Sonderbeitrag: Der britische Komponist George Butterworth

Der Soldat George Sainton Kaye Butterworth, MC wurde am 12. Juli 1885 in der britischen Hauptstadt London geboren und war ein britischer Komponist, der vor allem für die Orchesteridylle The Banks of Green Willow und seine Liedvertonungen von A. E. Housmans Gedichten aus A Shropshire Lad bekannt wurde. Er wurde für seine Tapferkeit während der Kämpfe bei Pozières im Ersten Weltkrieg mit dem Militärkreuz ausgezeichnet und fiel in der Schlacht an der Somme.

Butterworth wurde in Paddington, London, geboren. Bald nach seiner Geburt zog seine Familie nach York, damit sein Vater Sir Alexander Kaye Butterworth eine Stelle als Generaldirektor der North Eastern Railway antreten konnte, die dort ihren Sitz hatte. Ihr Zuhause war Riseholme, ein Haus auf der Driffield Terrace, das später Teil der Mount School wurde.

George erhielt seinen ersten Musikunterricht von seiner Mutter, die Sängerin war, und er begann schon früh zu komponieren. Als kleiner Junge spielte er Orgel für Gottesdienste in der Kapelle seiner Vorbereitungsschule, der Aysgarth School, bevor er ein Stipendium für das Eton College erhielt. In Eton zeigte er frühes musikalisches Potenzial, als während seiner Zeit dort eine „Barcarolle“ für Orchester gespielt wurde (sie ist längst verschollen).

Butterworth ging dann an das Trinity College in Oxford, wo er sich mehr auf die Musik konzentrierte und Präsident des University Music Club wurde. Er freundete sich auch mit dem Volksliedsammler Cecil Sharp an; der Komponist und Volkslied-Enthusiast Ralph Vaughan Williams; der spätere Direktor des Royal College of Music, Hugh Allen; und ein Bariton und zukünftiger Dirigent, Adrian Boult. Butterworth und Vaughan Williams unternahmen mehrere Reisen in die englische Landschaft, um Volkslieder zu sammeln (Butterworth sammelte selbst über 450, viele davon 1907 in Sussex und manchmal mit einem Phonographen), und die Kompositionen beider wurden stark von dem beeinflusst, was sie sammelten. Butterworth war auch ein erfahrener Volkstänzer, der sich besonders für die Kunst des Morris-Tanzes interessierte. Er war eine Zeit lang bei der English Folk Dance and Song Society (deren Gründungsmitglied er 1906 war) als professioneller Morris-Tänzer angestellt und war Mitglied des Demonstration Teams.

Nachdem er Oxford verlassen hatte, begann Butterworth eine Musikkarriere, schrieb Kritiken für die Times, komponierte und unterrichtete am Radley College in Oxfordshire. Er studierte auch kurz Klavier und Orgel am Royal College of Music, wo er unter anderem mit Hubert Parry zusammenarbeitete, obwohl er weniger als ein Jahr blieb, da das akademische Leben nichts für ihn war.

Vaughan Williams und Butterworth wurden enge Freunde. Es war Butterworth, der Vaughan Williams vorschlug, eine symphonische Dichtung, an der er arbeitete, in sein London Symphony Orchestra zu verwandeln. Vaughan Williams erinnerte sich:

„Eines Tages unterhielten wir uns miteinander, als er in seiner schroffen und schroffen Art sagte: „Weißt du, du solltest eine Symphonie schreiben.“ Ich antwortete… dass ich nie eine Symphonie geschrieben hatte und auch nie vorhatte, … Ich nehme an, Butterworths Worte haben mich gestochen, und jedenfalls habe ich mir einige Skizzen angesehen, die ich für … eine symphonische Dichtung über London und beschloss, sie in symphonische Form zu bringen … Von diesem Moment an dominierte die Idee einer Symphonie meinen Kopf. Ich zeigte George die Skizzen Stück für Stück, als sie fertig waren, und da erkannte ich, dass er mit sehr wenigen Komponisten eine wunderbare Fähigkeit zur Kritik an den Werken anderer Männer und zur Einsicht in ihre Ideen und Motive besaß. Ich kann ihm nie genug dankbar sein für alles, was er für mich bei dieser Arbeit getan hat, und seine Hilfe hat auch vor Kritik nicht Halt gemacht.“

