Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.812: Bernhard Bibinger

Der Soldat Bernhard Bibinger stammte aus Unterflossing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Polling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Kompanie der 3. bayerischen Maschinengewehr-Schützenabteilung. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 22.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren bei St. Léger.

Man begrub Bernhard Bibinger auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Unterflossing Bernhard Bibinger auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/polling-oberflossing_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Bernhard Bibinger
Rückseite des Sterbebildes von Bernhard Bibinger

Sonderbeitrag: Das Einigungsdenkmal in Kassel

Bei einem Ausflug nach Kassel, bei dem ich das Museum Grimmwelt besuchte, stieß ich auf das Einigungsdenkmal. Es befindet sich im Murhardpark.

Die Lage des Denkmals:

Das Denkmal geht auf einen Entwurf von Karl Begas zurück, der damit 1895 einen Wettbewerb für sich entschieden hatte. Am 10. Mai 1898 wurde es feierlich enthüllt. Otto Kuntzemüller beschreibt die Anlage im Jahr 1902 ausführlich: Das Monument besteht aus Sandstein aus dem Teutoburger Wald, während der gestufte Unterbau aus deutschem Granit gefertigt ist. Figuren und Reliefs wurden in Bronze gegossen. Insgesamt erreicht das Denkmal eine Höhe von 13 Metern. Es handelt sich um eine Brunnenanlage, weshalb sich zu beiden Seiten des Unterbaus Wasserbecken mit löwenförmigen Wasserspeiern befinden.

Den oberen Abschluss bildet ein Obelisk. Auf der Vorderseite des Stufenbaus stehen zwei überlebensgroße Bronzefiguren: Links die sitzende Muse der Geschichte, vertieft in ein Buch, rechts ein jugendlicher Genius, der das darüber angebrachte Relief Kaiser Wilhelms I. mit einem Lorbeerkranz schmückt. Über dem Kaiserrelief befindet sich die Kaiserkrone in passender ornamentaler Fassung. An den Seitenflächen des Obelisken sind die Porträtreliefs von Otto von Bismarck und Helmuth von Moltke angebracht. Auf der Rückseite findet sich die Widmung „Von H. und J. Wimmel gestiftet“. Die Bau- und Maurerarbeiten führte unter Leitung des Architekten Eubell die örtliche Firma Thiessen aus; der Bronzeguss der Figuren stammt aus der Bildgießerei der Aktiengesellschaft vormals H. Gladenbeck & Sohn in Friedrichshagen.

Am Sockel ist zudem die Inschrift „Zur Erinnerung an die Einigung Deutschlands 1870–1871“ angebracht. Daher wurde das Monument häufig als Sieges- oder Einigungsdenkmal bezeichnet. Gleichzeitig setzte sich bereits früh die heute gebräuchliche Bezeichnung „Wimmel-Denkmal“ bzw. „Wimmel-Brunnen“ durch, die auf den Kasseler Stifter verweist.

Die ursprünglichen Bronzefiguren gelten heute als verloren; die Medaillons wurden 1983 neu gegossen. Bis 1965 stand das Denkmal auf dem Brüder-Grimm-Platz, bevor es in den nahegelegenen Fürstengarten versetzt wurde.

Das Einigungsdenkmal in Kassel – Helmuth von Moltke
Das Einigungsdenkmal in Kassel mit der Inschrift „ZUR ERINNERUNG AN DIE / EINIGUNG DEUTSCHLANDS / 1870–1871“
Das Einigunsdenkmal in Kassel mit dem Bildnis Kaiser Wilhelm I.
Das Einigungsdenkmal in Kassel mit dem Bildnis Otto von Bismarcks

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.805: Sebastian Hutterer

Der Soldat Sebastian Hutterer stammte aus Stockham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obing, und war ein Kleinbauer (Irlhubergütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 12.05.1915 fiel er während der Schlacht bei La Bassée und Arras im Alter von 30 Jahren bei Carency.

Die Lage des Grabes von Sebastian Hutterer ist offiziell unbekannt. Er ist wahrscheinlich als unbekannter Toter anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben worden, wo man auch seine Kameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, z. B.

