Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.445: Karl Lamecker

Der Soldat Karl Lamecker stammte aus München und diente als Gefreiter in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.03.1918 fiel er während der Großenschlacht in Frankreich bei der Durchbruchsschlacht bei Saint-QuentinLa Fére im Alter von 27 Jahren bei Itancourt.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am Frühlingsanfang, 21.03., beginnt um 4 Uhr morgens schlagartig die allgewaltige Artillerievorbereitung. Diese Stunden werden für jeden, der sie miterlebt hat, unvergessen bleiben. Die Erde zitterte und stöhnte unter dem Geheul der Geschütze und Minenwerfer, die hier in endloser Folge vom kleinsten bis zum größten Kaliber neben- und hintereinander standen. Es war ein Höllenlärm, der in unveränderter Stärke fünf Stunden anhielt. Da viel Gas geschossen wurde und das Regiment ganz nahe an der englischen Stellung in den vordersten Gräben zum Angriff bereitgestellt war, hatten die Kompanien bald viel unter Gas zu leiden. Die artilleristische Gegenwirkung war anfangs ziemlich lebhaft, verstummte aber nach etwa einer Stunde vollkommen, ein Zeichen, dass die englischen Batterien gut zugedeckt wurden. In der Begeisterung über das herrliche Schauspiel standen die Leute auf der Berme außerhalb des Grabens und als mitten in dem Schlachtenlärm, der dem einer allgewaltigen Schliede glich, in der das Glück des Deutschen Reiches geschmiedet wurde, das Telegramm eintraf, dass seine Majestät der Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Kampffront eingetroffen seien und die Leitung der Schlacht übernommen hätten, steigerte sich die Siegeshoffnung zur Siegesgewissheit.

In dieser Stimmung verließ das Regiment 9.15 Uhr vormittags die deutschen Gräben bei Itancourt und ging in frischem Tempo unter dem Schutze der Artilleriefeuerwalze zügig vor. Es waren in vorderster Linie rechts das I. Bataillon (Rüßlein), links das III. Bataillon (Schobert). Das II. Bataillon (Lauenstein) folgte dicht auf im zweiten Treffen.

Es war ein ungeheurer Nebel, der durch Gas und Rauch und Staub so dicht war, dass man keine 10 Meter weit sehen konnte. Es kamen daher einzelne Truppenteile aus ihrem Angriffsstreifen heraus und verirrten sich. Die dadurch übergangenen englischen Stellungen fügten durch ihr Maschinengewehr-Feuer erhebliche Verluste zu. Die Hauptorientierung bildete die Schussrichtung der Artilleriegeschosse, deren Pfeifen die Richtung gab. Das Regiment kam an Urvillers, einem stark ausgebauten englischen Feldwerk gut vorbei und machte einige hundert Gefangene. Um die Gefechtsstärke nicht zu schwächen, durften den Gefangene keine Begleiter mitgegeben werden. Das hat sich bitter gerächt, die Kerle haben Gewehre und Maschinengewehre vom Schlachtfelde aufgehoben und dem Angreifer damit in den Rücken geschossen. Das ist unbedingt nachgewiesen; auf diese Art fiel z. B. Leutnant Fleischmann (Leutnant Rudolf Fleischmann, aus Gelkendorf – Bordesholm, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Origny-Ste.-Benoite, Block 13, Grab 97) und wahrscheinlich auch der überaus beliebte und tapfere Vize-Feldwebel Huber der 1. Kompanie (Vizefeldwebel Martin Huber, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in einem Massengrab) . Kurz nach Urvillers wurde in einem Fasse ein englischer Artillerieoffizier ausgehoben, der mit außerordentlicher Schneid mit dem fernsprecher das Feuer seiner Batterie leitete. In trotziger und entschlossener Weise verweigerte er jegliche Angaben. Trotzdem war seine Batterie nach einigen Minuten die Beute des Regiments.

Gegen 11 Uhr vormittags ging der Nebel plötzlich weg – die Feuerwalze war weitergerollt, die Maschinengewehre in dem schweren, zerschossenen Boden stecken geblieben. Aber die leichten und schweren Maschinengewehre und die prächtigen Begleitbatterien, voran die Batterie des Hauptmanns Löll, waren da. Sie nützten in dem harten Kampf um die Maschinengewehr-Nester bei Essigny und in der „Lambay-Kaserne“ außerordentlich viel. Es muss hier unbedingt betont werden, dass sich die Engländer äußerst schneidig gehalten haben, an diesem und den kommenden Tagen. Die Leute haben sich bis zum letzten Mann gewehrt und auch auf zwei Schritte noch geschossen. Um so ruhmreicher ist es für das regiment, diesen zähen Widerstand durch noch größere Energie und Schnei gebrochen zu haben. Am 21. wurde noch bis in die tiefe Nacht hinein in zähem Angriff gekämpft. Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum all die Heldentaten mit Namensnennung aufzuführen, die in diesen Tagen vorn Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften vollbracht wurden.“

Man begrub Karl Lamecker auf dem Soldatenfriedhof in St.-Quentin in einem Massengrab.