Als das Manuskript zu diesem Stück verloren ging (es war kurz vor Kriegsausbruch nach Deutschland geschickt worden, entweder an den Dirigenten Fritz Busch oder zum Kupferstich), half Butterworth zusammen mit Geoffrey Toye und dem Kritiker Edward J. Dent Vaughan Williams bei der Rekonstruktion des Werkes. Vaughan Williams widmete das Stück Butterworths Andenken nach seinem Tod.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs trat George Butterworth zusammen mit einigen seiner Freunde, darunter Geoffrey Toye und R. O. Morris, als Gefreiter in die leichte Infanterie des Herzogs von Cornwall ein, nahm aber bald eine Stelle als Subalterner (2. Leutnant) im 13. Bataillon der leichten Infanterie von Durham an und wurde später vorübergehend zum Leutnant befördert. Er war in der Armee als G. S. Kaye-Butterworth bekannt. Butterworths Briefe sind voller Bewunderung für die einfachen Bergarbeiter der Grafschaft Durham, die in seinem Zug dienten. Als Teil der 23. Division wurde die 13. DLI in den Einsatz geschickt, um die westlichen Zugänge zum Dorf Contalmaison an der Somme zu erobern. Butterworth und seinen Männern gelang es, am 16. und 17. Juli 1916 eine Reihe von Schützengräben in der Nähe von Pozières zu erobern, deren Spuren noch heute in einem kleinen Wäldchen zu finden sind. Butterworth wurde bei dem Gefecht leicht verwundet. Für seine Aktion wurde Temporary Lt. George Butterworth, 31 Jahre alt, mit dem Militärkreuz ausgezeichnet, das am 25. August 1916 im Amtsblatt veröffentlicht wurde, obwohl er es nicht mehr erlebte. Die Begründung für die Medaille lautet wie folgt:

„Für auffällige Tapferkeit in Aktion. Nachdem sein Kapitän verwundet worden war, befehligte Butterworth seine Kompanie mit großer Geschicklichkeit und Kaltblütigkeit, und mit seiner Energie und völliger Missachtung der Gefahr gab er an der Front ein gutes Beispiel. Sein Name war schon früher wegen seiner guten und tapferen Arbeit bekannt geworden.“

Die Schlacht an der Somme trat jetzt in ihre intensivste Phase ein. Am 4. August erhielt die 23. Division den Befehl, einen als Munster Alley bekannten Kommunikationsgraben anzugreifen, der sich in deutscher Hand befand. Die Soldaten hoben einen Angriffsgraben aus und nannten ihn zu Ehren ihres Offiziers „Butterworth-Graben“. In verzweifelten Kämpfen in der Nacht vom 4. auf den 5. August und trotz des Eigenbeschusses der australischen Artillerie eroberten Butterworth und seine Bergleute die Munster Alley und hielten sie, wenn auch mit schweren Verlusten. Am 5. August um 04:45 Uhr wurde Butterworth inmitten verzweifelter deutscher Versuche, die Stellung zurückzuerobern, von einem Scharfschützen durch den Kopf geschossen. Sein Leichnam wurde von seinen Männern hastig am Rand des Grabens begraben, aber nach den heftigen Bombardements der letzten zwei Jahre des Konflikts nie für eine formelle Umbettung geborgen.

Als sein Brigadekommandeur, Brigadegeneral Page Croft, an Butterworths Vater schrieb, um ihn über seinen Tod zu informieren, stellte sich heraus, dass er nicht gewusst hatte, dass sein Sohn mit dem Militärkreuz ausgezeichnet worden war. Ebenso war der Brigadier erstaunt, als er erfuhr, dass Butterworth einer der vielversprechendsten englischen Komponisten seiner Generation gewesen war. Brigadier Croft schrieb, dass Butterworth „ein brillanter Musiker in Friedenszeiten und ein ebenso brillanter Soldat in Zeiten des Stresses“ war.

Es herrscht Verwirrung darüber, welche Auszeichnung(en) Butterworth genau erhalten hat. Es wird gesagt, dass er den MC zweimal gewonnen hat, aber das ist falsch. Dieses Missverständnis mag entstanden sein, weil Butterworths Tapferkeit während des Somme-Feldzugs regelmäßig unter Beweis gestellt wurde. Zuerst wurde er Anfang Juli in Depeschen erwähnt und dann am 9. Juli bei Bailli Wood für den MC „für auffällige Tapferkeit im Einsatz“ empfohlen, dann wieder – erfolgreich – „für das Kommando seiner Kompanie mit großem Geschick und Gelassenheit“, als er am 16. und 17. Juli verwundet wurde. Brigadier Page-Croft erwähnte gegenüber Butterworths Vater auch, dass er die Medaille in der Nacht, in der er starb, erneut „gewonnen“ hatte. Das Militärkreuz wurde damals jedoch nicht posthum verliehen, und so hätte er es auch nie zweimal erhalten können. [9]

