Sonderbeitrag: Wilhelm Müller (Kleinlinden)

Der Soldat Wilhelm Müller stammte aus Kleinlinden, einem Teil der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 3. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 26.09.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Gruny und Crémery an der Somme.

Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Müller berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Infanterie-Regiments:

Am folgenden Tage hatten die vor Gruny und Crémery liegenden Bataillone viel unter Granaten zu leiden. Die feindlichen Batterien, darunter auch schwere Schiffsgeschütze, standen bei Roye und beschossen unsere Gräben fast den ganzen Tag. Dadurch erlitt besonders das I. Batl., das dem Feuer gegen Gruny zu ausweichen wollte, beim Verlassen der Deckung harte Verluste. Aus einer Verschiebung der Kompagnien beim II. Batl. zog der Gegner offenbar falsche Schlüsse und versuchte gegen Abend einen Angriff, der aber mühelos abgewiesen wurde. Im Schutze der Dämmerung wurde die Besetzung der Gräben neu geregelt: Das hart mitgenommene I. Batl. wurde als Reserve nach Sept Fours zurückgezogen; in seine Stellung vor Gruny rückte das II. Batl., während das III. die bisherige Stellung des II. besetzte.

Offiziell ist für Wilhelm Müller keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles beigesetzt wurde.

Die Todesanzeige für Wilhelm Müller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Johann Dietrich Bork

Der Soldat Johann Dietrich Bork wurde am 06.05.1884 in der Gemeinde Fronhausen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 6. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Am 28.09.1914 fiel er im Alter von 30 Jahrenan der Hurtebise-Ferme im französischen Ort Bouconville-Vauclair.

Die Lage des Grabes von Johann Dietrich Bork ist unbekannt.

Die Todesanzeige des Männergesangverein Fronhausen für Johann Dietrich Bork im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Wilhelm Niebch

Der Soldat Wilhelm Niebch wurde am 25.11.1884 in der hessischen Ortschaft Krofdorf-Gleiberg geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist (Volksbund: Musketier) in der 10. Kompanie des 81. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 starb er im Alter von 29 Jahren in französischer Gefangenschaft.

Man begrub Wilhelm Niebch auf dem Soldatenfriedhof Rembercourt-aux-Pots in Grab 210.

Die Todesanzeige des Gesangsverein Germania Krofdorf für Wilhelm Niebch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.959: Franz Xaver Reiseck

Der Soldat Franz Xaver Reiseck stammte aus Thannenmais und war wohnhaft in Unterkenading, beides Ortsteile der bayerischen Gemeinde Reisbach. Er war der Sohn eines Gastwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 8. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 29.11.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der Stellungskämpfe im Artois bei Arras.

Man begrub Franz Xaver Reiseck auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Reisbach gedenkt Franz Xaver Reiseck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/failnbach-reisbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Franz Xaver Reiseck
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Reiseck

Sonderbeitrag: Otto Müller

Der Soldat Otto Müller stammte aus der hessischen Gemeinde Langgöns. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Feldwebel-Leutnant in der 6. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 26.09.1914 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Ville-sur-Tourbe in Frankreich.

Man begrub Otto Müller auf dem Soldatenfriedhof Maizeray in Block 7, Grab 253.

Die Todesanzeige für Otto Müller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Hans Reining

Der Soldat Hans Reining stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen und war von Beruf Postbote. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 28.08.1914 fiel er im Alter von 25 Jahren bei Bertrix.

