Sonderbeitrag: Hans Butt

Der Soldat Hans Butt wurde am 07.09.1895 in der niedersächsischen Gemeinde Drochtersen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Fähnrich und später als Leutnant und Kampanieführer der 9. Kompanie des 74. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 17.04.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne in Frankreich. Er wurde während der Kämpfe am Winterberg bei Corbeny und Craonne getötet.

Kämpfe am Winterberg 10.04 – 25.05.1917

Über den Todestag und die Todesumstände von Hans Butt berichtet die Regimentsgeschichte des 74. Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die Ereignisse dieses schweren Tages vom 16. bis 18. April lassen sich nicht einheitlich schildern, da jede Kompanie verschiedenen Gesetzen, je nach Lage ihres Abschnitts, unterwarfen war. Ein lebenswahres Bild erhalten wir nur dadurch, wenn wir den Berichten von Kampfteilnehmern aus mehreren Kompanien folgen. Als erstes hören wir den Führer der 10. Kompanie, Leutnant Elble:

„“Ich war indessen am ersten Graben angelangt und sprang hinein, gleichzeitig kamen schon die anderen Kompanien hinter mir im Sturmschritt angelaufen. Alles sprang in den Graben und suchte Deckung. Es blieb uns auch gar nichts anderes übrig, denn wir alle waren ja wie auf dem Präsentierteller den feindlichen Maschinengewehren ausgesetzt, ohne dass wir den Feind sehen und ihn bekämpfen konnten. Die Gräben waren nun vollgepfropft mit Menschen. Der Franzmann schickte uns außer den sogenannten „Ratschern“ auch noch schwere Granaten herüber, und es gab wieder Tote und Verwundete, da mehrere Volltreffer in die Gräben einschlugen.

Leutnant Butt, Führer der 9. Kompanie, und ich berieten nun, was zu tun sei. Es war mittlerweile 5.30 Uhr geworden und die Dämmerung sank herab. Da wir hier nicht bleiben konnten, sondern erfahren mussten, ob vor uns Feind oder Freund war, schlossen wir, mit äußerster Vorsicht vorzugehen. Mit entsicherter Pistole in der Hand und begleitet von etwa zehn tapferen und zuverlässigen Gefechtsordonnanzen, gingen Leutnant Butt und ich (ob Leutnant Lütge [Kompanieführer 11.] oder Leutnant Bartels [Kompanieführer 12. Kompanie] auch dabei waren, weiß ich nicht mehr) voran, gefolgt in einigem Abstand von den Kompanien. Als wir ungefähr 100 Meter vorwärtsgeschritten waren, hörten wir plötzlich in kurzer Entfernung Stimmen. Wir blieben stehen und lauschten: es waren gut bayerische Flüche. Also Freund!

Wir gingen weiter und kamen nun zu den diesseits an der Reimser Straße liegenden Truppen. Der Führer der Bayern, ein Hauptmann, bei dem wir uns meldeten, sagte, er habe seinen Augen nicht getraut, als er plötzlich deutsche Truppen in mustergültiger Ordnung wie früher im Manöver über die Höhe habe herabkommen sehen, und es sei ihm furchtbar zu Mute gewesen, wie plötzlich stärkstes feindliches Maschinengewehrfeuer in unsere Reihen hineingefahren sei, ohne dass er etwas dagegen habe tun können. Wir seien sehr willkommen, da nur noch wenige Posten hier vorn ständen und die Franzosen über der Straße drüben lägen.

Wir verteilten nun unsere Leute als Posten für die Nacht. Unter der Reimser Straße waren nur Bretterstollen und Fuchslöcher, die von Bayern besetzt waren, und in denen wir unterkrochen. An Schlaf war nicht zu denken, denn zu jeder Sekunde konnte der feindliche Angriff wieder erneuert werden. Der Feind beschoss die ganze Nacht das Gelände mit leichter und schwerer Artillerie, und mancher unserer braven Leute erlitt hier den Heldentod. In diesen Löchern unter der Reimser Straße war es sehr ungemütlich, sie hatten nur einen Ausgang und boten nur ganz geringe Deckung. Alle Augenblicke schlug eine Granate auf die Straße und drohte, den Stollen einzudrücken.

Mit unserem Bataillon hatten wir auch am 17. Spril morgens noch keine Verbindung. Ich schickte eine Ordonnanz mit einer Meldung über die Lage nach hinten. Um die Mittagszeit ertönte plötzlich von den Posten der Ruf: „Sie greifen an!“ Alles springt sofort an die Böschung der etwas höher gelegenen Reimser Chaussee. und richtig, drüben kommt der Franzmann mit dem blauen Stahlhelm teils in den Laufgräben, teils über freies Feld herangesprungen. Mit den unangenehmen 7,5-mm-Granaten überschüttet die feindliche Artillerie unsere Stellung, um den Angriff zu unterstützen. Mancher unserer tapferen Soldaten fällt oder wird verwundet, u. a. Leutnant Benz, der einen Gewehrschuss durch beide Knie erhält.

