Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.301: Heinrich Rommelsberger

Der Soldat Heinrich Rommelsberger stammte aus der bayerischen Gemeinde Schonstett und war Maurer und Hausbesitzer. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 2. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras (Lorettoschlacht) bei Arras.

Man begrub Heinrich Rommelsberger auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Heinrich Rommelsberger
Rückseite des Sterbebildes von Heinrich Rommelsberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.297: Franz Paul Hochpointner

Der Soldat Franz Paul Hochpointner stammte aus Stetten, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Tittmoning, und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Seit dem 01.10.1916 gilt er als vermisst. Er wurde wärhend der Schlacht an der Somme bei Eaucourt l’Abbaye getötet und wurde 36 Jahre alt.

Über den Tag des Verschwindens von Franz Paul Hochpointner und seinen vermutlichen Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„In der Nacht zum 01.10.1916 liegt ununterbrochen starkes Feuer auf der ganzen Regimentsstellung und dem Rückgelände, das erst gegen Morgen etwas abflaut; von 7.45 Uhr morgens an schwillt es aber auf der ganzen Linie wieder an, wird von 9.00 Uhr vormittags an von niedrig fliegenden Fliegern geleitet und steigert sich um 10 Uhr vormittags, 2 Uhr, 3 Uhr und 4 Uhr nachmittags zum Trommelfeuer. Zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags erfolgt in einzelnen Vorstößen gegen 5., 6., 7., 11. und 8. Kompanie ein Angriff unter Einsatz gewaltiger Kräfte. Die 5. Kompanie links der Nationlastraße kann den Angriff abwehren, sieht sich aber bald durch Engländer, die bei der 6. Kompanie durchgebrochen sind, im Rücken bedroht; der Rest der Kompanie zieht sich gegen den Südostrand von Le Gars zurück und verteidigt diesen. 6. Kompanie, die durch das Feuer schon sehr gelitten hatte, wird vom Feind überrannt und zersprengt; ebenso der rechte Flügel der 7. Kompanie. Der linke Flügel der 7. Kompanie, von der Schlucht an nach links, hält Stand und bekämpft den rechts eingedrungenen Feind, indem er entlang der Schlucht im rechten Winkel zurückgebogen wird. 12. Kompanie wird von vorne nicht angegriffen, hält ihre Stellung, leidet aber stark unter Flankenfeuer von rechts. Am linken Flügel des Regiments (11. und 8. Kompanie) war bald nach 4.00 Uhr ein Angriff aus der Front und hauptsächlich aus der linken Flanke erfolgt, der aber abgewiesen wurde. Hierauf kamen westlich der Straße Flers – Eaucourt zwei englische Panzerkraftwagen in Sicht, die bald ein lebhaftes Feuer mit Maschinengewehren und Schnellfeuergeschützen auf unsere Grabenbesatzung eröffneten. Zugleich begannen mehrere tief über unseren Linien hinstreichende Flieger ein lebhaftes Maschinengewehr-Feuer. Als die Panzerkraftwagen hinter dem Belowriegel entlang fuhren, blieb unseren Leuten, die fast deckungslos in dem vollständig zerschossenen Graben lagen, nichts übrig, als langsam zur Straße Eaucourt – Martinpuich zurückzugehen, wo abgeriegelt wurde. In diesem Augenblick verließ ein Teil der Besatzung der englischen Panzerkraftwagen  diese und versuchten von rückwärts in unsere Gräben einzudringen, wurden aber von uns sofort abgeschossen. Der Rest der Besatzung lieg nun gegen die Straße Eaucourt – Flers davon, nachdem die Wagen anscheinend in Brand gesteckt waren; sie fingen im gleichen Augenblick zu brennen an. 8. und 11. Kompanie hatten inzwischen den Rest der Leute wieder eingesammelt, für Handgranatennachschub gesorgt und gingen nun gemeinsam in glänzendem Handgranatenangriff zum Gegenstoß vor, eroberten fast das ganzen  verlorene Grabenstück wieder und riegelten den Belowgraben an der Hecke südwestlich Eaucourt ab. Die Kompanien erhielten dabei auch aus dem Rücken Feuer und mussten feststellen, dass die Engländer beim Nachbarregiment (Reserve-Infanterie-Regiment 21) fast den ganzen Loebenweg erobert und sich schon an dem Straßenkreuz nordöstlich Eaucourt eingenistet hatten.

