Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.852: Joseph Raster

Der Soldat Joseph Raster wurde am 22.03.1898 in Göttersdorfer – Holzhäuser, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 6. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 16.08.1918 fiel er bei Beuvraignes an der Somme im Alter von 20 Jahren.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„16.08.1918 Die Schwierigkeiten, die bei der Ablösung überwunden werden mussten, waren recht erheblich. Mit der Ablösung der vorderen Linie sollte gleichzeitig eine höheren Ortes ausdrücklich befohlene 1.500 Meter tiefe Vorfeldstellung eingenommen werden. Trotzdem vollzog sie sich glatt. In der bisherigen Hauptwiderstandslinie, die auf 80 – 100 Meter ohne jegliches Annäherungshindernis am Allongewald heran lag, standen nunmehr im Kompaniebereich drei Unteroffiziersposten mit zwei leichten Maschinengewehren. Die Feldwache, der 1. Zug unter Vizefeldwebel Siebenhändl, verstärkt durch je eine Infanterie- und leichte Maschinengewehr-Gruppe des Zuges Häfele, wurde 300 Meter weiter zurückgezogen in einen alten französischen Unterstand am Westrand von Cessier. Unmittelbar nach dem Abmarsch der abgelösten 249.er nahm ich mit dem Feldwachehabenden die Verbindung mit der Nachbarkompanie 4./249. rechts und mit dem Feldwachzug 6./10. links auf. Beide lagen von meiner Feldwache je etwa 200 Meter entfernt ebenfalls am Westrande der Ortschaft. Die Anweisung ging dahin, feindliche Streifen aus eigener Kraft abzuweisen, – es war deshalb der Zug Siebenhändl wegen der weit vorgeschobenen Lage noch besonders verstärkt worden -; bei feindlichem Großangriff sollte sich die Vorfeldbesatzung auf die R. H. L zurückziehen. Ich brachte in den ersten Morgenstunden die Schwierigkeiten eines deratigen Rückzuges durch die Ortschaft in so großer Entfernung von der eigentlichen Front beim Kampftaktischen Kommandanten zur Sprache. Der Befehl blieb jedoch aufrecht erhalten. Um 12.30 Uhr nachts kam ich nach vollzogener Vorfeldstellung in diese zurück. Die Hauptkampflinie lag 1.100 Meter östlich von Cessier, im ehemaligen ersten deutschen Graben vor dem Hindenburgrückzug 1917. Vor der Front dehnte sich ein vorzügliches Drahthindernis aus. Das Gelände gegen die Ortschaft nahm das ehemalige französische Grabensystem ein. Es bot daher mit seinen größtenteils erhaltenen Laufgräben günstige gedeckte Annäherungsmöglichkeiten an unsere Stellung. Das Schussfeld reichte bis Cessier. Die Feldwache selbst war durch die Häuser und Gärten der Beobachtung entzogen. Die Kompanie, anderthalb Züge und zwei leichte Maschinengewehre stark, hatte sich hier bereits eingenistet. Unmittelbar rechts von uns lag 3./249., mit dem wir in den nächsten Tagen fest zusammenhalten mussten. Trotzdem blieb die rechte Flanke gefährlich, da die Stellung im Bereich der 5. Kompanie gegen Beuvraignes zu aus nordwestlicher Richtung in eine nördliche umbog und die Sicht durch die Hecken und Baumgärten der Ortschaft behindert, hier kaum 50 Meter weit reichte. Der Vormittag verlief ruhig. Ab 2 Uhr nachmittags wuchs das feindliche Artilleriefeuer zur gewöhnlichen Nachmiiiagsstärke an und lag vornehmlich auf Cessier selbst. Mein Abschnitt in der Hauptkampflinie wurde nicht beschossen. Um 4 Uhr nachmittags verstärkte sich das Feuer allmählich so, dass es als Angriffsfeuer gedeutet werden musste. Cessier war dauernd in Rauch und Staubwolken verhüllt. Ich ließ deshalb alarmieren. Bis 5 Uhr nachmittags blieb jedoch alles unverändert. Dann setzte vorne lebhaftes Maschinengewehr- und Infanteriefeuer ein und bald sah man. nach einem großen Sprung des schweren Massenfeuers hinter unsere Linie, in den Baumgärten östlich Cessier einzelne Gestalten gegen uns her laufen. Ich hielt sie für unsere befehlsmäßig zurückgehenden Feldwachleute und ließ das Feuer daher nicht eröffnen, kam dadurch aber mit dem Führer der rechten Anschlusskompanie, der sie für Franzosen ansprach, in heftigen Widerspruch.

