waren zur Neige gegangen – da eilte Schwaiger ungeachtet des feindlichen Feuers zum Regimentsstab ins Werk und kehrte wohlbehalten mit Signalpatronen zurück. Der Franzose wurde durch das Sperrfeuer der Artillerie und das Abwehrfeuer der Infanterie zurückgeworfen und erlitt schwere Verluste.

Für ihr hervorragendes Verhalten erhielten Simmeth und Binder die Goldene, Schwaiger und Walther die Silberne Tapferkeitsmedaille.“

Offiziell ist für Xaver Höpfl keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitruam fielen, u. a.

  • Hauptmann Franz Sonntag, geboren am 27.10.1877 in Augsburg, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Leutnant Wilhelm Meyer, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Georg Kallert, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Friedrich Jelden, gefallen am 25.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Xaver Höpfl und Xaver Peter
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Höpfl und Xaver Peter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.603: Andreas Hauthaler

Der Soldat Andreas Hauthaler stammte aus Reichersdorf in Bayern und war der Sohn eines Landwirts (Greinerbauerssohn). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 17. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 19.10.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Stellungskämpfe in französisch Flandern bei Hulluch.

Über den Todestag und die Todesumstände von Andreas Hauthaler berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 18.10. kurz nach 7 Uhr nachmittags gelang es den Engländern durch eine Lücke der Stellung in ein Sappenstück, das von einem Zug der 5. Kompanie besetzt war, überraschend einzudringen und in einer Ausdehnung von zirka 100 Meter zu besetzen. Der von der 6. Kompanie sofort eingeleitete Gegenangriff mit Handgranaten scheiterte an den englischen Abwehrmaßnahmen des Gegners. Die bei uns durch das Artilleriefeuer eingetretenen schweren Verluste waren die Veranlassung, dass zunächst von weiteren Gegenangriffen Abstand genommen wurde.

Ein am 19.10. 6 Uhr nachmittags unter Einsatz der 1. Kompanie vorgenommener Versuch zur Wiedereroberung des verloren gegangenen Grabenstückes scheiterte leider wieder an dem sofort einsetzenden starken und gutliegenden feindlichen Maschinengewehr- und Artilleriefeuer.

Um unnötige Verluste zu vermeiden, wurde auf höheren befehl von weiteren Versuchen, das verlorene Grabenstück wiederzugewinnen, abgesehen und alle Kräfte zum Stellungsausbau eingesetzt.

Wieder stand das Regiment vor der schweren Aufgabe, eine infolge der vorausgegangenen Kämpfe arg zerschossene, zum Teil neu entstandene und noch nicht ausgebaute Stellung so einzurichten, dass etwaige neue Angriffe mit Erfolg abgewehrt werden konnten. Zwei Monate Momente waren es, die diese Aufgabe wesetnlich erschwerten, die Witterung und das feindliche Feuer. Das Nasse Wetter hatte bereits eingesetzt. Regen und Schnee verwandelten die Grabensohle in den Schützen und Laufgräben zu einem zähen Lehmbrei, in dem die Leute bis übers Knie versanken. Es kostete unendliche Anstrengungen durch diese aufgeweichten Gräben den Transport des zum Stellungsbau vorne benötigten Materials zu bewerkstelligen. Außerdem hatten die Grabenwände in dem schweren durchnässten Boden keinen Halt und stürzten immer wieder ein. Sie mussten daher verschalt werden. Es war eine richtige Sisyphusarbeit, die täglich eingefallenen Grabenstücke wieder auszugraben und zu stützen.“

Die Lage des Grabes von Andreas Hauthaler ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn sein Leichnam geborgen werden konnte, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier Ludwig Geyer, gefallen am 19.10.1915 bei Hulluch, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Ludwig Hock, gefallen am 19.10.1915 bei Hulluch, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab;
  • Ersatz-Reservist Reinhard Hochreiter, gefallen am 19.10.1915 bei Hulluch, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab;
  • Infanterist Friedrich Voigt, gefallen am 19.10.1915 bei Hulluch, begraben auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Andreas Hauthaler
Rückseite des Sterbebildes von Andreas Hauthaler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.588: Georg Weidinger