  • Leutnant Max Scheibenbogen, gefallen am 12.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Oberjäger Karl Schubert, gefallen am 10.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Obing gedenkt Sebastian Hutterer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/obing_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Sebastian Hutterer
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Hutterer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.804: Anton Ahr

Der Soldat Anton Ahr wurde am 21.08.1886 in Schelldorf geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kempten. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 2. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.10.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der ersten Kämpfen vor Arras bei Douai.

Die Lage des Grabes von Anton Ahr ist unbekannt.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Mariaberg Anton Ahr auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten-mariaberg_wk1u2_bay.htm 

Sterbebild von Anton Ahr
Rückseite des Sterbebildes von Anton Ahr

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.798: Joseph Blab

Der Soldat Joseph Blab stammte aus Dickenbüchl, einem Ortsteil der bayerischen Gemeidne Waldkirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 10. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 22.08.1914 fiel er im Alter von 33 Jahren Lothringen im Elsass bei den Gefechten in der Nähe von Colmar, genauer gesagt bei Logelbach, als erstes Opfer seiner Gemeinde.

Über den Todestag und die Todesumstände von Joseph Blab berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„2. Erstes Gefecht bei Ingersheim

Für den 22.08. befahl General Eichhorn den Angriff der 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Brigade, die durch II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123, 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompanie XV. Armeekorps und 6./Fuß-Artillerie-Regiment 13 verstärkt war, gegen Ingersheim, um hierdurch die im Münstertal befindlichen feindlichen Kräfte zu fesseln.

Die Bereitstellung zum Angriff erfolgte entlang der Bahnlinie Schlettstadt, Colmar, Mühlhausen und zwar mit Landwehr-Infanterie-Regiment 1 dicht nördlich Colmar; vom Landwehr-Infanterie-Regiment 2, dem ½ II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123, 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompanie XV. Armee-Korps und 6./ Fuß-Artillerie-Regiment 13 unterstellt worden waren, stellten sich in erster Linie III. Bataillon im Anschluss an Landwehr-Infanterie-Regiment 1 an der Straße Colmar – Ingersheim, I. Bataillon beim Bahnhof Colmar bereit, in zweiter Linie ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 mit Maschinengewehr-Kompanie in Colmar, dahinter aufgeschlossen ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123.

6./Fuß-Artillerie-Regiment 13 ging während der Bereitstellung bei Horburg in Stellung, wurde dann nachgezogen, um beim Vorgehen der Infanterie zum Angriff am Krankenhaus nordwestlich Colmar in Stellung gebracht zu werden.

Nach dem Befehl der Brigade sollte Landwehr-Infanterie-Regiment 1 mit linkem Flügel am Nordrande von Ingersheim vorbeigehen, um sodann Ingersheim zu umfassen, Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte Ingersheim in der Front anzugreifen.

Vom Kommandeur Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wurde III. Bataillon zum Angriff auf Ingersheim entlang der Straße nach Ingersheim und durch Logelbach angesetzt, I. Bataillon hatte mit rechtem Flügel am Südrande von Logelbach vorzugehen und links von Ingersheim anzugreifen. ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 sollten zur Verfügung des Regimentskommandeurs entlang der Straße nach Ingersheim folgen.

Gegen Mittag wurde aus der Bereitstellung zum Angriff geschritten. Hierbei zerlegte sich I. Bataillon in 2 Teile. Sein linker Flügel, 3., 4. und ein Teil der 2. Kompanie ließ sich durch feindliches Feuer, das ihm von Winzenheim her entgegenschlug, am Südrande von Logelbach festgehalten und nahm den Feuerkampf gegen Winzenheim auf. Der rechte Flügel mit dem Bataillonskommandeur (½ 1 und 2/3 2. Kompanie – ½ 1. war entsendet) zog sich an die Straße nach Ingersheim heran, überschritt diese sogar mit Teilen und schob in das III. Bataillon ein. Der Regimentskommandeur setzte in die hierdurch entstandene Lücke das ½ II. Bataillon mit Maschinengewehr-Kompanie in Logelbach ein.