Wir können uns um die Toten und Verwundeten zunächst nicht kümmern. Zuerst gilt es den heranstürmenden Feind abzuwehren. Leutnant Butt steht neben mir, hat ein Gewehr in der Hand und schießt ununterbrochen, wie ich auch. Der Feind wirft sich hin und sucht Schutz, da er von uns unter mörderisches Schützen- und Maschinengewehrfeuer genommen wird.

Da bemerken wir, dass durch den Laufgraben auf uns zu 6-8 Franzosen in gebückter Stellung heranschleichen. Wir beide und noch ein paar Mann neben uns springen auf die Reimser Straße, und auf dem Straßenrand kniend werfen wir unsere Handgranaten auf die heranschleichenden Feinde. Plötzlich sehe ich, wie im Laufgraben weiter hinten ein Franzose sein Gewehr gegen uns anschlägt. Ich bücke meinen Oberkörper zu Boden und scheie „runter“ und turne die Böschung herab, um das Gewehr zu holen. Als ich es habe und mich zu Leutnant Butt wende, sehe ich ihn auf der Straße liegen, wie ich vor zwei Sekunden auch lag. Ich schieße nun auf den Franzosen, ob ich ihn traf, weiß ich nicht, jedenfalls war er nach dem Schuss weg.

Als ich Leutnant Butt nun immer noch so regungslos wie vorhin daliegen sehe, rutsche ich, nichts Gutes ahnend, hinüber und drehe ihn herum. Da sehe ich seitlich auf seiner Stirne ein kleines Loch, aus dem Blut tropft. Die Kugel traf ihn durch den Kopf und ließ ihn mitten im Kampfe, den er heldenhaft und siegessicher mit Todesverachtung führte, einen schönen, jungen Soldatentod, den Tod vor dem Feinde sterben. Mir tat das Herz weh. Butt war mir ein lieber Kamerad und bei Vorgesetzten wie Untergebenen allgemein beliebt gewesen. Ich zog ihn von der Straße herunter und bestimmte sechs Leute, die sofort seine Leiche nach hinten bringen mussten. Ein jugendlicher, tapferer, mit hohen Geistesgaben ausgestatteter, echt deutscher Mann und Offizier, so lebt er weiter in unserem Gedächtnis“

Dem damaligen Vizefeldwebel, späteren Leutnant Graßmann verdanken wir folgenden Bericht über die Tätigkeit der 9. Kompanie:

„Im Morgendämmern des ersten Tages nach dem Einrücken in die neue Stellung lag wieder lebhaftes Artilleriefeuer auf den Kampfgräben des Regiments und ließ einen neuen Angriff vermuten. Aber die Posten waren wachsam. Schon nach kruzer Zeit rief ihr Alarm die Besatzung aus den Stollen: „Der Franzmann kommt!“ In dichten Massen kamen die blauen Mäntel auf uns zugelaufen. Sie ahnten wohl nicht, wie sehr die deutschen Linien über Nacht verstärkt worden waren. Stahlhelm an Stahlhelm stand die 9. Kompanie auf den Schützenauftritten ihres Grabens und sah sich hinter der Deckung hervor das Schauspiel an. Noch schwieg ihre Front. Der Befehl von Leutnant Butt: „Noch nicht schießen, erst rankommen lassen“ hielt sie zurück. Dann – auf 40-50 Meter waren die Angreifer herangekommen – das Kommando „Feuer!“ Heraus aus den Gewehren und den zahlreich vorhandenen Maschinengewehren, was heraus ging. Hei, wie die Blauen purzelten! Sie stockten, sie lagen. In wenigen Minuten war der Angriff restlos zusammengebrochen. Was noch lebte im Vorfeld, kroch in die vielen Gräben der alten deutschen Stellung in Deckung.

Bald schwieg das Feuer der Verteidiger, weil sich kein Ziel mehr bot. Aber bei der 9. war man durch den schönen Erfolg in Stimmung gekommen und tatendurstig geworden. Sieh, da springt als erster der Unteroffizier Karl Meyer aus dem Graben heraus, winkt die nächsten vier, fünf Leute seiner Gruppe heran, jeder rafft sich einen Arm voll Handgranaten, und los geht’s zum „Gegenstoß“ im kleinen. Da ist ja gleich vor ihnen so ein alter deutscher Laufgraben. An dem entlang laufen sie vorwärts, der muss mal untersucht werden. Richtig, hinter der nächsten Ecke wimmelts darin von schwarzen Franzosen. Handgranaten hinein, eine Salve und noch eine und noch eine. Weiter! Das kühne Beispiel hat Schule gemacht: überall sieht man kleine Trupps aus den deutschen Gräben hervorbrechen und ins Zwischengelände vorlaufen. Bald aber empfängt sie die französische Gegenwehr, und nun müssen sie Deckung nehmen in dem alten Laufgraben. In diesem kommen sie noch ein Stückchen voran, dann sperrt ihn ein betonierter Maschinengewehr-Stand; die von den Franzosen gehaltene Linie ist erreicht.