Da kurz vor 4 Uhr nachmittags sämtliche Fernsprechleitungen abgeschossen waren, erhielt das Regiment erst sehr spät Nachricht von diesen Vorgängen. Gegen 5 Uhr nachmittags meldeten sich die ersten Verwundeten an der Regimentsbefehlsstelle. Aus ihren Aussagen ließ sich kein klares Bild gewinnen. Le Sars (Regiment 393) sei vom Feinde besetzt, der rechte Flügel der 7. Kompanie sei eingedrückt, beim Reserve-Infanterie-Regiment 21 sei der Feind eingedrungen. Um selbst Einblick zu erhalten, begab sich der Regimentskommandeur näher an die Gefechtslinie und nahm hinter dem rechten Flügel des Gallwitzriegels Aufstellung. Von hier aus wurden um 6.30 Uhr nachmittags vom I/17., das schon seit Mittag dem Regiment zur Verfügung gestellt, bei der Regimentsbefehlstelle bereitgehalten und nun weiter vorgezogen war,  zwei Kompanien (1. und 4.) zum Gegenangriff gegen den rechten Teil der Stellung – Bereich der 7. Kompanie – angesetzt. Die beiden Kompanien gehen vor: 1. Kompanie links, 4. Kompanie rechts der östlich an Le Sars vorbeiführenden Förderbahn. Die beiden anderen Kompanien des I./17. wurden im Gallwitzriegel bereitgestellt, wo vom III. Bataillon nur mehr 9. und 10. Kompanie lagen. Um 7.00 Uhr nachmittags teilte die Brigade mit, dass das Reserve-Infanterie-Regiment 21 den Loebengraben bis zur Einmündung in den Gallwitzriegel verloren hat; beim Regiment wird auch bekannt, dass die Stellungen der 5. und 6. Kompanie mit Ausnahme des Südostrandes von Le Sars in des Feindes Hand gefallen sind. Weil es aber zweifelhaft erscheint, ob sich nicht noch Teile im Belowriegel halten, da der Feind über diesen nicht vorgeht, auch sonst nach Verwundetenaussagen ohne besondere Energie angegriffen hatte und nur vorwärts gekommen war, wo unsere Gräben ganz zusammengetrommelt waren, hielt der Regimentskommandeur eine Wiederaufnahme der verlorenen Stellung für möglich und erbat hierfür von der Brigade ein Bataillon. Das Regiment erhält bald darauf den Befehl, den Gallwitzriegel und die noch im Besitz befindlichen Teile der vorderen Linie zu halten und nach Eintreffer des I./362., das ihm unterstellt wird, den verloren gegangenen Teil der Stellung im Gegenangriff wieder zu nehmen. I./362. trifft um 10 Uhr abends ein und wird im rechten Teil des Gallwitzriegels untergebracht. 2. und 3./17. erhalten Befehl, zur Unterstützung der 1. und 4. Kompanie, deren Gegenangriff gut vorwärts gegangen war und die wieder in Teilen der vordersten Linie Fuß gefasst hatten, vorzugehen. 9. und 10. Kompanie sollten gegen den linken Teil der Stellung vorrücken und dort Unterstützung bringen.“

 

Offiziell ist für Franz Paul Hochpointner keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass, wenn sein Leichnam geborgen wurde, er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy. begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Hauptmann Maximilian Horchler, gefallen am 01.10.1916 bei Eaucourt l’Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof  St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Josef Schmalz, gefallen am 01.10.1916 bei Eaucourt l’Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof  St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Franz Geratschläger, gefallen am 04.10.1916 bei Eaucourt l’Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof  St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Martin Wörz, gefallen am 04.10.1916 bei Eaucourt l’Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof  St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Franz Paul Hochpointner
Rückseite des Sterbebildes von Franz Paul Hochpointner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.295: Ludwig Emmer

Der Soldat Ludwig Emmer stammte aus Stefanskirchen, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ampfing, und war der Sohn eines Gastwirts. Er arbeitete als Rentsamtsassistent in Schongau. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 1. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.06.1915 fiel er während der Schlacht bei La Bassée und Arras (Schlacht an der Lorettohöhe) im Alter von 29 Jahren bei Roclincourt.

