Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.445: Karl Lamecker

Der Soldat Karl Lamecker stammte aus München und diente als Gefreiter in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.03.1918 fiel er während der Großenschlacht in Frankreich bei der Durchbruchsschlacht bei Saint-QuentinLa Fére im Alter von 27 Jahren bei Itancourt.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am Frühlingsanfang, 21.03., beginnt um 4 Uhr morgens schlagartig die allgewaltige Artillerievorbereitung. Diese Stunden werden für jeden, der sie miterlebt hat, unvergessen bleiben. Die Erde zitterte und stöhnte unter dem Geheul der Geschütze und Minenwerfer, die hier in endloser Folge vom kleinsten bis zum größten Kaliber neben- und hintereinander standen. Es war ein Höllenlärm, der in unveränderter Stärke fünf Stunden anhielt. Da viel Gas geschossen wurde und das Regiment ganz nahe an der englischen Stellung in den vordersten Gräben zum Angriff bereitgestellt war, hatten die Kompanien bald viel unter Gas zu leiden. Die artilleristische Gegenwirkung war anfangs ziemlich lebhaft, verstummte aber nach etwa einer Stunde vollkommen, ein Zeichen, dass die englischen Batterien gut zugedeckt wurden. In der Begeisterung über das herrliche Schauspiel standen die Leute auf der Berme außerhalb des Grabens und als mitten in dem Schlachtenlärm, der dem einer allgewaltigen Schliede glich, in der das Glück des Deutschen Reiches geschmiedet wurde, das Telegramm eintraf, dass seine Majestät der Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Kampffront eingetroffen seien und die Leitung der Schlacht übernommen hätten, steigerte sich die Siegeshoffnung zur Siegesgewissheit.

In dieser Stimmung verließ das Regiment 9.15 Uhr vormittags die deutschen Gräben bei Itancourt und ging in frischem Tempo unter dem Schutze der Artilleriefeuerwalze zügig vor. Es waren in vorderster Linie rechts das I. Bataillon (Rüßlein), links das III. Bataillon (Schobert). Das II. Bataillon (Lauenstein) folgte dicht auf im zweiten Treffen.

Es war ein ungeheurer Nebel, der durch Gas und Rauch und Staub so dicht war, dass man keine 10 Meter weit sehen konnte. Es kamen daher einzelne Truppenteile aus ihrem Angriffsstreifen heraus und verirrten sich. Die dadurch übergangenen englischen Stellungen fügten durch ihr Maschinengewehr-Feuer erhebliche Verluste zu. Die Hauptorientierung bildete die Schussrichtung der Artilleriegeschosse, deren Pfeifen die Richtung gab. Das Regiment kam an Urvillers, einem stark ausgebauten englischen Feldwerk gut vorbei und machte einige hundert Gefangene. Um die Gefechtsstärke nicht zu schwächen, durften den Gefangene keine Begleiter mitgegeben werden. Das hat sich bitter gerächt, die Kerle haben Gewehre und Maschinengewehre vom Schlachtfelde aufgehoben und dem Angreifer damit in den Rücken geschossen. Das ist unbedingt nachgewiesen; auf diese Art fiel z. B. Leutnant Fleischmann (Leutnant Rudolf Fleischmann, aus Gelkendorf – Bordesholm, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Origny-Ste.-Benoite, Block 13, Grab 97) und wahrscheinlich auch der überaus beliebte und tapfere Vize-Feldwebel Huber der 1. Kompanie (Vizefeldwebel Martin Huber, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in einem Massengrab) . Kurz nach Urvillers wurde in einem Fasse ein englischer Artillerieoffizier ausgehoben, der mit außerordentlicher Schneid mit dem fernsprecher das Feuer seiner Batterie leitete. In trotziger und entschlossener Weise verweigerte er jegliche Angaben. Trotzdem war seine Batterie nach einigen Minuten die Beute des Regiments.