Butterworths Leiche wurde nie geborgen, obwohl seine nicht identifizierten Überreste möglicherweise auf dem nahe gelegenen Pozières Memorial, einem Friedhof der Commonwealth War Graves Commission, liegen, und sein Name erscheint auf dem Thiepval Memorial. George Butterworths The Banks of Green Willow ist für einige zum Synonym für die Aufopferung seiner Generation geworden und wurde von einigen als Hymne für alle „Unbekannten Soldaten“ angesehen. Sir Alexander Butterworth errichtete eine Gedenktafel an der St. Mary’s Priory Church in Deerhurst, Gloucestershire, zum Gedenken an seinen Sohn und seinen Neffen Hugh, der 1915 in Loos starb. (Reverend George Butterworth, der Großvater des Komponisten, war im vorigen Jahrhundert Vikar von St. Mary’s gewesen). Sir Alexander veranlasste 1918 auch den Druck eines Gedenkbandes zum Gedenken an seinen Sohn. Sein Name ist einer der 38 auf dem Kriegsdenkmal des Royal College of Music.

George Butterworth

Sonderbeitrag: Wilhelm Loh

Der Soldat Wilhelm (Theodor) Loh wurde 1877 in der hessischen Stadt Gießen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Landwehr in der Leibkompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 20.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Bouchavesnes nahe Péronne.

Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Loh berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Der 20. September kam heran. Er sollte trotz anfänglicher Erfolge ein zweites Le Quesnoy für das Regiment werden. Ein klares Bild der grauenhaften Vorgänge jenes Tages zu gewinnen, ist auch heute noch nicht möglich und wird es schwerlich jemals werden. Niemand kann den Schleier lüften, der sich geheimnisvoll über das Schicksal der Toten und 200 Vermissten jenes Tages legte.

Um 7.30 Uhr begann das Feuer unserer Artillerie; die schweren Batterien schossen erst um 8.30 Uhr lebhafter. Der Gegner antwortete mit stärkstem Feuer, namentlich gegen die Allainestellung. Punkt 10.10 Uhr vormittags brachen die sechs vorderen Kompanien zum Angriff los, die anderen schoben sich im stärksten Sperrfeuer auf die befohlenen Plätze vor. Die Entfernung zum Dorfe betrug etwa 500 Meter. Am Dorfrande gerieten die Kompanien in starkes Maschinengewehr-Feuer, das vom nördlichen Teil des Dorfes, am heftigsten aber aus der Richtung der Bouchavesnes-Ferme den Angreifern in die Flanke schlug. Die Wegnahme dieser Ferme, die nach dem ursprünglichen Plane den ganzen Angriff einleiten und das Vorkommen unseres Regiments durch unterstützendes Flankenfeuer erleichtern sollte, konnte dem linken Nachbarregiment nicht gelingen, da ihre Besatzung durch unser Artilleriefeuer zuwenig gefasst worden war. So blieb der Angriff um 11 Uhr vormittags vor dem Dorfe liegen. Der Gegner erkannte sofort die schwierige Lage unserer vorderen Kompanien und überschüttete sie mit verheerendem Artilleriefeuer. Leutnant der Reserve Hartwig, Volk und Sievers wurden schwer verwundet, Leutnant der Reserve Fasold fiel. Als gegen 1 Uhr nachmittags starke feindliche Kräfte von Norden her und aus dem Marrieres-Wald zum Gegenangriff nach dem Dorfe ausrückten, befahl unsere Führung erneute Artillerievorbereitung, die bis 4 Uhr nachmittags anhielt. Die Hauptschwierigkeit lag darin, dass eine Reihe sich widersprechender Meldungen über den Stand der Dinge bei den anschließenden Truppen die Befehlserteilung erschwerte und hinauszögerte. Um 5 Uhr nachmittags kam erneuter Befehl zum Angriff, obwohl die Wegnahme der Ferme immer noch nicht geglückt war. Bald meldeten Gefangene und zurückkommende Verwundete, dass es den Resten der 2., 3., 9. und 10. Kompanie gelungen sei, in das Dorf und hart links vom Dorfe vorzudringen und bis zur Straße am Westrand des Dorfes durchzubrechen, während Trümmer der Leibkompanie und der 11. Kompanie noch vor dem Dorfe lagen. Weiße Leuchtkugeln, die gegen 6 Uhr nachmittags an der Straße hochgingen, bestätigten die Richtigkeit der Aussagen. Ebenso war es dem Infanterie-Regiment 80 gelungen, in den Nordteil des Dorfes einzudringen. Schon glaubte man an einen erfolgreichen Ausgang des Tages. Bald aber, es war gegen 6.30 Uhr nachmittags, meldeten Beobachtungsoffiziere das Ausrücken starker französischer Kräfte zum Gegenangriff gegen das Dorf. Da Meldungen von vorn nicht zurückkommen, rückten Offizierspatrouillen durch das Sperrfeuer vor, um Klärung über die Lage zu holen. Aber sie wurden ebenso wie die beiden noch vor dem Dorfe liegenden Kompanien vom Gegner am Eindringen ins Dorf gehindert und verloren die meisten ihrer Leute. Nach Fliegermeldungen waren im Dorfe heftige Kämpfe bis in die Abendstunden im Gange. Gegen 9 Uhr nachmittags meldete der zur Erkundung in die vordere Linie vorgeschickte Leutnant der Reserve Zimmermann, dass der feindliche Gegenstoß anscheinend geglück sei; den durch das Dorf vorgedrungenen Kompanien sei offenbar der Rückweg abgeschnitten worden. Einzelne Verwundete, die noch zurückkamen, brachten ähnlich lautende Meldungen. Nun hieß es, die bisherige Stellung gegen etwaige Nachtöße des Feindes zu sichrn. Hauptmann Freiherr zu Putlitz ordnete sofort eine neue Besetzung an: Die 5. und 12. Kompanie besetzten neben den vom Dorfrand zurückkehrenden Resten der Leib- und 11. Kompanie die vordere Linie, die 8. die Allainestellung. Die bisher in der völlig zerschossenen vorderen Linie liegende 4. Kompanie sollte in die Zwischenstellung zurückgenommen werden. Durch das riesige Feuer zersprengt und ohne jeden Zusammenhang in Granatlöchern liegend, konnte sie bei der Dunkelheit nur mit Mühe zusammengerafft werden; auf dem Wege in die Zwischenstellung geriet sie dann in eine solche Feuergarbe, dass sie gänzlich auseinandergerissen wurde. Ein Bataillon vom Infanterie-Regiment 117 wurde als Reserve hinter das Regiment in den Kanal gelegt.