Also „Kehrt marsch!“ ungefährdet geht der Rückmarsch vonstatten. Zwei blutjunge Negerlein werden zitternd und schlotternd im Vorgelände aufegefunden und als Gefangene mitgenommen. Willkommene Beute an Lebensmitteln für hungrige Soldatenmägen findet sich auch noch: köstliche Fleischkonserven aus Argentinien u. a. Fröhlich erreichen sie wieder den eigenen Graben, aber trübe Kunde empfängt sie dort. Eben trägt man den allverehrten Kompanieführer Leutnant Butt davon – tot! Ein teurer Preis für einen schönen Sieg!

Man begrub Hans Butt auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 9, Grab 195.

In Stotel gedenkt man Hans Butt noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2023/stotel_gem-loxstedt_lkr-cuxhaven_wk1_wk2_ns.html

In Stellung am Reichsackerkopf – Von rechts nach links: Oberleutnant Engel, Leutnant Haase, Fähnrich Butt, Offiziersstellvertreter Eschenbüscher, Landsturmmann Stephan, Gefreiter Riese

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.445: Karl Lamecker

Der Soldat Karl Lamecker stammte aus München und diente als Gefreiter in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.03.1918 fiel er während der Großenschlacht in Frankreich bei der Durchbruchsschlacht bei Saint-QuentinLa Fére im Alter von 27 Jahren bei Itancourt.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am Frühlingsanfang, 21.03., beginnt um 4 Uhr morgens schlagartig die allgewaltige Artillerievorbereitung. Diese Stunden werden für jeden, der sie miterlebt hat, unvergessen bleiben. Die Erde zitterte und stöhnte unter dem Geheul der Geschütze und Minenwerfer, die hier in endloser Folge vom kleinsten bis zum größten Kaliber neben- und hintereinander standen. Es war ein Höllenlärm, der in unveränderter Stärke fünf Stunden anhielt. Da viel Gas geschossen wurde und das Regiment ganz nahe an der englischen Stellung in den vordersten Gräben zum Angriff bereitgestellt war, hatten die Kompanien bald viel unter Gas zu leiden. Die artilleristische Gegenwirkung war anfangs ziemlich lebhaft, verstummte aber nach etwa einer Stunde vollkommen, ein Zeichen, dass die englischen Batterien gut zugedeckt wurden. In der Begeisterung über das herrliche Schauspiel standen die Leute auf der Berme außerhalb des Grabens und als mitten in dem Schlachtenlärm, der dem einer allgewaltigen Schliede glich, in der das Glück des Deutschen Reiches geschmiedet wurde, das Telegramm eintraf, dass seine Majestät der Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Kampffront eingetroffen seien und die Leitung der Schlacht übernommen hätten, steigerte sich die Siegeshoffnung zur Siegesgewissheit.

In dieser Stimmung verließ das Regiment 9.15 Uhr vormittags die deutschen Gräben bei Itancourt und ging in frischem Tempo unter dem Schutze der Artilleriefeuerwalze zügig vor. Es waren in vorderster Linie rechts das I. Bataillon (Rüßlein), links das III. Bataillon (Schobert). Das II. Bataillon (Lauenstein) folgte dicht auf im zweiten Treffen.

Es war ein ungeheurer Nebel, der durch Gas und Rauch und Staub so dicht war, dass man keine 10 Meter weit sehen konnte. Es kamen daher einzelne Truppenteile aus ihrem Angriffsstreifen heraus und verirrten sich. Die dadurch übergangenen englischen Stellungen fügten durch ihr Maschinengewehr-Feuer erhebliche Verluste zu. Die Hauptorientierung bildete die Schussrichtung der Artilleriegeschosse, deren Pfeifen die Richtung gab. Das Regiment kam an Urvillers, einem stark ausgebauten englischen Feldwerk gut vorbei und machte einige hundert Gefangene. Um die Gefechtsstärke nicht zu schwächen, durften den Gefangene keine Begleiter mitgegeben werden. Das hat sich bitter gerächt, die Kerle haben Gewehre und Maschinengewehre vom Schlachtfelde aufgehoben und dem Angreifer damit in den Rücken geschossen. Das ist unbedingt nachgewiesen; auf diese Art fiel z. B. Leutnant Fleischmann (Leutnant Rudolf Fleischmann, aus Gelkendorf – Bordesholm, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Origny-Ste.-Benoite, Block 13, Grab 97) und wahrscheinlich auch der überaus beliebte und tapfere Vize-Feldwebel Huber der 1. Kompanie (Vizefeldwebel Martin Huber, gefallen am 21.03.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in einem Massengrab) . Kurz nach Urvillers wurde in einem Fasse ein englischer Artillerieoffizier ausgehoben, der mit außerordentlicher Schneid mit dem fernsprecher das Feuer seiner Batterie leitete. In trotziger und entschlossener Weise verweigerte er jegliche Angaben. Trotzdem war seine Batterie nach einigen Minuten die Beute des Regiments.

