Die andere Seite der Front: Émile-Amable Balland

Heute möchte ich einen Blick auf die andere Seite der Vogesen-Front werfen und das Schicksal eines französischen Soldaten vorstellen:

Émile-Amable Balland wurde am 22. Juli 1895 in Villacourt in Meurthe-et-Moselle geboren. Er lebte mit seinen Eltern in Bayon. Sein Vater arbeitete als Maurer.

Mobilisiert schloss er sich dem 120. Bataillon Jäger zu Fuß an und war im Lager von Mailly (Aube) stationiert. Von Januar bis Juli 1915 schrieb er regelmäßig an seine Eltern.

Im Sommer 1915 versuchte der französische Generalstab die Front zu durchbrechen, indem er die Höhen des Vogesenmassivs umging. Im Linge-Sektor scheiterte die Offensive nach schweren Kämpfen und die Front erstarrte. Émile-Amable Balland wurde im Alter von nur zwanzig Jahren am 27. Juli 1915 in Lingekopf (Elsass) getötet.

Der Soldat Émile-Amable Balland
FRAM – Amable Balland (1895-1915) – 1914 – Europeana 1914-1918, Europe – CC BY-SA.
https://www.europeana.eu/item/2020601/https___1914_1918_europeana_eu_contributions_12313

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.746: Sebastian Mitterreiter

Der Soldat Sebastian Mitterreiter stammte aus Spiegelsberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Landwirts. Gestern stellte ich seinen Bruder Josef vor. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Sebastian als Reservist in der 12. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.08.1914 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Doncières in den Vogesen.

Über den Todestag von Sebastian Mitterreiter schreibt die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Infanterie-Regiments:

„26.08.1914 Am Morgen grub sich III./15. auf Höhe 316 ein, I./15. blieb am Südrand des Bois de la Russe, die MG Kompanie im Walde nördlich Chateau de Villers. Während ursprünglich Linie 316 – Chateau de Villers gehalten, keinesfalls aber ein Angriff auf Doncières gemacht werden sollte, kam auf den Hilferuf der Flügeldivision des XXI. Armee Korps, die im Angriff bei Doncières starke Verluste erlitten hatte und sich allein nicht mehr zu halten vermochte, der Befehl der Brigade zur Unterstützung des Infanterie-Regiments 17 die Höhen 320 und 312, westlich und südwestlich Doncières anzugreifen.
I./15. wurde 3.45 Uhr nachmittags angesetzt. Es kam glücklich über den Grund des Belville-Baches und suchte den bedrängten Preußen auf Höhe 320 Hilfe zu bringen, 1. und 2. Kompanie in vorderer Linie, 3. und 4. Kompanie links gestaffelt. Doch das Artilleriefeuer, das diese zu zertrümmern gedroht hatte, legte sich vereint mit heftigem Infanteriefeuer aus dem Nordeck des Bois de la Grande Coinche, beim Ersteigen der Höhe mit solcher Wucht auf das Bataillon, dass es in wenigen Augenblicken die schwersten Verluste erlitt (4 Offiziere tot: Leutnant Konrad, Leyh, Meixner, Leutnant der Reserve Wettstein, 17 Unteroffiziere und Mann tot, 79 verwundet, 10 vermisst) und sich an den Fuß des Steilhangs zum Sammeln zurückziehen musste.
Glücklicher war inzwischen das Vorgehen des (von der Division entlassene) II./15. und des III./15. links davon. Zwar wurden sie gerade beim Überschreiten des Baches vom heftigsten feindlichen Feuer empfangen, doch wurde der Angriff ohne Stocken vorgetragen. Die stürmisch vorgehenden Schützen übersprangen den Bach oder durchwateten ihn und drangen unaufhaltsam den Hang hinauf. Gemeinsam mit den Resten der Preußen stießen sie die bei glühender Sonnenhitze in den Gegner hinein, der den starkbesetzten Waldrand verließ und sich haufenweise zur Flucht wandte.
Auch das I. Bataillon erklomm, nachdem es sich gesammelt, die Höhe wieder, griff in den hartnäckigen Kampf ein und erreichte mit den übrigen Verbänden eine Linie, die weit über die übrige Front vorbuchtete. Hitzige Einzelgefechte hattees namentlich beim Durchstoßen und Säubern des Nordteiles des großen Waldes gegeben. Dem weichenden Gegner brachte die vom Wege Doncières – Badelieu eingesetzte MG-Kompanie/15. starke Verluste bei.
Nach Einbruch der Dunkelheit wurde das Regiment, das seinen Auftrag, dem bedrängten Nachbar Hilfe zu bringen, in glänzender Weise gelöst hatte, in die alte Stellung zurück genommen. Der Brigade-Kommandeur wurde für seinen selbsttätigen Entschluss zum Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens ernannt.
Nachts biwakierte das Regiment bei Punkt 312 südlich Menarmont.“

Man begrub Sebastian Mitterreiter auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in Block 2, Grab 233.

Seine Heimatgemeinde Tacherting gedenkt Josef Mitterreiter noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/tacherting-peterskirchen_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Sebastian und Josef Mitterreiter
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian und Josef Mitterreiter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – SONDERBEITRAG: Georg Froese

Der Soldat Georg Froese stammte aus Berlin-Spandau. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kriegsfreiwilliger und Unteroffizier in der 1. Pionier-Kompanie der 1. Sturm-Kompanie (Denkmalprojekt: Sturm-Bataillon Nr. 5 (Rohr). Am 29.12.1915 fiel er in den Vogesen am Hartmannsweilerkopf in Frankreich an der Westfront.

Man begrub Georg Froese auf dem Soldatenfriedhof Guebwiller in Block 7, Grab 15.

