Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.471: Ludwig Schmid

Der Soldat Ludwig Schmid stammte aus Emertsham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Zimmermanns. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 17. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 13.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Martinpuich in der Nähe von Arras im Alter von 33 Jahren.

Über den Todeszeitraum von Ludwig Schmid berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Schon die dritte Woche befand sich das Regiment ohne Ablösung in Stellung. Die Besatzung der vorderen Gräben hatte am meisten zu leiden. Größtenteils nur in Granattrichtern liegend, war sie Nässe und Kälte schutzlos preisgegeben. Das andauernde Artilleriefeuer schuf empfindliche Verluste und schmolz die Gefechtsstärke zusehends zusammen. Die Verpflegung der vorderen Linie war nur kalt möglich und erfolgte während der Nacht durch besonders ausgeschiedene Trägertrupps. Des öfteren kam es vor, dass sie durch das Artilleriefeuer zersprengt, nur mit Teilen vorne anlangten. Naturgemäß musste unter diesen Verhältnissen die Stimmung und Widerstandsfähigkeit der Truppe leiden. Der Wunsch nach Ablösung wurde immer dringender…

In dichten Schützenlinien, gefolgt von geschlossenen Reserven, ging die englische Infanterie zum Sturm vor. Gleichzeitig legte sich das feindliche Geschützfeuer auf die rückwärtigen Stellungen und die Zufahrtsstraßen und bildete einen eisernen Wall, der jegliche Verbindung mit den rückwärtigen Abteilungen unmöglich machte.

Eine Überraschung gelang dem Feind mit dem Einsatz seiner neuesten Kriegsmaschine, den Tanks. In lichten Zwischenräumen krochen hinter den ersten Wellen diese gepanzerten Ungetüme heran, unaufhaltsam, über Trichter und Gräben hinweg, als gäbe es kein Hindernis. Mit Maschinengewehren und Revolverkanonen bewaffnet, hatten sie ihrer Infanterie den Weg zu ebnen, wo sich noch Widerstand zeigte.

In dichten Geschwadern begleiteten die feindlichen Flieger den Angriff, indem sie bis auf 100 Meter heruntergingen und Grabenbesatzungen und Geschützbedienung unter Maschinengewehr-Feuer nahmen.

Es waren nicht viele, die das Trommelfeuer auf die vorderen Gräben überlebt hatten, aber sie wehrten sich mit dem Mut der Verzeweiflung. Mit bewundernswerter Zähigkeit hielten sich Teile des Regiments bis zum späten Nachmittag am Südrand von Martinpuich und im Rößler-Riegel und verhinderten hier ein Vorwärtsschreiten des feindlichen Angriffs.“

Die Lage des Grabes von Ludwig Schmid ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass seine sterblichen Überreste, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurden, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Leutnant Karl Bachmann, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Leutnant Gustav Maurer, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Leutnant Xaver Neuberger, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Leutnant Ludwig Deffner, gefallen am 15.09.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Ludwig Schmid
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Schmid

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.470: Josef Maier

Der Soldat Josef Maier stammte aus Diepoldsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obing, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.02.1917 verstarb er im Alter von 22 Jahren in englischer Gefangenschaft, in die er während der Stellungskämpfe im Artois bei Souchez (bei Arras) an der Lorettohöhe in diese geraten war.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Josef Maier berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“

Man begrub Josef Maier auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 5, Grab 705.

Sterbebild von Josef Maier
Rückseite des Sterbebildes von Josef Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.468: Ludwig Metz

Der Soldat Ludwig Metz wurde am 24.01.1880 in Hochstraß geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offiziersstellvertreter in der 10. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 03.02.1917 fiel er bei Souchez während der Stellungskämpfe im Artois im Alter von 37  Jahren bei Arras an der Lorettohöhe.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Ludwig Metz berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“

Man begrub Ludwig Metz auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 1, Grab 204.

Sterbebild von Ludwig Metz
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Metz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.462: Anton Oxler

Der Soldat Anton Oxler wurde am 14.12.1885 in Deisenhofen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Seit dem 05.11.1914 wird Anton Öxler vermisst. Am 10.12.1914 wird er zunächst als schwer verwundet gemeldet. Offensichtlich haben Kameraden im Gefecht beobachtet, wie er schwer verwundet wurde, ohne ihn bergen zu können, und eine entsprechende Meldung weitergegeben. Am 22.01.1916 wird er darüber hinaus als vermisst gemeldet. Am 09.03.1917 erfolgt schließlich die offizielle Meldung, dass Anton Öxler bei La Maison blanche (Kämpfe bei Loretto in Artois) gefallen sei.