III. und ½ I. Bataillon gingen in den Weingärten zu beiden Seiten der Straße nach Ingersheim im heftigen feindlichen Infanteriefeuer, das aus Ingersheim und vom Letzenberg kam, ununterbrochen vor.

Der Feind war nicht zu erkennen. Die mit Draht durchzogenen Weingärten bildeten ein wirksames Hindernis und brachten die Verbände durcheinander. Da machte sich am linken Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiments 1 eine Rückwärtsbewegung bemerkbar. Der Kommandeur Landwehr-Infanterie-Regiment 2 ließ durch Einsatz einer Kompanie des ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 die zurückgehenden Abteilungen wieder vorreißen.

Die Haubitz-Batterie unterstützte das Vorgehen der Infanterie durch Feuer gegen den bei der Fechtbrücke gelegenen Teil von Ingersheim und gegen den Letzenberg, vermochte aber das feindliche Infanteriefeuer kaum zu bekämpfen.

An der am südlichen Fechtufer gelegenen Häusergruppe von Ingersheim fand der Angriff ernsten Widerstand. Die Häuser waren vom Feinde besetzt und mussten einzeln genommen werden. Von einer zurückgezogenen, geschickt angelegten Straßenbarrikade aus bestrich der Feind der Länge nach die Straße und die Weingärten. Von den Landwehrleuten wurde dieser Barrikade auf etwa 100 Meter gegenüber eine solche aus Brettern und Matratzen errichtet und mit Schützen besetzt. In der Bekämpfung der feindlichen Scharfschützen tat sich besonders Vizefeldwebel (Offiziersaspirant) Süßmann der 9. Kompanie hervor. Um die feindlichen Schützen hervorzulocken, sprangen einzelne beherzte Leute wiederholt über die Straße. Der Angriff kam aber nicht vorwärts. Die letzte Reserve des Regiments, eine Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 123, wurde eingesetzt. Der Regimentskommandeur begab sich an den Eingang der Häusergruppe und befahl an die dort befindlichen Kommandeure III. und I. den Sturm auf Ingersheim. Die Hörner bliesen zum Sturm und mit Hurra wurde die Häusergruppe genommen. Eine Anzahl Alpenjäger wurden zu Gefangenen gemacht. Es wurde bis zum südlichen Fechtufer vorgedrungen.

Inzwischen hatte ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 mit der Maschinengewehr-Kompanie unter der tatkräftigen Führung des Hauptmanns Huber Logelbach im heftigen feindlichen Strichfeuer von Letzenberg durchschritten und den Westrand des Ortes erreicht. Es war aber nicht möglich, im feindlichen Feuer weiter vorzudringen. Man nahm den Feuerkampf auf.

Der Feind erhielt Verstärkungen. Es schlug plötzlich feindliches Artilleriefeuer vom Eichberg nördlich Türkheim und anscheinend auch von Dorfburg (nordwestlich Ingersheim) ein. Die 6./Fuß-Artillerie-Regiment 13 schwieg. Sie hatte sich durch das sie erreichende Infanterie-Strichfeuer veranlasst gesehen, hinter die Fecht zurückzugehen. Feindliche geschlossene Abteilungen zeigten sich auf dem Letzenberg und jenseits des die Fecht begleitenden Akaziengebüsches. Alpenjägerhörner bliesen. Es erfolgte ein allgemeiner feindlicher Vorstoß. Dieser wurde zwar durch unsere Truppen an der Fecht aufgehalten, die dortige Stellung war aber der feindlichen Übermacht gegenüber nicht mehr zu halten. Die Truppen gingen zruück. Auch Landwehr-Infanterie-Regiment 1 war zurückgegangen. Inzwischenwar die Dämmerung eingetreten. Der Regimentskommandeur bereitete aus durch den verwundeten Hauptmann Eibner gesammelten Mannschaften eine Aufnahme auf einer Anhöhe 800 Meter südöstlich Ingersheim vor und gab den Befehl zum allgemeinen Rückzug hinter die Ill bei Colmar. Die Truppen bezogen die Unterkunft vom Tage zuvor.