Die Lage des Grabes von Hans Reining ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Hans Reining im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Wilhelm Schneider

Der Soldat Wilhelm Schneider stammte aus Annerod, eine Ortsteil der hessischen Gemeinde Fernwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 5. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 28.08.1914 fiel er im Alter von 30 Jahren während der Schlacht an der Maas bei Mouzon in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Schneider berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

28. 8. 14. Von allen Schilderungen der Ereignisse beim Regiment am 28. 8. scheint mir der Bericht des damaligen Regimentsadjutanten, Oblt. v. Ilsemann, am zuverlässigsten. Ich lege daher seinen Bericht hauptsächlich zu Grunde, um einen der schwersten Tage des Regiments zu schildern.Die während der Nacht eingehenden Befehle und Orientierungen ließen erkennen, daß unsere Führung annahm, die Franzosen seien südwestlich der Maas weiter im vollen Rückzug und deckten diesen auf dem westlichen Ufer nur noch mit schwächeren Kräften.$4^0$ morgs., an einem herrlichen Spätsommertag, der sehr heiß wurde, überschritt das Regiment auf einer in der Nacht geschlagenen Pontonbrücke die Maas und trat als Vorhut der 25. R.D. den Marsch auf Beaumont an. Reihenfolge der Bataillone III., I., II. Die Marschstraße, die Rückzugsstraße der Franzosen am 30. 8. 1870 nach der Schlacht bei Beaumont, führt aus dem Maastal in mäßiger Steigung durch eine Waldschlucht auf eine 6 km südwestlich Mouzon gelegene Hochfläche.

Beim Austritt aus dem Bois de Fond de Limon schlug dem Regiment heftiges Infanteriefeuer entgegen. Der bei dem Vortrupp reitende Regimentskommandeur Oberstlt. v. Pfeil befahl: „Das III. Batl. greift beiderseits der Straße an und setzt sich in den Besitz der vorliegenden Höhe.“ Wie auf dem Exerzierplatz entwickelt Major v. Busse seine Kompagnien, die mit ihren Offizieren weit vor der Front sprungweise gegen den Feind vorgingen. Am weitesten links war die 11., die Spitzenkompanie, dann folgten nach rechts 12., 10., 9. Komp. Vom II. Batl. wurde die 5. Komp., Hptm. Leßner, als linke Seitendeckung in das Bois de l’Hospice geschickt, die 8. als Artilleriebedeckung zurückgehalten. Die 6. und 7. Komp. werden rechts vom III. eingesetzt. Mit der Pfeife im Munde führte Major Schröder seine beiden Kompanien vor. Ohne eine Artillerievorbereitung abzuwarten, stürmen das III. und die beiden Kompanien des II. die vorliegende Höhe und warfen die Franzosen zurück. Vor seiner Kompanie erhielt Hptm. Bader dabei einen schweren Bauchschuß.

Beim weiteren Vorgehen wurde festgestellt, daß der Feind beiderseits des Arbre de la Belle Epine sich in einer starken Stellung befand, aus der unseren Schützenlinien lebhaftes Feuer entgegenschlug. Auch das anfangs schwache feindliche Artilleriefeuer wuchs zu immer größerer Stärke an, von allen Seiten überschütteten feindliche Batterien das tapfer aushaltende Regiment. Als dann auch die Franzosen zum Angriff vorgingen, wurde dem dicht hinter dem Regiment haltenden Brigadekommandeur Oberst v. Heldorff klar, daß der Feind hier nicht daran dachte abzumarschieren. Im Gegenteil, er stellte sich auf den Maashöhen und beabsichtigte scheinbar die schwachen, bisher über die Maas übergegangenen Teile auf den Fluß zu werfen und dadurch den Übergang des Gros unmöglich zu machen. Dementsprechend war die Aufgabe des Regiments plötzlich eine andere geworden. Der Angriff wurde eingestellt, statt dessen befohlen: „Das Regiment hat die genommene Höhe unter allen Umständen zu halten und dadurch das Überschreiten der Maas durch das Korps sicherzustellen.“