Gegen 11 Uhr vormittags ging der Nebel plötzlich weg – die Feuerwalze war weitergerollt, die Maschinengewehre in dem schweren, zerschossenen Boden stecken geblieben. Aber die leichten und schweren Maschinengewehre und die prächtigen Begleitbatterien, voran die Batterie des Hauptmanns Löll, waren da. Sie nützten in dem harten Kampf um die Maschinengewehr-Nester bei Essigny und in der „Lambay-Kaserne“ außerordentlich viel. Es muss hier unbedingt betont werden, dass sich die Engländer äußerst schneidig gehalten haben, an diesem und den kommenden Tagen. Die Leute haben sich bis zum letzten Mann gewehrt und auch auf zwei Schritte noch geschossen. Um so ruhmreicher ist es für das regiment, diesen zähen Widerstand durch noch größere Energie und Schnei gebrochen zu haben. Am 21. wurde noch bis in die tiefe Nacht hinein in zähem Angriff gekämpft. Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum all die Heldentaten mit Namensnennung aufzuführen, die in diesen Tagen vorn Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften vollbracht wurden.“

Man begrub Karl Lamecker auf dem Soldatenfriedhof in St.-Quentin in einem Massengrab.

In München – Haidhausen, der Heimatgemeinde von Karl Lamecker, gedenkt man ihm noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-stjohannbaptist_wk1_bay.htm

Sterbebild von Karl Lamecker
Rückseite des Sterbebildes von Karl Lamecker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.444: Friedrich Hermanns

Der Soldat Friedrich Hermanns wurde am 16.02.1880 in Stammheim geboren. Er lebte zuletzt in Düsseldorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 6. Kompanie des 39. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.11.1914 fiel er im Alter von 34 Jahren bei Braye-en-Laonnois an der Ferme de Metz.

Über den Todestag und die Todesumstände von Friedrich Hermanns berichtet die Regimentsgeschichte des 39. Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 2. November stand das Regiment mit dem 2. Bataillon von der dritten Brücke bis Bergnase, mit dem dritten Bataillon am Südrand des Bois des Grélines, erstes Bataillon als Reserve. Für diesen Tag war das Vorgehen des rechten Nachbar-Korps, jetzt das II. Armeekorps, und die Fortnahme der sogenannten Pappelnase durch das 14. Infanterie-Regiment befohlen. Das zweite Bataillon Reserve 39 sollte dieses zunächst flankierend mit Feuer unterstützen, dann sich dem weiteren Vorgehen anschließen. 9.50 Uhr vormittags begann der Feuerkampf; kurz darauf trat das Flügelbataillon des Infanterie-Regiments 14 zum Sturm an. Dieser gelang, der Feind verließ fluchtartig die Pappelnase. Da die 14er weiter vorgingen, erhielt das zweite Bataillon den Befehl, über den Kanal zu gehen und mit linkem Flügel an diesem, Richtung Ferme de Metz, sich dem Vorgehen anzuschließen. Gleichzeitig sollte Major Redecker mit dem ersten Bataillon (ohne erste Kompanie, welche als Reserve der Brigade zur Verfügung stand) über Braye hinter den Bois des Grélines-Rücken marschieren und sich in Höhe der dritten Brücke bereitstellen Die zwischen dem Schleusenhaus, das zuvor durch das dritte Bataillon nach zähem Widerstand genommen war, und der dritten Brücke liegenden Kähnen wurden zu Übergehen bereitgestellt.