Die Verluste der Kompanien, die bei Ingersheim gekämpft hatten, waren nicht unerheblich, in Logelbach waren sie gering.

Das Regiment, und zwar hauptsächlich 1/4 I. und III. Bataillon hatte verloren 3 Offiziere tot, 6 verwundet, 18 Unteroffiziere und Mannschaften tot, 74 verwundet, 70 vermisst. Wie später in Ingersheim ermittelt wurde, waren die Vermissten alle entweder tot oder schwer verwundet bei Ingersheim zurückgelassen worden. Das Regiment hatte also insgesamt 171 Verluste.

An Offizieren waren gefallen Leutnant Christian Heinz der 5. Kompanie, Leutnant Köttig der 9. Kompanie (starb am 28.08. an seiner Verwundung), Leutnant Gahbauer der 10. Kompanie.

Der Regiments-Adjutant Oberleutnant Barck wurde beim Sturm auf die vorgeschobenen Häusergruppe von Ingersheim schwer verwundet.“

Man begrub Joseph Blab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Waldkirchen gedenkt Joseph Blab noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2008/waldkirchen_oelbergkapelle_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Joseph Blab
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Blab

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.792: Johann Irrgang

Der Soldat Johann Irrgang stammte aus Wulting, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schorndorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 5. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.08.1914 fiel er während eines Gefechts zwischen Mortagne und Xermaménil im Alter von 22 Jahren bei Mont (Mont-sur-Meurthe?) in Frankreich.

Man begrub Johann Irrgang auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

Seine Heimatstadt Untertraubenbach gedenkt Johann Irrgang noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/cham-untertraubenbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Irrgang
Rückseite des Sterbebildes von Johann Irrgang

 

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.771: Peter Hofmann

Der Soldat Peter Hofmann stammte aus Reuten, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Petting, und war der Sohn eines Landwirts (Schusterbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 17.08.1915 verstarb er im Alter von 25 Jahren an einer kurzen Krankheit in Chelm im heutigen Polen.

Die Lage des Grabes von Peter Hofmann ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Petting gedenkt Peter Hofmann noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/petting_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Peter Hofmann
Rückseite des Sterbebildes von Peter Hofmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.747: Michael Aigner

Der Soldat Michael Aigner stammte aus Geroling, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Tettenweis, Er war Besitzer des Schnitzergutes von Geroling. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der Maschinengewehr-Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 07.03.1915 fiel er während der Winterschlacht in der Champagne im Alter von 33 Jahren bei Souain-Perthes-lès-Hurlus an der Marne durch einen Granattreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände von Michael Aigner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am Morgen des 07.03. setzte schwerstes Artilleriefeuer gegen unseren Kampfgraben am Südrande des Fingerwaldes, die Laufgräben und die Reservestellung am Steilhang ein. I. Bataillon war Kampfbataillon, 9. Kompanie schloss sich ihm links in der vom Landwehr-Infanterie-Regiment 116 übernommenen Stellung an. Auf die Meldung, dass der Feind 7.30 Uhr morgens seine vordersten Gräben stark besetzte, wurde unsere Artillerie ersucht, ihr Vernichtungsfeuer auf diese Gräben zu legen. 9.50 Uhr vormittags sprang die feindliche Infanterie aus ihren Gräben vor, wurde aber durch unser Infanteriefeuer in sie zurückgetrieben. Eine Viertelstunde später missglückte ihr Sturmanlauf in der gleichen Weise. Hierauf zog der Feind seine Sturmtruppen aus seinen vordersten Gräben zurück und richtete von neuem ein Zerstörungsfruer von furchtbarer Wirkung auf unseren vordersten Kampfgraben. Um 11 Uhr vormittags wurde von dem Beobachtungsstand der Batterie Oster, die nördlich des Finger stand, gemeldet, der Feind verlasse zu Hunderten seinen Graben und dringe in die Westspitze des Fingerwaldes ein.