Gegen 11 Uhr vormittags ging der Nebel plötzlich weg – die Feuerwalze war weitergerollt, die Maschinengewehre in dem schweren, zerschossenen Boden stecken geblieben. Aber die leichten und schweren Maschinengewehre und die prächtigen Begleitbatterien, voran die Batterie des Hauptmanns Löll, waren da. Sie nützten in dem harten Kampf um die Maschinengewehr-Nester bei Essigny und in der „Lambay-Kaserne“ außerordentlich viel. Es muss hier unbedingt betont werden, dass sich die Engländer äußerst schneidig gehalten haben, an diesem und den kommenden Tagen. Die Leute haben sich bis zum letzten Mann gewehrt und auch auf zwei Schritte noch geschossen. Um so ruhmreicher ist es für das regiment, diesen zähen Widerstand durch noch größere Energie und Schnei gebrochen zu haben. Am 21. wurde noch bis in die tiefe Nacht hinein in zähem Angriff gekämpft. Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum all die Heldentaten mit Namensnennung aufzuführen, die in diesen Tagen vorn Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften vollbracht wurden.“

Man begrub Karl Lamecker auf dem Soldatenfriedhof in St.-Quentin in einem Massengrab.

In München – Haidhausen, der Heimatgemeinde von Karl Lamecker, gedenkt man ihm noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-stjohannbaptist_wk1_bay.htm

Sterbebild von Karl Lamecker
Rückseite des Sterbebildes von Karl Lamecker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.444: Friedrich Hermanns

Der Soldat Friedrich Hermanns wurde am 16.02.1880 in Stammheim geboren. Er lebte zuletzt in Düsseldorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 6. Kompanie des 39. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.11.1914 fiel er im Alter von 34 Jahren bei Braye-en-Laonnois an der Ferme de Metz.

Über den Todestag und die Todesumstände von Friedrich Hermanns berichtet die Regimentsgeschichte des 39. Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 2. November stand das Regiment mit dem 2. Bataillon von der dritten Brücke bis Bergnase, mit dem dritten Bataillon am Südrand des Bois des Grélines, erstes Bataillon als Reserve. Für diesen Tag war das Vorgehen des rechten Nachbar-Korps, jetzt das II. Armeekorps, und die Fortnahme der sogenannten Pappelnase durch das 14. Infanterie-Regiment befohlen. Das zweite Bataillon Reserve 39 sollte dieses zunächst flankierend mit Feuer unterstützen, dann sich dem weiteren Vorgehen anschließen. 9.50 Uhr vormittags begann der Feuerkampf; kurz darauf trat das Flügelbataillon des Infanterie-Regiments 14 zum Sturm an. Dieser gelang, der Feind verließ fluchtartig die Pappelnase. Da die 14er weiter vorgingen, erhielt das zweite Bataillon den Befehl, über den Kanal zu gehen und mit linkem Flügel an diesem, Richtung Ferme de Metz, sich dem Vorgehen anzuschließen. Gleichzeitig sollte Major Redecker mit dem ersten Bataillon (ohne erste Kompanie, welche als Reserve der Brigade zur Verfügung stand) über Braye hinter den Bois des Grélines-Rücken marschieren und sich in Höhe der dritten Brücke bereitstellen Die zwischen dem Schleusenhaus, das zuvor durch das dritte Bataillon nach zähem Widerstand genommen war, und der dritten Brücke liegenden Kähnen wurden zu Übergehen bereitgestellt.

Inzwischen war das Gefecht des zweiten Bataillons unter Führung des Hauptmanns Dinslage gut vorwärts gekommen, der französische Graben zwischen Schleusenhaus und Bovette-Wald wurde besetzt und eingerichtet. Auch das Bataillon Ocker versuchte, sich gegen die Tilleul-Höhe vorzuarbeiten, wurde aber durch Flankenfeuer von Beaulne gehemmt; deshalb erbat es die Mitwirkung der Reserve 13. Als 1 Uhr 45 nachmittags telefonischer Befehl zur Fortnahme der Ferme de Metz eintraf, stürzten sich Teile des zweiten Bataillons und des Infanterie-Regiments 14 trotz heftigen Flankenfeuers von der Tilleul-Höhe her auf die Ferme, nahmen sie und gingen mit Front nach Osten am Kanal in Stellung. Nach Vereinbarung mit dem Regiment 14 besetzte das zweite Bataillon auch den Hang bis zum Bovette-Wald.