Nochmals gingen im Schutz der Dunkelheit Offizierspatrouillen vor, um die Lage im Dorf und das Schicksal der Kameraden zu erforschen. Sie wurden überall beschossen und mussten unter schweren Verlusten umkehren. Aus der Summe der beim Generalkommando eingelaufenen Meldungen ergab sich allmählich folgendes Bild: Unser Regiment hatte als einziges die befohlene Linie erreicht, wurde aber dort, da die Anschlusstruppen noch weiter zurücklagen, durch den Gegenstoß in der rechten Flanke und durch die Besatzung des Dorfes im Rücken gefasst und mussten unterliegen. Die Gründe für das Misslingen des Angriffs lagen klar: Dorf und Ferme waren keineswegs sturmreif geschossen. Durch das Feuer aus der Ferme wurden fast alle Kompanien in das Dorf hineingedrängt. Die im Norteil des Dorfes liegenden Reserven des Gegners hatten nach dem Vorverlegen unseres Artilleriefeuers genügend Zeit, aus den Kellern und Unterständen hervorzukommen und planmäßig nach Osten und Süden abzuriegeln, so dass den durchgebrochenen Teilen des Regiments der Rückzug abgeschnitten, den nachfolgenden Kompanien aber das Eindringen in das Dorf verwehrt wurden. Die Verluste waren groß: 15 Offiziere, 363 Unteroffiziere und Mannschaften waren verloren. Voller Todesverachtung waren sie hineingestürmt in das Dorf, das die Scharen der Braven verschlang und schreckliche Bilder eines wilden Handgemenges gesehen haben muss. Eine Reihe tüchtiger Offiziere, erprobter Unteroffiziere und wackerer Mannschaften wurden vermisst. Leutnant der Landwehr Loh, Leutnant der Reserve Gabcke, der tapfere Führer der 2. Kompanie, Leutnant der Reserve Leykauf, Köhler, Stern und der Führer des Sturmtrupps, Leutnant der Reserve Collin, kamen nicht wieder. Acht Offiziere, darunter Leutnant der Reserve Röhr, Gaebens, Leutnant Schroeder und Feldwebelleutnant Friedrich waren verwundet. Im Schutze der Nacht holten die Kompanien die noch im Vorgelände bis zum Dorfrand hin liegenden verwundeten Kameraden, unter ihnen den schwer verwundeten Führer der 3. Kompanie, Leutnant der Reserve Olt, und den Führer der 9. Kompanie, Leutnant der Reserve Sievers. Aus fernem Weltteil war dieser zu Beginn des Krieges in abenteurelicher Fahrt dem bedrängten Vaterland zu Hilfe geeilt und sollte hier die Wunde empfangen, an der er nach acht Tagen starb. Auch die 4. Kompanie ließ es sich, allen Gefahren zum Trotz, nicht nehmen, die vor der Stellung liegende Leiche ihres Führers, des Leutnants der Reserve Manns, zu suchen und im feindlichen Feuer zurückzuschaffen.“