Inzwischen war das Gefecht des zweiten Bataillons unter Führung des Hauptmanns Dinslage gut vorwärts gekommen, der französische Graben zwischen Schleusenhaus und Bovette-Wald wurde besetzt und eingerichtet. Auch das Bataillon Ocker versuchte, sich gegen die Tilleul-Höhe vorzuarbeiten, wurde aber durch Flankenfeuer von Beaulne gehemmt; deshalb erbat es die Mitwirkung der Reserve 13. Als 1 Uhr 45 nachmittags telefonischer Befehl zur Fortnahme der Ferme de Metz eintraf, stürzten sich Teile des zweiten Bataillons und des Infanterie-Regiments 14 trotz heftigen Flankenfeuers von der Tilleul-Höhe her auf die Ferme, nahmen sie und gingen mit Front nach Osten am Kanal in Stellung. Nach Vereinbarung mit dem Regiment 14 besetzte das zweite Bataillon auch den Hang bis zum Bovette-Wald.

4 Uhr nachmittags erhielt das Regiment den Befehl, die Tilleul-Höhe mit erstem und drittem Bataillon anzugreifen, worauf sich das erste Bataillon in den Raum Schleusenhaus-Ferme de Metz schob und zum Angriff bereitstellte, dem sich das dritte Bataillon anzuschließen hatte. Doch musste der Vorstoß unterbleiben, weil das Vorgelände bis 6 Uhr 15 abends unter schwerem, eigenen Feuer lag. Bei Beginn der Dunkelheit besetzte das zweite Bataillon mit sechster Kompanie die Ferme, mit achter Kompanie das Gelände  zwischen Ferme und Kanal, mit siebenter und fünfter Kompanie den Hang bis Bovette-Wald und hatte hier Anschluss an das Regiment 14. Das erste Bataillon grub sich an Ort und Stelle ein.“

Man begrub Friedrich Hermanns auf dem Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois in einem Massengrab.

Friedrich Hermanns war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Sterbebild von Friedrich Hermanns
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Hermanns

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.393: Theodor Brell

Der Soldat Theodor Brell wurde am 02.02.1882 in Hoyren geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Lindau am Bodensee. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 9. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am12.06.1918 fiel er im Alter von 36 Jahren bei Domiers bei den Kämpfen an der Aisne in Frankreich.

Man begrub Thoedro Brell auf dem Soldatenfriedhof Parcy-et-Tigny in einem Massengrab.

Sterbebild von Theodor Brell
Rückseite des Sterbebildes von Theodor Brell

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.386: Franz Fischer

Der Soldat Franz Fischer stammte aus Stadel und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in einem bayerischen Fuß-Artillerie-Regiment. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 30.10.1918 verstarb er im Alter von 25 Jahren in einem Feldlazarett in Nampcelles-la-Cour in der Region Aisne an einer Lungenentzündung, an der er vier Wochen litt.

Man begrub Franz Fischer auf dem Soldatenfriedhof Hirson in Block 3, Grab 164.

Sterbebild von Franz Fischer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Fischer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.384: Wolfgang Zimmermann

Der Soldat Wolfgang Zimmermann wurde am 10.01.1880 geboren und stammte aus Kleinaign, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eschlkam, und war Tagelöhner. Im Ersten Weltkrieg diente er im 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment als Infanterist. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 16.04.1917 (Verlustliste: 03.05.1917) fiel er im Alter von 38 Jahren bei Reims. Ich halte die Angabe der Verlustliste für falsch. Er wurde genauer gesagt zwischen Pontavert und Guignicourt bei Berry-au-Bac in der Region Aisne getötet.

Die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments berichtet über den Todestag und die Todesumstände von Wolfgang Zimmermann:

„Wohl schlief das feindliche Massenfeuer während der Nacht vom 15./16. ein, aber nur, um am Morgen des 16.04. zu neuer Wucht zu erwachen. Den in den Geschosstrichtern und Grabenresten kauernden deutschen Truppen, die seit Tagen den Feuerregen über sich ergehen lassen mussten und denen kaum Verpflegung zugeführt werden konnte, brachte die kurze Atempause keine Erholung. Die Nerven blieben gespannt, und die Erlösung trat erst ein, als um 7 Uhr vormittags die französische Infanterie, von zahlreichen Kampfwagen, Batterien, Schlachtfliegern und sogar von Reitergeschwadern begleitet, allenthalben zwischen Bailly und Reims zum Sturm schritt. Mit ziemlicher Sicherheit darf angenommen werden, dass gegen die bayerische Ersatz-Division und die 9. bayerische Reserve-Division je 4 französische Divisionen in 2 Treffen gegliedert anliefen. Mindestens die gleiche Übermacht traf die 5. bayerische Reserve-Division.

