Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.812: Bernhard Bibinger

Der Soldat Bernhard Bibinger stammte aus Unterflossing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Polling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Kompanie der 3. bayerischen Maschinengewehr-Schützenabteilung. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 22.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren bei St. Léger.

Man begrub Bernhard Bibinger auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Unterflossing Bernhard Bibinger auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/polling-oberflossing_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Bernhard Bibinger
Rückseite des Sterbebildes von Bernhard Bibinger

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Eugen Fischbach

Der Soldat Eugen Fischbach stammte aus der hessischen Stadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel (Volksbund: Feldwebel) in der 5. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 28.08.1914 fiel er in den Ardennen bei Mouzon in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Eugen Fischbach berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

„28.08.1914 Von allen Schilderungen der Ereignisse beim Regiment am 28.08. scheint mir der Bericht des damaligen Regimentsadjutanten, Oberleutnant von Ilsemann, am zuverlässigsten. Ich lege daher seinen Bericht hauptsächlich zu Grunde, um einen der schwersten Tage des Regiments zu schildern.

Die während der Nacht eingehenden Befehle und Orientierungen ließen erkennen, dass unsere Führung annahm, die Franzosen seien südwestlich der Maas weiter im vollen Rückzug und deckten diesen auf dem westlichen Ufer nur noch mit schwachen Kräften.

4 Uhr morgens, an einem herrlichen Spätsommertag, der sehr heiß wurde, überschritt das Regiment auf einer in der Nacht geschlagenen Pontonbrücke die Maas und trat als Vorhut der 25. Reserve-Division den Marsch auf Beaumont an. Reihenfolge der Bataillone III., I., II. Die Marschstraße, die Rückzugsstraße der Franzosen am 30.08.1870 nach der Schlacht bei Beaumont, führt aus dem Maastal in mäßiger Steigung durch eine Waldschlucht auf eine 6 Kilometer südwestlich gelegene Hochfläche.

Beim Austritt aus dem Bois de Limon schlug dem Regiment heftiges Infanteriefeuer entgegen. Der bei dem Vortrupp reitende Regimentskommandeur Oberstleutnant von Pfeil befahl: „Das III. Bataillon greift beiderseits der Straße an und setzt sich in den Besitz der vorliegenden Höhe.“ Wie auf dem Exerzierplatz entwickelt Major von Busse seine Kompanien, die mit ihren Offizieren weit vor der Front sprungweise gegen den Feind vorgingen. Am weitesten links war die 11., die Spitzenkompanie, dann folgten nach rechts 12., 10., 9. Kompanie. Vom II. Bataillon wurde die 5. Kompanie, Hauptmann Leßner, als linke Seitendeckung in das Bois de l’Hospice geschickt, die 8. als Artilleriebedeckung zurückgehalten. Die 6. und 7. Kompanie werden rechts vom III. eingesetzt. Mit der Pfeife im Munde führte Major Schröder seine Kompanien vor. Ohne eine Artillerievorbereitung abzuwarten, stürmen das III. und die beiden Kompanien des II. die vorliegende Höhe und warfen die Franzosen zurück. Vor seiner Kompanie erhielt Hauptmann Bader einen schweren Bauchschuss.

Beim weiteren Vorgehen wurde festgestellt, dass der Feind beiderseits des Arbre de la Belle Epine sich in einer starken Stellung befand, aus der unseren Schützenlinien lebhaftes Feuer entgegenschlug. Auch das anfangs schwache Artilleriefeuer wuchs zu immer größerer Stärke an, von allen Seiten überschütteten feindliche ABatterien das tapfer aushaltende Regiment. Als dann auch die Franzosen zum Angriff vorgingen, wurde dem dicht hinter dem Regiment haltenden Brigadekommandeur Oberst von Heldorff klar, dass der Feind hier nicht daran dachte abzumarschieren. Im Gegenteil, er stellte sich auf den Maashöhen und beabsichtigte scheinbar die schwachen, bis her über die Maas übergegangenen Teile auf den Fluss zu werfen und dadurch den Übergang des Gros unmöglich zu machen. Dementsprechend war die Aufgabe des Regiments plötzlich eine andere geworden. Der Angriff wurde eingestellt, statt dessen befohlen: „Das Regiment hat die genommene Höhe unter allen Umständen zu halten und dadurch das Überschreiten der Maas durch das Korps sicherzustellen.“