Man begrub Wilhelm Loh auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

Gedenktafel für Wilhelm Loh
Gedenktafel für Wilhelm Loh

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.182: Joseph Poxleitner

Der Soldat Joseph Poxleitner stammte aus Ort und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.08.1916 fiel er im Alter von 35 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Maurepas in Nordfrankreich durch Granatschuss.

Die Lage des Grabes von Joseph Poxleitner ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass, wenn nach dem Granattreffer noch Körperteile übrig waren, diese anonym auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab beigesetzt wurden, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Karl Breitenbach, gefallen am 06.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Schütze Johann Reischl, gefallen am 30.07.1916 bei Guillemont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Ludwig Kölbl, gefallen am 29.07.1916 bei Peronne, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Heinrich Seubert, gefallen am 22.07.1916 bei Peronne, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Adam Gollas, gefallen am 22.07.1916 bei Peronne, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Johann Breitenauer, gefallen am 22.07.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Joseph Poxleitner
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Poxleitner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.173: Franz Schießl

Der Soldat FranzSchießl wurde am 04.08.1893 in Neuaign geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eschlkam, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 8. Kompanie des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 30.06.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Montauban-de-Picardie während der Schlacht an der Somme.

Über den Todestag von Franz Schießl schreibt die Regimentsgeschichte des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 30.06.1916 lag stärkstes Trommelfeuer auf dem gesamten Regimentsabschnitt von Montauban bis an die Somme südlich Curlu, unsere Fesselballons, diese Augen der Armee, sanken brennend herab, feindliche Flieger, völlig unbelästight, da unsererseits keine die Luft durchzogen, stießen wie Raubvögel auf die Grabenbesatzungen herab und beschossen sie aus geringer Höhe. Gasschwaden zogen dicht dem Erdboden entlang. Kein Zweifel für die vordersten Linien über ein bevorstehenden Angriff. Die gepanzerte deutsche Hand war seit Beginn des Stellungskrieges gelähmt, unfähig zu einem Schlag auszuholen. Der Versuch im Februar dieses Jahres bei Verdun erstickte bald in Blut und Schlamm und verzehrte die beste Kraft des Volkes. Die Oberste Heeresleitung sah wohl das im Bereiche der 2. Armee nördlich und südlich der Somme sich anbahnende Ungewitter, aber Verdun belastete zu sehr, um dort wie hier selbst zu neuem Schlage auszuholen. „Seit 24. Juni fegte ununterbrochen der Orkan feindlichen Vorbereitungsfeuers sieben Tage und Nächte über die dünnen Linien des Verteidigers hinweg. Mit einem ungeheueren Munitionsaufwand wurden die vordersten  deutschen Stellungen in einen wüsten Trümmerhaufen verwandelt, die Hindernisse hinweggefegt, die Gräben eingeebnet und die Unterstände durchschlagen oder verschüttet, die Annäherungswege zerstört, alle Fernsprechverbindungen unterbunden, kurz das Stellungegebiet in ein Granattrichtergelände umgestaltet. Die Gegenwirkung der weit unterlegenen deutschen Artillerie wurde immer schwächer. Es war wie ein Wunder, dass in diesem nervenerschütternden Getöse und unter diesem Geschosshagel sich noch Männer fanden, die im Augenblick des feindlichen Infanterieangriffs sich zur Abwehr erhoben“ – schreibt General der Infanterie von Kuhl.“

Offiziell ist für Franz Schießl keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Michael Dauerer, gefallen am 30.06.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Peter Reichinger, gefallen am 30.06.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Johann Hiltner, gefallen am 28.06.1916 bei Longueval, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Michael Dauerer, gefallen am 30.06.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton und Franz Schießl
Rückseite des Sterbebildes von Anton und Franz Schießl

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 6.977: Josef Greindl

Der Soldat Josef Greindl stammte aus Pfarrerberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Haibach, und lebte in Elisabethszell, Niederb.. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 10. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 22.09.1916 fiel er im Alter von 25 Jahren in Frankreich während der Schlacht der Somme nahe Gueudecourt durch einen Granatschuss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Greindl berichtet die Regimentsgeschichte des 11. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Major Carl übergab den bisherigen Abschnitt an den Kommandeur 6. Regiments und rückte mit seinem Stab nach Neuville-Bourjonval.