In München – Haidhausen, der Heimatgemeinde von Karl Lamecker, gedenkt man ihm noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-stjohannbaptist_wk1_bay.htm

Sterbebild von Karl Lamecker
Rückseite des Sterbebildes von Karl Lamecker

Sonderbeitrag: Reinhard Johannes Sorge

Der Soldat Reinhard Johannes Sorge wurde am 29.01.1892 im Berliner Stadtteil Rixdorf geboren. Reinhard Johannes Sorge war war gelernter Kaufmann und expressionistischer Schriftsteller. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 6. Kompanie des 69. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 20.07.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 24 Jahren bei Ablaincourt-Pressoir. Er wurde bei einem Artillerieangriff getötet.

Man begrub Reinhard Johannes Sorge auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

Reinhard Johannes Sorge

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.444: Friedrich Hermanns

Der Soldat Friedrich Hermanns wurde am 16.02.1880 in Stammheim geboren. Er lebte zuletzt in Düsseldorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 6. Kompanie des 39. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.11.1914 fiel er im Alter von 34 Jahren bei Braye-en-Laonnois an der Ferme de Metz.

Über den Todestag und die Todesumstände von Friedrich Hermanns berichtet die Regimentsgeschichte des 39. Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 2. November stand das Regiment mit dem 2. Bataillon von der dritten Brücke bis Bergnase, mit dem dritten Bataillon am Südrand des Bois des Grélines, erstes Bataillon als Reserve. Für diesen Tag war das Vorgehen des rechten Nachbar-Korps, jetzt das II. Armeekorps, und die Fortnahme der sogenannten Pappelnase durch das 14. Infanterie-Regiment befohlen. Das zweite Bataillon Reserve 39 sollte dieses zunächst flankierend mit Feuer unterstützen, dann sich dem weiteren Vorgehen anschließen. 9.50 Uhr vormittags begann der Feuerkampf; kurz darauf trat das Flügelbataillon des Infanterie-Regiments 14 zum Sturm an. Dieser gelang, der Feind verließ fluchtartig die Pappelnase. Da die 14er weiter vorgingen, erhielt das zweite Bataillon den Befehl, über den Kanal zu gehen und mit linkem Flügel an diesem, Richtung Ferme de Metz, sich dem Vorgehen anzuschließen. Gleichzeitig sollte Major Redecker mit dem ersten Bataillon (ohne erste Kompanie, welche als Reserve der Brigade zur Verfügung stand) über Braye hinter den Bois des Grélines-Rücken marschieren und sich in Höhe der dritten Brücke bereitstellen Die zwischen dem Schleusenhaus, das zuvor durch das dritte Bataillon nach zähem Widerstand genommen war, und der dritten Brücke liegenden Kähnen wurden zu Übergehen bereitgestellt.

Inzwischen war das Gefecht des zweiten Bataillons unter Führung des Hauptmanns Dinslage gut vorwärts gekommen, der französische Graben zwischen Schleusenhaus und Bovette-Wald wurde besetzt und eingerichtet. Auch das Bataillon Ocker versuchte, sich gegen die Tilleul-Höhe vorzuarbeiten, wurde aber durch Flankenfeuer von Beaulne gehemmt; deshalb erbat es die Mitwirkung der Reserve 13. Als 1 Uhr 45 nachmittags telefonischer Befehl zur Fortnahme der Ferme de Metz eintraf, stürzten sich Teile des zweiten Bataillons und des Infanterie-Regiments 14 trotz heftigen Flankenfeuers von der Tilleul-Höhe her auf die Ferme, nahmen sie und gingen mit Front nach Osten am Kanal in Stellung. Nach Vereinbarung mit dem Regiment 14 besetzte das zweite Bataillon auch den Hang bis zum Bovette-Wald.

4 Uhr nachmittags erhielt das Regiment den Befehl, die Tilleul-Höhe mit erstem und drittem Bataillon anzugreifen, worauf sich das erste Bataillon in den Raum Schleusenhaus-Ferme de Metz schob und zum Angriff bereitstellte, dem sich das dritte Bataillon anzuschließen hatte. Doch musste der Vorstoß unterbleiben, weil das Vorgelände bis 6 Uhr 15 abends unter schwerem, eigenen Feuer lag. Bei Beginn der Dunkelheit besetzte das zweite Bataillon mit sechster Kompanie die Ferme, mit achter Kompanie das Gelände  zwischen Ferme und Kanal, mit siebenter und fünfter Kompanie den Hang bis Bovette-Wald und hatte hier Anschluss an das Regiment 14. Das erste Bataillon grub sich an Ort und Stelle ein.“

Man begrub Friedrich Hermanns auf dem Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois in einem Massengrab.