Schon in den frühen Morgenstunden erlitt das Regiment beträchtliche Verluste. Zum Füllen der Lücken sowie vor allem zur Sicherung der linken (östlichen) Flanke musste sehr bald das I. Bataillon eingesetzt werden. 1 1/2 Kompanien blieben Reserve, Führer Hauptmann von Goetze, da zunächst auf weitere Unterstützung nicht zu rechnen war. Auch unsere Artillerie konnte keine Erleichterung bringen, da geeignete Feuerstellungen in dem Hochwald mit dichtem Unterholz nicht vorhanden waren.

In dieser ernsten Lage hatte das Regiment einen außerordentlich schweren Stand. Die Franzosen versuchten, die ihnen abgenommenen Höhen zurückzunehmen, aber weder ihr konzentrisches Artilleriefeuer, noch ihre immer von neuem unternommenen Angriffe vermochten die tapferen Bataillone ins Wanken zu bringen. Wo einzelne Teile schwach wurden, stellte die Energie der Offiziere schnell die Ordnung wieder her.

Regiments- und Bataillonskommandeure kämpften in vorderster Linie. Bei La Sartelle-Ferme verhinderte Hauptmann Freiherr von Stein eine Umgehung der linken Flanke des Regiments. Aufrechtstehend kommandierte er das Feuer seiner 3. Kompanie, welche den angreifenden Franzosen starke Verluste beibrachte. Nachdem Hauptmann Freiherr von Stein durch zwei Schüsse verwundet war, musste er die Führung seiner Kompanie abgeben. Als auch Leutnant Schärfe und Offizierstellvertreter Zeh verwundet, Offizierstellvertreter Miller gefallen war, behielt Leutnant Eckardt das Kommando und gab durch seine Tapferkeit seinen Leuten ein hervorragendes Beispiel. Mitten unter seinen Maschinengewehren fiel der besonders heldenmütig kämpfende Hauptmann Freiherr von Buddenbrock durch Kopfschuss. In kürzester Zeit hatte er es verstanden, sich das Vertrauen seiner Leute zu erwerben. Der Heldentod dieses hervorragend tüchtigen Maschinengewehr-Offiziers bedeutete einen schweren Verlust für das Regiment. Kurz darauf wurde auch Leutnant Rensch verwundet und fast alle Maschinengewehre außer Gefecht gesetzt.

Von allen Kompanien kamen gegen Mittag Meldungen über schwere Verluste und Mangel an Munition. Die Patronen wurden trotz des heftigen Feuers im Galopp vorgezogen und trotz mancher Verluste kam die Munition nach vorne. Besonders zeichnete sich hierbei der Vizewachtmeister Schuldt, der spätere Leutnant und Verpflegungsoffizier des I. Bataillons aus. Er fuhr mit einem Patronenwagen bis dicht an die Schützenlinie und kam ohne Verluste zurück. Er erhielt für diese tapfere Leistung das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Es kam eine Meldung des Bagageführers, mindestens ein feindliches Bataillon stände im Rücken des Regiments. Aber auch jetzt wurde die letzte Reserve des Regiments, 1 1/2 Kompanien unter Hauptmann von Goetze, nicht aus der Hand gegeben. Später stellten Streifen fest, dass die Meldung falsch sei, nun erst wurde die Reserve in die der Unterstützung so bedürftige vorderste Linie eingesetzt.