Die Ruhe war jedoch nur von kurzer Dauer; noch in der Nacht zum 22.09. hatte das I./11. hinter der Stellung des 6. Regiments sich bereitzustellen zur Teilnahme an einem Angriff auf ein Engländernest im „Below-Graben“; das II./11. hatte als Rückhalt in die „Allaine-Stellung“ (Riegelstellung zwischen Gueudécourt – Le Transloy) zu rücken.

Der Angriff fand in den Morgenstunden des 22.09. statt; die Kompanien des I./11. griffen im Anschluss an III./6. und 13. Regiment an. Die 1. Linie der „Below-Stellung“ wurde zum Teil erreicht und besetzt; tagsüber fanden dann Handgranatenkämpfe mit Engländern statt, die im Gegenstoß die verlorene Linie wieder nehmen wollten. Das II./11. begann in der Allaine-Stellung, die unter starkem Sperrfeuer lag, südlich des Weges Béaulencourt-Gueudécourt zu schanzen.“

Die Lage des Grabes von Josef Greindl ist unbekannt.

Sterbebild von Josef Greindl
Rückseite des Sterbebildes von Josef Greindl

 

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.158: Xaver Hofer

Der Soldat Xaver Hofer stammte aus Grafendorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Arnstorf, und war der Sohn eines Schneiders. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet.Am 21.10.1916 wurde er im Alter von 24 Jahren bei Sailly-Saillisel während der Schlacht an der Somme durch Artilleriefeuer getötet.

Über den Todestag von Xaver Hofer berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 21.10. dagegen zwang das genau liegende Feuer die 12. Kompanie zum Ausweichen nach vorwärts; sie grub sich 80 Meter vor ihrer Stellung ein.

Am gleichen Tag lag ab 2.00 Uhr nachmittags schweres, sich allmählich steigerndes Feuer auf der Gouvernements-Ferme. Um 6.05 Uhr nachmittags brachte ein Volltreffer das größte Kellergewölbe zum Einsturz, alles unter sich begrabend. Dem im Nebenkeller unversehrt gebliebenen Regimentsarzt, Stabsarzt Dr. von Heuß, gelang es, mit dem Sanitätspersonal den Kommandeur des I. Bataillons, Major Stuhlreiter und den Führer der 3. Maschinengewehr-Kompanie, Leutnant der Reserve Köhler, lebend auszugraben. Alle anderen sind tot: Der Kommandeur des III. Bataillons, Major Rittmann, sein stellvertretender Adjutant, Leutnant der Reserve Burau, der Adjutant des I. Bataillons, Leutnant Hübner und alle Ordonanzen und Fernsprecher, fast 20 an der Zahl. Indes sind auch die Führer der 9., 10. und 11. Kompanie ausgefallen – ein kritischer Augenblick der Führerlosigkeit. Da greift der Regimantsarzt ein, meldet über die Lage, ebenso über den Feind und den Stadt des Gefechts an das Regiment, trifft die laufenden Anordnungen und stellt damit die Verbindung zwischen Führung und vorderster Linie her, bis ein zusammengesetzter Bataillonsstab unter dem Maschinengewehr-Offizier des Regiments, Hauptmann Schobert, die Führung der beiden Bataillone übernimmt.

Um 7.00 Uhr abends ließ das feindliche Feuer nach, um am 22.10. früh wieder zur größter Heftigkeit aufzuflammen.“

Man begrub Xaver Hofer auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Xaver Hofer
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Hofer

Sonderbeitrag: Brigade-Adjutant Oberleutnant Egmont Schweitzer

Der Soldat Egmont Schweitzer wurde am 29.08.1890 in Meiningen im heutigen Bundesland Thüringen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Brigade-Adjutant und Oberleutnant im 95. Infanterie-Regiment. Am 26.10.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren während der Schlacht an der Somme. Er wurde in der Gegend bei Thiepval und Saint-Pierre-Divion getötet.