Der Soldat Georg Weidinger stammte aus Ramerding, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kirchdorf am Inn, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 23.03.1918 fiel er während der Großen Schlacht in Frankreich im Alter von 20 Jahren bei Jussy durch Verschüttung.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Weidinger berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 23.3. ging es noch vorwärts bis zum Bois l‘ Abbé; dabei fiel Leutnant Dietl, der tapfere Führer der 8. Kompanie. In der Nacht fühlten die vordersten Patrouillen bis an das Bois de Genlis heran. Ihre Erkundung brachte die Gewissheit, dass die Engländer auf ihrem Rückzug durch Franzosen aufgenommen wurden. Französische Maschinengewehr-Nester waren in raffinierter Werise am Boden und auf den Bäumen zum Bestreichen der Wege und Schneisen aufgestellt.“

Man begrub Georg Weidinger auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in einem Massengrab.

Sterbebild von Georg Weidinger
Rückseite des Sterbebildes von Georg Weidinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.576: Karl Ringlstetter

Der Soldat Karl Ringlstetter stammte aus der bayerischen Gemeinde Attenhofen und war der Sohn eines Hofbesitzers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie (Verlustliste: 3. Kompanie) des 11. bayerischen Infanterie-Regiments als Reservist. Am 05.05.1915 fiel er während eines Angriffs im Wald von Ailly im Alter von 24 Jahren durch Kopfschuss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Ringstetter berichtet die Regimentsgeschichte des 11. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Ein eigener schwerer Angriff am 05.05. brachte die gesamte im April verlorengegangenen Linien wieder restlos in den Besitz des III. bayerischen Armee-Korps. Überraschend, nach kurzem Artillerievorbereitungsfeuer, stürmte das Regiment Carl, beiderseits eingerahmt von je einem Regiment der neu aufgesetzten 80. Infanterie-Brigade gegen die französischen Gräben an; in kurzer Zeit waren alle ehemaligen deutschen Linien wiedergewonnen und darüber hinaus noch die frühere vorderste Stellung der Franzosen besetzt. Mit einem Schlag war die Ruhe im Wald von Ailly hergestellt. Leider fiel gleich zu Beginn des Sturms der tapfere Kommandeur des Bataillons 11. Regiment, Major Georg Vogl.“

Offiziell ist für Karl Ringlstetter keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Troyon beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitabschnitt fielen, u. a.

  • Gefreiter Sebastian Roithmeier, gefallen am 05.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 13, Grab 134,
  • Leutnant Josef Mandl, gefallen am 05.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 12, Grab 20,
  • Reservist Jakob Schrögmeier, gefallen am 06.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 12, Grab 87.

 

Sterbebild von Karl Ringlstetter
Rückseite des Sterbebildes von Karl Ringlstetter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.528: Alois Brandlhuber

Der Soldat Alois Brandlhuber wurde am 14.06.1890 in Lichtenhaag geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gerzen, und war der Sohn eines Tagelöhners (Söldnerssohn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 9. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 04.09.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Flers während der Schlacht an der Somme während eines Sturmangriffs.

Über die Todesumstände von Alois Brandlhuber berichtet die Regimentsgeschichte des 9. bayerischen Infanterie-Regiments:

„In der Nacht vom 2./3. September übernahm die 7. Infanterie-Brigade den Abschnitt des Infanterie-Regiments 88 südwestlich von Flers bis an die Straße Flers – Longueval. Dieser Regiments-Abschnitt des 9. Infanterie-Regiments wurde vom II. Bataillon, der 1. Kompanie und sechs Maschinengewehren besetzt. Den Befehl übernahm Major Etzel. Die 2., 3. und 4. Kompanie verblieben als Brigade-Reserve in der Mulde nordostwärts von Gueudecourt.

Rechts vorwärts vom Abschnitt 9. Infanterie-Regiments lag das dem 5. Infanterie-Regiment unterstellte III./9. Infanterie-Regiment, links schloss das Infanterie-Regiment 118 an. Das Reserve-Infanterie-Regiment 5 lag rechts vom 5. Infanterie-Regiment.