Schon in den frühen Morgenstunden erlitt das Regiment beträchtliche Verluste. Zum Füllen der Lücken sowie vor allem zur Sicherung der linken (östlichen) Flanke mußte sehr bald das I. Batl. eingesetzt werden. 1½ Kompanien blieben Reserve, Führer Hptm. v. Goetze, da zunächst auf weitere Unterstützung nicht zu rechnen war. Auch unsere Artillerie konnte keine Erleichterung bringen, da geeignete Feuerstellungen in dem Hochwald mit dichtem Unterholz nicht vorhanden waren.In dieser ernsten Lage hatte das Regiment einen außerordentlich schweren Stand. Die Franzosen versuchten, die ihnen abgenommenen Höhen zurückzunehmen, aber weder ihr konzentrisches Artilleriefeuer noch ihre immer von neuem unternommenen Angriffe vermochten die tapferen Bataillone ins Wanken zu bringen. Wo einzelne Teile schwach wurden, stellte die Energie der Offiziere schnell die Ordnung wieder her.Regiments- und Bataillonskommandeure kämpften in vorderster Linie. Bei La Sartelle-Fe. verhinderte Hptm. Frhr. v. Stein eine Umgehung der linken Flanke des Regiments. Aufrechtstehend kommandierte er das Feuer seiner 3. Kompanie, welche den angreifenden Franzosen starke Verluste beibrachte. Nachdem Hptm. Frhr. v. Stein durch zwei Schüsse verwundet war, mußte er die Führung seiner Kompanie abgeben. Als auch Lt. Schärfe und Offz.Stellv. Zeh verwundet, Offz.Stellv. Müller gefallen war, behielt Lt. Eckardt das Kommando und gab durch seine Tapferkeit seinen Leuten ein hervorragendes Beispiel. Mitten unter seinen Maschinen-Gewehren fiel der besonders heldenmütig kämpfende Hptm. Frhr. v. Buddenbrock durch Kopfschuß. In kürzester Zeit hatte er es verstanden, sich das Vertrauen seiner Leute zu erwerben. Der Heldentod dieses hervorragend tüchtigen M.G.-Offiziers bedeutete einen schweren Verlust für das Regiment. Kurz darauf wurde auch Lt. Rensch verwundet und fast alle M.G. außer Gefecht gesetzt.Von allen Kompanien kamen gegen Mittag Meldungen über schwere Verluste und Mangel an Munition. Die Patronenwagen wurden trotz des heftigen Feuers im Galopp vorgezogen und trotz mancher Verluste kam die Munition nach vorne. Besonders zeichnete sich hierbei der Vizewachtm. Schuldt, der spätere Leutnant und Verpflegungsoffizier des I. Batls. aus. Er fuhr mit einem Patronenwagen bis dicht an die Schützenlinie und kam ohne Verlust zurück. Er erhielt für diese tapfere Leistung das E.K. II. Es kam eine Meldung des Bagageführers, mindestens ein feindliches Bataillon stände im Rücken des Regiments. Aber auch jetzt wurde die letzte Reserve des Regiments, 1½ Kompanien unter Hptm. v. Goetze, nicht aus der Hand gegeben. Später stellten Streifen fest, daß die Meldung falsch sei, nun erst wurde die Reserve in die der Unterstützung so bedürftige vorderste Linie eingesetzt.Der Regimentskommandeur, Oberstlt. v. Pfeil, war etwa $7^{45}$ vorm. bei dem Versuche, einen Gefechtsstand zu finden, der bessere Übersicht bot, Artillerie konnte keine Erleichterung bringen, da geeignete Feuerstellungen in dem Hochwald mit dichtem Unterholz nicht vorhanden waren.In dieser ernsten Lage hatte das Regiment einen außerordentlich schweren Stand. Die Franzosen versuchten, die ihnen abgenommenen Höhen zurückzunehmen, aber weder ihr konzentrisches Artilleriefeuer noch ihre immer von neuem unternommenen Angriffe vermochten die tapferen Bataillone ins Wanken zu bringen. Wo einzelne Teile schwach wurden, stellte die Energie der Offiziere schnell die Ordnung wieder her.Regiments- und Bataillonskommandeure kämpften in vorderster Linie. Bei La Sartelle-Fe. verhinderte Hptm. Frhr. v. Stein eine Umgehung der linken Flanke des Regiments. Aufrechtstehend kommandierte er das Feuer seiner 3. Kompanie, welche den angreifenden Franzosen starke Verluste beibrachte. Nachdem Hptm. Frhr. v. Stein durch zwei Schüsse verwundet war, mußte er die Führung seiner Kompanie abgegeben. Als auch Lt. Schärfe und Offz.Stellv. Zeh verwundet, Offz.Stellv. Müller gefallen war, behielt Lt. Eckardt das Kommando und gab durch seine Tapferkeit seinen Leuten ein hervorragendes Beispiel. Mitten unter seinen Maschinen-Gewehren fiel der besonders heldenmütig kämpfende Hptm. Frhr. v. Buddenbrock durch Kopfschuß. In kürzester Zeit hatte er es verstanden, sich das Vertrauen seiner Leute zu erwerben. Der Heldentod dieses hervorragend tüchtigen M.G.-Offiziers bedeutete einen schweren Verlust für das Regiment. Kurz darauf wurde auch Lt. Rensch verwundet und fast alle M.G. außer Gefecht gesetzt.Von allen Kompanien kamen gegen Mittag Meldungen über schwere Verluste und Mangel an Munition. Die Patronenwagen wurden trotz des heftigen Feuers im Galopp vorgezogen und trotz mancher Verluste kam die Munition nach vorne. Besonders zeichnete sich hierbei der Vizewachtm. Schuldt, der spätere Leutnant und Verpflegungsoffizier des I. Batls. aus. Er fuhr mit einem Patronenwagen bis dicht an die Schützenlinie und kam ohne Verlust zurück. Er erhielt für diese tapfere Leistung das E.K. II. Es kam eine Meldung des Bagageführers, mindestens ein feindliches Bataillon stände im Rücken des Regiments. Aber auch jetzt wurde die letzte Reserve des Regiments, 1½ Kompanien unter Hptm. v. Goetze, nicht aus der Hand gegeben. Später stellten Streifen fest, daß die Meldung falsch sei, nun erst wurde die Reserve in die der Unterstützung so bedürftige vorderste Linie eingesetzt.Der Regimentskommandeur, Oberstlt. v. Pfeil, war etwa $7^{45}$ vorm. bei dem Versuche, einen Gefechtsstand zu finden, der bessere Übersicht bot, verwundet worden. Die Führung des Regiments hatte Major v. Westernhagen übernommen. Auch Major v. Busse war so schwer verwundet, daß er noch in der Nacht starb.