Über die Todesumstände von Anton Öxler berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 05.11.1914 gegen 9 Uhr vormittags beginnt die französische Artillerie unsere Stellung bei La Maison blanche mit nie vorher erlebter Tollwut zu beschießen. Im Graben der 11. Kompanie sitzen Volltreffer schweren Kalibers, einer neben dem anderen. Der Eindruck ist so furchtbar, dass 10 – 20 Leute weichen, bei der Befehlstelle aber mit Mühe aufgehalten werden. Schwer lastet die Verantwortung auf dem Führer von III./R. 12. Ein Unteroffizier meldet ihm, dass die 11. Kompanie nur noch aus 20 Mann besteht und ganze Gruppen tot seien; in jenen kritischen Stunden zeigt der Reservist Dominikus Dauner (11.), Maurer aus Rechbergreuthen, sich als hervorragender Soldat. Obwohl verwundet, muntert er seinen linken Nebenraum mit den Worten auf: „Ich bin verwundet, das macht nichts, deswegen schieße ich doch. Wir dürfen hier nicht heraus, sonst ist die 12. mKompanie verloren!“ Und zum rechten Nebenmann sagt er: „Ich gehe nicht, wir sind ja nicht mehr so viele!“ Teile der 10. Kompanie weichen auf Befehl den unausgesetzt einschlagenden, schweren Granaten aus. Der Gefreite der Landwehr Ernst Stefan (9.), Landwirtschaftslehrer aus Gaisdorf, merkt dabei, dass vier Leute am alten Platz zurückgeblieben sind. Er will sie nicht im Stich lassen und holt sie nach. „Aushalten“ ist der Gedanke, der den Bataillonsführer beseelt. „Aushalten!“ ruft sein Adjutant, Leutnant Leonhard der 9. Kompanie zu, indem er zu ihr in die Stellung kriecht. Erst um 11 Uhr lässt die Wut des Feuers etwas nach. Sofort führt Leutnant Boxhorn, der Führer der 10. Kompanie einige wenige entwichene Leute wieder in die vordere Stellung. Der tapfere Gefreite Götz des Bataillonsstabes, Melder der 10. Kompanie, ermuntert die Leute dabei und will eben fünf Mann vorführen, als er durchs Herz getroffen fällt. Von 1 – 5.30 Uhr nachmittags setzt das feindliche Artilleriefeuer mit neuer Wucht ein. Ein Sturmversuch des Feindes gegen 3 Uhr scheitert. Minenwerfer mischen sich nun ein und man glaubt das Geräusch wie von herabfallenden Nägeln zu hören. Gegen 4.30 Uhr nachmittags steigert sich das Feuer wieder zum Vernichtungsfeuer. Als plötzlich das „en avant!“ der Franzosen zu hören ist, verlässt zwischen einfallenden Granaten der Bataillonsführer mit der Fahne und 8 Mann des Unterstabes die Befehlsstelle. Rechts von La Maison blanche sieht er den Feind in hellen Haufen herankommen. Er befiehlt Visier 500 und bringt im Verein mit der vorderen Linie den Sturmangriff zum Stillstand. Auch die Kompanien „Mack“ und „Wenk“ hatten ihre Stellung restlos behauptet. Die Schlacken der 10. und 11. Kompanie, im Ganzen etwa 40 Mann, wurden als Reserve zurückgenommen. Der Bataillonsführer stellt die Ordnung her. Zwei Maschinengewehre treffen von rückwärts ein. La Maison blanche war heldenhaft und mit Erfolg gehalten worden.“

Anton Öxler zahlte dabei mit seinem Leben den Preis.

Eine Grablage ist für Anton Öxler offiziell nicht bekannt. Ich vermute jedoch sehr stark, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, an der Stelle, an der er fiel und die später zu diesem Soldatenfriedhof wurde. Dort wurden auch seine Regimentskameraden begraben, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Gefreiter Georg Baumeister, geboren 1890, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Georg Haugg, geboren 09.04.1882, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Stiglmeir, , gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Joseph Ailer, gefallen am 05.11.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Oxler
Rückseite des Sterbebildes von Anton Oxler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.455: Georg Vogler

Der Soldat Georg Vogler stammte aus Unterhaindlfing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolfersdorf, und war der Sohn eines Landwirts (Gruberbauerssohn). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 11. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.02.1916 wurde er bei Blangy im Alter von 21 Jahren durch Verschüttung im Schützengraben getötet. Am 28.02.1916 wurde sein Leichnam ausgegraben.

Man begrub Georg Vogler auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 5, Grab 128.