Sterberegion von Egmont Schweitzer:

Über den Todestag und die Todesumstände von Egmont Schweitzer berichtet die Regimentsgeschichte des 95. Infanterie-Regiment:

“ In den Tagen vom 25. – 27.10. lösten dann die Bataillone das Reserve-Regiment 109 in der Stellung ab, nachdem vorher der Regimentsadjutant Leutnant von Aulock mit dem Kommandeur der 109er alle Einzelheiten der Ablösung besprochen hatte. Ein Teil der Kompanien erlitt bereits beim Anmarsch Verluste. Schon vom Vorkommando des II. Bataillons fielen ein Unteroffizier und ein Mann durch Granatvolltreffer. Von der 10. Kompanie wurden unmittelbar vor der Stellung die Musketiere Herget und Bender, beide schon in manchem Sturm erprobt, durch Maschinengewehr-Feuer tödlich verletzt. Beim Vormarsch der 11. Kompanie scheuten durch den plötzlichen Abschuss eines Geschützes die Pferde eines Wagens und rasten in die Marschkolonne; 6 Mann blieben schwerverletzt liegen. Wenig später schlugen 2 Granaten in die 12. Kompanie, töteten 2 Mann, darunter den Feldwebel Neuhaus, und verwundeten mehr als ein Dutzend. Am 26. Oktober gegen Mittag fiel auch der Brigade-Adjutant Oberleutnant Schweitzer.“

Man überführte den Leichnam von Egmont Schweitzer auf den Friedhof Coburg (Friedhof Am Glockenberg) in Oberfranken (Bayern) und begrub ihn dort im Familiengrab.

In Coburg und Hildburghausen gedenkt man Egmont Schweitzer noch heute auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2021/coburg_frdh-am-glockenberg_wk1_wk2_by.html und http://www.denkmalprojekt.org/2022/hildburghausen_denkmal_lkr-hildburghausen_wk1_th.html.

Brigade-Adjutant Oberleutnant Egmont Schweitzer

Sonderbeitrag: Leutnant der Reserve Ernst Grünkorn

Der Soldat Ernst Grünkorn wurde am 24.01.1891 in Gräfenthal im heutigen Bundesland Thüringen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve im 95. Infanterie-Regiment. Am 06.11.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 25 Jahren. Er wurde bei Grandcourt getötet

Über den Todestag und die Todesumständer von Ernst Grünkorn berichtet die Regimentsgeschichte des 95. Infanterie-Regiments:

„Am Abend des gleichen Tages versuchte der Gegner einen ersten Handstreich auf die vorspringende Barrikade der 11. Kompanie; auch hier wurde er mit blutigen Köpfen heimgeschickt. In der Nacht zum 2. November gewahrten die Posten in der Sandsackbarrikade der 11. Kompanie wiederum eine anschleichende Patrouille; sie wurde im Handgranatenkampf vertrieben. Aber gerade diese Stelle schien es dem Gegner angetan zu haben: am Spätnachmittag des 4. November brach erneut ein starker Trupp gegen die Barrikade vor, ein Offizier mit vorgehaltener Pistole voraus. Leutnant der Reserve Albrecht verteidigte mit seinem Zuge die Barrikade in verbissener Tähigkeit; die Musketenschützen leisteten ihm dabei wirksame Hilfe. Trotzdem der Angriff des Engländers durch heftiges Gewehrfeuer und schließlich noch durch Minenwerfer unterstützt wurde, blieben alle Versuche, an den deutschen Graben heranzukommen, erfolglos. Mit Mühe erreichte der Feind wieder seine Ausgangsstellung. Leutnant Albrecht und 15 Mann der 11. Kompanie wurden im Kampf verwundet, darunter ein Unteroffizier tödlich. Ein letzter Versuch des Feindes, in der Nacht zum 06.11. die Barrikade zu nehmen, wurde ebenfalls im Handgranatenkampf abgewiesen.