Während das Regiment seit dem frühen Morgen in ununterbrochenem schwersten Kampf die entscheidenden Höhen östlich Yoncq behauptete, vollzog sich in seinem Rücken bei Mouzon der ungestörte Übergang des XVIII. R.A.K., dessen Regimenter nach und nach rechts von R.I.R. 116 in die Schlacht eingriffen. Eine gewisse Erleichterung wurde vor allem durch das Nachlassen des feindlichen Artilleriefeuers vorübergehend gespürt, aber die Aufgabe des Regiments war noch nicht erfüllt. Immer von neuem versuchte der Feind das Regiment zurückzuwerfen, gelang es ihm, stand der Feind in der Flanke der bisher über die Maas übergegangenen deutschen Teile, verhinderte den weitern Übergang und stellte den Ausgang der Schlacht in Frage. Allen noch kämpfenden Offizieren des Regiments war dies klar geworden. Viele waren es allerdings nicht mehr, von den elf eingesetzten Kompanien hatten nur noch drei ihre Führer, die anderen waren gefallen oder verwundet. Mehrere Kompanien waren schon ohne jeden Offizier, dementsprechend waren die Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften. Die Kräfte des seit Stunden im schwersten Feuer kämpfenden Regiments spannten sich bis zum äußersten. Als aber schließlich wieder die Munition ausging, die Verluste immer größer wurden, Reserven nicht mehr zur Verfügung standen, wurde der Widerstand schwächer. Erneute Angriffe abzuwehren hatte das Regiment kaum noch die Kraft. In Erkenntnis dieser Lage ritt der Regimentsadjutant, Oberlt. v. Ilsemann, so schnell als es die Kräfte seines verwundeten Pferdes erlaubten zum Kommandierenden General, der am Südwestausgang von Mouzon die Schlacht leitete. General v. Steuben, der wußte, daß durch den Verlust der Höhen, auf denen R.I.R. 116 kämpfte, der Schlachtenerfolg der Armee in Frage gestellt war, tat sofort alles, was dem schwerblutenden Regiment Erleichterung bringen konnte. Er schickte Munition, ließ das Feuer der schweren Feldhaubitzen auf den dem Regiment gegenüberstehenden Feind lenken und befahl schließlich seiner Reserve, dem R.I.R. 88, dem R.I.R. 116 zur Hilfe zu eilen. Im entscheidenden Augenblick, als das heldenmütig ringende R.I.R. 116 am Ende seiner Kraft war, traf die Hilfe ein. Unter Führung des Oberst v. Heldorff wurde ein letzter Versuch der Franzosen, die Schlacht zu ihren Gunsten zu entscheiden, vereitelt.