Die Regimentsreserve im Bayernlager, Bataillonsstab III, 10. und 12. Kompanie, wurden hierauf alarmiert, nach der Fingerstellung in Marsch gesetzt und dem Kommandeur des I. Bataillons zur Verfügung gestellt. Dieser wurde beauftragt, den in den Fingerwald vorgedrungenen Feind wieder hinauszuwerfen; ½ Reserve-Pionier-Kompanie 55 sollte hierbei mitwirken. Auf Antrag des Regimentskommandeures wurde die Brigade-Reserve – 11. Kompanie – von Somme-Py nach der Fingerstellung gesandt, die Divisionsreserve II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und I./Landwehr-Infanterie-Regiment 1 in das Bayernlager gezogen.

Ein starkes Artilleriefeuer lag auf dem Bayernlager und dem Gelände zwischen ihm und der Stellung. Alle Fernsprechverbindungen mit der Stellung und der Artillerie waren zerstört, Meldeverbindungen durch Posten wurden gelegt.

Nachdem die 2.30 Uhr nachmittags im Bayernlager eingetroffenen Bataillone der Divisions-Reserve sich verpflegt hatten, marschiere der Regimentskommandeur mit ihnen und dem Rest der Pionier-Kompanie 55 gegen den Fingerwald vor. Es gelang mit der Marschkolonne den Granateinschlägen derart auszuweichen, dass die Truppe ohne Verluste ihr Ziel erreichte. II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 nebst Pionieren unter Führung von Hauptmann Klein – Oberstleutnant Reck hatte eine besondere Verwednung in der Division – wurde in die Reservestellung am Steilhang vorgeführt, während I./Landwehr-Infanterie-Reguiment 1 in dem Waldgelände zwischen Straße Tahure – Souain und dem Steilhang bereitgestellt wurde.

Inzwischen war der in den Südgraben bei der Fingerspitze eingebrochene Feind entlang der beiden Verbindungsgräben gegen den neuen Kampfgraben vorgedrungen, durch zwei an der Einmündung des rechten Verbindungsgrabens aufgestellte Maschinengewehre aber abgewiesen worden. Unteroffizier Johann Windisch der Maschinengewehr-Kompanie hatte selbsttätig diese beiden Gewehre an dieser für die Abwehr wichtigen Stelle gerade noch im entscheidenden Augenblick eingesetzt. Der in der Stärke von 2 – 300 Mann bereits auf 15 Meter an den Kampfgraben herangekommene Feind wurde durch das Maschinengewehrfeuer aufgerieben. Während der rechte Teil des am Südrande des Fingerwaldes gelegenen, alten Kampfgrabens in die Hand des Feindes gefallen war, war es dem linken Flügel des I. Bataillons unter der entschlossenen Führung des mit dem Unterstützungszug der 3. Kompanie entwickelt quer durch den Wald vorgeeilten Oberleutnant Grosselfinger gelungen, dem Feinde hier das Vordringen in dem Graben und das Vorbrechen aus seiner Stellung am Birkenwäldchen zu verwehren. Wirksam wurde er dabei durch die links von ihm in Stellung befindliche 9. Kompanie unter Oberleutnant Voigt unterstützt.

In der Erkenntnis, dass nur rasches Handeln zum Ziel führen könne, hatte Major Kehl alsbald nach dem Eindringen des Feindes in den Wald der 2/3 1. Kompanie, deren eines Drittel den Westgraben besetzt hielt, befohlen, den längs des linken Verbindungsgrabens vorgegangenen Feind zu vertreiben. Die kompanie kam beim Vorgehen im feindlichen Feuer zum Teil zu weit links und in die Stellung der 9. Kompanie hinein. Mit einem Teil unter ihrem mutigen Kompanieführer Oberleutnant Emminger, konnte sie mitwirken, um den Feind bei der Einmündung des linken Verbindungsgrabens in den neuen Kampfgraben daran zu hindern, in diesen einzudringen. Oberleutnant Emminger wurde hierbei verwundet, bald darauf auch Leutnant Fräßdorf, der entschlossen die Führung der Kompanie in die Hand genommen hatte.