Der Regimentskommandeur, Oberstleutnant von Pfeil, war etwa 7:45 Uhr vormittags bei dem Versuche, einen Gefechtsstand zu finden, der bessere Übersicht bot, verwundet worden. Die Führung des Regiments hatte Major von Westernhagen übernommen. Auch Major von Busse war so schwer verwundet, dass er noch in der Nacht starb.

Während das Regiment seit dem frühen Morgen in ununterbrochenem schwersten Kampf die entscheidenden Höhen östlich Yoncq behauptete, vollzog sich in unserem Rücken bei Mouzon der ungestörte Übergang des XVIII. Reserve-Armeekorps, dessen Regimenter nach und nach rechts von Reserve-Infanterie-Regiment 116 in die Schlacht eingriffen. Eine gewisse Erleichterung wurde vor allem durch das Nachlassen des feindlichen Artilleriefeuers vorübergehend gespürt, aber die Aufgabe des Regiments war noch nicht erfüllt. Immer von neuem versuchte der Feind das Regiment zurückzuwerfen, gelang es ihm, stand der Feind in der Flanke der bisher über die Maas übergegangenen deutschen Teile, verhinderte den weiteren Übergang und stellte den Ausgang der Schlacht in Frage. Allen noch kämpfenden Offizieren des Regiments war dies klar geworden. Viele waren es allerdings nicht mehr, von den elf eingesetzten Kompanien hatten nur noch drei ihre Führer, die anderen waren gefallen oder verwundet. Mehrere Kompanien waren schon ohne jeden Offizier, dementsprechend waren die Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften. Die Kräfte des seit Stunden im schwersten Feuer kämpfenden Regiments spannte sich bis zum äußersten. Als aber schließlich wieder die Munition ausging, die Verluste immer größer wurden, Reserven nicht mehr zur Verfügung standen, wurde der Widerstand schwächer. Erneute Angriffe abzuwehren hatte das Regiment kaum noch Kraft. In Erkenntnis dieser Lage ritt der Regimentsadjutant, Oberleutnant von Ilsemann, so schnell als es die Kräfte seines verwundeten Pferdes erlaubten zum Kommandierenden General, der am Südwestausgang von Mouzon die Schlacht leitete. General von Steuben, der wusste, dass durch den Verlust der Höhen, auf denen Reserve-Infanterie-Regiment 116 kämpfte, der Schlachterfolg der Armee in Frage gestellt war, tat sofort alles, was dem schwerblutenden Regiment Erleichterung bringen konnte. Er schickte Munition, ließ das Feuer der schweren Feldhaubitzen auf den dem Regiment gegenüberstehenden Feind lenken und befahl schließlich seiner Reserve, dem Reserve-Infanterie-Regiment 88, dem Reserve-Infanterie-Regiment 116 zur Hilfe zu eilen. Im entscheidenden Augenblick, als das heldenmutig ringende Reserve-Infanterie-Regiment 116 am Ende seiner Kraft war, traf die Hilfe ein. Unter Führung des Oberst von Helldorff wurde ein letzter Versuch der Franzosen, die Schlacht zu ihren Gunsten zu entscheiden, vereitelt.

