Der Soldat Joseph Dechantsreiter wurde am 06.12.1894 in Hüttenkofen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mengkofen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 8. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 15.05.1915 wurde er im Alter von 20 Jahren bei Arras durch einen Granattreffer getötet.
Man begrub Joseph Dechantsreiter auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Josef DechantsreiterRückseite des Sterbebildes von Josef Dechantsreiter
Der Soldat Georg Brandl wurde am 25.02.1890 in Johannesbrunn geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schalkham, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 4. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 05.08.1915 wurde er bei Arras schwer verwundet und verstarb am 09.06.1915 im Alter von 25 Jahren im Lazarett Frankfurt.
Man begrub Georg Brandl auf dem Soldatenfriedhof Hauptfriedhof Frankfurt in Reihe C, Grab 31.
Sterbebild von Georg BrandlRückseite des Sterbebildes von Georg Brandl
Der Soldat Johann Schmid stammte aus der bayerischen Stadt Olching und war der Sohn eines Fabrikarbeiters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.05.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Thelus durch einen Minentreffer.
Man begrub Johann Schmid auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Gregor Seidenschwarz wurde am 08.05.1880 in Buch geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolnzach. Er war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 12.12.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren in der Nähe von Beaurains bei Arras.
Man begrub Gregor Seidenschwarz auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Gregor SeidenschwarzRückseite des Sterbebildes von Gregor Seidenschwarz
Der Soldat Ludwig Ernst wurde am 28.07.1885 in Linden in Bayern als Sohn eines Brunnenmachers geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments als Landsturmmann und Infanterist. Er wurde mit dem bayerischen Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 23.03.1918 fiel er im Alter von 33 Jahren an der Westfront während der letztenm Kämpfe rund um Arras bei Saint-Léger durch einen Granattreffer.
Über den Todestag und die Todesumstände von Ludwig Ernst berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Dritter Angriffstag, 23.03.1918
Als daher am nächsten Morgen nach 4 Uhr der Befehl eintraf, dass das 10. Infanterie-Regiment nach kräftiger Artilleriefeuervorbereitung den Park und den Ort Saint-Léger wegzunehmen habe, da wurden wir beim Regiment mit der Bitte vorstellig, es müsste doch Saint-Léger sofort besetzt und das Artilleriefeuer gegen den Engländer am Bahndamm verlegt werden. Obwohl das Regiment nach eingehender Schilderung der Lage mit dem Hinweis, dass sich bereits Patrouillen vom III./10. in der Ortschaft befänden, sofort alle Schritte unternahm, um das geplante Artilleriefeuer zu verhindern, kam doch der uns unverständliche Befehl: „Der Park und Ort Saint-Léger sind zu räumen; das bereits befohlene Artilleriefeuer kann nicht mehr rückgängig gemacht werden!“ Und so mussten wir von 6.40 Uhr bis 7.10 Uhr vormittags zusehen, wie die eigene Artillerie auf den vom Feind geräumten Ort und den Park stärkstes Wirkungsfeuer abgab, wo doch dieses Feuer so notwendig gegen den Bahndamm, wo sich die Engländer einnisteten, hätte gelenkt werden sollen. Nachdem das II. und I./10. sich nach Einstellung des Feuers überzeugen konnten, dass Park und Ort vom Feinde frei waren, sammelte das Regiment befehlsgemäß an dem Wegekreuz 1.200 Meter nördlich des Bahnhofes von Saint-Léger und hatte sich dort zur Verfügung der Brigade zu halten.