Nach Eintreffen der Regiments-Reserve  setzte Major Kehl diese in der Weise zum Angriff an, dass 10. Kompanie entlang des rechten Verbindungsgrabens vorgehen und die Fingerspitze wieder nehmen, 12. Kompanie nebst einem Pioniertrupp unter Leutnant Grieshaber mit der 1. Kompanie zusammenwirken sollte, um den linken Verbindungsgraben wieder in die Hand zu bekommen. Die 10. Kompanie konnte über den neuen Kampfgraben nicht vordringen; die 12. Kompanie geriet bei der Entwicklung aus ihm heraus im Hindernis in Unordnung und kam auf dem Waldhange in schweres Artilleriefeuer. Im Infanteriefuer mit „Marsch Marsch“ wurde vorgestürzt und der untere Teil des linken Verbindungsgrabens zum Südgraben erreicht. Im Graben entstand ein Feuerkampf auf nächster Entfernung. Leutnant Grieshaber trieb den Feind mit seinem Pionier-Handgranatentrupp eine Strecke weit zurück. Als dieser tapfere Führer gefallen war und die Handgranaten ausgingen, schloss man sich mit einer Sandsackbarrikade gegen den Feind ab. Unteroffizier Michael Knopf der 12. Kompanie übernahm hier die Führung. Er feuerte durch glänzendes Beispiel von Tapferkeit seine Umgebung zum Standhalten an und Verteidigte allen Anstürmen zum Trotz diese wichtige Sperre, stieß sodann mit seinen Leuten dem weichenden Feinde nach und verleidete ihm das Wiederkommen.

Der Regimentskommandeur traf 5 Uhr nachmittags mit dem II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 am Steilhang ein. Er setzte zum Gegenangriff eine rechte Angriffsgruppe unter Major Benz mit 10., 11. und 8. Kompanie und 1 Pionier-Zug unter Leutnant Gogl ein und eine linke Angriffsgruppe unter Hauptmann Klein mu 2/3 5., 7., 12. Kompanie und 1 Pionier-Zug unter Leutnant Mühl. Umfassend sollte entlang der beiden Verbindungsgräben gegen den in den Wald eingedrungenen Feind zusammengewirkt werden, die rechte Flügelgruppe sollte mit ihrem rechten Flügel hierzu am westlichen Waldrande vorgehen. Zur Unterstützung dieses Angriffs wurde Artilleriefeuer gegen die Fingerspitze und auf die feindliche Stellung südlich des Fingerwaldes angefordert.

In der Abenddämmerung brachen von der rechten Gruppe die 8. und 11. Kompanie vor. Der Sturmanlauf der 11. Kompanie wurde von dem feindlichen Infanteriefeuer, das vom rechten Verbindungsgraben her kam, gefasst. Der tapfere Kompanieführer, Hauptmann Ulrich, wurde schwer verwundet. Bald darauf fand Leutnant Kerler den Heldentod. Der linke Flügel der Kompanie warf sich in den vom Feinde besetzten rechten Verbindungsgraben. Beim Sprung in den Graben fiel der seinen Leuten voranstürmende Leutnant Schuckmann. Seine letzten Worte waren: „Da haben wir unseren Erfolg!“ Von den Leuten der 11. Kompanie wurde der Feind in dem Graben allmählich zurückgedrängt. Die 8. Kompanie war der 11. rechts gestaffelt gefolgt. Als der Sturmanlauf der Kompanie nach der Verwundung ihres Führers, Hauptmann Wirth, zusammenzubrechen drohte, riss Leutnant Emrich mit seinem Unterstützungszug die vorderste Linie mit sich fort und blieb im Vorgehen, obwohl er verwundet wurde. In der Dunkelheit kam er zu weit nach links und gelangte in den rechten Verbindungsgraben. Hier kämpfte Leutnant Prähuber der 5. Kompanie, der sich aus freien Stücken mit wagemutigen Leuten von der Besatzung des zweiten Kampfgrabens dem Angriff angeschlossen hatte, mit Teilen der 11. Kompanie zusammen. Leutnant Gogl war mit einem Teil der Pioniere zu ihm gestoßen. Die beiden Offiziere trieben den Feind zurück, wobei Leutnant Gogl schwer verwundet wurde. Nach Eintreffen des Leutnant Emrich wurde das Vordringen in dem Verbindungsgraben über seine Gabelung hinaus fortgesetzt. Leutnant Emrich drang in der rechten, Leutnant Prähuber in der linken Abzweigung vor, bis Leutnant Emreich durch Blutverlust geschwächt zusammenbrach und Leutnant Prähuber ebenfalls verwundet wurde. Die Mannschaften gingen nun führerlos in den neuen Kampfgraben zurück.