Die linke Seitendeckung, 5. Komp., hatte am Südrand des Bois de l’Hospice von einer Kavallerie-Offizierstreife die Meldung erhalten, der Waldrand bei Arbre de la Belle Epine sei vom Feinde stark besetzt. Hptm. Leßner entwickelte einen Zug und ließ ihn gegen den Feind vorgehen, mit den beiden anderen Zügen wollte er den rechten Flügel des Feindes vom Steilhang an der Maas aus umfassen. Der zur Erkundung vorgeschickte Lt. d. R. Rindfuß stellte aber starke feindliche Abteilungen zwischen Beaumont und Létanne, also in der linken Flanke der Kompanie fest, die Absicht des Hptm. Leßner war also unausführbar. Die Kompanie nistete sich am Steilhang an der Maas ein und trat in das Gefecht, das trotz starker Verluste und Munitionsmangel bis zum Nachmittag durchgeführt wurde. Als dann der Feind mit vier Kompanien und M.G. gegen die 5. Komp. vorging, ging die Kompanie im Gefecht zum Nordrand des Bois de l’Hospice zurück. Hier blieb Lt. Rindfuß als Nachhut, der mit den letzten Patronen den Gegner fernhielt und den Abzug seiner Kompanie deckte, die gegen Abend das Regiment wieder erreichte. 20 Mann des zuerst entwickelten Zuges, die zu tapfer nach vorn durchgegangen waren, wurden vom Feinde umzingelt und später gefangen. Außerdem hatte die Kompanie 61 Mann an Toten und Verwundeten verloren. Lt. Daubes war durch eine Schrapnellkugel schwer verwundet. Hptm. Leßner, der durch Granatsplitter am rechten Schienbein verwundet war, behielt die Führung der Kompanie. Beim Gehen stützte ihn sein treuer Entfernungsschätzer Utffz. Heinrich Rasch aus Freiensteiner.

Das Regiment hatte seine Aufgabe erfüllt, das XVIII. R.A.K. und das ihm folgende VI. A.K. hatten ungestört vom Feinde den Maasübergang durchgeführt. Aber die Erfüllung des Auftrages hatte schwere Opfer gekostet! Von dem Offizierkorps und den etwa 3000 Mann des Regiments sammelten sich am Abend beiderseits der Straße Mouzon—Beaumont 6 Offiziere 600 Mann! Durch die Artilleriebedeckung, Seitendeckungen, Versprengte usw. erhöhte sich zwar dann die Gefechtskraft auf 1000 Mann, aber fast ⅔ hatte das Regiment verloren!

Andere Teile der Division hatten das westlich des Schlachtfeldes des Regiments liegende Dorf Yoncq genommen, hatten aber über das Dorf und den nordöstlich des Ortes liegenden Wald hinaus nicht vordringen können.