Die linke Seitendeckung, 5. Kompanie, hatte am Südrand des Bois de l’Hospice von einer Kavallerie-Offizierstreife die Meldung erhalten, der Waldrand bei Arbre de la Belle Epine sei vom Feinde stark besetzt. Hauptmann Leßner entwickelte einen Zug und ließ ihn gegen den Feind vorgehen, mit den beiden anderen Zügen wollte er den rechten Flügel des Feindes vom Steilhang an der Maas aus umfassen. Der zur Erkundung vorgeschickte Leutnant der Reserve Rindfuß stellte aber starke feindliche Abteilungen zwischen Beaumont und Letanne, also in der linken Flanke der Kompanie fest, die Absicht des Hauptmann Leßner war also unausführbar. Die Kompanie nistete sich am Steilhang an der Maas ein und trat in das Gefecht, das trotz starker Verluste und Munitionsmangel bis zum Nachmittag durchgeführt wurde. Als dann der Feind mit vier Kompanien und Maschinengewehren gegen die 5. Kompanie vorging, ging die Kompanie im Gefecht zum Nordrand des Bois de l’Hospice zurück. Hier blieb Leutnant Rindfuß als Nachhut, der mit den letzten Patronen den Gegner fernhielt und den Abzug seiner Kompanie deckte, die gegen Abend das Regiment wieder erreichte. 20 Mann des zuerst entwickelten Zuges, die zu tapfer nach vorn durchgegangen waren, wurden vom Feinde umzingelt und später gefangen. Außerdem hatte die Kompanie 61 Mann an Toten und Verwundeten verloren. Leutnant Daubers war durch Schrapnellkugel schwer verwundet. Leutnant Leßner, der durch Granatsplitter am rechten Schienbein verwundet war, behielt die Führung der Kompanie. Beim Gehen stützte ihn sein treuer Entfernungsschätzer, Unteroffizier Heinrich Rasch aus Freiensteiner.

Das Regiment hatte seine Aufgabe erfüllt, das XVIII. Reserve-Armeekorps und das ihm folgende VI. Armee-Korps hatten ungestört vom Feinde den Maasübergang durchgeführt. Aber die Erfüllung des Auftrages hatte schwere Opfer gekostet! Von dem Offizierskorps und den etwa 3.000 Mann des Regiments sammelten sich am Abend beiderseits der Straße Mouzon – Beaumont 6 Offiziere 600 Mann! Durch die Artilleriebedeckung, Seitendeckung, Versprengte usw. erhöhte sich zwar dann die Gefechtskraft auf 1.000 Mann, aber fast 2/3 hatte das Regiment verloren!

Andere Teile der Division hatten das westlich des Schlachtfeldes des Regiments liegenden Dorfes Yoncq genommen, hatten aber über das Dorf und den nordöstlich des Ortes liegenden Wald hinaus nicht vordringen können.

Gefallen waren die Hauptleute Freiherr von Buddenbrock-Hettersdorf und Diehm, die Leutnants Lung, Todt, Castringius, Boge, die Offizierstellvertreter Barth, Nerger, Müller, Jung, Preuß, Rauff. Der schwer verwundete Major von Busse starb in der Nacht 28./29. im Feldlazarett Mouzon. Verwundet waren Oberstleutnant von Pfeil, die Hauptleute Freiherr von Stein zu Nord- und Ostheim, Bader, Freiherr Raitz von Frentz, Goepel, Ulrichs; die Oberleutnants Weimer, Waldeck, Freiherr von Lyncker, Quade, von Mentz; die Leutnants Huhn, Rausch, Daubes, Trümper, Hosch, Warnke, Eckhardt; die Offizierstellvertreter Zeh, Thielert (gestorben 01.09.), Saxer, Berger, Malzan. Die Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften lassen sich nur noch nach den Stammrollen feststellen. Beim III. Bataillon waren sie so stark, dass die noch kampffähigen auf die Kompanien des I. und II. Bataillosn verteilt wurden..“

Man begrub Eugen Fischbach auf dem Soldatenfriedhof Noyers-Pont-Maugis in Block A, Grab 98.

Die Todesanzeige für Eugen Fischbach im Gießener Anzeiger vom 19.09.1914

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.811: Mathias Hager

Der Soldat Mathias (Volksbund: Matthias) Hager wurde am 22.01.1880 in Dürmentingen geboren, einer Gemeinde im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Offiziers-Stellvertreter in der 6. Kompanie des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der Silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Am 19.02.1917 fiel er im Alter von 36 Jahren bei Höhe 425 in der Nähe von  Sennheim (französisch: Cernay)im Elsass.