Beim Vorgehen der linken Angriffsgruppe, 7. und 2/3 5. Kompanie, war die letztere abgerissen und gelangte mit einem Teile an den rechten Flügel. Die 7. Kompanie unterstützte die entlang des linken Verbindungsgrabens vorgehende 12. Kompanie bei ihrem Vordringen gegen den Südgraben. Dieser wurde nahezu erreicht.“

Man begrub Michael Aigner auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Tettenweis gedenkt Michael Aigner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tettenweis_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Aigner
Rückseite des Sterbebildes von Michael Aigner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.740: Alois Leopold

Der Soldat Alois Leopold wurde am 04.06.1893 in Steinlohe geboren, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Tiefenbach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des 6. bayerischen Infanterie-Regiments. Ende 1914 wurde er leicht verwundet. Anfang 1916 wurde er erneut verwundet und starb an der Verwundung am 24.01.1916 im Alter von 22 Jahren im Feldlazarett in Saint-Mihiel.

Man brgub Alois Leopold auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 10, Grab 134.

Seine Heimatgemeinde Steinlohe gedenkt Alois Leopold noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tiefenbach-steinlohe_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Alois Leopold
Rückseite des Sterbebildes von Alois Leopold

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.739: Augustin Eckmaier

Der Soldat Augustin Eckmaier stammte aus der bayerischen Gemeinde Massing und war der Sohn eines Hutmachers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 30. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 17.07.1918 fiel er kurz vor Kriegsende im Alter von nur 18 Jahren südlich Reims während eines Sturmangriffs bei Thuizy durch einen Granatvolltreffer

Über den Todestag und die Todesumstände von Augustin Eckmaier berichtet die Regimentsgeschichte des 30. bayerischen Infanterie-Regiments:

„17.07.1918 In der Nacht zum 17.07. ist feindliches Artilleriefeuer sehr rege und steigert sich in den Morgenstunden zu größter Heftigkeit auf unsere vorderen und rückwärtigen neugewonnenen Stellungen. 4 Uhr vormittags schießt der Feind Gas auf Römerstraße und Batterien. Feindliches Infanterie- und Maschinengewehrfeuer während der ganzen Nacht. Der Morgen und Mittag verliefen verhältnismäßig ruhig. Abstruen der Römerstraße, der Marquise-Ferme und des Iltisstützpunktes durch feindliche Artillerie, darunter mit Gasmunition. Durch die bisherigen Anstrengungen und mangelhafte Verpflegung ist die Truppe erschöpft. Abends Neugliederung des Regiments wie folgt: Zwei Bataillone mit je drei Kompanien in der Römerstraße, eine Kompanie jedes Kampfbataillons in der ehemaligen französischen K-3-Linie, Reservebataillon hinter den beiden Kampfbataillonen. Regimentsstab im alten deutschen K-2-Graben.“

Die Grablage von Augustin Eckmaier ist unbekannt. Vermutlich war von seinem Körper nach dem Volltreffer nichts mehr übrig, was man begraben konnte.

Seine Heimatgemeinde Massing gedenkt Augustin Eckmaier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/massing_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Augustin Eckmaier
Rückseite des Sterbebildes von Augustin Eckmaier