4 Uhr nachmittags erhielt das Regiment den Befehl, die Tilleul-Höhe mit erstem und drittem Bataillon anzugreifen, worauf sich das erste Bataillon in den Raum Schleusenhaus-Ferme de Metz schob und zum Angriff bereitstellte, dem sich das dritte Bataillon anzuschließen hatte. Doch musste der Vorstoß unterbleiben, weil das Vorgelände bis 6 Uhr 15 abends unter schwerem, eigenen Feuer lag. Bei Beginn der Dunkelheit besetzte das zweite Bataillon mit sechster Kompanie die Ferme, mit achter Kompanie das Gelände  zwischen Ferme und Kanal, mit siebenter und fünfter Kompanie den Hang bis Bovette-Wald und hatte hier Anschluss an das Regiment 14. Das erste Bataillon grub sich an Ort und Stelle ein.“

Man begrub Friedrich Hermanns auf dem Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois in einem Massengrab.

Friedrich Hermanns war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Sterbebild von Friedrich Hermanns
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Hermanns

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.441: Ludwig Wührl

Der Soldat Ludwig Wührl stammte aus Bogen und war der Sohn eines Zimmermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.06.1915 fiel er während der Stellungskämpfe vor Mametz – Montauban im Alter von 24 Jahren bei Mametz.

Man begrub Ludwig Wührl auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Ludwig Wührl
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Wührl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.434: Franz Xaver Hirth

Der Soldat Franz Xaver Hirth wurde im Mai 1888 geboren und stammte aus Gunningen, einer Gemeinde im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Musketier in der 3. Kompanie des 169. Infanterie-Regiments. Am 02.12.1914 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Lievin in Nordfrankreich

Man begrub Franz Xaver Hirt auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Gunningen gedenkt Franz Xaver Hirth noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/gunningen_wk1u2_bw.htm

Sterbebild von Franz Xaver Hirth
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Hirth

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.425: Matthäus Bräustetter

Der Soldat Matthäus Bräustetter stammte aus Winden, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Haag in Oberbayern, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Jäger-Bataillons. Seit dem 09.07.1916 gilt er als während der Schlacht um Verdun vermisst. Er kam bei den Kämpfen um Fleury-devant-Douaumont ums Leben und wurde 21 Jahre alt.

Laut Volksbund ist Mathäus Bräustetter am 11.12.1916 gefallen und in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben worden.

Sterbebild von Matthäus Bräustetter
Rückseite des Sterbebildes von Matthäus Bräustetter

Sonderbeitrag: Johanna Gabriel, Krankenschwester

Johanna Gabriel war eine Krankenschwester und stammte aus Chemnitz im heutigen Bundesland Sachsen. Sie starb am 30.10.1916 während der Schlacht um Verdun in Stenay an einer Krankheit.

Man begrub Johanna Gabriel auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab (siehe unten).

Die Inschrift für Johanna Gabriel am Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye
Die Namensplatte mit der Inschrift für Johanna Gabriel am Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye
In diesem Massengrab wurde Johanna Gabriel begraben.

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.409: Johann Schlecht

Der Soldat Johann Schlecht wurde am 12.12.1893 geboren und stammte aus Steinberg, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Trostberg, und war der Sohn eines Kleinbauern. Er war Kandidat der Theologie, strebte also das Amt des Priesters an. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 3. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.06.1916 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Schlacht um Verdun, bei Kalte Erde und Fleury-devant-Douaumont.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Schon gegen Abend des 26.06.1916 veränderte sich das Bild in der Kampfzone. Das Artilleriefeuer steigerte sich zu Trommelfeuerwellen tiefst fliegende Flieger schossen mit Maschinengewehren und sogar Pistolen auf die Besatzungen der Granatlöcher. Kein Zweifel: Der grauende Tag musste einen Angriff bringen. Den Hauptstoß des immer wieder erneuerten Ansturmes hatte das II. Bataillon auszuhalten. Wir entnehmen dem Gefechtsbericht des Regiments folgende Einzelheiten:

6 Uhr griffen die Franzosen in zwei Gruppen an. Eine mehrere Bataillone starke Abteilung ging längs des Kammes der Kalten Erde gegen das 10. Infanterie-Regiment vor. Der Angriff wurde abgeschlagen, wobei das Maschinengewehr der 7. Kompanie von Punkt 822 aus sehr günstig mitwirkte. Ein noch stärkerer Angriff in mehreren Wellen wurde von Saint-Mihiel-Wald her über Punkt 890 gegen Fleury angesetzt. Er richtete sich mit besonderer Kraft gegen die 8. Kompanie bei Punkt 832. Das Maschinengewehr am linken Flügel der 8. Kompanie mähte die angreifenden Franzosen nieder und auch das Gewehr der 7. Kompanie von Punkt 822 aus vermochte entscheidend mitzuwirken, indem es in die feindlichen rückwärtigen Wellen feuerte, die bis auf den halben Hang vorgegangen waren und erst dort entwickelten. Die zwei rechten Züge der 7. Kompanie, soewie die 6. und 8. Kompanie feuerten zum Teil im Knien und Stehen. Der Führer der 8. Kompanie begab sich zur 5. und holte von dieser noch zwei schwache Züge zur Unterstützung heran. Diese eilten von Punkt 827 in südlicher Richtung die Höhe hinan und trafen in nächster Entfernung auf den Flügel der Franzosen, der sich etwa bei Punkt 831 befand. Leutnant Laar, der tapfere Führer der 8., fiel, als er wieder bei seiner Kompanie westlich der Batterie b. eintraf. Um 6.40 Uhr war der Angriff abgeschlagen. Die Franzosen gingen erst einzeln, bald aber gruppenweise zurück.

Von 7 Uhr bis 11 Uhr schwieg die feindliche Artillerie fast völlig, um so lebhafter war die Fliegertätigkeit des Gegners. Um 13 Uhr begann dann abermals stärkstes Artilleriefeuer, das vor allem die Stellungen der 7. Kompanie zudeckte. Diese erfuhr um 14.35 Uhr durch die links anschließende Jägerkompanie, dass nach Aussage eines Überläufers um 16 Uhr vier Regimenter angreifen würden. Auch bei den übrigen Kompanien ergaben die Beobachtungen bis 15 Uhr, dass ein neuer starker Angriff auf die 5., 6. und 8. Kompanie vorbereitet werde. Das Maschinengewehr bei Punkt 825 wurde an den linken Flügel der 8. Kompanie gebracht, da sich bei dem hier befindlichen wichtigsten Gewehr Störungen zeigten. 15.50 Uhr wurde es bei den Franzosen im Erdwerk 890 lebhaft. Aber unser Artillerie-, Maschinengewehr- und Infanterie-Feuer ließen den Angriff überhaupt nicht zur vollen Entwicklung kommen. 17.10 Uhr traf beim Bataillonsstab die Meldung des Leutnants Schümichen (5.) ein: „Gewehre voller Schmutz und Rost, Mangel an Munition, Leuchtkugeln aufgebraucht. Lebensmittel zu Ende. Seit drei Tagen trinken die Leute das Granatlöcherwasser, durch dessen Genuss ein großer Teil erkrankt ist: Hohes Fieber, Kopfschmerzen und Schlaffheit. Es ereignete sich während des Gefechts, dass Leute umfielen und sofort entschliefen.“ Ähnliches meldete der Führer der 6. Kompanie. Um die gleiche Zeit beobachtete der Bataillonskommandeur von der Befehlsstelle aus ununterbrochene Bewegungen kleiner Gruppen Franzosen au dem St-Mihielwald gegen das Erdwerk 890.