Todesanzeige der Commerz- und Disconto-Bank für Hans Aue, Georg Froese

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.702: Joseph Friesinger

Der Soldat Joseph Friesinger stammte aus Schonstett in Bayern und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Ende 1914 wurde er schwer verwundet. Am 17.08.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Stellungskämpfe im Oberelsaß. Er gilt seit diesem Tag als vermisst. Sein Leichnam wurde nicht geborgen. Vermutlich wurden seine sterblichen Überreste später anonym auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach im Münstertal in einem Massengrab begraben. Dort wurden auch viele seiner gefallenen Kameraden des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments begraben, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Vizefeldwebel Johann Weber, gefallen am 17.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 124;
  • Infanterist Josef Alt, gefallen am 17.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Infanterist Josef Kebinger, gefallen am 24.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 206;
  • Krankenträger Georg Lenz, gefallen am 24.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 198.

 

Sterbebild von Joseph Friesinger
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Friesinger

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.686: Nikolaus Kienle

Der Kriegsfreiwillige Nikolaus Kienle wurde am 06.12.1896 in Zaumberg geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Immenstadt im Allgäu. Im Ersten Weltkrieg diente er als Fahrer in der II. leichten Munitionskolonne des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiment. Am 19.05.1915 wurde er im Alter von 18 Jahren in Guebwiller (französisch: Gebweiler) tödlich verunglückt.

Man begrub Nikolaus Kienle auf dem Soldatenfriedhof Guebwiller in Block 7, Grab 120.

Noch heute gedenkt sein Heimatgemeinde Immenstadt im Allgäu Nikolaus Kienle auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2008/immenstadt-buehl_alpsee_kirche_bay.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2008/immenstadt-buehl_alpsee_loretokapelle_wk1u2_bay.htm

Rückseite des Sterbebildes von Nikolaus Kienle
Rückseite des Sterbebildes von Nikolaus Kienle

Der theoretische Weg von Nikolaus Kienle von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.685: Michael Ertl

Der Soldat Michael Ertl stammte aus Oberhirschberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Grafling, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er im Infanterie-Leib-Regiment. Am 25.09.1914 wurde er bei Lihu in der Nähe von Vermandovillers am Kopf schwer verwundet. Am 29.04.1915 starb er im Alter von 22 Jahren. Die Angabe, er sei in den Vogesen gestorben, erscheint mir falsch. Eine Verlegung des Schwerverwundeten dorthin hätte keinen Sinn gemacht.

Die Grablage von Michael Ertl ist unbekannt.

Sterbebild von Michael Ertl
Rückseite des Sterbebildes von Michael Ertl

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.671: Matthias Häuslmeier

Der Soldat Matthias Häuslmeier stammte aus Eschelbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolnzach, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 11. Kompanie des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.09.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren in Stoßweiher im Münstertal (Elsass) während der Zweiten Schlacht um Münster.

Man begrub Matthias Häuslmeier auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Matthias Häuslmeier
Rückseite des Sterbebildes von Matthias Häuslmeier

Der theoretische Weg von Matthias Häuslmeier von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.593: Georg Vogler

Der Soldat Georg Vogler wurde am 21.05.1893 in Wimberg als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 9. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments als Infanterist und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Während der Schlacht vor Nancy-Epinal 1914 wurde er zum Kriegsinvaliden verstümmelt, vermutlich am 25.08.1914 bei Bazien. Am 15.09.1917 verstarb er im Alter von 24 Jahren in der Heimat an den Folgen seiner Kriegsverwundung, also drei Jahre nach seiner Verwundung. Welch eine Qual muss es für ihn und seine Angehörigen gewesen sein, dieses Siechtum mit anzusehen.

Georg Vogler wurde sicherlich in seinem Heimatdorf begraben. Sein Grab dürfte heute noch existieren.

Sterbebild von Georg Vogler
Rückseite des Sterbebildes von Georg Vogler

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.591: Anton Schlegel

Der Landwehrmann Anton Schlegel wurde am 03.07.1877 in der bayerischen Gemeinde Neuburg an der Kammel geboren. Er arbeitete als Kulturvorarbeiter. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 6. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.12.1914 fiel er im Alter von 37 Jahren am Buchenkopf bei Münster im Elsass in den Vogesen.

Man begrub Anton Schlegel auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 2, Grab 118.

Seine Heimatgemeinde Neuburg an der Kammel gedenkt Anton Schlegel noch heute auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2008/neuburg_kammel_kirche_bay.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2008/neuburg_kammel_frdh_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Anton Schlegel
Rückseite des Sterbebildes von Anton Schlegel

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.551: Johann Sedlmeyer

Der Soldat Johann Sedlmeyer stammte aus Oberschnittenkofen, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kröning, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 30. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 16.03.1918 fiel er im Alter von nur 19 Jahren bei Ornes während der letzten Gefechte bei Verdun in Frankreich. Die Angabe auf dem Sterbebild, Johann Sedlmeyer sei in den Hochvogesen gefallen, ist nachweislich falsch.

Über seinen Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 30. bayerischen Infanterie-Regiments:

15. – 17.03.1918 Die in kurzen Zwischenräumen sich folgenden feindlichen Feuerüberfälle dauern an. Der Feind fordert wiederholt durch Leuchtzeichen Vernichtungs- und Sperrfeuer auf unsere Gräben heraus. Gewohnte Infanterietätigkeit. Gegenseitige Patrouillen-Erkundungen. Eigene Artillerie setzt das Vorbereitungsschießen planmäßig fort.“

Man begrub Johann Sedlmeyer auf dem Soldatenfriedhof Mangiennes in Block 6, Grab 122.

 

Sterbebild von Johann Sedlmeyer
Rückseite des Sterbebildes von Johann Sedlmeyer