Inzwischen wurde das 6. und 13. Infanterie-Regiment in das 1. Treffen vorgezogen und ihnen der Angriff auf den Bahndamm Saint-Léger – Boyelles befohlen. Die Regimenter kamen aber wegen starken, flankierenden Maschinengewehrfeuers nur schwer vorwärts; allmählich wurde aber der Angriff gut vorgetragen, bis auch der frontale Widerstand Halt gebot. Eigene Artillerieunterstützung fehlte fast vollkommen, die heute morgen verschwendete Munition wäre hier sehr erwünscht gewesen. Obwohl ½ II./10. und 2. Maschinengewehr-Kompanie auch noch dem 13. Infanterie-Regiment zur Verfügung gestellt wurden, kam der Angriff doch nicht mehr vorwärts, da die artilleristische Gegenwehr und das flankierende Maschinengewehrfeuer vom Bahndamm Saint-Léger – Boyelles und aus der Judas-ferme die entgegen der Mitteilung der Brigade noch nicht genommen war, sich zu sehr verstärkte und eigene Artillerieunterstützung mangelte.
Das 10. Regiment lag auf der Höhe nördlich Saint-Léger, dicht gedrängt in schmalen Gräben ohne Unterstände, stundenlang dem feindlichen Artilleriefeuer ausgesetzt, das aber wunderbarerweise keine Opfer forderte. Von hier aus konnten wir dem Angriff der beiden Regimenter zusehen, konnten die Schneid unserer wackeren Kameraden bewundern, die trotz schwerstem feindlichen feuer immer wieder vorgingen, aber leider ihr Ziel nicht erreichen konnten. Es war unter diesen schweren Kämpfen Abend geworden. Das 10. Infanterie-Regiment musste nun aus seiner bisherigen Bereitstellung heraus und zum Schutze der linken Flanke längs des Weges Saint-Léger – Boiry-Bequerelles Aufstellung nehmen. Diese Bewegung wurde sofort eingeleitet, fand aber dann einige Verzögerung durch einen sehr starken, englischen Artilleriefeuerüberfall. Die Aufstellung des Regiments während der Nacht war: Nördlich I./10., daran anschließend nach links bis zur Mühle Saint-Léger III./10., von dort bis Saint-Léger II./10. Die Maschinengewehr-Kompanie und die 9./10. wurden zur Besetzung der Tiefenzone ausgeschieden. Im Allgemeinen verlief die Nacht ruhig. Durch ständige Patrouillen, bei denen sich besonders Offiziersstellvertreter Raucheisen der 11./10. durch seine klaren, eingehenden Meldungen auszeichnete, wurde die Fühlung mit dem Feind aufrecht erhalten. Die Meldungen besagten, dass der Bahndamm und die Judas-Ferme von Engländern noch besetzt waren.“
Man begrub Ludwig Ernst auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Ludwig ErnstRückseite des Sterbebildes von Ludwig Ernst
Der Soldat Max Schleicher wurde am 04.08.1896 in Merlach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Seßlach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 467. Infanterie-Regiment.. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 26.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren in der Kaiserschlucht hinter dem Dorf Hamelincourt südlich von Arras.
Man begrub ihn zunächst bei dem Dorf Hamelincourt – Moyenneville auf einem Feldfriedhof. Dieser Friedhof wurde nach dem krieg aufgelöst und die Gefallenen auf zentralen Sammelfriedhöfen umgebettet. Gebeine aus Gräbern, die nicht mehr zuordbar waren, wurden anonym in einem Massengrab beigesetzt. Es könnte sein, dass die Gebeinde von Max Schleicher auf den Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast überführt wurden. Dort bettete man viele Soldaten aus Hamelincourt um.
Sterbebild von Max SchleicherRückseite des Sterbebildes von Max Schleicher
Der Soldat Martin Stubhann (eigentlich Stubhahn) stammte aus Ragging und lebte in Muckham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Saaldorf-Surheim, und war ein Kleinbauer. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras bei Carency.
Offiziell ist für Martin Stubhann keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Oberjäger Otto Birk, gefallen am 09.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Leutnant Max Scheibenbogen, gefallen am 12.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Gefreiter Joseph Seibold, gefallen am 07.05.1915 bei Souchez, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Martin StubhannRückseite des Sterbebildes von Martin Stubhann
Der Soldat Peter Hölzl wurde am 01.04.1898 geboren stammte aus Niederlauterbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolnzach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Maschinengewehr-Abteilung des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.03.1918 fiel er während der großen Schlacht in Frankreich bei Staint-Léger bei Arras im Alter von 19 Jahren.