Die Stellungen, in denen die Deutschen schwere Abwehrkämpfe zu führen hatten, waren keine Stellungen mit durchlaufenden Schützen- und Verbindungsgräben und Unterständen, wie sie die Truppen an ruhigeren Fronten in langer Arbeit erbauen konnten. Sie bestanden hauptsächlich aus Granattrichtern, die nur selten miteinander durch seichte Gräben verbunden waren. Kleine Schurzholznester gewährten notdürftigen Schutz gegen Splitter. Jeder Volltreffer vernichtete das Nest und die, die in ihm Schutz gesucht hatten. Ein Ausbau der Gräben war nicht möglich. Feindliches Feuer verhinderte die Arbeit oder zerstörte, was kaum vollendet war. Eine an Munitionsreichtum, geschickter Beobachtung und Feuerleitung der unseren weit überlegene feindliche Artillerie sorgte im Verein mit der feindlichen Fliegertätigkeit schon dafür, dass Arbeiten in der Stellung, Vorbringen von Munition und Verpflegung, überhaupt jede Tätigkeit unserer Truppen unterbunden wurde oder nur unter großen Verlusten stattfinden konnte.

Das feindliche Artilleriefeuer hielt Tag und Nacht an. Die Zeiten, in denen Stellungen und Hintergelände mit unregelmäßigen Pausen abgestreut wurden, galten als ruhige Zeiten! Unter diesen Umständen war es den Engländern möglich, nicht nur immer wieder neue Stellungen vorzutreiben, sondern auch sich in ihnen nahezu unbehelligt zu Angriffen bereitzustellen. Denn gegen die feindliche Feuerüberlegenheit konnte eine Wirkung unserer Maschinengewehre und Gewehre nicht aufkommen.

Das Gelände bestand, soweit das Auge reichte, nur mehr aus Granattrichtern. Ortschaften und Häuser waren dem Erdboden gleichgemacht, die Brunnen verschüttet, nur an niedrigen Baumstümpfen war noch zu erkennen, wo Wälder gestanden hatten.

Warme Verpflegung vorzubringen, war fast unmöglich. Die Träger wurden entweder abgeschossen oder sie stolperten in die Granattrichter und verschütteten oder verloren das Essen. Was an Verpflegung überhaupt noch vorkam, konnte hie und da mit Hartspiritus notdürftig aufgewärmt werden. Sehr gut bewährte sich anfänglich die Bildung eines 4. Zuges bei jeder Kompanie, der nachts Verpflegung, Mineralwasser, Munition und Schurzholzrahmen vortrug. Als im Verlauf der Kämpfe auch das nicht mehr möglich war, nahmen die ablösenden Truppen selbst Verpflegung für mehrere Tage mit und außerdem wurden nahe hinter den Stellungen Niederlagen für Munition, Verpflegung und Mineralwasser eingerichtet. In Flers wurde ein Regimentspark und eine Teeküche angelegt.

Die Ablösung gestaltete sich äußerst schwierig. In dunkler Nacht, in dem aller Anhaltspunkte beraubten Gelände, im Artilleriefeuer zerrissen die Verbände, Tote und Verwundete wurden verschüttet, Meldeläufer und Versprengte verirrten sich und gerieten in die feindliche Stellung.

Stundenlangem Trommelfeuer unter ausgiebiger Verwendung von Gasgranaten folgten Angriffe, die abgeschlagen und wieder erneuert wurden. Aber die Tapferkeit und Ausdauer unserer Truppen hielt unter den schwierigen Verhältnissen dem überlegenen Ansturm stand. Es zeigten sich die Früchte einer harten Friedensschule, in der die älteren Mannschaften zu Männern und Soldaten erzogen worden waren. Aber auch die jungen, erst im Kriege eingezogenen und ausgebildeten Mannschaften taten ihre Pflich, auch wenn im Getöse des Kampfes der Einzelne auf sich selbst gestellt, eine Einwirkung der Zug- und Gruppenführer unmöglich war.