Um endlich Klarheit über die Feldwache zu erlangen, schickte ich Unteroffizier Rießl mit zwei Mann vor, der die Verbindung mit der Feldwache aufnehmen sollte. Die Streife kam kurz vor 6 Uhr nachmittags zurück. Sie war unmittelbar vor der Ortschaft in geradezu vernichtendes französisches Maschinengewehr- und Infanteriefeuer aus den Häusern und Gärten heraus geraten und dann wieder umgekehrt. Nun bestand Klarheit, dass unsere Feldwache mit dem tüchtigen Siebenhändl und Häfele überrannt und die Ortschaft in die Hand der Franzosen gefallen war.

Um 6.30 Uhr nachmittags setzte der Franzose erneut aus Cessier heraus zum Angriff auf unsere Stellung, namentlich auf den Kompanieabschnitt, an. Durch unser Feuer blieb er aber bald liegen. Ich hatte mir nach den Erfahrungen bei englischen und unseren eigenen Angriffen viel bessere und dichtere Ziele erwartet. Tatsächlich habe ich im ganzen Gefecht nur einzelne springende und kriechende Schützen gesehen. Nun eröffnete der Franzose ein lebhaftes Gewehrfeuer, das uns innerhalb 20 Minuten bei einer Gesamtstärke von noch nicht 30 Köpfen einen Toten und zwei Verwundete kostete.

Um 8.30 Uhr nachmittags schickte ich die Abschlussmeldung ab. Kaum war sie fort, als der Franzose seinen Angriffsversuch erneuerte. Diesmal kam er aber in unserem Feuer noch weniger zur Entwicklung als zwei Stunden vorher, obwohl seine Artillerie äußerst lebhaft, zu unserem Flück jedoch zu weit, schloss.

Der Einbruch der Nacht und die rasch abflauende Gefechtstätigkeit bannte die während der letzten Abwehr auftretenden Munitionssorgen. Die leichten Maschinengewehre hatten von ihren 2.500 Schuss noch je einen Gurt, die Gewehrschützen je etwa 25 Patronen bei Einbruch der Nacht übrig. Um 9.45 Uhr abends kam der Verbindungsoffizier des Kampftaktischen Kommandanten, Leutnant Kleinmann, und erkundigte sich eingehend über das Gefecht und unsere Wünsche. Besorgnis äußerte ich nur um die linke Flanke der Kompanie. Hier bestand zwischen Kompanie Trenkle (6.) und mir eine 300 Meter breite Lücke. Noch dazu lag die 6. Kompanie im Verhältnis zu unserer Front ziemlich weit nach Osten rückwärts gestaffelt.

Um 1130 Uhr abends meldete sich Unteroffizier Enzenberger mit den Essenholern der Kompanie zurück. Er hatte unbeschadet des heftigen feindlichen Störungsfeuers auf den Anmarschwegen die vollkommene, warme Verpflegung von der Feldküche bei Amy vorgebracht und unsern Schießbedarf auf 7.000 gegurtete Patronen ergänzt.“

Man begrub Joseph Raster auf dem Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles in Block 2, Grab 909.

Sterbebild von Joseph Raster
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Raster

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.851: Michael Berndobler

Der Soldat Michael Berndobler stammte aus der bayerischen Gemeinde Roßbach und war der Sohn eines Tagelöhners (Söldner). Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68. Am 03.08.1915 fiel er während eines Patrouillengangs in Kronin vor Soissons im Alter von 23 Jahren.

Man begrub Michael Berndobler auf dem Soldatenfriedhof Vauxbuin in Block 1, Grab 260.

Seine Heimatgemeinde Roßbach gedenkt Michael Berndobler noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/rossbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Berndobler
Rückseite des Sterbebildes von Michael Berndobler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.850: Josef Eder

Der Soldat Josef Eder wurde am 17.03.1891 in Kröhstorf geboren , einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 16.11.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren bei Spada, wenige Kilometer nördlich Saint-Mihiel, in der Nähe von Verdun.

Blick auf Spada 1914 – oben zu sehen: französische Schützengräben
Die Ortsdurchfahrt von Spada nach Maizey

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Eder berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 16.11.1914 3 Uhr nachmittags erfolgte ein überfallartiges Artilleriefeuer auf unsere Stellungen und alle rückwärtigen Verbindungen. Gegen das links vom Regiment liegende I. Bataillon 13. Infanterie-Regiment ging eine feindliche Schützenlinie vor und grub sich auf 600 Meter ein.