Gefallen waren die Hauptleute Frhr. v. Buddenbrock-Hettersdorf und Diehm, die Leutnants Jung, Todt, Castringius, Bogé, die Offizierstellvertreter Barth, Nerger, Müller, Jung, Preuß, Rauff. Der schwer verwundete Major v. Busse starb in der Nacht 28./29. im Feldlazarett Mouzon. Verwundet waren Oberstlt. v. Pfeil, die Hauptleute Frhr. v. Stein zu Nord- u. Ostheim, Bader, Frhr. Raitz v. Frentz, Goepel, Ullrichs; die Oberleutnants Weimer, Waldeck, Frhr. v. Lyncker, Quade, v. Mentz; die Leutnants Huhn, Rausch, Daubes, Trümper, Hosch, Warnke, Eckhardt; die Offizierstellvertreter Zeh, Thielert (gest. 1. 9.), Sayer, Berger, Malzan. Die Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften lassen sich nur nach den Stammrollen feststellen. Beim III. Batl. waren sie so stark, daß die noch kampffähigen auf die Kompagnien des I. und II. Batls. verteilt wurden.

Am 7. 9. 15 hatte der Regimentsadjutant Gelegenheit, Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen an Ort und Stelle einen Vortrag über den Verlauf der Schlacht zu halten. Der Kronprinz äußerte sich in anerkennendsten Worten über das zähe Aushalten des Regiments unter so außerordentlich schweren Verhältnissen. Schlichte weiße Kreuze beiderseits der Straße Mouzon—Beaumont zeigten damals die Stelle, wo Hessensöhne in treuer Pflichterfüllung für Kaiser und Reich den Heldentod starben.

Die Grenzschlachten waren überall zugunsten der Deutschen entschieden. Die deutschen Armeen fluteten nach Frankreich hinein.

Außerordentliche Anforderungen mußten in den nächsten Tagen durch die langen Märsche bei heißem Wetter an die meist schon älteren Reservisten des Regiments gestellt werden.

Die Lage des Grabe svon Wilhelm Schneider ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Wilhelm Schneider im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Jakob Haas

Der Soldat Jakob Haas stammte aus dem Dorf Steinbach, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Fernwald, und war von Beruf  Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 6. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 26.09.1914 fiel er im Alter von 33 Jahren bei Ville-sur-Tourbe und Minaucourt-le-Mesnil-lès-Hurlus an der Marne.

Über den Todestag und die Todesumstände von Jakob Haas berichtet die Regimentsgeschichte des 116. landwehr-Infanterie-Regiments:

Dieser Angriff ist ein Teil des allgemeinen Vorstoßes der 3. Armee am 26. 9., der aber nach anfänglichen Erfolgen ebenso stecken bleibt, wie der von den Franzosen versuchte Gegenangriff. R. 116 wird zunächst mit zum Angriff bestimmt. Dieser Befehl wird 8 Uhr nachm. dahin abgeändert, daß das Regiment die Stellungen von R. 30 einnimmt und den Angriff unterstützt. I. besetzt am 26. 9. nachts 1 Uhr die Stellung von R. 30 etwa 1 km südöstl. Chausson-Ferme. Mittlerweile trifft der zum dritten Male abgeänderte Befehl ein, wonach die 49. Ldw.-Brig. am 26. 9. bei Höhe 143, 2 km südl. Maison de Champagne-Ferme, der 16. R.D. zur Verfügung steht. II. trifft dort ein am 26. 9. im Laufe des Vormittags, nachdem es bis $7^0$ vorm. dem R. 17 zur Verfügung gestanden hat. Das zu diesem Sammelplatz aus seiner Stellung (kaum bezogen) abmarschierende I. erhält unterwegs den Gegenbefehl, sich zur Verfügung des R. 17 nach Richtung Höhe 191 zu begeben. Major Ruhnau nimmt in dem Talkessel nördlich der Höhe Aufstellung. 1., 3. und Teile der 2. Komp. schieben bei R. 17 ein und nehmen am Angriff teil. Fehlende Unterstützung durch eigene Artillerie, infanteristische Flankenwirkung aus der Etangschlucht lassen den Angriff nur langsam vorwärts schreiten. Die östlich kämpfenden Truppen gewinnen ebenfalls nur spärlich Gelände, so daß die Division am Abend des 26. 9. das Zurückgehen in die alten Stellungen befiehlt. Verluste am 15. 9. bis 26. 9.: An Offizieren gefallen: Off.Stellv. Müller, verwundet: Lt. Schuster, Off.Stellv. Kürschner. An Unteroffizieren und Mannschaften gefallen: 32, verwundet: 124, vermißt: 2. Am Abend des 26. September trifft bei trübem, naßkaltem Wetter der Befehl ein, daß die Stellungen auszubauen und zur nachhaltigen Verteidigung einzurichten sind; das  Ende des Bewegungskrieges ist gekommen. Noch einmal hatten beide Heere ein letztes Ringen versucht, um in der offenen Feldschlacht eine entscheidende Wendung herbeizuführen. Beide hatten ihre Kräfte gemessen und sich überzeugt, daß eine Entscheidung nur durch eine Umfassung der beiderseits noch ungedeckten Flanken im Norden der Linie möglich war. Sollte auch diese mißlingen, dann war für den Krieg ein Ausblick auf ungeahnte Weiten eröffnet. Tatsächlich fängt mit diesem Augenblick der wirkliche Krieg von bewaffnetem Volk gegen bewaffnetes Volk an. Andere Faktoren wie überlegene Führung und persönliche Tapferkeit beginnen mächtigen Einfluß auf den Gang der Kriegshandlungen zu gewinnen. Ein grauer Schleier umwallt die Zukunft, der für das deutsche Volk bei seiner völligen Abgeschlossenheit beinahe undurchdringlich dunkel ist.Bis 12 Uhr nachts besetzt I. wieder die Stellung des R. 30 (südwestlich Sargdeckel), III., das sich nach Ablösung auf dem Marsch zum Sammelplatz der Brigade befand, besetzt 2 Uhr vorm. die Gräben westlich Punkt 150, etwas weiter westlich der eben verlassenen Gräben. Anschluß nach Osten an R. 80. 