Ganz besonders bewährten sich unsere jungen aktiven und Offiziere des Beurlaubtenstandes. Viele von ihnen waren von der Schulbank weg zu den Fahnen geeilt und im Kriege zu Männern und Führern herangereift. Begeisterung und Tapferkeit musste ersetzen, was ihnen an Lebenserfahrung und militärischer Ausbildung noch fehlte. Es war begreiflich und entschuldbar, dass gar manchem von ihnen, die trotz ihrer Jugend schon eine Kompanie zu führen hatten, die Fähigkeit, sie auszubilden und das Verständnis für die Denkungsart alter Mannschaften und Familienväter fehlte, aber eines verstanden sie alle: Ihren untergebenen ein Vorbild zu sein an Tapferkeit und Pflichttreue bis in den Tod.“

Man begrub Alois Brandlhuber auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Lichtenhaag gedenkt Alois Brandlhuber noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/gerzen-lichtenhaag_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Alois Brandlhuber
Rückseite des Sterbebildes von Alois Brandlhuber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.508: Georg Stadler

Der Soldat Georg Stadler stammte aus der bayerischen Gemeinde Witzmannsberg und war Kleinbauer. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 11. Kompanie des  2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments als Wehrmann und Infanterist. Am 22.08.1914 fiel er im Alter von 38 Jahren bei Logelbach im Elsass, 11 Tage nach dem Einsatzbeginn seines Regimentes.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Stadler berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„2. Erstes Gefecht bei Ingersheim

Für den 22.08. befahl General Eichhorn den Angriff der 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Brigade, die durch II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123, 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompanie XV. Armeekorps und 6./Fuß-Artillerie-Regiment 13 verstärkt war, gegen Ingersheim, um hierdurch die im Münstertal befindlichen feindlichen Kräfte zu fesseln.

Die Bereitstellung zum Angriff erfolgte entlang der Bahnlinie Schlettstadt, Colmar, Mühlhausen und zwar mit Landwehr-Infanterie-Regiment 1 dicht nördlich Colmar; vom Landwehr-Infanterie-Regiment 2, dem ½ II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123, 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompanie XV. Armee-Korps und 6./ Fuß-Artillerie-Regiment 13 unterstellt worden waren, stellten sich in erster Linie III. Bataillon im Anschluss an Landwehr-Infanterie-Regiment 1 an der Straße Colmar – Ingersheim, I. Bataillon beim Bahnhof Colmar bereit, in zweiter Linie ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 mit Maschinengewehr-Kompanie in Colmar, dahinter aufgeschlossen ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123.

6./Fuß-Artillerie-Regiment 13 ging während der Bereitstellung bei Horburg in Stellung, wurde dann nachgezogen, um beim Vorgehen der Infanterie zum Angriff am Krankenhaus nordwestlich Colmar in Stellung gebracht zu werden.

Nach dem Befehl der Brigade sollte Landwehr-Infanterie-Regiment 1 mit linkem Flügel am Nordrande von Ingersheim vorbeigehen, um sodann Ingersheim zu umfassen, Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte Ingersheim in der Front anzugreifen.

Vom Kommandeur Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wurde III. Bataillon zum Angriff auf Ingersheim entlang der Straße nach Ingersheim und durch Logelbach angesetzt, I. Bataillon hatte mit rechtem Flügel am Südrande von Logelbach vorzugehen und links von Ingersheim anzugreifen. ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 sollten zur Verfügung des Regimentskommandeurs entlang der Straße nach Ingersheim folgen.

Gegen Mittag wurde aus der Bereitstellung zum Angriff geschritten. Hierbei zerlegte sich I. Bataillon in 2 Teile. Sein linker Flügel, 3., 4. und ein Teil der 2. Kompanie ließ sich durch feindliches Feuer, das ihm von Winzenheim her entgegenschlug, am Südrande von Logelbach festgehalten und nahm den Feuerkampf gegen Winzenheim auf. Der rechte Flügel mit dem Bataillonskommandeur (½ 1 und 2/3 2. Kompanie – ½ 1. war entsendet) zog sich an die Straße nach Ingersheim heran, überschritt diese sogar mit Teilen und schob in das III. Bataillon ein. Der Regimentskommandeur setzte in die hierdurch entstandene Lücke das ½ II. Bataillon mit Maschinengewehr-Kompanie in Logelbach ein.