Sterbebild von Georg Vogler
Rückseite des Sterbebildes von Georg Vogler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.381: Martin Heiß

Der Soldat Martin (Schreibfehler auf Sterbebild) Heiß stammte aus der bayerischen Gemeinde Dettendorf und war der Sohn eines Schmieds (Bergschmiedssohn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 6. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 31 während der Schlacht bei Arras in der Nähe von Fampoux.

Über die Todesumstände von Martin Heiß berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„09.05.1915 begann um 6 Uhr vormittags die Beschießung von Fampoux, die sich gegen 8 Uhr vormittags beträchtlich steigerte. Da auch andere Unterkünfte beschossen wurden und bedrohliche Nachrichten einliefen, wurde das Regiment alarmiert und die Regiments-Befehlstelle am Bahndamm besetzt. In Stellung befanden sich am rechten Flügel: 6., 7., 8., 5. Kompanie. Zur Verstärkung wurden im Lauf des Vormittags in die 2. Linie vorgeschoben: 9. hinter 6., 11. hinter 7., hinter 8. und 5. die 10. und 12. Kompanie.

Um 11 Uhr vormittags nahm die Stärke des feindlichen Feuers immer mehr zu, auch Sperrfeuer setzte gegen den Bahndamm ein. Durch einen Volltreffer wurden hier 2 Offiziere und 18 Mann getötet. Das I. Bataillon wurde am Bahndamm Reihenfolge 4., 2., 3., 1. Kompanie bereitgesetllt. Von 12 Uhr Mittag ab steigerte sich das Feuer zu größter Heftigkeit. Um 2.45 Uhr nachmittags begann der Angriff in 2 Wellen, der sich gegen die Freifeldstellung des Regiements richtete. Der Angriff wurde abgeschlagen, 200 tote Franzosen lagen vor der Stellung. Ungefähr 40 Franzosen, die sich in einer Sappe am rechten Flügel festgesetzt hatten, wurden daraus durch die 6. Kompanie vertrieben und 16 Mann gefangen genommen. Um 3.05 Uhr nachmittags war die ganze Stellung wieder im Besitz des Regiments. Das Artilleriefeuer lebte später in großer Stärke auf, so dass ein Angriff vermutet werden konnte, der aber nicht erfolgte. Erst 7 Uhr abends trat einige Ruhe ein. Insgesamt wurden 44 Gefangene gemacht.“

Und Martin Heiß war gefallen. Doch von den Verlusten war nicht die Rede. „Im Westen nichts Neues„.

Offiziell ist für Martin Heiß keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen werden konnten, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurden, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Bernhard Faber, gefallen am 09.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Josef Priller, gefallen am 30.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Wehrmann Ludwig Blank, gefallen am 09.05.1915 bei Saint-Laurent (Arras), begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Karl Bornemann, gefallen am 09.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in block 1, Grab 520.

 

Sterbebild von Martin Heiß
Rückseite des Sterbebildes von Martin Heiß

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.377: Ludwig Maier

Der Soldat Ludwig Maier stammte aus Englbrechting (heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wurmsham) und war der Sohn eines Schneidermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.06.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren in der Nähe bei Arras, genauer gesagt zwischen Saint-Nicolas (Pas-de-Calais) und Fampoux.

Über den Todeszeitraum von Ludwig Maier schreibt die die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 03.06.1915 aber begann die Feuervorbereitung für den 2. Angriff, die bis zum 16.06. ununterbrochen andauerte. Das Feuer richtete sich gegen die Kompanien am rechten Flügel und die Hälfte der südlich davon stehenden Kompanien, die Graben 2. Linie und die Annäherungswege. Durch die 14tägige Beschießung bei Tag und Nacht auch mit schwersten Kalibern 17,5 – 22 cm wurden diese Teile beinahe völlig zusammengeschossen. Gräben und Wege waren verschüttet, Granattrichter an Granattrichter entstanden. Geradezu von entscheidender Bedeutung wurden die guten Unterstände, die nie durchschlagen, aber oft eingedrückt wurden. Nicht immer gelang es, die Besatzung lebend herauszubringen. Besondere Arbeit erforderte täglich das Stützen der eingedrückten Unterstände. Ein gedeckter Verkehr war nicht mehr möglich. In den letzten 8 Tagen fand ein aussichtsloser Kampf gegen die Zerstörung durch die Artillerie statt. In den damals besonders dunklen Nächten, andauernd gestört durch Artilleriefeuer, waren alle verfügbaren Kräfte einschließlich Kavalerie-Schützenzug und Rekruten in Bewegung und an der Arbeit, so dass bei Nacht größere Verluste als bei Tag eintraten. Am Morgen war aber nach einer Stunde Beschießung wieder die alte Verwüstung angerichtet. Der Zustand der Mannschaft verschlechterte sich von Tag zu Tag, ein hoher Krankenstand, die durch die schwere Kaliber hervorgerufene seelische Zermürbung, die staubige, heiße Luft und der starke Verwesungsgeruch der Leichen, hauptsächlich aber die völlige Machtlosigkeit der an Zahl weit überlegenen feindlichen Artillerie gegenüber führten zum Schluss zu einer Erschöpfung, die sich in todesähnlichem Schlaf, allgemeiner Teilnahmslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit, am gefährlichsten aber in einer Alarmmüdigkeit äußerte.“