I./13. Infanterie-Regiment wurde durch Reserven des 10. Infanterie-Regiments verstärkt.

Die Nacht blieb ruhig – unsere Scheinwerfer waren ständig tätig.“

Man begrub Josef Eder auf dem Soldatenfriedhof Saint-Mihiel in Block 3, Grab 435.

Seine Heimatgemeinde Kröhstorf gedenkt Josef Eder noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-kroehstorf_wk1u2_bay.htm

und http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-dornach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Josef Eder
Rückseite des Sterbebildes von Josef Eder

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.849: Michael Willnecker

Der Soldat Michael Willnecker stammte aus der bayerischen Stadt Pocking und war der Sohn eines Schreinermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist und Reservist in der 5. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 01.09.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Schlacht vor Nancy-Epinal bei Luneville.

Offiziell ist für Michael Willnecker keine Grablage bekannt. Es liegt jedoch nahe, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller begraben wurde, wo man die Gefallenen seines Regiments begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Wilhelm Flessa, gefallen am 05.09.1914 bei Luneville, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Konrad Fleischmann, gefallen am 05.09.1914 bei Luneville, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

Man gedenkt Michael Willnecker noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/reichstorf_markt-eichendorf_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Michael Willnecker
Rückseite des Sterbebildes von Michael Willnecker

Sonderbeitrag: Karl Predeck

Heute ist der 110. Todestag von Karl Predeck. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier in der Haubitzen-Batterie des 5. Sturm-Bataillon Rohr. Am 07.03.1916 starb er nach schwerer Verwundung während der Schlacht um Verdun bei Mogeville im Lazarett Reserve-Kompanie 19.

Man begrub Karl Predeck zunächst auf dem Friedhof von Mogeville, später bettete man ihn auf de Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in Block 2, Grab 28 um.

Das Grab von Karl Predeck auf dem Friedhof von Mogeville – im Hintergrund das abgeschossene Christusbild

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.848: Josef Moser

Der Soldat Josef Moser stammte aus Bruck, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Deggendorf, und war der Sohn eines Krämers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des bayerischen Festungs-Pionier-Regiments. Am 13.06.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren bei Montauban-de-Picardie an der Somme in Folge einer Minensprengung.

Für Josef Moser liegt keine Grablage vor. Ich vermute jedoch, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen werden konnten, anonym in einem Massengrab auf dem rund 5 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurden.

Sterbebild von Josef Moser
Rückseite des Sterbebildes von Josef Moser

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.847: Ludwig Lechner

Der Soldat Ludwig Lechner stammte aus Forsthart, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Künzing, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 6. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 26.06.1915 wurde er im Alter von 26 Jahren in der Nähe von Arras und Neuville durch Kopfschuss schwer verwundet. An dieser Verwundung starb er.

Man begrub Ludwig Lechner auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Ludwig Lechner
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Lechner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.846: Karl Maier

Der Soldat Karl Maier stammte aus Forsthart, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Künzing, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des 11. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 22.06.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Ban-de-Sapt.

Offiziell ist für Karl Maier keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof von Senones, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Anton Halbritter, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Wehrmann Johann Reitheier, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Feldwebel Hans Eibl, gefallen am 23.06.1915 bei Laitre, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Joseph Burger, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Brunner, gefallen am 22.06.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Karl Maier
Rückseite des Sterbebildes von Karl Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.845: Franz Holzhammer

Der Soldat Franz Holzhammer wurde am 26.06.1886 geboren, stammte aus Brandstatt und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 11. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 07.06.1915 fiel er im Alter von 29 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras.

Die Lage des Grabes von Franz Holzhammer war nicht zu ermitteln.

Sterbebild von Franz Holzhammer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Holzhammer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.844: Karl Geißinger

Der Soldat Karl Geißinger stammte aus Stingloh, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Vilshofen an der Donau, und war Steinarbeiter. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in einem Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 08.04.1918 verstarb er nach 27 Monaten Kriegsdienst im Alter von 25 Jahren bei Arras an einer Blutvergiftung.

Man begrub Karl Heißinger auf dem Soldatenfiredhof Carvin in Block 3, Grab 960.

Sterbebild von Karl Geißinger
Rückseite des Sterbebildes von Karl Geißinger