III. und ½ I. Bataillon gingen in den Weingärten zu beiden Seiten der Straße nach Ingersheim im heftigen feindlichen Infanteriefeuer, das aus Ingersheim und vom Letzenberg kam, ununterbrochen vor.

Der Feind war nicht zu erkennen. Die mit Draht durchzogenen Weingärten bildeten ein wirksames Hindernis und brachten die Verbände durcheinander. Da machte sich am linken Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiments 1 eine Rückwärtsbewegung bemerkbar. Der Kommandeur Landwehr-Infanterie-Regiment 2 ließ durch Einsatz einer Kompanie des ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 die zurückgehenden Abteilungen wieder vorreißen.

Die Haubitz-Batterie unterstützte das Vorgehen der Infanterie durch Feuer gegen den bei der Fechtbrücke gelegenen Teil von Ingersheim und gegen den Letzenberg, vermochte aber das feindliche Infanteriefeuer kaum zu bekämpfen.

An der am südlichen Fechtufer gelegenen Häusergruppe von Ingersheim fand der Angriff ernsten Widerstand. Die Häuser waren vom Feinde besetzt und mussten einzeln genommen werden. Von einer zurückgezogenen, geschickt angelegten Straßenbarrikade aus bestrich der Feind der Länge nach die Straße und die Weingärten. Von den Landwehrleuten wurde dieser Barrikade auf etwa 100 Meter gegenüber eine solche aus Brettern und Matratzen errichtet und mit Schützen besetzt. In der Bekämpfung der feindlichen Scharfschützen tat sich besonders Vizefeldwebel (Offiziersaspirant) Süßmann der 9. Kompanie hervor. Um die feindlichen Schützen hervorzulocken, sprangen einzelne beherzte Leute wiederholt über die Straße. Der Angriff kam aber nicht vorwärts. Die letzte Reserve des Regiments, eine Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 123, wurde eingesetzt. Der Regimentskommandeur begab sich an den Eingang der Häusergruppe und befahl an die dort befindlichen Kommandeure III. und I. den Sturm auf Ingersheim. Die Hörner bliesen zum Sturm und mit Hurra wurde die Häusergruppe genommen. Eine Anzahl Alpenjäger wurden zu Gefangenen gemacht. Es wurde bis zum südlichen Fechtufer vorgedrungen.

Inzwischen hatte ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 mit der Maschinengewehr-Kompanie unter der tatkräftigen Führung des Hauptmanns Huber Logelbach im heftigen feindlichen Strichfeuer von Letzenberg durchschritten und den Westrand des Ortes erreicht. Es war aber nicht möglich, im feindlichen Feuer weiter vorzudringen. Man nahm den Feuerkampf auf.

Der Feind erhielt Verstärkungen. Es schlug plötzlich feindliches Artilleriefeuer vom Eichberg nördlich Türkheim und anscheinend auch von Dorfburg (nordwestlich Ingersheim) ein. Die 6./Fuß-Artillerie-Regiment 13 schwieg. Sie hatte sich durch das sie erreichende Infanterie-Strichfeuer veranlasst gesehen, hinter die Fecht zurückzugehen. Feindliche geschlossene Abteilungen zeigten sich auf dem Letzenberg und jenseits des die Fecht begleitenden Akaziengebüsches. Alpenjägerhörner bliesen. Es erfolgte ein allgemeiner feindlicher Vorstoß. Dieser wurde zwar durch unsere Truppen an der Fecht aufgehalten, die dortige Stellung war aber der feindlichen Übermacht gegenüber nicht mehr zu halten. Die Truppen gingen zruück. Auch Landwehr-Infanterie-Regiment 1 war zurückgegangen. Inzwischenwar die Dämmerung eingetreten. Der Regimentskommandeur bereitete aus durch den verwundeten Hauptmann Eibner gesammelten Mannschaften eine Aufnahme auf einer Anhöhe 800 Meter südöstlich Ingersheim vor und gab den Befehl zum allgemeinen Rückzug hinter die Ill bei Colmar. Die Truppen bezogen die Unterkunft vom Tage zuvor.