Man begrub Ludwig Emmer auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Stefanskirchen gedenkt Ludwig Emmer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/ampfing-stefanskirchen_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Emmer
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Emmer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.291: Michael Baumgartner

Der Soldat Michael Baumgartner stammte aus Frimhöring, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruhstorf an der Rott, und war Pharmazeut in Fürth im Wald  Sein Vater war Müllers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Einjähriger im 11. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 07.01.1915 fiel er im Alter von 26 Jahren während der Kämpfe in den Vogesen bei Laitre, einem Ortsteil von Ban-de-Sapt.

Man begrub Michael Baumgartner auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Ruhstorf an der Rott gedenkt Michael Baumgartner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/ruhrstorf_an_der_rott_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Baumgartner
Rückseite des Sterbebildes von Michael Baumgartner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.287: Friedrich Bauer

Der Soldat Friedrich Bauer stammte aus der bayerischen Gemeinde Arnstorf und war der Sohn eines Spediteurs. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 25. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 01.10.1916 fiel er während der Schlacht und Verdun im Alter von 33 Jahren bei Fleury-devant-Douaumont.

Man begrub Friedrich Bauer auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Sterbebild von Friedrich Bauer
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Bauer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.270: Sebastian Buchner

Der Soldat Sebastian Buchner stammte aus Eberspoint, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Velden, und war Schüler einer 8. Gymnasialklasse, also der 12. Klasse nach heutiger Rechnung. Sein Vater war  Wagnermeister. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.06.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 21 Jahren bei Thiaumont während des ersten Sturmes auf die Wabengräben Sturmangriffs durch einen Kopfschuss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Sebastian Buchner schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06.1916 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, so erhielten sie ein vernichtendes Maschinengewehrfeuer vom Rücken westlich des Thiaumontwaldes und der Thiaumont-Ferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabengräbenstellung selbst. Auch die zweite und dritte Welle folgten unmittelbar. Auch sie geriet in das Maschinengewehrfeuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorgestürmten Truppen vor dem unversehrten feindlichen Hindernis liegen. Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einigen Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen, die triumphierend ein erbeutetes feindliches Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Aich der Angriff der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie-Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8.00 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus. Die nächsten Tage brachten ununterbrochene Teilkämpfe um den Besitz von Maschinengewehr-Nestern. Am 23. endlich erfolgte durch das 10. Infanterie-Regiment und das Alpenkorps der Angriff auf das Zwischenwerk Thiaumont und Fleury.“

Man begrub Sebastian Buchner auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Sterbebild von Sebastian Buchner
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Buchner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.266: Albert Weig

Der Soldat Albert Weig stammte aus Vilsbiburg in Bayern und war Schriftsetzer von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Pionier-Bataillons. Am 07.02.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren bei einer Minensprengung bei Thelus.

Man begrub Albert Weig auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Albert Weig
Rückseite des Sterbebildes von Albert Weig

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.246: Max Klaffl

Der Soldat Max Klaffl stammte aus Enhofen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Winhöring, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter der Reserve in der 3. Kompanie (Falschangabe auf Sterbebild) des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.08.1914, also direkt zu Beginn des Krieges wurde er während eines Gefechts im Rahmen der  Schlacht vor Nancy – Epinal bei Baccarat, genauer gesagt Doncières, verwundet und geriet in französische Gefangenschaft. Später wurde gemeldet, dass er im Alter von 24 Jahren in in französischer Gefangenschaft verstorben ist.