Die Vermutung, dass diese Unternehmungen auf einen bevorstehenden Angriff hindeuteten, erschien nur zu begründet. Dazu kam das ständig sich steigernde Artilleriefeuer, mit dem der Feind die deutsche Stellung überschüttete. Tag für Tag, Nacht für Nacht hämmerte Eisenhagel von nie geahnter Raserei auf den Trichtern, Dorftrümmern und Grabenresten, vom scheinbar ziellos flackernden Störungsfeuer lechzend anschwellend zum gespenstisch tobenden Orkan. Dabei war deutlich zu bemerken, wie sich einzelne feindliche Batterien auf die vorspringenden Sappen der deutschen Linie einschossen. Der Meldeverkehr war unter diesen Umständen aufs äußerste erschwert; Fernsprechverbindungen zwischen den Bataillonsgefechtsständen und dem Regiment bestand im Hinblick auf die Abhörapparate des Feindes nicht, sie wäre bei dieser Intensität der Beschießung auch ohnehin illusorisch geworden. Was es hieß, in solchem Feuer die Telefonverbindungen zur Brigade und Division aufrecht zu erhalten, davon konnten die in und um Grandcourt untergebrachten Störungssucher ein Lied singen. Aber auch für die Essen- und Materialträger war es jeweils ein schwerer Gang, ihre Bürde an Ort und Stelle zu bringen.

Die Verluste steigerten sich von Tag zu Tag. Der 3. Maschinengewehr-Kompanie wurde durch Volltreffer ein Gewehr vollkommen verschüttet, wobei Sergant Marr und Musketier Wenderoth fielen; bei der 3. Kompanie durchschlug eine schwere Granate den Eingang eines Unterstandes, wodurch Leutnant der Reserve Grünkorn und drei Mann getötet, vier Mann verwundet wurden. Auch Gasgranaten mischte der Engländer gelegentlich in diese Orgie der Vernichtung… .“

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Man begrub Ernst Grünkorn auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 1 Grab 725.

Leutnant Ernst Grünkorn

Sonderbeitrag: Leutnant der Reserve Otto Wrede

Der Soldat Otto Wrede wurde am 24.05.1888 in Schermcke geboren, einem Ortsteil der Stadt Oschersleben im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 1. Batterie der 1. Garde-Feldartillerie-Regiments. Am 10.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Puisieux.

Über den Todestag und die Todesumstände von Otto Wrede berichtet die Regimentsgeschichte des 1. Garde-Feldartillerie-Regiment:

„10.09.1916 Die Nacht war unruhig und morgens streut der Feind das Hintergelände ab und macht mehrere Feuerüberfälle, während seine Infanterie schanzt.

Gruppe Nord muss ihr entbehrliches Feuer zur 54. Reserve-Infanterie-Division herüberschwenken, da der Feind versucht, sich in den Besitz des westlichen Marrieres-Gehölzes zu setzen. Dies soll nach Meldung A. V. D.s 106. Reserve-Infanterie-Brigade von uns nicht besetzt sein.

3.10 Uhr nachmittags ist der Feind in das Wäldchen eingedrungen. Kräftiges Sperrfeuer dorthin, worauf keine Vorstöße mehr erfolgen.

Abteilungs-Kommandeur vom Dienst, Oberst Graf Zech, bereinbart mit Abteilungs-Kommandeur 13. Infanterie-Division, General von Groddeck, eine Neueinteilung der Artillerie. 13. Feldartillerie-Brigade soll am 13.09. Gruppe Süd übernehmen.

Es ist tagsüber sehr neblig, weshalb stündlich 60 Schuss Störungsfeuer pro Batterie abgegeben werden. Leuchtkugelposten sind neu besetzt.

Die beiderseitigen Flieger sind trotz der Unsichtigkeit unterwegs.

Nachts ist die feindliche Artillerie wieder sehr tätig und beschießt unsere vordere Linie, Anmarschstraßen, Batteriestrellungen, Ortschaften usw.

Wir erwidern kräftig.

Munitionsverbrauch: 3.900 Schuss.

4. und 5. Batterie haben je einen Verwundeten..“

Man überführte den Leichnam von Leutnant Otto Wrede in seine Heimat und begrub ihn auf dem Friedhof Schermcke in einem Einzelgrab. Das Grab existiert noch heute.

In Oschersleben gedenkt man Otto Wrede noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/oschersleben-bode_chronik_lkr-boerde_wk1_sa.html

links: Leutnant der Reserve Wrede vom 1. Garde-Feldartillerie-Regiment bei Puisieux, gefallen am 10.09.1916

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 2.044: Max Wittmann

Der Soldat Max Wittmann stammte aus Fahrndorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mariaposching, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Im März 1916 wurde er leicht verwundet. Am 12.08.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Maurepas während der Schlacht an der Somme.

Die Lage des Grabes von Max Wittmann ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er aanonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Vizefeldwebel Christoph Lauterbach, gefallen am 12.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Max Oberhäuser, gefallen am 11.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Heinrich Bohl, gefallen am 14.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Jakob Fenn, gefallen am 13.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Max Wittmann
Rückseite des Sterbebildes von Max Wittmann