Beim Reserve-Infanterie-Regiment 10 sollte in der Nacht vom 15./16.04. in vorderer Linie das I. Bataillon durch das III. abgelöst werden. Am 16. 12.30 Uhr vormittags traf der Stab des III. Bataillons auf der R. B. St. ein und meldete, dasss die Kompanien im Anmarsch seien. Die letzten Meldungen aus der vorderen Linie besagten, dass die Beschießung mit Minenwerfern andauere, starkes Artilleriefeuer hauptsächlich hinter den Gräben liege. Bei der 2. Kompanie habe sich eine französische Patrouille eingeschlichen, sei aber wieder vertrieben worden. Au allen Zugangswegen, insbesondere in der Nähe der Artillerie-Schutzstellung, lag starkes Sperrfeuer. Dieses war wohl auch der Grund, dass sich die Ablösung bis in die Morgenstunden hinzog.

Über den Kampf um die vordere Linie liegen nur die Aussagen eines Offiziers und zweier Leute vor, da das ganze I. und III. Bataillon vermisst ist. Diese Aussagen meldeten aber von einer tapferen Gegenwehr der Grabenbesatzung durch Gewehrfeuer und Handgranaten. Der Offizier berichtete, dass die Ablösung der 1. Kompanie schon vor dem Angriff beendet war. Die letzte Meldung dieser Kompanie besagte, dass einer der abgelösten Züge im Tunnel, dessen Ausgänge größtenteils zerstört waren, nicht mehr vorwärts kam, die beiden anderen in starkes Artilleriefeuer gerieten und anscheinend in der Artillerie-Schutzstellung Deckung suchten.

Von der R. B. St. aus konnten nur die Vorgänge rückwärts der 1. Stellung beobachtet werden.

5 Uhr vormittags wurde von der R. B. St. aus Vernichtungsfeuer angefordert. Gegen 6 Uhr vormittags wurde im Regimentsabschnitt und noch mehr im links anschließenden Abschnitt das Hochsteigen grüner und roter Leuchtsignale beobachtet. Unsere Artillerie verstärkte daraufhin ihr Feuer. Von 6.15 Uhr vormittags an legte die feindliche Artillerie starkes Sperrfeuer vor die ganze Artillerie-Schutzstellung. Gegen 7 Uhr vormittags flaute das beiderseitige Artilleriefeuer etwas ab.

Zwischen 7.15 Uhr und 7.30 Uhr vormittags meldete der Beobachtungsoffizier des Regimentsstabes, dass am Königsgraben, und zwar an dessen Einmündung in die 3. Linie, einzelne Leute von links her auf den Königsgraben zugingen. Gleiche Bewegungen wurden noch bis 8.30 Uhr vormittags am Königsgraben zwischen der 3. Linie und der Artillerie-Schutzstellung beobachtet. Anfangs herrschte auf der R. B. St. die Ansicht vor, es handele sich um Leute des abgelösten I. Bataillons. Aber kurz nach 8.30 Uhr vormittags wurde vom Königsgraben her Maschinengewehrfeuer hörbar, und gleichzeitig teilte das Reserve-Infanterie-Regiment 12 mit, dass der Feind bei ihm und beim Reserve-Infanterie-Regiment 10 durchgebrochen sei, dass es sich also am Königsgraben zweifellos um Franzosen handele.

Nach 9 Uhr vormittags meldete der Beobachtungs-Offizier das Vorgehen feindlicher Abteilungen im Miettegrund. Nun erging vom Regimentsstab 9.15 Uhr vormittags Befehl an die 5. Kompanie der Regimentsreserve, sofort aus dem Fliegerwäldchen zum Gegenstoß auf Die Artillerie-Schutzstellung vorzugehen. Die Kompanie geriet bald nach dem Verlassen des Fliegerwäldchens in Maschinengewehr- und Gewehrfeuer und sichtete etwa um 10 Uhr vormittags feindliche Schützen, die aus Richtung der Pylone gegen den Fußartilleriewald vorgingen. Sie nahm, unterstützt von zwei Maschinengewehren, vom Kabelgraben aus das Feuer auf und brachte dem Feind schwere Verluste bei.

An die 6. Kompanie erging 11.15 Uhr vormittags der Befehl, die 1. Linie der 2. Stellung beiderseits des Buschwaldes zu besetzen und zu halten. Diese Stellung lag unter dem Feuer leichter und mittlerer Kaliber.

Zwischen 10 Uhr vormittags und 2 Uhr nachmittags liefen mehrmals Meldungen von der Beobachtungsstelle des Regiments ein über das Vorgehen starker feindlicher Schützenwellen aus der linken Flanke gegen und hinter die Artillerie-Schutzstellung. Auch diesen Feind beschoss die 5. Kompanie erfolgreich und hielt ihn von weiterem Vordringen gegen das Fliegerwäldchen ab.

An der Straße Pontavert – Guignicourt und zwischen Artillerie-Schutzstellung und 2. Stellung auffahrende Kampfwagen wurden wirksam von unserer Artillerie beschossen.