Über den Tag der Gefangennahme berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Infanterie-Regiments:

26.08.1914 Am Morgen grub sich III./15 auf Höhe 316 ein, I/15. blieb am Südrand des Bois de la Russe, die Maschinengewehr-Kompanie im Walde nördlich Chateau de Villers. Während ursprünglich Linie 316 – Chateau de Villers gehalten, keinesfalls aber ein Angriff auf Doncières gemacht werden sollte, kam auf den Hilferuf der Flügeldivision des XXI. Armeekorps, die im Angriff bei Doncières starke Verluste erlitten hatte und sich allein nicht mehr zu halten vermochte, der Befehl der Berigade zur Unterstützung des Infanterie-Regiments 17 die Höhen 320 und 312, westlich und südwestlich Doncières anzugreifen.

I./15. wurde 3.45 nachmittags angesetzt. Es kam glücklich über den Grund des Belville-Baches und suchte den bedrängten Preußen auf Höhe 320 Hilfe zu bringen, 1. und 2. Kompanie in vorderer Linie, 3. und 4. Kompanie links gestaffelt. Doch das Artilleriefeuer, das diese zu zertrümmern gedroht hatte, legte sich, vereint mit heftigem Infanteriefeuer aus der Nordecke des Bois de la Grande Coinche, beim Ersteigen der Höhe mit solcher Wucht auf das Bataillon, dass es in wenigen Augenblicken die schwerten Verluste erlitt (4 Offiziere tot: Leutnant Konrad, Leyh, Meixner, Leutnant der Reserve Wettstein, 17 Unteroffiziere und Mann tot, 79 verwundet, 10 vermisst) und sich an den Fuß des Steilhangs zum Sammeln zurückziehen musste.

Glücklicher war inzwischen das Vorgehen des (von der Division entlassene) II./15. und des III./15. links davon. Zwar wurden sie gerade beim Überschreiten des Baches vom heftigsten feindlichen Feuer empfangen, doch wurde der Angriff ohne Stocken vorgetragen. Die stürmisch vorgehenden Schützen übersprangen den Bach oder durchwateten  ihn und drangen unaufhaltsam den Hang hinauf. Gemeinsam mit den Resten der Preußen stießen sie bei glühender Sonnenhitze in den Gegner hinein, der den stark besetzten Waldrand verließ und sich haufenweise zur Flucht wandte.

Auch das I. Bataillon erklomm, nachdem es sich gesammelt, die Höhe wieder, griff in den hartnäckigen Kampf ein und erreichte mit den übrigen Verbänden eine Linie, die weit über die übrige Front vorbuchtete. Hitzige Einzelgefechte hatte es namentlich beim Durchstoßen und Säubern des Nordteiles des großen Waldes gegeben. Dem weichenden Gegner brachte die vom Wege Doncieres – Badelieu eingesetzte Maschinengewehr-Kompanie/15. starke Verluste bei.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde das Regiment, das seinen Auftrag, dem bedrängten Nachbar Hilfe zu bringen, in glänzender Weise gelöst hatte, in die alte Stellung zurückgenommen. (Der Brigade-Kommandeur wurde für seinen selbsttätigen Entschluss zum Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens ernannt.)

Nachts biwakierte das Regiment bei Punkt 312 südlich Ménarmont.“

Man begrub Max Klaffl auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

Sterbebild von Max Klaffl
Rückseite des Sterbebildes von Max Klaffl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.245: Heinrich Reinert

Der Soldat Heinrich Reinert wurde am 12.03.1899 in Billerbeck im heutigen Nordrhein-Westfalen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 12. Kompanie /3. Bataillon) des 396. Infanterie-Regiments. Am 27.05.1918 fiel er im Alter von 19 Jahren bei Fóret de Mortier an der Aisne.

Über den Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 396. Infanterie-Regiment:

„Um 1 Uhr vormittags am 27.05.1918 lagen wir im Fóret de Mortier, hart nördlich des Kanals, bereit. Eng aneinandergerückt hockten wir in alten verfallenen Gräben, rechts das 2., links das 3. Bataillon, dahinter als Divisionsreserve das 1. Bataillon. Die „Turnstunde“, wie das Unternehmen neckisch genannt war, konnte beginnen. 