Die Verluste der Kompanien, die bei Ingersheim gekämpft hatten, waren nicht unerheblich, in Logelbach waren sie gering.

Das Regiment, und zwar hauptsächlich 1/4 I. und III. Bataillon hatte verloren 3 Offiziere tot, 6 verwundet, 18 Unteroffiziere und Mannschaften tot, 74 verwundet, 70 vermisst. Wie später in Ingersheim ermittelt wurde, waren die Vermissten alle entweder tot oder schwer verwundet bei Ingersheim zurückgelassen worden. Das Regiment hatte also insgesamt 171 Verluste.

An Offizieren waren gefallen Leutnant Christian Heinz der 5. Kompanie, Leutnant Köttig der 9. Kompanie (starb am 28.08. an seiner Verwundung), Leutnant Gahbauer der 10. Kompanie.

Der Regiments-Adjutant Oberleutnant Barck wurde beim Sturm auf die vorgeschobenen Häusergruppe von Ingersheim schwer verwundet.“

Man begrub Georg Stadler auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Georg Stadler
Rückseite des Sterbebildes von Georg Stadler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.503: Ludwig Ernst

Der Soldat Ludwig Ernst wurde am 28.07.1885 in Linden in Bayern als Sohn eines Brunnenmachers geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments als Landsturmmann und Infanterist. Er wurde mit dem bayerischen Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 23.03.1918 fiel er im Alter von 33 Jahren an der Westfront während der letztenm Kämpfe rund um Arras bei Saint-Léger durch einen Granattreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ludwig Ernst berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Dritter Angriffstag, 23.03.1918

Als daher am nächsten Morgen nach 4 Uhr der Befehl eintraf, dass das 10. Infanterie-Regiment nach kräftiger Artilleriefeuervorbereitung den Park und den Ort Saint-Léger wegzunehmen habe, da wurden wir beim Regiment mit der Bitte vorstellig, es müsste doch Saint-Léger sofort besetzt und das Artilleriefeuer gegen den Engländer am Bahndamm verlegt werden. Obwohl das Regiment nach eingehender Schilderung der Lage mit dem Hinweis, dass sich bereits Patrouillen vom III./10. in der Ortschaft befänden, sofort alle Schritte unternahm, um das geplante Artilleriefeuer zu verhindern, kam doch der uns unverständliche Befehl: „Der Park und Ort Saint-Léger sind zu räumen; das bereits befohlene Artilleriefeuer kann nicht mehr rückgängig gemacht werden!“ Und so mussten wir von 6.40 Uhr bis 7.10 Uhr vormittags zusehen, wie die eigene Artillerie auf den vom Feind geräumten Ort und den Park stärkstes Wirkungsfeuer abgab, wo doch dieses Feuer so notwendig gegen den Bahndamm, wo sich die Engländer einnisteten, hätte gelenkt werden sollen. Nachdem das II. und I./10. sich nach Einstellung des Feuers überzeugen konnten, dass Park und Ort vom Feinde frei waren, sammelte das Regiment befehlsgemäß an dem Wegekreuz 1.200 Meter nördlich des Bahnhofes von Saint-Léger und hatte sich dort zur Verfügung der Brigade zu halten.