Über den Todestag und die Todesumstände von Mathias Hager berichtet die Regimentsgeschichte des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Das feindliche Zerstörungsfeuer auf Höhe 425 am 19.02.1917

Der Feind musste natürlich das lebhafte Treiben und Arbeiten auf der Höhe 425 bemerken. Um sie zu stören, konzentrierte er am 19. Februar, nachmittags von 4.45 bis 7.15 Uhr das Feuer seiner ganzen Artillerie und seiner Minenwerfer auf Abschnitt A, B und D der Höhe (etwa 1.300 Granaten und 300 schwere und mittlere Minen).

Sofort wurde das Bataillon alarmiert und in Gefechtsbereitschaft gesetzt. Dabei starb der Offiziers-Stellvertreter Hager der 6. Kompanie, ein pflichtgetreuer und wackerer Soldat, Vater von 7 Kindern, den Heldentod. Wir erwiderten hauptsächlich mit den zwei mittleren Minenwerfern, der Minenwerferkompanie 113 angehörend, und den Minen- und Ladungswerfern des II. Bataillons. Doch blieb der erwartete Infanterieangriff aus. Die Mühsam erst hergestellten Gräben und Hindernisse waren wieder einmal gründlich beschädigt und teilweise zerstört.

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Man begrub Mathias Hager auf dem Heimat-Friedhof Dürmenting in einem Einzelgrab.

Sterbebild von Mathias Hager
Rückseite des Sterbebildes von Mathias Hager

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Ferwinand Rausch

Der Soldat Ferdinand Rausch stammte aus der hessischen Stadt Gießen und war der Sohn des Geheimen Schulrats Dr. Rausch. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Bataillonskommandeur im Stab des II. Bataillons des 26. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse und mit der hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am 16.07.1916 fiel er bei Le Transloy, südlich Flers.

Man begrub Ferdinand Rausch auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Die Todesanzeige für Ferwinand Rausch im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.810: Ernst Rieger

Der Soldat Ernst Rieger wurde am11.07.1892 geboren und stammte aus der bayerischen Stadt Trostberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Kanonier und Einjähriger-Unteroffizier in der 1. Batterie des 9. bayerischen Feldartillerie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Bazien. Die Angabe auf der Todesanzeige ist falsch.

Man begrub Ernst Rieger auf dem Soldatenfriedhof Pierrepont in Block 1, Grab 344.

Todesanzeige von Ernst Rieger

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Vizefeldwebel Otto Rohn

Der Soldat Otto Rohn stammte aus Ruppertenrod, einem Ortsteil der mittelhessischen Gemeinde Mücke. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 1. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 08.07.1916 starb er im Theater-Lazarett in Montmédy, nachdem er zuvor am 25.06.1916 während der grausamen Schlacht um Verdun nahe des Forts Vaux, Fort Souville und des Herbebois durch Granatschuss schwer verwundet worden war.

Man begrub Otto Rohn auf dem Soldatenfriedhof Montmédy in Block 1, Grab 72.

Die Todesanzeige für Otto Rohn im Gießener Anzeiger vom 18.07.1916

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.809: Eduar Held

Diese Todesanzeige für Edduard Held fand ich beim Lesen des Rosenheimer Anzeiger vom 05.09.1915.

Der Soldat Eduard Held stammte aus Rosenheim in Bayern und war Regierungsakzessist von Beruf (Beamter im höheren Dienst). Er diente als Leutnant der Reserve in der 5. Kompanie des 16. bayerischen infanterie-Regiments. Er wurde schwer verwundet und verstarb am 01.09.1914 im Garnisonslazarett Landau.

Vermutlich begrub man ihn auf einem regionalen Friedhof. Ob sein Grab noch heute existiert, ist unbekannt.

Todesanzeige von Eduard Held

Sonderbeitrag: Das Einigungsdenkmal in Kassel

Bei einem Ausflug nach Kassel, bei dem ich das Museum Grimmwelt besuchte, stieß ich auf das Einigungsdenkmal. Es befindet sich im Murhardpark.