Offiziell ist für Jakob Haas keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt beigesetzt wurde.

Die Todesanzeige für Jakob Haas im Gießener Anzeiger
Die Todesanzeige des Deutschen Flottenvereins, Ortsgruppe Steinbach, für Jakob Haas

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.958: Ludwig Maier

Der Soldat Ludwig Maier stammte aus Rattenbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rimbach, und war der Sohn eines Krämers. Er selbst war Chauffeur in der Schweiz. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 4. Kompanie des 3. bayerischen Landsturm-Infanterie-Regiments (Verlustlisten: Landsturm-Infanterie-Bataillon Augsburg III). Am 22.05.1915 ertrank er im Alter von 29 Jahren bei der Rettung eines Kameraden in der Orne in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Ludwig Maier ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Rattenbach gedenkt Ludwig Maier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/rimbach-rattenbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Maier
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.957: Josef Wittmann

Der Soldat Josef Wittmann wurde am 28.08.1890 in Donaualtheim geboren, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Dillingen an der Donau, und war von Beruf Schmied. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 17.08.1916 (Regimentsgeschichte: 16.08.1916) fiel er im Alter von 25 Jahren während der Schlacht an der Somme in Frankreich. Er wurde bei der Ortschaft Maurepas getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Wittmann berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08. lag starkes Feuer auch zwischen der I. und II. Stellung: der Le Forest-Grund war nicht mehr zu sehen, alles Grau in Grau.