Man kann nur erahnen, welch grauenvolle Verhältnisse rund um Ludwig Maier herrschten. In den Regimentsgeschichten wurde nur äußerst selten das extreme Leiden der eigenen Soldaten so detailiert und schonungslos dargestellt, wie es hier in diesem Buch geschah. Um so schlimmer wird die Realität gewesen sein.

Die Lage des Grabes von Ludwig Maier ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch nach meinen Recherchen, dass er, wenn sein Leichnam geborgen und begraben wurde, dies auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast anonym in einem Massengrab geschah, weil seine Gebeine nicht mehr zu identifizieren waren. Dort wurden in der Regel die Soldaten begraben, die bei Fampoux gefallen waren, u. a.

  • Musketier Alfred Schappert, gefallen am 24.05.1918 bei Fampoux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 6, Grab 1046;
  • Gefreiter Robert Walter, gefallen am 24.05.1918 bei Fampoux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 15, Grab ;479;
  • Pionier Gustav Dierking, gefallen am 26.07.1915 bei Fampoux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 16, Grab 1094.

 

Sterbebild von Ludwig Maier
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.371: Anton Sickinger

Der Soldat Anton Sickinger stammte aus Eberspoint – heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Velden (Vils) – und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 15.06.1915 wird er schwer verwundet und stirbt am 17.06.1915 im Alter von 26 Jahren bei Staint-Laurent während der Schlacht um Arras.

Man begrub Anton Sickinger auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 17, Grab 866.

Sterbebild von Anton Sickinger
Rückseite des Sterbebildes von Anton Sickinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.347: Joseph Zellner (eigentlich Zöllner)

Der Soldat Joseph Zellner (eigentlich Zöllner s. a. Verlustlisten und Volksbund) stammte aus Stockham in Bayern und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter und Infanterist in der 7. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 28.01.1916 fiel er bei Givenchy-en-Gohelle und den Vimy-Höhen im Alter von 27 Jahren beim 1. Angriffsgefecht von La Folie.

Über den Todestag und die Todesumstände von Joseph Zöllner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Der 28.01.1916 war der große Tag für das 2. Infanterie-Regiment. Nach nur vierstündiger Artillerievorbereitung erfolgte um 4.00 Uhr nachmittags gleichzeitig mit zwei gewaltigen Sprengungen am rechten und linken Flügel des Regimentsabschnittes unser Angriff. I. Bataillon unter Führung des Major von Imhof, bei dem sich der tapfere Oberleutnant Melber (Führer der 1. Kompanie) besonders hervortat, stürmte rechts vor, links griff die Kampfgruppe Zorn (5. und 7. Kompanie) an. Nach kurzer Zeit ist die feindliche Stellung in einer Ausdehnung von fast 2 Kilometer Breite in unserer Hand, der Gegner lässt uns 340 Gefangene und 9 Maschinengewehre. Er hatte durch die Beschießung und durch die beiden ihm überraschend gekommenen Sprengungen schwer gelitten. Ein äußerst heftiges Artilleriefeuer, das der Gegner dann die Nacht vom 28. auf 29.01. auf unsere Stellung legte, und dem im Morgengrauen des 29. ein feindlicher Gegenangriff folgte, forderte auch auf unserer Seite erhebliche Verluste, aber keinen Fußbreit der eroberten Stellung konnte der französische Angriff wieder zurückgewinnen. Wir verloren in diesen Kampftagen rund 400 Tote und Verwundete.“

Einer davon war Joseph Zöllner.

Man begrub Joseph Zöllner auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 5, Grab 228.

Sterbebild von Joseph Zellner
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Zellner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.342: Jakob Stadler

Der Soldat Jakob Stadler stammte aus Barmbichl, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Palling, und war Hausbesitzer, Musiker und Maurer. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann und Infanterist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Ende November – Anfang Dezember wurde er verwundet, kämpfte jedoch weiter. Am 26.12.1914 fiel er im Alter von 30 Jahren bei Saint-Laurent-Blangy, in der Nähe von Arras.

Man begrub Jakob Stadler auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Jakob Stadler
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Stadler