Während des dreistündigen Artilleriefeuers sollten Stege über den Kanal und den Fluss gelegt werden. Pioniere kamen zu dem Zwecke vor, und unser 1. und 2. Bataillon stellten eine Anzahl Mannschaften zum Heranschleppen des Materials. Aber der Anfang unseres Vorgehens wurde schwieriger, als wir gedacht hatten.

Der Feind war unruhig geworden. Er beschoss mit Artillerie und Minen den Kanal und das angrenzende Gelände. Der Bau war mit nicht unerheblichen Verlusten verbunden und erlitt Verzögerungen. Auch in die Bereitschaftsstellung im Walde schlugen Granaten ein und brachten Verluste.

Gegen 4.15 Uhr endlich konnte das 2. Bataillon beginnen, auf 5 Stegen überzugehen, voran die 8. Kompanie. Aber schon kam Unordnung. Teile des 3. Bataillons vermischten sich mit den Übergehenden. Ein Stocken entstand, was die Verluste vermehrte. Gleich jenseits wurden wir mit Maschinengewehr-Kugeln und Gewehrgranaten empfangen. Rechts vor uns lief in einer Schlucht eine Straße nach Süden, auf das Dorf Vauxaillon zu, das am Abhang lag. In den Höusern an dieser Straße hatten sich feindliche Nester eingerichtet. Wir waren dem Feuer dieser Nester umsomehr ausgesetzt, als plötzlich ein sumpfiger Graben, der nicht überbrückt war, uns stocken ließ.

Wir sollten eigentlich Vauxaillon rechts liegen und dem 3. Bataillon überlassen. Aber wenn wir überhaupt weiter wollten, mussten wir die flankierenden Maschinengewehr-Nester erst ausheben. Dann konnten wir bis an den Bahndamm vorgehen und uns dort nach links in unsern Gefechtsstreifen hinüberziehen.

Wir überschritten einen Wiesengrund. Im Schutze des Bahndammes wollten wir usn noch einmal ordnen. Da aber die Zeit schon drängte, kam mündlicher Befehl an die Kompanieführer, gleich weiterzugehen.

Inzwischen hatte sich auch das 3. Bataillon geordnet, schob sich rechts heraus, fand Anschluss an 24. Infanterie-Regiment und begann gleich den Sturm, der ohne erhebliche Schwierigkeiten in einem Lauf bis auf die ersten Höhen nördlich von Vauxaillon führte, die kurz vorher auch vom 2. Bataillon links davon erreicht worden waren. Aber nun schlug uns solches Kreuzfeuer entgegen, dass wir uns hinwerfen mussten. Denn links hatte 64. Infanterie-Regiment, das zuerst weiter als wir gewesen war, starken Widerstand gefunden und war zurückgeblieben. Daher saßen südlich der Schlucht die links unserer Höhe abschloss, noch feindliche Maschinengewehre. Auch rechts war unsere Flanke frei. 24. Infanterie-Regiment war überhaupt nicht vorgekommen. Daher konnte der Feind von den Höhen rechts unser 3. Bataillon mit Gewehr- und Handgranaten bedrängen.

Fast ungedeckt lagen wir dem Feuer ausgesetzt, ohne vom Platze gehen zu können. Denn rechts und links fehlte der Anschluss. Die Verluste mehrten sich. Daher wurden gegen 9 Uhr Teile der 9., 10. und 11. Kompanie zum umfassenden Flankenstoß nach rechts angesetzt. Aber die Höhen rechts von Vauxaillon waren außerordentlich stark mit Maschinengewehren besetzt, die wegen des Fehlens der 24er ungehindert flankierend schießen konnten. Bis an die Obstgärten nördlich von Vauxaillon kamen wir vor. Da mussten wir liegen bleiben. Der Gegner aber schoss immer weiter in unsere Reihen. Wir konnten nun erkennen, dass die Gräben auf den Höhen stark besetzt waren. Auch zwei Blockhäuser hoben sich drohend hervor. Wir schickten Melder nach hinten und baten um Hilfe. Aber sie kamen mehrmals mit dem Bescheid zurück, dass die Artillerie nicht vorkommen könnte, da der einzige Weg über den Fluss verstopft sei.