Über den Todestag und die Todesumstände von Peter Hölzl berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Fünfter und sechster Angriffstag
Während am 25. März das Regiment in seiner bisherigen Aufstellung blieb und nur durch städnige Parouillentätigkeit in Gefechtsfühlung mit dem Feinde blieb, wurde am 26. März vormittags der Angriff weitergeführt.“
Man begrub Peter Hölzl auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Peter HölzlRückseite des Sterbebildes von Peter Hölzl
Der Soldat Ludwig Schmid stammte aus Emertsham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Zimmermanns. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 17. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 13.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Martinpuich in der Nähe von Arras im Alter von 33 Jahren.
Über den Todeszeitraum von Ludwig Schmid berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Schon die dritte Woche befand sich das Regiment ohne Ablösung in Stellung. Die Besatzung der vorderen Gräben hatte am meisten zu leiden. Größtenteils nur in Granattrichtern liegend, war sie Nässe und Kälte schutzlos preisgegeben. Das andauernde Artilleriefeuer schuf empfindliche Verluste und schmolz die Gefechtsstärke zusehends zusammen. Die Verpflegung der vorderen Linie war nur kalt möglich und erfolgte während der Nacht durch besonders ausgeschiedene Trägertrupps. Des öfteren kam es vor, dass sie durch das Artilleriefeuer zersprengt, nur mit Teilen vorne anlangten. Naturgemäß musste unter diesen Verhältnissen die Stimmung und Widerstandsfähigkeit der Truppe leiden. Der Wunsch nach Ablösung wurde immer dringender…
In dichten Schützenlinien, gefolgt von geschlossenen Reserven, ging die englische Infanterie zum Sturm vor. Gleichzeitig legte sich das feindliche Geschützfeuer auf die rückwärtigen Stellungen und die Zufahrtsstraßen und bildete einen eisernen Wall, der jegliche Verbindung mit den rückwärtigen Abteilungen unmöglich machte.
Eine Überraschung gelang dem Feind mit dem Einsatz seiner neuesten Kriegsmaschine, den Tanks. In lichten Zwischenräumen krochen hinter den ersten Wellen diese gepanzerten Ungetüme heran, unaufhaltsam, über Trichter und Gräben hinweg, als gäbe es kein Hindernis. Mit Maschinengewehren und Revolverkanonen bewaffnet, hatten sie ihrer Infanterie den Weg zu ebnen, wo sich noch Widerstand zeigte.
In dichten Geschwadern begleiteten die feindlichen Flieger den Angriff, indem sie bis auf 100 Meter heruntergingen und Grabenbesatzungen und Geschützbedienung unter Maschinengewehr-Feuer nahmen.
Es waren nicht viele, die das Trommelfeuer auf die vorderen Gräben überlebt hatten, aber sie wehrten sich mit dem Mut der Verzeweiflung. Mit bewundernswerter Zähigkeit hielten sich Teile des Regiments bis zum späten Nachmittag am Südrand von Martinpuich und im Rößler-Riegel und verhinderten hier ein Vorwärtsschreiten des feindlichen Angriffs.“
Die Lage des Grabes von Ludwig Schmid ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass seine sterblichen Überreste, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurden, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Leutnant Karl Bachmann, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Leutnant Gustav Maurer, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Leutnant Xaver Neuberger, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Leutnant Ludwig Deffner, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Ludwig SchmidRückseite des Sterbebildes von Ludwig Schmid
Der Soldat Josef Maier stammte aus Diepoldsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obing, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.02.1917 verstarb er im Alter von 22 Jahren in englischer Gefangenschaft, in die er während der Stellungskämpfe im Artois bei Souchez (bei Arras) an der Lorettohöhe in diese geraten war.
Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Josef Maier berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“
Man begrub Josef Maier auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 5, Grab 705.
Sterbebild von Josef MaierRückseite des Sterbebildes von Josef Maier