Um 5 Uhr nachmittags schossen schwere und schwerste Kaliber den ganzen Abschnitt. Eine Steigerung dieses höllischen Lärms hielt man nicht mehr möglich und doch war es so, als von 6 Uhr ab Trommelfeuer auf die I. und Le Forest-Stellung losgelassen wurde; dazu brausten Flugzeuggeschwader in 300 – 400 Metern Höhe heran. Man fühlte sich erlöst, als ½ Stunde nach der langen ungewöhnlich schweren Beschießung der Feind in mehreren Wellen auf das I. Bataillon losging, unterstützt durch tief herunter stoßende Flieger, die mit Maschinengewehr und Handgranaten die Verteidiger bearbeiteten; der Führer der 2. Kompanie, Oberleutnant der Reserve Richter, wurde hierdurch verwundet. Während vor dem rechten Flügel und der Mitte des I. Bataillons der Franzose – 27. Infanterie-Division – vor Erreichen der Stellung abgewiesen wurde, hatte die 2. Kompanie den Hauptstoß auszuhalten und sich der feindlichen Übermacht in erbittertem Nahkampf, Mann gegen Mann, zu erwehren. Nach zweistündigem harten Ringen war der Franzose mit blutigem Kopf nach Hause geschickt. Der Erfolg gegen die Überzahl – trotz Unterstützung aus der Luft – war neben der kaltblütigen Haltung der Leute dem mustergültigen Zusammenarbeit der Handgranatentrupps zu verdanken, wiewohl der Feind mit seinen weiter tragenden Eierhandgranaten anfänglich im Vorteil war. Zu den einzelnen Kampfabschnitten hatte unser Sperrfeuer immer verlässig und wirkungsvoll eingesetzt, ebenso die flankierende Tätigkeit der Maschinengewehre.

Man hatte kaum Zeit gehabt, das Ergebnis des Tages zu werten, als 9.15 Uhr abends nochmals Trommelfeuer einsetzte, diesmal besonders auf Maurepas. In die Befehlsstelle des III. Bataillons, in der sich auch Unterstützungen aufhielten, schlugen Volltreffer ein; ihnen fielen zum Opfer: der Bataillons-Kommandeur Major Schulze, Leutnant der Reserve und Adjutant Brendel, die Kompanieführer Oberleutnant der Reserve Gerdeisen 10., Leutnant der Reserve Schreyer 11 und Leutnant Goßmann 12., O. St. Alt 11., Vizefeldwebel Forster der Maschinengewehr-Kompanie, der Artilleriebeobachter, fünf Unteroffiziere und 25 Mann.

10.30 Uhr abends brach der Franzose nochmals gegen das I. Bataillon vor. Durch das gutsitzende Sperr- und Maschinengewehrfeuer, sodann im Handgranatenkampf, an dem sich auch der zur Verstärkung der 2. Kompanie schneidig und geschickt im Sperrfeuer vorgeeilte Zug des Leutnants der Reserve Fritz der 5. Kompanie wacker beteiligte, war auch diesmal am Abschluss des schweren Kampftages der Erfolg auf unserer Seite. Es hatte auch nichts geholfen, dass die französische Artillerie hinter ihre eigene Infanterie Sperrfeuer legte, um sie dadurch vorzutreiben.

In dieser Nacht noch sollte durch eine Kompanie des 2. Garde-Regiments zu Fuß die stark gelichtete 2. Kompanie abgelöst werden; sie traf aber nicht ein, sodass hierfür unsere 8. Kompanie einspringen musste. Die 2. Kompanie, die die Hauptlast des Tages getragen hatte, rückte gegen 2 Uhr vormittags nach Viller-Faucon in Unterkunft.

5.30 Uhr vormittags des 17.08.1916 traf die 4. Kompanie 2. Garde-Regiment z. F. zur Ablösung ein. Die 8. Kompanie wurde herausgezogen und zur Verstärkung mit einem Zug der 4. mit ½ der 3. Kompanie zugeteilt, während der Rest Bataillons-Reserve wurde. Nebel begünstigte diese Verschiebung.

Der Vormittag war ruhig; der Franzose erholte sich offenbar von seinem Misserfolg tags zuvor. Von Mittag ab Streufeuer auf dem ganzen Abschnitt und die gewohnte Fliegertätigkeit. Erst gegen Abend Einzelfeuer schwerer Kaliber auf Maurepas und die Hohlweg-Stellung.“

Offiziell ist für Josef Wittmann keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er unter falschen Vornamen auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab begraben wurde, wo man auch seine Kollegen der 11. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Landwehrmann Johann Schwarzkugler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Hans Deffner, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 62-74;
  • Gefreiter Johann (vermutlich richtig „Josef“) Wittmann, geboren am 29.08.1890 in Donaualtheim, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Johann Spengler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60.

 

Sterbebild von Josef Wittmann
Rückseite des Sterbebildes von Josef Wittmann