Gegen 3.15 Uhr nachmittags endlich war unsere 2. Minenwerferabteilung herangekommen und nahm die Blickhäuser unter Feuer. Inzwischen war auch 64. Infanterie-Regiment links heran und weiter vorgestoßen bis Bascule, einem kleinen Ort südlich Vauxaillon. Das Maschinengewehrfeuer links hörte auf. Aber von der rechten Seite wurde das 3. Bataillon immer noch hart bedrängt. Daher entwickelte sich das 1. Bataillon, das links gefolgt war, um den Gegner von Bascule her aufzurollen. Der erkannte aber die Gefahr und wich schon zurück. So konnte gegen 6 Uhr auch das 2. und bald darauf auch das 3. Bataillon antreten. Sie drängten hart nach und gelangten ohne weitere Verluste und dem Gegner mit ihren Maschinengewehren zusetzend, über das befohlene Ziel hinaus. Wir kamen an Neuville vorbei, durch Gehöfte und Schluchten, räumten mit einigen Maschinengewehr-Nestern auf, warfen bei Sorny Reste der Besatzung aus einigen Grabenstücken und erreichten gegen 9 Uhr das Dörfchen Sorny selbst.

Von dort und westlich davon schlug uns erneut Maschinengewehrfeuer entgegen und brachte unsern Vormarsch noch einmal zum Stocken. Aber um 10 Uhr war der Nordteil des Ortes vom Feinde gesäubert, wobei 4 Offiziere und 50 Mann zu Gefangenen gemacht und 3 Maschinengewehr-Nester ausgenommen wurden. Auch westlich Thorny gehörte das Feld uns. Dort hatte 9.25 Uhr abends das 3. Bataillon den ersten Graben gesäubert. Im zweiten aber leistete der Gegner hartnäckigen Widerstand, 9.50 Uhr setzte er sogar zu einem Gegenstoß an, wurde aber vollständig abgewiesen.

Nicht ganz war bei unserem Vorgehen der Anschluss gehalten. Das 3. Bataillon hatte unterwegs, nordöstlich von Neuville, 4 leichte und 4 mittlere Geschütze erbeutet und sich dann an der Bekämpfung der Maschinengewehre in Sorny beteiligt und war rechts schräg hinter das 2. Bataillon geraten. Nun mussten wir uns erst wieder ordnen.

Es war inzwischen dunkel geworden und der Feind konnte unsere Bewegungen nicht mehr erkennen. Aber er schoss immer noch stark mit Maschinengewehren. Seine Gräben waren also noch besetzt. Auch von links waren wir vor Überraschungen nicht ganz sicher. Daher schickten wir nach dort Patrouillen aus und gruben uns ein. Dann wollten wir uns völlig erschöpft von den Anstrengungen des Tages zur Ruhe legen. Aber erstmusste noch warmes Essen geholt werden. und als wir endlich gegen 2 Uhr lagen, kam der Befehl, dass das 3. Bataillon wegen seiner großen Verluste nach dem Westausgang von Neuville zurückgehen und von dort aus am nächsten Tage der linken Flanke folgen sollte.“

Die Lage des Grabes von Heinrich Reinert ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Mons-en-Laonnois begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Musketier Richard Tätzel, gefallen am 27.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Mons-en-Laonnois in Block 1, Grab 114;
  • Musketier Bruno Freitag, gefallen am 29.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Mons-en-Laonnois in Block 1, Grab 117.

 

Sterbebild von Heinrich Reinert
Rückseite des Sterbebildes von Heinrich Reinert

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.240: Josef Hartinger

Der Soldat Josef Hartlinger stammte aus der bayerischen Gemeinde Taufkirchen an der Vils und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 8. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Thiaumont während der Schlacht um Verdun.

Man begrub Josef Hartinger auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Sterbebild von Josef Hartlinger
Rückseite des Sterbebildes von Josef Hartlinger