Die Lage des Denkmals:

Das Denkmal geht auf einen Entwurf von Karl Begas zurück, der damit 1895 einen Wettbewerb für sich entschieden hatte. Am 10. Mai 1898 wurde es feierlich enthüllt. Otto Kuntzemüller beschreibt die Anlage im Jahr 1902 ausführlich: Das Monument besteht aus Sandstein aus dem Teutoburger Wald, während der gestufte Unterbau aus deutschem Granit gefertigt ist. Figuren und Reliefs wurden in Bronze gegossen. Insgesamt erreicht das Denkmal eine Höhe von 13 Metern. Es handelt sich um eine Brunnenanlage, weshalb sich zu beiden Seiten des Unterbaus Wasserbecken mit löwenförmigen Wasserspeiern befinden.

Den oberen Abschluss bildet ein Obelisk. Auf der Vorderseite des Stufenbaus stehen zwei überlebensgroße Bronzefiguren: Links die sitzende Muse der Geschichte, vertieft in ein Buch, rechts ein jugendlicher Genius, der das darüber angebrachte Relief Kaiser Wilhelms I. mit einem Lorbeerkranz schmückt. Über dem Kaiserrelief befindet sich die Kaiserkrone in passender ornamentaler Fassung. An den Seitenflächen des Obelisken sind die Porträtreliefs von Otto von Bismarck und Helmuth von Moltke angebracht. Auf der Rückseite findet sich die Widmung „Von H. und J. Wimmel gestiftet“. Die Bau- und Maurerarbeiten führte unter Leitung des Architekten Eubell die örtliche Firma Thiessen aus; der Bronzeguss der Figuren stammt aus der Bildgießerei der Aktiengesellschaft vormals H. Gladenbeck & Sohn in Friedrichshagen.

Am Sockel ist zudem die Inschrift „Zur Erinnerung an die Einigung Deutschlands 1870–1871“ angebracht. Daher wurde das Monument häufig als Sieges- oder Einigungsdenkmal bezeichnet. Gleichzeitig setzte sich bereits früh die heute gebräuchliche Bezeichnung „Wimmel-Denkmal“ bzw. „Wimmel-Brunnen“ durch, die auf den Kasseler Stifter verweist.

Die ursprünglichen Bronzefiguren gelten heute als verloren; die Medaillons wurden 1983 neu gegossen. Bis 1965 stand das Denkmal auf dem Brüder-Grimm-Platz, bevor es in den nahegelegenen Fürstengarten versetzt wurde.

Das Einigungsdenkmal in Kassel – Helmuth von Moltke
Das Einigungsdenkmal in Kassel mit der Inschrift „ZUR ERINNERUNG AN DIE / EINIGUNG DEUTSCHLANDS / 1870–1871“
Das Einigunsdenkmal in Kassel mit dem Bildnis Kaiser Wilhelm I.
Das Einigungsdenkmal in Kassel mit dem Bildnis Otto von Bismarcks

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.808: Johann Lachermaier

Der Soldat Johann Lachermaier stammte aus Waidhausen und war Schmied-Geselle. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 21.06.1915 wurde er bei Metzeral im Münstertal schwer verwundet und verstarb am 24.06.1915 im Alter von 35 Jahren auf dem Hauptverbandplatz Münster (Elsass).

Man begrub Johann Lachermaier auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Johann Lachermaier
Rückseite des Sterbebildes von Johann Lachermaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.807: Gustav von Safferling

Der Soldat Gustav von Safferling wurde am 03.02.1862 geboren. Er war im Ersten Weltkrieg Oberst und Regimentskommandeur des 4. bayerischen Feldartillerie-Regiments. Am 25.09.1914 fiel er im Alter von 52 Jahren bei Dompièrre in Frankreich.

Ich gehe davon aus, dass man den Leichnam von Gustav von Safferling in die Heimat schaffte und dort privat begrub. Sein Grab dürfte nicht mehr existieren.

Todesanzeige für Gustav von Safferling