Leutnant Ruderer der 7. Kompanie (Sicherheitsbesatzung in der Artillerie-Schutzstellung) berichtete Folgendes über die Vorgänge, die sich dort abspielten.

Gegen 6.15 vormittags wurde das Aufsteigen grüner und roter Leuchtkugeln aus der 1. Stellung beobachtet. Auf unser daraufhin kräftiger einsetzendes Artilleriefeuer legte der Feind schweres Sperrfeuer vor die Artillerie-Schutzstellung. Bald nach 7 Uhr vormittags wurden die ersten französischen Wellen auf etwa 600 Meter im Vorgehen gegen die Pylone bemerkt und unter Feuer genommen. Ein französischer Flieger, der die Grabenbesatzung beschoss, wurde durch unser Feuer zum Niedergehen in der Nähe des Fliegerwäldchens gezwungen. Der Feind, der in dichten Wellen auch aus dem Königsgraben gegen die Artillerie-Schutzstellung vorging, konnte sein Vorgehen in unserem Feuer nicht fortsetzen. Etwa um 8.30 Uhr vormittags drangen starke Kräfte aus der linken Flanke in den ostwärtigen Teil des Fußartillerie-Waldes ein und richteten von dort aus wirksames flankierendes Maschinengewehrfeuer auf die Reste der Stellungsbesatzung. Um 9 Uhr vormittags wurde auch aus dem Miettegrund vorgehender Feind beobachtet. Um nicht von beiden Seiten umfasst zu werden, zog sich Leutnant Ruderer mit den Resten seiner Kompanie gegen Höhe 141 zurück und setzte von dort aus das Feuer fort, kräftig unterstützt von der 5. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiment 5. Gegen 12 Uhr Mittags bewegten sich 12 feindliche Kampfwagen inmitten dirchter Infanteriekolonnen, denen Batterien folgten, zwischen Miettegrund und Karnickelwald gegen Höhe 141 vor. Erst als die Kampfwagen und Geschütze das Feuer gegen Höhe 141 aufnahmen, zogen sich die Reste der 7. Kompanie, ungefähr 15 Mann, auf die 2. Stellung zurück.

Die 3. Maschinengewehr-Kompanie, die von der Brigade zur R. B. St. in Marsch gesetzt worden war, und deren Führer sich um 1.30 Uhr nachmittags dort meldete, wurde bei der Sicherheitsbesatzung am Buschwald eingesetzt.

Den ganzen Nachmittag über lag schweres Feuer auf 2. Stellung, Burschwald und R. B. St.

5.30 Uhr nachmittags wurde südlich von der R. B. St. der von der Brigade angekündigte Gegenangriff des 39. Reserve-Infanterie-Regiments und sein Fortschreiten bis über Höhe 74 beobachtet.

Verluste:

gefallen: 6 Unteroffiziere und Mann

verwundet: 3 Offiziere, 29 Unteroffiziere und Mann

vermisst: 28 Offiziere, 1.130 Unteroffiziere und Mann

Der Angriff hatte dem Feinde zwar einen geringen Geländegewinn, aber keinen Durchbruch verschafft. Dass sich die Besatzung der 1. Stellung zäh verteidigte bis zu ihrer vollständigen Umfassung, ist dadurch erwiesen, dass erst spät nach dem Beginn des Angriffs feindliche Kräfte frontal im Regimentsabschnitt vorgingen, deren weiteres Vordringen gegen Höhe 141 durch die tapfere Gegenwehr der Reste des Regiments zum Stehen gebracht wurde.

Am Abend des 16. April übernahm das Armeeoberkommando 1 den Befehl im Abschnitt zwischen Juvincourt und Aubérive (ostwärts von Reims). Die 5. bayerische Reserve-Division trat zu ihm über und wurde dem Generalkommando des Gardekorps unterstellt.“

Man begrub Wolfgang Zimmermann auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 3, Grab 850.

Sterbebild von Wolfgang Zimmermann
Rückseite des Sterbebildes von Wolfgang Zimmermann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.346: Xaver Stürminger

Der Soldat Franz Xaver Stürminger stammte aus Birnkam, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Velden (Vils), und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 17.09.1918 (Volksbund und Verlustlisten geben den 18.09.1918 an) fiel er im Alter von 21 Jahren bei Bery-au-Bac und Montigny-sur-Vesle während der Stellungskämpfe an der Vesle, nördlich von Reims, durch eine Granatverwundung.

Man begrub Franz Xaver Stürminger auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 3, Grab 815.