Zur Unterstützung war keine Truppe mehr vorhanden. Nur einzelne Leute befanden sich in der Befehlsstelle. Diese stellte der Bataillonskommandeur zu einer Abteilung zusammen und ließ sie mit aller auffindbaren Munition und Leuchtmitteln ausstatten. Die Führung übertrug er dem zufällig eintreffenden Leutnant Globig (III./20.). Es gelang, diese Gruppe und damit buchstäblich den letzten Mann durch das Sperrfeuer bis 19.30 Uhr in die vordere Linie zu bringen. Bis dahin hatte das feindliche Artilleriefeuer, fast ohne einmal auszusetzen, gedauert. Jetzt wurde es in besonderer Stärke auf Fleury vereinigt. Abermals versuchten die Franzosen einen Angriff. Auch dieser wurde von den Kompanien des Bataillons im Keime erstickt. Die Maschinengewehrbedienung bei Punkt 832 leistete wiederum Vorzügliches. Sie hatte während des Tages etwa 5.000 Patronen verschossen.“

Von 20 Uhr ab verzichtete der Feind endgültig auf weitere Angriffe. Das mehrmals vergebliche Anstürmen war für ihn ein furchtbarer Aderlass gewesen. Aber auch das Regiment hatte sehr gelitten. Wieder waren alle Kompanie-Offiziere und reichlich die Hälfte der Leute gefallen oder an Verwundung und Erschöpfung ausgeschieden. Zuletzt nur mehr das Gerippe einer Besatzung, hatten unsere Zwanziger mit schier übermenschlicher Kraft das Äußerste geleistet. Kein Franzose hat die Sperre, die sie mit ihren Leibern bildeten, durchbrochen.“

Offiziell ist für Johann Schlecht keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Heinrich Walcher, gefallen am 27.06.1916 bei Thiaumont – Fleury-devant-Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Ersatz-Reservist Willibald Reisch, gefallen am 24.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Johann Schmölz, gefallen am 14.07.1916 bei Fleury-devant-Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Karl Mooser, gefallen am 25.06.1916 im Fossewald, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Johann Schlecht
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schlecht

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.403: Martin Starflinger

Der Soldat Martin Starflinger stammte aus Waitzgraming (Schreibfehler auf Sterbebild), einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Unterneukirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Schlacht vor Nancy-Epinal bei Baccarat in Frankreich.

Die Lages des Grabes von Martin Starflinger ist offiziell unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden von der 12. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Infanterist Franz Xaver Grünwald, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in Block 4, Grab 44;
  • Infanterist Matthias Blumenstingl, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Andreas Würfl, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Gefreiter Otto Wageneder, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.
Sterbebild von Martin Starflinger
Rückseite des Sterbebildes von Martin Starflinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.402: Adolf Wuhrer

Der Soldat Adolf Wuhrer wurde am 26.05.1892 in Kottern geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kempten. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 5. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Bazien während der Kämpfe vor Arzailles – Luneville.

Offiziell ist für Adolf Wuhrer keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Leutnant Alfred Krafft, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Leutnant Johann Donderer, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Gefreiter Rudolf Winkler, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Infanterist Ernst Becker, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Adolf Wuhrer
Rückseite des Sterbebildes von Adolf Wuhrer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.401: Ludwig Wochinger

Der Soldat Ludwig Wochinger stammte aus Woching, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Pfarrkirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er während der Gefechte in Lothringen in der Nähe von Blâmont im Alter von 24 Jahren.

Offiziell ist die Lage des Grabes von Ludwig Wochinger unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf dem Soldatenfriedhof Reillon anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Peter Büchlmeier, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Schmidwenzl, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in Block 3, Grab 157.

Seine Heimatgemeinde Pfarrkirchen gedenkt noch heute Ludwig Wochinger auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/pfarrkirchen_kriegergedaechtniskapelle_wk1_bay.htm

 

Sterbebild von Ludwig Wochinger
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Wochinger