Inzwischen wurde das 6. und 13. Infanterie-Regiment in das 1. Treffen vorgezogen und ihnen der Angriff auf den Bahndamm Saint-Léger – Boyelles befohlen. Die Regimenter kamen aber wegen starken, flankierenden Maschinengewehrfeuers nur schwer vorwärts; allmählich wurde aber der Angriff gut vorgetragen, bis auch der frontale Widerstand Halt gebot. Eigene Artillerieunterstützung fehlte fast vollkommen, die heute morgen verschwendete Munition wäre hier sehr erwünscht gewesen. Obwohl ½ II./10. und 2. Maschinengewehr-Kompanie auch noch dem 13. Infanterie-Regiment zur Verfügung gestellt wurden, kam der Angriff doch nicht mehr vorwärts, da die artilleristische Gegenwehr und das flankierende Maschinengewehrfeuer vom Bahndamm Saint-Léger – Boyelles und aus der Judas-ferme die entgegen der Mitteilung der Brigade noch nicht genommen war, sich zu sehr verstärkte und eigene Artillerieunterstützung mangelte.

Das 10. Regiment lag auf der Höhe nördlich Saint-Léger, dicht gedrängt in schmalen Gräben ohne Unterstände, stundenlang dem feindlichen Artilleriefeuer ausgesetzt, das aber wunderbarerweise keine Opfer forderte. Von hier aus konnten wir dem Angriff der beiden Regimenter zusehen, konnten die Schneid unserer wackeren Kameraden bewundern, die trotz schwerstem feindlichen feuer immer wieder vorgingen, aber leider ihr Ziel nicht erreichen konnten. Es war unter diesen schweren Kämpfen Abend geworden. Das 10. Infanterie-Regiment musste nun aus seiner bisherigen Bereitstellung heraus und zum Schutze der linken Flanke längs des Weges Saint-Léger – Boiry-Bequerelles Aufstellung nehmen. Diese Bewegung wurde sofort eingeleitet, fand aber dann einige Verzögerung durch einen sehr starken, englischen Artilleriefeuerüberfall. Die Aufstellung des Regiments während der Nacht war: Nördlich I./10., daran anschließend nach links bis zur Mühle Saint-Léger III./10., von dort bis Saint-Léger II./10. Die Maschinengewehr-Kompanie und die 9./10. wurden zur Besetzung der Tiefenzone ausgeschieden. Im Allgemeinen verlief die Nacht ruhig. Durch ständige Patrouillen, bei denen sich besonders Offiziersstellvertreter Raucheisen der 11./10. durch seine klaren, eingehenden Meldungen auszeichnete, wurde die Fühlung mit dem Feind aufrecht erhalten. Die Meldungen besagten, dass der Bahndamm und die Judas-Ferme von Engländern noch besetzt waren.“

Man begrub Ludwig Ernst auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Ludwig Ernst
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Ernst

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.470: Josef Maier

Der Soldat Josef Maier stammte aus Diepoldsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obing, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.02.1917 verstarb er im Alter von 22 Jahren in englischer Gefangenschaft, in die er während der Stellungskämpfe im Artois bei Souchez (bei Arras) an der Lorettohöhe in diese geraten war.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Josef Maier berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“

Man begrub Josef Maier auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 5, Grab 705.

Sterbebild von Josef Maier
Rückseite des Sterbebildes von Josef Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.468: Ludwig Metz

Der Soldat Ludwig Metz wurde am 24.01.1880 in Hochstraß geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offiziersstellvertreter in der 10. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 03.02.1917 fiel er bei Souchez während der Stellungskämpfe im Artois im Alter von 37  Jahren bei Arras an der Lorettohöhe.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Ludwig Metz berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“

Man begrub Ludwig Metz auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 1, Grab 204.

Sterbebild von Ludwig Metz
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Metz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.462: Anton Oxler

Der Soldat Anton Oxler wurde am 14.12.1885 in Deisenhofen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Seit dem 05.11.1914 wird Anton Öxler vermisst. Am 10.12.1914 wird er zunächst als schwer verwundet gemeldet. Offensichtlich haben Kameraden im Gefecht beobachtet, wie er schwer verwundet wurde, ohne ihn bergen zu können, und eine entsprechende Meldung weitergegeben. Am 22.01.1916 wird er darüber hinaus als vermisst gemeldet. Am 09.03.1917 erfolgt schließlich die offizielle Meldung, dass Anton Öxler bei La Maison blanche (Kämpfe bei Loretto in Artois) gefallen sei.