Sterbebild von Xaver Stürminger
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Stürminger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.305: Ludwig Niedermeier

Der Soldat Ludwig Niedermeier stammte aus Anzenberg, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Perach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Obergefreiter in der 2. Batterie des 28. bayerischen Fußartillerie-Bataillons. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern aus. Am 02.07.1918 fiel er im Alter von 22 Jahren nach 3 1/2 Jahren Kriegsdienst in Folge einer Verwundung durch einen Granatsplitter in dem Dorf Fère-en-Tardenois.

Die Regimentsgeschichte berichtet hierzu:

„Am 26.06.1918 wurde das Bataillon als Armeereserve zunächst in die Gegend von Villeneuve zurückgezogen, um am 2. Juli zur Heeresgruppe Schmettow nach Courville in Marsch gesetzt zu werden. Auf dem Weg dorthin, beim Durchmarsch durch Fére en T’ois, büßte die 2. Batterie an diesem Tage noch 8 Tote ein.“

Einer der Toten war Ludwig Niedermeier.

Man begrub Ludwig Niedermeier auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 1219.

Sterbebild von Ludwig Niedermeier
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Niedermeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.294: Josef Haderer

Der Soldat Josef Haderer stammte aus der bayerischen Gemeinde Gangkofen und war der Sohn eines Getreidehändlers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 24. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 22.03.1918 wurde er während der Durchbruchsschlacht bei Saint-Quentin – La Fère in der Nähe von Jussy durch einen Granatsplitter schwer verwundet. Am 02.05.1918 verstarb er nach 39 Monaten Kriegsdienst im Alter von 24 Jahren im Reservelazarett Trier an den Folgen der schweren Verwundung.

Über die Umstände seiner schweren Verwundung schreibt die Regimentsgeschichte des 24. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Das Regiment blieb im Laufe des Nachmittags des 21.03.1918 in der erreichten Linie: Straße Essigny – Beney-Südostrand Essigny liegen. In der Nacht vom 21./22.03.1918 wurde die 10. preußische Infanterie-Division eingeschoben. Am frühen Morgen des 22.03. lösten Teile der 10. Infanterie-Division das 24. Infanterie-Regiment ab. Es stand nunmehr als Regiment 2. Linie hinter dem 1. und 2. Infanterie-Regiment.

Der durch die Kämpfe schwer erschütterte Gegner hatte sich offenbar schon bald nach Eintritt der Dunkelheit am 21.03. hinter den Crozatkanal zurückgezogen, so dass die deutschen Truppen am Vormittage des 22.03. den Vormarsch ohne Widerstand aufnehmen konnten.

Das 24. Infanterie-Regiment überschritt am 22.03., immer noch in 2. Linie, um 1 Uhr mittags im Regimentsverband die Fayferme. Um 1.30 Uhr wurde der Bahndamm Lizerolles erreicht. Das I. Bataillon traf erst einige Stunden später ein.

Um 6 Uhr abends erhielt das Regiment den Befehl, den Übergang über den Kanal westlich Jussy zu erzwingen, nachdem zuerst das 2. bayerische Infanterie-Regiment dazu ausersehen gewesen war. Das Unternehmen sollte um 9 Uhr abends bach Artillerievorbereitung durchgeführt werden. Um die befohlene Zeit waren jedoch die Vorbereitungen für den Angriff noch nicht beendet. Das Regiment entschloss sich daher, den Übergang an einem späteren Zeitpunkt zu versuchen. Unter dem Schutze überhöhend schießender Maschinengewehre, dem Feuer der Begleitbatterie und der Minenwerfer des Regiments gelang es den Pionieren, zwei Schnellbrücken über den sehr tiefen und mit Wasser gefüllten Kanal zu schlagen.“

Die Lage des Grabes von Josef Haderer ist nicht beim Volksbund registriert. Ich bin mir jedoch recht sicher, dass er auf dem militärischen Teil eines Friedhofs in Trier begraben wurde und dass sein Grab noch heute existiert.

Sterbebild von Josef Haderer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Haderer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.293: Ludwig Gross

Der Soldat Ludwig Gross wurde am 11.08.1884 in Tüßling in Niederbayern geboren und arbeitete als Schlossermeister in Neumarkt an der Rott – heute Neumarkt-Sankt Veit. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 15.08.1916 wurde er bei Clery-sur-Somme schwer verwundet und starb am 22.08.1916 im Alter von 32 Jahren in einem Kriegslazarett im Westen an dieser Verwundung.

Über den Todestag von Ludwig Gross schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment:

„Am 15.08.1916 früh morgens ist die Ablösung vollzogen. Von Mittag an schweres Einzelfeuer, abends lebhafter.“

Man begrub Ludwig Gross auf dem Soldatenfriedhof St.-Quentin in Block 12, Grab 340.

Seine Heimatgemeinde Neumarkt Sankt Veit gedenkt Ludwig Gross noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/neumarkt_st_veit_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Gross
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Gross