Friedrich Hermanns war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Sterbebild von Friedrich Hermanns
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Hermanns

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.443: Ludwig Kremhelmer

Der Soldat Ludwig Kremhelmer stammte aus Hüttenkofen in Bayern und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 08.07.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Montauban-de-Picardie durch einen Granat-Volltreffer in Frankreich.

Die offizielle Grablage von Ludwig Kremhelmer ist unbekannt. Es ist auch sehr fraglich, ob und was von seinem Körper nach dem Volltreffer noch übrig war. Häufig war in solchen Situationen von dem Toten nichts mehr übrig, was man noch beerdigen konnte.

Wenn sterbliche Überreste von Ludwig Kremhelmer übrig blieben und beigesetzt werden konnten, dann wurden Sie nach meinem Dafürhalten anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt begraben, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Georg Kleder, gefallen am 08.07.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Anton Schäffler, gefallen am 03.07.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Leutnant Johann Schäfler, gefallen am 02.07.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Johann Edhofer, gefallen am 05.07.1916 bei Montauban, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Ludwig Kremhelmer
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Kremhelmer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.441: Ludwig Wührl

Der Soldat Ludwig Wührl stammte aus Bogen und war der Sohn eines Zimmermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.06.1915 fiel er während der Stellungskämpfe vor Mametz – Montauban im Alter von 24 Jahren bei Mametz.

Man begrub Ludwig Wührl auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Ludwig Wührl
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Wührl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.440: Heinrich Lenze

Der Soldat Heinrich Lenze war im Ersten Weltkrieg Vize-Feldwebel. Am 26.07.1918 fiel er im Alter von 32 Jahren bei Merris. Sowohl seine Zugehörigkeit zu einer Militäreinheit, wie auch seine Abstammung konnte ich nicht mehr rekonstruieren.

Man begrub Heinrich Lenze auf dem Soldatenfriedhof Sailly-sur-la-Lys in Block 7, Grab 525.

Sterbebild von Heinrich Lenze
Rückseite des Sterbebildes von Heinrich Lenze

 

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.438: Ernst Klett

Der Soldat Ernst Klett wurde am 16.12.1879 in Großwalbur geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Meeder, und war Schreiner von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 10. Kompanie des 440 Reserve-Infanterie-Regiment. Am 07.11.1916 fiel er während der Schlacht Aisne im Alter von 36 Jahren im Bois des Chevaliers bei Beaulne (Chemin des Dame).

Zunächst begrub man Ernst Klett auf dem damaligen Hanseaten-Friedhof an der Oranierstraße der Combreshöhe. Später, nach der Auflösung dieses Feld-Friedhofs, bettete man die Gebeine seine Gebeine auf den Soldatenfriedhof Troyon in Block 6, Grab 88, um.

Der Name von Ernst Klett ist auf dem Soldatenfriedhof Troyon im Gedenkbuch verewigt: http://www.denkmalprojekt.org/2008/troyon_kgs_wk1_fr/troyon_kgs_wk1_fr_k.htm

Sterbebild von Ernst Klett
Rückseite des Sterbebildes von Ernst Klett

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.435: Alois Prosinger

Der Soldat Alois Prosinger war Medizinstudent und lebte in München. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve im 19. bayerischen Feldartillerie-Regiment. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz mit Schwertern und mit dem  Eisernes Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 18.04.1918 fiel er im Alter von 24 Jahren nach 39 Monaten Kriegsdienst bei den Gefechten in der Nähe von Compiègne an der französischen Oise, also dem Ort, an dem rund ein halbes Jahr später der Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet werden wird.. Er zunächst zunächst in Compiègne bei Noyon begraben.

Später bettet man die sterblichen Überreste von Alois Prosinger auf den Soldatenfriedhof Nampcel in Block 3, Grab 464, um.

Sterbebild von Alois Prosinger
Rückseite des Sterbebildes von Alois Prosinger

 

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.434: Franz Xaver Hirth

Der Soldat Franz Xaver Hirth wurde im Mai 1888 geboren und stammte aus Gunningen, einer Gemeinde im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Musketier in der 3. Kompanie des 169. Infanterie-Regiments. Am 02.12.1914 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Lievin in Nordfrankreich

Man begrub Franz Xaver Hirt auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Gunningen gedenkt Franz Xaver Hirth noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/gunningen_wk1u2_bw.htm

Sterbebild von Franz Xaver Hirth
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Hirth

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.432: Ludwig Meier

Der Soldat Ludwig Meier stammte aus Fellern,eine Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Landwirts (Schneiderbauerssohn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Batterie des 1. bayerischen Fußartillerie-Regiment. Am 02.08.1915 verunglückte er im Alter von 31 Jahren tödlich bei Kämpfen an der Somme in Frankreich.

Leider konnte ich keinen genauen Sterbeort recherchieren. Auch die Lage seines Grabes ist unbekannt und ich kann keine Vermutung äußern.

Sterbebild von Ludwig Meier
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Meier