Über die Todesumstände von Anton Öxler berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 05.11.1914 gegen 9 Uhr vormittags beginnt die französische Artillerie unsere Stellung bei La Maison blanche mit nie vorher erlebter Tollwut zu beschießen. Im Graben der 11. Kompanie sitzen Volltreffer schweren Kalibers, einer neben dem anderen. Der Eindruck ist so furchtbar, dass 10 – 20 Leute weichen, bei der Befehlstelle aber mit Mühe aufgehalten werden. Schwer lastet die Verantwortung auf dem Führer von III./R. 12. Ein Unteroffizier meldet ihm, dass die 11. Kompanie nur noch aus 20 Mann besteht und ganze Gruppen tot seien; in jenen kritischen Stunden zeigt der Reservist Dominikus Dauner (11.), Maurer aus Rechbergreuthen, sich als hervorragender Soldat. Obwohl verwundet, muntert er seinen linken Nebenraum mit den Worten auf: „Ich bin verwundet, das macht nichts, deswegen schieße ich doch. Wir dürfen hier nicht heraus, sonst ist die 12. mKompanie verloren!“ Und zum rechten Nebenmann sagt er: „Ich gehe nicht, wir sind ja nicht mehr so viele!“ Teile der 10. Kompanie weichen auf Befehl den unausgesetzt einschlagenden, schweren Granaten aus. Der Gefreite der Landwehr Ernst Stefan (9.), Landwirtschaftslehrer aus Gaisdorf, merkt dabei, dass vier Leute am alten Platz zurückgeblieben sind. Er will sie nicht im Stich lassen und holt sie nach. „Aushalten“ ist der Gedanke, der den Bataillonsführer beseelt. „Aushalten!“ ruft sein Adjutant, Leutnant Leonhard der 9. Kompanie zu, indem er zu ihr in die Stellung kriecht. Erst um 11 Uhr lässt die Wut des Feuers etwas nach. Sofort führt Leutnant Boxhorn, der Führer der 10. Kompanie einige wenige entwichene Leute wieder in die vordere Stellung. Der tapfere Gefreite Götz des Bataillonsstabes, Melder der 10. Kompanie, ermuntert die Leute dabei und will eben fünf Mann vorführen, als er durchs Herz getroffen fällt. Von 1 – 5.30 Uhr nachmittags setzt das feindliche Artilleriefeuer mit neuer Wucht ein. Ein Sturmversuch des Feindes gegen 3 Uhr scheitert. Minenwerfer mischen sich nun ein und man glaubt das Geräusch wie von herabfallenden Nägeln zu hören. Gegen 4.30 Uhr nachmittags steigert sich das Feuer wieder zum Vernichtungsfeuer. Als plötzlich das „en avant!“ der Franzosen zu hören ist, verlässt zwischen einfallenden Granaten der Bataillonsführer mit der Fahne und 8 Mann des Unterstabes die Befehlsstelle. Rechts von La Maison blanche sieht er den Feind in hellen Haufen herankommen. Er befiehlt Visier 500 und bringt im Verein mit der vorderen Linie den Sturmangriff zum Stillstand. Auch die Kompanien „Mack“ und „Wenk“ hatten ihre Stellung restlos behauptet. Die Schlacken der 10. und 11. Kompanie, im Ganzen etwa 40 Mann, wurden als Reserve zurückgenommen. Der Bataillonsführer stellt die Ordnung her. Zwei Maschinengewehre treffen von rückwärts ein. La Maison blanche war heldenhaft und mit Erfolg gehalten worden.“

Anton Öxler zahlte dabei mit seinem Leben den Preis.

Eine Grablage ist für Anton Öxler offiziell nicht bekannt. Ich vermute jedoch sehr stark, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, an der Stelle, an der er fiel und die später zu diesem Soldatenfriedhof wurde. Dort wurden auch seine Regimentskameraden begraben, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Gefreiter Georg Baumeister, geboren 1890, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Georg Haugg, geboren 09.04.1882, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Stiglmeir, , gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Joseph Ailer, gefallen am 05.11.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Oxler
Rückseite des Sterbebildes von Anton Oxler